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Integrierte Zinsbuchsteuerung auf Gesamtbankebene im Umfeld anhaltender Niedrigzinsen

Masterarbeit 2017 136 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis... V

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis... VII

Einleitung ... 1

Erster Teil: Möglichkeiten und Grenzen einer passiven Zinsbuchsteuerung ... 3

1 Grundlagen einer integrierten Zinsbuchsteuerung ... 3
1.1 Gegenstand und Ziel einer Zinsbuchsteuerung vor dem Hintergrund eines ertragsorientierten Bankmanagements ... 3
1.2 Erfordernis einer dualen Betrachtung aus periodischer und barwertiger Sichtweise ... 9
1.3 Wertorientierte Risiko- und Performancemessung als Steuerungsgrundlage ... 15

2 Prozessschritte einer passiven Zinsbuchsteuerung ... 20
2.1 Generierung des Zinsbuch-Cashflow... 20
2.2 Strukturanalyse und Bewertung des Cashflowprofils ... 21
2.3 Ermittlung von Performance und Risikostatus ... 22
2.4 Risikolimitierung und Ableitung von Steuerungsmaßnahmen ... 23
2.5 Ex post Analyse und Risikoreporting ... 23

3 Möglichkeiten und Grenzen einer passiven Zinsbuchsteuerung ... 24
3.1 Systematische und zielorientierte Steuerung als Grundvoraussetzung zur Definition und Abgrenzung passiven Managements ... 24
3.2 Ansatzspezifische Stärken und Schwächen im effizienten und nicht effizienten Marktumfeld ... 25
3.3 Betrachtung praxisrelevanter Besonderheiten ... 29

Zweiter Teil: Empirische Rendite-/Risikountersuchung ausgewählter Benchmarks im Niedrigzinsumfeld aus Gesamtbankperspektive ... 32

1 Konzeption der empirischen Untersuchung ... 32
1.1 Anforderungen an den Untersuchungsrahmen, Zielsetzung und Ablauf der Untersuchung ... 32
1.2 Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes ... 35
1.3 Prämissen der Untersuchung ... 40

2 Durchführung der Rendite-/Risikountersuchung am Beispiel zehnjähriger gleitender Benchmarks ... 43
2.1 Vorgehensweise zur Generierung ungehebelter Zinsbuch-Cashflows ... 43
2.2 Vorgehensweise zur Generierung gehebelter Zinsbuch-Cashflows ... 45
2.3 Ermittlung der Rendite- und Risikoeigenschaften ... 47

3 Analyse und Interpretation der Untersuchungsergebnisse ... 52
3.1 Betrachtung der Rendite-/Risikoeigenschaften ungehebelter Benchmarks ... 52
3.2 Betrachtung der Rendite-/Risikoeigenschaften gehebelter Benchmarks ... 61

Dritter Teil: Kritische Würdigung des Untersuchungsganges ... 70

1 Würdigung der Untersuchungsergebnisse ... 70
1.1 Ergebnisbeurteilung und Ableitung von Implikationen für eine integrierte Zinsbuchsteuerung ... 70
1.2 Ergebnislimitationen bezüglich der rendite-/risikooptimalen Zinsbuchdisposition aus Perspektive der Gesamtbank ... 73

2 Würdigung der analytischen Vorgehensweise ... 74
2.1 Beurteilung des Untersuchungsgegenstandes ... 74
2.2 Beurteilung der Untersuchungsprämissen ... 76

3 Weitere Forschungsbedarfe und Handlungsempfehlungen ... 80
3.1 Zukünftige Forschungsbedarfe ... 80
3.2 Handlungsempfehlungen für eine Zinsbuchsteuerung in der Bankenpraxis ... 81

Fazit ... 83

Literaturverzeichnis ... 91

Anhang ... 106

[...]

Einleitung

Das Zinsergebnis leistet in vielen Kreditinstituten einen großen Ergebnisbeitrag. Besonders im deutschen Bankensektor ist das zinstragende Geschäft ein zentraler Erfolgs- und Risikotreiber. [1] Während die Margen im Zinsgeschäft ohnehin seit einigen Jahren rückläufig sind, geht das derzeitige Niedrigzinsumfeld mit zusätzlichem Druck auf die Ertragslage einher. Wie die jüngste Bundesbankumfrage in diesem Kontext zeigt, dürften vor allem kleine bis mittelgroße Universalkreditinstitute bei anhaltend niedrigem Zinsniveau mit einem merklichen Ergebnisrückgang zu kämpfen haben. [2]

Insofern gewinnt das ertragsorientierte Management des zinstragenden Geschäftes zunehmend an Bedeutung. Neben der Optimierung der Asset Allocation spielt insbesondere die Steuerung des Zinsbuches eine hervorgehobene Rolle. Dabei orientieren sich sinnvolle Steuerungsansätze an einer Benchmark, durch deren Auswahl das anzustrebende Zahlungsstromprofil [3] und gleichzeitig das damit einhergehende Rendite-/Risikoprofil innerhalb des Zinsbuches fixiert wird. [4]

Bei der Festlegung der Benchmark wird in der Regel auf solche zurückgegriffen, die sich in der Vergangenheit als rendite-/risikoeffizient erwiesen haben. Eine Verwendung von Ergebnissen bestehender Untersuchungen im Zuge der Auswahlentscheidung scheint jedoch insofern problematisch, als dass diese das jüngst stark gesunkene Zinsniveau allenfalls teilweise berücksichtigen. Daher stellt sich die Frage, ob deren Effizienzeigenschaften im aktuellen Marktumfeld auch weiterhin gegeben sind. [5]

Vor diesem Hintergrund erscheint es notwendig, sich dieser Thematik ein weiteres Mal auf wissenschaftlicher Ebene zu widmen. Die vorliegende Arbeit verfolgt dabei einerseits das Ziel, die Rendite- und Risikoeigenschaften praxisgebräuchlicher Benchmarks in der Erwartung eines in Europa weiterhin anhaltenden Niedrigzinsumfeldes zu untersuchen, um dadurch etwaige Potenziale zur Ertrags- und Risikooptimierung von Zinsbüchern zu identifizieren. Andererseits soll die Frage beantwortet werden, inwiefern eine genaue Abbildung des Rendite-/Risikoprofils einer Benchmark unter Verfolgung eines passiven Steuerungsansatzes [6] praktikabel und sinnvoll erscheint. Die Arbeit gliedert sich in drei Teile.

Der erste Teil setzt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen einer passiven Zinsbuchsteuerung auseinander. Zunächst erfolgt eine Erläuterung zinsbuchsteuerungsrelevanter Grundlagen. Dabei werden aufbauend auf den Grundprinzipien eines ertragsorientierten Bankmanagements der Gegenstand und das Ziel einer integrierten Zinsbuchsteuerung eruiert sowie die mit ihr verbundenen Erfolgs- und Risikotreiber analytisch ermittelt. Die daran anknüpfende Diskussion setzt sich mit der Frage auseinander, ob und in welchem Umfang eine periodische bzw. wertorientierte Sichtweise zur Steuerung des Zinsbuches geeignet erscheint. In diesem Zusammenhang findet eine Identifizierung steuerungsrelevanter Zielgrößen statt, für die im Anschluss Kennzahlen zur risikoadjustierten Performancemessung bestimmt und deren wesentliche Eigenschaften beleuchtet werden. Anschließend erfolgt eine Konkretisierung der bis dahin allgemeinen Ausführungen in Bezug auf eine passive Zinsbuchsteuerung, indem aus prozessualer Sicht deren einzelne Teilschritte aufgezeigt und die damit verbundenen Aktivitäten erläutert werden. Aufbauend auf Vorherigem rückt eine Auseinandersetzung mit den Eigenschaften passiver Zinsbuchsteuerung in den Fokus der Betrachtung. Dabei wird zunächst die Notwendigkeit einer systematischen und zielorientierten Steuerung als Grundvoraussetzung sinnvoller Steuerungsansätze thematisiert, um darauffolgend die Reinform passiver Steuerung zu definieren und von anderen Ansätzen abzugrenzen. Daran anknüpfend steht die Analyse ansatzspezifischer Stärken und Schwächen im Vordergrund. Ausgehend von einem effizienten Marktumfeld nähert sich die diesbezügliche Untersuchung sukzessive realen Gegebenheiten an und mündet in einer Betrachtung praxisrelevanter Besonderheiten.

