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Deutschabitur am Gymnasium in Hessen. Relevante literarische Werke und Epochen

Zusammenfassung zur Prüfungsvorbereitung

Zusammenfassung 2017 96 Seiten

Didaktik - Deutsch - Erörterungen und Aufsätze

Leseprobe

Deutsch Zusammenfassung ABI

Q1:
- Kleist „Prinz Friedrich von Homburg“ (Drama)
- Hoffmann „Der Sandmann“ (Erzählung)
- Lyrik der Romantik

Q2:
- Büchner „Lenz“ und Briefe (Erzählung)
- Franz Kafka „Die Verwandlung“
- Fontane „Effi Briest“ (Roman)

Q3:
- Goethe „Faust 1“ (Drama)
- Lyrik des Expressionismus
- Süskind: „Das Parfum“ (Roman)

Q4:
Weitere Epochen
Formelles/Analyse:
➔ rethorische Mittel
➔ Gedichtsanalyse
➔ Erzählsituation
➔ Sachtextanalyse
➔ Dialoganalyse
➔ Parallelen

➔ Mögliche Aufgabe:

Ordnen sie der Erzählung „Die Verwandlung“ Merkmale des Expressionismus zu

Q1:

A) „Prinz Friedrich von Homburg“ (1821) – Heinrich von Kleist

- Drama (Klassik – Romantik) in 5 Akten

- Zeitraum: 1678/ 1679

- Verbindung zwischen Gefühlen des Einzelnen und der Normen der Gesellschaft

1. INHALTSANGABE:

- 1Akt: Exposition (zeitlich-örtliche Verhältnisse, Vorgeschichte, Personen, anbahnende Konflikte)

- Prinz im Schlossgarten, flechtet Lorbeerkranz, schlafwandelt

- Kurfürst möchte Beziehung zw. Prinz und Nathalie nicht zulassen (umwickelt Kranz mit Kette)

- Prinz erhascht den Handschuh von Natalie (im Schlaf)

- Versäumt am nächsten Tag den Aufbruch der Soldaten ➔ schlafwandelt wieder (kann sich nicht an den Namen von Natalie erinnern, nur an den Traum)

- Ist bei der Besprechung der Schlacht mit den Gedanken abwesend ➔ Prinz nimmt die Befehle nicht wahr

- Lässt Handschuh fallen, realisiert dass es Natalies Handschuh ist und gibt ihn ihr vor der Abreise

- 2 Akt: Erregendes Moment (steigende Handlung ➔ Zuspitzung des Konflikts

- Einzug in die Schlacht ➔ Prinz ist unfähig die Anweisung für die Schlacht aufzunehmen➔ führt die Reiter entgegen der erteilten Anweisungen in die Schlacht

- Insubordination (zu voreilige Entscheidung)➔ führt den König zum Sieg

- Nathalie und Kurfürstin bekommen Siegesnachricht & Nachricht vom angeblichen Tod des Kurfürsten ➔ Prinz macht Nathalie einen Heiratsantrag

- Nachricht dass Kurfürst lebt, Stallmeister = tot

- Kurfürst verurteilt das eigenmächtige Handeln -_> droht dem Führer der Reiterei mit Kriegsgericht ➔ Kurfürst erfährt das Prinz an Spitze der Reiterei war, Prinz wird verhaftet

- Prinz sieht Fehler nicht ein ➔ war doch siegreich

- 3.Akt: Höhepunkt (entscheidende Auseinadersetzung und Wende des Geschehens ➔ Peripetie)

- Prinz im Gefängnis ➔ glaubt an Gnade; Hohenzoller nicht ➔ Hohenzoller berichtet vom Todesurteil, Homburgs Verlobung mit Nathalie steht Hochzeit mit schwedischen Herrscher im Weg (Begnadigung nicht zu erwarten)

- Prinz besucht die Kurfürstin (sieht auf dem Weg sein vermeintliches Grab, verliert Fassung und hat Todesangst) ➔ bettelt, Prinz würde auf seinen Traum verzichten (Nathalie & alle Ämter wie Armee) um Leben zu retten

- Kurfürstin will ein gutes Wort für den Prinzen beim Kurfürsten einlegen

- Natalie legt ebenfalls ein gutes Wort ein; bereit auf Prinzen zu verzichten, wenn er überlebt

- 4.Akt: Retardierendes Moment (fallende Handlung ➔ Ausgang wird in Frage gestellt)

- Gespräch: Kurfürst und Nathalie ➔ N. bittet um Gnade für den Prinzen

- Kurfürst ist bereit ihn zu begnadigen; Bedingung: Prinz muss Schuld eingestehen (Kurfürst muss nach dem Gesetzt handeln)

- Prinz: totale Verzweiflung ➔ Kurfürst begnadigt ihn, wenn der Prinz das Urteil für Unrecht hält

- N. überbringt P. das Schreiben (muss selbst entscheiden ➔ Recht/Unrecht)

- Prinz erkennt die Schuld gegenüber des Kriegsgesetztes an

- Natalie bewundert ihn, gesteht ihm ihre Liebe

- Alle Truppen setzten sich für die Begnadigung ein

- 5. Akt: Lösung ➔ Katastrophe oder Triumph?

- Kurfürst verteidigt seinen Standpunkt von Recht, Gesetz, Befehlstreue und Gehorsamkeit

- Hohenzollern erinnert Kurfürst daran, dass der Prinz der Strategiebesprechung nicht folgen konnte (träumend) ➔ vernichtet das Todesurteil (Offiziere bejahen dies und vertrauen Prinzen noch mal)

- Prinz wird in Garten geführt ➔ erwartet das Todesurteil

- Wird von Kurfürst und Nathalie für das Handeln in der Schlacht geehrt (Kranz und Kette werden ihm geschenkt)

- Prinz denkt es sei wieder ein Traum (Traum von Beginn geht in Erfüllung)

2. Aufbau

- klassisches Drama (=geschlossene Bauform) mit typischer Spannungskurve

- 1-5 Akt:

- Exposition (1Akt): Kontrast von Innenwelt des P. & objektiver Welt ➔ Entfaltung des Konflikts

- 2. Akt: Normverletzung & Bestraufung ➔ Steigerung z. Höhepunkt

- 3.Akt: Todesfrucht- Szene als Resultat des voll bewussten Konflikts ➔ retardierendes, lösungsherauszögerndes Moment

- 4.Akt: Nathalies Rettungsversuche ➔ Lösung des Konflikts

- 5.Akt. Schuldbekenntnis & Begnadigung des P.

