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Leasing als Finanzierungsinstrument im Unternehmen

Darstellung und kritische Würdigung

Seminararbeit 2017 16 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kreditkauf als klassisches Finanzierungsinstrument

3 Leasing als alternatives Finanzierungsinstrument
3.1 Leasingformen und deren Kategorisierung
3.1.1 Kategorie Leasingobjektart: Mobilien- und Immobilienleasing
3.1.2 Kategorie Leasinggeberstellung: Direktes und indirektes Leasing
3.1.3 Kategorie Vertragsart: Operate Leasing und Finance Leasing
3.1.4 Kategorie nach Rückzahlung: Voll- und Teilamortisation
3.2 Mobilien-Leasing in den Wirtschaftsunternehmen

4 Vergleich des Leasings gegenüber dem Kreditkauf

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kategorisierung von Leasingverträgen

Abbildung 2: Indirektes und direktes Leasing

Abbildung 3: Vergleich zwischen Operate- und Finanzierungs-Leasing

Abbildung 4: Anteile im Bereich Mobilien-Leasing

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die heutige wirtschaftliche Situation wird immer mehr vom Wettbewerbsdruck geprägt und zieht zunehmend bei vielen Unternehmen den Kostendruck mit sich. Da Unternehmen ihre Investitionsvorhaben oftmals nicht mit ihrem Eigenkapital decken können, sind Fremdfinanzierungen für viele Unternehmen unumgänglich. Diese Fremdfinanzierungen können in den unterschiedlichsten Formen gestaltet werden. Meistens greifen Unterneh- men auf die klassische Methode des Bankkredits zurück. Bei dieser Finanzierungsvariante können jedoch oftmals nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um beispielsweise eine größere Investition zu tätigen. Deswegen sind viele Unternehmen auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen. Eine dieser Finanzierungsalterna- tiven ist das Leasing, das aus dem Grundgedanken des Mietens entstanden ist. Diese Form des Finanzierens findet immer mehr Anklang, vor allem bei mittelständischen Unterneh- men.

„Die Leasing-Branche ist Deutschlands größter Investor und generiert ein jährliches Inves- titionsvolumen von zuletzt 64,20 Mrd. € in 2016. 1,8 Millionen Leasing-Verträge wurden 2016 neu abgeschlossen. Zu den Kunden zählen insbesondere mittelständische Unterneh- men.“1

Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Thema Leasing als eine alternative Finanzierungsform zur klassischen Kreditfinanzierung zu erläutern. Außerdem werden diese beiden Finanzierungsformen miteinander verglichen und die jeweiligen Vor- und Nachteile aufgeführt. Auf Grund des vorgegebenen Rahmens von max. 12 Seiten, ist es nicht möglich auf alle Details einzugehen. Deswegen wird die klassische Kreditfinanzierung nur kurz erläutert, das Thema Leasing jedoch genauer in Betracht genommen.

Nach der jeweiligen Begriffserklärung zum allgemeinen Verständnis, wird ab dem Kapitel 3 das Leasing genauer dargestellt. Die speziellen Leasingformen werden in Kapitel 3.1 benannt und erläutert. Anschließend werden die unterschiedlichen Wirtschaftszweige vorgestellt, in denen in der Praxis das Leasing eine große Rolle spielt. Zum Schluss sollen die Vor- und Nachteile der beiden Finanzierungsmöglichkeiten gegenübergestellt und kritisch bewertet werden. Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Fazit.

2 Kreditkauf als klassisches Finanzierungsinstrument

Der Kreditkauf gehört zu den klassischen Finanzierungsinstrumenten die die Unternehmen zum Finanzieren oftmals nutzen. Er zählt zu der Finanzierungsform der Fremdfinanzie- rung. Hierbei besorgen sich Unternehmen ihr benötigtes Kapital von außen, daher spricht man auch von einer Außenfinanzierung mit Fremdkapital. Dabei werden den Unternehmen Kredite zur Verfügung gestellt, die unabhängig von ihren Umsatzprozessen sind. Hierbei entsteht zwischen dem Unternehmen und dem Kreditgeber eine Beziehung auf Basis von Gläubigerrechten. Die Fremdfinanzierung ist für viele Unternehmen auf Grund von drei maßgeblichen Ursachen unentbehrlich:

- Deckung langfristigen Kapitalbedarfs Ist das Eigenkapital für eine potentielle Investition nicht ausreichend, so muss das fehlende Kapital durch die Aufnahme von langfristigen Kreditfinanzierungen ausgeglichen werden.

