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Netzfreiheit. Chancen und Risiken sozialer Netzwerke

Der Arabische Frühling & der Islamische Staat

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 17 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Exposé
1.1 Quellen-/ Literaturbericht

2 Die Rolle sozialer Medien im Arabischen Frühling
2.1 Facebook, Twitter & Co inmitten einer Revolution

3 Der Islamische Staat und soziale Medien
3.1 Die Medienkanäle des IS

4 Analyseergebnisse

5 Résumé

1 Exposé

Das Internet[1] spielt im 21. Jahrhundert eine immer größere Rolle und besitzt heutzutage fast einen ubiquitären Charakter. Der Netzzugang wird zudem auf globaler Ebene immer weiter ausgebaut, sei es per Kabel oder Funkverbindung und es scheint, als hätte das Netz jede Faser und jeden Bereich unseres Febens durchdrungen. In vielen Bereichen ist das Internet unverzichtbar geworden und neben der aktiven Nutzung, vermehrt sich auch weiterhin eine passive Nutzung, beispielsweise durch Hintergrundaktivitäten von Apps auf Smartphones und anderen mobilen Endgeräten. Insbesondere die sozialen Medien erhalten immer mehr Aufwind in der vernetzten Welt und sind als Kommunikations- und Informationskanal nicht mehr wegzudenken. Die Nutzung reicht von Marketingaktivitäten über Unterhaltungsvideos, sowie politischer Partizipation und Propaganda. Unter den heutigen Zeichen von Big Data und Vorratsdatenspeicherung, dem wirtschaftlichen Handel von Nutzerdaten, Kriminalität im WWW, Partizipation in sozialen Netzwerken (sei es PEGIDA, die Bewegungen des Arabischen Frühlings, IS-Propaganda), Sperrung des Internetzugangs von Regierungen und schwindende Netzneutralität, sollten deshalb Internetfreiheit á la Barlow und Überwachung á la Vorratsdatenspeicherung/NSA ernsthaft diskutiert werden. Denn zum einem sollte das Internet seinen Freiheitscharakter bewahren und zum anderen muss die Sicherheit der Nutzer und deren Daten durch Missbrauch im Netz gewährleistet werden.

Die partizipativen Chancen und Risiken, welche soziale Netzwerke mit sich bringen, werden in dieser Arbeit eruiert und letztendlich medienwissenschaftlich bewertet. Am Beispiel des Arabischen Frühlings soll aufgezeigt werden welche Rolle soziale Netzwerke (Facebook, Youtube, etc.) in dieser Revolution einnahmen und dass soziale Medien partizipative Chancen bieten, welche in ihrer Dynamik nicht gehemmt werden sollten.

Zudem werden mögliche Risiken dieser Plattformen, am Beispiel des IS, in diachroner Betrachtung verglichen. Somit werden die Auswirkungen auf kollektiver Ebene, über einen Zeitraum von fünf Jahren ersichtlicher.

1.1 Quellen-/Literaturbericht

Die verwendete Literatur diente der Informationserhebung, der medienwissenschaftlichen Kontextualisierung des Themengebiets, sowie der wissenschaftlichen Bewertung der Inhalte. In diesem Abschnitt soll demnach die Verwendung gewisser Literatur dieser Arbeit erläutert werden. Zum einen das Buch Jürgen Todenhöfers, 'Inside IS. 10 Tage im Islamischen Staat', denn da es sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, bedarf es einer Erläuterung, weshalb diese Literatur verwendet wurde. Da es aktuell wenig Literatur und Quellen über die verwendeten Netzwerke der Terrorregierung 'IS' gibt, ist dieses Buch momentan eine nützliche Quelle für den Zweck der Hausarbeit. Besonders Interessant sind die von Todenhöfer genutzten digitalen Kommunikationskanäle, mit welchem er mit den Terroristen in Kontakt tritt und vermittelt somit reale Darstellung der vielseitigen und alltäglichen Nutzung sozialer Medien.

