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Short Stories als Unterrichtsmethode. "Sunday in the Park" und "Climax for a Ghost Story" in der Sekundarstufe I

Hausarbeit 2014 17 Seiten

Didaktik - Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Was ist eine Short Story?

2. Besondere Vorteile von Short Stories

3. Einbettung in den Unterricht

4. Dreischritt zur Erarbeitung von Short Stories
4. 1 Pre-reading
4.2 While-reading
4.3 Post-reading

5. Short Stories im Unterricht
5. 1. Short Story im Unterricht am Beispiel von „Sunday in the Park by Bel Kaufman“ - Nutzungs- und Aufgabenvorschläge von Haß
Zusammenfassung „Sunday in the Park“
5.1 1. Pre-reading actives
5.1. 2. While-reading activities
5.1. 3. Post-reading activities
5. 2. Short Story im Unterricht am Beispiel von „Climax for a Ghost Story von I.A. Ireland“ - Nutzungs- und Aufgabenvorschläge von Maley
5.2.1. Expansion
5.2.2. Reduction
5.2.3. Media transfer
5.2.4. Selection/ Grading
5.2.5. Comparison/ Contrast
5.2.6. Reconstuction
5.2.7. Reformulation
5.2.8. Interpretation
5.2.9. Creating text
5.2.10. Analysis

6. Zusammenfassung: Leitlinien für den Unterricht

Quellenverzeichnis

1. Einleitung: Was ist eine Short Story?

Es gibt verschiedene Arten von literarischen Texten, die im Englischunterricht genutzt werden können: Prosa/Epik, Lyrik/Poesie, Dokumentationen und Dramatik. (Best, 1994) Zur Prosa gehört das Genre der Short Story. In der vorliegenden Arbeit wird auf das Genre der Short Stories sowie auf die Frage „Was ist eine Short Story?“ und ihre Vermittlung in der Sekundarstufe I eingegangen. Es werden die Vorteile für die Nutzung des Genre Short Story aufgezeigt und Tipps zur Auswahl der Texte gegeben.

Bevor die Frage „Wie können Short Stories in der Sekundastufe I genutzt werden?“ beantwortet werden kann, ist zunächst einmal zu klären, was eine Short Story ist.

Die folgenden Beispiele sind Short Stories:

1. „The king died and then the queen died.” (Lethbridge & Mildorf 2003)
2. „’How ERIE!‘ said the girl, advancing cautiously. ‘And what a heavy door!’ She touched it as she spoke and it suddenly swung to with a click.

‘Good Lord!’ said the man, ‘I don’t believe there’s a handle inside.

Why, you’ve locked us both in!’

‘Not both of us. Only one of us,’ said the girl, and before his eyes

she passed straight through the door, and vanished.”

I.A. Ireland (Maley 1995: 137)

„Die Theoriediskussion über die Gattungseigenschaften der Short Story ist bis heute nicht abgeschlossen.“ (Jarfe 2010: 14) Daher sind die folgenden Merkmale allgemein zu betrachten und sie treffen meistens, aber nicht immer ganz auf jede Short Story zu.

„Die Short Story betrachtet einen punktuellen Ausschnitt aus einer fiktiven Welt wie durch ein Vergrößerungsglas und holt ihn nahe an den Leser heran.“ (Knapp & Schmitz-Wensch 2007: 195) Eine Short Story ist folglich eine kurze, fiktive Geschichte. Im Vergleich zu einem Roman kann eine Short Story an einem Stück gelesen werden, da sie kürzer ist. Short Stories werden durch eine kurze erzählte Zeit definiert. Doch welche Charakteristika machen eine Short Story noch aus?

Zur übersichtlicheren Gestaltung wird im Folgenden zwischen den Einteilungen „Sprache & Erzähltechnik“ und „Themen-Handlung-Charaktere“ unterschieden. Zu Sprache und Erzählperspektive ist zu sagen, dass der Erzähler[1] ein personaler oder auktorialer ist. Die Kurzgeschichte wird also meistens durch eine handelnde Person erzählt oder durch einen außenstehenden Erzähler, der auf den Protagonisten in der dritten Person verweist. Der Einstig in eine Short Story ist, wie an den obigen Beispielen gut zu erkennen, direkt oder manchmal gibt es einen Einstieg. Der Handlungsverlauf einer Short Story ist linear. Das bedeutet, dass eine Handlung nach der anderen passiert und es keinen Rückblick oder eine Vorschau gibt. Der Leser kann nicht wissen, was vor oder nach der Geschichte passiert.

