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Die Pest und ihre Auswirkungen aus geschichtlicher und biologischer Sicht

von Lukas Krüger (Autor) Aaron Lehser (Autor)

Essay 2017 8 Seiten

Biologie - Allgemeines, Grundlagen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Was ist die Pest?

3. Die Pest in der Vergangenheit
3.1 Der „Schwarze Tod“

4. Die Pest aus biologischer Sicht
4.1 Der Erreger Yersina pestis
4.2 Entstehung und Verlauf der Krankheit
4.3 Virulenzfaktoren
4.4 Arten der Pest
4.4.1 Beulenpest
4.4.2 Lungenpest
4.4.3 Pestsepsis

1. Einleitung

Die Pest beschäftigt Europa und fast die gesamte Welt schon seit mehreren Jahrhunderten. Ausbruch und Folgen sind bei dieser Krankheit enorm und kaum zu stoppen. Sie hat die Geschichte und das heutige Europa maßgeblich geprägt. Die Pest ist und war eine der gefährlichsten Krankheiten und ist bis heute immer noch nicht ausgerottet. Die Pest hat mehreren tausend Menschen das Leben genommen und könnte heutzutage ein genauso enormes und verheerendes Ergebnis anrichten.

Das komplexe Thema Pest kann einerseits von geschichtlicher und andererseits von biologischer Seite betratet werden. In dieser Facharbeit werden beide Aspekte berücksichtigt.

2. Was ist die Pest?

Abgeleitet wird der Name vom lateinischen Wort „pestis“, was Seuche in Deutsch bedeutet. Die Pest wird durch Ratten und Flöhe übertragen. Ausgelöst wird die Pest durch das Bakterium Yersinia pestis, benannt nach seinem Entdecker Alexandre Émile Jean Yersin. Streng genommen ist die Pest keine menschliche Krankheit sondern eine Krankheit die häufig Tiere, wie zum Beispiel Ratten, befällt. Sie wird daher auch als Zoonose bezeichnet. Im Mittelalter war sie eine der häufigsten Krankheiten neben Syphilis und Cholera. Heut zu Tage ist die Pest eine der vier Quarantänekrankheiten nach der WHO. Zur damaligen Zeit verlief die Krankheit eigentlich immer tödlich heute kann sie dank modernster Medizintechnik behandelt werden. Es gibt sieben verschiedene Pestarten: Lungenpest, Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, abortive Pest, Hautpest, Pest-Pharigitis und Pest-Menigitis. Die ersten drei Arten sind jedoch die am häufigsten vorkommenden. l

3. Die Pest in der Vergangenheit

Anfang bis Mitte des 14. Jahrhunderts brach die große Pest in Europa aus. Es hatte zwar bereits vorher im vorderen Orient des Öfteren Pestausbrüche gegeben, diese waren jedoch nur kurz und verschwanden dann wieder für einige hundert Jahre. Vermutlich kam die Pest, auch bekannt unter dem Namen der ersten großen Epidemie „Schwarze Tod“, über den Seeweg von Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, nach Europa. Sie konnte sich auf Grund der mangelnden Hygiene und Müllentsorgung schnell in den Städten verbreiten. Auf Grund dessen, das die meisten Menschen fußläufig aus den Städten vor der Pest flüchteten konnte sich die Pest in ganzen Landstrichen verbreiten. So forderte die Pest über 25 Millionen Todesopfer in ganz Europa. Aber auch die restliche Welt wurde von der Pest erreicht. So wütete ab dem Jahr 541 eine Pest im Mittelmeerraum und in Europa. Mit der „Justitianischen Pest“ gab es auch während dieser Pandemie eine große Epidemie. Die dritte Pandemie ist seit 1894 bis heute immer noch nicht vollständig bekämpft, der letzte große Ausbruch liegt jedoch schon über 100 Jahre zurück.

