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Der Ablauf und die Ziele der Risikoanalyse im Projekt. Einsatzmöglichkeit einer Wahrscheinlichkeits- und Auswirkungsmatrix

von Brank Anders Wernersson (Autor)

Hausarbeit 2014 11 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziele, Ablauf und Methoden der Risikoanalyse

3 Fazit

4. Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Gemäß der Projektdefinition nach DIN 69901 ist ein zwingendes Merkmal eines Projektes die „Einmaligkeit der Bedingungen“ in der Gesamtheit eines Vorhabens, ggf. sogar die komplette Neuartigkeit eines Vorhabens in ihren Bedingungen. Neue und bisher unbekannte Projekte beinhalten daher zwangsläufig verschiedene Risiken.[1]

Im Rahmen von Projekten sowie des Projektmanagements ist daher die Erkenntnis allgemein akzeptiert, Risiken für ein Projekt nicht zu ignorieren, sondern diese Risiken mit Hilfe eines Risikomanagements zumindest zu erkennen. Wobei jedoch zusätzlich anzumerken ist, dass ein Risiko lediglich ein Ereignis ist, was eintreten kann oder nicht eintreten kann; somit also nur die Gefahr beinhaltet, dass ein geplantes Ziel nicht oder nicht in vollem Umfang erreicht wird.[2] [3] Der tatsächliche Grund für eine Erhöhung der Projektkosten, eine Terminverlängerung oder eine Qualitätsverminderung wird hingegen als Schaden bezeichnet.

Im Rahmen dieser Kurzhausarbeit sollen zunächst die unterschiedlichen Meinungen bzgl. der Stellung der Risikoanalyse innerhalb des Risikomanagements kurz erläutert werden. Anschließend sollen die Ziele und der Ablauf einer Risikoanalyse aufgezeigt werden sowie exemplarisch die Einsatzmöglichkeit einer Wahrscheinlichkeits- und Auswirkungsmatrix sowie einer Entscheidungsbaumanalyse skizziert werden.

2 Ziele, Ablauf und Methoden der Risikoanalyse

Die Risikoanalyse kann in der Fachliteratur als unterschiedlicher Begriff innerhalb des Risikomanagementprozesses gesehen werden. So kann in der Fachliteratur die Ansicht vertreten werden, dass die Risikoanalyse ein Gesamtprozess mit den Phasen

- Risikoidentifikation,
- Risikobewertung,
- Maßnahmen(-planung u. -bewertung) und
- Risikodokumentation darstellt.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Risikoanalyse als Gesamtprozess[5]

Kerzner und Jenny betrachten die Risikoanalyse jedoch – unabhängig voneinander – als ein Teilbereich eines Risikomanagementprozesses. Nach Kerzner beinhaltet der Prozess die Phasen

- Risikoplanung,
- Risikobewertung (mit den Teilbereichen Risikoidentifikation und Risikoanalyse),
- Risikobehandlung mit der Maßnahmenplanung und
- Risikoüberwachung, dessen Phasenaufteilung – mit Ausnahme des Fehlens der Phase Risikoplanung – sinngemäß auch bei Jenny zu sehen ist.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prozessablauf des Risikomanagements[7]

Daher soll die Risikoanalyse im Folgenden, wie bei KERZNER beschrieben, als Teilbereich des Risikomanagementprozesses verstanden werden, der sich an die Risikoidentifikation anschließt. Ziel der Risikoanalyse ist somit, genügend Informationen über Risikofaktoren zu sammeln, um

- eine Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines identifizierten Risikos sowie
- die Auswirkungen auf den Projekterfolg, d.h. Schadensausmaß bei Eintritt eines identifizierten Risikos einschätzen zu können.[8]

Vor Beginn der Risikoanalyse ist jedoch – gerade vor dem Hintergrund der meistens knappen Ressourcen für ein Projekt – zu beachten, dass im Sinne der Ressourcenschonung nur die Risikofaktoren analysieren werden sollten, die in der vorangegangenen Risikoidentifikation erkannt wurden.[9] Ebenfalls ist vor Beginn der Risikoanalyse zu bedenken, dass für alle Matrixebenen (also Projektziel, Teilzeile und Meilensteine) sowie für alle Erfolgskomponenten innerhalb des magischen Dreiecks (also Kosten, Termin und Leistung) unterschiedliche Risiken vorhanden sind und berücksichtigt werden müssen.[10] [11] Sollte daher für eine Matrixebene oder eine Erfolgskomponente kein Risiko identifiziert worden sein, könnte dies ein Anzeichen für eine fehlerhafte Risikoidentifikation sein.