- Handlung beschränkt sich auf das wesentliche

3. THEMEN/ GRUNDKONFLIKTE

-

- Individuum - Gesellschaft

- Traum - Realität

- Gefühl - Verstand

- Freiheit – Gesetzt

- Stolz/Ehre/Ruhm

- Beachtung von Regeln/Normen, die für die Sicherheit des Gemeinwesens unerlässlich sind

- Übernahme von Verantwortung für Fehlverhalten (Mündigkeit)

- Kompromiss zwischen Gefühlen und rationalem Denken

- Staatsmann sollte nicht ausnahmslos im Interesse der ehrgeizigen Jugen agieren,

sondern die Gesetze auch wahren

- Politik lässt sich nicht in Worte fassen, nur in der Beweglichkeit

- Staat als Zusammenschluss von physischen und geistigen Bedürfnissen und von

Innenleben und Außenleben der gesamten Gesellschaft

4. AUTOR

- Heinrich von Kleist (1777-1811)

- preußischer Soldat (Mensch und Soldat schwer vereinbar für ihn) , Dramatiker, Erzähler, Lyriker & Publizist

- hasste den Militärapparat

- Suizid, aufgrund finanzieller Sorgen & Depressionen, Isolierung ➔ mit seiner Freudin Henriette Vogel

5. EPOCHALE ZUORDNUNG

Klassik (1786-1805):

-

- Vernunft

- Selbstkontrolle

- Objektivität

- Klarheit

- Streben nach Vollendung

- strukturierter Aufbau (5 Akte)

- Figuren: Kurfürst von Brandenburg, Nathalie von Oranien

- Ästhetische Erziehung des Menschen

- Feste Ordnung & Harmonie

- Menschlichkeit & Toleranz

Romantik (1795- 1848):

- Traumwelt

- Fantasie

- Gefühl, Leidenschaft Seele, Sehnsucht

- Regellosigkeit, Grenzenlosigkeit

- Nachtmotiv

- Affektgeleitete Handlung

- Individualität

- Drang nach Unendlichkeit

- Figuren: Prinz Friedrich von Homburg

6. HISTORISCHER KONTEXT:

-

- Napoleon besiegt und besetzte 1807 Preußen

- Nationalismus und Patriotismus

- Preußen führt Reform durch

-

Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675:

- Abwehr der Schweden

- Verlauf der Schlacht

- Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg hält die Schweden auf bis der KF ihm zu Hilfe kommt und die Schlacht gewinnt

- Sieg bedeutet Aufstieg Brandenburgs zu Großmacht Preußen

- Napoleons Ausbreitung in Deutschland: Napoleon rückt in Deutschland immer weiter vor und gewinnt bei Austerlitz die der Kaiser Schlacht

- Deutsche Reorganisation nach der Niederlage: Deutschen sehen in der Niederlage die Chance sich militärisch und preußisch neu zu organisieren und verstehen sich nun als Einheit

- Idee der Aufklärung

- Französische Revolution

- Napoleonischen Kriegen

- Deutsches Nationalbewusstsein entsteht

7. HAUPTPERSONEN:

- Prinz Friedrich Arthur von Homburg:

- Verträumter, unkonzentrierter Idealist (wedelt sich selbst Siegeskranz, nimmt Außenwelt kaum war, versinkt in Traumwelt, kann Traum und Realität nicht unterscheiden)

- General der kurfürstlichen Reiterei Brandenburgs (V.61)

- Sehnsucht nach Ruhm, Ehre, Liebe

- „tapferer“ Kämpfer ➔ gibt nicht auf

- Stellt sein eigenes Glück vor das Glück des Staates

- Wandel: Träumerisch ➔ im Laufe des Dramas Pflichtbewusster ➔ übernimmt Verantwortung für seine Taten, reifer, weniger selbstbezogen

- Zwiegespaltener Charakter

Eigenschaften:

– introvertiert, verträumt, Schlafwandler, abwesend

– autoritär, stolz (ruht sich auf der Rolle des Prinzen aus)

– gilt als tapferer Held

– dickköpfig und stur

– ehrgeizig, siegessicher

– romantisch, idealistisch: beruht sich auf sein Herz

– gläubig: betet vor der Schlacht

– impulsiv, wild, wütend, rücksichtslos

- Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg

- Vaterfigur, Hausvater nicht nur Vater des Staates (V.731f.)

- Herzlich und liebevoll zu Nathalie (V.1092), (V. 112), (V. 1156)

- Repräsentant für das Gesetzt der Gesellschaft

- Aufklärungsmensch ➔ idealer Herrscher

- Ambivalente Figur: darf sich als Staatsoberhaupt nicht von seinen Gefühlen leiten lassen ➔ handelt jedoch oft gegenteilig

- Verkörpert die Vernunft, obwohl er oftmals gegenteilig handelt: staatliches Handeln

- Kann sich alles erlauben ➔ tut dies auch

- Wandel von absolutistischem Herrscher zu einem fürsorglichen Landesvater durch Begnadigung ➔ wird menschlicher entfernt sich von der Rolle des absoluten Herrschers wird zum fürsorglichen Landesvater und verbindet Gesetzt und Gefühl

- Prinzessin Natalie von Oranien:

- Spielball in den Händen des Kurfürsten und des Prinzen

- Nichte v. KF ➔ übernimmt Vaterrolle (V.19), (V.33,34)

- Emotional und liebevoll (V.208)