“And yet she had loved him - sometimes. Often she had not.“ (Chopin 2002) Zur Nutzung der Sprache ist zu sagen, dass Umgangssprache/Alltagssprache genutzt wird. Um auf wichtige Gesichtspunkte hinzuweisen nutzen die Autoren von Short Stories Rhetorische Stilmittel wie zum Beispiel Metaphern oder Vergleiche. ‘She carried herself unwittingly like a goddess of Victory” (Chopin 2002) Der Höhe- und Wendepunkt einer Short Story ist meistens am Ende der Geschichte zu finden. (Menrath 2003) Ein weiteres Merkmal ist das offene Ende, bei dem der Leser nicht genau weiß, wie es zu Ende geht.

Die zweite Kategorie, die Short Stories charakterisiert, ist „Themen-Handlung- Charaktere“. Der Fokus in der Short Story liegt meist auf einem Haupt- und wenigen Nebencharakteren. Diese werden durch ihr Handeln charakterisiert. Der Inhalt der Short Stories ist meist nicht real, sondern fiktiv und handelt an nur wenigen Schauplätzen. Beispielsweise spielt die oben stehende Geistergeschichte nur an einem Schauplatz. Oft will der Autor etwas ausdrücken Dies passiert „zwischen den Zeilen“. Die Short Story ist zwar nur kurz, sie kann allerdings einen starke Bedeutung haben - „the art of saying less but meaning more.“ (Hunter 2007: 2;9) „Häufig steht eine Krise, eine Entscheidung oder Wende im Leben des Protagonisten im Zentrum.“ (Knapp, Schmitz-Wensch 2007: 195) In Kate Chopins „The story of an hour“ geht es um eine Frau, die von ihrem Mann unterdrückt wird und sich über seinen angenommenen Tod so sehr freut, dass sie selber stirbt. Dadurch wird dem Leser ein Einblick in die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert gegeben. Dies führt zum nächsten Merkmal und zwar, dass zeitgemäße Probleme und alltägliche Situationen Themen von Short Stories sein können. Doch zunächst soll geklärt werden warum sich Short Stories besonders gut für den Englischunterricht in der Sekundarstufe I eignen.

2. Besondere Vorteile von Short Stories

Insbesondere Short Stories werden zur schulischen Lektüre gerne ausgewählt. „Kurzgeschichten kommen im Unterricht der Mittel- und Oberstufe häufig zum Einsatz […].“ (Haß 2006: 148) Doch warum werden Short Stories so gerne genutzt?

Zum einen ist die schon genannte Länge der Short Stories ein starkes Argument für die Nutzung im Schulunterricht. „Students can read them relatively rapidly and can then get on with the activities with a minimum of delay.” (Maley 1995: ix)

Es gibt eine Vielzahl von Kurzgeschichten. Sie sind beispielsweise in Lehrbüchern, Zeitungen, Journalen oder auch im Internet zu finden. Im Schulunterricht können vielleicht sogar mehrere Short Stories behandelt werden, da sie nicht unbedingt viel Zeit in Anspruch nehmen müssen. “A large number and range of texts can be offered in the limited time available.” (Maley 1995: ix)

Zum anderen gibt es eine große Vielfalt von Themengebieten, die von Short Stories abgedeckt werden. „When carefully chosen, they use relatively simple language but often contain mature and complex ideas.” (Maley 1995: ix)

Auch für schwächere Klassen sind Short Stories gut geeignet und motivieren zum Lesen. Es gibt Short Stories, die eine einfach Sprache nutzen und welche, die anspruchsvoller sind. Viele Schüler sind eher motiviert, eine Kurzgeschichte zu lesen als einen Roman. Die Motivation zum Lesen kann zum Beispiel durch die Länge, ein überraschendes Ende oder ein zeitgenössisches Problem hervorgerufen werden. „Students find the Short Story one of the most satisfying of all literary forms, and teachers agree that stories often provide more challenge and hold students’ interest better than works from many other genres.” (Duke 1974: 1)

