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Patienten mit Migrationshintergrund und die Kommunikation mit dem Pflegedienst. Die Probleme, Lösungsansätze und der Maßnahmeplan anhand eines Fallbeispiels

Hausarbeit 2017 15 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Begründung der Themenwahl

2. Die Ausgangssituation. Der Patient und der Pflegedienst
2.1. Der Patient und Problemstellung
2.2. Der Pflegedienst
2.3. Das Pflegeziel

3. Die Kommunikation
3.1. Kommunikationsebenen
3.2. Theoretische Ansätze zur Pflegekommunikation

4. Lösungsansätze und Maßnahmeplan
4.1. Kommunikation im Sinne des NURSE-Modells
4.2. Die migrationsspezifische Anamnese
4.3. Leitgedanke der Kulturelle Sensibilität
4.4. Weitere Maßnahmen

5. Fazit und Aussicht

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie schon die deutsche Wissenschaftlerin und damalige Bundesministerin für Jugend, Frauen, Familie und Gesundheit (1989-1991), Ursula Lehr (CDU) treffender weise sagte:"Der alte Arzt spricht Latein, der junge Englisch - der gute Arzt die Sprache des Patienten."[1]

Die Patienten haben das Recht auf angemessene Verständigungsmöglichkeiten und eine hinreichende Aufklärung und Beratung sowie auf eine sorgfältige und qualifizierte Behandlung. Dabei ist die Kommunikation unabdingbar. Durch einen Mangel in der Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten kann es zu falschen Diagnosen und in der Folge zu fehlerhaften therapeutischen Maßnahmen kommen. Dies sollte im Sinne des Patienten verhindert werden. Trotz alle dem kommt es in der Pflege immer wieder zu Problemen bei der Verständigung. Dies stellt ein großes Problem dar, erschwert es doch die Pflege in erheblicher weise und macht sie teilweise unmöglich.

Die Kommunikation zwischen Ärzten bzw. Pflegekräften und Patienten ist ein bedeutsamer nicht hinweg zu denkender Bestandteil der Pflege. Der Grundstein für eine vertrauensvolle Arzt- bzw. Pflegepersonal-Patient-Beziehung wird durch die kommunikative Verständigung gelegt. Nur durch diesen kommunikativen Akt, wie auch immer dieser gelagert sein sollte, ist die konstruktive Arbeit für und am Patienten möglich. Oftmals lassen sich nur so Krankheiten vollumfänglich erfassen und Schmerzen des Patienten hinreichen ermitteln. Eine Behandlung ohne Kommunikation mit dem Patienten bringt enorme Hürden mit sich. Im Folgenden möchte ich mich daher mit dem Fall befassen, dass die Kommunikation durch sprachliche Barrieren stark eingeschränkt ist und wie man diesem Problem in der Praxis begegnen kann.

Deutschland hat sich seit den 1960er Jahren immer mehr zu einem Einwanderungsland entwickelt.[2] Zwischen Migranten und Deutschen ist eine gewisse gesundheitliche Ungleichheit festzustellen, die größtenteils mit der schwierigen sprachlichen Verständigung begründet wird.[3]

Diese Probleme treten naturgemäß in Verbindung mit Ausländern und Personen mit Migrationshintergrund auf. Personen mit Migrationshintergrund sind „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewandertem oder als Ausländer in Deutschland geborenem Elternteil".[4]

1.1. Begründung der Themenwahl

Ich habe mich aufgrund des steigenden Bedarfs und der erhöhten Relevanz im Zuge der Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland für die Kommunikation in der Pflege mit Patienten mit Migrationshintergrund entschieden. Nachdem in Deutschland die Asylbewerberzahlen über zehn Jahre rückläufig waren, steigen sie seit 2007 wieder. Im Jahr 2015 wurden 476.649, 2016 wurden 745.545 Asylanträge gestellt.[5] Diese Entwicklung stellt den Staatsapparat und die gesamte Gesellschaft in der Bundesrepublik - und damit auch den Pflegebereich - vor große Herausforderungen, Aufgaben und Probleme.

Denn die Kommunikation mit dem Patienten ist in der Pflege unabdingbar und für beide Seiten sehr wichtig.

Der Patient hat einen Anspruch ausführlich über die Diagnose und die Therapie seiner Krankheit informiert zu werden, das Pflegepersonal benötigt wichtige Daten und Informationen (wie bspw. Anamnse) und aktuelle Empfindungen (wie bspw. Schmerzen oder Unwohlsein) für die medizinische Behandlung. Aufgrund sprachlicher Barrieren kann es hier zu Problemen kommen, denen man durch bestimmte Maßnahmen entgegentreten kann.

Ich möchte dieses Thema praxisbezogen anhand meiner Erfahrungen mit Herrn Riad A., der im vergangenen Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland kam, darstellen.

Zunächst werde ich die Ausgangssituation und die verschiedenen gängigen theoretischen Ansätze und Modelle hinsichtlich der Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten erörtern. Danach werde ich die praktischen Probleme am Fall von Herrn A. darstellen. Im Anschluss werde ich Lösungsansätze und einen Maßnahmenplan zur optimalen Kommunikation mit dem Patienten mit Migrationshintergrund präsentieren und abschließend meine Erkenntnisse und Ergebnisse zusammenfassen.

