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Bedeutung der Usability für betriebliche Anwendungen

Hausarbeit 2017 18 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Usability
2.1 Begriffsklärung
2.2 DIN EN ISO 9241
2.3 Usability-Evaluation

3. Betriebliche Anwendungen
3.1 Begriffsklärung
3.2 Usability als Erfolgsfaktor
3.3 Nutzerzentrierte Informationssysteme

4. Ausblick

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang
6.1 DIN EN ISO 9241-Normenkatalog

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Stufen des Erfüllungsgrads von Usability (Fraunhofer FIT, 2010)

Abbildung 2 DIN EN ISO 9241-Rahmenwerk (DIN e. V., 2008)

Abbildung 3 Datenerhebungsverfahren für die Evaluation (Görner & Ilg, 1993)

Abbildung 4 Beispiele für Business Software (ITIZZIMO AG, 2016)

Abbildung 5 Beispiele für moderne Consumer Software (ITIZZIMO AG, 2016)

1. Einführung

„Es muss wunderbar sein; ich habe keine Ahnung, was es bedeutet.“ (Jean-Baptiste Molière, 1622-1673)

Die immer weiter voranschreitende, technische Entwicklung und die damit verbundene Digitalisierung des Alltags entwickelt sich mehr und mehr zu einem festen Bestandteil unserer modernen Gesellschaft. Dieser Fortschritt macht sich nicht nur im Privatleben bemerkbar, auch in der Arbeitswelt werden immer mehr Geschäftsprozesse mit Hilfe betrieblicher Anwendungen realisiert. Durch eine stetige Digitalisierung steigt die Komplexität der Anwendungen und stellt gerade Anwender mit geringen Computerkenntnissen vor große Herausforderungen. Hersteller von Software stehen unter Druck, betriebliche Anwendungen bereitzustellen, die sich intuitiv bedienen lassen.

In dieser Kurzhausarbeit wird auf die Bedeutung der Usability für betriebliche Anwendungen eingegangen. Zunächst erfolgt eine Einordnung und Klärung des BegriffsUsability. Anschließend wird dargestellt, welche Software unter die Kategorie derbetrieblichen Anwendungenfällt. Im Anschluss wird geprüft, warum Usability für betriebliche Anwendungen immer wichtiger wird.

2. Usability

In diesem Kapitel wird der Begriff Usability eingeführt. Anschließend wird auf die DIN EN ISO-Normenreihe 9241 eingegangen und im letzten Teil werden Untersuchungsmethoden zur Usability-Evaluation vorgestellt.

2.1 Begriffsklärung

Usabilitykann als Benutzerfreundlichkeit, Gebrauchstauglichkeit, in Bezug auf Computer Anwendungen auch als Software-Ergonomie verstanden werden Das Deutsche Institut für Normung (kurz: DIN) definiert Usability als „das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Nutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“ (1999). Nach dem Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik (2010) lässt sich der Erfüllungsgrad von Usability in Form eines Stufenmodells visualisieren (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Stufen des Erfüllungsgrads von Usability (Fraunhofer FIT, 2010)

Effektivität bezieht sich auf die Benutzbarkeit der Aufgabenerfüllung bzw. die Ergebnisqualität und die Fehlerrate als Messgrößen. Effizienz spiegelt den Aufwand zur Aufgabenerfüllung bzw. Zielerreichung wieder. Zufriedenstellung beschreibt den subjektiven, (im besten Sinne positiven) Zustand des Benutzers (Englisch: „Users“), der durch die Nutzererfahrung (Englisch: „User Experience“, kurz: UX) der Anwendung entsteht. Software-Ergonomie ist nach Herczeg (1994, S. 254) eine „interdisziplinäre Wissenschaft mit dem Ziel der benutzer- und aufgabengerechten Gestaltung von Arbeit mit interaktiven Computersystemen“. Fähnrich und Ziegler (1987) sprechen von einer Anpassung technischer Systeme an den Menschen und nicht umgekehrt, vom Zwang zur Anpassung des Menschen an die Technik. Dies wird durch ein nutzerzentriertes Design (Englisch: „User-Centered Design“, kurz: UCD) erreicht, bei dem der Mensch in den Mittelpunkt des Handelns gestellt wird.