Gegenstand des zweiten Teils ist die empirische Untersuchung der Rendite-/Risikoeigenschaften ausgewählter Benchmarks. Diesbezüglich wird zunächst das konzeptionelle Grundgerüst erarbeitet. Es werden Anforderungen an die Untersuchung definiert sowie deren Zielsetzung und Ablauf festgelegt. Weiterhin erfolgt eine Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes und das Setzen von Untersuchungsprämissen. Nach Konzeption steht die Umsetzung der Untersuchung im Fokus. An ausgewählten Beispielen wird das Vorgehen zur Generierung benchmarkspezifischer Zinsbuch-Cashflows sowie die Ermittlung der zugehörigen Rendite- und Risikoeigenschaften veranschaulicht. Anschließend werden die Untersuchungsergebnisse analysiert und interpretiert.

Der dritte Teil befasst sich mit der kritischen Würdigung des Untersuchungsganges. Vor dem Hintergrund der gesetzten Ziele werden zuerst die Ergebnisse sowie die damit einhergegangenen Erkenntnisse beurteilt und Implikationen zur Ertrags- und/oder Risikooptimierung einer benchmarkgestützten Zinsbuchsteuerung innerhalb eines Niedrigzinsumfeldes abgeleitet. Sich in diesem Kontext aus den Ergebnissen ergebene Limitationen werden herausgestellt und die daraus resultierenden Konsequenzen aus Perspektive der Gesamtbanksteuerung diskutiert. Daran anknüpfend erfolgt eine Auseinandersetzung mit der gewählten analytischen Vorgehensweise, bei der insbesondere die Beurteilung des Untersuchungsgegenstandes und der Untersuchungsprämissen im Fokus steht. Zuletzt werden weitere Forschungsbedarfe aufgezeigt und praxisorientierte Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Arbeit endet mit einem Fazit.

Erster Teil: Möglichkeiten und Grenzen einer passiven Zinsbuchsteuerung

Es ist Gegenstand des ersten Teils die Grundlagen einer integrierten Zinsbuchsteuerung zu erläutern. Darüber hinaus werden die prozessualen Schritte einer passiven Zinsbuchsteuerung aufgezeigt und die mit einer solchen einhergehenden Möglichkeiten und Grenzen erarbeitet.

1 Grundlagen einer integrierten Zinsbuchsteuerung

1.1 Gegenstand und Ziel einer Zinsbuchsteuerung vor dem Hintergrund eines ertragsorientierten Bankmanagements

Moderne Banksteuerung [7] und die ihr zugrundeliegende geschäftspolitische Ausrichtung leiten sich aus den Grundprinzipien der Triade des ertragsorientierten Bankmanagements ab. Diese umfassen neben dem Primat der Rentabilität [8] als oberste Zielgröße eine ertragsorientierte Wachstums- sowie Risikopolitik. Folglich dienen dementsprechende Überlegungen und Entscheidungen von Kreditinstituten keinem Selbstzweck, sondern haben sich konsequent an den damit einhergehenden Potenzialen zur Steigerung des langfristigen Institutserfolges auszurichten. [9]

Vor diesem Hintergrund ist Bankmanagement als Konzeption einer integrierten Rendite-/Risikosteuerung zu verstehen, deren Aufgabe es ist, im Rahmen der Risikotragfähigkeit [10] sowie geschäftspolitischer und aufsichtsrechtlicher Vorgaben die Erträge - auch unter bewusster Inkaufnahme von Risiken [11] und den damit einhergehenden Chancen - des Kreditinstitutes zu maximieren. [12]

Um eine optimale Steuerung des unter Ertrags- und Risikogesichtspunkten relevanten Zinsergebnisses zu gewährleisten, werden die zinstragenden Geschäfte von den übrigen Geschäftsaktivitäten getrennt in einem separaten Zinsbuch verwaltet. [13] Dieses beinhaltet sämtliche unmittelbar zinssensiblen Positionen eines Kreditinstitutes. [14] Hierzu zählen Kundengeschäfte, Eigenanlagen, Zinsderivate sowie Interbankenforderungen und -verbindlichkeiten. [15] In einer weiter gefassten Definition werden zusätzlich auch nicht zinstragende Positionen einbezogen, weshalb institutsspezifisch eine vollständige und korrekte Abgrenzung erfolgen sollte. [16]

Anhand der Definition ist ersichtlich, dass das Zinsbuch eine heterogene und geschäftsbereichsübergreifende Struktur aufweist. [17] Dies ist dem Umstand einer markt- bzw. kundenorientierten Organisationsform im Sinne der modernen Banksteuerung geschuldet, die ein Kreditinstitut organisatorisch in kundenorientierte Marktbereiche und zentrale Fachresorts unterscheidet. [18] Damit geht die Notwendigkeit einer kongruenten Abgrenzung [19] von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten einher. [20]

Um eine ziel- und somit ertragsorientierte Steuerung zu gewährleisten, ist es erforderlich, das Zinsergebnis in einer Art und Weise aufzuspalten, dass dessen Erfolgskomponenten den jeweiligen Verantwortungsbereichen steuerungsadäquat [21] zugerechnet werden können. [22]

In diesem Zusammenhang ist die Marktzinsmethode das derzeit von den meisten Kreditinstituten verwendete Instrument, welches über das Prinzip der Marktbewertung eine verursachungsgerechte Zinsergebnisspaltung in Konditions- und Strukturbeitrag ermöglicht. Während ersterer den Renditevorteil von Kundengeschäften gegenüber äquivalenten Geschäften am Geld- und Kapitalmarkt [23] abbildet, resultiert der Strukturbeitrag als Kapitalbindungs- bzw. Kapitalüberlassungsprämie aus der bewussten Inkaufnahme struktureller Unterschiede durch Fristentransformation zwischen Aktiv- und Passivgeschäften. [24] Demzufolge ist der Strukturbeitrag auf Gesamtbankebene ein Gradmesser für den Erfolg aus Transformationsleistungen, der unabhängig vom Kundengeschäft generiert werden kann und dessen Verantwortung im Zentralbereich anzusiedeln ist. [25]

Vor dem Hintergrund des einzelgeschäftsübergreifenden Zinsbuchumfangs ist zu erkennen, dass Zinsbuchsteuerung eine zentral auszuführende Aufgabe ist. [26] Sie ist genauer gesagt ein für die Struktursteuerung des zinstragenden Geschäftes zuständiger Teilbereich der Gesamtbanksteuerung. [27] Den Steuerungsgegenstand bildet somit das Zinsbuch selbst, mit dem Ziel, durch das bewusste Eingehen struktureller Risiken Fristentransformation zu betreiben, um dadurch Erfolgsbeiträge in Form von Strukturbeiträgen zu generieren. [28]

Angesichts dessen ist Zinsbuchsteuerung im Kern eine Risikosteuerung. Dem Verständnis einer modernen Banksteuerung folgend, ist es Aufgabe einer solchen, unter Gewährleistung der jederzeitigen Risikotragfähigkeit, sich lohnende, im Sinne eines effizienten Rendite-/Risikoverhältnisses [29], Steuerungsentscheidungen zu treffen. [30]

Dies lässt darauf schließen, dass die für den gesamtbankspezifischen Risikosteuerungsprozess gültigen modernen Risikomanagementzyklen bzw. Stufenmodelle ebenfalls für eine integrierte Rendite-/Risikosteuerung des Zinsbuches anwendbar erscheinen. [31] Aus dieser Sicht ist es konkludent, die weiteren Grundlagen der Zinsbuchsteuerung im Laufe dieses Kapitels entlang des nachfolgend skizzierten Stufenmodells aufzuarbeiten. [32] Gleichzeitig sollen anhand eines begleitenden Beispiels ausgewählte Tätigkeiten innerhalb der einzelnen Stufen umgesetzt und die damit einhergehenden Erkenntnisse reflektiert werden.

