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Die Macht des Schicksals im Werk "Don Álvaro o la fuerza del sino" von Duque de Rivas

Schicksal und Bestimmungen des Don Álvaro

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 10 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Ziel dieser Arbeit
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Autor und Werk

2. Figurenkonstellation
2.1 Analyse der Figur „Don Alvaro“
2.2 Analyse der Figur „Doña Leonor“

3. Schicksal
3.1 Definitionvon„ Schicksal
3.2 Analyse des Schicksals im Drama

4. Zusammenfassung

4.1PersönlichesFazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung - Ziel dieser Arbeit

1.1 Einführung in das Thema

Diese Arbeit bezieht sich auf das Seminar „Romantische Stimmen aus Spanien und Lateinamerika“, das im Wintersemester 2016/17 im Modul Literaturwissenschaft des Spanischen stattgefunden hat. In dem Seminar wurden Werke der spanischen und lateinamerikanischen Romantik besprochen wie z. B. „noches lúgubres“ von José Cadalso, „el matadero“ von Echeverría und „en mi cumpleaños“ von Heredia des ersten romantischen Dichters Lateinamerikas. All diese Werke handelten von Trauer, Melancholie, tiefer Dunkelheit, schrecklichen Erfahrungen und Schicksalsschlägen. Um jedoch den Hintergrund der spanischen Romantik zu verstehen, muss ein Einblick in die Geschichte Spaniens zu jener Zeit geworfen werden. Die Epoche der Romantik fing, aufgrund eines Rückschlages in die Monarchie, erst in den dreißigem an. (Redekop 2016) Nachdem Tod Karls III. hoffte die spanische Bevölkerung auf eine neue Zeit und neuen Möglichkeiten und politischen Verbesserungen. Die Hoffnung wurde durch die Rückkehr der Monarchie durch Femando VII zerstört. Da die spanische Gesellschaft durch die Unabhängigkeitskriege gegen Napoleon ideologisch gespalten war, wurde diese Spaltung durch Fernando VII weiter verstärkt. Folglich entstand der Begriff„Dos Españas“. Einerseits kamen die Vertreter des Liberalismus durch den Sieg des Unabhängigkeitskriegs ihrem Ziel eines demokratischen Spaniens näher, jedoch kämpften die Vertreter der Monarchie gegen die demokratischen Ziele ihrer Gegner. Somit verließen alle Vertreter der Demokratie das Land, um nicht von den Monarchen vernichtet zu werden. Damit dürfte der späte Beginn der Epoche nun erklärt sein. Als die Schriftsteller nach dem Exil während der Regierung Isabel II. zurückkehrten, fragten sie sich wie das Land nun ist. Sie waren frustriert und innerlich noch gespalten. Es herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände. Das Einzige was den Schriftstellern geblieben war, war ihre Vorstellungskraft:“La imaginación es rica, abundante y maravillosa; la existencia, pobre, seca y desencatada. Habítase con un corazón lleno de vida un mundo vacío, y sin haber usado de cosa alguna, todo inspira tedio“ (Redekop 2016 : 5). Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die spanische Romantik gegen den Fortschritt und die Rationalisierung richtet und eher einen Rücklauf in die antike Zeit nimmt und den Katholizismus thematisiert. Außerdem waren die Romantiker der Ansicht, dass der Fortschritt trotz der vielen Entdeckungen und Neuerfindungen zu einer inneren Leere führen würde. Durch die zwei Denkweisen während der Spaltung der spanischen Gesellschaft treffen in romantischen Gedichten und Erzählungen auch Absolutismus und Liberalismus aufeinander. Ob sich das Drama Duque de Rivas auf den Absolutismus und den Liberalismus bezieht, werden wir im nächsten Kapitel herausfinden.

1.2 Autor und Werk

„Don Alvaro o la fuerza del sino“ des spanischen Autors ist eines der bekanntesten Dramen der spanischen Literaturwissenschaft und handelt von dem tragischen Leben des Helden „Don Alvaro. Das Werk erschien am 22. März 1835 in Madrid (Müller 2011). Der Autor Duque de Rivas, geboren am 10. März 1791 in Córdoba, eröffnete das romantische und somit auch das moderne Theater in Spanien. Er kämpfte im Unabhängigkeitskrieg gegen die Franzosen und gegen den Absolutismus Fernandos VII. Daraufhin musste er ins Exil nach Malta. Diese Erfahrungen prägten ihn seelisch und auch seine Dichtkunst, sodass er das Werk „Con once heridas mortales“ zu jener Zeit kreierte. Nachdem er einige Jahre in Frankreich lebte, erschien sein Werk „Don Alvaro o la fuerza del sino“ im Prosatext und in Versen. Das Drama enthält typische romantische Eigenschaften wie z. B. Melancholie und Pessimismus. Weitere romantische Aspekte wie Verhängnis, Schicksalsfügung und Widerspenstigkeit tauchten anhand der verschiedenen Figuren auf. Schauen wir uns nun den Inhalt dieses Dramas doch genauer an. Der soziale Status und genaue Herkunft des Don Alvaro sind nicht eindeutig, dennoch möchte er Doña Leonor, Tocher des Marqués de Calatrava, in Sevilla heiraten. Da seine Abstammung und Status ungewiss sind, ist der Marqués gegen eine Verbindung zwischen den Beiden. Doña und Alvaro wollen nun fliehen, um trotzdem zusammen zu sein, ihr Vater aber überrascht sie und hält die Flucht mit seinem Tode auf. Versehentlich fällt ein Schuss und so stirbt Doñas Vater. Ihre Brüder schwören Rache. Daraufhin verlieren sich die beiden Geliebten aus den Augen. Leonor führte von nun ein Leben im Kloster. Don glaubt, dass sie tot ist und geht nach Italien, um unter einer neuen Identität als Soldat zu arbeiten. Unwissend freundet er sich dort mit Don Carlos dem ältesten Bruder Doñas an. Don Carlos verbirgt ebenfalls seine wahre Identität findet jedoch bald die wahre Identität Alvaros und duelliert sich mit ihm und verliert den Kampf. Nun möchte Don Alvaro sein restliches Leben als Mönch verbringen. Der jüngste Sohn, Don Alfonso des Marqués, findet ihn und fordert ihn auch zu einem Duell auf, wobei Alfonso sehr schwer verletzt wird. Don Alvaro schreit nach Hilfe und auf dessen Hilfeschrei taucht plötzlich Doña auf, die in dem gleichen Kloster lebt wie Alvaro. Don Alfonso glaubt, dass die beiden insgeheim die ganze Zeit zusammen waren und bringt seine Schwester um, um die verletzte Familienehre zu rächen. Folglich stürzt sich Alvaro, voller Trauer und Verzweiflung, in einen Abgrund, um sein schicksalhaftes Leben zu beenden. Besonders typisch für romantische spanische Dramen waren die Vielzahl von Nebenfiguren, wie sie auch in diesem Werk zu finden waren. Jedoch schauen wir uns im folgenden Kapitel die zwei Hauptfiguren Leonor und Alvaro an.