3.1 Der „Schwarze Tod“

Der Schwarze Tod ist die erste große europäische Epidemie, die von 1347-1352 reichte. Häufig wird die Zweite Pandemie als Schwarzer Tod bezeichnet, dies ist jedoch falsch. Der Schwarze Tod gilt als Ursache dafür, dass damals um die 25 Millionen Menschen gestorben sind. Der Ursprung dieser Pest sind die Steppen Asiens. Über Seewege ist sie dann schließlich in Istanbul, dem damaligen Konstantinopel, gelandet. Und hat sich dann in ganz Europa verbreitet. Der Schwarze Tod trat in zwei Pestwellen auf, die erste ging von 1347-1352 und die zweite trat dann nochmal 1360 auf. Die Folgen dieser zwei Pestwellen waren, dass die Bevölkerungszahl, in den darauffolgenden Jahren, sich sehr gering gehalten hat. Die Menschen suchten darauf hin einen Sündenbock für die Pest und erklärten sich diese Krankheit als Strafe Gottes oder durch eine ungünstige Stellung der Winde.

4. Die Pest aus biologischer Sicht

Damals und heute war der Pesterreger derselbe, sein Name lautet Yersinia pestis. Zu diesem Ergebnis ist ein internationales Forscherteam gekommen. Dazu hat das Team um Dr. Johannes Krause Skelette eines Londoner Pestfriedhofs untersucht und die 10.000 DNA-Positionen entschlüsselt. Dank der modernen Technik kam man zu dem Ergebnis, dass ein Teil der Erbinformation in den letzten 600 Jahren sich kaum verändert hat.

4.1 Der Erreger Yersina pestis

Alexandre Émile Jean Yersin war Beauftragter zur Untersuchung der Pest in China und erkannte in den Pestbeulen der Leichname den Erreger Yersinia pestis. Zudem wurde die Ratte als Überträger des Bakteriums identifiziert, womit Yersin ein medizinischer Durchbruch gelang. Yersinia petis ist aber nicht die einzige Art des Genus Yersina in der Familie Enterobacteriaceae. Es gibt zu dem die Arten Yersinia enterocolitica, Yersinia pseudotubercolosis, Yersinia ruckeri, Yersinia kristesenii, Yersinia bercovieri, Yersinia frederikensii, Yersinia mollaretti und Yersinia intermedia. Die ersten beiden sind als Erreger der Pseudotuberkulose und das dritte als Erreger für Rotmaulseuche bekannt. Yersinien „Yesinien sind anaerob bis fakultativ anaerob. Ihre Zellen sind meistens kokkobazilär und färben sich gramnegativ. Außerdem können sie pleomorph sein“ (www.yersiniapestis.info/baktertium vom 1.6.17).

Die einzelnen Yersinien sind häufig miteinander verwandt. So geht man davon aus, dass Yersinia pestis vor 15.000-20.000 Jahren aus Yersinia pseudotuberculosis hervorgegangen ist. Allgemein lässt sich Yersinia pestis in vier sogenannte Biovare unterteilen. Antiqua, Orientalis, Mediaevalis und seit neusten Erkenntnissen auch Microtus. Yersinien sind häufig miteinander verwandt. So geht man davon aus, dass Yersinia pestis vor 15.000-20.000 Jahren aus Yersinia pseudotuberculosis hervorgegangen ist. Bis auf letzteres werden alle auf Grund der Fähigkeit zu Nitaratreduktion, Glycerolvergärung und Ammoniakproduktion unterschieden. Letzteres differenziert sich durch seine fehlende Pathogenität. Zu dem kann den ersten drei eine der drei großen Pandemien zugeordnet werden. Antiqua, welches vor allem in Afrika zu finden ist, gilt als Auslöser der Justinianischen Pest. Mediaevalis tritt in Zentralasien auf und gilt als Auslöser des Schwarzen Tods. Die moderne Pest wird durch Orientalis ausgelöst, weshalb dieses Biovar am weitesten verbreitet ist. „ Yersinia pestis ist ein kurzes, plumpes, ungegeißeltes und dadurch unbewegliches Stäbchenbakterium. Ab 37°C ist es von einer Kapsel umgeben. Es ist 0,5 bis 0,8 Mikrometer breit und 1-1,3 Mikrometer lang.“(www.yersiniapestis.info/bakterium vom 1.6.17)