- Schöne Gestalt

- Status entsprechend angezogen➔ Handschuh

- Ergreift vorübergehend die Initiative

- Dem schwedischen König als Friedensangebot versprochen

- Verliebt in Prinzen, = Humanitätsideal ➔ Prinz ist für sei eine wichtige Bezugsperson

= Schlüsselrolle des Dramas

- Mutig, Ausgleich zwischen Gesetzt und Gefühl

- Obrist Kottwitz:

- Gegenfigur zu Homburg

- Empfindung soll militärisches Handeln bestimmen

- Loyal gegenüber Homburg und dem Kurfürsten

- Graf Hohnzollern

- Homburgs Freund und Vertrauter

- Verhält sich widersprüchlich

- Erteilt Ratschläge und Hinweise

- Steht für Freundschaft, Gefühl, Pflichtgefühl, Verstand

- Kurfürstin Elisa

- Mitgefühl für Nathalie & Prinz

- Hilft ihnen

Vergleich der Charakter:

KURFÜRST FRIEDRICH WILHELM PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG

Organisation Chaos

Verantwortungsbewusst Naiv, Träumerisch, nazistisch, emotional

Realität, Vernunft, selbstbewusst Traum, selbstverliebt, eitel

Fürsorglichkeit, Patriotismus Egoismus, impulsiv

Verstand Gefühl

Introvertiert Extrovertiert

Gehorsam/diszipliniert/verantwortungsbewusst Ungehorsam/leidenschaftlich/verantwortungslos

Gesellschaft Individuum

Gereifter Prinz Jugendlicher Fürst

Verhältnis Kurfürst – Prinz (Reifeprozess)

- Prinz vertraut dem Kurfürsten und glaubt an seine väterliche Zuneigung

- Denkt er wäre Opfer einer Intrige

- Gewinnt durch den Brief das Vertrauen zurück

- Begreift sein eigenes Fehlverhalten

- Vater-Sohn-Verhältnis auf persönlicher Ebene: „wie adoptiv Sohn“

Ist der Prinz ein Held?

HELD KEIN HELD

Zog mutig in den Kampf Nicht pflichtbewusst (Insubordination)

Wollte seinem Vaterland im Krieg helfen Riskiert Menschenleben

Ist edeler Abstammung Setzt sich über Befehle hinweg (stur)

Akzeptiert seine Hinrichtung schützt dadurch Mitmenschen Erwartet Gegenleistung: Hand Nathalies, Ruhm und Ehre

Andere setzen sich für ihn ein Weint um sein Leben

- im Krieg ist sein Verhalten nicht heldenhaft

-danach eher: Schuldeingeständnis & Akzeptanz des Urteils

Zur Personenkonstellation: Prinz – Graf Hohenzoller

- Gibt Tipps um ihm in die richtige Richtung zu Lenken

- Lässt zugleich die Freiheit, den richtigen Weg selbst zu finden

- Spricht in der Öffentlichkeit positiv über den Prinzen

- Ermahnt den P. wenn er unaufmerksam ist: Hilfestellung

- Vertrauensvoll: sagt dem P. ehrlich seine z.T. kritische Meinung, freundschaftlicher Umgang

- Ausgewogene Haltung dem P. gegenüber kann ähnliche Positives wie negatives Wahnehmen

- o Z.T. militärisches Vorgehen: weniger Freund sondern ehr professionell

- Bezeichnet den Prinzen im Beisein des KF spöttisch als eitel ➔ will er sich auf Kosten d. P. einen Vorteil verschaffen ➔ der Scherz geht zu weit. Er könnte dem Aussehen des P. schaden

- H. als treuer Freund des P. ist ihm loyal gegenüber

8. Konflikte

- 1-2 Akt:

- Prinz als verträumt  die vom Fürsten geforderte Zuverlässigkeit und Gesetztestreue

- Ein Leben zw. Realität/Gesetz/Verstand und Traum/Herz/Gefühl ➔ innerer Konflikt

- Schlacht könnte scheitern ➔ P. hört nicht auf Befehl

- Konflikt Natalie, Prinz ➔ K.F. will keine Liebe

- 3-4 Akt:

- Liebe zu N  verzicht auf N. aus taktischen Gründen

- Bewusstsein des eigenen Verdienstes  Vorwurf des Ungehorsamen

- N. der Kurfürst als Vaterersatz  das deutliche Interesse des K.F. an N., das unter Umständen auch sexuell begründet ist

9. Personenkonstellation

10. Entwicklungen

- Gewandelter Prinz

- Anfangs: verträumt, verantwortungslos, selbstbezogen

- Vermeintliches Glück: Verlobung mit Natalie, mögliche Einnahme des Platzes des Kurfürsten, Schlacht gewonnen

- 1. Homburgs Einstellung am Anfang: sehr selbstbezogen ➔ sein eigenes Glück ist ihm wichtiger als das des Staates

- bei Missachtung des Befehls

- hat Angst keinen Anteil am Ruhm zu erlangen: greift in Schlacht ein

- dabei geht er ihm nur um ihn selbst und nicht um das Schicksal des Staates

- 2. Gipfel des Glücks

- Schlacht gewonnen

- Natalie wird ihm versprochen

- Vermeintlicher Tod des KF: H. will seinen Platz als politischen Herrscher einnehmen

es scheint, als habe sich die Realität seinem Traum gefügt

- 3. Einbruch der Realität

- KF lässt ihn verhaften und zum Tode verurteilen (wegen Eingriff in die Schlacht)

- 4. Unverständnis

- Prinz: leichte Verfehlung des Gesetzes durch Sieg mehr wie ausgeglichen

- Über KF empört: nennt ihn Tyrann (obwohl Vater?)