2.2 DIN EN ISO 9241

Die Normenreihe ISO 9241 wurde von der internationalen Normungsorganisation (Englisch: „International Organization for Standardization“, kurz: ISO) entwickelt und behandelt „Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten“ und „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“ (vgl. Abschnitt 6.1). Diese Norm wurde als Europäische Norm (kurz: EN) übernommen und ist in Deutschland als Norm DIN ES ISO 9241 bzw. in Österreich als Norm ÖNORM EN ISO 9241 bekannt. Abbildung 2 stellt die Zusammengänge zwischen den DIN EN ISO 9241-Normen als Quelle bzw. Spezifikationsvorgabe (Nutzungskontext und Gestaltungsempfehlungen) und den Dialoganforderungen und den sich daraus ergebenen Gestaltungslösungen dar (DIN e. V., 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 DIN EN ISO 9241-Rahmenwerk (DIN e. V., 2008)

Die Grundsätze der Dialoggestaltung (nach DIN EN ISO 9241-110) sind im Sinne der Gebrauchstauglichkeit (nach DIN EN ISO 9241-11) und der Nutzererfahrung (nach DIN EN ISO-210) spezifiziert (Ecker, 2015, S. 2). In dieser Hausarbeit wird auf den Teil 110 Grundsätze der Dialoggestaltung näher eingegangen.

DIN EN ISO 9241-110, „Grundsätze der Dialoggestaltung“

Teil 110 der Normenreihe beschreibt die ergonomische Gestaltung und Bewertung interaktiver Systeme zwischen Benutzer und System (Robier, 2016, S. 22). Diese Dialoggestaltung versteht die Norm als Folge von Handlungen des Benutzers (Eingaben) und Antworten des Systems (Ausgaben) zur Erreichung eines Ziels (Englisch: „Human-Computer Interaction“) (Ecker, 2015, S. 11). In der Norm werden sieben Gestaltungsprinzipien aufgelistet, die bei der Erstellung interaktiver Systeme berücksichtigt werden sollten (Robier, 2016, S. 22):

-Aufgabenangemessenheit: geeignete Funktionalität, Minimierung unnötiger Interaktionen
-Selbstbeschreibungsfähigkeit: Verständlichkeit durch Hilfen/Rückmeldungen
-Lernförderlichkeit: Anleitung des Benutzers, Verwendung geeigneter Metaphern, Ziel: minimale Lernzeit
-Steuerbarkeit: Steuerung des Dialogs durch den Benutzer
-Erwartungskonformität: Konsistenz, Anpassung an das Benutzermodell
-Individualisierbarkeit: Anpassbarkeit an Benutzer und an seinen Arbeitskontext
-Fehlertoleranz: Die Funktionsweise des Systems auch bei unvorhergesehenen Fehlern aufrechterhalten

2.3 Usability-Evaluation

Die Benutzerfreundlichkeit kann mit Hilfe verschiedener Untersuchungsmethoden evaluiert werden, wobei nach Görner & Ilg (1993) zwischen subjektiven und objektiven Datenerhebungsverfahren unterschieden wird (vgl. Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Datenerhebungsverfahren für die Evaluation (Görner & Ilg, 1993)

Bei objektiven Methoden sollen subjektive Einflüsse vermieden werden. Im Vordergrund steht die Beobachtung der tatsächlichen Nutzung der Software. Dies kann z.B. realisiert werden durch Systeme, die alle Interaktionsschritte der Benutzer aufzeichnen. Bei der Beobachtung ohne technische Unterstützung kommen Beobachtungsprotokolle oder auch Interviews zum Einsatz (Hegner, 2003, S. 16). Bei subjektiven Methoden steht die Bewertung der Benutzungsschnittstelle (Englisch: „User Interface“, kurz: UI) durch den Benutzer im Vordergrund. Im Fokus stehen Fragen, ob z.B. die Benutzung des Systems für den User einfach und verständlich ist. Die Datenerhebung kann in Form eines Fragebogens oder als Interview erfolgen (Hegner, 2003, S. 18).