Ist diese Risikoidentifikation abgeschlossen, kann mit der Risikoanalyse begonnen werden. Hierzu werden zunächst als notwendigen Informationen für die Risikoanalyse gesammelt. Hilfestellung bei dem Sammeln der notwendigen Informationen bieten hierbei verschiedene Methoden, u.a.

- die Analyse von (technischen) Plänen,
- Vergleiche mit ähnlichen Systemen,
- der Einsatz von Checklisten,
- Erfahrungen und Befragungen (z.B. von Mitarbeitern),
- Modellbildung und Simulationen,
- die Analyse von relevanten Rechtsnormen oder
- Expertenmeinungen.[12] [13]

Sobald die notwendigen Informationen vorhanden sind, erfolgt eine qualitative Risikoanalyse. Nach PMI 2004 ist die qualitative Risikoanalyse „ein Prozess des Ordnens von Risiken nach Priorität für eine weitere Analyse oder Aktion, in dem ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkung bewertet und kombiniert werden“, so dass die untersuchten Risiken priorisiert und einer bestimmten Risikostufe zugeordnet werden können.[14]

Als Methoden bieten sich

- Fachurteile,
- die Einstufung der Dringlichkeit von Risiken,
- die Bewertung der Qualität der Risikodaten oder
- eine Wahrscheinlichkeits- und Auswirkungsmatrix, bei der die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkung auf das Projekt miteinander multipliziert wird an.[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Wahrscheinlichkeits- und Auswirkungsmatrix[16]

Wie an Abb. 3 schon farblich erkennbar können die Risiken somit in verschiedene Kategorien (z.B. hoch, mittel oder gering) unterteilt werden, wobei hier gilt: Je höher der Wert, desto höher bzw. bedrohlicher das Risiko.[17] Hohe Risiken haben somit einen großen Einfluss auf die Kosten, Termine und/oder die Leistung des Projekts, so dass für sie im Verlauf des Risikomanagementprozesses erhebliche Korrekturmaßnahmen geplant werden müssen.

[...]


[1] Siehe: URL: http://www.pm-handbuch.com/planung/, abgerufen am 08.11.2014 um 11:15 Uhr

[2] Siehe: URL: http://www.projekt-smag.de/risikoanalyse-projektmanagement, abgerufen am 08.11.2014 um 12:00 Uhr

[3] Siehe: URL: http://www.pm-handbuch.com/planung/, abgerufen am 08.11.2014 um 11:15 Uhr

[4] Siehe: URL: http://www.iwk-svk-dresden.de/Demo/PFK_2012/PDF/PM_Risikoanalyse.pdf, abgerufen am 08.11.2014 um 12:25 Uhr, S. 1-4

[5] Siehe: Krüger, Ulrike: Projektmanagement, 2011, S. 24

[6] Siehe: Jenny, Bruno: Projektmanagement, 2. Auflage, 2010, S. 574, 575

[7] Siehe: Kerzner, Harold: Projektmanagement, 2. deutsche Auflage, 2008, S. 686

[8] Siehe: Kerzner, Harold: Projektmanagement, 2. deutsche Auflage, 2008, S. 686, 694

[9] Siehe: Kerzner, Harold: Projektmanagement, 2. deutsche Auflage, 2008, S. 694

[10] Siehe: Kraus, Georg/Westermann, Reinhold: Projektmanagement mit System, 1995, S. 83

[11] Siehe: Kerzner, Harold: Projektmanagement, 2. deutsche Auflage, 2008, S. 694

[12] Siehe: Kerzner, Harold: Projektmanagement, 2. deutsche Auflage, 2008, S. 694

[13] Siehe: URL: http://www.projekt-smag.de/risikoanalyse-projektmanagement, abgerufen am 08.11.2014 um 12:00 Uhr

[14] Siehe: Jenny, Bruno: Projektmanagement, 2. Auflage, 2010, S.899

[15] Siehe: URL: http://w3-mediapool.hm.edu/mediapool/media/fk07/fk07_lokal/diefakultt_4/ansprechpartner_2/lehrbeauftragte_2/boczan/vorlesungen/projektmanagement_2/11risikomanagementplanungsprozesse.pdf, abgerufen am 08.11.2014 um 14:20 Uhr, S. 30

[16] Siehe: URL: http://w3-mediapool.hm.edu/mediapool/media/fk07/fk07_lokal/diefakultt_4/ansprechpartner_2/lehrbeauftragte_2/boczan/vorlesungen/projektmanagement_2/11risikomanagementplanungsprozesse.pdf, abgerufen am 08.11.2014 um 14:20 Uhr, S. 32

[17] Siehe: Kerzner, Harold: Projektmanagement, 2. deutsche Auflage, 2008, S. 695

Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668516373
ISBN (Buch)
9783668516380
Dateigröße
684 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373754
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
2,3
Schlagworte
Modul „Projektmanagement“

Autor

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