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Was ist ein logisch gültiges Argument? Einführung in die Grundlagen der Logik und Argumentationstheorie

Hausarbeit 2017 12 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. LOGIK

3. ARGUMENTE
3.1. DEFINITION
3.2. WARUM ARGUMENTIEREN WIR?
3.3. TYPEN VON ARGUMENTEN
3.4. LOGISCH GÜLTIGE ARGUMENTE
3.5. QUALITÄT VON ARGUMENTEN

4. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

5. LITERATUR

1. EINLEITUNG

Wir als Menschen werden beinahe täglich mit der Logik konfrontiert, auch wenn wir uns dessen nicht aktiv bewusst sind. Um sich also ein grobes Bild über die philosophische Logik und vor allem ihre Materie, nämlich die Argumentationstheorie, machen zu können, stellt folgender wissenschaftlicher Text einen allgemeinen Überblick zur ersten Orientierung über die Thematik dar. Nach der Lektüre sollte man als philosophische(r) EinsteigerIn eine theoretische Ahnung davon erhalten, wie die Logik zu definieren ist, mit welchen Mitteln sie arbeitet und wozu sie dient. Außerdem wird bestimmt, was ein Argument ist, warum wir Argumente verwenden, welche grundlegenden Typen von Argumenten existieren und wann ein Argument logisch gültig ist. Zuletzt wird erläutert, wovon allgemein die Qualität von Argumenten abhängt. Dieses Werk umfasst somit nicht das gesamte Wissensspektrum, das mit der Logik und Argumentationstheorie zusammenhängt, weshalb nähere Informationen, sowie Erläuterungen zum Vorgehen bei der Analyse, beziehungsweise der Methode, in umfangreicheren Werken nachgeschlagen werden sollten.

2. LOGIK

Als Teilgebiet der Philosophie gilt die Logik grundsätzlich als Lehre, beziehungsweise Theorie des (korrekten) Schließens (vgl. Rosenkranz 2006: 1). Mithilfe der in der Logik angewandten Methoden können zum Beispiel sowohl diverse Aussageformen auf ihren Wahrheitsgehalt, als auch Argumentationsformen, auch Schlussformen genannt, auf ihre logische Gültigkeit hin überprüft werden (vgl. Detel 2007: 66). Beschäftigt man sich zum ersten Mal mit der philosophischen Logik, möchte man meinen, dass die logische Gültigkeit (unter anderem) davon abhängig ist, ob ein Argument inhaltlich wahr oder falsch ist. Dieses Missverständnis sollte gleich zu Beginn aus der Welt geschafft werden, denn die Logik ist formal und nicht inhaltlich bestimmt. (Vgl. Detel 2007: 61) Um die Qualität, die Gültigkeit, oder auch den Wahrheitswert („wahr" oder „falsch") von Argumenten zu bestimmen, wird somit der Fokus für die Analyse auf die logische Form dieser gelegt (vgl. Hoyningen-Huene 1998: 40). Zur Ermittlung dieser Form arbeitet die Logik mit verschiedenen Variablen, mithilfe welcher gegebene Sätze in eine analysierbare Form „übersetzt" werden können. (Vgl. Detel 2007: 69 f.)

Die Logik gilt jedoch nicht nur als Instrument zur Bestimmung von gegebenen Sätzen, sondern kann auch äußerst hilfreich bei jeglicher Form des Denkens und Redens sein, um Zweifel oder Gegenmeinungen des Gegenübers zu vermeiden. Die Kenntnis über und die richtige Anwendung von logischen Regeln ermöglicht es uns somit, unanfechtbare Aussagen zu tätigen und trägt mit großer Sicherheit dazu bei, als Gewinner einer Argumentation hervorzutreten. Die Logik birgt zudem noch einen weiteren Vorteil, der uns dazu befähigt, zu neuartigen Erkenntnissen zu gelangen, bevor wir diese tatsächlich untersuchen und auf das Ergebnis warten müssen. Durch die richtige Anwendung logischer Regeln darf nämlich von der Wahrheit der abgeleiteten Schlüsse innerhalb von Folgebeziehungen ausgegangen werden. In der philosophischen Logik nennt man dies „a priori", also vor jeder Erfahrung. (Vgl. Rosenkranz 2006: 8 f.)

3. ARGUMENTE

Bevor wir darauf eingehen, was logisch gültige Argumente sind, sollte zunächst einmal geklärt werden, wie Argumente allgemein definiert werden, warum sie zum Einsatz gebracht werden und wie die wesentlichsten Typen von Argumenten zu differenzieren sind.

