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Prävention von vorderen Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball

Hausarbeit 2017 61 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Thematische Einführung
1.2 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Anatomie des Kniegelenks
2.1.1 Kreuzbandruptur
2.1.2 Verletzungsmechanismen am vorderen Kreuzband
2.2 Darstellung der Risikofaktoren und Genderdifferenzen
2.2.1 Nicht veränderbare intrinsische Risikofaktoren
2.2.1.1 Vorherige Kreuzbandverletzung und familiärer Hintergrund (Genetik)
2.2.1.2 Vordere Kreuzbandgröße, Notch-size, Q-Angle und Bandlaxität
2.2.1.3 Hormone
2.2.2 Veränderbare intrinsische und extrinsische Risikofaktoren
2.2.2.1 Biomechanik und neuromuskuläre Kontrolle
2.2.2.2 Ermüdung und Body-Mass-Index (BMI)
2.2.2.3 Spielbedingungen und Spielniveau

3 Zielgruppenanalyse
3.1 Vorstellung der Spielerin
3.2 Analyse (Screening)

4 Prävention von vorderen Kreuzbandrupturen
4.1 Warm-Up
4.2 Pylometrisches Training
4.3 Krafttraining
4.4 Core-Training
4.5 Ausdauer
4.6 Dehnen

5 Exemplarische Vorstellung einer Einheit

6 Schlussfolgerung

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Kniegelenk

Abbildung 2: Kniehebegang

Abbildung 3: Kniehebelauf

Abbildung 4: Anfersen

Abbildung 5: Rückwärtslauf

Abbildung 6: Handwalk

Abbildung 7: Ausfallschritt nach vorne mit Oberkörperrotation

Abbildung 8: Seitlicher Ausfallschritt

Abbildung 9: Einbeiniger Kastensprung

Abbildung 10: Einbeiniger seitlicher Kastensprung

Abbildung 11: Einfachsprünge (vorwärts)

Abbildung 12: Spreizsprünge

Abbildung 13: Hüftheben nach Gray Cook

Abbildung 14: Modifiziertes Kreuzheben mit gestrecktem Bein

Abbildung 15: Step-Up

Abbildung 16: Brücke

Abbildung 17: Unterarmstütz

Abbildung 18: Seitenstütz

Abbildung 19: Dehnung Wadenmuskulatur

Abbildung 20: Dehnung Quadriceps

Abbildung 21: Dehnung Hintere Oberschenkelmuskulatur

Abbildung 22: Dehnung Adduktoren

Abbildung 23: Dehnung Hüftbeuger

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1:Verteilung von Aktivitäten zum Zeitpunkt einer vorderen Kreuzbandruptur

Tabelle 2: Veränderbare und nicht veränderbare Risikofaktoren

Tabelle 3: Exemplarische Trainingseinheit

1 Einleitung

1.1 Thematische Einführung

"Fußball ist kein Frauensport. Wir werden uns mit dieser Angelegenheit nie ernsthaft beschäftigen" (Süddeutsche Zeitung, 2011). Dieses Zitat von Dr. Peco Bauwens, Präsident des Deutschen Fußball Bundes im Zeitraum von 1950 bis 1962, untermauert die jahrelange Ablehnung des Frauenfußballs. Diese Ablehnung ist allerdings nicht mehr gegenwärtig. Weltweit spielen derzeit über 30 Millionen Frauen Fußball, Tendenz steigend (Fédération Internationale de Football Association, 2015). Allein in den Jahren von 2000 bis 2011 konnte die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) einen Zuwachs von Spielerinnen weltweit um 32 Prozent feststellen (Fédération Internationale de Football Association, 2011). In Deutschland ist ein ähnlich starker Anstieg der Popularität und Begeisterung zu verzeichnen. So stieg der Anteil der aktiven Spielerinnen in Vereinen zwischen den Jahren 2000 und 2016 um 33 Prozent (in absoluten Zahlen von 825.000 auf 1.111.000 Spielerinnen) (Deutscher Fußball Bund, 2000, 2016). Nicht nur die aktive Ausübung, sondern auch das öffentliche Interesse am Frauenfußball ist in den letzten Jahren gestiegen. So verfolgten im Jahr 2007 etwa 12 Millionen Fernsehzuschauer das Finale der Fußballfrauenweltmeisterschaft zwischen Brasilien und Deutschland. Bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land (2011) stieg die Faszination und Bewunderung nochmals signifikant mit Einschaltquoten von 19 Millionen Fernsehzuschauern sowie überwiegend ausverkauften Stadien (Deutscher Fußball Bund, 2014).

Die Faszination und Bewunderung des Frauenfußballs in Deutschland löste während der Weltmeisterschaft einen Boom in der Gesellschaft aus, was sich auch in der gestiegenen Bekanntheit der Spielerinnen widerspiegelt. Im Viertelfinal-Aus gegen Japan erlitt Kim Kulig, ehemalige torgefährliche und technisch anspruchsvolle Spielgestalterin der deutschen Nationalmannschaft, eine tragische Verletzung am vorderen Kreuzband. Kulig galt in den Gazetten als kommender Weltstar mit großem Vermarktungspotential, beendete allerdings mit 25 Jahren ihre aktive Karriere und zählt, nach mehrmaligen Comebackversuchen, als Sportinvalide (Der Tagesspiegel, 2015).

Dieses Beispiel soll aufzeigen, dass der Anteil der Fußballverletzungen bei Frauen und Mädchen stark ansteigend ist. Stand der Fußball als Verletzungsursache im Jahr 2000 in Deutschland noch an fünfter Stelle, belegte dieser im Jahr 2013 bereits die zweite Position. Hinsichtlich der Lokalisation von Verletzungen ist der Bereich des Knies bei Frauen häufiger betroffen und zwischen 1990 bis 2013 progressiv wachsend (Henke, Luig & Schulz, 2014).

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist in diesem Zusammenhang eine übliche und vermehrt vorkommende Knieverletzung. Auffallend ist dabei, dass Frauen im Gegensatz zu Männern ein 2 bis 10-fach erhöhtes Risiko vorweisen und ca. 70 Prozent der Rupturen ohne direkten Gegnereinfluss entstehen (Silvers & Mandelbaum, 2007). Auch im Fall von Kulig ist die Ruptur des vorderen Kreuzbandes nicht auf einen Gegnerkontakt zurückzuführen, sondern die Verletzung ereignete sich nach einem Sprung. Knieverletzungen, im Besonderen der Riss des vorderen Kreuzbandes, gehen mit einer langen Ausfallszeit, mühsamer Rehabilitation, eventueller Folgeschäden und möglicher Sportinvalidität einher (Silvers & Mandelbaum, 2007).

