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Gewalt im Kinderfernsehen. Chancen und Risiken im Rahmen einer Untersuchung des Genres Zeichentrick

Hausarbeit 2012 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Zu den Begriffen Gewalt und Mediale Gewalt

3 Gewalt im Kinderfernsehen am Beispiel des Zeichentricks
3.1 Kinder und Fernsehen
3.2 Gewalthaltige Inhalte im Genre des Zeichentricks
3.3 Chancen der gezeigten Gewalt
3.4 Risiken und Gefahren der gezeigten Gewalt

4 Handlungsempfehlungen

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Schlagzeilen wie „Kinderpsyche. TV-Gewalt schadet Kindern“ (Focus online, 2005), „Fernseh-Gewalt: Kein Problem für Kinder?“ (Fleckenstein, 2008) oder plakative Buchtitel namhafter Wissenschaftler wie beispielsweise Spitzers „Vorsicht Bildschirm“ (Spitzer, 2008), geben seit Jahren immer wieder neuen Antrieb für die Diskussion um die Auswirkungen von Gewalt im Fernsehen und die Folgen für rezipierende Kinder. Wann ist die gezeigte Gewalt schädlich? Sollte man Kinder nicht ausschließlich von Mediengewalt fernhalten? Wie wirkt Fernsehgewalt auf Kinder? Solche und ähnliche Fragen beschäftigt die Welt der Wissenschaft seit dem Einzug des Fernsehens in die Wohnzimmer - trotzdem ist das Themengebiet aktuell und für die Medien so interessant wie nie.

In dieser vorliegenden Hausarbeit wird der Fokus auf der gezeigten Gewalt im Kinderfernsehen und deren Chancen und Risiken liegen. Um die Gewalt im Kinderfernsehen erkennen zu können, wird es zunächst notwendig sein, den Gewaltbegriff zu definieren und zu klären, was genau Gewalt eigentlich ist. Dabei wird von der Definition von realer Gewalt ausgegangen und diese wird dann um die mediale Gewalt ergänzt. Im Folgenden wird das Verhältnis zwischen Kindern (hierbei wird sich im Zuge der Eingrenzung des Themas vorrangig mit Vorschulkindern beschäftigt) und dem Medium Fernsehen erläutert und mittels einer Untersuchung des Genres Zeichentrick aufgezeigt, welche gewalthaltigen Inhalte im Kinderfernsehen zu finden sind. Anhand dessen wird sich weiter analysieren lassen, inwieweit die gezeigte Gewalt Chancen, aber auch Risiken, bergen kann. Zur besseren Veranschaulichung werden in die Erläuterungen empirische Untersuchungen einiger Autoren einfließen, die die Aussagen unterstützen sollen, aber nicht die Absicht haben, volle empirische Belege zu liefern. Zur Abrundung des Hauptteils werden Handlungsempfehlungen, die die gegenwärtige Literatur empfiehlt und vorschlägt, vorgestellt werden und in einem Fazit die vorgestellten Punkte abschließend zusammengefasst sowie ein Ausblick gegeben. Zur Vervollständigung ist der Modulabschluss beigelegt.

2 Zu den Begriffen Gewalt und Mediale Gewalt

Um im Folgenden eingehender über die Gewalt im Kinderfernsehen sprechen zu können und um zu verhindern, dass der Begriff Gewalt willkürlich dem Zweck entsprechend verwendet wird, ist es notwendig, den Begriff der Gewalt zu definieren und im späteren Verlauf auf die besondere Form der medial präsentierten Gewalt einzugehen.

