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Tod und Sterben im Religionsunterricht der Grundschule. Das Bilderbuch "Ente, Tod und Tulpe" von Wolf Erlbruch

Bachelorarbeit 2017 71 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tod und Sterben aus theologischer Perspektive
2.1 Todesvorstellungen im Alten Testament
2.2 Der leibliche Tod im Neuen Testament

3. Der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema Tod und Sterben

4. Kindliche Erfahrungen mit Tod und Sterben
4.1 Die Entwicklung kindlicher Todeskonzepte

5. Das Thema Tod und Sterben im Religionsunterricht der Grundschule
5.1 Bedeutung und Relevanz der Thematisierung in der Grundschule
5.2 Das Thema Tod und Sterben im katholischen Religionsunterricht der Grundschule
5.3 Anforderungen und Voraussetzungen an die Lehrkraft und die Schülerinnen und Schüler

6. Bilderbuch
6.1 Bilderbücher als Gesprächsanlass zum Thema Tod und Sterben

7. Das Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch
7.1 Inhalt
7.2 Die bildliche Darstellung
7.3 Der Text
7.4 Die Darstellung des Todes
7.5 Begründung des Bilderbuches als Medium im Religionsunterricht

8. Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema Tod und Sterben anhand des Bilderbuches „Ente, Tod und Tulpe“

13. Schlusswort

14. Literaturverzeichnis

15. Anhang

1. Einleitung

Fragen wie „Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ gehörten schon immer zu den Grundfragen der menschlichen Existenz. Das Thema „Tod und Sterben“, als das unwiderrufliche Lebensende, ist für alle Menschen von Bedeutung, da der Tod ein natürlicher Prozess im Kreislauf des Lebens ist. Auch für Kinder, vor allem im Grundschulalter, ist dieser Themenbereich relevant, da sich bis zum zehnten Lebensjahr das Todesverständnis von Kindern deutlich verändert und sich bis dahin zu einem realistischen Verständnis entfaltet.[1] Erwachsene können oft nicht nachvollziehen, dass Kinder Verunsicherungen und Ängste beschäftigen. Sie kennen die Gründe dafür nicht und meiden Gespräche über den Tod sowie das Sterben, da auch sie sich fürchten und nicht wissen, wie sie dieses Thema Kindern näher bringen oder vermitteln können. Zudem sind sie der Meinung, dass Kinder noch nicht reif und emotional stark genug sind, um dieses Themengebiet aufnehmen zu können. Ebenso wird der Tod in der Gesellschaft immer mehr verdrängt, er ist nicht mehr allgegenwärtig. „Er wird weitgehend aus unserer Gesellschaft ausgeklammert.“[2] Den Tod zu enttabuisieren bleibt allerdings immer eine weithin unverbindliche Angelegenheit, sofern es nicht zu einer wirklichen Überwindung der Verdrängung kommt. Daher ist es wichtig, die Todesfurcht zu beseitigen. „Die Bezeichnung des Todes als natürliches Lebensende ist eindimensional. Sicherlich: Der Tod und das bewu[ss]te Sich-Konfrontieren mit dem Tod gehören zum menschlichen Leben.“[3] Die Verdrängung jedoch macht das Leben unmenschlich. Der Tod ist nämlich nicht das Ende des Lebens, sondern er wird vielmehr mitten im Leben erfahren. „Dort, wo Menschen wirklich geliebt werden, wo sie ein Teil fremden Lebens sind, da sterben andere ein Stück mit.“[4] Wo Menschen den Tod erleiden, bleiben andere zurück, die zwischen Schock und Trauer, Unverständlichkeit und Erbitterung, Ohnmacht und Tatendrang zerrissen sind.[5]

Obwohl das Lebensfeld der Institution Schule schon allein angesichts des Gesetzes der großen Zahl von dieser Gegebenheit nicht geschützt bleibt, sind in den zahlreichen Vorsorgeplänen und Curricula keine Konzepte zum Umgang mit dem ungeliebten, trotzdem immerwährend präsenten Thema Tod gegeben. Daher stürzt die Konfrontation mit dem Tod von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern oder Familienangehörigen nicht selten in Hilf- und Sprachlosigkeit.

In der vorliegenden Bachelorarbeit wird der Frage nachgegangen, welches didaktisch-methodische Potential das ästhetisch anspruchsvolle Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch darbietet, um im Religionsunterricht der Primarstufe Gespräche über das Thema Tod und Sterben zu initiieren. Bezüglich dieser Intention wird zunächst und als Einstieg in diese Thematik die theologische Perspektive zum Tod und Sterben veranschaulicht.

Daraufhin wird der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema Tod und Sterben ausgeführt und anschließend die Entwicklung des kindlichen Todeskonzepts erläutert. Hierbei werden die unterschiedlichen Vorstellungsbilder, welche Kinder in den verschiedenen Altersstufen entfalten, näher dargelegt.

Um den Schülerinnen und Schülern einen geeigneten Zugang zu dieser Thematik gewähren zu können, muss der Lehrkraft bewusst sein, dass die kindlichen Todesvorstellungen unterschiedlichen Alters, individuell sind. Folglich wird in dieser Arbeit aufgezeigt, inwieweit das Thema Tod und Sterben im Religionsunterricht legitim ist und welche Erfordernisse und Voraussetzungen an die Lehrkraft sowie ebenso an die Schülerinnen und Schüler in Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich gerichtet werden.

Im weiteren Verlauf wird das Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ im Hinblick auf das Thema Tod und Sterben und dessen Verwendungsmöglichkeit im Religionsunterricht der Grundschule analysiert. Am Ende der Arbeit folgt eine auf dem Bilderbuch basierende unterrichtliche Umsetzung für das vierte Schuljahr.

2. Tod und Sterben aus theologischer Perspektive

Um sich mit dem Thema Sterben und Tod im Religionsunterricht auseinandersetzen zu können, sind die christlichen Auffassungen zu diesem Themenbereich in den Blick zu nehmen.

„‘Wer hat den Tod erfunden?‘ (Alfred Döblin) – das ist die Grundfrage einer jeden theologischen und sonstigen Beschäftigung mit dem Tod, und gerade sie bleibt unbeantwortet.“[6] Die traditionelle Antwort, dieser sei als Konsequenz menschlicher Schuld in die Welt gelangt, ist aus unterschiedlichen Gründen nicht richtig:

Sie ist nicht die eindeutige Aussage der Schrift, sie widerspricht der im [V]oraus zu jeder Schuld von Katastrophen und Vernichtung durchsetzten Schöpfung, sie sprengt jedes Verständnis von Sittlichkeit und Gerechtigkeit, da der Tod als Strafurteil über alle Menschen und damit die Brutalität des Todes, die ‚absurde Urkontradiktion des Daseins‘ (k. Rahner), ‚die analogielose Katastrophenerfahrung des einzelnen‘ (J.B. Metz) in keinem Verhältnis zu einer wie immer gearteten menschlichen Schuld stünden.“[7]

Die Frage richtet sich an den Schöpfer-Gott und nicht an den Menschen, welchen die biblische Offenbarung als den einzigen Herrn lobpreist.

