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Die Zukunft der Rente. Mit Blick auf Entstehung, Zusammensetzung und Berechnung

Seminararbeit 2017 17 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Begriff1serklärung
2.1 Der Rentenbegriff
2.1.1 Die gesetzliche Rentenversicherung
2.1.2 Die betriebliche Rentenversicherung
2.1.3 Die private Rentenversicherung
2.2 Die historische Entwicklung der Rente

3.0 Die Zusammensetzung der Rente
3.1 Die Rentenformel
3.2 Die „3 Säulen“ der Rente

4.0 Die Problematik der Rente
4.1 Demographische Aspekte
4.2 Finanzielle Aspekte
4.3 Die Vorsorgelüge

5.0 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

1.0 Einleitung

Die Rente ist nicht nur eines der am meisten diskutierten Probleme in der Politik, nein sie ist auch längst schon Thema Nummer eins in der Bevölkerung. Stichworte wie “Altersarmut“ oder “Wir schaffen bis weit über 80“ hört jeder von uns meist mehrmals pro Woche. Politiker versuchen seit Jahren sich dem Problem Rente anzunehmen, doch ein Erfolg ist noch lange nicht in Sicht. Demographische Veränderungen, finanzielle Engpässe im Staatshaushalt und die aktuelle Flüchtlingspolitik machen es der Regierung nicht gerade einfach die Rentenpolitik in Angriff zu nehmen. Trotz zahlreicher Angebote wie betrieblicher, gesetzlicher und privater Renten sinkt das Vertrauen der Bevölkerung in die Rente stark. Hinzu kommt ein immer lauter werdender Schrei der Bevölkerung nach einer soliden und dennoch flexiblen Rente. Kein Wunder, dass die Rente nun auch zu einem großen Thema im anstehenden Wahlkampf um das Bundeskanzleramt geworden ist. Politiker aller Parteien versuchen nun durch Versprechen die Rente zu stabilisieren, zu verbessern und dadurch Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Leicht wird dies jedoch nicht, da ein Großteil der Masse verunsichert ist oder die Rente schon lange aufgegeben hat. Doch wie kommt es dazu, dass die Rente so an Ansehen in der Bevölkerung verloren hat und wie kommt dieser Missmut in der Bevölkerung zustande? Die wissenschaftliche Arbeit soll im weiteren Verlauf auf die Probleme der Rente weiter eingehen und sich die Problematik mit der Verteilung der Rente genauer anschauen. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, ob und wie lange die Rente in der Zukunft noch bestehen kann und wie man entgegen der Meinung der Allgemeinheit die Rente vor ihrem Untergang doch noch retten kann.

2.0 Begriff1serklärung

Im Allgemeinen deutschen Sprachgebrauch versteht man unter dem Wort “Rente“ jegliches festes Einkommen, welches ohne eine zu erbringende Leistung aus angelegtem Kapital bezogen wird. Unter anderem kann man Rente auch als fortlaufenden, vertragsmäßig festgelegten Geldbezug bezeichnen, welche Zins- und Tilgungsbeträge eines Leihkapitals darstellen. Personen, die Kapital aus solchen Posten beziehen werden auch als “Rentier“ bezeichnet.[1]

2.1 Der Rentenbegriff

Die Rentenphase wird in drei unterschiedliche Punkte eingeteilt. Zum Einen der Zeitpunkt des Eintritts in die Rente, auch genannt Selbsteinschätzung oder “Self-Reporting“. Zum anderen den Arbeitsstunden, die bis zum Eintritt in die Rente geleistet wurden und zuletzt dem Beziehen der Rentenleistungen. Das Problem der zuvor verwendeten Definition der Rente ist, dass diese nicht mit den amtlichen Statistiken übereinstimmt.[2]

2.1.1 Die gesetzliche Rentenversicherung

Durch den im Grundgesetz verankerten Sozialstaatcharakter der Bundesrepublik Deutschland ist natürlich auch die Rente ein grundlegendes Privileg, welches deutsche Staatsbürger mit dem Erreichen des Rentenalters genießen dürfen. Die Rente ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und soll für soziale Gerechtigkeit sorgen und Altersarmut verhindern.[3]

