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Optimierung von E-Mail-Marketing durch A/B Tests und tag- basierter Organisation

Diplomarbeit 2017 45 Seiten

BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen
2.1. Definition E-Mail
2.2. Definition E-Mail-Marketing
2.3. Arten von E-Mail Kampagnen
2.3.1. E-Mail Newsletter
2.3.2. Generierung von E-Mail-Adressen für einen Newsletter
2.3.3. E-Mail Responder
2.4. Rechtliche Grundlagen beim E-Mail-Marketing
2.4.1. SPAM-Mails
2.4.2. Permission Marketing
2.4.3. Rechtliche Rahmenbedingungen

3. Erfolgsmessung im E-Mail-Marketing
3.1. Kennzahlen zur Erfolgsmessung
3.1.1. Kosten pro tausend (TKP: Tausender-Kontaktpreis)
3.1.2. Kosten pro Klick (CPC: Cost per Click)
3.1.3. Kosten pro Bestellung (CPO: Cost per Order)
3.1.4. Deckungsbeitrag 1 (DB 1)
3.1.5. Kapitalertrag (ROI: Return on Investment)
3.2. Weitere Kennzahlen im E-Mail-Marketing
3.2.1. Bounces und Zustellrate
3.2.2. Öffnungsrate

4. Optimierungsmöglichkeiten im E-Mail-Marketing
4.1. „tag“ im E-Mail-Marketing
4.1.1. Listenbasiertes E-Mail Marketing
4.1.2. Tag-basiertes E-Mail Marketing
4.2. Splittests / A/B-Tests
4.2.1. Aufbau eines A/B-Testings
4.2.2. Parallelität als Validierungsfaktor

5. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Anzahl der jährlich versendeten E-Mails (ohne Spam) in DE von 2000 bis 2015 und eine Prognose für 2016 (in Milliarden)

Abbildung 2 Internetnutzer in Deutschland von 2001 bis

Abbildung 3 TNS Infratest 2016 die wichtigsten Online-Massnahmen

Abbildung 4 Auszug aus einem E-Mail Auto Responder; Anbieter Klick Tipp

Abbildung 5 Bounce und Zustellrate

Abbildung 6 Zustellrate

Abbildung 7 Öffnungsrate

Abbildung 8 Listenbasiertes E-Mail Marketing

Abbildung 9 Tagbasierters E-Mail Marketing

Abbildung 10 Mögliche Zielgruppenauswahl im tag-basierte E-Mail Marketing

Abbildung 11 Beispiel für Splittests für Mails

Abbildung 12 A-B Tests im E-Mail Marketing

Abbildung 13 SplitTest eines E-Mail Betreffs

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Anwendungsformen im E-Mail Marketing

1. Einleitung

Die „E-Mail“ nimmt als Kommunikationsmittel eine immer größere Rolle an. Dabei begeistert diese auch Marketingexperten, da sie das Medium zur Verbesserung der Kommunikation mit den Kunden nutzen.

Es ist heutzutage davon auszugehen, dass jedes Unternehmen deutschlandweit über einen Internet-Zugang verfügt, und E-Mail-Marketing entweder bereits als Kommunikationsmittel nutzt, oder es in den nächsten Jahren einsetzen möchte.

In der vorliegenden Arbeit werden unter anderem die wichtigsten Kennzahlen im E-Mail-Marketing aufgezeigt, um den Erfolg einer Kampagne messen zu können.

1.1 Motivation

Diese Arbeit ist im Rahmen einer Einzelunternehmung, neben dem Job, entstanden. Bei der Durchführung eines Kundenauftrags zur Vermarktung einer Nähanleitung mit Online Marketing Strategien, spielte auch das E-Mail-Marketing eine entscheidende Rolle. Dabei stellte sich mir die Frage, welche Kennzahlen und Optimierungsmöglichkeiten es bei der Aufsetzung und Entwicklung einer E-Mail Kampagne gibt.