Weder im Alten Testament noch im Neuen Testament lässt sich ein einheitliches Todesverständnis feststellen. Allerdings sind gemeinsame Grundzüge bezüglich des Verständnisses vom Tod vorzufinden, wie „die überwiegend negative Bewertung der Tatsache, dass der Mensch sterben muss.“[8]

Im Folgenden werden wesentliche Grundauffassungen der Todesvorstellungen im Alten Testament und des leiblichen Todes im Neuen Testament ausgeführt. In diesem wird die christliche Vorstellung von einem Leben nach dem Tod dargestellt. Jedoch erhebt diese Darstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie dient vielmehr einer Einsicht in die christlichen Auffassungen von Sterben und Tod.

2.1 Todesvorstellungen im Alten Testament

Viele Texte aus dem Alten Testament thematisieren das endgültige Ende des Lebens. Das Thema Tod und Sterben spiegelt sich in Reflexionen, Gesetztexten, Klagen sowie Erzählungen wider.[9] „Der Tod erscheint im Alten Testament als ein vertrauter Begleiter und akzeptierter Bestandteil des Lebens.“[10] Er wird mit ausgeprägtem Realitätssinn zur Kenntnis genommen, welcher als die natürliche Grenze des Lebens gilt: „Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig“ (Ps 90,10).[11] Die Sterblichkeit sowie Vergänglichkeit des Menschenlebens wird relativistisch und sachlich beschrieben. So heißt es beispielsweise in Ps 39,5 f.: „Herr, lehre mich doch, da[ss] es ein Ende mit mir haben mu[ss] und mein Leben ein Ziel und ich davon mu[ss].“[12] Der Tod ist ein Geschehnis, welches umgehend von Gott hervorgebracht wird: „Er ist das Los, das allen Sterblichen von Gott bestimmt ist“ (Sir 41,4).[13]

Die alttestamentliche Idealvorstellung der Menschen ist ein langes und erfülltes Leben. Relevant war also, „zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise das irdische Dasein endete.“[14] Es wurde „zwischen dem guten und dem schlechten, dem ehrenhaften und ehrenlosen, dem rechtzeitigen und vorzeitigen Tod [unterschieden und es bestand der Wunsch,] sich und den Seinen jeweils den würdigen Abschluss eines ehrenwerten und langen Lebens.“[15] Das irdische Leben ist für den alttestamentlichen Menschen das eigentliche Leben. Die Idealvorstellung lautet daher: „Alt und lebenssatt“ (Gen 25,7f.) wie Abraham, „sind die besten Gaben, die Gott geben kann“[16], welche ebenso im Leben der Nachkommen beibehalten werden. Es wurde davon ausgegangen, Gott würde veranlassen, dass der Persönlichkeit sowie der Lebensführung eines Individuums idealerweise die Todesart entspräche. Allerdings befassen sich besonders weise Texte – beispielsweise Ijob, Koh 8,12 f. – mit der Problematik, „dass diese Erwartung erfahrungsgemäß oft enttäuscht wird, da der plötzliche, schlechte Tod durchaus einen gottesfürchtigen und ethisch vorbildlichen Menschen treffen konnte.“[17]

Zudem bedeutet Leben nach dem Alten Testament, Gott zu begegnen und zu ihm eine Beziehung aufzubauen. Demnach ist Gott die Quelle des Lebens: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht“ (Ps 36,10). Die Beziehung zu Gott abzubrechen, sich also gegen Gott zu entscheiden, meint für den Menschen den Tod (vgl. Dtn 30,16-18). Auf diese Weise werden Tod und Strafe im Alten Testament miteinander verknüpft.[18]

„War ein Mensch zu Tode gekommen, so blieben nach alttestamentlicher […] Vorstellung der leblose Körper und ein ungreifbarer Totengeist, der sich von der Leiche lösen und unabhängig von ihr bewegen konnte (1 Sam 28). Die Leiche trug diesen ‚Geist‘ noch in sich, bis er sich auf die Reise ohne Wiederkehr, also in die Totenwelt begab.“[19]

In diese Unterwelt, die Scheol, welche finster (Ps 88,7) und still (Ps 115,17) ist, muss der Verstorbene tief hinab steigen (Jes 57,9).[20] „Die Scheol ist ‚das Land des Vergessens‘ (Ps 88,13) und des ‚Vergessen-Werdens.‘“[21] Der Tote versammelt sich zu seinen Vorfahren und ist „[…] nur noch ein Totengeist und in dieser Daseinsform ein Schatten seiner selbst.“[22] Der betroffene Mensch wechselt also seine Existenzform und gehört umgehend dem „Volk der Unterwelt“ (Ez 26,20) an.

Im Klage- und Danklied des Hiskija heißt es: „Ja, in der Unterwelt dankt man dir nicht, die Toten loben dich nicht; wer ins Grab gesunken ist, kann nichts mehr von deiner Güte erhoffen.“ (Jes 38,18) Dieses bringt zum Ausdruck, dass der Tod die Beziehung zwischen Gott und Mensch beendet und der Verstorbene demzufolge in der Unterwelt kein Verhältnis mehr zu Gott hat.[23] Verstorbene gehören somit dem Raum Gottes nicht mehr an:

„[…] Gott ist [nämlich] ein Gott der Lebenden, nicht der Toten. Die Gottesherrschaft, Jahwes Wohlwollen und Handeln bezieht sich daher vornehmlich auf die Gemeinschaft hier und jetzt. ‚Das Individuum war für die Huld Jahwes nur dann ein Objekt, wenn es Glied der Gemeinschaft war, von der es der Tod ausschloss.‘“[24]

„Die Auflösung all der Zusammenhänge, die das Leben ausmachen, war das Hauptkennzeichen des Todes.“[25]