- Nimmt Verurteilung nicht ernst , glaubt wird begünstigt und nur vorgewarnt

- 5. Todesfurcht

- erblickt sein Grab (auf dem Weg zur Kurfürstin) ➔ Gefahr des Todes ➔ will als Held sterben

- realisiert Konsequenz

- gibt alles auf ➔ Nathalie, jeden Anspruch auf Glück

- 6. Einstellungsänderung

- KF überrascht v. P.’s Einstellung ➔ soll Selbst über Rechtsmäßigkeit des Urteils urteilen

- Falls Homburg Urteil f- ungerecht hält, wird er freigesprochen

- P. lehnt Begnadigung ab: Hält sein verhalten f. falsch und will bestraft werden (Tod) ➔ erkennt Schuld an

- Erkennt Fehlverhalten: Ruhmsucht, Selbstbezogenheit

- vom Selbstsüchtigen Verhalten zur Selbstbestimmung mit Bindung an das Gesetzt

- 7. Wandlung KF: neues Herrschaftsverhältnis

- kein absoluter Herrscher mit sturen Gesetz Haltung

- akzeptiert Selbstbestimmung der Bürger

- Gewandelter Kurfürst

- verzeiht den Offizieren ➔ Anerkennung des Gefühls

- Begnadigung des Prinzen ➔ Zulassung von Individualität

- 3 Momente, die zu der Entwicklung führen

A) Einschätzung, dass der Tod unausweichlich ist, und Blick in das eigene Grab

Erfahrung der Begrenztheit der eigenen Existenz

Augen auch für den übermäßigen Ehrgeiz geöffnet

Tod, anders als auf dem Schlachtfeld, hier nicht als mit Ehre verbunden, sondern:

- Als Besiegung d. Schuld

- Als existenzielle Erfahrung

- Als Beginn von Verwesung, Auflösung

B) Die vom KF dem P. übertragene Entscheidung ob die Verhängt Strafe gerecht und zu vollstrecken sei

Durch Perspektivenwechsel zur besonderer Auseinandersetzung herausgefordert

Indem der KF dem P. auf Augenhöhe begegnet, wird der Ergeiz des P. erneut erweckt: er möchte sich von dem KF als würdig erweisen und nicht als ein unwürdiger im gegenüberstehen (V.1381)

Einsicht seiner Schuld durch fehlende Gehorsamkeit (V.1382) ➔ Insubordination, Ruhmsucht, Selbstbezogenheit (V.1756f.)

Erkenntnis, dass das Handeln der Gemeinschaft verpflichtet sein soll

Möchte durch Tod die reguläre Ordnung wieder herstellen ➔ Ruhm in Nachwelt

C) Nathalie, die die Initiative ergreift & sich für den Prinzen einsetzen zu müssen

Ansporn es ihr gleich zu tun und verantwortungsvoll zu handeln

Möchte sich ihrer würdig zeigen

11. Stil und Sprache Kleists

- Metrum:

- Tonversetzung fünfhebige Trochäen und Daktylen verdeutlichen an wichtigen Stellen die Stimmung der Figuren

- Abweichung von Blankvers (meist reimloser jambischer Fünfheber) „Träum ich? Wach ich? Leb ich? (V.765)

- Syntax:

- Zeilensprünge (Enjambements) & Ausrufe, die nicht ins Metrum passen („Tor, der du bist, Blödsinniger“) ➔ Verdeutlichung des verwirrten Zustandes

- Dynamik:

Einschübe & Unterbrechungen

Redewechsel (Vers zu Vers)

- Metaphern:

-Bildlich, Anschaulichkeit, gefühlsintensiv, Bilder aus Natur/Geschichte/Kultur, pathetisch

- Oft Metaphern aus der Natur: „Glanz der tausendfachen Sonne“ (V 1882)

- Vergleich aus der Welt der antiken: „Stirn des Zeus“ (V.158)

- Symbole:

o

- Motive:

- Schriftstücke

Todesurteil ➔ Entwicklung des Prinzen

Befehlsverleugnung

Schlachtplan ➔ Unzuverlässigkeit

Begnadigungs-Brief KF ➔ P. ➔ fordert selbst Entscheidung

Rede v. Militär: Begnadigunsbitte

 Kleist: Briefe, Reden, etc. Fortführen des Handlung

- Tag/ Nacht

Licht/ Tag vs. Dunkelheit/ Nacht

- Realität/ Auseinandersetzung mit Problemen

- Fackeln: Licht ins Dunkle bringen

- Helligkeit des Schlosses o Schlafwandler/Träumer

- Auslöser; Träumerseite gewinnt wie überhand

- Geheimnisvoll

- Im dunklen d. Gartens

12. Querverweise:

- Homburg – Verwandlung: Pflicht und Gehorsamkeit

- Homburg – Faust: Konflikt zwischen Verstand und Gefühl

- Homburg – Romantik: Traum, Liebe und Unendlichkeit, Natalie als Symbol der Wiese, Träumerisches Verhalten, Nacht & Friedhof (Tod)

- Homburg – Lenz & Briefe : Realitätsverlust, Lenz & Nathanael: Vater-Sohn-Konflikt

- Homburg – Expressionismus: Krieg

- Homburg – Sandmann: Nathalie und Clara: Vernunft der Symbol

B) Der Sandmann – E.T.A. Hoffmann (1816)

- Schauerroman (Erzählung)

- spielt zw. 16. Jhdt. -19 Jhdt.