So sind die Arten für den Renteneintritt beispielsweise im 6. Buche des Sozialgesetztes gem. § 33 geregelt. Die Renten sind eingeteilt in Rente wegen Alters, Erwerbsunfähigkeit bzw. Erwerbsminderung und aufgrund von Todesfällen, welche Familienmitglieder betreffen. Beispiele für diese Art der Renten wären die Altersrente, Rente aufgrund von Erwerbsunfähigkeit oder -minderung und Witwen- und Waisenrente.[4]

Die Rente ist jedoch noch lange kein Grund um nicht noch weiter erwerbstätig zu bleiben. Auch hier hat der Gesetzgeber passende Regelungen aufgestellt. So ist es einem Rentner gestattet eine Vergütung für getane Arbeit in Höhe von 450 Euro entgegen zu nehmen gem. § 34 SGB. Für Teilrentner ist dieser Betrag gesetzlich niedriger angesetzt.[5]

Auch der Zeitpunkt, wann man in Deutschland in Rente gehen darf, ist durch das Gesetz geregelt. So gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder man hat die Regelaltersgrenze erreicht, welche per Definition bei 67 Jahren liegt oder man hat die allgemeine Wartezeit erfüllt. Erst wenn eine der beiden Voraussetzungen erfüllt ist, hat man Anspruch auf Rente.[6]

Es gibt noch zahlreiche weitere Gesetze, die dem Schutz der Rente dienen. Diese alle aufzuzählen würde den Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit sprengen. Dennoch sind die wichtigsten Gesetze zum Thema Rente aufgezählt worden.

2.1.2 Die betriebliche Rentenversicherung

Um im Alter nicht nur auf die gesetzliche Altersvorsorge angewiesen zu sein ist es seit Jahren möglich, auch über den Betrieb eine Altersvorsorge abzuschließen, um am Ende des Arbeitslebens zusätzlich abgesichert zu sein.

Betriebliche Rentenversicherungen sind generell freiwillige Leistungen des Betriebes. Sie wurden einst geschaffen, um die Arbeitnehmer langfristig an den Betrieb zu binden. Heutzutage werden diese Rentenbeiträge aber häufig sogar nur vom Arbeitnehmer gezahlt. Hierbei spricht man von einer Entgeltumwandlung. Außerdem gibt es auch eine Mischform, bei jener sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge teilen. Mittlerweile hat jeder Arbeitnehmer gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Rente durch Entgeltumwandlung. Somit kann jeder Arbeitnehmer Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder sonstige Prämien nutzen und diese in seine betriebliche Altersvorsorge umwandeln. Die Funktionsweise der Entgeltumwandlung ist relativ einfach. Der Arbeitnehmer nimmt einen Teil seines Bruttolohns und zahlt diesen in eine Rentenversicherung ein. Die Entgeltumwandlung birgt einige Vor- und Nachteile. Positiv ist, dass Arbeitnehmer Sozialabgaben und Steuern sparen, da die Beiträge nicht aus dem Netto-, sondern aus dem Bruttoeinkommen gezahlt werden. Der Staat zahlt hierbei bei einem angenommenen Beitrag von 100 Euro rund 40 Euro. Dem Arbeitnehmer bleiben somit nur noch 60 Euro Beitrag. Durch die niedrigeren Sozialabgaben und Steuern die man durch die Betriebsrente zahlt, sinkt aber leider auch die gesetzliche Rente, so sollte jeder Arbeitnehmer prüfen, ob es sich lohnt die betriebliche Rente in Anspruch zu nehmen. Zudem muss später der volle Beitrag an Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden. Trotz allem gilt die Betriebsrente als sichere Form der Rente, da es kaum möglich ist sie vor Eintritt ins Rentenalter auszuzahlen. Sie ist selbst bei Insolvenzfällen weiterhin beständig.[7]

2.1.3 Die private Rentenversicherung

Private Rentenversicherungen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben und können freiwillig abgeschlossen werden. Heutzutage muss man nicht lange suchen um Angebote, Preisvergleiche oder sonstige Angebote von privaten Rentenversicherungen zu bekommen. Doch lohnt es sich wirklich, sich zusätzlich privat Renten zu versichern?