3.1. DEFINITION

Ein Argument, beziehungsweise Schluss, besteht aus den sogenannten Prämissen (P1, P2, ..., Pn), die als aufgestellte Annahmen fungieren, aus welchen schließlich die Konklusion (K), also die Schlussfolgerung gezogen wird (vgl. Rosenkranz 2006: 11), während das ganze System, also die Verbindung aus Prämissen und Konklusion, das vollständige Argument bildet (vgl. Hoyningen-Huene 1998: 14). Somit fungiert jede aufgestellte Prämisse, sowie die Konklusion als Teilaussage eines Arguments (vgl. Detel 2007: 43). In der Alltagssprache repräsentieren jedoch oft die Prämissen allein das Argument, da die beabsichtigte Konklusion in ihnen unterschwellig klar wird (vgl. Leitgeb 2006: 32).

Verwendet werden Argumente grundsätzlich, um die eigenen Meinungen, Handlungen, oder Entscheidungen zu begründen. In einem Argument wird also die Konklusion durch die Prämissen begründet - vorausgesetzt, die Prämissen sind wahr. Denn sind sie tatsächlich wahr, darf daraus geschlossen werden, dass auch die Konklusion wahr ist. In der Logik wird diese Beziehung der Teilaussagen folgendermaßen notiert: P1, P2, ..., Pn ^ K. (Vgl. Detel 2007: 43) Aus diesen Gegebenheiten kann daher geschlossen werden, dass ein Argument als Begründung fungiert, wenn die Prämissen die Wahrheit der Konklusion garantieren, das Argument also logisch gültig ist. Doch auch, wenn die Prämissen es lediglich sehr wahrscheinlich machen, dass die Konklusion als wahr angenommen werden kann, also das Argument induktiv stark ist, darf man dem Argument die Funktion einer Begründung zusprechen. Die/der Argumentierende sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, ob sein Argument logisch gültig, oder „nur" induktiv stark ist. (Vgl. Leitgeb 2006: 38) Näheres zur logischen Gültigkeit und zur induktiven Stärke wird später im Text erläutert.

Beachtet werden sollte, dass die Teilaussagen eines Arguments keine symmetrischen Beziehungsmerkmale aufweisen, was bedeutet, dass, wenn A aus B folgt, es nicht unbedingt heißen muss, dass auch B aus A folgt. Gleichzeitig ist ein Argument jedoch auch nicht asymmetrisch, da, wenn A aus B folgt, es weder bedeutet, dass B aus A folgt, noch, dass B nicht aus A folgt. Aus einer Folgebeziehung darf somit nicht ohne Weiteres ein Umkehrschluss oder Ähnliches gezogen werden. (Vgl. Rosenkranz 2006: 3 f.)

3.2. WARUM ARGUMENTIEREN WIR?

Wir als Menschen verlangen nach Begründungen für unser Handeln, oder für Entscheidungen, die getroffen werden. Damit einhergehend „ordnen" wir uns für gewöhnlich bestimmten Konzepten unter, die vorgeben, welchen Lebensstil wir für gut befinden und wer wir als Menschen sein möchten - und dieses Konzept sollte im besten Fall schlüssig begründet werden können, unanfechtbar und somit auch argumentativ fundiert sein, um von anderen als vernünftig beurteilt zu werden. (Vgl. Detel 2007: 42) Denn „vernünftig ist ein Verhalten, das sich mit überzeugungskräftigen Argumenten rechtfertigen lässt" (Kopperschmidt 2000: 34).

Eine wichtige Rolle spielt auch die Vermeidung von Widersprüchen in unseren Meinungen über uns und die Welt, denn wir fordern ebenso, dass unsere Ansichten und Denkweisen miteinander harmonieren und sich nicht gegenseitig ausschließen oder widersprechen (vgl. Rosenkranz 2006: 10). Weiterhin wird erwartet, dass Handlungen rechtfertigungsfähig sind. Man „sollte" also stets begründen können, warum man auf eine bestimmte Weise handelt und trägt somit auch die Verantwortung dafür. Hierbei unterscheidet Kopperschmidt (vgl. 2000: 34 ff.) jedoch zwischen dem Handeln, welches im Gegensatz zum Verhalten, oder zu Ereignissen, als einziges rechtfertigungs- und verantwortungspflichtig ist, da es mit aktiv gewählten Motiven verbunden ist. Das menschliche Verhalten dagegen gilt zwar als weniger sinnbehaftet, da es oft von Affekten und anderen Reizen gelenkt wird, entkommt jedoch nicht der Forderung nach Erklärbarkeit. Ein Ereignis dahingehen ist weder erklärungspflichtig, noch zu rechtfertigen, da es kausal beeinflusst ist. Im Hinblick darauf, dass Menschen beurteilen, ob Handlungen vernünftig und verantwortlich sind, werden Taten, die als nicht verantwortlich eingeordnet werden, (kulturell/territorial abhängig unterschiedlich) sanktioniert. Dabei spielt die Schuldfähigkeit eine große Rolle: Denn wer verantwortungsfähig ist, wer also die Frage nach der Rechtfertigungsfähigkeit beantworten kann, ist (meist) für einen Staat auch schuldfähig. (Vgl. Kopperschmidt 2000: 34 ff.)