- Liquiditätsoptimierung Dadurch, dass die Fremdfinanzierung elastischer ist als die Eigenfinanzierung, können kurzfristige Cash-Flow-Schwankungen durch Aufnahme von kurzfristigem Fremdkapital wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Somit kann eine Über- oder Unterliquidität vermieden werden.

- Kapitalkostenminimierung Oftmals ist Fremdkapital günstiger als Eigenkapital. Durch das Zusammennehmen von Fremd- und Eigenkapital kann man die Kapitalkosten senken. Fremdkapital lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen. Zunächst ist die Herkunft des Fremdkapitals zu erwäh- nen, dies können z.B. Bankdarlehen, Kundenanzahlungen und Gesellschafterdarlehen sein. Des Weiteren ist in rechtliche Sicherung des Fremdkapitals zu unterscheiden, hierbei wer- den gesicherte und ungesicherte Kredite betrachtet. Darüber hinaus ist die Dauer der Kapi- talüberlassung ausschlaggebend, hier wird unter kurzfristigen Krediten die bis max. 1 Jahr, mittelfristigen Kredite, diese belaufen sich auf bis 5 Jahre und langfristige Kredite, ab 5 Jahre und länger definiert.2 Wie schon erwähnt wird die Kreditfinanzierung nach ihrer Fristigkeit, kurz-, mittel-, oder langfristig definiert. Langfristige Kreditfinanzierungen kön- nen z.B. in Form von langfristigen Bankkrediten, Schuldscheindarlehen und Anleihen sein.

Kurzfristige Kreditfinanzierung können Kundenzahlungen, Lieferantenkredite, Kontokor- rentkredite u.v.m. sein.3 Je nach Fälligkeit des Kredits verpflichtet sich der Kreditnehmer basierend auf einem Darlehensvertrag z.B. bei langfristiger Fremdfinanzierung zur Fristge- rechten Rückzahlung, der sogenannten Tilgung und zum Begleichen der vereinbarten Dar- lehenszinsen. Dies kann in Form von Einmalzahlungen am Jahresende oder ratenweiser Rückzahlung erfolgen.

Die Höhe des Darlehenszinses wird bestimmt durch:

- Darlehenslaufzeit
- Kapitalmarktsituation bei Vertragsschluss
- Bonität des Kreditnehmers

Außerdem entstehen aus der Gläubigerbeziehung zwischen dem Kapitalgeber und Kapitalnehmer rechtliche und wirtschaftliche Folgen, die signifikant für die Kreditfinanzierung sind. Beispiele hierfür sind:

- Fremdkapitalgeber hat keine unmittelbaren Mitsprache und Kontrollrechte bei der Leitung der Geschäfte des Kapitalnehmers.
- Das Fremdkapital wird auf eine bestimmte und festgelegte Zeit überlassen
- Kapitalgeber bekommen für das Überlassen des Fremdkapitals eine laufende Ver- zinsung, diese kann fest oder variabel sein.
- Eine Kreditfinanzierung zieht eine Liquiditätsbelastung für den Kapitalnehmer mit sich, da das Fremdkapital regelmäßig mit Zinsen und Tilgungszahlungen beglichen werden müssen4

Der Abschluss eines Kredits muss in schriftlicher Form erfolgen. Häufig werden Ratenkredite abgeschlossen.

3 Leasing als alternatives Finanzierungsinstrument

Das Wort Leasing kommt ursprünglich aus dem englischen „to lease“ und bedeutet „mie- ten, pachten“. Jedoch ist es in der deutschen Sprache bereits fest verankert. Seit den sech- ziger Jahren wird es im Zusammenhang von besonderen Mietgeschäften im Investitionsgü- terbereich verwendet. Der Begriff ist jedoch in der Wirtschaftspraxis nicht einheitlich defi- niert.5