1.2 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit

Durch die erhöhte Verletzungsgefahr und die damit verbundenen negativen Konsequenzen ist die Vorbeugung von vorderen Kreuzbandrupturen bei weiblichen Fußballern von hoher Bedeutung. Ziel dieser Arbeit ist es daher ein effektives Präventionsprogramm zu erstellen, welches einfach in den Trainingsbetrieb aufgenommen und umgesetzt werden kann. Als Fallbeispiel gilt dabei eine 19-jährige Fußballspielerin aus der Verbandsliga (Spielvereinigung Bökendorf). Im ersten Teil der Arbeit wird das theoretische Grundwissen dargestellt, mit kurzer anatomischer Beschreibung des Knies, ausführlicher Betrachtung möglicher Verletzungsmechanismen und der Darstellung von Risikofaktoren bzw. Genderdifferenzen. Anschließend wird eine Zielgruppenanalyse vorgenommen, bei der die Spielerin vorgestellt wird, ebenso die zu Verfügung stehenden Betreuungsmöglichkeiten. Der letzte Teil der Arbeit befasst sich, aufbauend auf der theoretischen Fundierung, explizit mit der Prävention von möglichen Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball. An dieser Stelle wird auch eine exemplarische Einheit zur Prävention vorgestellt.

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Anatomie des Kniegelenks

Ein grundsätzliches Wissen über die Strukturen und die Anatomie des Kniegelenks sind wichtig, um Verletzungsmechanismen am vorderen Kreuzband nachvollziehen zu können. Das Gelenk ist das größte und eine der kompliziertesten Knochenverbindungen im menschlichen Körper. Durch den anatomischen Aufbau ermöglicht es zum einen eine hohe Beweglichkeit und zum anderen eine ausreichende Stabilität (Grifka & Dullien, 2009). Drei Knochen bilden dabei die gelenkbildenden Partner, die sich aus dem Femur, der Tibia und der Patella zusammensetzen. Innerhalb des Gelenks wirken zwei Teilgelenke, die als patellofemoral und tibiofemoral Gelenk bezeichnet werden. Das patellofemoral Gelenk ist die Verbindung zwischen der Patella und dem vorderen femoral Plateau. Im Gegensatz dazu bildet sich das tibiofemoral Gelenk aus der Verbindung zwischen dem proximalen Ende der Tibia und dem distalen Ende des Femurs. Der Femur wird an seinem medialen und lateralen Plateau durch die intercondylar notch geteilt (Hughes & Watkins, 2006). Femur und Tibia weisen an ihren Gelenkansätzen eine Inkongruenz auf, die durch die Menisken ausgeglichen werden. Das Knie arbeitet als eine Art Drehscharniergelenk und ermöglicht dadurch die Streckung, Beugung als auch Rotation bei gebeugtem Unterschenkel (Breul, 2003; Grifka & Dullien, 2009).

Stabilität und Sicherung erhält das Kniegelenk durch seine dynamischen und passiven Strukturen. Die dynamischen Strukturen sind die kontraktilen Muskeln, die sich über das Gelenk ziehen. Sie ermöglichen einerseits die Bewegung der Gelenkpartner, andererseits schützen sie das Gelenk vor aufkommenden Kräften (Hughes & Watkins, 2006). Der wichtigste Muskel hinsichtlich der Streckung im Kniegelenk ist der Musculus quadriceps femoris, bestehend aus dem Musculus rectus femoris, Musculus vastus medialis, Musculus vastus intermedius und Musculus vastus lateralis. Verantwortlich für die Beugung als auch die Außenrotation ist der Musculus biceps femoris. Eine Innenrotation einschließlich Beugung im Kniegelenk vollzieht sich durch die Kontraktion des Musculus sartorius, Musculus gracilis, Musculus semitendinosus, Musculus semimenbranosus und Musculus popliteus. Als reiner Kniebeuger wirkt der Musculus gastrocnemuius (Loh, 2013).

Abbildung 1: Das Kniegelenk

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an (Hughes & Watkins, 2006).

Die Kollateralbänder dienen am Kniegelenk zur Prävention der seitlichen Aufklappbarkeit nach medial bzw. lateral. In der intercondylar notch kreuzen sich das vordere und hintere Kreuzband. Ihre primäre Aufgabe ist es eine Verschiebung der Knochen (Tibia und Femur) gegeneinander zu verhindern. Das vordere Kreuzband sichert in diesem Zusammenhang eine Verschiebung der Tibia gegenüber Femur nach vorn. Dabei wird es von der ischiocruralen Muskulatur unterstützt. Außerdem wirkt es als Unterstützer gegenüber Valgus und Varus bei gebeugtem Knie sowie gegenüber rotatorischen Bewegungen. Das hintere Kreuzband sichert dementsprechend eine Verschiebung nach hinten (Quadriceps Antagonist). Bei einer Innenrotation im Kniegelenk verdrehen sich die Kreuzbänder ineinander und es kommt zu einer erhöhten Spannung (Acevedo, Rivera-Vega, Miranda & Micheo, 2014; Grifka & Dullien, 2009; Hughes & Watkins, 2006). Beide Bänder zusammen verhindern eine übermäßig starke Streckung, Beugung als auch Innenrotation (Marquardt, 2013).

2.1.1 Kreuzbandruptur

Verletzungen am Kreuzband werden insbesondere durch den vollständigen oder den partiellen Riss des vorderen bzw. hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk beschrieben (Andreae, 2008). Diese gehören zu den am häufigsten verletzten Bandstrukturen und erfordern eine mehrmonatige Pause von 6 bis 9 Monaten (Silvers & Mandelbaum, 2007). Das vordere Kreuzband ist im Gegensatz zum hinteren Kreuzband wesentlich häufiger betroffen. Isolierte Verletzungen am vorderen Kreuzband sind eher selten, so dass in 80 Prozent der Fälle eine Kreuzbandverletzung im Verbund mit anderen Schädigungen auftritt. Betroffene Strukturen sind im dem Fall vor allem das Innenband und der Innenmeniskus. Die kombinierte Verletzung vom vorderen Kreuzband, Innenband und Innenmeniskus wird auch als „ Unhappy Triad “ bezeichnet (Meyer, Faude & Fünten, 2014). Langfristig gesehen birgt ein erlittener Kreuzbandriss zudem Folgeerkrankungen bzw. Folgeschäden, wie etwa chronische Kniepathologien, Instabilitäten oder einen frühen Beginn von Arthrose (Silvers & Mandelbaum, 2007).

In der Anamnese berichten Betroffene häufig von einem plötzlichen Knall, Zerreißgefühl und akutauftretendem Schmerz (Andreae, 2008). Die Funktionsfähigkeit des Gelenks ist stark eingeschränkt, so dass die sportliche Betätigung nicht mehr ausgeführt werden kann und eine spürbare Instabilität besteht (Weise & Schiltenwolf, 2014). Ebenso kommt es typischerweise beim vorderen Kreuzbandriss zu der Entwicklung einer deutlichen Hämarthros, der als blutiger Gelenkerguss ein deutliches Indiz für eine Ruptur ist (Weigel & Nerlich, 2011). Zur Diagnostizierung des Kreuzbandrisses erfolgt eine ausgiebige Anamnese über den Unfallhergang. Der Lachmanntest und der Pivot-shift-Test gelten als ausgewiesen exakte und zuverlässige Tests zur Beurteilung einer Ruptur. Zur genaueren Überprüfung der Verletzung und im Besonderen um Begleitverletzungen ausschließen zu können, erfolgen bildgebende Verfahren wie das Röntgen, das MRT, oder die Arthroskopie (Engelhardt & Dann, 2005; Marquardt, 2013).

