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Stresskompetenz. Der erfolgreiche Umgang mit Belastungssituationen im beruflichen Umfeld

Hausarbeit 2017 23 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung von Stress
2.1. Stress
2.2. Berufsbedingter Stress
2.3. Belastung und Beanspruchung

3. Entstehung von Stress
3.1. Stressoren
3.2. Eustress und Distress
3.3. Mobbing am Arbeitsplatz

4. Auswirkungen von Stress
4.1. Konsequenzen
4.2. Stressphasen nach Hans Selye
4.3. Transaktionales Erklärungsmodell von Lazarus
4.4. StressDepression
4.5. Burnout

5. Stressbewältigung
5.1. Stressmacher erkennen
5.2. Umgang mit Stress
5.3. Stress vorbeugen

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Belastungs- und Beanspruchungskonzept

Abb. 2: Die drei Phasen des allgemeinen Adaptionssyndroms

Abb. 3: Modell der Burnout-Entstehung nach Cordes & Dougherty

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Auswirkungen auf das Arbeits- und Leistungsverhalten

Tab. 2: Klassifikation möglicher Beanspruchungen und Folgen

1. Einleitung

In einem Artikel der „Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz“ wird über die Beeinträchtigungen und Risiken durch Stress berichtet. Nicht nur auf die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern auch auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, wirkt sich Stress negativ aus. Es wird berichtet, dass sich rund 50 Prozent der Arbeitnehmer in Europa dauerhaft in einem stressigen Arbeitsumfeld befinden und eine Mehrung an Fehltagen darauf zurückzuführen ist. Dieses Problem kann aber genauso wie andere Gesundheitsrisiken bewältigt werden, betrachtet man es nur von der richtigen Ebene aus (vgl. Osha 2017).

Erheblich auf den Anstieg von Stress wirken sich die Veränderung der Arbeitswelt aus. Komplexe Aufgaben, neue Informationstechnologien und immer schneller werdende Prozesse stellen hohe Anforderungen an die Arbeitnehmer, wobei die psychischen Belastungen immer bedeutsamer werden (vgl. Lohmann-Haislah 2012: 11).

Arbeit wirkt sich stabilisierend auf die Psyche einer Person aus, denn das Wohlbefinden einer nicht erwerbstätigen Person liegt meist unter dem einer Erwerbstätigen. Nach Lohmann-Haislah (2012: 12) ist ebenso festzuhalten, dass ein Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und Erkrankungen besteht, wodurch sich die Tage der Arbeitsunfähigkeit häufen. Es wird immer notwendiger sich mit dem Thema Stress und psychische Belastung auseinander zu setzen, da das Erhalten der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern und somit die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen davon abhängig sind. Der Grund ist das stetig steigende Pensionsantrittsalter und somit das steigende Durchschnittsalter der erwerbstätigen Bevölkerung, was die Arbeitsfähigkeit auch in höherem Alter voraussetzt (vgl. Lohmann-Haislah 2012: 12).

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Arbeit mit dem Bewusstmachen von berufsbedingtem Stress im beruflichen Umfeld und wie mit den Belastungs- situationen umgegangen werden kann. Beginnend wird erklärt was Stress bedeutet und wie er entsteht.

Das darauf folgende Kapitel zeigt die Auswirkungen von Stress, worauf im abschließenden Kapitel ein Überblick über die Methoden zur Bewältigung von Stress folgt.

In der Hausarbeit wird zugunsten der guten Lesbarkeit entweder die weibliche oder die männliche Schreibweise verwendet. Die andere Form ist jeweils eingeschlossen.

2. Bedeutung von Stress

2.1. Stress

Das Wort „Stress“ bedeutet nach dem Biochemiker Hans Selye Anstrengung, Anpassung, Anspannung. Man kann es auch als äußere Einwirkung sehen, auf die der Körper nicht ausreichend angepasst ist. Dazu zählen beispielsweise Krankheiten oder die Angst vor Krankheiten, Reizüberflutung, Ängste um die Zukunft, sowie diverse Konflikte. Jede Person reagiert anders auf diese Umwelt- einflüsse, aufgrund der unterschiedlichen Anschauungen und Erfahrungen (vgl. Peseschkian 2013: 4).