Darlegungen über die Auferstehung im Alten Testament lassen sich erst um die Mitte des 2. Jahrhunderts vor Christus finden. Bis dahin zweifelte das Volk Israel an einem Leben nach dem Tod.[26] Der Jahweglaube schloss dies schließlich grundlegend aus. So war die Meinung Israels, er befasse dich mit der irdischen Geschichte des Menschen und nicht mit dem Leben im Jenseits.[27] In Verbindung mit dem Endgericht sowie dem Beginn der neuen Welt taucht mit einer bestimmten Erforderlichkeit die Vorstellung einer Auferstehung der Toten auf.[28] Als das Volk dann also die Frage nach dem Verhältnis zwischen Jahwe und den Verstorbenen sowie nach einem weiteren Leben dieser stellte, ereignete sich dies nicht „vom menschlichen Lebenswillen und Unsterblichkeitsbedürfnis her, […] sondern aus dem Jahweglauben selbst heraus.“[29] Zunächst dachte das Volk Israel, dass nur die Gerechten auferstehen würden, „um in die Seligkeit der neuen Welt einzugehen.“[30] Diese Erwartung wurde später zu einer allgemeinen sowie universalen Auferstehung der Verstorbenen erweitert. Im Daniel-Buch ist dazu folgende Formulierung zu finden: „Viele von denen, die im Erdenstaub schlafen, werden erwachen, die einen zum ewigen Leben und die anderen zu Schmach, zu ewigem Abscheu“ (Dan 12,2).

Kessler definiert die spätisraelitische Hoffnung auf Auferstehung nicht als eine Auswirkung menschlicher Illusion, sondern als „Explikation des Glaubens an Jahwe und seine unbegrenzte Schöpfermacht und seine unzerstörbare Treue als Extrapolation der mit Jahwe in einer jahrhundertlangen Geschichte gemachten Erfahrungen über die Grenzen geschichtlicher Erfahrbarkeit hinaus.“[31]

2.2 Der leibliche Tod im Neuen Testament

Dem Thema Tod und Sterben kommt im Neuen Testament eine essentielle Funktion zuteil, während der Standpunkt zum Tod im Alten Testament vielmehr eine Randerscheinung darlegt.[32] Die Botschaft vom Tod und der Auferstehung Jesu Christi nimmt unbestritten den Mittelpunkt des Neuen Testaments ein. „Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist euer Glaube vergeblich“ (1. Kor. 15,13f.).[33]

Das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi bilden demzufolge die Mitte des christlichen Glaubens.

„Von Anbeginn hat die Christenheit sie nicht allein als den Grund ihres Glaubens bekannt, sondern in eins damit behauptet und ist dafür eingestanden: Christi Kreuz und Auferstehung sind das Heilswerk Gottes schlechthin. Mit ihm hat eine neue Zeit begonnen, die Zeit des Heils. Was immer ist, war oder sein wird; was immer geschieht; wer immer lebt: Alle und Alles haben hierin Maß und Ziel.“[34]

Johannes und Paulus sehen den leiblichen Tod als eine „Station auf dem Weg“[35] an. Beide meinen, dass der Verstorbene nur schlafe. So heißt es beispielsweise nach Johannes: „[…] Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken“ (Joh 11,11). Auf die Frage, wie der leibliche Tod damit vereinbar sei, „dass der Christ doch schon Anteil […] am ewigen Leben“[36] habe, gibt Jesus bei Johannes folgende Antwort: „Wer an mich glaubt, wird in Ewigkeit leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 1,25). „Zwischen dem irdischen Tod und der Auferweckung ist der Mensch gestorben oder schläft.“[37]

Paulus spricht in seinen frühen Briefen vom Schlafen des verstorbenen Christen im Herrn. In seinen späteren Briefen fasst er den Tod des Christen erneut auf. „Er rechnet damit, dass der Glaubende unmittelbar nach dem Tod schon beim Herrn ist, und deutet (spätestens jetzt) die Heiligen, die beim erhöhten Herrn sein und bei Christi Wiederkunft mit ihm kommen werden, als die Christen.“[38]

Erkannt werden muss, dass ewiges Leben und Tod im Neuen Testament an das Christusgeschehen geknüpft sind, denn dann ist ersichtlich, dass die Seele für die ersten Christen nicht an sich immerwährend ist, „sondern da[ss] sie es nur durch die Auferstehung Jesu Christi, des ‚Erstgeborenen von den Toten‘, geworden ist und durch den Glauben an ihn wird.“[39] Der Tod an sich ist nicht der Freund, sondern ihm wurde nur durch Jesu Sieg, den Tod zu überwinden und seiner leiblichen Auferstehung, die Macht genommen.

Der irdische Tod wird als gewaltiger Feind des Menschen angesehen, von welchem Gott mittels dieses Geschehens der Neuschöpfung erlöst. „Diese leibliche Auferstehung wird entweder als Verewigung dieses endlichen, zeitlichen Lebens verstanden […] oder umgekehrt als eine Entgrenzung des irdischen Lebens in Gottes Gegenwart […].“[40]

Die Auferweckung der Toten kann nicht als Fortführung des irdischen Lebens im Jenseits angesehen werden. So fragten die Sadduzäer Jesus, „wessen Ehefrau bei der Auferstehung jene Frau sein würde, die in ihrem irdischen Leben sieben Männer hatte“[41], worauf Jesus die Vorstellung dieser zurückweist und ihnen entgegnete: „Wenn die Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden leben wie die Engel im Himmel“ (Mk 12,25). Damit gibt er kund, dass die Auferstehung nicht mit dermaßen naiven Gedanken infrage gestellt werden kann. „Auferstehung hat nichts mit jenen Utopien zu tun, die Menschen aus der Anschauung irdischer Verhältnisse für ein ewiges himmlisches Dasein erträumen und herleiten.“[42] Die neutestamentlichen Schriften liefern nirgendwo Zustandsbeschreibungen über die Prozedur eines himmlischen Seins. Die Andeutung auf eine engelgleiche Existenz meint eine Seinsweise in engster Relation zu Gott. Mehr wird jedoch nicht bekannt gegeben.

„Schon rein historisch gesehen bildete nach Karfreitag die Überzeugung von der Auferweckung Jesu von den Toten die Initialzündung für die Entstehung des Christentums.“[43] Diese Überzeugung von der Auferweckung Jesu führte eine nahezu unbestimmbare Wirkung aus.

„Sie führte zum entschiedenen Rückgriff auf die Botschaft Jesu, zu ihrer mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Es gibt keine einzige neutestamentliche Schrift oder Schicht (die Logienquelle eingeschlossen), die den Osterglauben nicht voraussetzte; alle sind sie im Licht von Ostern geschrieben. Von Ostern her kam es zur Entstehung des Christentums.“[44]

Der konstitutive Sachgrund und Kernpunkt des christlichen Glaubens ist viel eher Jesu Auferstehung in Verbindung mit seinem irdischen Wirken. „Mit ihr steht und fällt die Gegenwartsmächtigkeit des Gottes Jesu Christi und damit der christliche Glaube insgesamt.“[45] So markiert Paulus den entscheidenden Punkt für das Urchristentum: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos […] und ihr seid immer noch in euren Sünden“ (1 Kor 15,14,17). Somit behauptet er, dass der gesamte christliche Glaube bedeutungslos wäre, wenn die Auferstehung Jesu keine Signifikanz hätte oder zwecklos wäre. Der eine Satz „‘Jesus, der Gekreuzigte, ist von den Toten auferweckt‘“[46] ist unerlässlich und absolut unverzichtbar.