2. Die Ausgangssituation. Der Patient und der Pflegedienst

2.1. Der Patient und Problemstellung

Herr A. ist 78 Jahre alt und ist im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen. Seit etwa zwei Jahren leidet Herr A. zunehmend unter seiner postinflammatorische Lungenfibrose und seiner sich steigernden altersbedingten Gebrechlichkeit. Hinzu kommt eine mittlerweile ausgeprägte Demenz. Herr A. hört seinem Alter entsprechend gut, kann jedoch nur schlecht sehen. Er kann sich jedoch - in klaren Momenten - verbal und nonverbal artikulieren, auch wenn seine Kommunikation teilweise eingeschränkt ist. Die Kommunikation ist - abhängig von der Tagesform von Herrn A. - jedenfalls möglich. Jedoch spricht er kaum deutsch oder englisch, sodass ich mit ihm nur rudimentär sprechen kann. Sein deutscher Wortschatz ist lediglich für die Geschäfte des täglichen Gebrauchs ausreichend, jedoch kann er spezifische Symptome, Emotionen und Empfindungen nicht so ausdrücken, dass es für den Pfleger Rückschlüsse auf seine gesundheitliche Situation schließen lässt.

2.2. Der Pflegedienst

Seit der Gründung des ambulanten Pflegedienstes Humana am 01.04.2012 sind die Grundsätze für die Qualität und Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege im Sinne von § 113 SGB XI immanent. Der Pflegedienst ist Mitglied im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA).

Die Leistungen des Pflegedienstes umfassen das typische Spektrum ambulanter Pflegedienste. Dazu gehört neben der Kranken-, Grund- und Hauspflege auch die Alltagsbetreuung. Im Rahmen der krankenpflegerischen Versorgung werden Injektionen vorgenommen, Verbände gewechselt, Medikaments zugeführt, Wunden versorgt und sämtliche übrige Behandlungen vorgenommen, die der Patient selbst nicht vornehmen kann. Weiterhin gehören zur Grundpflege die Körperpflege, Mobilisierung und auch Hilfe bei Inkontinenz. Auch die Versorgung des Haushalts, die Zubereitung von Mahlzeiten und Begleitung zu Arzt- und Behördenterminen ist im Rahmen er Hauspflege vom Leistungsspektrum abgedeckt. Dazu kommt die übliche Alltagsbetreuung in Form von Spaziergängen, Unterhaltung sowie organisatorische Hilfestellungen und Botengänge.

Mittelpunkt dieses Pflegeleistungsspektrums ist der zu betreuende Patient. Dass sich der Patient aufgrund seiner Erkrankung in einer besonderen Lebenssituation befindet, ist im Bewusstsein des Pflegepersonals verankert. Die Aufgabe des Pflegepersonals ist dem Bedürfnis des Patienten nach Akzeptanz, Zuwendung und Pflege gerecht zu werden. Dabei sind Zeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Fürsorge wichtige Faktoren.

2.3. Das Pflegeziel

Mein Ziel ist die Optimierung der Kommunikation zwischen mir als Pfleger und Herrn A. als Patient. Dabei müssen verschiedenste Besonderheiten erkannt, reflektiert und bei der fortlaufenden Arbeit am Patienten berücksichtigt werden. Dafür sind einige theoretische und praktische Erwägungen notwendig.

3. Die Kommunikation

Zunächst einmal soll ein Überblick über die Kommunikation als solche ermöglicht werden, um den speziellen Fall zwischen Pflegepersonal und Patient besser nachvollziehen zu können. Dabei werden insbesondere die verschiedenen Kommunikationsebenen und einige der gängigsten theoretische Ansätze bezüglich der zwischenmenschlichen Kommunikation dargestellt.

[...]


[1] http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/552478/gute-arzt-spricht-sprache-des-patienten.html (letzter Zugriff am 07.02.2017 um 16 Uhr)

[2] Schenk L. Migration und Gesundheit – Entwicklung eines Erklärungs- und Analysemodells für epidemiologische Studien. Int J Public Health 2007; 52: 87–96

[3] Bermejo I, Hölzel LP, Kriston L, Härter M. Subjektiv erlebte Barrieren von Personen mit Migrationshintergrund bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsmaßnahmen. Bundesgesundheitsbl 2012; 55: 944–953; Muthny FA. Laienkonzepte von Gesundheit und Krankheit in verschiedenen Kulturen. In: Marschalck P, Wiedl KH (Hrsg.): IMIS Schriften: Vol. 10. Migration und Krankheit. Osnabrück: Universitätsverlag Rasch 2001; 251–258

[4] Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (2015). Migrationsbericht 2013. http://www.bamf.de/ShareDocs/An lagen/DE/Publikationen/Migrations berichte/migrationsbericht-2013.pdf? __blob=publicationFile (letzter Zugriff am 07.02.2017)

[5] www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland#Antraege (letzter Zugriff am 07.01.2017 um 19 Uhr)

Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668517752
ISBN (Buch)
9783668517769
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v374434
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
2
Schlagworte
patienten migrationshintergrund kommunikation pflegedienst probleme lösungsansätze maßnahmeplan fallbeispiels

Autor

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Titel: Patienten mit Migrationshintergrund und die Kommunikation mit dem Pflegedienst. Die Probleme, Lösungsansätze und der Maßnahmeplan anhand eines Fallbeispiels