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Der Einfluss der Unternehmenskultur auf die Fusion von multinationalen Unternehmen in der Automobilindustrie

Hausarbeit 2017 15 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unternehmensfusionen zwischen multinationalen Unternehmen
2.1 Unternehmensfusionen zwischen multinationalen Unternehmen 1991-1998
2.2 Unternehmensfusionen in der globalen Automobilindustrie

3. Literaturdiskussion
3.1 Bedeutung der Unternehmenskultur bei der Fusion von multinationalen Unternehmen
3.2 Betrachtung von Macht aus wirtschaftsgeographischer Perspektive

4. Der Einfluss der Unternehmenskultur am Fallbespiel von DaimlerChrysler
4.1 Die Unternehmensfusion zwischen Daimler-Benz und Chrysler
4.2 Analyse des Fallbeispiels DaimlerChrysler

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Cross-Border Merger& Aquisitions 1991-1998

Abbildung 2: Globale M&A-Aktivitäten in der Automobilindustrie 1998

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. EINLEITUNG

In Zeiten der Globalisierung hat die Marktpositionierung im internationalen Kontext und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit durch Merger &Aquisitions (M&A) für multinationale Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Hierbei hat die M&A-Landschaft unterschiedliche Phasen durchlaufen. Ab Mitte der 1980er-Jahre erlebten zahlreiche Industriestaaten eine Welle von Merger& Aquisitions (M&A) (vgl. Rodriguez-Pose/ Zademach 2004, S. 296). Nach Angaben der OECD aus dem Jahre 2000 zählten die Industriestaaten Deutschland, die USA und das Vereinigte Königreich (UK) zu den zentralen M&A- Märkten (vgl. Kang/Johanssen 2000, S. 13). Die unterschiedlichen ökonomischen, sozialen und kulturellen Hintergründe von Unternehmen stellen im Rahmen von M&A für alle Beteiligten eine Herausforderung dar, was sich in der hohen Anzahl der gescheiterten Unternehmensfusionen widerspiegelt (vgl. Depner/Bathelt 2005, S. 59). Denn knapp die Hälfte der grenzüberschreitenden Unternehmensfusionen scheitern (vgl. Weber/Drori 2008, S. 120). In der Literatur werden unterschiedliche Gründe für das Fehlschlagen von Unternehmensfusionen zwischen multinationalen Unternehmen aufgezeigt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit der Frage, inwiefern sich die Unternehmenskultur auf die Fusion von multinationalen Unternehmen in der Automobilindustrie auswirkt. Der Begriff des multinationalen Unternehmens wird im Sinne von Braun und Schulz (2012) verwendet. Demnach sind multinationale Unternehmen Betriebsstätten, die in mehr als einem Staat betrieben werden und ihren Stammsatz auch nach der Expansion im Ursprungsland haben (vgl. Braun/Schulz 2012, S. 184f.). Zunächst erfolgt zu diesem Zweck eine Betrachtung von grenzüberschreitenden M&A-Aktivitäten im Zeitraum von 1991 bis 1998 und anschließend die Betrachtung von grenzüberschreitenden Unternehmensfusionen der globalen Automobilindustrie. Um zu verstehen, inwiefern die Unternehmenskultur hierbei von Bedeutung ist, werden zunächst einmal in einer Literaturdiskussion unterschiedliche Ansätze der Forschung gegenübergestellt und kritisch beleuchtet. Dabei bedient sich diese Arbeit der Ansätze von Depner und Bathelt (2005), Weber und Drori (2008) sowie Jung et al. (2004). Am Fallbeispiel der DaimlerChrysler AG wird der Einfluss der Unternehmenskultur bei der Fusion von multinationalen Unternehmen in der Automobilindustrie illustriert. Für die Analyse und Ausführungen werden vor allem die Unternehmenskulturen unter dem Gesichtspunkt der Machtverteilungen und organisatorischen Aspekte betrachtet. Vorschläge für weitere Analysen werden im Fazit herausgearbeitet. Mögliche interessante Forschungsaspekte, die in dieser Hausarbeit offen bleiben, werden dabei angesprochen.

2. UNTERNEHMENSFUSION ZWISCHEN MULTINATIONALEN UNTERNEHMEN

2.1 Unternehmensfusionen zwischen multinationalen Unternehmen 1991-1998

Grenzüberschreitende Unternehmensfusionen zwischen multinationalen Unternehmen sind komplex. Die Chancen und insbesondere Risiken, die sich daraus ergeben, sind nicht immer exakt kalkulierbar (vgl. Blasko/Netter/Sinkey 2000, S. 79). Nichtsdestotrotz sind rasante Entwicklungen im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Unternehmensfusionen zu verzeichnen. Der Fokus der Betrachtung liegt auf dem Zeitraum von 1991 bis 1998, da die weiteren Analysen dieser Arbeit sich insbesondere auf dieses Zeitfenster beziehen. Abbildung 1 zeigt, dass von 1991 bis 1995 die Anzahl von grenzüberschreitenden Unternehmensfusionen kontinuierlich gestiegen ist. Nach 1995 ist ein leichter Rückgang der grenzübereschreitenden M&A-Aktivitäten zu erkennbar. Aus der Abbildung ist zudem zu entnehmen, dass seit Anfang der 1990er- Jahre der Wert („ Value “) der grenzüberschreitenden Unternehmensfusionen kontinuierlich gestiegen ist und sich seit 1991 mehr als verdoppelt hat.