So basiert die Hoffnung der Christen auf der Auferstehung Jesu Christi. In diesem Geschehen ist die Zukunft des Menschen schon vorweggenommen. Das Ziel, das der Christ erhofft, ist deshalb letztendlich die Verbundenheit mit dem auferstandenen Herrn. „Eben das meint auch das Bildwort von der Wiederkunft Christi, vom Kommen des Herrn in Herrlichkeit.“[47] Damit wird ausgedrückt, dass das Aufeinandertreffen zwischen Christi und dem Menschen, also eine Gemeinschaft mit Jesus beim Vater das ist, was der Christ als letzte Zukunft erhofft. Wäre Jesus demnach nicht auferstanden, hoffte zwar der Mensch, aber die Hoffnung bliebe äußerst unsicher und schließlich unentscheidbar neben der Verzweiflung. Aus diesem Grund ist die Auferweckung Jesu Angelpunkt, Grund sowie Kern aller christlichen Hoffnung.

Diese Hoffnung gründet auf Gott, welcher aber „der Unbegreifliche, Verborgene und Verhüllte ist.“[48] Vor diesem Hintergrund weiß der Christ kaum etwas über die Zukunft. Sogar viel weniger als diejenigen, die der Meinung sind, die Zukunft der Menschheit selbst in die Hand nehmen, planen sowie auch ein gutes Ende erlangen zu können.

„Zur christlichen Lehre vom ‚Letzten‘ gehört wesentlich die ‚Armut ihres Wissens‘ […]. Der Glaubende ist nicht besser ‚informiert‘ über künftige Vorgänge, Räume und Zustände, […] wohl aber gehört zum christlichen Glauben die Hoffnung, da[ss] der Gott, der Jesus von den Toten erweckte, alles zum guten Ende führen wird.“[49]

Das Kreuz symbolisiert folglich die letzte, bedrängteste sowie schmerzhafteste raumzeitliche Begrenzung, welcher der Mensch unterworfen ist, den Tod, also die Auslöschung des Individuums. Die Auferstehung kennzeichnet die Durchbrechung dieser Begrenzung innerhalb des raumzeitlichen Zusammenhangs. „Kreuz und Auferstehung […] als das Mysterium und das Wunder Gottes, muten somit nicht weniger als dies zu, die raumzeitliche Präsenz von Gottes Geheimnis und Wunder und zugleich die Differenz zwischen Schöpfer und Geschöpf in Ehrfurcht zu realisieren.“[50]

„Tod und Auferstehung Jesu können [schließlich] nur verstanden werden, wenn die innere Bezogenheit dieser beiden Wirklichkeiten – ihre Einheit – deutlich gesehen wird, der gegenüber der ‚zeitliche‘ Abstand zwischen beiden Ereignissen […] hier zwar nicht geleugnet werden soll, aber letztlich unerheblich ist. Der Tod Jesu ist ein solcher, der von seinem eigensten Wesen aus in die Auferstehung sich aufhebt, in diese hineinstirbt “[51]

Die Auferstehung drückt also nicht den Anfang einer neuen, mit anderem Neuen vollbrachten, die Zeit fortbestehende Lebensperiode Jesu aus, sondern die fortwährende, gerettete Endgültigkeit des einen, einzigartigen Lebens Jesu, der eben mittels den freien Tod in Gehorsamkeit diese fortbestehende Endgültigkeit seines Lebens erlangte. „Von da aus kann […] diese Bedeutung weder in den Tod noch in die Auferstehung allein gelegt werden, sondern nur bald von dem einen, bald von dem anderen Aspekt des einen Ereignisses her beleuchtet werden.“[52]

3. Der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema Tod und Sterben

Der Tod hat die Menschen schon immer geängstigt, aber zeitgleich auch fasziniert. Früher hatte dieser allerdings einen größeren Bestandteil des Lebens als heute, was beispielsweise daran zu erkennen ist, dass im Mittelalter die Friedhöfe bei den Kirchen im Zentrum der Stadt oder an dem Rathaus am Marktplatz anliegend, vorzufinden waren. Heutzutage muss die Begegnung mit dem Sterben wieder bewusst gesucht werden, da er im heutigen Alltag kaum mehr existiert.[53] „Dabei zeigt sich durchgängig die Tendenz, dass die Umgangsweisen mit Sterben und Tod sich immer stärker von traditionellen und konventionellen Mustern lösen.“[54]

Obwohl der Tod Teil des Lebens ist, wird er in der gegenwärtigen Gesellschaft oftmals tabuisiert. Die Abtragung der traditionellen Riten sowie andere zweifelsfreie zu diagnostizierende Wandlungen, „wie Sterben im Krankenhaus und im Heim, Abnahme der Primärerfahrungen mit Sterbenden und Toten, Säkularisierung und damit zusammenhängend Abnahme des Interesses an (offiziellen) religiösen postmortalen Konzepten und Privatisierung der Trauer,“[55] hatten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bei zahlreichen „Bildungsbürgern und Intellektuellen in einem allgemein kulturkritischen Klima“[56] eine negative Bewertung bezüglich des modernen Umgangs mit dem Tod als Folge, welche mit den Stichworten „Tabu“ und „Verdrängung“ hantierte. Der Tod erzeugt Abscheu und Ehrfurcht, er ist tabu. „Tabu ist etwas, was man nicht anrühren, wovon man nicht sprechen darf.“[57] Über den Tod wird nicht gesprochen, er wird aus dem Blickfeld der Lebenden an das Altenheim, das Krankenhaus, an die Sterbehalle oder an das Bestattungsgewerbe abgegeben. „Während an der Bestattung früher die ganze Bevölkerung beteiligt war (öffentlicher Trauerzug), ist sie heute eine private Angelegenheit. Forscher reden von der ‚Entöffentlichung‘ und ‚Privatisierung‘ des Todes.“[58]

Eine der bedeutsamsten Wandlungen der letzten 100 Jahre ist der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung. „Diese hat zum einen ihren Grund in der größeren Langlebigkeit der Menschen, zum anderen in der Abnahme der Säuglingssterblichkeit.“[59]