3. Betriebliche Anwendungen

„Go through the design elements, remove them one at a time. If the design works just as well without it, kill it!“ (Jakob Nielsen)

3.1 Begriffsklärung

Betriebliche Anwendungen (Englisch: „Business Software“ oder auch „Enterprise Software“) dienen als Überbegriff für betriebswirtschaftliche Software, die in geschäftlichen Bereichen ihren Einsatz finden. Vornehmlich Enterprise Ressource Planning Systeme (kurz: ERP-Systeme) fallen unter diese Kategorie, aber auch andere Anwendungen, u.a.Business Intelligence(kurz: BI) und Customer Relationship Management (kurz: CRM) Systeme, Office und Kollaborationsanwendungen sowie Lösungen für spezielle Funktionsbereiche wie Lohn-/Personalprogramme, Buchhaltungssoftware oder auch Warenwirtschaftssysteme sind betriebliche Anwendungen (Computerwoche, 2016). Im Gegensatz zur Business Software sind Anwendungen für den privaten Bereich (Englisch: „Consumer Software“ oder auch einfach „Apps“) i.d.R. weniger komplex und erfüllen eine gezielte Aufgabe. Bei Nichtgefallen kann der Anwender die Applikation deinstallieren, bei Geschäftsanwendungen ist dies nicht so ohne weiteres möglich (ITIZZIMO AG, 2016).

3.2 Usability als Erfolgsfaktor

Betriebliche Anwendungen sollen den Anwender unterstützen, auf Informationen schneller zuzugreifen und Geschäftsprozesse zu optimieren (Sontow, 2014). In den folgenden zwei Abbildungen werden Business- und Consumer-Anwendungen gegenübergestellt. Auch wenn die Bildschirmfotos (Englisch: „Screenshots“) nur als kleine aneinandergereihte Grafiken vorliegen, werden sofort Unterschiede in der Benutzerfreundlichkeit deutlich. Abbildung 4 zeigt betriebliche Anwendungen, deren Benutzeroberflächen komplex und unübersichtlich scheinen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Beispiele für Business Software (ITIZZIMO AG, 2016)

In Abbildung 5 sind Screenshots diverser Consumer Software dargestellt, die im Vergleich zu betrieblichen Anwendungen durch klare Strukturen und eine bessere Usability bestechen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Beispiele für moderne Consumer Software (ITIZZIMO AG, 2016)

Anstatt wie gewohnt nur technologische und organisationale Aspekte bei der Konzeption und Bereitstellung von Informationssystemen zu berücksichtigen (Mädche & Wruk, 2014, S. 7), setzen Anbieter von betrieblicher Software vermehrt auf die Verbesserung der Bedienbarkeit ihrer Anwendungen, um sich so von der Konkurrenz abzuheben bzw. zu differenzieren. Firmen interessieren sich für intuitiv bedienbare Anwendungen, da sie sich davon Effizienzvorteile, Produktivitätssteigerungen und eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit versprechen (Stanišić-Petrović, Laufs, & Ziegler, 2014). Kosteneinsparungen, die sich durch eine gute Usability ergeben (z.B. durch geringere Aufwände für Schulungen oder ein geringerer Bedarf an Support) sind weitere, wichtige Faktoren für Unternehmen bei der Auswahl von Anwendungen. Aber auch die Mitarbeiter als Anwender in Unternehmen geben sich im beruflichen Umfeld immer weniger mit sperrigen Systemen und Diensten zufrieden und fordern eine aus dem Privatleben bekannte Usability (Stanišić-Petrović, Laufs, & Ziegler, 2014, S. 35).

3.3 Nutzerzentrierte Informationssysteme

Nutzerzentrierte Informationssysteme (Englisch: „User-Centered Information System“) (vgl. Abschnitt 2.1) tragen dazu bei, den gestiegenen Erwartungen der Anwender in Bezug auf Usability auch im Berufsleben gerecht zu werden. Zu diesem Zweck passen Hersteller von betrieblichen Anwendungen existierende Prozesse der Softwareentwicklung im Sinne einer stärkeren Ausrichtung an die Nutzer an. Hierbei kommen Usability-Praktiken im Entwicklungsprozess wie z.B.Prototypingzum Einsatz. Für Hersteller von Standard-Softwarelösungen ergibt sich jedoch die Schwierigkeit, dass die Anwendung einen möglichst breiten Kreis an Nutzern mit einer geringen Anzahl standardisierter Benutzeroberflächen ansprechen soll. (Mädche & Wruk, 2014, S. 6-8).

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Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668522152
ISBN (Buch)
9783668522169
Dateigröße
820 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v374426
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin – Berlin Professional School
Note
bestanden
Schlagworte
bedeutung usability anwendungen

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