Aus diesem Grund wurden einige graphische Darstellungen aus der erstellten E-Mail Kampagne in dieser Arbeit verwendet.

1.2 Aufbau der Arbeit

Diese Abschlussarbeit gliedert sich in 5 Kapitel. In einem einleitenden Teil wurde die grundlegende Motivation vorgestellt. Das zweite Kapitel stellt die grundlegenden Informationen und Definitionen einer E-Mail dar. Hier werden auch die verschiedenen Arten von E-Mail Kampagnen eingegangen. Detailliert wird dabei der E-Mal Newsletter und der E-Mail Responder erklärt.

Im dritten Kapitel werden geeignete Kennzahlen und Messverfahren zur Erfolgsmessung einer E-Mail Kampagne vorgestellt. Dieser Teil erläutert die relevanten Messgrößen zur Messung der Kosten wie der CPC (cost per Click) als auch Userverhaltenssignale wie die Öffnungsrate.

Im darauffolgenden Kapitel werden 2 Optimierungsmöglichkeiten zur Verbesserung des Erfolgs einer E-Mail Kampagne erklärt und vorgestellt. Im Anschluss folgen eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und ein Fazit.

2. Grundlagen

2.1. Definition E-Mail

Die Electronic-Mail - auch E-Mail genannt – ist ein weit verbreiteter Dienst im Internet seit vielen Jahren. Sie dient zum Versand von Texten. Als Anhang – Attachment – können auch Tabellen, Audio-, Programm- und Bild- dateien versendet werden. Eine E-Mail wird unabhängig von der Plattform oder des Betriebssystems versendet. Ähnlich eines Briefes, handelst es sich um einen elektronischen Dienst zum Nachrichtenaustausch über elektronische Kommunikationsnetze.[1]

In der Anwendung wird dafür mindestens ein Mailing Server, der die Nachrichten verwaltet und den Versand steuert, und ein client-seitiges Mailing Programm, in dem die E-Mail erstellt, formatiert und ebenso empfangen wird.

Das client-seitige Mailing Programm meldet sich dabei an Mailing Server an und erhält nach einer Authentifizierung per Benutzername und Passwort die Inhalte des Posteingangs des Users. Bis zur Abholung wird die E-Mail im E-Mail-Server gespeichert. Somit kann der Abruf der E-Mail durch verschiedene Geräte jederzeit erfolgen.

Jeder Anwender, besitzt dabei eine eindeutig identifizierbare Adresse, unter der dieser E-Mails versenden und empfangen kann. Diese besteht dabei in der Regel aus einem Name und einem Anbieter. Zum Beispiel: NAME@ANBIETER.de.

Ähnlich der Postanschrift, kann der Empfänger dadurch identifiziert werden. Eine E-Mail kann gleichzeitig aber an mehrere Empfänger versendet werden.

Man unterscheidet dabei zwischen dem/den Empfänger/n, „CC“ und „BCC“ was für „Carbon Copy“ bzw „Blind Carbon Copy“ steht. Dies lässt sich mit Durchschrift ins Deutsche übersetzen.

Personen die als „CC“ gekennzeichnet sind, erhalten die jeweilige E-Mail dann nur als Kopie bzw. zur Information. Die Kennzeichnung dient dazu, dem Empfänger so direkt zu verdeutlichen, ob ein todo aus dieser E-Mail ensteht oder nicht.

Personen die als „BCC“ gekennzeichnet sind, erhalten die jeweilige E-Mail ebenfalls nur als Kopie bzw. zur Information. Die Unterscheidung besteht aber darin, dass die „BCC“ Empfänger für die anderen Empfänger nicht ersichtlich sind.

Eine E-Mail kann an beliebig viele Empfänger, CC, oder BCC Empfänger gesendet werden, um eine kongruente Nachricht an viele Adressaten zu senden.