Viele ältere Menschen sind nicht mehr berufstätig, haben im Familienband keinen Tätigkeitsbereich mehr oder leben eventuell sogar im Altersheim. Daher werden nur die wenigsten durch den Tod mitten aus dem Leben gezerrt. „Das allmähliche ‚Absterben‘ sozialer Bezüge, die zum Teil zwangsweise Aufgabe von immer mehr Rollen innerhalb der Gesellschaft, diese[r] Rückzug auf Raten,“[60] wird als „sozialer Tod“ bezeichnet. Dieser soziale Tod ist oft bereits erfolgt, ehe sich der biologische Tod ereignet. Deutschland hat erstmalig „eine fast ‘todesfreie Generation‘, die 50 Jahre oder älter werden konnte, ohne jemals dem Tod zu begegnen.“[61] Fast 80 Prozent der Menschen starben in früheren Jahrhunderten an Infektionskrankheiten. Doch durch die Aufbesserung der Lebensbedingungen sowie der hygienischen Zustände und des Fundes des Penicillins ist eine drastische Veränderung der Todesursachenstatistiken entstanden. Ungefähr 80 Prozent der deutschen Bevölkerung sterben heutzutage „an Krankheiten des Kreislaufsystems, Krebs oder degenerativen Alterserkrankungen (z.B. Alzheimer).“[62] An erster Stelle der plötzlichen Todesursachen stehen Verkehrsunfälle. Zudem zeigt die zunehmende Anzahl von Aidskranken eine neue Schwierigkeit in der Bekämpfung der längst vergessen geglaubten Infektionskrankheiten auf. Gleichzeitig ist es mittels der Hochtechnisierung der Medizin auch möglich, „heute Menschen mit Maschinen am Leben zu erhalten, die früher längst gestorben wären. Während also die Medizin heute mehr Krankheiten als früher bekämpfen kann, ist das Sterben dafür langwieriger geworden“[63], teilweise von starken Schmerzen begleitet. Da die Lebenserwartung gestiegen ist, erlebt der Mensch den Tod wichtiger Bezugspersonen heutzutage erst im späteren Erwachsenenalter – daher fehlen vielen die Erfahrungen mit Sterbenden. Die zunehmende Lebenserwartung erweckt den Anschein, dass nur alte Menschen sterben, nicht zuletzt durch jeweilige Beiträge in den Massenmedien intensiviert. Der Mensch unterliegt dem Irrglauben, dass es erst ab einem bestimmten Alter in Ordnung sei, zu sterben. „Wer früher, als es der durchschnittlichen Lebenserwartung entspricht, stirbt, der hat seine natürliche Lebensdauer nicht ausgeschöpft, dem fehlt etwas, der ist zu kurz gekommen.“[64] Die moderne Medizin hat sich schließlich zum Ziel gesetzt, die Lebensdauer „mit möglichst allen Mitteln auszuschöpfen – getreu dem Eid des Hippokrates, Leben auf jeden Fall zu bewahren.“[65]

Nicht weniger wichtig als „das rasante Wachstum der technischen Eingriffsmöglichkeiten am und nach dem Ende des Lebens“[66] ist der Wandel des Umgangs mit Sterben und Tod. Für die moderne Gesellschaft ist der Gedanke befremdlich, dass Menschen in der Gegenwart ihrer Angehörigen, so wie im eigenen Heim, sterben. Dieser ruft häufig Unbehagen sowie Überforderung hervor. „Die Verdrängung des Todes ist eine Weise, in der viele unserer Zeitgenossen mit dem Tod umgehen. Sie bemühen sich darum, die Wirklichkeit des Todes und das Bewu[ss]tsein vom Tod aus dem öffentlichen Leben, so gut es geht, zu verbannen.“[67] Meistens haben nur noch Fachleute mit Sterben und Tod zu tun, die Menschen der Durchschnittsbevölkerung hingegen nicht. „In der Vormoderne [hingegen] hatten [zum Beispiel] Ärzte nichts mit dem Verstorbenen, mit der Feststellung des Todes oder mit den beim Tod praktizierten Ritualen zu tun.“[68] Heute vertraut sogar der engste Familienkreis dem Spezialisten gern den sterbenden Angehörigen an und nimmt von diesem oft erst Abschied, wenn dieser bereits verstorben ist. „Der ‚nahe Tod‘ vollzieht sich unter Ausschlu[ss] der Öffentlichkeit, er wird geradezu versteckt.“[69] Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit Sterbenden umgehen sollen, ob und wie sie zu Angehörigen, Hinterbliebenen oder Freunden ein Gespräch aufbauen und wie sie ihnen Beistand leisten können. „Diese unmenschliche Art zu sterben, die Verbannung des Todes in Randgebiete und die damit verbundene Anonymität des Todes nimmt immer mehr zu. Der Tod verliert zunehmend seinen Sitz im Leben.“[70] Indem der Tod aus dem Gesichtskreis exzidiert wird, ereignet sich dieser hospitalisiert als technische Begebenheit.[71]

Zusätzlich erfolgte eine Wandlung im sozialen Umfeld der Bestattung. Während ehemalig die Familie, die Dorfgemeinschaft und die Nachbarschaften sowohl die Beerdigung als auch die Trauerfeiern durchführten, übernimmt heute der professionelle Bestattungsunternehmer die Leitung, von der Versorgung des Verstorbenen bis zur Organisation der Versammlung nach dem Begräbnis. Vor all dem, was das Leid des Todes in Erinnerung ruft, werden die Hinterbliebenen verschont. „Die gesellschaftliche Verdrängung des Todes entpuppt sich durch das umfassende Angebot des Bestattungsunternehmers als eine Verdrängung der Toten […].“[72]

Diese Verhaltensweise dem Tod und Sterben gegenüber hat jedoch auch Folgen für die Hinterbliebenen:

„Wer dem Tod, dem der anderen oder dem eigenen, nicht mehr begegnen kann oder begegnen will, kann auch nicht trauern. Er kann den Verlust eines lieben und nahen Menschen nicht verarbeiten. Er wird dem Proze[ss] kein anderer; es gibt keine heilende Erneuerung, im Gegenteil, die vorzeitige Distanzierung von Gefühlen lä[ss]t unbewältigte Ängste und zerstörerische Schuldgefühle unkontrolliert und untergründig weiterwirken.“[73]

