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Der Wandel vom weißen zum schwarzen Schwan im Film "Black Swan" von Darren Aronofsky

Hausarbeit 2015 18 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe Black Swan

3. Der Wandel vom weißen zum schwarzen Schwan
3.1 Persönlicher Wandel der Ballerina
3.1.1 Das kleine Mädchen
3.1.2 Die Verführerin
3.2 Tänzerische Entwicklung
3.2.1 Tänzerische Darbietung
3.2.2 Musikalische Untermalung
3.2.3 Kostüm

4. Resümee

5. Quellenverzeichnis

6. Anhang

6.1 Abbildungen

6.2 Timeline

1. Einleitung

Das Ballettstück Schwanensee von Tschaikowski gilt als eines der schwierigsten Stücke. Vor allem die Rolle der Schwanenkönigin, welche den weißen und den schwarzen Schwan, zwei völlig unterschiedliche Charaktere, in einer Figur verkörpern muss, gilt sowohl als Herausforderung als auch als Ritterschlag für die Ballerina. Doch vor allem die Choreographie stellt hohe Ansprüche an die Tänzerin. So muss die Ballerina im dritten Akt des Stückes zweiunddreißig Fouettés ausführen. Der Film Black Swan, welchen ich als Vorlage nehme, behandelt im Vordergrund die Vereinigung des weißen und schwarzen Schwanes in einer Tänzerin. Neben der persönlichen und charakterlichen Entwicklung geht der Film auch auf die tänzerische Umsetzung der beiden Schwäne ein. In meiner Arbeit möchte ich mir die einzelnen Bewegungen, sowie die Entwicklung der Primaballerina Nina anschauen und inwieweit man die Verwandlung vom weißen zum schwarzen Schwan anhand der Bewegungen und der dazugehörigen Gestik und Mimik verdeutlichen kann.

2. Inhaltsangabe Black Swan

Der im Jahr 2010 erschienene amerikanische Psychothriller von Regisseur Darren Aronofsky behandelt das Ballettstück Schwanensee von Tschaikowski. Die Rollen des weißen und des schwarzen Schwans werden von nur einer Tänzerin übernommen. Dabei behandelt der Film das Ballett im Bezug auf den Alltag einer Ballerina. So thematisiert der Film neben der Rivalität der Tänzerinnen auch die eigene Zerstörung der Primaballerina. Aronofsky setzt sowohl auf Elemente aus der Psychologie als auch aus dem Horrorfilm. So kämpft der Hauptcharakter Nina mit der Krankheit Dermatillomanie und mit einer Paranoia, welche sich verschlimmert, als sie die Rolle der Schwanenkönigin bekommt und die neue Tänzerin Lily an das Ballett kommt. Lily ist dabei das Pendant zu Nina spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Primaballerina.[1]

3. Der Wandel vom weißen zum schwarzen Schwan

In Tschaikowskis Schwanensee gibt es den weißen Schwan, Prinzessin Odette, und ihr negatives Ebenbild, den schwarzen Schwan Odile. Getanzt werden die beiden Rollen von derselben Tänzerin. Während die Protagonistin den weißen Schwan perfekt beherrscht, macht ihr der schwarze Schwan Probleme. Aus Angst die Hauptrolle zu verlieren, tut Nina alles dafür, um den schwarzen Schwan zu verkörpern. Dabei kommt es nicht nur tänzerisch, sondern auch persönlich zu einem Wandel, die ineinander verschmelzen und sich gegenseitig fördern.

3.1 Persönlicher Wandel der Ballerina

Der persönliche Wandel Ninas vollzieht sich hauptsächlich mit Hilfe der Tänzerin Lily, die das Pendant zu Nina ist. Die Tänzerin ist rebellisch, verführerisch und steht auf eigenen Beinen. Im Gegensatz zu der Protagonistin verkörpert sie den schwarzen Schwan perfekt und wird im Laufe des Films in Ninas Augen zu ihrer Gegnerin, da sie denkt, Lily wolle ihr die Rolle wegnehmen.[2]

3.1.1 Das kleine Mädchen

Nina verkörpert zu Beginn des Films ein kleines, hilfloses Mädchen. Ihr Zimmer ist voll von Kuscheltieren und eine Spieluhr spielt sie in den Schlaf. Dabei dominiert die Farbe Rosa nicht nur in ihrem Zimmer, auch ihre Kleidung weist diesen Ton auf. Diesen Aspekt schildere ich jedoch in Kapitel 3.2.3 genauer. Neben den kindlichen Attributen der Ballerina, spielt auch ihre Mutter eine große Rolle. So wird sie von dieser in jedem Bereich ihres Lebens kontrolliert und gehorcht ihr bedingungslos. Das Leben der Protagonistin symbolisiert hier den weißen Schwan. Sie ist brav, gehorsam, rein, unschuldig und wirkt oft zerbrechlich. Die Perfektion, zu der sie erzogen wurde, spiegelt sich auch in ihrem tänzerischen Spiel, was auch von dem Choreographen Thomas bemerkt wird. So sagt er ihr beim Vortanzen, sie sei die perfekte Besetzung, wenn er nur den weißen Schwan suchen würde. Für den schwarzen Schwan fehle ihr die Leidenschaft.[3]

Nachdem sie ihn jedoch davon überzeugen konnte, dass auch in ihr eine dunkle Seite ist, bekommt sie die Doppelbesetzung[4] und tut von da an alles um die Rolle auch zu behalten. Dies ist der erste Schritt zur Verwandlung.