Neben der Nachricht enthält eine E-Mail auch die Zieladresse, Absenderadresse, Betreffzeile und das Datum & Uhrzeit des Versands. Der Aufbau einer E-Mail ist im RFC 5322 geregelt und gliedert die Kopfzeile und den Nachrichtentext.

In der Kopfzeile – sog. Header – stehen Zusatzinformationen und dagegen ist der Inhalt der Nachricht im sog. Body zu finden.

Neben der Nachricht wird durch den Absender noch eine Betreffzeile festgelegt. Diese beschreibt den Inhalt oder den Hintergrund der E-Mail. Hichsichtlich der ausdrucksstarken Eigenschaft dient diese als Kriterium zur Sortierung signifikanter E-Mails. Deshalb ist eine ansprechende Formulierung der Betreffzeile von Bedeutung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Anzahl der jährlich versendeten E-Mails (ohne Spam) in DE von 2000 bis 2015 und eine Prognose für 2016 (in Milliarden) [2]

Diese Statistik zeigt das Wachstum der versendeten E-Mails in Deutschland (ohne Spam) in den Jahren 2000 bis 2015. Zusätzlich ist eine Prognose für 2016 mit angegeben. Aktueller Zahlen liegen zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit nicht vor. Im Jahr 2015 wurden rund 544,2 Milliarden E-Mails in Deutschland versendet. Die Tendenz ist dabei weiter steigend.

2.2. Definition E-Mail-Marketing

Eine Form des Direktmarketings ist das E-Mail-Marketing. Dabei handelt es sich um einen schnellen und preisgünstigen Weg um im Rahmen der Kundenbeziehung ertragreiche Beziehungen auf- und auszubauen. Der Wert des Kunden (Customer Lifetime Value) wird voll ausgeschöpft.[3]

Etwa 78 Prozent der Deutschen nutzen gemäß einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom von 2014 E-Mails.[4] Dabei wurden 2014 rund 166 Milliarden E-Mails pro Tag versendet.[5]

Die E-Mail stellt für Unternehmen ein unverzichtbares Medium dar.

Im Vergleich mit anderen Formen des Direktmarketings ist das E-Mail-Marketing sehr preisgünstig. Kosten die bei der postialischen Werbung anfallen für Papier, Druck und Porto entfallen bei einer E-Mail.

Dadurch dass E-Mails weltweit innerhalb von wenigen Sekunden zugestellt werden eignet es sich besonders gut für agiles Marketing.

Die Rücklaufqouten sind gegenüber anderen Formen wie Fax oder Post wesentlich höher. Es ist für den Kunden einfacher, eine Antwort mit einem Knopfdruck zu senden, als einen Brief zu packen und zu versenden. E-Mails lassen sich durch die digitale Form auch einfach weiterleiten ohne dabei an Qualität zu verlieren. Auch die Verwendung von multimedialen Inhalten wie Musik, Videos oder Bilder stellen kein Problem dar.

Eine Studie der ARD/ZDF ergab, dass die Zahl der Onlinenutzer/Onlinenutzerinnen auf insgesamt 58 Millionen gestiegen ist. Dies entspricht einem Anteil von knapp 84 % der deutschsprachigen Bevölkerung älter als 14 Jahre.[6]

Die Nutzungsdauer beträgt 2016 erstmals mehr als 2 Stunden täglich (128 Min). Die meiste Zeit wird dabei mit der Kommunikation per E-Mail, Chat oder in Apps verbracht.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Internetnutzer in Deutschland von 2001 bis 2016 [8]

Eine Studie der Deutschen Post AG „Dialog Marketing Monitor 2016“ zeigt auf, dass das Online Marketing das beliebteste Dialogmedium ist. Fast jedes zweite Unternehmen platziert dabei seine Werbebotschaften Online.[9]

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Ergebnisse einer Marketingstudie im technischen Mittelstand 2016 von TNS Infratest.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 TNS Infratest 2016 die wichtigsten Online-Massnahmen [10]

Es ist aus den Studien zu erkennen, dass E-Mail-Marketing eine immer größere Rolle spielt.