Doch auch spezifisch im Hinblick auf die Logik gibt es Motive für den Einsatz von Argumenten: So können häufig neue Erkenntnisse gewonnen werden, deren Begründung wir uns erst mithilfe von kombinierten Prämissen erschließen können. Oft sagen einzelne Prämissen unabhängig voneinander noch nicht sehr viel aus und ermöglichen erst in ihrem Zusammenspiel logische Ableitungen von Konklusionen. (Vgl. Rosenkranz 2006: 12 f.)

3.3. TYPEN VON ARGUMENTEN

Da dieses Werk als allgemeiner Überblick über Argumente in der Logik dienen soll, werden in diesem Kapitel nur die grundlegendsten Typen von Argumenten erläutert. Eines dieser nennt sich „induktives Argument" und schließt auf Grundlage von Aussagen über bereits Bekanntes auf Aussagen über noch Unbekanntes (vgl. Kleinknecht 2006: 18). Dabei wird davon ausgegangen, dass in unserer Welt eine gewisse Regelmäßigkeit existiert und man somit von besonderen einzelnen Beispielen (Prämissen) auf eine verallgemeinernde Konklusion schließen kann und darf. Ein Beispiel für ein induktives Argument wäre Folgendes:

Viele Frauen neigen dazu, von ihren Gefühlen mitgerissen zu werden, deshalb sind

Frauen allgemein sensibel.

In logische Variablen übersetzt sähe ein induktives Argument beispielsweise so aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Induktive Argumente können nie als absolut verlässlich angesehen werden, da sich die Wahrheit der Prämissen nicht unbedingt auf die Konklusion übertragen lässt. In einem induktiven Schluss machen es die Prämissen höchstens sehr wahrscheinlich, dass die Konklusion wahr sein könnte. (Vgl. Kleinknecht 2006: 18) Zwar gibt es keine eindeutigen Grenzen oder Maßeinheiten zur Ermittlung der Qualität eines induktiven Arguments, jedoch unterscheidet man zwischen starken und schwachen induktiven Argumenten, je nachdem, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Wahrheit ist. Je öfter sich bestimmte Umstände wiederholen und somit „zur Regel" werden, als desto stärker wird das Argument beispielsweise bewertet. Außerdem kann das Hinzuziehen von neuen Prämissen ebenso Einfluss auf die Qualität eines induktiven Schlusses nehmen. Oftmals werden induktive Argumente dazu verwendet, um allgemeingültige Aussagen über (die) Bevölkerung(-sgruppen) zu treffen, oder die Glaubwürdigkeit des Schlusses mithilfe des Stützens auf Autoritäten oder Beweise zu begründen. (Vgl. Internet Encyclopedia of Philosophy o.J.: o.S.)

Als Gegenstück zum induktiven Argument schließt ein deduktives Argument eher von der Allgemeinheit auf das Besondere und gilt als weitaus präziser, klarer und glaubwürdiger. Denn ein deduktiver Schluss ermöglicht die Wahrheitsübertragung von den Prämissen auf die Konklusion und damit auch den Schluss als ganzen, vorausgesetzt die Prämissen sind wahr. Stützen die Prämissen die Konklusion besonders stark, wird es für den Schluss somit unmöglich, falsch zu sein. (Vgl. Internet Encyclopedia of Philosophy o.J.: o.S.). Kurz gesagt: bei einem deduktiven Argument folgt die Konklusion aus den Prämissen, in logischer Schreibweise:

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668518285
ISBN (Buch)
9783668518292
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373978
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
1,00
Schlagworte
Logik Argumente Argumentation Argumentationstheorie gültige Argumente logisch gültige Argumente Typen von Argumenten Qualität von Argumenten

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