[Abbildungen und Tabellen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt.]
Abb. 1: Die vier Stufen einer integrierten Rendite-/Risikosteuerung [33]

Innerhalb der Risikomessung, als erste Stufe, bedarf es zunächst der Identifikation und Abgrenzung aller mit der Zinsbuchsteuerung inhärenten Risiken durch eine Risikoanalyse. Risiko soll in diesem Zusammenhang als negative Verfehlung eines im weiteren Verlauf näher zu spezifizierenden risikolos erzielbaren Wertes interpretiert werden, positive Abweichungen dem entgegen als Chance. [34]

Die nachstehende Abbildung veranschaulicht ein Zinsbuch sowie die Ergebnisse der Risikoanalyse. Durch analytisches Vorgehen wurden - vor dem Hintergrund der für die Strukturbeitragsgenerierung erforderlichen Transformationsleistungen, dem Prinzip der Marktbewertung und dem Ziel der Rentabilitätsmaximierung - ursachenbezogen sowie wirkungsbezogen mögliche Risikoquellen und Ereignisse zur Zielverfehlung aufgedeckt. Anschließend erfolgte in einem Risk Charting die Identifikation und Abgrenzung der jeweiligen Risikoarten über die steuerungsrelevante Zinsstrukturkurve. [35]

[Abbildungen und Tabellen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt.]
Abb. 2: Risikoanalyse eines Beispielzinsbuches [36]

Im Beispiel weist das Zinsbuch Inkongruenzen bezüglich der Kapital- und Zinsbindungsdauer auf. Durch die einjährige Refinanzierung und die dreijährige Anlage der zugeflossenen Mittel in qualitätsgleiche Pfandbriefe findet innerhalb des Zinsbuches eine positive Transformation betreffend der Zins- und Kapitalbindungsfristen statt, die aufgrund der vorliegenden normalen Zinsstrukturkurve zu einer gemeinsamen Strukturmarge [37] von jährlich 0,75 % führt.

Dabei resultieren 0,50 %-Punkte der Strukturmarge aus der Zinsbindungsfristentransformation, hervorgerufen durch den Eingang von Zinsbindungsinkongruenzen. Damit gehen gleichzeitig Zinsänderungschancen und -risiken einher, die ursächlich auf unerwartete Schwankungen ausfallrisikominimaler Zinssätze zurückzuführen sind. [38] Diese Risiken lassen sich entsprechend ihrer Wirkung in Marktwertrisiken im Sinne von Kurs- bzw. Marktwertschwankungen der Geschäftspositionen sowie Zinsspannenrisiken im Sinne einer Verminderung des periodisierten Zinserfolges unterscheiden. [39]

Die darüber hinausgehende Strukturmarge von 0,25 % ergibt sich aus der Kapitalbindungsfristentransformation. Mit ihr ist die Übernahme von marktinduzierten Spreadrisiken verbunden, die sich in creditspreadinduzierte Marktwertrisiken sowie liquiditätsspreadinduzierte Zinsspannenrisiken differenzieren lassen. [40] Letztere äußern sich in Form steigender Refinanzierungszinssätze bei Prolongation der kurzfristigeren Kapitalaufnahme. [41] Da es sich um Kosten im Zusammenhang mit der Liquiditätsbeschaffung handelt, kann allgemein auch vom Risiko steigender Liquiditätskosten gesprochen werden. [42]

Die vorgenommene erweiterte Spaltung der Strukturmarge im Vergleich zum Grundmodell der Marktzinsmethode schafft eine erhöhte Transparenz und ist gleichzeitig aus drei Gründen notwendig. Erstens können sich ausfallrisikominimale Zinsen und Spreads gegenläufig entwickeln, was ceteris paribus zu unterschiedlichen Steuerungsimpulsen hinsichtlich der Zins- und Kapitalbindungsdauer führen kann. [43]

Zweitens ist das liquiditätsspreadinduzierte Risiko - das aus den Kapitalbindungsstrukturen erwächst und somit auch als strukturelles Liquiditätsrisiko bezeichnet werden kann - Bestandteil der strategischen Liquiditätsrisikosteuerung. [44] Diese verfolgt primär die Sicherstellung der langfristigen Zahlungsbereitschaft und daher eine mitunter von der Ertragsorientierung abweichende Zielsetzung. [45]

Drittens ist es aus Steuerungsgründen sinnvoll und darüber hinaus aufsichtsrechtlich erforderlich, Liquiditätsnutzen, -kosten und -risiken verursachungsgerecht zu verrechnen, was deren Abspaltung von den übrigen Erfolgs- bzw. Risikotreibern voraussetzt. [46]

Neben den erkannten Zinsänderungs-, Spread- und Liquiditätsrisiken liefert die Risikoanalyse die Erkenntnis, dass das Zinsbuch hinsichtlich der Kapital- und Zinsbindungstransformation separat voneinander zu steuern ist. [47] Gleichzeitig ist es erforderlich, risikoartenübergreifende Wechselwirkungen bei der Ausgestaltung der in Abschnitt 2.4 näher erläuterten Dispositionsgeschäfte zu berücksichtigen. [48] Einer der Gründe dafür ist, dass diese regelmäßig sowohl die Zins- als auch die Kapitalbindungsstruktur des Zinsbuches verändern. Für eine gezielte übergreifende Steuerung eignen sich GKM-Geschäfte mit unterschiedlicher Zins- und Kapitalbindung, wie beispielsweise Floating Rate Notes oder (beinahe) nicht liquiditätswirksame Derivate. [49]

Aufgrund der aufgezeigten Notwendigkeit sowie der Fähigkeit, Zins- und Kapitalbindungsstrukturen getrennt voneinander zu steuern, entstehen mit der Analyse rendite-/risikoeffizienter Benchmarks in Bezug auf die Steuerung der Kapital- und Zinsbindung zwei Untersuchungsfelder. [50] Vor diesem Hintergrund sollen sich die weiteren Ausführungen auf Grundlagen zur Zinsbindungsfristentransformation ausfallrisikominimaler Zinssätze als ein Meilenstein zur effizienten Zinsbuchsteuerung fokussieren. Es ist festzuhalten, dass sich der Strukturbeitrag aus Zinsbindungsfristentransformation auf Basis von Inkongruenzen ausfallrisikominimaler Opportunitätsrenditen [51] ergibt und dieser gleichzeitig mit Zinsänderungsrisiken einhergeht. [52] Daher wird im Weiteren von Spreadaufschlägen abgesehen. [53]

Die bisherigen Ausführungen lassen mit dem jährlichen Strukturbeitrag und dem Zinsspannenrisiko eine periodische bzw. GuV-orientierte Systematik hinsichtlich der Beurteilung der Ergebnisgrößen erkennen, während die angesprochene wertorientierte Betrachtung der Zinsrisiken auf einen periodenübergreifenden Blickwinkel fokussiert ist. Bevor sich nach erfolgter Analyse die Messung der Risiken und der Erfolgsergebnisse anschließt, gilt es daher die Fragen zu beantworten, welche Sichtweise - angesichts einer renditeorientierten Risikosteuerung - auf die Ergebnisgrößen als die geeignete erscheint, welche Unterschiede bestehen und wie diese miteinander zusammenhängen. Ziel ist es steuerungsrelevante Zielgrößen zu identifizieren. [54]

1.2 Erfordernis einer dualen Betrachtung aus periodischer und barwertiger Sichtweise

Um die Ergebniswirkungen aus der Zinsbindungsfristentransformation [55] aufzuzeigen und die Zusammenhänge zwischen periodischer und wertorientierter Sichtweise zu verdeutlichen, soll erneut das vereinfachte Zinsbuchbeispiel Verwendung finden. [56] Nach Korrektur der Spreadaufschläge fallen die Renditen beider Geschäfte niedriger aus. [57] Es besteht unverändert eine positive Transformation der Zinsbindungsfristen mit dem Ziel, eine Strukturmarge von 0,50 % p.a. zu vereinnahmen und von einem etwaigen sinkenden Zinsniveau am GKM zu partizipieren.