„Gewalt im eigentlichen Sinn sei die Beeinträchtigung oder Verletzung der psychischen und/oder physischen Integrität eines leibgebundenen Vernunft- und Freiheitswesens, die durch eine absichtliche Machtaktion eines Indivi-duums oder einer Gruppe hervorgerufen wird.“ (Hausmanninger 2002, S.32)

„Gewalt ist, wenn Menschen anderen Menschen etwas antun. Wo Gewalt ausgeübt wird, gibt es einen Täter, wie auch ein Opfer. (…) Der Adressat von Gewalt ist (immer) eine Person. (…) Die Antwort liegt darin, dass Personen einen zweifachen Körper besitzen: Sie sind einerseits physischer Leib und andererseits ein sozial und symbolisch konstituierter Körper. (…) Worauf es bei der ‚Doppelkörperlichkeit‘ von Personen ankommt ist, dass sie den Nährboden bildet dafür, dass Menschen auch in doppelter Hinsicht verletz-bar sind. Die Gewalt kann die Form physischer Gewalt annehmen, (…) oder sie kann die Form sprachlich-moralischer Gewalt annehmen (…). Beide sind reale Formen von Gewalt. (…)“ (Krämer 2005, S.6)

Diese beiden Definitionen von Hausmanninger und Krämer erwähnen einige zentrale Punkte, die in den zahlreichen Versuchen, die Thematik der Gewalt unter eine gültige Definition zu fassen, eine entscheidende Rolle spielen. Zum einen implizieren sie, dass Gewalt immer Verletzungen zur Folge hat, die auf zwei Ebenen – der physischen und der psychischen – zum Tragen kommen. Weiter wird deutlich, dass Gewalt mit einer Intention verbunden ist, also absichtlich geschieht und man von Beginn an die Rollen des Täters und des Opfers verteilt. Das Opfer und auch der Täter müssen dabei kein Individuum sein, sondern Gewalt kann auch durch Gruppen geschehen oder gegen Gruppen gerichtet sein, wie es in der strukturellen Gewalt der Fall ist, wenn gesellschaftliche Belange oder die Durchsetzung von Macht im Zentrum stehen (vgl. dazu auch die Schilderungen von Sieber 2006, S.34f).

Zur weiteren Ausdifferenzierung sprechen Merten sowie Kunczik von Dichotomien, die den Gewaltbegriff näher eingrenzen. So kann Gewalt personell oder strukturell sein, physisch oder psychisch ausgeübt, als legitim oder illegitim bewertet und individuell oder kollektiv ausgeübt werden, sie kann expressiv oder instrumentell, intentional oder nicht-intentional und manifest oder latent sein (vgl. Merten 1999, S.21-32; Kunczik 2006, S.22).

Die medial präsentierte Gewalt nimmt eine Sonderstellung ein und geht in der Definition einen Schritt weiter. Nach Sieber folge sie dem Zweck, einen Ausgleich zu schaffen zur Verdrängung der Gewalt im gesellschaftlichen Leben und fungiere als Spiegel der individuellen und gesellschaftlichen Gewaltphantasien. Man sei als Zuschauer beteiligt am gemeinschaftlichen Opfer auf dem Bildschirm (vgl. Sieber 2006, S.40f). Um Mediengewalt zu definieren sind neben den grundlegenden Definitionsversuchen realer Gewalt ein paar zusätzliche Kriterien nötig, da die Gewalt am Bildschirm nicht einfach unterschiedslos der Realität nachempfunden werden kann, sondern auch ein Prozess der medialen Verarbeitung vollzieht und einer Dramaturgie folgen muss (vgl. Merten 1999, S.32). Weitere Dichotomien sind deswegen benötigt, wie sie beispielsweise Angela Keppler beschreibt. Gewaltdarstellungen sind demnach triadisch aufgebaut und haben immer auch eine wechselseitige Beziehung zum Zuschauer, der durch seine Rezeption ein wichtiges Glied auf Seiten der Wahrnehmung und Bewertung einnimmt (vgl. Keppler 1997, S.380). Keppler zeigt darüber hinaus auf, dass mediale Gewalt einerseits wahrnehmbar gemacht wird durch ein Medium und andererseits wahrgenommen wird (vgl. Keppler 1997, S.381). Diese wahrgenommene Gewalt kann real oder fiktiv, spontan oder inszeniert sein und zeigt sich in speziellen Formaten auf unterschiedliche Weise (vgl. ebd. S.382-395). Intentionen, die der Rezeption von Gewalthandlungen vorausgehen, sind meist verbunden mit Identifikationen zu einer der gezeichneten Figuren oder mit der Lust zu sehen, dass Gewalt als Problemlösung fungieren kann (vgl. ebd. S.398f).