- Ausgleich zwischen der Innenwelt und der Außenwelt ist nötig, um nicht wahnsinnig zu werden

1. INHALTSANGABE:

O Brief an Lothar:

- Der Wetterglashändler Coppola ist in der Studienstadt

- Nathanael hält Coppola für Coppelius aus seinem Kindheitstrauma

- Der Advokat Coppelius war der Sandmann, vor dem die Kinder Angst hatten

- Nathanael beobachtete Coppelius und seinen Vater bei alchemistischen Experimenten

- Als Coppelius Nathanael entdeckte, misshandelte er ihn und drohte ihm die Augen zu verbrennen

- Beim nächsten Besuch von Coppelius ein Jahr später kam der Vater durch ein chemische Explosion ums Leben

O Brief von Clara:

- Nathanael habe sich die grässlichen Erlebnisse aus der Kindheit teilweise eingebildet und soll sich die schlechten Gedanken aus dem Kopf schlagen

O Brief an Lothar:

- Coppola sei doch nicht Coppelius, da sein Physikprofessor Spalazani ihn schon lange kenne

O Besuch bei der Familie:

- Nathanael spricht häufig von dunklen Mächten, die über den menschlichen Geist bestimmen

- Trägt eigen verfasstes Gedicht vor, in dem die Liebe zwischen ihm und Clara von Coppelius zerstört wird

- Streit mit Clara und Duell mit Lothar

- Versöhnung und scheinbare Befreiung von den Ängsten

O Studienstadt:

- Haus ist abgebrannt, Nathanael zieht gegenüber von Spalazani ein

- Beobachtet seine Tochter Olimpia

- Verliebt sch beim Ball in Olimpia und beginnt, ihr regelmäßig

- Geplanter Heiratsantrag

- Streit zwischen Coppelius und Spalanzani über Olimpia, die sich als Automat herausstellt ➔ extremer Wahnsinn, Vermischung von subjektiver und auktorialer Erzählweise (Coppola wird plötzlich von Erzähler Coppelius genannt)

- Nathanael greift Spalanzani stark körperlich an

O Irrenhaus

O Besuch der Familie

- Scheinbare Heilung von den Paranoia

- Glücklich vereint mit Clara, scheinbares Happy End

O Clara und Nathanael steigen auf den städtischen Rathaustrum

- Clara entdeckt einen grauen Busch, der scheinbar auf sie zu schreitet

- Nathanael greift nach dem Fernglas von Coppola in seiner Tasche und wird in seine Wahnwelt zurückgeworfen

- Versucht Clara vom Turm zu werfen, Lothar rettet Clara

- Unter dem Turm versammelt sich eine Menschenmenge inklusive Coppelius, den das Schauspiel zu belustigen scheint

- Nathanael springt vom Turm und stirbt

O Clara wird ein paar Jahre später glücklich verheiratet in einem bürgerlichen Lebensstil wiedergesehen

2. THEMEN/ GRUNDKONFLIKTE:

- Wahnsinn vs. Gesellschaft

- Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung

- Traum vs. Wirklichkeit

- Vernunft vs. Phantasie

- Rationalität vs. Gefühle

3. AUTOR:

O Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822)

O Was Schriftsteller, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist ➔ Mehrfachbegabung

4. EPOCHE:

- (schwarze) Romantik (1795-1848):

-

- Traumwelt

- Mystik

- Affektgeleitete Handlung

- Grausames Spiel dunkler Mächte

- Unerfüllte Liebe

- Wahnsinn

- Schicksal

- Figur: Nathanael

- Spätaufklärung (1770-1800):

-

- Verstand

- Rationalität

- Kritisches Denken

- Figur: Clara

5. ZEITGESCHICHTLICHES:

- technische Neuerungen betrachtete man mit Argwohn, Faszination und Misstrauen

- wahnsinnige Personen waren von der Gesellschaft ausgeschlossen

- Preußischer Staat = Arbeitgeber

6.

HAUPTPERSONEN:

- Nathanael (Gottesgeschenk)

- Student

- Aufgewachsen mit Clara (Geliebte) und Lothar (Freund)

- Instabiler Charakter, starkt vom Kindheitserlebnis geprägt

- Narzisstisch veranlagter (Olimpia ➔ kritisiert ihn nicht, hört ihm zu) und von Unsicherheit (Clara ➔ gefangen zwischen Liebe und Entfremdung) zerrissener Protagonist

- Wankt zwischen der dunklen Welt von Coppelius und der klaren Welt von Clara

- Wird im Lauf des Geschehens wahnsinnig und begeht Selbstmord

- Clara: (klar) ➔ helle Augen

- Nathanaels Verlobte mit einem ruhigen, besonnenem und optimistischen Gemüt

- Weis was sie will, willensstark, pragmatisch, lebensfreudig, furchtlos ➔ fordert das von Nathanael

- Frau, die zu ihrer Meinung steht

- Lässt sich von dunklen Mächten nicht unterbringen

- Bedient sich der Ratio (steht für die Aufklärung)

- Olimpia (himmlisch) ➔ starre Augen

- angebliche Tochter von Spalanzani, in Wirklichkeit aber ein künstlich wirkender Automat ohne Seele(Holzpuppe) und Grund für Nathanaels Wahnsinn

- einseite liebe von Nathanael

- Augen von dem Wetterglashändler Coppola

- Engelschönes Gesicht

- Augen: starr, scheinbar ohne Sehrkraft

- Nathanael betrachtet sie als einziger aus einer romantischen Perspektive -> gute Zuhörerin

- Coppelius (coppela = Schmelztiegel) ➔ stechende Augen

- Furchteinflößender, großer und unförmiger Kerl, welcher in Nathanaels Kindheit mit dessen Vater alchemistische Experimente durchführt und Nathanael die Lebensfreunde verdirbt

- Figur aus Nathanaels Alpträumen

- Coppola (coppo = Augenhöhle; copula = Verbindung) ➔ stechende Augen

- Italienischer Händler in dem Nathanael Coppelius wiedererkennt

- Er verkauft Nathanael ein Perspektiv

- Figur aus Nathanaels Alpträumen

- Wetterglashändler

O

Professor Spalanzani (Spallanzani = ital. Wissenschaftler) ➔ stechende Augen

- Nathanaels Professor der Physik

- Olimpia ➔ angebliche Tochter

O Lothar (kriegerisch)

- Bruder Claras und Freund Nathanaels

- Sie sind gemeinsam aufgewachsen

O Vater:

- Stirbt bei den alchimistischen Versuchen mit Coppelius

O Amme:

- Erzählt Nathanael die Geschichte des Sandmannes, welche der Ursprung für eine Angst vor dem Sandmann ist

7. Beziehung Nathanael & Clara

- Unmittelbar zu Beginn: Gegensätzlichkeit der Charaktere

- Verlobt ➔ wohnen getrennt (Studium Nathanaels)

- Später: wachsende innere Distanz

- N´s dunkle, angsteinflößende Gedanken

- N´s Gedichte für die C. nicht zugänglich ist, fehlendes Verständnis C.