Leasing findet immer mehr Anklang, sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen und stellt ein alternatives Finanzierungsinstrument zur klassischen Kreditfinanzierung dar. Wie bei der Kreditfinanzierung entsteht auch beim Leasing ein Rechtsverhältnis zwischen dem Leasingnehmer und Leasinggeber. Dabei werden in einem schriftlichen Leasingver- trag die genauen Rahmenbedingungen geregelt, wie z.B. das Wirtschaftsgut und dessen Nutzungsdauer und das damit verbundene monatliche Entgelt, die sogenannte Leasingra- te.6 Der Leasingnehmer mietet somit ein Vermögensgegenstand, welchen er auf eine be- stimmte Dauer nutzen kann ohne ihn kaufen zu müssen. Jedoch trägt der Leasingnehmer die Pflichten und Risiken wie die eines Eigentümers. Zu diesen Pflichten gehören bei- spielsweise Pflege und Instandhaltung des Leasingobjekts oder auch die Übernahme von diversen Kosten wie Versicherungsbeiträge und Steuern. Des Weiteren hat der Leasing- nehmer ein gewisses Risiko beim Leasing im Gegensatz zu einem „gewöhnlichen“ Mieter zu tragen, z.B. das Risiko des Leasingobjekt-Untergangs, hierbei wird im Falle des Unter- gangs eines Objekts der Leasingnehmer dafür haftbar gemacht und nicht wie bei herkömm- lichen Mietverträgen der Vermieter.7

Nach der abgelaufenen Mietnutzungszeit muss der Leasingnehmer den Vermögensgegen- stand bzw. das Leasingobjekt dem Leasinggeber zurückgeben. Meist stehen dem Leasing- nehmer jedoch nach dem Auslauf des Leasingvertrags weitere Möglichkeiten zu. Diese können schon vorab beim Leasingvertragsschluss festgelegt werden oder kurz vor Beendi- gung der Nutzung. In der Regel hat der Leasingnehmer die Wahl zur Kaufoption oder die der Nutzungs- und Mietverlängerung des Leasingobjekts. Dabei bleibt die Leasinggesell- schaft jedoch immer rechtlicher als auch wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensge- genstandes.8

3.1 Leasingformen und deren Kategorisierung

Auf Grund der zunehmenden Nachfrage der Unternehmen an Leasingangeboten, haben Leasinggesellschaften die unterschiedlichen Probleme und Bedürfnisse der Unternehmen erkannt und bieten Leasingverträge in den unterschiedlichsten Formen und Arten an. Dieses wird in der Abbildung 1 bildlich dargestellt. Nachfolgend wird auf einige dieser Varianten anhand ihrer Unterkategorisierungen näher eingegangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kategorisierung von Leasingverträgen9

3.1.1 Kategorie Leasingobjektart: Mobilien- und Immobilienleasing

Bei dem Mobilien-Leasing handelt es sich um mobile bzw. bewegliche Leasingobjekte. Diese Art bietet eine besonders große Bandbreite an vielfältigen Objekten, wie z.B. im PKW sowie LKW- Bereich, diverse EDV und Büroanlagen oder Maschinen die zum Produzieren benötigt werden.

Beim Immobilien-Leasing handelt es sich demnach um unbewegliche Leasingobjekte. Die- se können z.B. Grundstücke, Gebäude oder örtlich fest gebundene Betriebsanlagen sein.

Kennzeichnend für das Mobile Leasing sind die kurzen Vertragslaufzeiten. Darüber hinaus bietet es im Gegensatz zum Immobilien-Leasing diverse Anschlussoptionen nach Ende der Laufzeit. Des Weiteren besteht die Abgrenzung darin, dass das Immobilien Leasing einen größeren Aufwand hinsichtlich weiterer Verwaltungstätigkeiten beansprucht.10

[...]


1 Zitat (o.V., https://bdl.leasingverband.de, 2017)

2 Vgl. (Wöhe, Döring, & Brösel, 2016), S. 537 ff

3 Vgl. (Schierenbeck & Wöhle, 2012), S. 538

4 Vgl. (Pape, 2008), S. 132

5 Vgl. (Feinen, 1990), S. 11

6 Vgl. (Hölscher, 2010), S. 288

7 Vgl. (Röhrenbacher & Fleischer, 1991), S. 13

8 Vgl. (Gabele & Kroll, 1992), S. 15

9 Vgl. (Hölscher, 2010), S. 289

10 Vgl. (Gabele & Kroll, 1992), S. 22

Details

Seiten
16
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668494862
ISBN (Buch)
9783668494879
Dateigröße
657 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370988
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede – Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hellweg- Sauerland GmbH
Note
2,0
Schlagworte
Leasing Finanzierung

Autor

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