Abbildung 1: Cross-Border Merger& Aquisitions 1991-1998

(Quelle: Corporate Finance: 1999 zit. in Kang/Johanssen: 2000, S. 7)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Unternehmensfusionen in der globalen Automobilindustrie

In den letzten zehn Jahren haben Unternehmensfusionen in der Automobilindustrie aufgrund der Internationalisierung der Märkte zunehmend an Bedeutung gewonnen (vgl. Jung et al. 2004, S. 201). Aus einer geographischen Perspektive hat sich die Automobilindustrie seit Mitte der 1980er- Jahre (von einer nationalen) zu einer internationalen Industrie entwickelt. Triebkraft dieser Entwicklungen war neben der Globalisierung der politische Druck, der auf die Industrie ausgeübt wurde. Im Jahr 1975 waren sieben Länder für die weltweite Produktion von 80% verantwortlich, 2005 waren es bereits 11 Länder. (vgl. Sturgeon/Van Biesebroeck/Gereffi 2008, S.203f) Rodriguez-Pose und Zademach (2004) betrachten die M&A-Aktivitäten in Deutschland und kommen zu dem Schluss, dass die Aktivitäten in dieser Industrie vor allem durch Economies of Scale getrieben sind (vgl. Rodriguez-Pose und Zademach 2004, S.305). Durch grenzüberschreitende Unternehmensfusionen ist zudem die Erschließung neuer Wirtschaftsmärkte möglich, die wiederum eine stärkere Marktpositionierung und Steigerung der Marktmacht zur Folge hat (vgl. Rodriguez-Pose und Zademach 2004, S. 297). Des Weiteren kann im Rahmen eines Zusammenschlusses die Unternehmenseffizienz durch Synergien gesteigert werden und es lassen sich Steuervorteile erzielen (vgl. Blasko/Netter/Sinkey 2000, S. 79). Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die M&A- Aktivitäten der globalen Automobilindustrie im Jahr 1998 sowie der zu dem Zeitpunkt diskutierten möglichen weiteren Unternehmensfusionen. Die höchsten Umsätze erzielte demnach 1998 General Motors mit 140 Milliarden, an zweiter Stelle mit 118 Milliarden steht das Unternehmen Ford Motors und an dritter Stelle das deutsch-amerikanische Unternehmen DaimlerChrysler. Abbildung 2 verdeutlicht nochmals die globale Dimension der Automobilindustrie und die hohe Marktkonzentration der Automobilindustrie.

Abbildung 2: Globale M&A-Aktivitäten in der Automobilindustrie 1998

(Quelle: Blasko/Netter/Sinkey 2000, S. 78)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. LITERATURDISKUSSION

In der Literatur lassen sich unterschiedliche Ansätze zur Betrachtung des Einflusses der Unternehmenskultur bei der Fusion von multinationalen Unternehmen unterscheiden. Im Folgenden werden der Ansatz von Depner und Bathelt (2005), Weber und Drori (2008) sowie von Jung et al. (2004) betrachtet und kritisch beleuchtet.