4.2 Entstehung und Verlauf der Krankheit

Bei der Entstehung der Krankheit spielt der Rattenfloh (Xenopsylla cheopsis) eine wichtige Rolle. Wird die Krankheit direkt übertragen geschieht dies meistens durch einen Biss de soeben genannten Flohs. Neben der Infektion durch sogenannte Ektoparasiten, kann das Bakterium auch eingeatmet werden. Es ist jedoch wahrscheinlicher durch einen Floh infiziert zu werden. Damit dieser einen Menschen infizieren kann muss er zuerst das Blut eines Tieres aufnehmen und dies in seinem Vormagen verdauen. Dort reif das Bakterium dann heran und vermehrt sich um ein vielfaches. Nun kommt es zu einem erneuten Biss des Flohes, wobei er die Bakterien aus seinem Magen in die Bisswunde des Opfers erbricht. Die Gefahr bei Yersinia pestis liegt darin, dass es sich sowohl interzellulär als auch extrazellulär vermehren kann. Obwohl es sich bei Yersinia pestis um ein Bakterium handelt kann es sich dank spezieller Proteine in Zellen einnisten und sich so weiter vermehren. Durch die Einnistung ist es dem Bakterium möglich auch in tiefere Gewebeschichten vorzudringen, was sonst nicht möglich wäre. Die Einnistung in den Zellen bringt jedoch noch einen weiteren Vorteil und zwar, dass die Bakterien dort vor Antikörper, Antibiotika und Phagozyten geschützt sind. Die interzelluläre Vermehrung hilft Yersinia pestis zudem alle Virulenzfaktoren auszubilden, die beim menschlichen Organismus nicht von Anfang an vorhanden sind. Wenn die antiphagozytären Phatogene nicht exprimiert sind, werden die Bakterien durch die Granulozyten unschädlich gemacht. Aufgrund dessen beginnt das Bakterium sofort nicht aktivierte Fresszellen und Epithelzellen zu befallen und sich dort unter Bläschen- und Pustelbildung weiterzuvermehren. Bei 37°C kann nun die volle Virulenz entfaltet werden was vorher nicht möglich war. Eine schützende Kapsel und Invasionsproteine werden gebildet. Nun können die Bakterien aus dem Lymphsystem in die Lymphknoten gelangen, welche durch vermehrte Leukozytenbildung sich entzünden und zu eitern beginnen. Die Vermehrung kann nun, durch die Senkung der Abwehrkräfte weiter vorangetrieben werden. Die Bakterien gelangen in die Blutbahn, indem die Barriere der Lymphknoten durch eine Überbelastung mit Pestbakterien zusammenbricht. Eine Sepsis resultiert daraus und die Organe werden nach und nach von den Bakterien befallen. Dadurch, dass der ganze Körper von Blutbahnen durchzogen ist können die Bakterien auch in die Lunge geraten wodurch eine Lungenpest ausgelöst werden kann. Auch wenn der Körper gegen den Erreger ankämpft kommt es aufgrund der schnellen Vermehrung zu Atemnot und Lungenentzündungen. In den Blutbahnne kommt es zu Verklumpungen. Durch diese Blutgerinnung werden immer mehr Gerinnungsfaktoren beispielsweise Fibrinogen aufgebraucht. Dank eines Plasminogen-Aktivator-Proteins kann Yersinia pestis das Fibrinogen auflösen. Eine jetzt auftretende Blutung kann aufgrund der mangelnden Gerinnungsfaktoren nur noch schlecht gestillt werden. Die Krankheit würde in so einem Fall schon mit dem Tod enden. Ist die Krankheit im Endstadium kommt es zu einer Reduzierung der Pumpkraft des Herzens, woraus Herzversagen, Kreislaufschwäche und der Tod des Wirts resultieren.

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Details

Seiten
8
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668542549
ISBN (Buch)
9783668542556
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v372824
Note
Schlagworte
pest auswirkungen sicht

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