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Erstellung eines Konzepts zur Gewaltprävention für unbegleitete minderjährige Asylsuchende

Projektarbeit 2017 13 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgehensweise

3. Thema

4. Ziele

5. Planungsphase

6. Formale Merkmale
6.1.Alter und Gruppengröße
6.2.Ort
6.3.Räumlichkeiten
6.4.Materialien

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Mind Mapping zum Thema „Gewalt“

Auswirkung von Gewalt, was kann man dagegen tun?

Warming- up „Hintern hoch“

Kooperationsspiel „Blinder Mathematiker“

1. Einleitung:

Seit einigen Jahren ist das Thema „Jugendgewalt“ zu einem Dauerbrenner im Internet, in den Zeitungen oder in Fernsehreportagen geworden. Man kommt nicht daran vorbei, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt der Medien stehen meist ungewöhnliche und spektakuläre Einzelfälle, die den Eindruck vermitteln, dass die Brutalität der Jugend in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen hat und die Täter/innen immer jünger geworden sind. Die sozialen Ursachen von Jugendgewalt werden dabei häufig nicht beleuchtet und ebenso wenig veröffentlicht.

Jugendliche sind niemals nur ausschließlich Täter, sondern häufig selbst Opfer ungünstiger Lebensumstände und anderer sozialer Bedingungen. Es sind Probleme, die uns als Gesellschaft betreffen und wie stehen in der Verantwortung etwas dagegen zu unternehmen. Viele Jugendliche müssen lernen sich mit Differenzen und Meinungsverschiedenheiten gewaltfrei auseinanderzusetzen. Sie müssen Wege finden, um Konfliktpotential im Vorfeld zu vermeiden. Hierbei sollten die Schulen gemeinsam mit den Jugendlichen mitwirken und eng zusammenarbeiten (vgl. Schröder/Merkle 2007, S.9).

Die Autorin dieser Hausarbeit hat sich für das Thema „Gewaltprävention“ entschieden, da sie seit längerer Zeit mit minderjährigen Flüchtlingen zusammenarbeitet. Dabei spielt das Thema Gewalt in ihrem Beruf eine große Rolle.

In dieser Ausarbeitung wird ein entsprechendes Konzept zum Thema „Gewaltprävention“ erstellt, in dem die Ziele, die Inhalte, die Methode und das Verfahren des Projektes vorgestellt werden, sodass sich insgesamt ein einheitliches Handlungsmodell für die Planung und die Durchführung des Konzeptes ergibt. Das Konzept umfasst einen konkreten Ablaufplan/ Zeitplan für eine Stundensequenz von zwei Stunden.

2. Vorgehensweise:

Die Autorin arbeitet als Betreuerin in einer Jugendhilfe- Einrichtung für Erziehungshilfe und Therapie mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und entscheidet sich für das Konzept der „Gewaltprävention“. Die Autorin hat sich für dieses Thema entschieden, da die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden aus Ländern kommen, indem Krieg und Gewalt zum Alltag gehören. Umso wichtiger ist es, sich mit Gewaltprävention zu beschäftigen, um den UMAs neue Bewältigungswege aufzuzeigen.

Durch ausreichende Literaturrecherche konnte ein Konzept über gewaltfreies Verhalten zusammengestellt werden. Es wurden aktuelle Forschungsergebnisse zum gewaltfreien Miteinander berücksichtigt und in das Konzept eingearbeitet. Außerdem flossen wichtige Theorien aus dem Bereich der Lernpsychologie mit ein. Der praktische Anteil des Konzeptes besteht aus einem Spiel, das die Persönlichkeit der teilnehmenden Jugendlichen stärken soll. Sie sollen spielerisch lernen neue Konzepte zu integrieren und im Konfliktfall umsetzen. Das Spiel fördert zudem die Gruppendynamik und trägt dazu bei Gewalt zu minimieren.