2.2. Berufsbedingter Stress

Da es sich um ein interdisziplinäres Forschungsgebiet handelt, sind die unterschiedlichsten Definitionen für den Begriff „berufsbedingter Stress“ zu finden. Erforscht wird diese Disziplin von mindestens vier verschiedenen Wissenschaften, wozu die die Organisations- und Personalpsychologie, die Medizin, die klinische Psychologie und die Ingenieur- bzw. Arbeitspsychologie zählen. Bei all diesen unterschiedlichen Ansichten sind sich die Forscher in einigen Punkten einig (vgl. Weinert 2004: 277).

Dazu zählt das Stress durch psychische oder physische stressauslösende Faktoren

- sogenannte Stressoren - ausgelöst wird und der Betroffene anschließend darauf reagiert. Der maßgebliche Zusammenhang zwischen Anforderungen und Zwängen in Verbindung mit Stress wird auch von verschiedenen Forschern genannt. Als weiterer gemeinsamer Punkt können zwei maßgebliche Faktoren genannt werden, welche für die Entstehung von Stress vorhanden sein müssen, nämlich die Unkenntnis der betroffenen Person, über den Ausgang der Lage sowie die Wichtigkeit des Ergebnisses für die Person (vgl. Weinert 2004: 277).

2.3. Belastung und Beanspruchung

Das Auftreten von Belastung am Arbeitsplatz kann als normal gesehen werden und führt nicht unmittelbar zu Krankheiten. Die davon betroffenen Personen unterscheiden sich jedoch stark in Fähigkeiten, Fertigkeiten, Gesundheitszustand und weiteren Eigenschaften. Eine Kombination dieser Faktoren sowie die Höhe der Belastung entscheiden darüber, ob eine Herausforderung oder eine Überbeanspruchung entsteht (vgl. GDA 2016).

Unter Belastungen versteht man alle äußeren Einflüsse die psychisch auf den Menschen einwirken. Ergeben können sich solche Belastungen aus Arbeitsinhalt, Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation sowie aus sozialen Beziehungen und unterscheiden sich durch Dauer, Stärke und Verlauf. Aufgrund der individuellen Voraussetzungen eines jeden Menschen, resultieren aus diesen Belastungen unterschiedliche Auswirkungen auf das jeweilige Individuum welche als Beanspruchung bezeichnet wird (vgl. GDA 2016).

Positive Folgen, wie die Weiterentwicklung körperlicher und geistiger Fähigkeiten oder ein Wohlbefinden in dieser Situation, können erwartet werden wenn die Belastung weitgehend den Vorstellungen entspricht. Bei zu hoher oder zu geringer Belastung treten negative Folgen, wie allgemeine psychosomatische Störungen und Erkrankungen, Fehlzeiten, Fluktuation und andere Beeinträchtigung, auf (vgl. GDA 2016).

Den Zusammenhang von Belastung und Beanspruchung soll die nachfolgende Grafik zeigen. Der Mensch, hier als Feder dargestellt, ist als die variable Einheit zu sehen, welche je nach Eigenschaften mehr oder weniger stark einer Belastung entgegenwirkt. Je nachdem ergibt sich eine geringere oder höhere Beanspruchung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Belastungs- und Beanspruchungskonzept (vgl. Ergonassist 2015)

3. Entstehung von Stress

Um einem erfolgreichen Umgang mit Belastungssituationen näher zu kommen, wird in diesem Abschnitt geklärt wie Stress entstehen kann.

3.1. Stressoren

Stress kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wobei das Empfinden eines jeden Menschen individuell ist. Solche stressauslösenden Faktoren werden als Stressoren bezeichnet, also ein Reiz im Körper worauf sich der Organismus anpassen muss. Diese Anpassung erfolgt durch eine Ausschüttung von Hormonen, welche den Körper in eine erhöhte Alarmbereitschaft versetzen. Zusätzlich erhöhen sich Herz- und Atemfrequenz, während andere Funktionen nur noch eingeschränkt verfügbar sind (vgl. Badura et al 2009: 16ff).

Stressoren können in solche mit physikalischem, chemischem, sozialem oder emotionalem Ursprung unterschieden werden. Physikalische, wie Lärm, Kälte, Hitze, Helligkeit, wirken von der Umwelt auf den Körper. Unter chemischen Stressoren sind Gifte wie Zigarettenrauch zu verstehen. Soziale Faktoren, wie Ärger mit Kollegen oder Familie, wirken ebenfalls von außen. Emotionale Auslöser wirken von innen auf das Individuum und haben ihren Ursprung in den Einstellungen, Erwartungshaltungen und Befürchtungen.

