Lade Inhalt...

Die Funktion von Titelsongs in Filmen anhand der James Bond Filmreihe

Hausarbeit 2016 15 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktion von Filmmusik
2.1 Metafunktion
2.1.1 Rezeptionspsychologische Metafunktion
2.2.2 Ökonomische Metafunktion
2.2 Funktionen im engeren Sinn
2.2.1 Dramaturgische Funktion
2.2.2 Epische Funktion
2.2.3 Strukturelle Funktion
2.2.4 Persuasive Funktion

3. Anwendung auf die James Bond Titelsongs
3.1 Die Another Day
3.2 Skyfall

4. Resümee

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Filme ohne die Mitwirkung von Musik sind heutzutage sehr selten, sollte es sie überhaupt noch geben. Die Musik übernimmt im Film verschiedene Aufgaben, die den Film unterstützen. Emotionen können durch eine musikalische Untermalung einer Szene viel besser vermittelt und bei dem Zuschauer geweckt werden, jedoch passiert dies nicht immer bewusst. Die Musik beeinflusst den Menschen unterbewusst. Während Musik im Film bestimmte Funktionen übernimmt, kann man sich daraus folgend nun auch die Frage stellen, ob der Titelsong eines Films auch eine bestimme Funktion hat. Der Zuschauer hört schon vor Erscheinen des Filmes den dazugehörigen Titelsong und baut dadurch eine Verbindung zu dem Film auf. Doch geschieht dies bewusst? Und verwenden Titelsongs bestimmte musikalische und psychologische Werkzeuge, die diese entstandene Bindung verstärken oder erst herstellen? Vor allem bei einer Filmserie wie James Bond, welche 24 in sich abgeschlossene Filme beinhaltet, sollte man meinen, dass es eine Verbindung zwischen den einzelnen Filmen geben sollte. Könnte eine dieser Verbindungen die Musik sein? Und welche Funktion nehmen Titelsongs überhaupt ein? Mit genau diesen Fragen rund um die Funktion von Titelsongs wird sich diese Arbeit beschäftigen. Als Beispiel werden zwei Filme aus der James Bond Filmreihe dienen, anhand denen die Funktion deutlich gemacht werden soll. Um eine Grundlage für jene Untersuchen schaffen zu können, werden im ersten Teil der Arbeit die unterschiedlichen Funktionen von Filmmusik erwähnt und ein Zusammenhang zwischen dieser Filmmusik und den Titelsongs hergestellt. Der zweite Teil beschäftigt sich dann gezielt mit den Titelsongs von zwei ausgewählten James Bond Filmen, nämlich Stirb an einem anderen Tag und Skyfall.

2. Funktion von Filmmusik

Musik hat bestimmte Fähigkeiten, welche sich auch Filmkomponisten zu Nutzen machen und Vermischen für die Verkopplung mit dem Film mehrere Stile und Formen, um „Bewegungen und Handlungen musikalisch zu begleiten und möglichst realistisch abzubilden, Gefühle deutlich zum Ausdruck zu bringen und große affektive Wirkung zu erzielen.“[1] Denn Musik hat die Fähigkeit Gefühle nachzuahmen und zum Ausdruck zu bringen. Dabei werden bestimmten Klangarten, Rhythmen und Tonarten bestimmte Wirkungen zugesprochen.[2] Doch Musik kann auch Einfluss auf das filmische Tempo und die formale Verbindungen von Sequenzen nehmen.[3] Filmmusik hat demnach dramaturgische, epische, strukturelle und persuasive Funktionen. Doch auch die rezeptionspsychologischen und ökonomischen Funktionen wirken sich auf den Film als Gesamtwerk aus. Diese Funktionen fasst Claudia Bullerjahn unter den beiden Kategorien Metafunktion und Funktionen im engeren Sinn zusammen.