3. Thema

Das Konzept meines Arbeitsprogrammes beinhaltet das Thema „Gewaltprävention“, welches mit den UMAs durchgeführt werden soll. Es gibt viele Ursachen, die Gewalt auslösen können. Dazu gehört Frustration, Vernachlässigung, Angst, Stress, Empfindung oder Erfahrung mit Ungerechtigkeit und Unsicherheit. Die Jugendlichen werden im Alltag mit solchen Motiven vielfach konfrontiert. Gewalt ist ein Anzeichen dafür, dass die Jugendlichen keinen anderen Ausweg aus ihren Problemen kennen und Hilfe benötigen. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Gewalt: die verbale und die körperliche Gewalt. Die verbale Gewalt erfolgt durch Beschimpfungen bzw. Beleidigungen. Die körperliche Gewalt wird oft gegen Gleichaltrig oder Jüngere, vor allem schwächere angewandt. Handgreiflichkeiten gegenüber Erwachsenen sind eher selten (vgl. Praxis Jugendarbeit 2002,S.1).

Der Begriff „Gewaltprävention“ birgt eine Reihe von Gefahren. Mit einer Prävention möchte man einer Intervention zuvorkommen (vgl. Schröder, Merkle 2009,S. 17). „“Vorbeugen ist besser als Heilen“, sagt der Volksmund. Man sollte nicht erst tätig werden, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ (Schröder, Merkle 2009,S. 17).Deshalb ist es sinnvoll, Kinder und Jugendliche so früh wie möglich so zu stützen, dass sie keine gewalttätige Mittel zur Konfliktaustragung benötigen (vgl. Schröder, Merkle 2009,S.1).

4. Ziele

Ich möchte mit dem Thema „Gewaltprävention“ bezwecken, dass gerade geflüchtete Kinder, die aus Kriegsgebieten stammen und stärker von Gewalt betroffen sind als andere Kinder, lernen, Gewalt aus dem Weg zu gehen und ihre Motive reflektieren, bevor sie handeln. Mir ist es sehr wichtig, dass sie sich mit dem Thema intensiv beschäftigen, um Alternativen zu entwickeln, wie sie im Alltag mit Gewalt, sei es verbale oder körperliche Gewalt, richtig umgehen und sich über die Konsequenzen ihrer Handlungen bewusstwerden.

Um dies zu erreichen, habe ich mich für ein Kooperationsspiel entschieden. Das Ziel des Spiels ist es, die Teilnehmer untereinander zu fördern und zu stärken. Das bedeutet, die Teilnehmer müssen sich aufeinander verlassen können, denn sie sind aufeinander angewiesen. Ein positiver Nebeneffekt des Spiels ist, dass die Kommunikation der Teilnehmer miteinander gefördert wird. Nur durch die Kooperation in der Gruppe kann das gesamte Team gemeinsam ans Ziel kommen. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass die Gruppenmitglieder miteinander kommunizieren, sich entsprechend koordinieren und kooperativ verhalten (vgl. Gruppenspiele).

5. Planungsphase

Als erstes begrüße ich, die Autorin, die Jungs und teile ihnen mit, dass ich mich sehr darüber freue, dass sie am Projekt teilnehmen. Gleichzeitig bitte ich um ihre Aufmerksamkeit und erkläre, um welches Thema es sich handelt und welche Erarbeitungen wir gemeinsam in den nächsten zwei Stunden durchführen werden. Da Spiele den Einstieg etwas auflockern, werde ich mit ihnen das Spiel „Warming-Up- Hintern hoch“ (im Anhang befindet sich die Übungsanleitung) spielen. Auflockerungsspiele setzen den Gruppenprozess in Gang und helfen, beängstigende Verhältnisse zu umgehen und Hemmungen zu bewältigen. Sie helfen oft Vertrauen herzustellen, sodass sich die einzelnen Gruppenmitglieder wohlfühlen können (vgl. Thiesen 1985,S.40).