2.3. Arten von E-Mail Kampagnen

Abhängig von den Zielen einer E-Mail Kampagne wird zwischen verschiedenen Formen des E-Mail-Marketings unterschieden. Dabei gibt es folgende Anwendungsformen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Anwendungsformen im E-Mail-Marketing- Eigene Abbildung

Im Folgenden möchte ich auf den Newsletter und den E-Mail-Responder genauer eingehen.

2.3.1. E-Mail Newsletter

Ein E-Mail Newsletter ist vom Prinzip das Gleiche wie ein postalisch versendeter herkömmlicher Newsletter. Dabei werden Informationen weitergegeben, neue Produkte vorgestellt oder auf Rabattaktionen hingeweisen. Die Empfänger sind dabei eine vorher festgelegte Kundenmenge. Diese können entweder auf einer Liste oder aber mit einem „Tag“ – Label gekennzeichnet werden. (Siehe Kapitel 4.1.2)

Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um bestehende Kunden oder Neukunden handelt, beide können mit einem E-Mail Newsletter angesprochen werden. Da dem Versender des Newsletters, neben der E-Mail-Adresse meist auch der Name des Kunden bekannt ist, kann der Kunden persönlich angesprochen werden. Dies stellt ein wichtiges Instrument zur Kundenbindung dar.

Der Kunde wird länger an das Internetangebot gebunden, und mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder auf die Website des Unternehmens zurückgreifen.

2.3.2. Generierung von E-Mail-Adressen für einen Newsletter

Die Platzierung des „Eintragungsformular“ für den Newsletter sollte, auf der Startseite erfolgen. Regelmäßige und auch neue Besucher werden diese Seite im Laufe der Zeit besuchen und somit das Anmeldeformular sehen.

Durch den Überfluss an Eintragungsformularen im Internet, hat der Nutzer häufig „Angst“ persönliche Daten preiszugeben. Daher ist es wichtig, vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen. Dies kann durch Bilder, Siegel oder Schriftzüge erfolgen.

Des Weiteren sollte der Kunde bereits bei der Eintragung der E-Mail-Adresse darüber informiert werden, mit welchem Intervall an E-Mails er rechnen kann. Dazu kann dem Kunden auch die Option gegeben werden, mit Hilfe von einem Auswahlmenü zu bestimmen, wie häufig er einen Newsletter erhalten möchte.

Durch Anreize wie Gutscheine und Rabattaktionen bei der Anmeldung, ist es möglich die „OPT-IN Rate“ / Anmeldeqoute zu steigern. Sehr viele Firmen in der Bekleidungsbranche bieten dem Kunden im Gegenzug meist einen 5€ Gutschein für die nächste Bestellung an. Neben dem zusätzlichen Argument seine E-Mail-Adresse einzutragen, wird unter Umständen ein Interessent auch noch in einen Neukunden umgewandelt.

Der Besucher ist zum Zeitpunkt des Besuchs der Website meist noch „anonym“. Er hat also seine Identität bisher nicht preisgegeben. Es bedarf also einer gewissen Überzeugungskraft bzw. Überzeugungsargumente, damit dieser seine Anonymität im Internet aufgibt.

Neben der E-Mail-Adresse können bei der Eintragung auch noch weitere persönliche Daten abgefragt werden. Je nach Branche variieren die Informationen. Oft werden aber das Geschlecht und der Name abgefragt. Dies ermöglicht eine persönliche Ansprache bei zukünftigen Mailings.

Für einen Online-Spielzeughandel, ist es unter Umständen wichtig, ob der Empfänger selbst Kinder hat, bzw. welches Geschlecht diese haben und wie alt diese sind. Dadurch erhält der Kunde nur die Informationen, in den späteren Mailings, die Ihn auch interessieren.