Die Verdrängung des Todes ist nicht das Besiegen des Todes. Die Isolierung der Sterbenden und Toten aus dem Alltag zieht die Isolierung der Trauernden nach sich. Aufgrund dieser Verdrängung wird die Bewältigung des Todes, die Trauer, zur Problematik. Häufig entsteht eine neurotische Trauerverarbeitung. „Denn ebenso wie die Rede vom Tod obszön und peinlich ist und die Konvention durchbricht, wird es auch die Trauer. Es gehört zum guten Ton, sie zu verstecken, denn sie könnte die anderen in ihrem Wohlbefinden stören.“[74] Der Anstand untersagt jede Andeutung auf den Tod und die folglich verknüpfte Trauer. „Die Themen Tod und Trauer sind aus der alltäglichen zwischenmenschlichen Kommunikation weitgehend ausgeklammert.“[75] Wilkening bezeichnet dies als eine „Spirale von mangelnder Erfahrung, aus der Unsicherheit resultiert, aus der wiederum Angst und Vermeidung von Kontakten entsteht.“[76]

Während die direkte Begegnung oder der persönliche Kontakt mit Sterben, Tod und Trauer verdrängt oder sogar vermieden wird, konfrontieren die Medien die Gesellschaft stetig mit diesem Themenbereich. „Die moderne globale Gesellschaft bietet eine bisher nicht gekannte Fülle von Todesbildern. Die Darstellung von Sexualität, Gender, Tod und anderen heiklen Themen in den Medien wurden seit den 1960er Jahren freizügiger und vielfältiger.“[77] Sie stellen zunehmend spektakulärere Bilder dar und veröffentlichen ungefilterte Berichte von diesen Ereignissen. Ebenso lässt sich dies anhand der Comics, Zeichentrickserien und Computerspielen erkennen, welche oft Gewalt, Tod und sogar Mord thematisieren. Daher ist der Tod trotz seiner Tabuisierung für Kinder und Jugendliche kein unbekanntes Phänomen, da sie schließlich beinahe täglich dem Thema durch die Medien begegnen: „Es fehlt ihnen aber an sprachlichem Instrumentarium, Fragen zu stellen und Emotionen zu erklären.“[78] Die Auswirkungen dieses Phänomens auf Kinder werden im Folgenden untersucht.

4. Kindliche Erfahrungen mit Tod und Sterben

Das Thema Tod ist auch für Kinder von Bedeutung. Medien und ihre Umwelt konfrontieren sie mit dem Thema ständig.

Kinder befassen sich schon sehr früh mit dem Thema Sterben und Tod. „Sie erfahren, da[ss] das Leben durch Werden und Vergehen bestimmt ist.“[79] Zunächst erfahren sie die unbewusste Trennung „vom Paradies kindlichen Einsseins mit der Mutter“[80], welche die erste Trennungserfahrung ist. Diese durchlebt jeder in der frühen Kindheit. Daraufhin „folgt der Abschied von der Unbefangenheit des Unwissens, der Abschied von der unbegrenzten Freiheit kindlicher Phanatsiewelten.“[81] Hierbei wird „von den inneren als auch kleinen Toden“[82] gesprochen. Die Erfahrung der untergehenden sowie wieder aufgehenden Sonne, das Einschlafen und Wiederaufwachen oder das Abschiednehmen und Wiedersehen gehören auch schon dazu. Durch das Fortziehen in eine fremde Stadt, im Streit oder womöglich bei der Scheidung der Eltern, wie auch durch den Umzug eines Freundes durchlebt das Kind den inneren Tod. „Diese Trennungserfahrungen des Kindes sind im emotionalen Bereich insofern mit einer konkreten Todeserfahrung vergleichbar, weil im Erleben und in den Reaktionen des Kindes kaum Unterschiede festzustellen sind.“[83] Das Kind hat sowohl bei dem Verlust durch Sterben als auch bei dem augenblicklichen oder immerwährenden Verlust durch Trennung Angst vor der Einsamkeit und vermisst den „Verlorenen“, den geliebten Menschen oder das Haustier. Ein Grund dafür ist die mangelnde Zeitvorstellung des Kindes. Je nach Alter ist es noch nicht dazu fähig, den befristeten Zeitraum einer Trennung wahrzunehmen.

Trotz der Einheitlichkeit des Trauergefühls gibt es Varianten, die davon abhängig sein können, ob beispielsweise die Eltern, das Kind oder der Partner gestorben sind. „Wenn wir den Blick weg vom Verstorbenen und seiner Rolle für den Hinterbliebenen auf den Hinterbliebenen selbst lenken, so ist auch das Alter des Trauernden eine wichtige Variable beim Ablauf des Trauerprozesses.“[84] Trauer beinhaltet im weiteren Sinn das Akzeptierenmüssen des eigenen Todes und ebenso den Kummer aufgrund des Verlusts eines liebevollen Menschen. Erwachsene haben oft Schwierigkeiten damit, die Trauerauswirkungen von Kindern präzise einzuschätzen. Einerseits sind sie manchmal beunruhigt, dass die Heranwachsenden mit der Trauer nicht umgehen können beziehungsweise fertig werden, andererseits haben sie manchmal Bedenken, dass nicht richtig getrauert wird.

„Jedes Kind hat auf Grund seiner Beobachtungen und Erfahrungen seine eigene Vorstellung [vom Tod], die sich zudem im Laufe der Entwicklung ändert.“[85] Alle gesunden Kinder durchlaufen zwar bestimmte Stufen der Entwicklung in derselben Rangfolge, „aber die Verweildauer, mit der das Kind auf einer Entwicklungsstufe bleibt, ist unterschiedlich lang.“[86] In den verschiedenartigen Phasen können Überlappungen entstehen. Ebenso sind regressive Wiederholungen möglich. Die Übergänge können zudem von einer Entwicklungsstufe zur nächsten einwandfrei und auch schlagartig sein. „Möglicherweise treffen nur einige Verhaltensweisen bestimmter Phasen auf ein beobachtetes Kind zu.“[87]

Kinder scheinen die nahe Verbindung vom Tod mit dem Leben zu ahnen und haben eine Vorstellung von der Gewaltigkeit des Todes, wenn sie durch Geschehnisse in ihrem Umfeld das Sterben und den Tod erfahren. Für das Kind ist es mit Sicherheit etwas anderes, nur gehört zu haben, dass ein unbekannter Mensch verstorben ist, als aufgrund des Verschwindens eines nahe stehenden oder geliebten Menschen zu leiden.[88]

Indirekt kommt der Heranwachsende durch die Medien mit dem Tod in Berührung, besonders „durch Fernsehfilme, Krimis und Nachrichten.“[89] Aber ebenso erfährt er anhand von Märchen, biblischen Geschichten oder weiteren Büchern etwas über den Tod, „was zu immer größerem Verständnis führt und als Vorbereitung für die Realität dienen kann.“[90]

Dennoch ist das Kind nicht vor dem realen Tod bewahrt, auch wenn es wiederholt diese inneren, kleinen Tode erlebt, welche teilweise schon ein wenig von der Bitterkeit der Vergänglichkeit des Daseins spüren lassen.

