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Wirtschaftspolitische Rekationen auf die Finanzmarktkrise im Jahr 2008

Folgen der Krise 2008

Hausarbeit 2014 47 Seiten

VWL - Finanzwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

ZUSAMMENFASSUNG

1. EINLEITUNG
1.1 Anlass der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Ziele der Untersuchung

2. GLOBALER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER FINANZ- UND EUROKRISE
2.1 Immobilien- und Bankenkrise
2.1͘1 Niedrigzinspolitik: „Billiges“ Geld
2.1.2 Subprime-Kredite: Die Gier nach höherer Rendite
2͘1͘3 Verbriefung & Strukturierung: „Der Wolf im Schafspelz“
2.1.4 Rating-Agenturen: Bestandsaufnahme statt Prognose
2.1.5 Immobilienblase: Wenn das Angebot die Nachfrage überholt
2.1.6 Bankkrise: Wie faule Kredite eine Kettenreaktion auslösten
2.2 Globale Finanzmarkt- und Eurokrise
2.2.1 US-Notenbanken: Staatlicher Eingriff in den freien Markt
2.2.2 Weltweite Finanzkrise: Negative Folgen der Globalisierung
2.2.3 Eurokrise: Die Rettung vor dem Staatsbankrott
2.3 Schlussbetrachtung

3. DIE WIRTSCHAFTSPOLITIK DEUTSCHLANDS WÄHREND DER FINANZMARKTKRISE
3.1 Hintergrund
3.2 Theoretische Einordnung der deutschen Wirtschaftspolitik während der Eurokrise
3.3 Maßnahmen gegen die Krise
3.3.1 Senkung des Krankenkassenbeitragssatzes
3.3.2 Senkung des Einkommensteuertarifs
3.3.3 Umwelt- beziehungsweise „ bwrackpremie“
3͘3͘4 „Schutzschirm“ für Unternehmen
3.4 Reaktion der Bundesbürger

4. DIE KRISE IN GRIECHENLAND
3.1 Hintergrund
3.2 Indikatoren

5. FAZIT

GLOSSAR

LITERATURVERZEICHNIS

QUELLENVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Zusammenfassung

Die folgende Hausarbeit untersucht und dokumentiert die Entstehung der globalen Finanzmarktkrise im Jahr 2008. Dabei konzentriert sich die Analyse hauptsächlich auf die Geschehnisse der Bundesrepublik Deutschland sowie Griechenland.

Es werden Maßnahmen Deutschlands gegen die Eurokrise aufgezeigt und dessen Wirkungsweise beurteilt. Zusätzlich werden die aktuellsten Entwicklungen der wichtigsten Indikatoren von Griechenland und Deutschland zur Bekämpfung der Krise verglichen und begutachtet.

Diese Analyse beurteilt außerdem die generellen Handlungsweisen in der Finanz- beziehungsweise Eurokrise und gibt an, welche alternativen Mittel zur Krisenbewältigung hätten verwendet werden können.

1. Einleitung

1.1 Anlass der Arbeit

Sechs Jahre sind nun seit dem verheerenden Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 vergangen. Diese führte weltweit nicht nur zu Unternehmensinsolvenzen, Bankpleiten und daraus resultierender wachsender Arbeitslosigkeit, sondern auch zum drohenden Bankrott ganzer Staaten1 und letztendlich auch zur Eurokrise.2

Allein in den Jahren zwischen 2008 und 2013 meldeten laut dem Internetportal Statista 183.082 Unternehmen in Deutschland die Insolvenz an3. Laut einer Umfrage zur Dauer der Wirtschaftskrise sind 86% der befragten wahlberechtigten Deutschen der Meinung, dass die wirtschaftliche Krise immer noch nicht überwunden sei.4

Aus der Sicht der Bundesregierung war staatliches Eingreifen erforderlich: So stellte die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel am 14. Januar 2009 Maßnahmen vor, die das wirtschaftliche Wachstum fördern und die Stabilität des Landes - vor allem im Bezug auf den Arbeitsmarkt - sichern sollten. Diese Maßnahmen gegen die Krise5, liefen unter dem Titel „Pakt für Beschäftigung und Stabilität“ - kurz: Konjunturpaket I und II).6

1.2 Vorgehensweise und Ziele der Untersuchung

Ziel dieser Untersuchung ist den globalen Zusammenhang zwischen der Finanz- und Eurokrise auf verständliche und aufeinander aufbauende, logische Weise herzustellen und die wirtschaftspolitischen Reaktionen Deutschlands zu analysieren. Zunächst wird ein Resümee der Ereignisse gezogen. Im nächsten Schritt wird Deutschlands wirtschaftspolitische Reaktion einem ökonomisch theoretischen Rahmen zugeordnet. An- schließend werden die Theorien erläutert und die Maßnahmen Deutschlands analysiert.