- Sie bemerken nicht die wachsende Entfremdung voneinander und sind ihr als Paar daher ausgeliefert, thematisiert werden z.B. die Befindlichkeit N´s, seine und C.´s sicht auf die Welt

- Fehlende Tiefe der Empfindung, keine Konzentration auf das Wesentliche

- Fehlendes Einfühlungsvermögen

- Fehlende Harmonie

- Kinderfreundschaft, keine Liebe ➔ vertraut miteinander

- C. versucht N. zu beruhigen & zu Vernunft zu bringen

8.

PERSONENKONSTELLATION:

9. ENTWICKLUNG:

- Gruselgeschichte vom Sandmann und dessen Manifestation in Coppelius

- schlechte Stimmung in der Familie und anschließender Tod des Vaters

- Verdrängung

- Verfolgungswahn, der in Briefen zum Ausdruck kommt ➔ Angst vor Coppola

- Gedicht für Clara

- Kauf des Perspektivs

- Versessenheit auf Olimpia

- Zusammenbruch in Spalanzanis Haus

- Vorübergehende Genesung

- Anfall bei Blick durch das Perspektiv und anschließender Mordversuch an Clara

- wachsende Beherrschung durch dunkle Mächte (S.3, Z.15)

-wachsende Verwirrung des Verständnis (S. 24, Z.9)

-wachsender Rückzug ins Innerer (S.23, Z.7) ➔ Flucht in Fantasie, lebt für Olimpia

-wachsende Isolation und Beziehungsunfähigkeit (S.35,Z,15)

-Wahnsinn, der letztendlich zur Auslösung der Existenz führt

10. MOTIVE:

- Motiv der Augen

- = Spiegel zur Seele, durch den Sandmann getrübt

- Perspektiv ändert Wahrnehmung des menschlichen Auges, Nathanael erkennt Clara als maschine anstatt Verlobten Wahnsinn ➔ durch Wissenschaft

- Nathanael wächst von klein auf mit einer seelischen Krankheit auf ➔ Augen die Seele der Menschen

- Augen als Spiegel der Seele durch Sandmann getrübt

- Verbindungsstelle zwischen Innenwelt (Seele) und Außenwelt (Realität)

- Coppelius, Coppola, Spalazali „stechende Augen“ (Zeichen des Bösen)

- Claras Augen sind hell, Olimpias Augen „starr“, „Ohne Seekraft

- Im Wahn erkennt Nathanael in Olimpias Auen Liebe und Verständnis, obwohl sie für alle anderen leb- und seelenlos ist

- Perspektiv dient nicht dazu Wahrnehmung zu verbessern, sondern zu verfremden, Realität und Wahnsinn vermischen sich

- Puppe wird lebendig, Nathanael verfällt ihr, wird willenlos, verliert Sehkraft

- Perspektiv schafft Nähe und Vergrößerung

- Durch Blick Nathanaels erst Lebenskraft für Olimpia

- Feuer Motiv

- Feuer steht immer für den Anfang einer Veränderung (Tod von Nathanaels Vater bei einer Explosion, Feuer in Nathanaels Studentenzimmer)

- Feuer und Hitze stehen im Zusammenhang mit Nathanaels zunehmenden Wahnsinn

- Zu Beginn empfindet er eine „glühende Liebeslust“ für Clara

- Später bezeichnet er Olimpias Augen als „lebendig flammend“

- Höhepunkt Nathanael auf dem Turm immer wieder „Feuerkreis ruft“

- Automaten Motiv

- In Literatur der Romantik Motiv des Automaten weit verbreitet

- Nathanaels Gliedmaßen werden auseinander geschraubt, Versuchsobjekt, seelenlos

- In Olimpia Automat zum Menschen

- Neuen Mensch schaffen

- Macht über Nathanael durch Olimpia

- Schönheit und mechanisches Verhalten der Puppe, wird durch Nathanael sehend, Nathanael wird blind

- Olimpia Verwirklichung seiner Wünsche, blind für die Wirklichkeit, nicht Kritikfähig, meint frei zu sein

- Trotz Begrenzungen ist Clara um Verständnis bemüht

- Selbstbestimmung, Willensfreiheit

11.

SCHLÜSSELSZENEN:

O „geheime Experimente“ (S.21, Z.1 - S.22, Z.16)

O „Streit um Olimpia“ (S.50, Z.12 - S.52, Z.2)

12. STIL & SPRACHE:

- Vieldeutigkeit des Textes ➔ Wirklichkeit

- Wechselnder Erzählweise

- Zentrale Motive

13. ERZÄHLSITUATION:

- Erzählform

- Er-/Sie-Form ➔ Erzähler erzählt von einer dritten Person (Bsp.: S.21,Z.18), (S. 26, Z.19f.)

- Erzählverhalten:

- auktorial (Clara an Nathanael). (S.40, Z.10f, 29 ff.), (S.40, Z.10f, 21f.)

- Neutral (Szenisches Erzählen), (schliche Beschreibung des Turmbeschreibens)

- Personal (Brief: Nathanael an Lothar); (S.21, Z18)

- Erzählstandort

- Distanz (kritisch (S.13, Z 23), humorvoll (S.15, Z.30-32)

- Nähe (zeitlich, räumlich) (S.40-41: „gesagt, getan“)

- z.T. olympische Sicht: Gedanken und Gefühle versch. Figuren sind dem Erzähler bekannt & werden von ihm kommentiert

- Sichtweise

- Außensicht

- Innensicht (S.23, Z. 33f.)