2.1.2 Verletzungsmechanismen am vorderen Kreuzband

Etwa 70 Prozent der vorderen Kreuzbandverletzungen im Sport vollziehen sich ohne Kontakt, d.h. der Spieler wird nicht durch einen aggressiven Zweikampf mit seinem Gegenspieler (bspw. Grätsche, Tackle usw.) verletzt (Silvers & Mandelbaum, 2007). Die Ruptur ereignet sich primär bei sportlichen Betätigungen, welche durch rasche Beschleunigungs- und Abstoppbewegungen, Richtungsänderungen, Landungen nach einem Sprung, Täuschungsbewegungen und plötzlichen Änderungen von Spielsituation charakterisiert sind (Alentorn-Geli, Myer, Silvers, Samitier, Romero, Lazaro-Haro & Cugat, 2009; Meyer et al., 2014; Silvers & Mandelbaum, 2007). Tabelle 1 verdeutlicht die Verteilung von Aktivitäten zum Zeitpunkt einer vorderen Kreuzbandruptur. Vor allem die Bewegung des Abbremsens aus einer Beschleunigungsphase mit anschließender Richtungsänderung, als auch die Landung nach einem Sprung kommen vermehrt vor. Bei diesen Bewegungen wirken durch mehrere Ebenen Kräfte auf das Knie, die eine erhebliche Belastung für das vordere Kreuzband bedeuten können. Speziell eine isolierte Hyperextension/Hyperflexion, Varus oder Valgus mit forcierten Rotationstrauma, als auch die bloße Anspannung des M. quadriceps femoris bei der Landung nach einem Sprung können verantwortlich sein (Engelhardt & Dann, 2005; Shimokochi et al., 2008).

Tabelle 1:Verteilung von Aktivitäten zum Zeitpunkt einer vorderen Kreuzbandruptur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: (Shimokochi et al., 2008)

Olsen, Myklebust, Engebretsen & Bahr, (2004) analysierten in ihrer Studie den Verletzungsmechanismus von Kreuzbandverletzungen hinsichtlich Richtungswechseln und der Landung nach Sprüngen. Dabei konnten die Autoren beobachten, dass das Knie zum Zeitpunkt der Verletzung sowohl bei der Landung, als auch beim Richtungswechsel nah der Streckung war. Zusätzlich konnten in mehreren Fällen ein Valgus kombiniert mit einer Innen- oder Außenrotation der Tibia festgestellt werden. Die Kraft, die zum Zeitpunkt einer verminderten Flexion im Kniegelenk bei explosiven Bewegungen wirkt, wird vor allem durch den Quadriceps verursacht und bedeutet eine hohe anteriore tibial Verschiebung. Dieser Vorgang produziert eine immense Belastung für das vordere Kreuzband, wodurch eine Ruptur entstehen kann (DeMorat, Weinhold, Blackburn, Chudik & Garrett, 2004). Ein zusätzlicher Knievalgus beim Richtungswechsel, oder der Landung addiert die aufkommende Spannung im Kniegelenk, speziell für das vordere Kreuzband (Withrow, Huston, Wojtys & Ashton-Miller, 2006).

2.2 Darstellung der Risikofaktoren und Genderdifferenzen

Im Vergleich zwischen den Geschlechtern zeigen Frauen insgesamt ein höheres Risiko für schwerwiegende Verletzungen (Becker, Gaulrapp & Hess, 2006). Bandverletzungen beziehen sich in diesem Zusammenhang primär auf das Knie und ereignen sich vorwiegend in Nichtkontakt-Situationen. Von allen Strukturen am Knie ist im Frauenfußball vermehrt das vordere Kreuzband betroffen (Del Coso, Herrero & Salinero, 2016). Frauen weisen dabei im Gegensatz zu Männern im Ballsport eine 2- bis 10-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine vordere Kreuzbandruptur auf (Silvers & Mandelbaum, 2007). Walden et. al analysierten in ihrer Arbeit mehrere große Studien, die sich mit dem Vergleich der Geschlechter und einer vorderen Kreuzbandruptur speziell im Fußball beschäftigten. Sie konnten dabei ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko einer vorderen Kreuzbandruptur von Frauen gegenüber Männern feststellen (Walden, Hagglund, Werner & Ekstrand, 2011).

In der Literatur existieren vielfältige Gründe für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball, welche nach intrinsischen und extrinsischen, als auch veränderbaren und nicht veränderbaren Risikofaktoren unterteilt werden können (Acevedo et al., 2014).

Tabelle 2: Veränderbare und nicht veränderbare Risikofaktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an (Acevedo et al., 2014): 187.

Tabelle 2 verschafft einen Überblick über die meist diskutierten Gründe, die im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Arbeit punktuell dargestellt werden.

2.2.1 Nicht veränderbare intrinsische Risikofaktoren

2.2.1.1 Vorherige Kreuzbandverletzung und familiärer Hintergrund (Genetik)

Eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes bedeutet für viele Spielerinnen eine weitreichende Schädigung der Kniestrukturen. In den meisten Fällen sind neben dem vorderen Kreuzband auch degenerative Schädigungen an den Menisken und den Gelenkknorpeln von Femur, Tibia und Patella festzustellen (Silvers & Mandelbaum, 2007). Untersuchungen an Spielerinnen 12 Jahre nach einer Kreuzbandruptur konnten zeigen, dass in 82 Prozent der Fälle eine radiographische Veränderung der Kniestruktur vorlag. 75 Prozent der Frauen klagten über eine starke Reduzierung der Lebensqualität aufgrund bleibender Schmerzen, als auch körperlichen Einschränkungen (Lohmander, Ostenberg, Englund & Roos, 2004). Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Knieverletzung signifikant erhöht. Bei der ausschließlichen Betrachtung einer nachfolgenden Kreuzbandruptur nach bereits vorangegangener, erleiden diese 34 Prozent der Spielerinnen (Allen, Pareek, Krych, Hewett, Levy, Stuart & Dahm, 2016). Die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung wird weiterhin gesteigert, wenn in der Vergangenheit im familiären Umfeld bereits eine vordere Kreuzbandverletzung diagnostiziert wurde (Hagglund & Walden, 2016)

2.2.1.2 Vordere Kreuzbandgröße, Notch-size, Q-Angle und Bandlaxität

Da die Anatomie von Frauen und Männern Unterschiede aufweist, ist diese Gegenstand der Forschung in Bezug auf die Verletzung am vorderen Kreuzband. Anatomische Differenzen zwischen den Geschlechtern konnten dabei u.a. in der Struktur des Kreuzbandes festgestellt werden. Im Vergleich zum männlichen Kreuzband hat das weibliche eine kleinere Querschnittsfläche, ist kürzer und weist ein reduziertes Volumen auf (Chandrashekar, Slauterbeck & Hashemi, 2005). Ein weiterer Unterschied besteht in der Größe der Notch-Size. Diese ist bei kreuzbandverletzten Frauen kleiner als bei gesunden Spielerinnen und generell bei Frauen kleiner als bei Männern (Griffin, 2000). Durch das kleinere Kreuzband und der verminderten Notch-Size vermuten die Forscher eine erhöhte Rupturgefahr bei weiblichen Sportlerinnen.