“Wer nicht damit rechnet, sehr alt zu werden, hat womöglich nichts von einer privaten Rentenversicherung“[8], behauptet ein Online Magazin nach eingehenden Tests verschiedener Versicherungen. Nehme man an, die Rente beginne mit 67 Jahren, so muss man 15 bis 17 Jahre Rente beziehen, um die zuvor geleisteten Zahlungen wieder auszugleichen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes, lag die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes bei 75 Jahren und die einer Frau bei 82 Jahren.[9] Somit kann man behaupten, dass es sich für die wenigsten lohnt eine private Rentenversicherung abzuschließen. Abschließend kann man sagen, eine private Rentenversicherung ist “eine Wette auf ein langes Leben“[10]

2.2 Die historische Entwicklung der Rente

Ihre Anfänge hatte die Rente schon vor über 100 Jahren, als Reichskanzler Otto von Bismarck 1889 das Gesetz zur Invaliditäts- und Altersversicherung im Reichstag verabschiedete. Damit war die Grundlage für eine Rente für alle Arbeiter ab dem 16. Lebensjahr und Arbeiter mit einem Einkommen bis 2000 Euro geschaffen. Mit der Reichsversicherungsordnung von 1911 wurden die drei Sozialversicherungsgesetze letztendlich zusammengefasst. Nun wurde auch eine Versorgung der Hinterbliebenen gesetzlich geregelt. In der Zeit des Dritten Reiches verlor die Rente stetig an Kraft. Es wurden nur noch minimale Renten ausbezahlt und Überschüsse in den Rentenkassen wurden in die Rüstungsindustrie investiert. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges beschloss man vor allem im westlichen Teil Deutschlands das Rentensystem in großen Teilen beizubehalten. Ein neues Problem kam mit den vielen Flüchtlingen auf, welche zusätzlich zur neuen Währungsreform und den zahlreichen Witwen- und Waisenrenten, in das neue Währungssystem integriert werden mussten. So kam man zu dem Entschluss, die Renten von Reichsmark in Deutsche Mark im Verhältnis 1:1 umzuwandeln, während die Währung im Verhältnis 1:10 ausgetauscht wurde. Eine entscheidende Umstellung des deutschen Rentensystems wurde 1957 von Altkanzler Konrad Adenauer eingeleitet. Das bis dahin angewandte Kapitaldeckungsverfahren wurde durch das umlagefinanzierte Modell ersetzt. Hierbei werden die Renten nicht aus den Rücklagen der Rentner, sondern aus den Beiträgen der laufenden Zahlungen ausbezahlt. Man kann behaupten, dass hiermit der Generationenvertrag eingeleitet und festgelegt wurde. Das nun neu eingeführte System ermöglichte erstmals in der Geschichte der Renten einkommens- und beitragsbezogene Lohnersatzleistungen. Auch eine regelmäßige Anpassung der Renten revolutionierte das Rentensystem. So konnte man nun die Rente der aktuellen Lohnentwicklung und der Produktivität der Wirtschaft anpassen. Mit dem Ende der 90er Jahre war es fast unvermeidbar, den Beitragssatz wegen starkem konjunkturellem Abschwung und der damit verbunden Arbeitslosigkeit zu erhöhen. So beschloss der Gesetzgeber 2001 weitere Reformen und Beschlüsse, um die junge Generation nicht zu überfordern und führte eine Beitragsobergrenze ein.[11]

Die wohl am meisten diskutierte Renteneinführung seit Adenauers Umstellung des Rentensystems stellt wohl die am 1. Januar 2002 eingeführte Riester Rente dar.

[...]


[1] Vgl. Klafkowski 1963, S.14

[2] Vgl. Kempf 2007, S.21

[3] Vgl. BMAS 2007, online

[4] Vgl. SGB VI §33

[5] Vgl. SGB VI §34

[6] Vgl. SGB VI §35

[7] Vgl. FAZ (Hrsg.) 2015, online

[8] Spiegel Online (Hrsg.) 2011, online

[9] Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), online

[10] Vgl. Spiegel Online (Hrsg.) 2011, online

[11] Vgl. BMAS (Hrsg.) 2006, online

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668496125
ISBN (Buch)
9783668496132
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v371212
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
2,0
Schlagworte
zukunft rente blick entstehung zusammensetzung berechnung Die Zukunft der Rente Rentenversicherung

Autor

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Titel: Die Zukunft der Rente. Mit Blick auf Entstehung, Zusammensetzung und Berechnung