- Erzählhaltung

- affirmativ - einfache Zustimmung

- Skeptisch schwankend

- Neutral (S.41, Z.1-7)

- Darbietungsform

- Erzähler behält das Wort, Erzählbericht und Beschreibung, Reflexion und Kommentare

- Figuren kommen zu Wort, Figurenrede (direkte Wiedergabe) = Szenisches Erzählen (S.25, Z5)

- Erzählerkommentar (S. 17, Z.32ff)

- Erzählbericht (S.19) ➔ kennenlernen von N & C

- Direkte Rede (S.15)

14. KRITIK/ INTENTIONEN

- Kritik an der Romantik und der Aufklärung:

- Durch die Puppe Olimpia wird gezeigt, wieweit es führen kann wen man nur seinen Verstand folgt und dabei das Ethische außer Acht lässt

- Romantik: sich nicht nur von Gefühlen leiten lassen (niemand erkennt, dass es sich bei Olimpia um eine Puppe handelt) ➔ Verstand wird nicht benutzt

- Kritik am damaligen Frauenbild

- Um Frauen von Robotern unterscheiden zu können, mögen diese schief singen, nicht im Takt tanzen und keine tiefsinnigere Konversation führen

- Dies macht deutlich, wie wenig den Frauen zugetraut wurde

- Zeit der Automaten: Versuch „perfekte Menschen“ zu erschaffen

- Persönlichkeit, Individuum wird durch Gesellschaft zerstört

- Darstellung der Vaterrolle (Vertreter der Familie)

- Appell an die Leser sich angemessen zu verhalten

- Kritik an der Wissenschaft: Täuschungsversuche

- Kritik an die Eltern: keine Märchen erzählen

- Appell: gesunde Mischung von Rationalität und Subjektivität suchen

15. DAS PSYCHISCHE 3-INSTANZEN MODEL NACH FREUD

O Über-Ich: Wert- & Normvorstellungen, und moralische Instanz

O Ich: Realitätsprinzip, kritischer Verstand und Triebkontrolle

O Es: Triebe, Bedrüfnisse und Lustprinzip

- Das Über-Ich ist bei Nathanael kaum ausgebildet.

16. QUERVERWEISE:

- Büchner: Lenz und Briefe ➔ Wahnsinn und Schizophrenie

- Süßkind: Das Parfum ➔ Wahnsinn

- Romantik: Liebe, Reise, Fantasie

C) Lyrik der Romantik (1795-1848)

- Ziel:

- oberflächlichen und kaputten Welt eine tiefgründige und heile Welt gegenüberstellen

- Emotionen/ Gefühle zum Ausdruck bringen

- Sehnsüchte/ Empfindungen künstlerisch wiedergeben

- Flucht aus der Wirklichkeit

1. in der Schule behandelte Werke

- Sandmann – E.T.A. Hoffman (1816)

- „Mondnacht“ - Gedicht

- „Sehnsucht“ - Gedicht

- „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ – Gedicht (Übergang Klassik - Romantik)

2. Historischer Kontext:

- Wandel der Feudalgesellschaft zu bürgerlichen Gesellschaft

- Die Industrialisierung nahm Fahrt auf

- Revolutionen, Kriege und Unterdrückungen bestimmten den Alltag

3. Weltbild, Menschenbild und Lebenskonzept:

- Ablehnung einer reinen und einseitigen VERNUNFT-PRIENTIERUNG

- Ablehnung der „philisterhaften“ Spießigkeit und Angepasstheit der Menschen

- Sehnsucht nach heiler Welt und Harmonie

- Eskapismus ➔ Flucht aus der Realität

- Natur = Energiequelle, Liebe = höhere Einheit

- Hinwendung zum Katholizismus

4. Einstellung der Romantiker:

- Abkehr von Wirklichkeit ➔ Kritik an Wissenschaft

- Abkehr von rationalem Denken und Handeln – sehr gefühlsbetont

- Ablehnung der Industrialisierung

- Ablehnung des Philistertums/ Spießertums

- Orientierung an Mittelalter: Begeisterung für Mystik, Traum und Fantasie

- Schönheit der Natur - Gottgeschaffener Raum

5. Themen der Romantik

- Das Wunderbare = Die erträumte Märchenwelt

- Erfassendes Ich = Der freie Mensch als Individuum und psychologisch interessanten Zügen

- Naturverbundenheit = Die gefühlsmäßige Erfassung der Natur und dem Geist in der Poesie

- Mittelalter = Die Romantiker besaßen eine Tendenz zur Unendlichkeit in Form der Hinwendung zur Vergangenheit

- Priorität von Gefühl, Leidenschaft, Erleben, Fantasie

- Individualität, Subjektivität, Liebe, Freundschaft, Abgrenzung zum Spießbürgertum

- Mysterium, Dämonen, Spuk, Irrwitz

- Reisen, Ferne, Sehnsucht, Nacht, Mond, Natur

- blaue Blume = Symbol für Sehnsucht/Liebe

- Idealform der romantischen Symbolik

- Hang zur Improvisation und freiem Schöpfertum

- Repräsentiert die Sehnsucht, das Streben der Liebe und der Unendlichkeit

6. Merkmale der Romantik

- Grundthemen: Seele, Gefühl, Individualität, Leidenschaft

- Motive: Sehnsucht, Todessehnsucht, Fernweh, Einsamkeit der Ferne

- Schauplätze: Natur, ruinenhafte Gebäude, Friedhöfe, Naturlandschaft

- Inhalt: Wechsel der Jahreszeiten, Einbrauch der Nacht, düsteres Stimmungsbild psychische/psychologische Elemente, teils ironische Ausprägung in Prosa, Drama und Lyrik

- Hintergrund: Ablehnung Wissenschaft und Industrialisierung, Kritik Selbstbild der Menschen