3 Gewalt im Kinderfernsehen am Beispiel des Zeichentricks

Im Folgenden wird ein Schwerpunkt auf die Präferenzen der Kinder gelegt und dabei zunächst einmal herausgestellt, in welchem Verhältnis Kinder und Fernsehen stehen und wie die Nutzung und Ausstattung aussieht. Anhand des Genres Zeichentrick soll erläutert werden, welche Art von Gewalt in welchem Maße thematisiert wird und welche Auswirkungen diese auf die rezipierenden Kinder hat. Letzteres wird deutlich werden, indem Risiken und Chancen der Gewaltdarstellungen erläutert werden.

3.1 Kinder und Fernsehen

Haushalte, in denen Kinder leben, sind heute gut ausgestattet, was Medien angeht. So besitzen nach der FIM-Studie aus dem Jahre 2011 rund 98 Prozent der Eltern von 3-5 Jährigen mindestens ein Fernsehgerät, Kinder ab 6 Jahren besitzen bereits häufig ein eigenes Gerät (23 Prozent). Die Nutzung erfolgt in den meisten Fällen regelmäßig, 84 Prozent der relevanten Zielgruppe sehen mehrmals in der Woche oder sogar täglich fern. Der Fernseher scheint darüber hinaus das Medium zu sein, mit dem die Kinder am frühesten in Kontakt kommen und das im Vergleich zu anderen Medien am meisten zusammen mit den Eltern genutzt wird. Bei der Programmauswahl präferieren Kinder zwischen 3 und 5 die Sender KI.KA und Super RTL und Zeichentrick ist eines der beliebtesten Genres, die angenommen werden (vgl. Rathegeb, Behrens 2012 S.56-78).

Die genannten Statistiken bekräftigen primär, dass das Fernsehen bereits ein wichtiger Bestandteil der frühen Kindheit ist und enormen Einfluss auf die Sozialisation der Kinder hat (vgl. Theunert et al. 1995, S.13). Aufgrund der enormen Entwicklungsgeschwindigkeit vor allem bei kleinen Kindern, muss das Fernsehprogramm sich an die sich verändernden Bedürfnisse der Kinder anpassen – im Folgenden wird daher auf die Entwicklung von Vorschulkindern eingegangen und erläutert, was sie bereits wahrnehmen und beurteilen können.

Bereits sehr früh (im Alter von ca. zwei Jahren) beginnen Kinder ihr Programm bewusster auszuwählen und legen sich so erste Programmpräferenzen fest (vgl. Groebel, S.5). Mit zunehmendem Alter lernen Kinder, Inhalte besser zu verstehen und differenzierter wahrzunehmen und es erfolgt eine Genre-Einteilung der Formate – Zeichentrick gehört für Kinder somit automatisch zu den Kinderformaten. Sind Vorschulkinder den Umgang mit einem Format gewohnt, prägen sich ihnen bereits dramaturgische Elemente ein (z.B. ein sich wiederholendes Happy End), die sie auch als solche deuten. Generell lässt sich behaupten, dass Kinder der behandelten Altersgruppe sich vermehrt an Einzelheiten orientieren, die sie gerade interessieren oder betreffen und dass der Handlungsverlauf in seiner Gesamtheit in den Hintergrund tritt (vgl. hierzu auch Zipf 1999, S.51f). Zentrale Personen werden vor allem durch ihr Äußeres oder durch klare Handlungen beurteilt. Kinder dieses Alters sind noch nicht in der Lage Absichten oder Gründe für ein Verhalten zu erkennen, wohl aber in Form von sogenannten Gegensatzpaaren, die das Gute und das Böse darstellen. Wie weit Handlungen verstanden werden und inwieweit Medienwirkungen auftreten, hängt zudem von weiteren Variablen ab; an dieser Stelle seien die persönliche Entwicklung, die Umwelt des Kindes, der Umgang mit dem Medium in der Familie und in sozialen Einrichtungen sowie das Geschlecht erwähnt (vgl. Theunert et al. 1995, S.41-52; Zipf 1999, S.54f).