Das Risiko einer vorderen Kreuzbandverletzung wird zudem durch eine gesteigerte Gelenklaxität potenziert (Myer, Ford, Paterno, Nick & Hewett, 2008). Es konnte festgestellt werden, dass Frauen generell eine höhere Bandlaxität besitzen und darüber hinaus eine erhöhte Gelenkbeweglichkeit bei Kreuzbandpatienten vorliegt, im Gegensatz zu gesunden Spielerinnen. Aufgrund der vermehrten Kniegelenksbeweglichkeit bei Frauen ist die Gefahr einer Hyperextension, als auch einer starken anterioren tibialen Verschiebung erhöht (Huston & Wojtys, 1996; Ostenberg & Roos, 2000). Diese resultieren in einer gestiegenen Belastung des vorderen Kreuzbandes. Ein weiterer anatomischer Erklärungsansatz, der in der Wissenschaft als Risikofaktor diskutiert wird, ist der sogenannte Q-Angle. Der Q-Angle beschreibt das Verhältnis der Femur Achse gegenüber der Tibiachse (Kernozek, Torry, van Hoof, Cowley & Tanner, 2005). Frauen besitzen gegenüber Männern einen größeren Q-Angle, der mit einer vermehrten dynamischen Knievalgusposition verbunden wird (Laible & Sherman, 2014). Letztendlich ist ein direkter Zusammenhang zwischen der Größe des Q-Angle und vorderen Kreuzbandrupturen bei Frauen bisher nicht eindeutig belegt (Kernozek et al., 2005).

2.2.1.3 Hormone

Der Einfluss von Hormonen hinsichtlich der Verletzungsgefahr am vorderen Kreuzband wird bisher kontrovers diskutiert. Möglicherweise besteht ein signifikanter Effekt des Menstruationszyklus und dem Auftreten von vorderen Kreuzbandrupturen bei weiblichen Sportlern. Die Tendenz der bisherigen Forschungen tendiert dahin, dass das vordere Kreuzband in der Menstruationsphase beeinflusst wird. Eine höhere Wahrscheinlichkeit von Verletzungen wird mit der präovulatorischen Phase beschrieben. In dieser Phase kommt es zu einem erhöhten Anstieg von Östrogenwerten und einer verstärkten Gelenklaxität bei Frauen. Weiterhin werden Einflüsse der Hormone auf die Koordination, Kraft und Ausdauer beschrieben. Eine klare Übereinstimmung der Studienlage besteht bisher nicht, wodurch weitere Forschung in diesem Zusammenhang nötig ist (Belanger, Burt, Callaghan, Clifton & Gleberzon, 2013; Laible & Sherman, 2014).

2.2.2 Veränderbare intrinsische und extrinsische Risikofaktoren

2.2.2.1 Biomechanik und neuromuskuläre Kontrolle

In Kapitel 2 wurden verschiedene Körperbewegungen dargestellt, welche zu einer Ruptur führen können. Die Biomechanik und das Verständnis über die neuromuskulären Vorgänge sind wichtig, um den Umstand von vorderen Kreuzbandverletzungen zu verstehen und richtige Präventionsprogramme zu entwickeln (Ireland, 1999). Im Gegensatz zu Männern bereiten Frauen eine Landung mit verminderter Hüft- und Kniebeugung vor (Chappell, Creighton, Giuliani, Yu & Garrett, 2007). Ebenso absolvieren Frauen Drehbewegungen mit einer aufrechteren Körperhaltung. Diese Bewegungsmuster fördern den muskulären Einsatz der Quadriceps-Muskulatur, der als Antagonist vom vorderen Kreuzband wirkt. Die Ischiocrurale Muskulatur antwortet bei diesen Fällen mit einer verminderten Aktivierung und damit reduzierten Sicherung der Tibia nach vorn (Petersen, Rosenbaum & Raschke, 2005).

Wie bereits erwähnt stabilisieren diese Muskeln das Knie dynamisch (Huston & Wojtys, 1996). Eine Skelettmuskelaktivierung kann dabei bewusst erfolgen (initiiert durch ein willentliches Kommando) oder unbewusst (initiiert als Motorprogramm, oder als Antwort auf einen sensorischen Reiz). Die neuromuskuläre Kontrolle bezieht sich spezifisch auf die unbewusste Aktivierung der Muskulatur zum Schutz und zur Stabilisierung eines Gelenks. Informationen in Form von sensorischen Quellen ermöglichen erst eine unbewusste Skelettmuskelaktivierung und damit neuromuskuläre Kontrolle. Als sensorische Quellen wird die Propriozeption bezeichnet, die Rezeptoren in der Haut, Muskulatur und den Gelenken besitzt. Aufgenommene Signale an den Rezeptoren werden über die afferenten Nerven an das Rückenmark geleitet. Efferente Nerven wiederum aktivieren die Muskulatur und spielen eine wichtige Rolle bei der funktionellen Stabilität des Gelenks. Eine falsche neuromuskuläre Kontrolle scheint bei Frauen verantwortlich für die hohe Anzahl von vorderen Kreuzbandrupturen zu sein (Griffin, 2000). Besonders nach Landungen und Richtungswechseln aktivieren Frauen eher den Quadriceps und weniger die Ischiocrurale Muskulatur (Chappell et al., 2007). Ein starkes Ungleichgewicht, oder eine Verzögerung der Kontraktionszeit der Ischiocruralen Muskulatur im Gegensatz zum Quadriceps bedeuten eine höhere Rupturgefahr für das vordere Kreuzband (Silvers & Mandelbaum, 2007). Soderman, Alfredson, Pietila & Werner (2001) konnten bei ihrer Studie feststellen, dass alle Spielerinnen mit einer vorderen Kreuzbandruptur ein Ungleichgewicht im Verhältnis der Quadriceps Muskulatur und der ischiocruralen Muskulatur aufwiesen. Demzufolge besitzen Frauen mit einer erhöhten Quadriceps-Muskulatur im Vergleich zu der ischiocruralen Muskulatur ein höheres Risiko für vordere Kreuzbandrupturen (Myer, Ford, Barber Foss, Liu, Nick & Hewett, 2009). Bei der Analyse der Situation zum Zeitpunkt einer Verletzung konnte herausgestellt werden, dass Frauen in ihrer Koordination, als auch Aufmerksamkeit häufig gestört waren (Olsen et al., 2004). Mehr Verletzungen ereigneten sich in der Nähe des Gegners und bei plötzlichen Änderungen der Spielsituation (Griffin, 2000). In diesen Situationen bleibt dem Nervensystem aufgrund der eingeschränkten Aufmerksamkeit unzureichend Zeit, um angemessen zu reagieren. Der Umstand führt zu einer vermehrten Aktivierung der Quadriceps Muskulatur und damit zu einer gestiegenen Belastung des vorderen Kreuzbandes (Griffin, 2000). Verstärkt wird diese Tatsache dadurch, dass Frauen generell länger brauchen, um eine Gelenkbewegung zu erkennen und adäquat zu reagieren. Daher kann von einer schlechteren Propriozeption bei Frauen ausgegangen werden (Rozzi, Scott, Gear & Fu, 1999). In der Literatur wird dieser Umstand als „Banddominant“ bezeichnet, bei dem Frauen eher Belastungen auf die Bänder erlauben, bevor Muskeln die Bodenreaktionskräfte absorbieren (Hewett & Johnson, 2010).