Zusätzlich wurde das Buch von Said, Behnam 'Islamischer Staat. IS-Miliz, al-Qaida und die deutschen Brigarden hinzugezogen, welches in Kombination einen guten 'Teppich' für das Themengebiet lieferte. Sehr Hilfreich war das Buch 'Der Arabische Frühling. Hintergründe und Analysen', welches sich durch seine Interdisziplinärst auszeichnet und objektive und wissenschaftliche Informationen über das Thema vermittelt.

2 Die Rolle sozialer Medien im Arabischen Frühling

Der Arabische Frühling (auch als Arabische Revolution, Arabellion bezeichnet) begann 2010 in Tunesien und wäre ohne soziale Plattformen, wie Facebook, Twitter und YouTube wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Laut Wissenschaftlern, ehemaligen Aktivisten und Journalisten waren die Plattformen sehr nützliche 'Werkzeuge' (oder nach McLuhan: 'Extensions of Men') mit sehr relevanten und nützlichen Eigenschaften. Die Auflehnungen in Ägypten und Tunesien begannen nicht primär aufgrund des Zugangs zu sozialen Medien, denn vielmehr waren die Gründe wirtschaftliche Probleme, Militär- und Polizeigewalt, sowie der Wunsch nach politischer Freiheit.

Mit neuen Kommunikationskanälen, wie Facebook und Twitter, erweiterten sich die Partizipationsmöglichkeiten der Aktivisten der Arabischen Revolution, welche nur schwer von den Regierungen zu kontrollieren waren. Da unter anderem auf der Straße und in der Öffentlichkeit nicht über Politik gesprochen werden konnte, fand man schnell seinesgleichen auf Facebook, Twitter und Co. Nicht nur die Erfahrung, dass dort viele Landsleute ähnliche politische Ansichten und Vorstellungen teilten, sondern auch die schnelle, sowie effektive Partizipation und Mobilisierung von Aktivisten, war eine wertvolle Eigenschaft dieser 'Werkzeuge', welche letztendlich einen großen Beitrag während den Revolutionen leisteten. Die Chancen der Partizipation, Mobilisierung und Organisation, welche soziale Medien während des Arabischen Frühlings umfassten, sollen nun deskriptiv herausgearbeitet und hermeneutisch bewertet werden.

Eine objektive und unparteiische Betrachtung der Revolution ist hierbei von Wichtigkeit, um eine objektive, wissenschaftliche Bewertung zu gewährleisten. Zudem wird der Fokus dieses Themenabschnittes lediglich auf die verwendeten Medien, Gründe der Nutzung und deren Wirkung liegen; politische Fakten werden lediglich kurz Umrissen.

2.1 Facebook, Twitter & Co inmitten einer Revolution

Während der Arabischen Revolution in Ägypten, beginnend 2010, spielte Facebook unter den Aktivisten bereits eine große Rolle. In erster Linie handelt es sich bei Facebook-Aktivismus um 'Clicktivismus', bei dem möglichst viele 'Likes' errungen werden sollen, um eine hohe Reichweite zu erzielen. Im Falle Ägyptens konnten somit viele Aktivisten in der digitalen, so wie auch auf der Straße mobilisiert werden, wie am Beispiel der Facebookgruppe 'Ihna kullinâ Khâlid Sa'id/ We are all Khaled Saeed' ersichtlich wird. Wie 'einfach' die Organisation und Partizipation per Facebook war, schilderte der Administrator der Facebookgruppe Wael Ghonim, in dem er den Eindruck hatte, dass er die Revolution per Facebook fast eigenhändig und nur mit Hilfe einiger weniger Weggenossen organisiert habe. Ein Beispiel wie banal und effektiv starke Gruppendynamiken über das Web aggregiert werden können.

[...]


[1] Als Internet bezeichnet man die Infrastruktur von Rechnerverbindungen, während das WWW als Bereitstellung und Aufruf von Inhalten (Content) verstanden werden kann, welches i.d.R. über einen Webbrowser geschieht.

Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668494664
ISBN (Buch)
9783668494671
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v371531
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – I:IMSK
Note
2,0
Schlagworte
IS Arabischer Frühling Facebook Twitter soziale Netzwerke Mediennutzung Terrororganisationen

Autor

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