Zwischenzeitlich soll entgegen der Erwartung das Zinsniveau gestiegen sein. Daraufhin wird zum Ende der ersten Periode die Entscheidung getroffen, die Zahlungsstrom- bzw. Zinsbindungsdifferenzen durch opportune GKM-Geschäfte auszugleichen, um die Fristentransformation zu beenden und sich von weiteren Zinsänderungsrisiken und -chancen freizustellen. Konkret bedeutet dies den Abschluss einer zweijährigen Refinanzierung sowie einer einjährigen Kapitalanlage von 99.506 GE bzw. 489 GE zu Zinssätzen von 1,25 % bzw. 1,00 % p.a. [58]

[Abbildungen und Tabellen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt.]
Abb. 3: Fristentransformationserfolge aus periodischer und barwertiger Sicht [59]

Betrachtet man die GuV-Wirkung der Geschäfte im unteren Teil der Abbildung 3, ergibt sich in der ersten Periode ein positiver Transformationsbeitrag (500 GE). Dieser wird in den Folgeperioden aufgrund der durch den Zinsanstieg erhöhten Refinanzierungskosten überkompensiert und fällt daher negativ τ2: -489 GE; τ3: -494 GE) aus. Hieran ist einerseits ersichtlich, dass die Gefahr des Zinsspannenrisikos durch die gestiegenen Zinsaufwendungen zu tragen kommt, weshalb sich der periodisierte Zinserfolg vermindert. [60]

Folglich liegt bei einer Erfolgsbetrachtung der betriebenen Fristentransformation, aus periodischer Sichtweise, der Fokus auf einer bestimmten Periode. [61] Dies hat den Vorteil, dass der zeitliche Anfall von Einkommenseffekten innerhalb dieser nachvollziehbar ist. [62] Gleichzeitig ist der kurzfristige Betrachtungshorizont unter Steuerungsaspekten in drei Punkten kritisch.

Sofern Steuerungsentscheidungen ausschließlich auf Basis der Ergebnisbestandteile einer einzelnen Periode getroffen werden, bleiben die für die Entscheidungsfindung ebenfalls wesentlichen Erfolgsauswirkungen der Geschäfte in den übrigen Perioden unberücksichtigt. [63]

Zweitens ist zu konstatieren, dass in der periodischen Sicht die Ergebniswirkungen der zu Beginn einer Periode abgeschlossenen Geschäfte erst in deren weiteren Verlauf oder in Folgeperioden zugeordnet werden. Durch das zeitliche Auseinanderfallen von Steuerungsentscheidungen und Ergebniseffekten ist keine verursachungsgerechte Zuordnung der Strukturbeiträge auf den Zeitpunkt der Entscheidung gewährleistet, was zu fehlerhaften Steuerungsimpulsen führen kann. [64]

Drittens ist es aus Risikogesichtspunkten als kritisch anzusehen, dass zwischenzeitliche Zinsänderungen innerhalb einer Periode aufgrund der mangelnden Verursachungsgerechtigkeit keinen Einfluss auf das Periodenergebnis haben. [65] Insofern liefert der Strukturbeitrag, der in τ1 der ersten Periode zugewiesen wird, keinen Hinweis, ob und in welchem Umfang sich die Ergebnissituation durch die betriebene Fristentransformation seit Geschäftsabschluss verändert hat. [66] Ergebniswirkungen des eingegangenen Zinsänderungsrisikos entfalten sich erst in den Folgeperioden (τ2: -489 GE; τ3: -494 GE), die ursächlich der ersten Periode zuzuordnen sind. [67]

Vor diesem Hintergrund zeichnet sich als Stärke einer periodischen Sicht die Offenlegung des zeitlichen Anfalls der Einkommenseffekte getroffener Entscheidungen ab. Allerdings kann der periodisch bestimmte Strukturbeitrag die Anforderungen an eine entscheidungsorientierte Steuerungsgröße eines Zinsbuches aus den erwähnten Gründen nur bedingt erfüllen, weshalb sich eine rein periodische Sichtweise lediglich eingeschränkt zur Steuerung eignet. [68]

Formuliert man die vorgenannten kritischen Aspekte positiv, lassen sich an eine unter Steuerungsgesichtspunkten aussagekräftige Ergebnissystematik folgende Anforderungen ableiten:

- Entscheidungen und deren Ergebniswirkungen dürfen zeitlich nicht auseinanderfallen.

- Die Ergebnissystematik hat zu gewährleisten, dass die Ergebnisgröße sämtliche zum Entscheidungszeitpunkt feststehenden Ergebniswirkungen beinhaltet.

- Zwischenzeitliche Ergebniswirkungen infolge veränderter GKM-Zinssätze sind im Ergebnis der jeweiligen Periode auszuweisen.

Angesichts der aufgestellten Anforderungen gilt es zu prüfen, inwieweit eine wertorientierte Ergebnissystematik diesen gerecht wird.

Das zentrale Merkmal einer wertorientierten Betrachtung besteht darin, dass alle zukünftigen periodischen Ergebniseffekte in einem Betrag, auf den jeweiligen Bewertungsstichtag bezogen, ausgewiesen werden. [69] Um den Zeitwert des Geldes dabei adäquat zu berücksichtigen, sind die nachfolgend anfallenden Zahlungsströme mit den zum Bewertungsstichtag gültigen laufzeitspezifischen GKM-Zinssätzen zu diskontieren. Demnach fußt die konzeptionelle Berechnung von Barwerten zukünftiger Zahlungsströme bei einem solchen marktzinsorientierten Vorgehen auf der Glattstellung dieser durch real durchführbare GKM-Geschäfte. [70] Folglich ist der Zinsbuchbarwert wertmäßig gleichzusetzen mit der Summe der zum Ausgleich der ausstehenden Zahlungsströme erforderlichen Anlage- bzw. Refinanzierungsvolumina. [71]

Angesichts dessen lassen sich die Barwerte der einzelnen Geschäfte aus dem mittleren Teil der Abbildung 3 nachvollziehen. Am Beispiel der Wertpapieranlage würde ein strukturkongruentes Gegengeschäft in τ 0 zu gleichen Zinssätzen und damit zu einem Aufnahmebetrag von 100.000 GE erfolgen. [72] Dieser Barwert wäre identisch mit dem Anlagebetrag, weshalb sich in τ0 ein barwertiger Erfolg von 0 GE ergibt. [73] Demzufolge unterscheiden sich die periodische und die wertorientierte Sicht in ihrem Betrachtungszeitpunkt. Während die periodische Betrachtung auf das jeweilige Periodenende fokussiert und damit de facto bereits eine bestimmte Fristentransformationsentscheidung impliziert, unterstellt die wertorientierte Sicht - richtigerweise - eine strukturneutrale Deckung. [74]

Bei Bewertung der Anlage am Ende der ersten Periode ergibt sich ein abweichendes Bild. Der Zahlungsstrom des Geschäftes hat sich um die Zinszahlung von 750 GE verkürzt und die für den Ausgleich der noch ausstehenden Zahlungsströme abzuschließenden GKM-Geschäfte erfolgen zu inzwischen gestiegenen Zinssätzen. Insgesamt wäre eine Nettokapitalaufnahme von 99.017 (99.506 ./. 489) GE notwendig, welche im Beispiel aufgrund der fälligen Refinanzierung auch durchgeführt wird. Der gesunkene Barwert der Geschäfte verdeutlicht, dass die zukünftigen Zahlungen der Wertpapieranlage zum Ende der ersten Periode einen - im Vergleich zu den Zahlungsströmen aus GKM-Geschäften - geringeren Wert haben, weshalb sich ein barwertiger Verlust der Wertpapieranlage von 983 (99.017 ./. 100.000) GE aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus ergibt. Demzufolge beziehen sich die Barwerte auf unterschiedliche Bewertungszeitpunkte, weshalb hier von einer dynamischen Barwertrechnung gesprochen wird, die zwischenzeitlich anfallende Zahlungsströme und Änderungen der GKM-Zinssätze berücksichtigt. [75] Somit liegt aus wertorientierter Sicht der primäre Ergebnistreiber in den zwischen den Bewertungsstichtagen stattfindenden Veränderungen der GKM-Zinssätze bzw. der Zinsstruktur. [76]

Im Falle einer vermögensorientierten Bilanzierung [77] sind solche Barwertschwankungen im Rahmen des externen Rechnungswesens am Ende der jeweiligen Periode zu berücksichtigen, was in diesem Fall zum Ausweis eines negativen Bewertungsergebnisses von 983 GE führen würde. [78]

Unter zusätzlicher Berücksichtigung der am Ende der ersten Periode ergebniswirksamen Zinsertrags- (750 GE) und Zinsaufwandszahlungen (-250 GE) ergibt sich ein barwertiger Erfolg des Zinsbuches von -483 GE, der auch als Transformationsperformance bezeichnet werden kann und fortan wird. Diese entspricht in der Totalperiode des Zinsbuches dem Gesamtergebnis der periodischen Erfolgsrechnung, macht jedoch die Ergebniskonsequenzen ohne zeitliche Verzögerungen innerhalb der ersten Periode transparent. [79] Die Vorteilhaftigkeit der getroffenen Dispositionsentscheidung ist demzufolge aus wertorientierter Betrachtung auf eine einzige Performancegröße verdichtet und lässt sich unmittelbar und isoliert im Zeitpunkt seiner Entstehung messen. [80]

Vor diesem Hintergrund erfüllt eine wertorientierte Sichtweise die an eine geeignete Ergebnissystematik gestellten Anforderungen zur Steuerung des Zinsbuches. Angesichts der Tatsache [81], dass sich das barwertige Ergebnis innerhalb der Totalperiode in die periodische Sicht überführen lässt, eignet sich die barwertige Performance darüber hinaus als potenzieller Frühwarnindikator für zukünftige periodische bzw. GuV-Ergebnisse. [82]

Allerdings liefert der Barwert keine Aussage über die liquiditätswirksame Verteilung der Erfolgsströme innerhalb der einzelnen Perioden und kann demnach nicht zur gezielten Optimierung zukünftiger GuV-Ergebnisse zu Rate gezogen werden. [83] Aus wertorientierter Sicht ist es für die Zinsbuchsteuerung irrelevant, ob Geschäfte gleicher Laufzeit mit hohen oder niedrigen Zinssätzen getätigt werden, da bestehende Unterschiede sich über die Abschlussvolumina der zahlungsstromkongruenten GKM-Geschäfte ausgleichen und im Ergebnis zu identischen Barwerten führen. [84] Aufgrund der Außenwirkung von GuV-Größen sowie der Erwartungen der Eigenkapitalgeber, dass die in Aussicht gestellten Wertsteigerungen durch entsprechende Jahresergebnisse untermauert werden, erfahren periodische Ergebnisentwicklungen eine hohe Bedeutung und sind in der Steuerung nicht zu vernachlässigen. [85] Vor diesem Hintergrund ist eine alleinige wertorientierte Steuerung trotz ökonomischer Überlegenheit ebenfalls nicht sinnvoll. [86]

Angesichts dessen ist für eine moderne rendite- und risikoorientierte Steuerung des Zinsbuches eine kombinierte Betrachtung aus wertorientierter und periodischer Sichtweise vorzunehmen. [87] Innerhalb einer solchen Integrierten bzw. Dualen Zinsbuchsteuerung ist der Zinsbuchbarwert als die aus ökonomischer Perspektive überlegene und primär steuerungsrelevante Größe anzusehen. Daher können sich die weiteren Überlegungen im Wesentlichen auf die beiden Zielgrößen „Barwert des Zinsbuches“ und „barwertiges Zinsänderungsrisiko“ konzentrieren, wobei dem periodischen Ergebnisausweis als strenge Nebenbedingung ebenfalls Beachtung zu schenken ist. [88]

1.3 Wertorientierte Risiko- und Performancemessung als Steuerungsgrundlage

Die bisherigen Ausführungen lassen nachvollziehen, dass sich Erfolge aus Fristentransformationsentscheidungen erst im Zeitablauf auf den Barwert auswirken, weshalb eine Zinsbuchsteuerung primär zukunftsgerichtet zu erfolgen hat. [89] Darüber hinaus wurde ersichtlich, dass die Höhe und der zeitliche Anfall der Zahlungsströme sowie der Verlauf der Zinsstrukturkurve den Zinsbuchbarwert determinieren.

Die laufzeitspezifischen Zinssätze lassen sich im Vergleich zu den Zahlungsströmen nicht beeinflussen und dessen zukünftige Entwicklung ist unbekannt, wodurch sie als Risikofaktoren anzusehen sind. [90] Dadurch ist es aus Steuerungsgesichtspunkten erforderlich, realistische Annahmen hinsichtlich möglicher Zinsentwicklungen zu treffen um darauf aufbauend, mit Blick auf die zuvor identifizierten Zielgrößen, barwertige Risiko- und Erfolgspotenziale zu ermitteln und in geeignete Kennzahlen zu verdichten. [91]

Eine Möglichkeit zur Messung bietet die Verwendung verteilungsbasierter Kennzahlen. Hierbei ist es zunächst erforderlich, zukünftige Barwerte des Zinsbuches mittels statistischer Methoden zu schätzen und darauf aufbauend eine Wahrscheinlichkeitsverteilung derselben zu erzeugen. Eine statistisch fundierte und in der Praxis gebräuchliche Methode zur Generierung einer solchen Verteilung ist die Historische Vollsimulation. [92] Dabei werden in der Vergangenheit eingetretene Zinsänderungen erhoben und auf die im Bewertungsstichtag aktuellen Zinssätze angewendet, sodass eine Anzahl verschiedener Zinsszenarien entsteht. Bei der Erfassung der Zinsänderungen sollte aus Gründen der Genauigkeit [93] der zugrunde gelegte Zeitraum, welcher auch als Haltedauer bezeichnet werden kann und fortan wird, dem Planungszeitraum [94] entsprechen. [95] Basierend auf diesen Szenarien lassen sich die Zahlungsströme des Zinsbuches bewerten und potenzielle Zinsbuchbarwerte berechnen. Durch eine sich anschließende Aggregation der Ergebnisse ergibt sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zinsbuchbarwerte. [96]

Im Vergleich zur alternativen Möglichkeit der Bestimmung von Erfolgs- und Risikopotenzialen mittels parametrischer Verfahren ist die Historische Simulation aufgrund der historischen Daten unabhängig von Modellannahmen hinsichtlich der Verteilung der Risikofaktoren. Korrelationen und deren Änderungen finden implizit Berücksichtigung und bedürfen keiner expliziten Vorgabe. [97] Darüber hinaus ist an der beschriebenen Vorgehensweise vorteilhaft, dass es sich - im Vergleich zur Berechnung einzelner Szenarien - um eine umfangreiche und zugleich objektivere Form der Schätzung von Zuständen handelt. [98] Als nachteilig anzusehen ist die implizite Annahme, dass die zukünftige Verteilung der Barwerte ihrer empirischen Verteilung entspricht, wodurch bei nicht stationären Zeitreihen und trendbehafteten Zinsmärkten mit unpräzisen Schätzungen der Erfolgs- und Risikokennzahlen zu rechnen ist. [99] Hieraus erwächst die Notwendigkeit, die Ergebnisgrößen ebenfalls ex post zu kalkulieren und mit den erwarteten Werten zu vergleichen, um so die Güte der Ergebnismessung und der darauf basierenden Steuerungsimpulse sukzessive zu verbessern. [100]

Die erzeugte Verteilung bildet schließlich die Basis zur ex ante Risiko- und Erfolgsmessung. [101] Aus ihr lassen sich sowohl absolute als auch relative Wertänderungen gegenüber festzulegenden Referenzwerten, wie beispielsweise dem aktuellen, dem aus der Verteilung heraus erwarteten oder dem risikolos realisierbaren Barwert, ermitteln. [102] Letzterer ergibt sich aus der einmaligen Anlage des Ausgangsbarwertes bis zum Planungshorizont, wodurch die damit einhergehende Barwertsteigerung zinsänderungsrisikolos vereinnahmt werden kann. [103]

[...]


[1] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015c), S. 44 ff.

[2] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015b), S. 29 ff.; Deutsche Bundesbank (2015a).

[3] Im Folgenden werden die Begriffe „Zahlungsstrom“ und „Cashflow“ synonym verwendet.

[4] Vgl. Benke, H. (1993), S. 106.

[5] Vgl. Frère, E./ Reuse, S./ Svoboda, M. (2008), S. 232 f.

[6] Im Folgenden werden die Begriffe „Steuerungsansatz“ und „Steuerungsstrategie“ synonym verwendet.

[7] Im weiteren Verlauf werden die Begriffe „Steuerung“ und „Management“ synonym verwendet.

[8] Genauer gesagt ist die Eigenkapitalrentabilität, als Verhältnis aus in einer Periode erzieltem Reingewinn und des dafür eingesetzten Eigenkapitals, angesprochen. Vgl. Schierenbeck, H. (2001), S. 9 f.

[9] Vgl. zum Vorherigen Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 1 ff.; Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 1 ff.

[10] Definiert als strikte Obergrenze der Risikoübernahmekapazität und bemessen durch die Höhe der tatsächlich vorhandenen Eigenmittel. Vgl. Walther, U. (2011), S. 79.

[11] Risiken im Sinne ökonomischer Risiken. Vgl. Walther, U. (2011), S 73 f.

[12] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S.41 f.; Bartetzky, P./ Zeranski, S. (2011), S. 42-44 i.V.m. Walther, U. (2011) S. 77 ff.

[13] Vgl. Anacker, R. (2002), S. 35.

[14] Vgl. ebd., S. 35; Drosdzol, A./ Hager, P. (2005), S. 123 f.; Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 671.; Rolfes, B. (2008), S. 438; Benke, H./ Flesch, H. R./ Piaskowski, F. (1989), S. 432 f.

[15] Vgl. Kudernatsch, M. (2014), S. 26; Fröhlich, J./ Steinwachs, P. (2008), S. 79; Berg, M. (2013), S. 10 f.

[16] Vgl. Berg, M. (2013), S. 13; Prasser, S. (2014), S. 564. Darüber hinaus lässt sich das Zinsbuch sowohl in weitere Teilportfolien als auch in ein Handels- sowie strategisches Buch separieren, was in dieser Arbeit jedoch nicht erfolgen soll. Demzufolge werden die Begriffe „strategisches Zinsbuch“ und „Zinsbuch“ synonym verwendet. Vgl. Anacker, R. (2002), S. 35 f; Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 671 f.; Schierenbeck, H. (2001), S. 1154 f.; BCBS (2004), Tz. 42.

[17] Vgl. Koch, U. (1996), S. 2.

[18] Diese organisatorische Unterscheidung folgt dabei der des Dualen Steuerungsmodells, welches die bestehende Dualität bankbetrieblicher Steuerungskreise sowie deren integrierte Bertachtung in der Umsetzung der Philosophie des ertragsorientierten Bankmanagements berücksichtigt. Vgl. Schierenbeck, H. (2001), S. 15 f.

[19] Für weitere Ausführungen zum „Kongruenzprinzip der Organisation“ vgl. bspw. Reiß, M. (1982).

[20] Vgl. zum Vorherigen Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 8 ff. i.V.m. S. 40.

[21] Im Sinne von Obektivität, Aktualität, Kongruenz im Grenzfall sowie Trennung von Aktiv- und Passivgeschäft. Vgl. Rolfes, B. (2008), S. 30 i.V.m. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 67.

[22] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 9, 13 u. 40; Schierenbeck, H. (2001), S. 15. Gleiches wird ebenfalls aufsichtsrechtlich verlangt. Lies BaFin (2012a), BTR 2.3 Tz. 5 i.V.m. BTR 3.1 Tz. 5 u. 6.

[23] Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die Abkürzung „GKM“ verwendet.

[24] Vgl. Wimmer, K. (2004), S. 79.

[25] Vgl. zum Vorherigen Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 67 ff., 218 u. 363; Schierenbeck, H. (2001), S. 89 f.; Schierenbeck, H./ Hölscher, R. (2001), S. 227; OeNB/ FMA (2008), S. 48 f.; Berg, M. (2013), S. 1.

[26] Vgl. Zeranski, S. (2011), S. 163-165.

[27] Vgl. Bartetzky, P./ Schillings, R. (2011), S. 135.

[28] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 669 ff.; Picker, M. (2012), S. 6; Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 67 u. 73.

[29] Der Begriff der „Rendite-/Risikoeffizienz“ wird in Abschnitt 1.3 im Zusammenhang mit der risikoadjustierten Performancemessung eingehender betrachtet.

[30] Vgl. Walther, U. (2011), S. 81 ff.

[31] Vgl. ebd., S. 83 ff.; Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 5 i.V.m. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 12 f., 526-528 u. 669 ff.

[32] Vgl. Zeranski, S. (2011), S. 161.

[33] Eigene Darstellung in Anlehnung an Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 527 i.V.m. 3.

[34] Vgl. Walther, U. (2011), S. 75.

[35] Vgl. für das gewählte Vorgehen Walther, U. (2011), S. 84 i.V.m. Horsch, A./ Schulte, M. (2010), S. 41 ff.

[36] Eigene Abbildung der Analyseergebnisse in Anlehnung an Bulling, V./ Schlemminger, R. (2011), S. 650 sowie Berg, M. (2013), S. 77 u. 87. Die abgebildeten Risikoursachen mögen für das abgebildete Beispiel abschießend sein. Grundsätzlich gilt es sämtliche strukturellen Unterschiede, durch die bewusst spekulative Risiken eingegangen werden und die durch GKM-Geschäfte steuerbar sind, in der Zinsbuchsteuerung einzubeziehen (z.B. Risiken aus Währungs- oder Fristentransformation bei bestehenden Währungs- bzw. marktgängiger Bonitätsinkongruenzen). Vgl. Bohn, A./ Tonucci, P. (2014), S. 59 ff. i.V.m. Picker, M. (2012), S. 1 ff. sowie Berg, M. (2013), S. 1 ff.

[37] Die Strukturmarge entspricht dem relativen Strukturbeitrag in Bezug auf das Nominalvolumen.

[38] Vgl. Steiner, M./ Schneider, S. (2001), S. 917; Picker, M. (2012), S. 20.

[39] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 294 f.; BCBS (2004), Tz. 11.; EBA (2015), S. 15; BCBS (2016a), S. 3. Darüber hinaus lassen sich Zinsänderungsrisiken in weitere Subkomponenten unterteilen, worauf im Verlauf dieser Arbeit verzichtet wird. Vgl. dbzgl. EBA (2015), Tz. 44.

[40] Marktinduzierte Spreadrisiken resultieren aus einer sich verschlechternden Markteinschätzung bzgl. der institutsspezifischen Bonität und einer damit verbundenen Ausweitung des zu zahlenden bonitätsspezifischen Refinanzierungsaufschlages (Funding Spread) gegenüber einer risikominimalen Refinanzierungsmöglichkeit am GKM. Aus Anlegersicht führen steigende Funding Spreads des Emittenten c.p. zu sinkenden Marktwerten bestehender Refinanzierungsgeschäfte. Aus Sicht des Emittenten führen sie bei zukünftigen Refinanzierungsgeschäften zu steigenden Zinsaufwendungen. Vgl. Berg, M. (2013), S. 74-76; Bartetzky, P. (2008), S. 23 ff.; Schröter, D./ Schwarz, O. (2008), S. 247 ff.; Höhler, M./ Schneider, M. (2010), S. 421 ff.; BCBS (2016a), S. 3 sowie EBA (2015), S. 18.

[41] Bei kapitalmarktorientierten Kreditinstituten sind die Refinanzierungskosten an die am GKM gehandelten bonitätsspezifischen Credit Spreads gekoppelt. Bei mittelständischen Kreditinstituten wie Genossenschaftsbanken und Sparkassen erfolgt ein indirektes Rating durch die Zentral- bzw. Landesbank. Vgl. Berg, M. (2013), S. 73.

[42] Vgl. ebd., S. 74.

[43] Vgl. ebd., S. 169 f. i.V.m. S. 288-293; Akmann, M./ Beck, A./ Herrmann, R./ Stückler, R. (2005), S. 556 f.

[44] Vgl. Berg, M. (2013), S. 77 f. i.V.m. Akmann, M./ Beck, A./ Herrmann, R./ Stückler, R. (2005), S. 556 ff. Für eine Definition von dispositivem und strukturellen Liquiditätsrisiko vgl. BaFin und Deutsche Bundesbank (2008), S. 5 f.

[45] Vgl. zum Vorherigen Berg, M. (2013), S. 77 f.; Siehe ebenfalls § 11 KWG i.V.m. § 25a KWG sowie BaFin (2012a), BTR 3. Darüber hinaus verfügt die strategische Liquiditätsstruktursteuerung neben der Kapitalstruktursteuerung über weitere Instrumente. Vgl. dbzgl. Farag, M./ Harland, D./ Nixon, D. (2014), S. 25 ff.

[46] Siehe BaFin (2012a), BTR 3.1 Tz. 5 f. Im vorliegenden Beispiel wurde davon ausgegangen, dass die Zentralsteuerung die im Zinsbuch befindlichen Geschäfte aus zinsbuchstrukturellen Überlegungen getätigt hat, weshalb die tatsächlich kontrahierten Positionsrenditen im Modell der Marktzinsmethode als GKM-Einstandsrenditen anzusetzen sind. Dies ist gleichbedeutend mit einer Zuordnung der, aus den Kapitalbindungsdauern der Geschäfte resultierenden, Liquiditätsnutzen und -kosten in den Verantwortungsbereich der Zentralsteuerung. Vgl. Picker, M. (2012), S. 7 i.V.m. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 231 f. Für Ansätze einer verursachungsgerechten Verrechnung von Liquiditätskosten- und nutzen in dezentralen Marktbereichen vgl. Schierenbeck, H./ Holländer, D./ Picker, M. (2013), S. 579 ff.; Berg, M. (2013), S. 92 ff.; Walter, B. (2011), S. 1279 ff. sowie Leistenschneider, A. (2007).

[47] Vgl. Walter, B. (2011), S. 1279.

[48] Vgl. im Allgemeinen Walter, B. (2011), S. 1263 u. 1267 sowie speziell bzgl. Spreadrisiken BCBS (2016a), S. 3.

[49] Vgl. Berg, M. (2013), S. 79. Für weitere Gründe vgl. Walter, B. (2011), S. 1263 u. 1267.

[50] Unter Berücksichtigung etwaiger Rating- bzw. Währungstransformationen würden sich weitere Untersuchungsfelder ergeben, die ebenfalls mit zu betrachten wären. Vgl. Berg, M. (2013), S. 287 f. sowie Picker, M. (2012), S. 217.

[51] Vgl. Picker, M. (2012), S. 8 sowie EBA (2015), Tz. 24(b). Im weiteren Verlauf wird davon ausgegangen, dass ausschließlich Kassa Plain Vanilla GKM Geschäfte zu pari getätigt werden, weshalb fortan die Begriffe „Zinssatz“, „Spot Rate“ und „Rendite“ sowie „Zinsstrukturkurve“ und „Renditestrukturkurve“ synonym verwendet werden. Für deren mathematische Zusammenhänge vgl. Anker, P. (1993), S. 12 ff.

[52] Für eine Untersuchung bewertungsrelevanter Zinsstrukturkurven vgl. SGVHT (2015). Die Auswahl einer geeigneten ausfallrisikominimalen Zinsstrukturkurve wird in Teil 2, Kapitel 1, Abschnitt 2 eingehender betrachtet.

[53] Die Kapitalbindungsfristentransformation lässt sich durch den Abschluss entsprechender Gestaltungsgeschäfte aufheben. Im Anhang befindet sich ein Beispiel. Vgl. Anhang A1.

[54] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 18 f.

[55] Die Begriffe „Zinsbindungsfristentransformation“ und „Fristentransformation“ werden fortan synonym verwendet.

[56] Vgl. zum Folgenden OeNB/ FMA (2008), S. 27 ff. und Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 185 ff.

[57] Das Abziehen von Spreads im Vorhinein vereinfacht die durchzuführenden Berechnungen durch den Entfall nachträglicher Korrekturen. Vgl. Anhang A1 sowie Wegner, O./ Sievi, C./ Goebel, R. (2011), S. 490 f.

[58] Am Beispiel des ersten Geschäftes führen die Kapital- (-99.506 GE) und Zinszahlung (-1.244 GE) bei Fälligkeit zu einer Gesamtzahlung von -100.750 GE, die den Kapital- (100.000 GE) und Zinszufluss (750 GE) der Geldanlage von 100.750 GE ausgleicht. Somit besteht für die Periode 3 Zahlungsstromkongruenz und keine Zinsänderungsrisiken/-chancen mehr. Zur Vorgehensweise der zahlungsstromkongruenten Refinanzierung vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 154 ff.

[59] In Anlehnung an OeNB/ FMA (2008), S. 31. Berechnung unter Annahme fiktiver Zinssätze. Werte sind gerundet.

[60] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2008), S. 295.

[61] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 188 u. 207.

[62] Vgl. OeNB/ FMA (2008), S. 28.; EBA (2015), S. 15.

[63] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 8 f.

[64] Vgl. Benke, H./ Flesch, H. R./ Piaskowski, F. (1989), S. 431 f.; Goebel, R./ Sievi, C./ Schumacher, M. (1999), S. 162 ff.

[65] Vgl. Rolfes, B. (2008), S. 38.

[66] Vgl. Schierenbeck, H./ Wiedemann, A. (2001), S. 246.

[67] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 10.

[68] Vgl. Menninghaus, W. (2001), S. 1148; Hornbach, C. (2010), S. 8 f.

[68] Vgl. Benke, H./ Flesch, H. R./ Piaskowski, F. (1989), S. 431 f.; Benke, H./ Gebauer, B./ Piaskowski, F. (1991b), S. 462; Koch, U. (1996), S. 33.

[69] Vgl. zum Vorherigen Hornbach, C. (2010), S. 10 f.

[70] Alternativ lassen sich Barwerte über einen Kalkulationszinsfuß bzw. eine Marktrendite berechnen, was aufgrund des dadurch implizierten linearen Zusammenhanges zwischen Barwert und einheitlichem Zinsfuß regelmäßig zu Approximationsfehlern führt und daher nicht näher betrachtet wird. Aufgrund der marktzinsorientierten Bewertung können und werden die Begriffe „Barwert“, „Kurswert“ und „Marktwert“ synonym verwendet. Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 19 ff.

[71] Vgl. zum Vorherigen Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 151 ff.; OeNB/ FMA (2008), S. 39. Die beschriebene Vorgehensweise wird im Allgemeinen auch als „Cashflow-Neubewertung“ bezeichnet. Daneben besteht die Möglichkeit zur näherungsweisen Barwertermittlung über Sensitivitätskennziffern. Vgl. bspw. Hornbach, C. (2010), S. 19 u. 28.

[72] Vgl. Rolfes, B. (2008), S. 41 u. 45.

[73] Vgl. OeNB/ FMA (2008), S. 39; Rolfes, B. (2008), S. 45.

[74] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 193.

[75] Alternativ besteht die Möglichkeit einer statischen Barwertrechnung, die - entgegen der in der Realität stattfindenden Zinsänderungen im Zeitablauf - eine ad hoc Zinsänderung unterstellt. Diese ist im Rahmen der Zinsbuchsteuerung lediglich als Näherungslösung anzuwenden und wird daher nicht weiterverfolgt. Vgl. Hornbach, C (2010), S. 28 ff. und Goebel, R./ Sievi, C./ Schumacher, M. (1999), S. 116.

[76] Vgl. Bartetzky, P. (2012), S. 52 f. Als weiterer Ergebnistreiber ist der Restlaufzeitverkürzungseffekt aufzuführen, auf den im zweiten Teil Bezug genommen wird. Vgl. S. 48.

[77] Die Begriffe „Eigenkapital“ und „Vermögen“ finden fortan synonym Verwendung, was gleichbedeutend mit einer vermögensorientierten Bewertung und Bilanzierung ist. Insofern kann und wird auf die Erläuterung bewertungsspezifischer Besonderheiten aufgrund von Rechnungslegungsnormen verzichtet. Vgl. Wegner, O./ Sievi, C./ Goebel, R. (2011), S. 490 f.

[78] Diese Barwertschwankung ist ursächlich auf die veränderten GKM Zinssätze sowie eine Verkürzung des Zahlungsstromprofils zurückzuführen und lässt sich demnach rechnerisch weiter differenzieren, worauf an dieser Stelle verzichtet wird. Vgl. hierzu bspw. Picker, M. (2012), S. 97 ff.

[79] Vgl. OeNB/ FMA (2008), S. 32.

[80] Vgl. Bannert, T. (2000), S. 1068.

[81] Diese Tatsache der Überführbarkeit der Ergebnisse gehen auf das Theorem von Lücke und das Kongruenzprinzip von Schmalenbach zurück. Vgl. Rolfes, B./ Dartsch, A. (1998), S. 68 sowie Lücke, W. (1955).

[82] Vgl. zum Vorherigen OeNB/ FMA (2008), S. 29; Menninghaus, W. (2001), S. 1148; Bannert, T. (2000), S. 1068; Rolfes, B. (2008), S. 42.; Hornbach, C. (2010), S. 13.

[83] Vgl. EBA (2015), S. 15; OeNB/ FMA (2008), S. 30.

[84] Vgl. Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 185 f.

[85] Vgl. BCBS (2016a), S. 13; OeNB/ FMA (2008), S. 27 f.; Rolfes, B. (2008), S. 53.

[86] Vgl. OeNB/ FMA (2008), S. 30.

[87] Vgl. Lach, N./ Neubert, B./ Kirmße, S. (2003b), S. 200; Menninghaus, W. (2001), S. 1148; OeNB/ FMA (2008), S. 28; BCBS (2004), Tz. 40.

[88] Im Folgenden wird der Begriff der „Dualen Zinsbuchsteuerung“ verwendet, um eine klare begriffliche Abgrenzung in Bezug zur „integrierten Rendite-/Risikosteuerung“ zu gewährleisten. Vgl. zum Vorherigen Bannert, T. (2000), S. 1068; Menninghaus, W. (2001), S. 1148; Schierenbeck, H./ Lister, M./ Kirmße, S. (2014), S. 185; OeNB/ FMA (2008), S. 44 sowie Hornbach, C. (2010), S. 18 f.

[89] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 33 u. 144; EBA (2015), S. 16 u. 77.

[90] Vgl. zum Vorherigen Hornbach, C. (2010), S. 105; Kudernatsch, M. (2014), S. 36 und Wiedemann, A. (2002), S. 2.

[91] Vgl. Kudernatsch, M. (2014), S. 27 sowie Walther, U. (2011), S. 86.

[92] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 35; Sievi, C. (2001), S. 20; Kirmße, S./ Schierenbeck, H./ Tegeder, P. (2007), S. 21; Wegner, O./ Sievi, C./ Schumacher, M. (2001), S. 139

[93] Dies erspart die Skalierung von Messergebnissen unterschiedlicher Zeiträume und damit verbundene Approximationsfehler. Vgl. bspw. zur problembehafteten Näherungslösung mittels Wurzelgesetz Lister, M. (1997), S. 59-71.

[94] Dieser beschreibt die zeitliche Dauer zwischen dem Bewertungsstichtag und dem Planungshorizont. Vgl. Abb. 4.

[95] Vgl. Culp, C. L. (2000), S. 19; Wegner, O./ Sievi, C./ Schumacher, M. (2001), S. 141; Schulte, M. (2003), S. 100.

[96] Vgl. zum Vorherigen Picker, M. (2012), S. 120; Hornbach, C. (2010), S. 130 sowie Walther, U. (2011), S. 89. Darüber hinaus ist es möglich direkt eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der Barwertänderungen zu erzeugen. Dies soll aus Gründen der in Abbildung 4 vorgesehenen Veranschaulichung noch nicht erfolgen. In der späteren Abbildung 14 werden simulierte Änderungen in einem Barwertänderungsprofil grafisch nachvollzogen.

[97] Wie es bei parametrischen Verfahren, wie z.B. dem „Varianz-Kovarianz-Ansatz“ oder dem „Monte-Carlo-Modell“, erforderlich ist. Vgl. zum Vorherigen Picker, M. (2012), S. 120 f.; Völker, J. (2001), S. 76 ff.; Johannig, L. (1998), S. 34, Rieß, M. S. (2005), S. 271; Jendruschewitz, B. (2003), S. 67 f. sowie Walther, U. (2011), S. 89.

[98] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 118 i.V.m. 121.

[99] Vgl. ebd., S. 47; Kropp, M. (1999), S. 367; Huschens, S. (2000), S. 14 f.; Angermüller, N. O./Eichhorn, M./ Ramke, T. (2006), S. 150; Jorion, P. (2007), S. 265; Poddig, T./ Dichtl, H./ Petersmeier, K. (2008), S. 96.; Kremers, M. (2002), S. 165.

[100] Vgl. OeNB/ FMA (2008), S. 101 f.

[101] Vgl. Walther, U. (2011), S. 89.

[102] Vgl. zum Vorherigen Picker, M. (2012), S. 120.

[103] Vgl. Hornbach, C. (2010), S. 117 u. 109 f. i.V.m. Benke, H./ Flesch, H. R./ Piaskowski, F. (1989), S. 436.

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Titel: Integrierte Zinsbuchsteuerung auf Gesamtbankebene im Umfeld anhaltender Niedrigzinsen