Darüber hinaus konnte bei den Verletzungsmechanismen (Kapitel 2) einer vorderen Kreuzbandruptur eine erhöhte Valgusstellung diagnostiziert werden. Untersuchungen belegen, dass Frauen im Gegensatz zu Männern nach einer Landung mit verstärkter Valgusposition reagierten. Ursächlich scheint in diesem Fall erneut die neuromotorische Kontrolle, im speziellen die Ansteuerung der Adduktoren bzw. Abduktoren von Hüfte und Knie (Ford, Myer & Hewett, 2003). Nicht nur die Biomechanik und neuromuskuläre Kontrolle der unteren Extremitäten wirken sich auf die Verletzungswahrscheinlichkeit aus, sondern auch die Rumpfmuskulatur. Eine unzureichende „Core“-Stabilität (Rumpfmuskulatur) wird ebenso mit einer erhöhten Verletzungsgefahr bei Frauen am Kniegelenk verbunden (Zazulak, Hewett, Reeves, Goldberg & Cholewicki, 2007). Es liegt nahe, dass Sportler mit unausgeprägter „Core“-Muskulatur eher dazu neigen erzeugte Krafteinwirkungen, wie z.B. bei einem explosiven Richtungswechsel, unzureichend stabilisieren zu können. Dadurch gelangt der Körper - insbesondere die Extremitäten - in ungünstige Positionen, die sich negativ auf das Kniegelenk auswirken (Leetun, Ireland, Willson, Ballantyne & Davis, 2004).

2.2.2.2 Ermüdung und Body-Mass-Index (BMI)

Eine veränderte neuromuskuläre Kontrolle sowie Biomechanik resultierend aus einer körperlichen Ermüdung sind zusätzliche Risikofaktoren. 60 Prozent der Verletzungen im Spiel, oder Training ereignen sich nach 60 Minuten und mehr (Ostenberg & Roos, 2000). Die aerobe Ausdauer wird dabei als möglicher Grund einer veränderten Rekrutierung der Muskulatur angesehen. In Folge der Erschöpfung kann es nach Ansicht von Murphy (2003) zu einer Verringerung der schützenden Wirkung der Muskulatur kommen, wodurch die Verteilung der einwirkenden Kräfte möglicherweise starke Belastungen der Skelettstrukturen und primär der ligamentären Strukturen nach sich zieht. Untersuchungen mit Frauen und Männern in der Landephase nach einem Sprung bei Erschöpfung konnten zeigen, dass eine signifikant höhere anteriore tibiale Scherkraft, verstärkte Valgusmomente und weniger Kniebeugung erzeugt wurden. Die veränderte muskuläre Kontrolle nach Ermüdung wirkte sich somit auf die Belastung des vorderen Kreuzbandes aus (Chappell, Herman, Knight, Kirkendall, Garrett & Yu, 2005). Ligamentäre Belastungen werden neben der Ermüdung auch in dem erhöhten BMI einer Frau vermutet. Faude, Junge, Kindermann & Dvorak, 2006 analysierten in ihrer Studie die Risikofaktoren von Verletzungen in der Frauenbundesliga. Eine vermehrte Verletzungsgefahr konnte dabei bei Spielerinnen mit erhöhtem Gewicht festgestellt werden. Nilstad, Andersen, Bahr, Holme & Steffen, 2014 folgerten ebenso eine verstärkte Verletzungsgefahr als Folge eines erhöhten BMis. Vermutet wird in diesem Zusammenhang, dass das höhere Gewicht die passiven Strukturen, wie das vordere Kreuzband, stärker belastet und es aus diesem Grund einer höheren Verletzungsgefahr ausgesetzt ist.

2.2.2.3 Spielbedingungen und Spielniveau

Zur genaueren Analyse von Risikofaktoren einer vorderen Kreuzbandruptur und extrinsischen Gründen wurden u.a. auch der Spieluntergrund analysiert. Die aktuelle Studienlage lässt vermuten, dass keine Unterschiede bestehen zwischen Kunstrasenplätzen und Naturrasenplätzen. Demnach besteht kein höheres Risiko einer akuten Knieverletzung, oder auch Ruptur des vorderen Kreuzbandes hinsichtlich des Untergrunds (Hagglund & Walden, 2016; Soligard, Bahr & Andersen, 2012). Als möglicher Grund für eine höhere Verletzungsgefahr wurde die unterschiedliche Traktion von Naturrasen und Kunstrasen diskutiert. Mehr Reibung bedeutet auf der einen Seite eine verbesserte Traktion und sportliche Leistung, auf der anderen Seite jedoch auch ein mögliches Potential für eine Verletzung (Renstrom et al., 2008). Zusammenfassend zeigt die Studienübersicht an, dass ein Kunstrasen aus der Sicht einer möglichen Knieverletzung unbedenklich ist (Hagglund & Walden, 2016).

Untersuchungen konzentrierten sich zudem auf den Zusammenhang des Spielniveaus und einer möglichen Kreuzbandverletzung. Soligard, Grindem, Bahr & Andersen, 2010 konnten in ihrer Studie feststellen, dass technisch und taktisch bessere Spieler ein erhöhtes Verletzungsrisiko aufweisen. Diese Verletzungen resultierten allerdings vermehrt durch Kontaktsituation mit gegnerischen Spielerinnen. Weiterhin verletzen sich weibliche Fußballer vermehrt, wenn sie zusätzliche Spiele mit anderen Teams (Seniorteam, Nationalmannschaft) absolvieren (Hagglund & Walden, 2016). Zudem besteht ein erhöhtes Risiko bei Spielerinnen, die älter als 18 Jahre sind (Del Coso et al., 2016). Diese Ergebnisse indizieren, dass eine stärkere Verletzungsgefahr mit höherem Alter, als auch höherem Niveau einhergeht (Hagglund & Walden, 2016). Eventuell liegt im Juniorinnen Fußball eine verminderte Intensität im Vergleich zum Erwachsenenfußball vor. Andererseits steigt im Erwachsenenfußball sowie bei zusätzlichen Spielen die Trainings und Spielzeit, wodurch vermutlich eine höhere Verletzungswahrscheinlichkeit ausgeht (Del Coso et al., 2016).

3 Zielgruppenanalyse

3.1 Vorstellung der Spielerin

Bei der betreuten Spielerin handelt es sich um Katharina Miewert, eine 19-jährige Studentin aus Paderborn, die bei der Spielvereinigung Bökendorf in der Frauenwestfalenliga spielt. Die Westfalenliga ist im Frauenfußball die vierthöchste Spielklasse insgesamt und die höchste Spielklasse im Bereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen.