Nach dem Warming-Up bitte ich die Jugendlichen, sich auf das Thema Gewalt zu fokussieren und erkläre das Ziel der Sitzung. Zunächst werde ich einen Überblick über das Thema vermitteln, indem ich die Methode der Mind-Mapping anwende. Mit dieser Methode sollen Ideen und erste Gedankengänge festgehalten werden. Die Jugendlichen bekommen bei dieser Aufgabe die Möglichkeit, mit einem Flipchart zu arbeiten und eigene Gedankengänge zum Thema aufzuschreiben. Sie sollen diese kurz anhand von Beispielen oder eigene Erlebnissen vorstellen.

Anschließend werde ich die Jugendlichen bitten, sich mit der Frage „Warum Gewalt“ und „was man gegen Gewalt tun kann“ zu beschäftigen. Hierbei sollten sie parallel darüber nachdenken, welche Konsequenzen Gewalt mit sich bringt. Nachdem wir gemeinsam diese Aufgabe bearbeitet haben, stellen die Jugendlichen ihre Ergebnisse kurz vor.

Als nächstes folgt ein Kooperationsspiel (Im Anhang befindet sich die Übungsanleitung). Bei Kooperationsspielen ist es notwendig, dass alle zusammenarbeiten. „Teamarbeit ist ein Schlüsselmerkmal der Kooperativen Abenteuerspiele“ (Gilsdorf/ Kistner 2010,S. 22). Fast alle Aufgaben sind so gestellt, dass eine Zusammenarbeit der Teilnehmer notwendig ist, und im allgemeinen steigt die Qualität der Ergebnisse mit dem Niveau der Kooperation (Gilsdorf/ Kistner 2010,S. 22). Ich möchte mit dem Kooperationsspiel erreichen, dass die Jugendlichen miteinander kommunizieren, sich entsprechend koordinieren und kooperativ verhalten. Sie sollen gleichzeitig Spaß an der Teilnahme haben. Das Spiel soll zugleich auch Gewalt und Aggressionen abbauen, wenn Konflikte während des Spiels entstehen. Sie tauchen meist bei den Spielen aufgrund von schwierigen Entscheidungssituationen, Zeitdruck, unterschiedliche Lösungsstrategien oder mangelnden Engagements einzelner Teilnehmer auf. Deshalb sollten Konflikte nicht als störend empfunden werden, sondern als willkommene Lernanlässe. (Gilsdorf/ Kistner 2010,S. 22).

Ich erwarte am Ende des Projektes eine Rückmeldung und werde eine „Feedback-Runde“ starten. Ich finde es sehr wichtig, dass jeder Teilnehmer mir eine Rückmeldung bezüglich des Projektes gibt, da solche Gespräche positive Verhaltensweisen stützen und fördern. Das Feedback wird mir gleichzeitig die Möglichkeit geben zu sehen, wie mein Projekt bei den Jugendlichen ankommt und was sie von der Teilnahme am Projekt mitgenommen haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(verfasst von Solmaz Saligheh)

6. Formale Merkmale

6.1. Alter und Gruppengröße

Das Projekt wird in der Pension, indem die Jugendlichen Flüchtlinge leben durchgeführt. Die Gruppe besteht insgesamt aus 30 Jungs im Alter zwischen 15 und 18 Jahren.

6.2. Ort

Die Pension befindet sich in Eddersheim, ein Stadtteil von Hattersheim am Main im Main- Taunus-Kreis in Hessen. Sie ist ca. 5 Fußminuten vom Main entfernt. Gegenüber von der Pension, auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein Reiterhof.

6.3. Räumlichkeiten

Der Ort der Veranstaltung ist im großen Aufenthaltsraum der Pension und draußen am Main, auf einer grünen Fläche. Die Vermittlung der theoretischen Grundlagen und das Warming- Up werden im Aufenthaltsraum durchgeführt. Für die Teilnehmer des Projektes ist es oft angenehmer zum Schreiben Tische zur Verfügung zu haben. Auch für die Gruppenleiterin ist es einfacher und angenehmer, da es mit dem Flipchart gearbeitet wird.

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Details

Seiten
13
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668544963
ISBN (Buch)
9783668544970
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v375363
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,7
Schlagworte
erstellung konzepts gewaltprävention asylsuchende

Autor

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