2. Figurenkonstellation

2.1 Analyse der Figur „Don Alvaro“

Don Alvaro stellt die dramatische Hauptfigur in Duque de Rivas Werk dar. Im Laufe der Erzählung wird er immer und immer wieder mit Schicksalsschlägen konfrontiert. Die Handlung spielt in der spanischen Hafenstadt Sevilla. Für die dortigen Bewohner ist er ein Myterium aber zunächst auch für den Leser. Die Geschichte ist in fünf Akten unterteilt. Der erste Akt erklärt die verborgene Herkunft des Don Alvaro, der ein Bastard eines adeligen Spaniers und einer maurischen Königin ist (I, 2; S. 59). Aus der Perspektive der Nebenfiguren wird er als ein gutaussehender und ehrenhafter Mann beschrieben, der die Würde hat Doña Leonors Ehemann zu werden. Er möchte sie unbedingt heiraten:“!Oh, loco estoy de amor y de alegría! [...] yo tu esposo seré; tú esposa mía.“ (I, 7; S. 75) Er will sie beschützen und vor Gefahren retten:“Defenderte y salvarte es mi obligación.“ (I, 7, S. 78) Durch die Kommentare des Erzählers erfahren wir weitere Details über sein Aussehen:“Don Alvaro sale embozado en una capa de seda, con un gran sombrero blanco, botines y espuelas [...] mirando con dignidad y melancolía [...].“ (I, 3; S. 61) „Don Alvaro, vestido de fraile francisco, aparece de rodillas en profunda oración mental.“ (V. 4, S. 170) Die Tragik an dieser Figur ist, dass er die ganze Zeit versucht sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen beispielsweise Streitigkeiten und Dramen aus dem Weg zu gehen, trotzdem endet es immer negativ. Auch dann als er das Land verlässt, um ein neues Leben anzufangen und nicht von Leonors Brüdern entdeckt zu werden, kann er sein Schicksal nicht aufhalten. Wir sehen also, dass Don Alvaro mit sehr viel Mühe versucht hat seinen Feinden aus dem Weg zu gehen, es jedoch nicht geschafft hat. Sevilla zu verlassen und unter falscher Identität als Soldat in Italien zu leben, halfen ihm nicht seinem Schicksal zu entkommen. Sein größter Wunsch mit Doña Leonor vereint zu sein, sie zu lieben, zu ehren und zu beschützen, scheiterten ebenfalls. Schon am Anfang ist es der Vater Leonors, der Marqués de Calatrava, der dieses Ziel aufhält und somit sein Schicksal besiegelt. Der versehentlich gefallene Schuss auf Calatrava brachte ihm neue Feinde ein und führte sein Schicksal in eine tragische Richtung. Da er Don Carlos umbrachte, um sich selbst zu verteidigen und zu retten, verschlimmerte er sein Schicksal. Don Alfonsos Annahme seine Schwester und Alvaro hätten im Verborgenen miteinander gelebt, führte letztendlich zum Tode von Doña. Zuvor brachte ihn die Entscheidung als Mönch in einem Kloster zu leben wieder zu seiner Geliebten, nichts ahnend, dass sie noch lebte und sich im selben Kloster befand, bevor sie starb. Jede andere Richtung, die er einschlug und selbst neue Identitäten konnten ihn vor seinem vermeintlichen Schicksal nicht retten oder gar verändern. Hätte er sein Schicksal nicht doch selbst in die Hand nehmen können? Was für eine Rolle spielt Doña dabei? Die folgenden Kapitel werden Antworten auf diese Fragen geben.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668486492
ISBN (Buch)
9783668486508
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370851
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Romanistik
Note
2,3
Schlagworte
Schicksal Bestimmungen Macht Don Álvaro Spanische Werke Lateinamerika

Autor

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Titel: Die Macht des Schicksals im Werk "Don Álvaro o la fuerza del sino" von Duque de Rivas