Die Spielerin Miewert ist offensive Mittelfeldspielerin, 167 cm groß und 61 kg schwer. Schwerwiegende oder erwähnungsrelevante Verletzungen liegen zum derzeitigen Zeitpunkt (Stand März 2017) nicht vor. Miewert ist Stammspielerin in ihrem Verein und beendete in der Saison 2015/2016 den überwiegenden Teil der Spiele über 90 Minuten. Der Verein trainiert 2-mal wöchentlich und absolviert, Freundschaftsspiele eingeschlossen, ca. 40 Spiele pro Saison. Zusätzlich spielt Miewert in der Uni-Liga wodurch weitere 12 Spiele pro Saison stattfinden. Die Fußballspiele werden neben dem Naturrasen überwiegend auf Kunstrasenplätzen ausgetragen. Neben dem Naturrasenplatz stehen der Mannschaft eine Sporthalle mit mehreren Kleingeräten und Kraftmaschinen zur Verfügung. Die Räumlichkeiten dienen nur der Benutzung der 1. und 2. Frauenmannschaft des SV Bökendorf und sind daher flexibel belegbar.

3.2 Analyse (Screening)

In der Analyse von der Spielerin Miewert wurden einzelne Risikofaktoren überprüft. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Kreuzbandverletzung liegt in erster Linie vor, da sie weibliche Fußballspielerin ist. Ebenso führt ihr Alter von 20 Jahren und das familiäre Vorkommen von Kreuzbandverletzungen (die Mutter erlitt bereits eine vordere Kreuzbandverletzung) zu einem gesteigerten Risiko. Da sie zusätzlich für die Uni-Mannschaft Fußballspiele absolviert und aufgrund des Spielbetriebs in der Westfalenliga als technisch stark einzuschätzen ist, bestehen weitere Indizien für einen verstärkten Zusammenhang für eine Kreuzbandverletzung. Neben der verbalen Anamnese wurden mit der Spielerin Miewert verschiedene Tests durchgeführt, die Risikofaktoren identifizieren konnten. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass nur die Tests vorgestellt werden, die eindeutige Hinweise für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Kreuzbandverletzungen wiederspiegeln. Wall Jumps eignen sich zur Identifizierung von Banddominanten Athleten. Bei dieser Übung steht der Athlet zunächst aufrecht mit fast gestreckten Armen über dem Kopf. Der anschließende vertikale Sprung wird mit wenig Knieflexion ausgeübt. Die Wadenmuskulatur sollte die vertikale Höhe generieren und die Arme sollten am Ende vollständig gestreckt sein. Während eines Wall Jumps gehen Athleten nicht tief in die Kniebeuge, da der Sprung mehr aus dem Sprunggelenk erfolgt. Die relativ gestreckten Knie bei der Ausführung erlauben schnell mediale Kniebewegungen zu analysieren und damit banddominante Athleten zu identifizieren (Myer, Ford & Hewett, 2004). Bei der Durchführung mit der Spielerin Miewert konnte eine klare mediale Kniebewegung und zusätzlich ein deutlicher Knievalgus festgestellt werden. Ein weiterer Test, der die Spielerin für ein erhöhtes Risiko einer Kreuzbandverletzung ermittelt ist das Quadriceps zu Hamstring (ischiocrurale Muskulatur) Verhältnis. Ein einfacher Test an der Beinbeuger und -strecker Maschine konnte zeigen, dass die ischiocrurale Muskulatur ein deutliches Defizit im Verhältnis zum Quadriceps aufwies (Myer et al., 2004). Weitere Tests wurden nicht durchgeführt, da sich das Präventionsprogramm auf die Verletzungsintervention von Kreuzbandrupturen beschränkt.

4 Prävention von vorderen Kreuzbandrupturen

Die dargestellten Risikofaktoren und Verletzungsmechanismen sind, wie bereits in Kapitel 2 (S.8ff.) erwähnt, zum Teil veränderbar und damit trainierbar. In mehreren Sportarten wurden bisher Präventionsprogramme entwickelt mit dem Ziel eine Verletzung des vorderen Kreuzbands vorzubeugen. Sadoghi, Keudell & Vavken (2012) überprüften in ihrem Review die gegenwärtig publizierten Präventionsprogramme. Dabei konnten sie eine Reduktion von 52 Prozent des Risikos einer vorderen Kreuzbandruptur feststellen. Präventionsprogramme können in der Vorbereitung, während der Saison, oder in der Übergangsphase stattfinden. Bisher besteht dabei kein standardisierter Interventionsablauf mit einheitlichen Übungsinhalten und Belastungsnormativen um Kreuzbandverletzungen vorzubeugen. Ebenfalls ist es schwierig eine spezifische Trainingsart zu empfehlen, da in den meisten Fällen nicht ein isolierter Risikofaktor wirkt, sondern die Kombination mehrerer Faktoren ein erhöhtes Risiko bedeuten. Positive Resultate zur Vorbeugung der Verletzung konnten vor allem bei multimodalen Programmen erzielt werden (Laible & Sherman, 2014). Effektive Trainingsinhalte sind in diesem Fall das Plyometrische Training der unteren Extremitäten, Krafttraining, und Training der Rumpfmuskulatur (Laible & Sherman, 2014; Sugimoto, Myer, Foss & Hewett, 2015). Diese prophylaktischen Übungen werden häufig mit einer Verbesserung der neuromuskulären Kontrolle verbunden, um infolgedessen das Kniegelenk zu schonen (Mandelbaum et al., 2005).

Die Zusammenarbeit mit der Spielerin Miewert bezieht sich auf die Vorbereitung der Saison 2017/2018. In der Vorbereitung trainiert die erste Mannschaft des SV Bökendorf jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag. Für das Präventionsprogram wurden daher die Tage Dienstag und Donnerstag gewählt. Die einzelnen Einheiten umfassen folgende Trainingsinhalte: Warm-Up, Koordination, Plyometrisches Training, Krafttraining, Core-Training, Ausdauer und Dehnen. Wobei der Fokus des Trainings auf das Plyometrische Training ausgelegt wird. Die Dauer der einzelnen Einheiten ist auf 90 Minuten festgelegt. Hewett, Lindenfeld, Riccobene & Noyes (1999) konnten bei einer ähnlichen Trainingsausrichtung eine signifikante Reduzierung der Verletzungswahrscheinlichkeit bei weiblichen Athleten erzielen. Sein Programm umfasste ein neuromuskuläres Training bestehend aus Plyometrie, Krafttraining und Flexibilität. Dieses wurde über einen Zeitraum von 6 Wochen vor Beginn der Saison bei Teams aus dem Basketball, Fußball und Volleyball durchgeführt. Dabei trainierten die weiblichen Athleten dreimal in der Woche jeweils mit einer Dauer von 60 bis 90 Minuten. Nach der Saison konnte in der Kontrollgruppe (nichttrainierte Frauen) eine 3,6-fach höhere Wahrscheinlichkeit einer Verletzung wahrgenommen werden (Hewett et al., 1999).