2.3.3. E-Mail Responder

Bei E-Mail Responder handelt es sich um Systeme, die den Versand von ganzen Mailketten automatisieren. Dabei können komplette E-Mail Kampagnen angelegt werden, welche dann von Empfängern automatisch durchlaufen werden.

Dazu werden alle zu versendeten Mails im System hinterlegt und zum Beispiel mit bestimmten Prüfungen oder Wartezeiten zwischen den einzelnen Mailings verknüpft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Auszug aus einem E-Mail Auto Responder; Anbieter Klick Tipp – eigene Abbildung

Das hier gezeigte Beispiel ist aus einer von mir selbst angelegten E-Mail Kampagne. Der Kunde war eine Firma, die ein neu erstelltes E-Book via E-Mail-Marketing vermarkten wollte. Das genannte E-Book beinhaltete eine Nähanleitung für eine Kindermütze. Zur Generierung von E-Mail-Adressen erstellte die Firma zusätzlich eine Nähanleitung für ein Halstuch, welches der potentielle Kunde im Gegenzug für seine E-Mail-Adresse erhielt.

In dem gezeigten Ausschnitt ist zu erkennen, dass der Kunde 7 Minuten nachdem er sich in das OPT-IN Formular eingetragen hat, die erste E-Mail erhalten hat. Hier wurde Ihm das kostenlose E-Book zugestellt.

Nach einer Wartezeit von 1 Stunde wurde geprüft, ob der Kunde in der Zwischenzeit das kostenpflichtige E-Book gekauft hat. Entsprechend der Situation verändert sich die jeweilige Kampagne für den Kunden. Dadurch ist es möglich, situationsbasiert entsprechend Mailings an den Kunden zu versenden.

Es wird im konkreten Fall sichergestellt, dass ein Kunde der das E-Book bereits gekauft hat, nicht eine weitere Aufforderung zum Kauf erhält. Stattdessen wird er auf ein anderes Produkt per Mail hingewiesen.

Dadurch profitiert sowohl der E-Mail Empfänger als auch der E-Mail Versender. Für den Empfänger bedeutet dies, dass er nur Mailings erhält, die Ihn interessieren. Für den Versender, bedeutet dies im Besten Fall mehr Verkäufe und zufriedene Kunden.

2.3.3.1. Generierung von E-Mail-Adressen für Auto Responder

Neben den unter 2.3.1.1 genannten Methoden zur Generierung von E-Mail-Adressen für Newsletter, gibt es für AutoResponder noch weitere Möglichkeiten.

Eine Möglichkeit ist es, dem E-Mail Abonnent eine Art E-Mail „Kurs“ über einen gewissen Zeitraum anzubieten. Dabei kann der User in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel täglich, informiert werden.

Als Beispiel eignet sich hierfür ein 14-tägiger Fitness und Ernährungskurs per Mail. Der Abonnent erhält vollautomatisch per Mail genau die Informationen die für Ihn relevant sind. Dabei kann z.B.: am 3. Tage abgefragt werden, ob der Abonnent vegetarische statt vegane Rezepte erhalten möchte. Der Verlauf kann also interaktiv durch den Leser bestimmt werden.

Der E-Mail Abonnent kann bei dem sinnvollen Einsatz eines AutoResponders noch mehr und Passende Inhalte erhalten, als es mit einem herkömmlichen Newsletter möglich ist.

2.4. Rechtliche Grundlagen beim E-Mail-Marketing

Einige E-Mail Empfänger reagieren auf die Zusendung von Mails sehr gereizt. Dabei wird oft der Begriff der „SPAM-Mails“ verwendet.

Im jahr 2004 erfolgte in Deutschland erstmals eine Gesetzesänderung, die den Versand von E-Mails aus kommerziellen Hintergründen geregelt hat.