Da Griechenland besonders stark von der Krise betroffen war und immer noch ist, werden darauf aufbauend ökonomische Indikatoren gesucht, die chronologisch das Ausmaß der Krise veranschaulichen und gegebenen- falls als eine Art Frühwarnsystem verwendet werden können. Parallel werden die Ergebnisse für Griechenland mit denen von Deutschland verglichen und beurteilt.

Im letzten Teil dieser Untersuchung wird ein Fazit aus der Analyse der einzelnen Fakten kritisch gezogen.

2. Globaler Zusammenhang zwischen der Finanz- und Eurokrise

Die weltweite Finanzmarktkrise ist die Folge verschiedener komplex miteinander verworrener Ereignisse, die eine Kettenreaktion auslösten. Mit der Immobilienkrise im Jahr 2007 wurde die Bankenkrise verursacht, die zur globalen Finanz- und schließlich zur Eurokrise führte.7 Im Kapitel 2 werden die zusammenhängenden Ereignisse zum besseren Verständnis chronologisch dokumentiert.

2.1 Immobilien- und Bankenkrise

2.1.1 Niedrigzinspolitik: „Billiges“ Geld

Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 führte die US- Nationalbank Federal Reserve System (FED) eine so genannte Niedrig- zinspolitik, um die Wirtschaft anzukurbeln und einer nationalen Massenpanik entgegenzuwirken. Der Zinssatz wurde von 6,5% auf 1% reduziert, wodurch man „billiges“ Geld bekommen konnte.8 Den sinkenden Zinssatz veranschaulicht folgende Grafik der Webseite www.global-rates.com:

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Amerikanischer Zinssatz FED (Jahre zu Prozent)9

Diese Niedrigzinspolitik hatte dabei einen positiven Effekt auf ein zweites politisches Ziel der USA: die Steigerung der Hauseigentümerquote in Amerika.10 Die niedrigen Zinsen begünstigten die Nachfrage nach Immobilien. Je höher diese Nachfrage anstieg, desto geringer war das Angebot - dementsprechend erhöhten sich die Immobilienpreise.11 Selbst nachdem sich die Lage nach den Anschlägen beruhigt hatte, führte die FED weiterhin niedrige Zinsen, die erst ab Ende des Jahres 2004 langsam angehoben wurden.

2.1.2 Subprime-Kredite: Die Gier nach höherer Rendite

Die Folgen, die aus der Niedrigzinspolitik resultierten, waren fatal: Dadurch, dass die Häuserpreise stetig stiegen und der Immobilienmarkt als sicher eingestuft wurde, wuchs die Gier und Verlockung der amerikanischen Bankinstitute, Hypotheken auch an Personen mit niedriger Kreditwürdigkeit zu verleihen.12 Denn Ziel einer Bank - sowie jedes Unternehmens - ist es, seinen Gewinn zu steigern sowie eine hohe Rendite zu erzielen.13 Sowohl eine hohe Eigenkapitalausstattung als auch erstklassige, hochsichere Wertpapiere sind zwar eine risikoarme Gewinnquelle, jedoch versprechen „höherverzinsliche, aber auch riskantere Kredite“ eine wesentlich höhere Rendite.14 Also wurden so genannte Subprime-Kredite an den problematischen Kunden zu hohen Zinssätzen verliehen, der „(…) in der Vergangenheit zahlungsunfähig war, bei ihm eine Zwangsversteigerung dokumentiert wurde oder er mit Kreditraten in Verzug geraten ist.“15

2.1.3 Verbriefung & Strukturierung: „Der Wolf im Schafspelz“

Obwohl diese Kreditnehmer ein hohes Risikopotential darstellten, konnten sie von den amerikanischen Banken mittels eines simplen Tricks problemlos aus ihrer Bilanz entfernt werden. Dies erfolgte, indem die riskanten Kredite in scheinbar sichere Wertpapiere „verpackt“ und als „Wolf im Schafspelz“ an Investoren weiterverkauften wurden, die nun das Risiko bei Zahlungsunfähigkeit trugen. Dementsprechend wurde das Kreditrisiko auf andere Marktteilnehmer verteilt. Diese Methode bezeichnet man Verbriefung.16