3.2 Gewalthaltige Inhalte im Genre des Zeichentricks

Das Genre des Zeichentricks erfreut sich bereits seit Jahrzehnten einer großen Beliebtheit, primär bei kleineren Kindern. Neben klassischen Zeichentrickangeboten wie Biene Maya, Mickey Mouse oder auch Spongebob Schwammkopf sind für Kinder zunehmend auch Anime-Serien interessant. Im Folgenden wird sich auf diese beiden Unterkategorien des Zeichentrickgenres beschränkt und beispielsweise Disney-Produktionen in Filmlänge ausgespart, da es hauptsächlich um Fernsehen und weniger um Film oder Kino gehen soll.

Zu Beginn soll an dieser Stelle die Einteilung in Serientypen nach Theunert zu Grunde gelegt werden, da je nach Kategorie Gewalt in unterschiedlichem Maße vorkommen kann. Serientypen wie Kleine Abenteuer und Bewegter Alltag thematisieren keine oder kaum Gewalt und drehen sich vorwiegend um Situationen oder Erlebnisse, die neu entdeckt werden und in denen Probleme mit Geschick und Glück gelöst werden können. Kleine setzen sich gegen Große durch und oft gibt es Bezüge zu alltäglichen Gegebenheiten. Als Beispiele seien hier Benjamin Blümchen oder Die Schlümpfe genannt. Die restlichen drei Grundtypen thematisieren Gewalt in unterschiedlichem Maße. In den Erfolgreichen Gaunerjagden entstehen Konflikte zwischen Ordnungshütern und deren Gegenspielern, die nicht selten Auseinandersetzungen zur Folge haben, wie beispielsweise bei Inspektor Gadget. Der Typ Persönliche Scharmützel zeichnet sich vor allem durch sich wiederholende Kleinkriege zwischen denselben Akteuren aus, wobei die Gewalt auch die Angreifer selbst trifft – als beste Beispiele dienen hier Bugs Bunny und Tom & Jerry. Hier und in der Kategorie Gerechte Kämpfe, die sich primär dem Kampf zwischen Gut und Böse verschreibt und häufig nicht-alltägliche Orte zeigt, wird Gewalt am häufigsten thematisiert und dient als Konfliktlösung. Beispiele sind hier Batman & Robin oder verschiedene Anime-Angebote wie Pókemon oder das umstrittene Format Dragonball Z (vgl. Theunert, Petersen 1993; S.27).