Weitere Beispiele für einen besseren Überblick über die Auslöser von Stress sind Zeitmangel, Geldmangel, Armut, fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, Mobbing am Arbeitsplatz, Schichtarbeit (Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus), ständige Konzentration auf die Arbeit, soziale Isolation, Schlafentzug, Reizüberflutung, Konflikte oder Überforderung (vgl. Badura et al 2009: 19ff).

In dieser Auflistung ist zu erkennen, dass hohes Stresspotenzial in Verbindung mit der Arbeit besteht. Zeit- und Leistungsdruck ist in der Arbeitswelt nicht wegzudenken. Mehr produzieren, mehr unterrichten, mehr publizieren wird überall gefordert und eine Ende ist nicht in Sicht. Typisch sind Arbeiten am Fließband oder im Großraumbüro, die geprägt von ständigen Neuerungen, Konkurrenzdenken und Konflikten unter Kollegen sind (vgl. Benkert 2005: 46ff).

Um eine langfristige Beschäftigung zu ermöglichen und Krankenstände zu minimieren muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden.

3.2. Eustress und Distress

In der Literatur können zwei grundsätzliche Begrifflichkeit für das individuelle Stressempfinden gefunden werden. Es wird von einem negativen Stress, dem Distress (lateinisch dis = schlecht, krank), welcher schlecht für den Körper ist und von einem positiven Stress, dem Eustress (lateinisch eu = wohl, gut), gesprochen.

Der Begriff Eustress kann als anregender Stress beschrieben werden, den man durch das Lösen schwieriger Aufgaben aller Art kennt und dadurch ein Erfolgserlebnis vermittelt bekommt, wodurch unsere Psyche stimuliert und motiviert wird (vgl. Kulbe 2009: 168). Als Beispiel möchte ich hier den „Flow Effekt“ im Sport sowie den erfolgreichen Abschluss eines Projektes im Beruf nennen.

Distress hingegen bezeichnet einen unangenehmen stressigen Dauerzustand ohne Erholungsphase. Es ist ein krankmachender Stress, begleitet von übermäßigem Druck, emotionalen Spannungen und Frustration. Die daraus folgende Reiz- überflutung kann vom Körper nicht mehr bewältigt werden (vgl. Kulbe 2009: 168ff).

3.3. Mobbing am Arbeitsplatz

Als Extremfall für die Ursache von Stress soll das Thema „Mobbing“ näher betrachtet werden. Eine genaue Definition des Begriffes fällt in den wissenschaftlichen Literaturen sehr unterschiedlich aus. Mobbing als negative Kommunikation zwischen Täter und Opfer über einen längeren Zeitraum mit einer oder mehreren genau erörterten Handlungen wird von Leymann (1992) beschrieben. Diese Definition wird wiederum von Fachkreisen kritisiert, da viele Handlungen unberücksichtigt bleiben und nonverbale Sticheleien keine Beachtung finden (vgl. Meschkutat et al 2002: 18f).

Im Vergleich der Geschlechter ist nach Untersuchungen festzustellen, dass das Risiko von Mobbing bei Frauen, mit 75%, bedeutend größer ist als bei Männern. Auch in der absoluten Anzahl der Betroffenen ist die Quote der Frauen, trotz geringerer Erwerbstätigkeit, höher. Eine mögliche Erklärung könnten die Geschlechtshierarchischen Einflüsse liefern, was aus den Untersuchungen nicht abschließend festgestellt werden kann (vgl. Meschkutat et al 2002: 25ff).

Das Alter der Mobbingopfer lässt ebenfalls auf Unterschiede schließen.

Die relativ jungen Erwerbstätigen bis zu einem Alter von 25 Jahren sind davon am stärksten betroffen, gefolgt von der Altersgruppe über 55 Jahre. Diese Entwicklung ist sehr ernst zu nehmen, da die jungen Erwerbstätigen noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen und bereits hier schlechte Erfahrungen mit dem beruflichen Umfeld in Verbindung bringen (vgl. Meschkutat et al 2002: 28).

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Details

Seiten
23
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668522602
ISBN (Buch)
9783668522619
Dateigröße
709 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v374411
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Schlagworte
Stress Kompetenz Belastung Beruf Bewältigung Resilienz Beanspruchung Eile Stressoren Eustress Distress Mobbing Stressphasen Depression Burnout Stressmacher

Autor

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Titel: Stresskompetenz. Der erfolgreiche Umgang mit Belastungssituationen im beruflichen Umfeld