4.1 Warm-Up

Das Warm-Up steht am Anfang jeder Trainingseinheit und dient in erster Linie der Vorbereitung auf die nachfolgenden Belastungen. Ein funktionales und an der Sportart ausgerichtetes Aufwärmen ermöglicht gleichzeitig die Entwicklung von Kraft, dynamischer Beweglichkeit und Propriozeption (Boyle, 2016). Die meisten Übungen zu Beginn des Warm-Up´s stammen aus der Leichtathletik und werden als Koordinationsläufe bezeichnet. Der Nutzen dieser Übungen ist zum einen die Erwärmung und die gleichzeitige Dehnung der wichtigsten Muskelgruppen für beinspezifische Sportarten. Dadurch erfährt der Muskel eine Aktivierung und wird zum anderen über seine volle Bewegungsamplitude bewegt. Das Aufwärmen konzentriert sich dabei vor allem auf die laufrelevanten Muskelgruppen: die Hüftbeuger, die hintere und vordere Oberschenkelmuskulatur (Boyle & Pyrlik, 2013). Nach den Koordinationsläufen steht die Durchführung der sogenannten Movement Prep’s, die eine Folge aktiver Aufwärmübungen ist. Sie dienen der Steigerung der Körpertemperatur, der Aktivierung des Nervensystems, der Kräftigung, der Stabilisierung und dem Ausgleich von Muskeln. Ziel dieser Übungen ist es, den Sportler auf die nachfolgenden Bewegungen vorzubereiten (Verstegen & Williams, 2014). Im Anschluss an die Movement Prep’s erfolgt ein zusätzliches Aufwärmtraining an der Koordinationsleiter. Dadurch erhält die Sportlerin die Möglichkeit einer dynamischen Erwärmung mit gleichzeitiger Verbesserung der Fußschnelligkeit, Balance, Koordination und der exzentrischen Kraft. Dieses Trainingsgerät birgt den weiteren Vorteil, dass neben den Muskeln auch das neuromuskuläre System aktiviert wird (Boyle & Pyrlik, 2013). Die einzelnen Inhalte des Aufwärmens variieren zwischen den Trainingseinheiten, um ein breites Bewegungsspektrum zu vermitteln und Monotonie vorzubeugen. Als Dauer werden 15 Minuten eingeplant.

4.2 Pylometrisches Training

Plyometrisches Training beschreibt Übungen die Sprünge und andere Aktivitäten einschließen, welche in kurzer Abfolge durchgeführt werden, um schnelle und explosive Muskelkontraktionen zu erzeugen (Laible & Sherman, 2014). Bei diesem Training wird der Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ) genutzt, bei dem eine schnelle Muskelverlängerung erzeugt wird, auf die unmittelbar eine Muskelverkürzung folgt. Durch die wiederholte Durchführung von rapider Verlängerung und anschließender Verkürzung des Muskels werden diese stärker und entwickeln die Fähigkeit, Kraft zu erzeugen und abzufangen. Das bewusste und mehrfache Üben der Technik des Absprungs als auch der Landung vermindert die Verletzungswahrscheinlichkeit durch eine gestiegene Kraft, Stabilität und dynamische Balance (Verstegen & Williams, 2014). Folglich lernt die Spielerin die gewonnene Technik unterbewusst abzuspeichern und in Situationen mit verminderter Aufmerksamkeit, wie in Spielsituationen, anzuwenden (Laible & Sherman, 2014).

Ein durchgeführtes Trainingsprogramm über 6 Wochen von Tsang & DiPasquale (2011) beinhaltete 3 Trainingseinheiten wöchentlich mit plyometrischen Übungen. Nach der Durchführung der Trainingsintervention konnte bei den Teilnehmern eine verbesserte H:Q Ratio festgestellt werden, als auch verbesserte Stabilität am Knie während dynamischer Aktionen. Ähnliche Ergebnisse lieferten Nagano, Ida, Akai & Fukubayashi (2011), welche den Effekt eines Sprung- und Balancetraining auf die Kniekinematik untersuchten. Die Durchführung des Trainings erstreckte sich dabei über 5 Wochen und ereignete sich an 3 Tagen pro Woche. Nach der Trainingsintervention konnten Nagana und seine Kollegen eine signifikant verbesserte Knieflexion und Aktivierung der ischiocruralen Muskulatur diagnostizieren (Nagano et al., 2011). Auch Pfile, Hart, Herman, Hertel, Kerrigan & Ingersoll (2013) konnten in ihrer Studie einen Einfluss von plyometrischen Übungen auf mögliche Präventionsmaßnahmen für Kreuzbandrupturen feststellen. Nach einem vierwöchigen Trainingsprogramm mit plyometrischen Inhalten bestand bei der trainierten Gruppe weniger Innenrotation am Knie, als auch eine verminderte Knieabduktion.

Wie bereits erwähnt liegt der Schwerpunkt des Präventionsprogramms für die Spielerin Miewert auf der Ausübung und Verbesserung von plyometrischen Übungen. Der Zeitraum über 8 Wochen wurde gewählt, da in diesem Zeitraum eine angestrebte Veränderung der Biomechanik und der muskulären Kontrolle in den vorgestellten Studien nachgewiesen werden konnte. In Anlehnung an Boyle & Pyrlik (2013) eignet sich die Durchführung des plyometrischen Trainings innerhalb des vorgestellten Präventionsprogrammes in vier Phasen, die im Folgenden genauer vorgestellt werden.

Die wichtigsten Komponenten des Trainings sind die Entwicklung der einbeinigen Kraft und der Abstopp- und Landefähigkeit. Mit anderen Worten der Aufbau von konzentrischer Kraft und exzentrischer Kraft. Anfänger wie Miewert verbinden ein Beinkrafttraining mit den plyometrischen Übungen. Dieses Training wird über 8 Wochen progressiv gesteigert und 2 Mal wöchentlich durchgeführt. Jede der 4 Phasen beinhaltet eine 2-wöchige Trainingsdurchführung. Wichtig ist es, am Anfang die saubere Sprung- und Landetechnik zu vermitteln, um anschließend saubere explosive Bewegungen durchzuführen. In den ersten 3 Phasen des Programms wird im engeren Sinne nicht plyometrisch gearbeitet, da diese vor allem die richtige Technik schulen. Ab der vierten Phase beginnt das eigentliche plyometrische Training mit dem Ziel möglichst kurzer Bodenkontaktzeiten. Der Gesamtumfang der Trainingseinheiten hinsichtlich der Plyometrie wird über die Anzahl der Bodenkontakte gemessen. Diese werden geringgehalten (ca. 150 Bodenkontakte pro Woche bei Fortgeschrittenen Athleten), eine Steigerung der Trainingsform geschieht durch die Vergrößerung der Intensität bei Sprüngen. Möglichkeiten bieten dabei die vertikale, horizontale Distanz, ein- und beidbeinige Sprünge, als auch erschwerte Übungsabfolgen. Insgesamt absolviert die Spielerin 2 Übungen pro Trainingseinheit mit jeweils drei Sätzen á fünf Wiederholungen (Boyle & Pyrlik, 2013). Die Pausen zwischen den einzelnen Wiederholungen werden kurzgehalten (10 bis 30 Sekunden). Stattdessen erfolgt eine längere Serienpause von drei bis fünf Minuten um eine adäquate Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit zu ermöglichen (Steinhöfer, 2008).