3.1.2 Die Verführerin

Nachdem der Choreograph Nina vorgehalten hat, was der schwarze Schwan verkörpert, nämlich Leidenschaft, Sexualität und Erotik, beginnt bei ihr der Wandel. So kommen langsam bisher nicht ausgelebte Seiten zum Vorschein, welche eine Paranoia bei ihr auslösen. Der Ablauf davon wird in dem Film so dargestellt, dass man als Zuschauen irgendwann nicht mehr unterscheiden kann, was nun Realität ist und was eine Halluzination der Ballerina ist. Im Laufe des Films wird Nina immer selbstbewusster. Sie wehrt sich gegen ihre Mutter, indem sie mit Lily ausgeht, obwohl ihre Mutter es nicht will und geht so weit, dass sie sie verletzt. Ihren Abschluss mit der Kindheit kann man deutlich in der Szene sehen, in der sie ihre Kuscheltiere wegwirft und ihre Spieluhr kaputt macht.[5]

Auch ihre sexuelle Erfahrung mit Lily fördert ihre dunkle Seite. So verbringt sie eine Nacht mit ihr in einem Club, in dem sie Drogen nimmt und sich mit mehreren Männern vergnügt. Dort kann man beobachten, wie Nina immer selbstbewusster und stärker wird.[6]

Dadurch verschlimmert sich auch ihre Persönlichkeitsstörung. So kratzt sie sich ihre Wunde an der Schulter immer mehr auf, bis sie eine kleine schwarze Feder daraus ziehen kann (vgl. Abb. 1). Dies gilt als einer der Wendepunkte in Ninas Entwicklung. Sie nimmt immer mehr die Gestalt des schwarzen Schwans an. Ihre Augen werden rot und ihre Beine zu Schwanenfüßen. Den Halt verlierend, stößt sie mit dem Kopf an die Bettkante und wird bewusstlos.[7]

Der nächste Abschnitt der Entwicklung findet am Tag der Premiere statt. Im Ballett angekommen, gibt sie sich ungewohnt selbstbewusst und besteht darauf, dass sie die Schwanenkönigin spielen wird und nicht Lily, welche für Nina einspringen sollte. Der Kampf der beiden in der Garderobe symbolisiert den Kampf zwischen weißen und schwarzen Schwan. Dabei erscheint ihr Lily immer öfter als ihr Alter Ego und letztendlich ersticht Nina Lily. Wie in Trance geht sie als schwarzer Schwan zurück auf die Bühne und vollendet ihre Verwandlung.

In der Schlussszene als weißer Schwan bemerkt sie ihre Wunde am Bauch, welche sie sich selbst zugefügt hat, als sie dachte, sie kämpfe mit Lily. Der Tod des weißen Schwans im Stück und auch das ungewisse Ende über Ninas Überleben soll als Symbol des weißen Schwans in Ninas Charakter gelten.

3.2 Tänzerische Entwicklung

Die Protagonistin Nina gehört zu den Tänzerinnen, welche der Perfektion nachstreben. So achtet sie auf eine perfekt ausgeführte Technik und führt jede Bewegung exakt aus.[8] Die Rolle der Schwanenkönigin verlangt jedoch neben der fragilen, kontrollierten Figur des weißen Schwanes auch die leidenschaftliche und verführerische Figur des schwarzen Schwanes. Im Laufe des Filmes findet eine Verwandlung Ninas in diese Figur statt, welche sie jedoch erst bei der Aufführung vollenden kann. Zu Beginn ist sie jedoch weit von einer leidenschaftlichen und mühelosen Tänzerin entfernt. Diese Entwicklung möchte ich in diesem Kapitel genauer untersuchen und beziehe zur tänzerischen Darbietung auch die Musik und die Kostüme beziehungsweise Ninas Kleidung mit ein.

[...]


[1] Aronofsky, Darren [Reg.]: Black Swan. 1 DVD, USA: Fox Searchlight Pictures, 2010, 104 min. insg.

[2] Ebd. 1:15:00 min.

[3] Ebd. 12:53 min.

[4] Ebd. 20:40 min.

[5] Ebd. 1:11:54 min.

[6] Ebd. 56:00 min.

[7] Ebd. 1:21:38 min.

[8] Ebd. 7:40 min.

Details

Seiten
18
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668513013
ISBN (Buch)
9783668513020
Dateigröße
24 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373790
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,3
Schlagworte
Tanz Film Tanzanalyse Black Swan Ballett

Autor

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Titel: Der Wandel vom weißen zum schwarzen Schwan im Film "Black Swan" von Darren Aronofsky