3.1 Bedeutung der Unternehmenskultur bei der Fusion multinationaler Unternehmen

Depner und Bathelt (2005) argumentieren, dass die Zusammenführung von Unternehmen, die unterschiedliche soziale, ökonomische und kulturelle Hintergründe aufweisen, eine große Herausforderung darstellt. Dies lässt sich an der hohen Anzahl von gescheiterten Unternehmensfusionen erkennen (vgl. Depner/Bathelt 2005, S.54). Insbesondere im internationalen und interkulturellen Kontext ist der Austausch über bestehende Normen und Regeln von großer Bedeutung, um die Förderung der Interaktion und die gemeinsame Zielerreichung der Unternehmen zu gewährleisten. (vgl. Depner/Bathelt 2005, S. 61) In der Literatur lassen sich unterschiedliche Abgrenzungen des Kulturbegriffs identifizieren. Depner und Bathelt legen den Begriff der Kultur wie folgt aus:”[C]ulture(s) are the implicit and explicit norms, rules, convictions, moral codes, and philosophies of life that are accepted by (…) [their] members. These characteristics (…) are shaped, produced, and reproduced in everyday practices of human action and interaction.” (Depner/Bathelt 2015, S. 58) Demnach bestimmen Werte, Normen sowie Regeln die Handlungen und die Interaktion von Menschen. Kulturelle Barrieren zwischen den Unternehmensakteuren, die in einem internationalen und interkulturellen Kontext agieren, können zu schwerwiegenden Konflikten führen (vgl. Depner/Bathelt 2005, S. 72). Um diese Barrieren und Hindernisse zu überwinden, ist die Entwicklung eines Verständnisses für das institutionelle System des anderen erforderlich (vgl. Depner/Bathelt 2005, S.58). Zur Ermöglichung der Abstimmung von organisatorischen Praktiken zwischen den Unternehmen, sind effiziente Kommunikationsprozesse zwischen den Akteuren und Unternehmen erforderlich. Zudem ist die Betrachtung von Machtbeziehungen, die zu einer Asymmetrie und Hierarchie zwischen den Akteuren führen, von Bedeutung (vgl. Depner/Bathelt2005,S.60). Depner und Bathels Ausführungen zeigen, dass kulturelle Unterschiede beim Zusammenschluss von multinationalen Unternehmen in einem internationalen Kontext von zentraler Bedeutung sind. Jung et al. argumentieren dagegen, dass bei grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen von multinationalen Unternehmen in der Automobilindustrie nicht unbedingt eine einheitliche Unternehmenskultur entscheidend ist, sondern die Entwicklung einer gemeinsamen Organisationskultur (vgl. Jung et al., S 201f.). Zentral für den Erfolg ist die Zusammenführung von verschiedenen Prozessen zwischen Unternehmen (vgl. Jung et al., S. 205). Die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wird durch die gemeinsame Orientierung an Effizienz ermöglicht (vgl. Jung et al., S. 209). Weber und Drori wiederum sind der Auffassung, dass die Unternehmenskultur nicht ohne die Berücksichtigung der nationalen Kultur der jeweiligen Länder betrachtet werden kann (vgl. Weber/Drori 2008, S. 122). Die Literaturdiskussion zeigt, dass unterschiedliche Ansichten in Bezug auf den Einfluss der Unternehmenskultur bei der Fusion von grenzüberschreitenden multinationalen Unternehmen bestehen. Während Depner und Bathelt aufzeigen, dass kulturelle Faktoren großen Einfluss auf die Handlungen der Akteure im Unternehmen haben und zentral sind bei grenzüberscheitenden Unternehmensfusionen, argumentieren Jung et al. dagegen, dass nicht die Bildung einer gemeinsamen Unternehmenskultur für den Erfolg zentral ist, sondern die Entwicklung einer gemeinsamen Organisationskultur im Vordergrund stehen sollte, da kulturelle Unterschiede zwischen den Unternehmen immer bestehen werden und dies akzeptiert werden sollte. Weber und Drori argumentieren darüber hinaus, dass die Dimension der nationalen Kultur in diesem Zusammenhang unabdingbar ist und die Unternehmenskultur nicht losgelöst von der nationalen Kultur der jeweiligen Länder betrachtet werden kann.

3.2 Betrachtung von Macht aus wirtschaftsgeographischer Perspektive

John Allen (1997) betrachtet in „ Economies of Power and space “ die Rolle der Macht und Hierarchien zwischen multinationalen Unternehmen aus einer wirtschaftsgeographischen Perspektive und geht dabei auf die Ansätze von Mann (1986) und Massey (1995) ein. Multinationale Unternehmen haben aufgrund ihrer zur Verfügung stehenden Ressourcen und Fähigkeiten die Macht grenzüberschreitende M&A-Aktivitäten zu tätigen (vgl. Allen: 1997, S. 60). Sie verbünden sich mit anderen Unternehmen, um Zugang zu anderen Märkten zu erlangen. Durch die Mobilisierung von Ressourcen wird Macht generiert (vgl. Mann 1986 zit. in Allen 1997, S. 62 f.). Machtbeziehungen werden im Allgemeinen als „ zero sum game “ betrachtet (vgl. Allen: 1997, S. 61). Demnach steht eine fixe Menge an Ressourcen zur Verfügung, die sich auf die unterschiedlichen Parteien verteilt. Die Machtbeziehungen zwischen zwei Parteien können zu einer Asymmetrie führen. Diese ungleiche Verteilung von Macht spiegelt sich in den ungleichen „ outcomes “ der Parteien wieder. Machtbeziehungen zwischen den Akteuren werden zudem über Hierarchien auf verschiedenen Ebenen abgebildet (vgl. Massey: 1995 zit. in Allen 1997, S. 61).

4. DER EINFLUSS DER UNTERNEHMENSKULTUR AM FALLBEISPIEL DER DAIMLERCHRYSLER AG

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Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668525221
ISBN (Buch)
9783668525238
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v374740
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,3
Schlagworte
M&A Automobilbranche Wirtschaftsgeographie multinationale Unternehmen Unternehmenskultur Einfluss Fusion Unternehmensfusion Strategie DaimlerChrysler Daimler Chrysler AG

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Titel: Der Einfluss der Unternehmenskultur auf die Fusion von multinationalen Unternehmen in der Automobilindustrie