All diese Funktionen der Filmmusik haben letztendlich ein gemeinsames Ziel. Durch sie soll der Film besser vermittelt werden. Josef Kloppenburg fasst es in Das Handbuch der Filmmusik wie folgt zusammen: Musik erklingt nicht ihrer selbst willen, sie soll den Film vermitteln und auf die Empfindungen des Rezipienten Einfluss nehmen. Die Musik richtet sich an den Betrachter, um dessen Wahrnehmung und Emotionalität zu beeinflussen.[4]

2.1 Metafunktion

Claudia Bullerjahn unterschiedet zwischen Funktionen, „die die audiovisuelle Rezeptionsform als solche betreffen, und Funktionen, die Musik in Hinsicht auf ein konkretes audiovisuelles Werk […] erfüllen.“[5] Die Metafunktionen beschäftigen sich dabei mit dem ersten Punkt, nämlich der zeitspezifischen Rezeption von Filmen in einer bestimmten Umgebung. Dabei unterscheidet man die zwei Kategorien rezeptionspsychologische Metafunktionen und ökonomische Metafunktionen.[6]

2.1.1 Rezeptionspsychologische Metafunktion

Rezeptionspsychologische Metafunktionen werden heutzutage angewandt, um den Film in seiner Funktion als Unterhaltungsmedium zu unterstützen. Die Motivation und das Aktivationsniveau sollen beim Publikum erhöht werden und vergleichsweise langweilige oder schwere Inhalte sollen durch die eingespielte Musik leichter aufgenommen werden. Aufgrund dessen wird diese Funktion vor allem auch in Werbespots verwendet. Ein weiteres Ziel der Funktion ist die Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls beim Publikum, als auch die Ankündigung des Hauptfilmes. Dies geschieht oft durch die Vorspannmusik. Sie soll dem Zuschauer deutlich machen, dass der Film beginnt und es als ein Geschehen abgrenzen, welches nichts mehr mit dem Alltag des Einzelnen zu tun hat. Dieses Ziel hatte man schon zur Zeit des Stummfilmes. Die Hintergründe für das Einsetzen von Musik bei Stummfilmen hatte neben den heutigen Gründen noch das Neutralisieren störender Nebengeräusche, wie zum Beispiel Straßenlärm, Rascheln von Popcorntüten, Ventilatorengeräusche oder die Unruhe des Publikums, und die Vermittlung eines besseren Gefühls. Man wollte dem Zuschauer die Behaglichkeit des dunklen Raums nehmen und den „Widerspruch zwischen der Wirklichkeitsnähe der Bilder und der wirklichkeitsfernen, irrationalen, todesähnlichen stille, die von den Bildern ausging“[7] mildern. Auch die „Vermittlung der den Bildern fehlenden Räumlichkeit und Tiefendimension“[8] sah man als Aufgabe der Filmmusik an.

Doch auch Pannen des Projektors sowie das Wechseln der Filmrollen sollten durch die Musik übertönt werden, damit der Unterhaltungswert des Kinos erhalten blieb.[9]

2.2.2 Ökonomische Metafunktion

Neben den Rezeptionspsychologischen Metafunktionen unterscheidet Claudia Bullerjahn noch die ökonomischen Metafunktionen. Darunter zählt C. sie zum einen das Ansprechen der Zielgruppe des Films durch die Wahl spezifischer Musikgenres und zum anderen die Vermarktung von Popikonen und deren Songs. Um die richtige Zielgruppe eines Filmes ansprechen zu können, musste man sich nach den aktuellen Trends richten. So hat man zu Zeiten des Stummfilms versucht das bürgerliche Publikum durch die Verwendung von Opernfragmenten oder Ausschnitten aus Dichtungen in die Kinos zu locken, heute versucht man dies, indem man sich den aktuell angesagten Musikgenres bedient. Ende der sechziger Jahre wollte man vor allem durch Pop- und Rockmusik das junge Publikum ansprechen. Dabei muss die Musik vorerst nichts mit dem Inhalt des Filmes zu tun haben, denn sie soll nur die Zielgruppe ansprechen und somit das Publikum selektieren. Diese Funktion nutzt man auch in Werbespots für die Vermarktung von Produkten.

[...]


[1] Kloppenburg, Josef: Das Handbuch der Filmmusik. Laaber: Laaber-Verlag, 2012. S. 92.

[2] Ebd. S. 96.

[3] Ebd. S. 140.

[4] Ebd. S. 139.

[5] Bullerjahn, Claudia: Grundlagen der Wirkung der Filmmusik. Augsburg: Wißner-Verlag,2014 S. 65.

[6] Ebd. S. 65 ff.

[7] Ebd. S. 66.

[8] Ebd. S. 67.

[9] Ebd. S. 66 f.

Details

Seiten
15
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668513037
ISBN (Buch)
9783668513044
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373791
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Schlagworte
James Bond Schauspielmusik Titelsong Musikanalyse Film

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Funktion von Titelsongs in Filmen anhand der James Bond Filmreihe