- Hauptvertreter: Joseph Freiherr von Eichendorff, Heinrich Heine

7. Wichtige Motive

-

- Flucht vor der Wirklichkeit ➔ Wunsch aus dem Alltag auszubrechen

- Ablehnung einer reinen Vernunft-Orientierung

- Abkehr von dem rationalem Denken und Handeln

- Orientierung an Mittelalter ➔ Begeisterung für Mystik, Traum und Fantasie

- Kritik an Wissenschaft

- Kritik an Spießertum und an der Angepasstheit der Menschen

- Romantischer Sehnsuchtsgedanke

- Nachtseiten der menschlichen Seele aufzeigen

- Emotionen bzw. Gefühle stark zum Ausdruck zu bringen ➔ Innenwelt des Menschen

- Sehnsucht nach einer harmonischen und heilen Welt

- Hinwendung zur Religion

8. Bedeutende Schriftsteller

- Frühromantik 1794-1804 (Philosophie – Jena, Berlin)

- Verschmelzung von Poesie, Rhetorik und Philosophie ➔ Universalpoesie

-Entstehung der ersten programmatischen Dichtung

- Friedrich und August Wilhelm Schlegel

- Novalis (Hymnen an die Nacht)

- Hoch- & Spätromantik 1804-1818(Nationalismus – Heidelberg)

- Volkslieder/-büchern und Märchen heben Verbindung zur Kirche und Gott hervor, Nationalgefühl

- Förderung der Volkspoesie (Sagen, Märchen)

- Clemens Brentano

- Jakob und Wilhelm Grimm (Kinder- & Hausmärchen)

- Joseph von Eichendorff (Mondnacht)

- Achim von Arnim

- Spätromantik 1816-1848(Konservatismus – Berlin)

- Nachtseiten der menschlichen Psyche mit surrealen Elementen

- E.T.A. Hoffmann (Sandmann)

- Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué

- Ludwig Tieck

9. Formen

-

- Gedichte

- Balladen

- Märchen

- Romane

- Novellen

1.

10. Sprache

- Volkstümliche, einfache, bildreiche, symbolhafte, klangvolle und ausschmückende Sprachgestaltung

- Vermeiden von Fremdwörtern ➔ jedoch veraltete Wörter aus dem Mittelalter

- Strophenform mit Reimen und fließenden Rhythmen = Lyrik, oft Staabreim

- Der Leser wird im Unklaren gelassen, was wahr und was Einbildung ist

- Sprache spaltet sich vom Inhalt des Werkes ab

11. Gedichte/ Interpretation

- Joseph von Eichendorff – Mondnacht (1830)

Es war, als hätt der Himmel

die Erde still geküsst,

dass sie im Blütenschimmer

von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,

die Ähren wogten sacht,

es rauschten leis die Wälder,

so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte

weit ihre Flügel aus,

flog durch die stillen Lande,

als flöge sie nach Haus.

- Naturgedicht ➔ Moment der Natur wird festgehalten

- Inhalt:

Das Lyrische Ich beschreibt wie eine Nacht mit Mondschein erlebt ➔ Titel

Beschreibung von Abläufe der Natur: Lufthauch aufkommt und Bewegung anstößt, sternenklare Nacht

Lyrische Ich = träumerischer Mensch, entzückt von natürlichen Schauspiel

Unterwegs: direkt in der Natur (siehe letzen Strophen)

2 Strophe: Feld-/Waldesrand aufhält

Eindruck: lyrische Ich spricht direkt jemanden an

Erzählt freiheraus seine Gefühle

- Aufbau: 3 Strophen, mit jeweils 4 Versen

jede Strophe eigenes Thema

Strophe: Empfindung des lyrischen Ichs ➔ voller Entzücken

Strophe: objektive Beschreibung der Situation ➔ frei von Emotionen

Strophe: Empfindungen der Person, sie erzählt, was genau in ihr vorgeht

➔ Bogenform: wird von Reimschema unterstützt

- Reimschema

Kontinuierlicher Kreuzreim

Abwechslungsreiche

Durchgängige Versmaß

dreihebiger Jambus

- Interpretation

Titel = Beschreibt das Gedicht in einem Wort

Mondnacht = Charakteristisches Motiv der Romantik

Bilder von Erde & Himmel = Symbol für Körper und Seele

Himmel & Erde = eigentliche Gegensätze ➔ werden verbunden durch „Kuss“

Neologismus „Blütenschimmer“

Bewegung der Ähren durch die Luft ➔ Bewegung des Himmlischen in Richtung der Erde

3. Strophe: Bewegung der menschlichen Seele auf den Himmel zu

Personifizierung von Himmel & Erde als zwei zueinander hingezogenen Personen (➔ Kuss)

- „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ (1800) - Novalis

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren

Sind Schlüssel aller Kreaturen

Wenn die, so singen oder küssen,

Mehr als die Tiefgelehrten wissen,

Wenn sich die Welt ins freye Leben

Und in die Welt wird zurück begeben,

Wenn dann sich wieder Licht und Schatten

Zu ächter Klarheit werden gatten,

Und man in Mährchen und Gedichten

Erkennt die wahren Weltgeschichten,

Dann fliegt vor Einem geheimen Wort

Das ganze verkehrte Wesen fort.

- Inhalt

(1./2. Vers)

Kritik an den überzogenen Anspruch der Naturwissenschaft➔„Zahlen und

Figuren“ (spr. Mittel: Antithese) seien der „Schlüssel“ zum Verständnis der Welt und

des Leben (Aufklärung) ➔ jedoch nicht für Novalis

(3./4. Vers)

„Tiefgelehrten“ = Vertreter der rationalen Wissenschaft

Musik und Liebe = „singen oder küssen“

Künstler und Liebenden haben im Gegensatz zu den Wissenschaftlern mehr Weisheit

(5./6. Vers)

Problem „Welt“➔ 2 Bedeutungen (im 18. Jh.)

(7./8. Vers)

für Aufklärung: Licht ist das Bild für die vernunftgemäße Erkenntnis

das Dunkle für Unwissen, Irrtum, Aberglauben (spr. Mittel: Antithese)

für Romantiker: Dunkle= die Nacht➔ wahres Erkennen, intuitives Wissen, mystische Weisheiten fördert unter anderem die Poesie, die kein Licht des Verstandes benötigt

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Titel: Deutschabitur am Gymnasium in Hessen. Relevante literarische Werke und Epochen