Verbriefung bedeutet, es werden verschiedene nicht handelbare Kredite als synthetische Wertpapiere namens Collateralized Debt Obligations (CDO)17 verpackt, mit welchen anschließend am freien Markt verhandelt werden kann. Mit den Erträgen der verkauften Wertpapiere wurden damals wiederum neue liquide Mittel geschaffen, mit denen weitere Kredite bedenkenlos vergeben werden konnten. Das funktionierte, weil das Risiko letztendlich bei den Käufern der Wertpapiere lag und nicht bei der Bank selbst. Diese Käufer waren meist Großanleger wie Banken und Hedgefonds, die nun die Position einer so genannten Schattenbank einnahmen. Da jedoch die Wertpapiere durch ihr hohes Risikopotential für die Investoren nicht attraktiv waren, wendeten die Produktenwickler der Bankinstitute einen weiteren Trick an, um den Kaufanreiz zu steigern: Diese Prozedur nennt man Strukturierung.

Die als Wertpapier verpackten Kredite wurden in verschiedene Risikoklassen eingeteilt. Diese Risikoklassen werden als Tranchen be- zeichnet und sind hierarchisch angeordnete Teilabschnitte beziehungs- weise Teilbeträge einer Anleihe. Die Tranche mit dem höchsten Risiko wird „Equity“ bezeichnet. Erst wenn sämtliche Kredite dieser Tranche ausfallen, wird die nächst höherer Tranche mit der Bezeichnung

„Mezzanine“ angegriffen. Die dritte Tranche mit dem niedrigsten Risiko wird „Senior“ genannt. Der Ausfall dieser Tranche wurde als un- wahrscheinlich eingestuft. Demnach galten „riskante Papiere“ als „sichere Investments“ und wurden von den Rating-Agenturen - die eng mit den Banken zusammenarbeiteten - mit Bestnoten belohnt.18

2.1.4 Rating-Agenturen: Bestandsaufnahme statt Prognose

Das Urteil der Rating-Agenturen war verhängnisvoll. Indem die Agenturen für Ihr Rating bezahlt wurden, entstand ein Interessens- konflikt, so dass die riskanten Papiere mit der Bestnote AAA verschleiert wurden und sich auf dem globalen Finanzmarkt ausweiten konnten. Auch ist das Rating einer Agentur eine Bestandsaufnahme; sie gibt lediglich eine Einschätzung zum aktuellen Risiko des Wertpapiers wider, jedoch keinen Hinweis auf die künftige Entwicklung der Aktie.19

2.1.5 Immobilienblase: Wenn das Angebot die Nachfrage überholt

Generell war das neue, auf Verbriefung und Strukturierung basierte, Finanzprodukt eine gute Idee, da so das Risiko auf mehrere Investoren verteilt werden konnte. Nur war eine Prognose im Fall eines Kursverfalls der Aktien nicht möglich, da jeglicher Erfahrungswert fehlte.20 So kam es zwischen 2006 und 2007 zur Katastrophe: Als zum einen das Angebot an Immobilien, die Nachfrage überholte, und die Immobilienpreise dadurch drastisch sanken, und zum anderen die Subprime-Kreditnehmer ihre Zinsen nicht mehr tilgen und zum Verkauf Ihrer Immobilie gezwungen wurden, platzte die Immobilienblase.21

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Hauspreisindex USA (Jahre zu Preis in Tausend)22

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Immobilien zu „Schnäppchenpreisen“23

2.1.6 Bankkrise: Wie faule Kredite eine Kettenreaktion auslösten

„Immobilien, die als Besicherung für die Kredite dienten, waren jetzt praktisch wertlos.“24 Die Banken saßen nun auf Ihren „faulen Krediten“ fest und mussten diese mit in Ihre Bilanzen aufnehmen. Die Verluste durch die Abschreibungen wirkten sich drastisch auf ihr Eigenkapital aus. Die finanzielle Notlage hätte durch Kredite anderer Banken gemildert werden können. Diese verweigerten aber weitere Anleihen, da sie auf der einen Seite nicht sicher waren, ob die Kredite zurückgezahlt werden konnten und auf der anderen Seite herrschte großes Misstrauen unter den konkurrierenden Banken, inwieweit sie in das Geschäft mit den Subprime-Krediten involviert waren.