In der Auseinandersetzung mit den kindlichen Todesvorstellungen sind also unterschiedliche Entwicklungsstufen oder -phasen zu beschreiben. Ungeachtet dessen, wie verschiedenartig diese auch sein mögen, lassen sich trotzdem für einzelne Altersstufen „Übereinstimmungen, Ähnlichkeiten und immer wiederkehrende Muster erkennen.“[91]

Im Folgenden werden die unterschiedlichen Vorstellungsbilder von Kindern unterschiedlichen Alters aufgezeigt und im Einzelnen erläutert.

4.1 Die Entwicklung kindlicher Todeskonzepte

Trauerkonzepte können als Orientierung dienen, um Trauerreaktionen sowie Trauerprozesse einordnen zu können. Sie helfen dabei, Trauernde zu verstehen und ihre häufig widersprüchlichen Emotionen aufgrund der Trauer zu würdigen. Unter dem Begriff des Konzepts werden generell Vorstellungen, sinnstiftende Erklärungsmuster und mentale Interpretationen eines Phänomens zusammengefasst. Konzepte sind keinesfalls statisch, sie befinden sich eher in einem stetigen Wandel und stehen in einer engen Relation mit der individuellen Biographie. „Die Lehrkraft trifft demnach auch bei Grundschulkindern auf eine Reihe individueller und dynamischer Seelenlandschaften.“[92] Gleichermaßen bestehen durchaus Übereinstimmungen, wiederkehrende Muster und Ähnlichkeiten für spezifische Altersstufen.

[...]


[1] Vgl. Itze, Ulrike; Plieth, Martina: Tod und Leben: Mit Kindern in der Grundschule Hoffnung gestalten. Donauwörth: Auer 2002, S. 19.

[2] Zingrosch, Anne Helene: Tod: (k)ein Thema in Lehrplänen und Lehrbüchern für den katholischen Religionsun-terricht. Frankfurt am Main: Lang 2000, S. 11.

[3] Ebd.

[4] Ebd., S. 12.

[5] Vgl. Witt-Loers, Stephanie: Sterben, Tod und Trauer in der Schule. Eine Orientierungshilfe mit Kopiervorlagen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2009, S. 7.

[6] Pfammatter, Josef; Vorgrimler, Herbert: Hoffnung über den Tod hinaus. Antworten auf Fragen der Eschatologie. Zürich: Benziger 1990 , S. 13.

[7] Pfammatter, Josef; Vorgrimler, Herbert: Hoffnung über den Tod hinaus. Antworten auf Fragen der Eschatologie. Zürich: Benziger 1990 , S. 13.

[8] Jüngel, Eberhard: Tod. 4. Aufl. Stuttgart: 1977, S. 75.

[9] Vgl. Klein, Ulrike: Totenklage und Kreuz. Sterben und Tod im Alten und Neuen Testament. In: Sterben und Tod. Arbeitshilfen Sonderpädagogik (1996), S. 5.

[10] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 230.

[11] Zeilinger, Franz: Der biblische Auferstehungsglaube: Religionsgeschichtliche Entstehung - heilsgeschichtliche Entfaltung. Stuttgart: Kohlhammer 2008, S. 11.

[12] Vgl. Dietrich, Walter; Vollenweider, Samuel: Tod II. Altes und Neues Testament. In: TRE 33 (2002), S. 582.

[13] Zeilinger, Franz: Der biblische Auferstehungsglaube: Religionsgeschichtliche Entstehung - heilsgeschichtliche Entfaltung. Stuttgart: Kohlhammer 2008, S. 11.

[14] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 230.

[15] Ebd.

[16] Jüngel, Eberhard: Tod. 4. Aufl. Stuttgart: 1977, S. 84.

[17] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 230.

[18] Vgl. Klein, Ulrike: Totenklage und Kreuz. Sterben und Tod im Alten und Neuen Testament. In: Sterben und Tod. Arbeitshilfen Sonderpädagogik (1996), S. 6.

[19] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 231.

[20] Vgl. Klein, Ulrike: Totenklage und Kreuz. Sterben und Tod im Alten und Neuen Testament. In: Sterben und Tod. Arbeitshilfen Sonderpädagogik (1996), S. 5.

[21] Zeilinger, Franz: Der biblische Auferstehungsglaube: Religionsgeschichtliche Entstehung - heilsgeschichtliche Entfaltung. Stuttgart: Kohlhammer 2008, S. 17.

[22] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 231.

[23] Vgl. Klein, Ulrike: Totenklage und Kreuz. Sterben und Tod im Alten und Neuen Testament. In: Sterben und Tod. Arbeitshilfen Sonderpädagogik (1996), S. 5.

[24] Zeilinger, Franz: Der biblische Auferstehungsglaube: Religionsgeschichtliche Entstehung - heilsgeschichtliche Entfaltung. Stuttgart: Kohlhammer 2008, S. 13.

[25] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 231.

[26] Vgl Zeilinger, Franz: Der biblische Auferstehungsglaube: Religionsgeschichtliche Entstehung - heilsgeschichtliche Entfaltung. Stuttgart: Kohlhammer 2008, S. 28.

[27] Vgl. Kessler, Hans: Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi in biblischer, fundamentaltheologischer und systematischer Sicht. Würzburg: Echter 1995, S. 43.

[28] Vgl. Fischer, Helmut: Der Auferstehungsglaube. Herkunft, Ausdrucksformen, Lebenswirklichkeit. Zürich: TVZ, Theol. Verlag 2012, S. 24/25.

[29] Kessler, Hans: Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi in biblischer, fundamentaltheologischer und systematischer Sicht. Würzburg: Echter 1995, S. 41.

[30] Fischer, Helmut: Der Auferstehungsglaube. Herkunft, Ausdrucksformen, Lebenswirklichkeit. Zürich: TVZ, Theol. Verlag 2012, S. 25.

[31] Kessler, Hans: Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi in biblischer, fundamentaltheologischer und systematischer Sicht. Würzburg: Echter 1995, S. 42.

[32] Vgl. Jüngel, Eberhard: Tod. 4. Aufl. Stuttgart: Kreuz-Verl. 1977, S. 103.

[33] Weinhardt, Joachim; Weinhardt, Birgitta Annette: Naturwissenschaften und Theologie II. Wirklichkeit: Phänomene, Konstruktionen, Transzendenzen. Stuttgart: Kohlhammer 2014, S. 235.

[34] Schwarzwäller, Klaus: Kreuz und Auferstehung: ein theologischer Traktat. Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verl.-Haus 2000, S. 9.