Klassische Zeichentrickserien, die alle oben genannten Serientypen beinhalten können, zeigen in den meisten Fällen die als physisch definierte Form der Gewalt, die allerdings folgenlos und realitätsfern bleibt. Schlägt die Maus Jerry dem Kater Tom in der Serie Tom & Jerry auf den Kopf oder sprengt ihn mit Dynamit in die Luft, dann läuft der aufgebrachte Tom weiter und spätestens in der nächsten Episode geht der Kampf zwischen den Rivalen wieder von vorn los. Die Aussparung von Blut, realistisch gezeichneten Verletzungen oder dem Tod setzt die medial präsentierte Gewalt im Zeichentrick in Distanz zu realer Gewalt und lässt sich eher der fiktiven Gewalt zuordnen (vgl. Fleischer 2005, S.4; Best 1993, S.113). Die häufige Verzerrung und Überzeichnung einiger Gewaltakte (Körper verformen sich und setzen sich wieder zusammen, Jerry schlägt Tom mit einem überdimensional großen Hammer etc.) und der fiktionale bzw. komische Rahmen (gezeichnete Welt, sprechende Tiere oder Dinge als Hauptcharaktere) tragen dazu bei, dass die Gewalt im Zeichentrick nicht als Abbild der realen Gewalt dienen kann und eher wie „ein fantastisches Spiel“ (Fleischer 2005, S.5) empfunden wird, was den Bedürfnissen der kleinen Rezipienten entspricht (vgl. Mikos 2002, S.13, 15; Fleischer 2005, S.4f). Darüber hinaus sind diese fiktiven Gewaltakte oft nicht mit einer Intention verbunden, sondern dienen häufig (vor allem in den Serientypen Kleine Abenteuer und Persönliche Scharmützel) der Situationskomik, die den Rezipienten lediglich zum Lachen animieren will. Kommt Gewalt doch mal intentional daher (in den Gerechten Kämpfen beispielsweise), ist sie von Anfang an legitimiert durch den Einsatz gegen die Bösen (vgl. Best 1993, S.114; Mikos 2002, S.13). Vorschulkinder können anhand der dunklen Kleidung der Bösen und der hellen oder farbigen Kleidung der Guten erkennen, gegen wen Gewalt eingesetzt wird und wer sie, zum Zweck, die Bösen zu besiegen, einsetzt. Die Helden der Serie haben dabei immer großes Identifikationspotential, das die Kinder aufnehmen und so trifft die Gewalt nie eine liebgewonnene Figur, der sie sich zuordnen. Das ist entscheidend, weil so keine Täter oder Opfer gezeigt werden können, die unter der Gewalt leiden und das rückt die Gewalt wiederholt in Realitätsferne. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Gewalt oft gegen Dinge, Maschinen oder Personen mit nichtmenschlichen Zügen eingesetzt wird oder die Angegriffenen nicht selten selbst an dem sprichwörtlichen Tritt in den Hintern Schuld sind. Ferner ist die Gewalt in Zeichentrickserien oftmals an Wiederholungen geknüpft und folgt einer ähnlichen Dramaturgie. Vorschulkinder, die sich vor allem Elemente wie ein wiederkehrendes Happy End einprägen, rechnen damit, dass beispielsweise Biene Maya immer eine Lösung für die Konflikte findet, die ihr begegnen oder dass die Guten am Ende immer siegen und die heile Welt wiederhergestellt ist (vgl. Best 1993, S.114f; Rogge 1995, S.130f).

Neben der vorrangig verwendeten physischen Gewalt können jedoch auch Formen der psychischen Gewalt ein Thema sein. Realisiert werden diese beispielsweise durch Drohungen, Beleidigungen oder Unterdrückungen, Sarkasmus oder Zynismus, aber auch das Alleinlassen, wie in der Serie Heidi thematisiert, wenn die Tante des kleinen Mädchens sie fortschickt, können so gedeutet werden. Inwieweit diese Handlungen jedoch als Gewalt eingestuft werden, hängt sehr stark zusammen mit dem Umfeld des Kindes und den bereits gesammelten Erfahrungen (vgl. Best 1993, S.114; Dietel 2005, S.1; Rogge 1995, S.130f). Elemente wie eine bedrohliche Musik, schnelle Schnitte oder viele nicht verstandene Abschnitte der Handlung können Effekte der psychischen Angst verstärken, treten aber seltener auf (vgl. Rogge 1995, S.97, 127). In Angeboten, die dem japanischen Anime zugeordnet werden können, wie Pókemon oder Sailor Moon, sind häufiger Gewaltakte zu finden, wie sie auch in den Serientypen Gerechte Kämpfe und Erfolgreiche Gaunerjagden des klassischen Zeichentricks zu finden sind. Die Fiktionalität wird durch die teilweise nicht-irdischen oder stark veränderten Landschaften und Orte deutlicher unterstrichen und der Einsatz von Waffen steht neben einem ausgeprägten Kampf zwischen Gut und Böse im Zentrum. Die Gewalt ist deutlicher erkennbar aber dennoch folgenlos – was oft einzig und allein auf den Verzicht von Blut zurückgeführt wird. Psychische Gewalt ist des Weiteren häufiger ein Thema (vgl. Fleischer 2005, S.5).

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Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668504325
ISBN (Buch)
9783668504332
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v372462
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Institut für Medienwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Gewalt Fernsehen Kinderfernsehen Zeichentrick Medienpädagogik Mediale Gewalt

Autor

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Titel: Gewalt im Kinderfernsehen. Chancen und Risiken im Rahmen einer Untersuchung des Genres Zeichentrick