2.4.1. SPAM-Mails

Man bezeichnet alle kommerziellen E-Mails als Spam, die massenhaft an Empfänger und ohne deren Zustimmung versendet werden.[11]

Seit einer gesetzlichen Neufassung im Jahr 2004 sind diese Form von Mails in Deutschland verboten. Werbung per E-Mail ist nur dann erlaubt, wenn der Empfänger vorher seine Einwilligung erklärt hat. Die betroffenen Empfänger sind nicht dazu gewungen, Spam-Mails zu tolerieren, wenn diese als störend empfunden werden. Ein Unterlassungsanspruch kann ab der ersten Mail geltend gemacht werden.

Unabhängig von der rechtlichen Regelung, stellen Spam-Mails eine Gefahr für Online- und vor allem E-Mail-Marketing dar. Je mehr Spam-Mails ein Empfänger erhält, desto ablehnender wird seine Haltung gegenüber Marketing- und Werbemails.

Daher sollte jeder Anbieter von E-Mailing, der dieses Medium langfristig nutzen möchte, seinen Beitrag zum Erhalt des E-Mail-Kommunikationskanals leisten und auf den Versand von Spam-Mails verzichten.[12]

Eine weitere Untergruppe vom Spam Mails ist das Phishing. Darunter versteht man das betrügerische Erlangen von vertraulicher Daten. Meist sind es Bankdaten, die über täuschend echt aussehende Websites abgefragt werden.

2.4.2. Permission Marketing

Permission Marketing (dt. Erlaubnis Marketing) bedeutet, dass der Werbeversand, nur dann rechtlich unanfechtbar ist, wenn die Erlaubnis vorhanden ist.

Durch das Angebot von Zusatznutzen wie Informationen, oder Präsente schafft man einen Anreiz für den Kunden sich in die E-Mail Liste einzutragen. Dabei sollte es genauso leicht sein, den Mail-Verteiler zu verlassen, wie sich anmelden zu können. Besonders bei der ersten Mail, muss darauf geachtet werden, dass diese auf Wunsch des Verbrauchers gesandt worden ist.

Permission Marketing bringt nicht nur Vorteile für den Verbraucher, sondern auch für die Anbieter. Den Anbietern wird es leichtgemacht, einen Zugang zu Kunden zu finden. Die Marketingkosten fallen dadurch geringer aus als bei vergleichbaren Marketingvarianten. Im Permission Marketing ist man nur erfolgreich, wenn man auch entsprechend Glaubwürdig ist. Hierzu gehört, dass die persönlichen Daten auf keinen Fall an Dritte weitergegeben werden dürfen. Außer es wurde vom Kunden eine Einverständniserklärung des Kunden eingeholt, in dem die Weitergabe der Daten an Dritte bestätigt wird. Zum Erfolgskonzept des Permission Marketing gehört auch die Selbstbestimmung. Jeder Verbraucher muss selbst entscheiden können, welche Informationen für Ihn relevant sind, und falls keine Informationen mehr haben möchte, kann er sich jederzeit entscheiden sich abzumelden.

Im Gegensatz zu Spamming ist Permission Marketing legal. Sie ist die personalisierte, erlaubte Form des E-Mail-Marketings. Dadurch können Unternehmen Ihre Kunden an das Unternehmen binden.

2.4.3. Rechtliche Rahmenbedingungen

E-Mail-Marketing unterliegt rechtlichen Rahmenbedingungen, deren Berücksichtigung für den Erfolg der E-Mail-Kampagne wichtig ist. Werden rechtliche Aspekte vernachlässigt, kann dies entsprechende rechtliche Konsequenzen haben. Auch kann dies Auswirkungen auf den SPAM-Filter haben.

SPAM-Filter können dann die Zustellung der Nachricht in den Posteingang des Empfängers verhindern. Des Weiteren können bei unerwünschten E-Mails negative Assoziationen beim Empfänger hervorgerufen werden, was schlecht für das Image des Absenders ist und damit den Weg zu einer langfristigen Bindung stört.