Phase I:

Die erste Phase des Trainings schult vor allem die saubere Absprung- und Landetechnik. In dieser lernt die Spielerin den Aufprall von einem Sprung mit den Muskeln abzufangen und so die Gelenke zu schonen. Ziel der ersten Phase ist die Entwicklung von exzentrischer Kraft und Stabilität. Die Übungen beinhalten jeweils eine laterale und eine lineare Übung. Zur Schulung der richtigen Technik bieten sich dabei der Kastensprung, einbeiniger Kastensprung und der einbeinige seitliche Kastensprung an (Boyle & Pyrlik, 2013).

Phase II:

In der zweiten Phase des Trainings liegt der Fokus auf Mehrfachsprünge mit einer sauberen Stabilisation. Hindernisse werden in diesem Fall übersprungen, wodurch eine horizontale Komponente hinzugefügt wird. Weiterhin ist das primäre Ziel eine sauber Lande- und Sprungtechnik. Die Muskeln arbeiten dabei vorwiegend exzentrisch. Eine Intensitätserhöhung wird durch horizontale oder vertikale Distanzen erzeugt. Die grundlegendsten Übungen zu dieser Phase sind der Hürdensprung mit Stoppen, Einbeiniger Hürdensprung mit Stoppen, Skatersprung und Zickzacksprung (Boyle & Pyrlik, 2013).

Phase III:

Bei der dritten Phase erfolgen die Mehrfachsprünge mit einer elastischen Komponente. An dieser Stelle beginnt das eigentliche plyometrische Training, da es zum Wechsel von exzentrischer zu konzentrischer Kraft kommt. Die ersten beiden Phasen liefern die Basis um stabil und sicher zu landen, in der dritten Phase arbeitet die Spielerin im Dehnungsverkürzungszyklus. Nach einem Sprung erfolgt nicht wie bisher eine Stabilisierung, sondern ein kurzer elastischer Hüpfer. Es werden dabei die gleichen Übungen wie in der zweiten Phase benutzt (Boyle & Pyrlik, 2013).

Phase IV:

Eine Steigerung der Schwierigkeit und Intensität erfolgt für die Spielerin in der 4 Phase des plyometrischen Training. Ähnlich wie in der dritten Phase erfolgen Mehrfachsprünge mit einer elastischen Reaktion. In dieser Phase versucht die Spielerin die Reaktion am Boden zu verbessern und kurze Bodenkontaktzeiten zu realisieren. Der Schwerpunkt liegt dabei in einem explosiven aber trotzdem leisen Übergang von der Landung zum Absprung, ergo von exzentrischer zu konzentrischer Muskelspannung zu wechseln. Als Übungen werden beidbeinige Hürdensprünge, Power Skip, oder der weite Seitensprung durchgeführt. Das Ziel der plyometrischen Übungen ist es die Gelenke zu entlasten und durch das Zusammenspiel von Muskulatur und Nervensystem aufkommende Kräfte zu absorbieren (Boyle & Pyrlik, 2013).

4.3 Krafttraining

Das Plyometrische Training dient vor allem der exzentrischen Kraftentwicklung, nebenbei können Kreuzbandverletzungen vor allem durch konzentrisches Krafttraining der unteren Extremitäten vorgebeugt werden. In dem Präventionsprogramm für die Spielerin Miewert wird von Anfang an das Beinkrafttraining mit dem Plyometrischen Training verbunden. Die Kraftübungen unterscheiden sich dabei nach Hüft- und Kniestreckerübungen. Da der Fokus der Prävention auf der Vorbeugung von Kreuzbandverletzungen liegt und die Spielerin Quadricepsdominant ist, werden vermehrt Hüftstreckerübungen trainiert. Demnach werden an 2 Tagen in der ersten Woche zwei Hüft- und Kniestreckerübungen angesetzt. In der folgenden Woche werden 2 Hüft- und nur eine Kniestreckerübung trainiert, um vermehrt die hintere Oberschenkelmuskulatur zu belasten. Die Phasen des Krafttrainings sind angelehnt an den Aufbau des Plyometrischen Trainings, werden allerdings in 2 Phasen eingeteilt. Insgesamt werden die einzelnen Übungen in 3 Sätzen absolviert mit steigender Wiederholungszahl pro Woche um eine progressive Steigerung zu ermöglichen. Zwischen den Sätzen pausiert die Spielerin für 1 Minute. Wir beginnen mit 9 Wiederholungen und steigern nach jeder Woche um eine Wiederholung, so dass am Ende jeder Phase 12 Wiederholungen durchgeführt werden. Das Training schließt vorwiegend einbeinige Übungen ein, um sportartspezfisch zu trainieren (Boyle & Pyrlik, 2013).

Die ersten beiden Phasen dienen der Schaffung einer guten Bewegungstechnik als auch dem Aufbau der konzentrischen Kraft. Kniebeugen im Ausfallschritt und Step-Up werden als Kniestreckerübung durchgeführt. Für das Training der Hüftstreckermuskulatur wurden das Hüftheben nach Gray Cook und das modifizierte Kreuzheben mit gestrecktem Bein gewählt. Beide Übungen dienen dem konzentrischen Aufbau der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Insbesondere das Kreuzheben mit gestrecktem Bein (beidbeinige Ausführung) dient als technische Vorübung für die einbeinige Variante. Phase 3 und 4 des Krafttrainings beziehen sich vor allem auf die Fortführung der Übungen aus den ersten beiden Phasen sowie eine Erschwerung durch Instabilität. Als Kniestreckerübungen wurden die einbeinige Kniebeuge auf der Bank und der Step-Up gewählt. Ebenso zeichnen sich die Hüftstreckerübungen durch eine gestiegene Komplexität aus. Die Fortführung des Hüfthebens nach Gray Cook ist das Hüftheben mit erhöhtem Fuß. Dabei wird der Fuß auf einen Medizinball abgestellt. Durch den Medizinball besteht eine erschwerte Instabilität, wodurch die hintere Beinmuskulatur, das Knie und die Hüfte verstärkt stabilisieren müssen. Die zweite Übung ist das einbeinige Kreuzheben mit gestrecktem Bein. Diese Variante ist gegenüber der beidbeinigen Version funktioneller und trainiert neben der Streckmuskulatur der Hüfte auch die Balancefähigkeit und Propriozeption der unteren Extremitäten (Boyle & Pyrlik, 2013).

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Details

Seiten
61
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668510364
ISBN (Buch)
9783668510371
Dateigröße
3.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373579
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)
Note
1,0
Schlagworte
ACL Verletzungen Kreuzbandverletzungen Frauenfußball Injury knee rupture female Rehabilitation Core Plyometrisches Training

Autor

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Titel: Prävention von vorderen Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball