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Das Medium "elektrische Beleuchtung" und seine Auswirkung auf das 19. Jahrhundert

Hausarbeit 2015 14 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. FORSCHUNGSFELD

2. EINFLÜSSE DER ELEKTRISCHEN BELEUCHTUNG
2.1. Geschichte der elektrischen Beleuchtung
2.1.1. Entwicklung der Glühlampe
2.1.2. Elektrifizierung
2.1.3. Der Stromkrieg - Edison und Tesla (1886 - 1893)
2.2. Auswirkungen des Mediums in der Wirtschaft
2.3. SOZIO-KULTURELLE VERÄNDERUNGEN UND ANNAHME DES MEDIUMS
2.3.1. Änderungen des Kaufverhaltens durch Modernisierung der Werbebranche
2.3.2. Annahme des Mediums in der Gesellschaft
2.3.3. soziale Distinktion

3. EXPOSÉ

i. Forschungsfeld

Das 19. Jahrhundert brachte einige neue Medien auf, welche unsere heutige Gesellschaft immer noch stark prägen, wie beispielsweise das Kino, die Photographie und das Telefon - Medien nach dem engen Medienbegriff. McLuhans Theorien des erweiterten Medienbegriffes befassen sich mit Sprache, Schrift, Druck, Film, Hörfunk, Fernsehen und darüber hinaus mit dem Licht als Erweiterung des Menschen.[1] Diese Öffnung ermöglichte breitere Betrachtungsperspektiven in der Medienwissenschaft. Über das elektrische Licht als Medium schreibt McLuhan grundlegend: „Elektrisches Licht ist reine Information. Es ist gewissermaßen ein Medium ohne Botschaft, wenn es nicht gerade dazu verwendet wird, einen Werbetext Buchstabe um Buchstabe auszustrahlen. Man könnte behaupten, dass [...] Tätigkeiten in gewisser Hinsicht der 'Inhalt' des elektrischen Lichts seien, da sie ohne elektrisches Licht nicht sein könnten. Die Botschaft des elektrischen Lichts wirkt wie die Botschaft der elektrischen Energie in der Industrie extrem gründlich, erfasst alles und dezentralisiert. Denn elektrisches Licht und elektrischer Strom bestehen getrennt von ihren Verwendungsformen, doch heben sie die Faktoren Zeit und Raum im menschlichen Zusammenleben genauso auf wie das Radio, der Telegraf, das Telefon und das Fernsehen[...]. [2]

Da sich das elektrische Licht und der elektrische Strom gegenseitig in ihrer Entwicklung und Expansion beeinflussten, ist die Entwicklung der Stromversorgung in dieser Arbeit mit zu berücksichtigen. Da sich einige Forschungsarbeiten über das Medium elektrische Beleuchtung hauptsächlich auf gesellschaftliche Auswirkungen und auf die technische Entwicklung fokussieren, ist es durchaus auch wichtig geschichtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen der elektrischen Beleuchtung in Bezug zu setzen, dann werden die Einflüsse dieses Mediums ersichtlicher. Den gesamten Wirkungsradius dieses Mediums in dieser Arbeit zu erfassen, würden ihren Umfangs sprengen, weshalb hier eine kleine Auswahl an Modernisierungs- und Entwicklungsprozessen aufgezeigt wird.

2. Einflüsse der elektrischen Beleuchtung

2.1. Geschichte der elektrischen Beleuchtung

In diesem Abschnitt soll die geschichtliche Entwicklung der Glühbirne aufgezeigt werden, die den Impuls für die damit einhergehenden Elektrifizierung überhaupt erst setzte. In den darauf folgenden Abschnitten werden diese Fakten mit den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie teils politischen Auswirkungen der elektrischen Beleuchtung kontextualisiert.

2.1.1. Entwicklung der Glühlampe

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war das Gaslicht ein weitverbreitetes Beleuchtungsmedium in der Gesellschaft, da das Licht dimmbar und der Kerze am ähnlichsten war. Es brachte allerdings einige Nachteile mit sich, denn es verbrauchte in Räumen viel Sauerstoff, was Schwindel und Kopfschmerzen nach sich zog. So war es in großen Gebäuden oder bei Theaterveranstaltungen eine Belastung für den Menschen durch die negativen Einwirkungen des Gaslichts. Ein Nachteil für die Menschen im Alltag und ein Hemmnis für die Entwicklung großstädtischer Kaufhäuser und Theaterhäuser. Bei dem Verbrennungsprozess des Gases kommt es zudem zur Bildung von Ammoniak und Schwefel, welches unter anderem Gemälde, Wände und Vergoldungen verfärbt und schwärzt.[3]

Es musste demnach ein effektiveres Beleuchtungsmedium her um die notwendige Beleuchtung in den Städten auszubauen und zu intensivieren. Als Humphrey Davy 1810 das Bogenlicht entdeckte, wurde der physikalische Grundstein für die elektrische Beleuchtung gelegt. Das so genannte Bogenlicht konnte jedoch erst nach über 40 Jahren zum Teil verwendet werden. Es konnte sich als Beleuchtungsmedium nie ganz durchsetzen, da seine Eigenschaften für eine Massennutzung ungünstig waren. Es benötigte sehr viel Energie, die Helligkeit ließ sich nicht dimmen und hatte infolgedessen immer eine starke Lichtstrahlung. Es fand somit nur auf städtischen Großflächen, Baustellen und Schlachtfeldern Verwendung.[4] Für Innenräume war es gänzlich ungeeignet.

Man orientierte sich somit in der Entwicklung der Glühbirne an der Gaslampe, um das für das Auge angenehme Licht zu imitieren, „tatsächlich ist das elektrische Glühlicht Edisons, wenn man näher hinsieht, nichts anderes als eine planmäßig durchgeführte Imitation des Gaslichts durch das elektrische".[5]

Das Konzept der Kohlenfadenglühlampe (1879) war wie viele technische Erfindungen nicht eine einsame Erfindung, sondern in Edisons Absicht eine Vervollkommnung bereits vorhandener Elemente und Erkenntnisse zu einer praktikablen, technischen Einheit. In der Entwicklung der Glühbirne floss somit Know-How von Davys Bogenlichtes, Moleyns Vakuumtechnik, welche das Verglühen des Drahtes verlangsamt, sowie die verbesserten Kohlenglühfäden von Heinrich Göbel.[6] "Damals war (durch Edison's Glühbirne) erstmals ein Fortschritt erzielt nicht durch Lichtsteigerung, sondern durch Imitation der vorhandenen Lichtstärke durch eine neue Technik“[7], denn es war zunächst von höchster Priorität eine Glühbirne, also eine Lichtquelle, zu konstruieren, welche von den Lichtverhältnissen als angenehm empfunden werde. Hierzu musste ein Glühfadenmaterial gefunden werden, welches diesen Anforderungen in seinen Eigenschaften entsprach. Edison entdeckte, dass sich Bambusfasern hervorragend hierfür eigneten und fand in Japan eine entsprechende Pflanzenart. Er schloss einen Liefervertrag mit einer japanischen Firma und es wurden eigene Plantagen für das Glühfadenmaterial angelegt. Mit diesem Fortschritt war die Glühbirne in ihrer Entwicklung im Endstadium und hatte eine Brenndauer von über 1000 Stunden und war somit für die Massennutzung geeignet.[8] Dies ist unter anderem ein Indikator von modernen ökonomischen Beschaffungsweisen und der Weiterentwicklung einer modernen ökonomischen Denkweise, da Edison sich dem heutigem ökonomischem Prinzip bediente. Hierzu wird noch genauer in den folgenden Abschnitten eingegangen.

2.1.2. Elektrifizierung

Um die Elektrifizierung der Großstädte des 19. Jahrhunderts voranzutreiben, benötigte es eine stabile und effiziente Stromversorgung. Eine Einrichtung und Nutzung von Generatoren in jedem Haus oder Block (wie bei der Bogenlampe) war wegen hohen Kosten und der Eigenschaften der Bogenlichtgeneratoren nicht möglich - es war ein Versorgungssystem nötig, das dem Gasversorgungssystem ähnlich war. Edison entwickelte darum elektrische Zentralstationen nach dem Modell des Gaswerks, welches wiederum nach dem Modell der zentralen Wasserversorgung entwickelt wurde. Die ersten Zentralstationen wurden von Edison 1882 in London und New York eingerichtet. Später wurden von ihm Kraftwerke einige Kilometer entfernt gebaut und die Städte wurden über größere Entfernungen versorgt.

Nicht nur in den angelsächsischen Ländern, sondern auch in Deutschland wurde 1891 mit der Eröffnung des Kraftwerks Lauffen mit seinen Leitungen nach Frankfurt, das von der Edison Gesellschaft in Kooperation mit dem bis heute existierenden Unternehmen AEG gegründet wurde, welches von Emil Rathenau geführt wurde.[9] Durch diese Monopolstellung AEG's in Deutschland, konnte Rathenau seine Einflüsse in der Politik weiter ausbauen. Nach seiner Pensionierung übernahm sein Sohn Walter Rathenau die Geschäftsleitung von AEG, welcher zusätzlich in einigen Aufsichtsräten saß und in diversen politischen Ämtern tätig war, unter anderem als Außenminister der Weimarer Republik 1922.[10] Hier sieht man, dass die elektrische Beleuchtung über die Wirtschaft auch in der Politik Einfluss fand. In der folgenden Tabelle finden sich nochmals einige geschichtliche Daten der Entwicklung des elektrischen Lichtes und der Expansion der Elektrifizierung.

Technische Entwicklung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [11]

[...]


[1] Vgl. Dittmar, Jakob (2011, 2. Auflage). Berliner Schriften zur Medienwissenschaft. Grundlagen der Medienwissenschaft. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin. S. 63.

[2] McLuhan, Marshall (1968). Das Medium ist die Botschaft. Die magischen Kanäle - Understanding Media. Düsseldorf: ECON-Verlag. S. 17 - 19.

[3] Vgl. Schivelbusch, Wolfgang (1983). Lichtblicke. Zur Geschichte der künstlichen Helligkeit im 19.Jahrhundert. München: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG. S. 54 - 55.

[4] Vgl. Ebd. S. 56 - 58.

[5] Ebd. S. 60.

[6] Vgl. Ebd S. 63.

[7] Ebd. S. 63.

[8] Vgl. Ebd. S. 66.

[9] Vgl. Ebd. S. 69 - 70. f.

[10] Vgl. Schulin, Ernst (1980). Gespräche mit Rathenau. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG. S. 397-400.

[11] Vgl. Schivelbusch, Wolfgang (1983). Lichtblicke. Zur Geschichte der künstlichen Helligkeit im 19.Jahrhundert. München: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG. S. 54 - 80.

Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668495630
ISBN (Buch)
9783668495647
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v371544
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – I:IMSK
Note
2,0
Schlagworte
Licht Edisson Moderne Medien in der Romantik

Autor

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