Während sich die Top-Banker und Rating-Agenturen mit den Subprime- Krediten eine goldene Nase verdient hatten, lösten diese eine weitere bedrohliche Kettenreaktion aus: Der der Wert der CDOs fiel nun ins Bodenlose. Die Strukturierung der Kreditpakete wurde wiederum von den Investoren zerlegt und verschachtelt, so dass der eigentliche Wert der Aktien letzten Endes nicht mehr nachvollziehbar war und aufgrund des hohen Risikos keine Abnehmer mehr fand. Die Folge waren Liquiditätsausfälle diverser Banken.25 Den Höhepunkt, der nun entstandenen Bankenkrise, markierte die Insolvenz der 1850 gegründeten Investmentbank Lehman Brothers26 am 15. September 2008 mit 613 Milliarden Dollar Schulden.27

2.2 Globale Finanzmarkt- und Eurokrise

2.2.1 US-Notenbanken: Staatlicher Eingriff in den freien Markt

Nachdem die amerikanische Wirtschaftspolitik die Regulierung des Marktes nach dem neoklassischen Prinzip (wird in Kapitel 3 näher erläutert) sich selbst überließ,28 griff der Staat nun doch in die katastrophalen Ereignisse auf dem nationalen Bankensektor ein.

[...]


1 Reader S. 13 „Anatomie der Weltwirtschaftskrise“ (ApuZ 20/2009)

2 http://www.globalisierung-fakten.de/folgen-der-globalisierung/krisen/eurokrise/

3 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75215/umfrage/unternehmensinsolvenzen- in-deutschland-seit-2000/

4 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3858/umfrage/meinung-ueber-die-dauer- der-wirtschaftskrise/

5 http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2009/01/03-1-bk-bt.html

6 http://www.hk24.de/recht_und_steuern/steuerrecht/thema_unternehmensbesteuerung _gesetz/367016/Konjunkturpaket_I_und_II.html

7 http://www.tagesschau.de/wirtschaft/immobilienkrise16.html

8 Vgl. 7

9 http://de.global-rates.com/zinssatze/zentralbanken/zentralbank-amerika/fed- zinssatz.aspx

10 VWL R/H „Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige“ S. 13 ff

11 Vgl. 7

12 Vgl. 7

13 AVWL/H S. 53 „6.2.1 Gewinn“

14 Vgl. 9

15 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/subprime-krise.html#erklaerung

16 VWL R/H „2.2 Anatomie der Wirtschaftskrise“ S. 14 ff.

17 http://www.welt.de/wall-street-journal/article116845374/Die-gefaehrlichste-Wette- der-Wall-Street-kehrt-zurueck.html

18 Vgl. 15

19 Vgl. 15 und http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/finanzmaerkte/133275/rating- agenturen?p=all

20 http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/finanzmaerkte/133275/rating-agenturen?p=all

21 Vgl. 7

22 http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article110577923/Jungen-Amerikanern- fehlt-die-Lust-am-Eigenheim.html

23 http://www.tagesschau.de/wirtschaft/immobilienkrise16~magnifier_pos-0.html

24 VWL R/H „Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige“ S. 16 ff.

25 Vgl. 7, 19 und 21

26 http://www.ksta.de/wirtschaft/stichwort-geschichte-der-angeschlagenen-us-bank- lehman-brothers,15187248,13107324.html

27 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lehman-brothers-was-wurde-nach- finanzkrise-dick-fuld-a-990721.html

28 http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/finanzmaerkte/55766/subprime-krise?p=0

Details

Seiten
47
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668503267
ISBN (Buch)
9783668503274
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v372867
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg – Marketing MBA
Note
2.2
Schlagworte
Finanzkrise Eurokrise Immobilienblase Wirtschaftskrise wirtschaftspolitische Reaktion auf die Finanzmarktkrise Finanzmarktkrise Rettungsschirm Immobilienkrise Bankkrise Ratingagenturen Subprime-Kredite Niedrigzinspolitik Verbriefung und Strukturierung Griechenlandkrise Rettungspakete Rettung von Griechenland

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