[35] Burrichter, Rita; Epping, Josef: Sensus Religion. Vom Glaubenssinn und Sinn des Glaubens - Unterrichtswerk für katholische Religionslehre in der Oberstufe. München: Kösel 2013, S. 231.

[36] Ebd.

[37] Ebd.

[38] Ebd.

[39] Brüntrup, Godehard: Auferstehung des Leibes - Unsterblichkeit der Seele. Stuttgart: Kohlhammer 2010, S. 14.

[40] Gietenbruch, Felix: Höllenfahrt Christi und Auferstehung der Toten. Ein verdrängter Zusammenhang. Münster: LIT 2010, S. 16.

[41] Fischer, Helmut: Der Auferstehungsglaube. Herkunft, Ausdrucksformen, Lebenswirklichkeit. Zürich: TVZ, Theol. Verlag 2012, S. 32.

[42] Fischer, Helmut: Der Auferstehungsglaube. Herkunft, Ausdrucksformen, Lebenswirklichkeit. Zürich: TVZ, Theol. Verlag 2012, S. 32.

[43] Kessler, Hans: Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi in biblischer, funda-mentaltheologischer und systematischer Sicht. Würzburg: Echter 1995, S. 20.

[44] Ebd.

[45] Ebd.

[46] Ebd.

[47] Greshake, Gisbert: Stärker als der Tod. Zukunft, Tod, Auferstehung, Himmel, Hölle, Fegfeuer. 3. Aufl. Mainz: Matthias-Grünewald-Verl. 1978, S. 26.

[48] Greshake, Gisbert: Stärker als der Tod. Zukunft, Tod, Auferstehung, Himmel, Hölle, Fegfeuer. 3. Aufl. Mainz: Matthias-Grünewald-Verl. 1978, S. 26.

[49] Ebd.

[50] Schwarzwäller, Klaus: Kreuz und Auferstehung: ein theologischer Traktat. Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verl.-Haus 2000, S. 19.

[51] Rahner, Karl: Grundkurs des Glaubens. Studien zum Begriff des Christentums. Zürich; Düsseldorf: Benziger; Freiburg im Breisgrau:: Herder 1999, S. 254.

[52] Rahner, Karl: Grundkurs des Glaubens. Studien zum Begriff des Christentums. Zürich; Düsseldorf: Benziger; Freiburg im Breisgrau:: Herder 1999, S. 255.

[53] Vgl. Wilkening, Karin: Wir leben endlich: zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1997, S. 9.

[54] Wittwer, Héctor: Sterben und Tod. Geschichte - Theorie – Ethik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Darmstadt: WBG, Wiss. Buchges. 2010, S. 1.

[55] Ebd., S. 66.

[56] Ebd.

[57] Ochsmann, Randolph: Lebens-Ende. Über Tod und Sterben in Kultur und Gesellschaft. Heidelberg: Asanger 1991, S. 45.

[58] Ebd.

[59] Wilkening, Karin: Wir leben endlich: zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1997, S. 9.

[60] Ebd.

[61] Ebd.

[62] Ebd., S. 10.

[63] Ebd.

[64] Hörning, Martin: Der Tod gehört zum Leben. Sterben und Sterbebegleitung aus interdisziplinärer Sicht. Münster: Lit 2005, S. 5.

[65] Hörning, Martin: Der Tod gehört zum Leben. Sterben und Sterbebegleitung aus interdisziplinärer Sicht. Münster: Lit 2005, S. 5.

[66] Wittwer, Héctor: Sterben und Tod. Geschichte - Theorie – Ethik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Darmstadt: WBG, Wiss. Buchges. 2010, S. 1.

[67] Arens, Veronika: Grenzsituationen. Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen. Band 19. Essen: Verl. Die Blaue Eule 1994, S. 25.

[68] Wittwer, Héctor: Sterben und Tod. Geschichte - Theorie – Ethik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Darmstadt: WBG, Wiss. Buchges. 2010, S. 44.

[69] Arens, Veronika: Grenzsituationen. Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen. Band 19. Essen: Verl. Die Blaue Eule 1994, S. 25.

[70] Ebd., S. 26.

[71] Vgl. Peter, Dietmar: Sterben und Tod. Rehburg-Loccum: Religionspädag. Inst. Loccum 1966, S. 17.

[72] Peter, Dietmar: Sterben und Tod. Rehburg-Loccum: Religionspädag. Inst. Loccum 1966, S. 17.

[73] Richter, Klemens: Der Umgang mit den Toten. Tod und Bestattung in der christlichen Gemeinde. Freiburg im Breisgau: Herder 1990, S. 13.

[74] Arens, Veronika: Grenzsituationen. Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen. Band 19. Essen: Verl. Die Blaue Eule 1994, S. 27.

[75] Ebd.

[76] Wilkening, Karin: Wir leben endlich: zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1997, S. 12.

[77] Wittwer, Héctor: Sterben und Tod. Geschichte - Theorie – Ethik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Darmstadt: WBG, Wiss. Buchges. 2010, S. 71.

[78] Zingrosch, Anne Helene: Tod: (k)ein Thema in Lehrplänen und Lehrbüchern für den katholischen Religionsunterricht. Frankfurt am Main: Lang 2000, S. 76.

[79] Arens, Veronika: Grenzsituationen. Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen. Band 19. Essen: Verl. Die Blaue Eule 1994, S. 67.

[80] Ebd.

[81] Ebd.

[82] Ebd.

[83] Ebd., S. 68.

[84] Wilkening, Karin: Wir leben endlich: zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1997, S. 88.

[85] Cramer, Barbara: Bist du jetzt ein Engel? Mit Kindern und Jugendlichen über Leben und Tod reden. Ein Handbuch. 2. überarb. und erw. Aufl. Tübingen: DGVT-Verl. 2012, S. 29.

[86] Ebd.

[87] Ebd., S. 30.

[88] Vgl. Ebd.

[89] Arens, Veronika: Grenzsituationen. Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen. Band 19. Essen: Verl. Die Blaue Eule 1994, S. 68.

[90] Ebd.

[91] Platow, Birte; Böcher, Florian: Vom Tod reden im Religionsunterricht. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010, S. 12.

[92] Lämmermann, Godwin; Platow, Birte: Evangelische Religion. Didaktik für die Grundschule. Berlin: Cornelsen Scriptor 2014, S. 121.

Details

Seiten
71
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668562462
ISBN (Buch)
9783668562479
Dateigröße
799 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v374474
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Schlagworte
sterben religionsunterricht grundschule bilderbuch ente tulpe wolf erlbruch

Autor

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Titel: Tod und Sterben im Religionsunterricht der Grundschule. Das Bilderbuch "Ente, Tod und Tulpe" von Wolf Erlbruch