Vor allem aber birgt die Missachtung rechtlicher Bestimmungen das Risiko einer Klage des Empfängers. Beim E-Mail-Marketing sind folgende Gesetze relevant:

- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
- Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
- Telemediengesetz (TMG)

Werbliche E-Mails bedürfen vor dem Versand der Einwilligung des Empfängers (§7 Abs. 2 Nr. 3 UWG). Ohne die Einwilligung des Adressaten sind werbliche E-Mails eine unzumutbare Belästigung. Des Weiteren schreibt das Gesetz dabei Datensparsamkeit vor, es dürfen nur Daten erhoben werden, die auch benötigt werden.

Außer der E-Mail-Adresse darf es, soweit nicht notwendig, somit keine Pflichtfelder geben. Eine anonyme Nutzung oder Nutzung unter Pseudonym muss möglich sein (§ 3a BDSG, § 13 Abs. 6 TMG).

Des Weiteren muss der Nutzer vor der Erklärung der Einwilligung auf die Abbestellmöglichkeit durch den Betreiber hingewiesen werden (§13 Abs. 3 TMG).

Das Bundesdatenschutzgesetz sieht zusätzlich vor:

(1) Die Einwilligung ist nur wirksam, wenn sie auf der freien Entscheidung des Betroffenen beruht. Er ist auf den vorgesehenen Zweck der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung sowie, soweit nach den Umständen des Einzelfalles erforderlich oder auf Verlangen, auf die Folgen der Verweigerung der Einwilligung hinzuweisen. Die Einwilligung bedarf der Schriftform, soweit nicht wegen besonderer Umstände eine andere Form angemessen ist. Soll die Einwilligung zusammen mit anderen Erklärungen schriftlich erteilt werden, ist sie besonders hervorzuheben.[13]

*§4a Abs. (1) BDSG. Demnach gilt die Schriftformerfordernis. Die Einwilligung ist datenschutzrechtlich somit nur wirksam, wenn handschriftlich unterzeichnet wurde. Da dies im Internet nicht umsetzbar ist, genügt hier die elektronische Einwilligung.

Hierbei muss sichergestellt sein, dass:

1. der Nutzer seine Einwilligung bewusst und eindeutig erteilt hat,
2. die Einwilligung protokolliert wird,
3. der Nutzer den Inhalt der Einwilligung jederzeit abrufen kann und
4. der Nutzer die Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen kann.[14]

Die Einwilligung muss gesondert und nur bezogen auf die Zusendung von werblichen E-Mails erteilt werden.

Des Weiteren müssen werbliche E-Mails ein vollständiges Impressum enthalten (§ 6 TMG) und den Datenschutzrichtlinien zu folgen.

3. Erfolgsmessung im E-Mail-Marketing

[...]


[1] (Kollmann P. D.,)

[2] (Statista GmbH, 2017)

[3] (Aschoff, 2005) S. 150

[4] (Bitkom Bundesverband Informationswirtschaft, 2014)

[5] (Wörishofen, 2017)

[6] (Frees, 2016)

[7] (Frees, 2016)

[8] (GmbH, Statista, 2017)

[9] (Deutsche Post AG, 2017)

[10] (GmbH Saxoprint., 2017)

[11] (Aschoff, Professionelles Direkt- und Dialogmarketing per E-Mail, 2005)

[12] (Aschoff, Professionelles Direkt- und Dialogmarketing per E-Mail, 2005)

[13] (Bundesdatenschutzgesetz)

[14] (Telemediengesetz, 2015)

Details

Seiten
45
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668520523
ISBN (Buch)
9783668520530
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373384
Institution / Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie München e. V
Note
1,3
Schlagworte
E-Mail Marketing

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Titel: Optimierung von E-Mail-Marketing durch A/B Tests und tag- basierter Organisation