Als Einstieg zu literarischen Werken eigenen sich Short Stories sehr gut, da sie kurz und meist einfach zu lesen sind. An ihnen lassen sich zum Beispiel gut die Erzählperspektiven erklären. Besonders gut eigenen sich Short Stories auch als Anknüpfpunkt für produktionsorientiertes Schreiben, kreatives Visualisieren oder auch Sprechanlässe. Beispiele sind hier die Geschichte zu Ende zu schreiben oder die Geschichte als Rollenspiel nachzuspielen. „Short, complete texts can be highly productive in foreign language teaching“ (Maley 1995: ix) Kurzgeschichten können also zu einem hohen Lernertrag für die Schüler führen. „Minimal input leads to maximal output.“ (Maley 1995: ix)

3. Einbettung in den Unterricht

Bevor jedoch mit dem Nutzen begonnen werden kann, muss zunächst eine oder mehrere Short Stories ausgewählt werden. Bei der Auswahl ist es besonders wichtig themen- und schülerorientiert auszuwählen. „If a reader wants to find out what happens next, if it seems important to him personally, he will read on despite linguistic difficulties“. (Reeves 1986) Es gibt, laut Hill, vier Aspekte, die ein Lehrer bei der Textauswahl beachten muss. Der erste Aspekt ist „Students needs and abilities“ unter diesen Punkt fallen das Alter, Interessen, Ziele, die Fähigkeit flüssig zu lesen und die Fähigkeit angemessen zu antworten. (Hill 1986: 15-17) Der zweite Aspekt ist das sprachliche und stilistische Niveau des Textes. Dabei sollte der Lehrer auf Vokabeln, Slang, Struktur und Dialekt im Text achten. (Hill 1986: 19-25) Als dritter Punkt ist das kulturelle Hintergrundwissen zu beachten. Hierbei sollte der Lehrer sich im Klaren sein, ob die Schüler über die Lebensweisen anderer Kulturen vorher informiert werden müssen. (Hill 1986: 26-28) Viertens, sollten ergänzende Textes ausgesucht werden. Dies betrifft Texte wie Zusammenfassungen, Biographien und Diskussionen. Sie liefern Hintergrundwissen. Die Auswahl sollte zudem auch themenorientiert sein. Haß offeriert drei Möglichkeiten zur Auswahl von Themen von Kurzgeschichten (vgl. Haß, 2006,184):

Die Themenauswahl kann nach thematischer Bündelung (z.B. stories of initiation, love, men, women, immigrants) erfolgen. Eine weitere Möglichkeit wäre es nach Genres wie detective, sience fiction oder auch nationalities (American oder British) Short Stories auszuwählen.

Als zweites können Short Stories zur Vertiefung von verschiedenen Themen genutzt werden. Diese können beispielsweise die Landeskunde betreffen. Generell gesagt können Aspekte behandelt werden, die schon erarbeitet wurden oder als Vorbereitung auf anstehende Themen hinführen sollen.

Der dritte Themenbereich, in dem mit Short Stories gearbeitet werden kann, ist der der Spracharbeit. Beispiele sind „…themenrelevante Erweiterung der Lexik, die Grundlagen an literary terms oder der Aufbau eines Vokabulars der zwischenmenschlichen Beziehungen, z.B. love and hope…“ (Haß 2006: 148) Der Lehrer sollte also schülerorientiert die Themen aussuchen und dabei auch auf das Ziel für die Schüler achten.

Nachdem eine oder mehrere Short Stories ausgewählt wurden, kann mit der Nutzung dieser begonnen werden. Zunächst sollte das Genre der Short Story anhand eines Beispieltexts geklärt werden. Short Stories können auf verschiedene Weisen in den Unterricht eingebettet werden. In dieser Arbeit wird auf zwei Möglichkeiten der Nutzung von Short Stories eingegangen. Zum einen geht es um Vorschläge von Maley und zum anderen um Vorschläge von Haß.

[...]


[1] Zur übersichtlicheren Gestaltung und besseren Lesbarkeit dieser Arbeit, wird auf die explizite Verwendung der femininen Form verzichtet. Die Begriffe Schüler, Lehrer etc. werden geschlechtsneutral gehandhabt, solange keine Differenzierung notwendig ist.

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668512641
ISBN (Buch)
9783668512658
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370816
Institution / Hochschule
Universität Rostock – Institut für Anglistik und Amerikanistik
Note
1,5
Schlagworte
short story unterrichtsmethoden sekundarstufe i frank haß alan maley sunday in the park climax for a ghost story

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