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Der negative Einfluss von sozialen Netzwerken auf Jugendliche und deren soziale Beziehungen am Beispiel von Facebook

Seminararbeit 2017 18 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Soziale Beziehungen
2.2 Soziales Netzwerk

3 Empirische Forschung
3.1 Aufbau des Fragebogens
3.2 Auswertung und Interpretation des Fragebogens

4 Psychosoziale Folgen
4.1 Sozialer Beziehungsverlust
4.2 Entstehung neuer Beziehungen

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse zu Frage 2: „Wie lange bist du schon bei Facebook registriert?“

Abbildung 2: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse zu Frage 3: „Wie viele Stunden bist du täglich bei Facebook aktiv?“..

Abbildung 3: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse zu Frage 6: „Würdest du dich mit allen Kontakten aus deiner Freundesliste auch außerhalb von Facebook treffen?“

Abbildung 4: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse zu Frage 8: „Mit wie vielen deiner Facebook-Freunde hattest du noch nie persönliche Kontakt?“ ..

1 Einleitung

Diese Studienarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Der negative Einfluss von sozialen Netzwerken auf Jugendliche und deren soziale Beziehungen am Beispiel von Facebook“. Die Forschungsfrage dabei lautet „Beeinflusst die digitale Kommunikation über Facebook das Sozialverhalten von Jugendlichen negativ?“

Soziale Netzwerke spielen in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Eine Welt ohne Facebook, Twitter und Co. ist kaum vorstellbar. Vor allem für Jugendliche gewinnt das Leben in einer virtuellen Welt immer mehr an Bedeutung. Bezugspersonen, wie Eltern aber auch andere Personengruppen, wie zum Beispiel Lehrer fürchten, dass soziale Netzwerke einen negativen Einfluss auf Jugendliche und deren Entwicklung haben. Viele von ihnen knüpfen im Netz sogenannte „Pseudofreundschaften“ und vernachlässigen Freunde im echten Leben. Dies hat einen sozialen Beziehungsverlust zur Folge, welcher zu Einsamkeit führen kann. Freundschaften in der Realität nehmen einen immer geringeren Stellenwert an. Ziel der Arbeit ist es, die oben genannten negativen Folgen zu erläutern und anhand einer empirischen Forschung unter Beweis zu stellen. Diese Studienarbeit spezialisiert sich auf die Plattform Facebook, da durch diese Abgrenzung eindeutige Ergebnisse zu erwarten sind.

Kaum ein Jugendlicher ist heutzutage nicht bei Facebook angemeldet. Die meisten von ihnen sind ununterbrochen aktiv und eine Abgrenzung zwischen online und offline gibt es nicht mehr. Bei gemeinsamen Unternehmungen mit Freunden ist das Handy immer dabei und das ständige aufs Handyschauen wird zur Gewohnheitssache. Das darf nicht ignoriert werden. Das Internet entwickelt sich weiter, Kinder wachsen mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken auf. Das heißt in den nächsten Jahren wird es immer jüngere Facebook Nutzer geben, die sich im Netz zurückziehen können und somit ihre sozialen Kontakte vernachlässigen. Es ist wichtig zu gewährleisten, dass junge Erwachsene nicht vereinsamen und trotz des Internets, Freundschaften und andere Beziehungen pflegen. Dieses Thema ist sehr aktuell und daher sehr relevant. Es ist notwendig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen um mögliche, schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Um Klarheit darüber zu schaffen, inwieweit die Hypothese zutrifft, wurden sowohl empirische als auch theoretische Methoden genutzt. Zunächst wurde ein Fragebogen erstellt, der an Jugendliche verteilt und von diesen ausgefüllt wurde. Dieser gibt zunächst Informationen über das Alter und das Geschlecht der befragten Personen, wobei sich das Alter hierbei von 12 bis 16 Jahren beschränkt. Des Weiteren wird geprüft ob Facebook genutzt wird und wie viele Facebook Freunde jeweils vorhanden sind. Dann folgt der relevante Teil des empirischen Fragebogens. Wie viel Prozent der Freunde auf Facebook wirklich privat gekannt werden, ob Freunde im echten Leben durch Facebook vernachlässigt werden und wieso Freundschaftsanfragen angenommen werden, obwohl noch nie ein persönlicher Kontakt zu den jeweiligen Personen bestand. Die gewählten Fragen führen zu einem optimalen Ergebnis für die oben genannte Forschungsfrage. Die Antworten helfen dabei, diese zielorientiert und genau zu beantworten. Die theoretischen Methoden werden genutzt um die selbstgewonnenen Ergebnisse mit aktuellen Debatten und Hypothesen zu vergleichen und zu erläutern.

Die Arbeit ist in drei Teile unterteilt: Die Einleitung, der Hauptteil und der Schluss. In der Einleitung werden zunächst einige theoretische Grundlagen geklärt, im Hauptteil folgt die Analyse der empirischen Methode und die allgemeinen Auswirkungen von digitaler Kommunikation. Letztendlich kommt im Schlussteil das Fazit, welches die Beantwortung der Forschungsfrage beinhaltet.

2 Theoretische Grundlagen

In diesem Kapitel werden Fachbegriffe, die eine theoretische Grundlage für das Verständnis der vorliegenden Studienarbeit bilden und von großer Wichtigkeit für das Verständnis der Arbeit sind, definiert und genauer erläutert. Der zunächst behandelnde Begriff stellt den Kern der Thematik dar: die „sozialen Beziehungen“. Dieser Begriff bildet eine Basis für andere Beziehungsformen, wie zum Beispiel die Freundschaften unter Jugendlichen. Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit das Kommunizieren über soziale Netzwerke mögliche „soziale Beziehungsverluste“ hervorrufen kann. Freundschaften und Bekanntschaften, welche heutzutage im Internet eingegangen werden, sorgen für die Verarmung echter, in der Realität vorkommende Beziehungen. Um festzustellen ob und wann tatsächlich von einem sozialen Beziehungsverlust gesprochen werden kann, muss zunächst geklärt werden was die allgemeinen Merkmale von sozialen Beziehungen sind. Woraufhin anschließend der Begriff „soziales Netzwerk“ definiert und erläutert werden kann.

2.1 Soziale Beziehungen

Soziale Beziehungen, auch zwischenmenschliche Beziehungen genannt, existieren im Rahmen unterschiedlicher Kontexte und Strukturen. So zum Beispiel auch in sozialen Netzwerken. Basis jeder sozialen Beziehung ist Kontakt. Dieser kann sich durch Denken, Handeln oder Fühlen von zwei Personen oder Gruppen ausdrücken (vgl. Auhagen, A. 1993: Web. 11.12.2016). Soziale Beziehungen stellen die Grundvoraussetzung, jeglichen gesellschaftlichen Lebens des Menschen dar und sind daher sogar lebensnotwendig. Der Mensch muss in soziale Beziehungen eingebunden sein, nicht nur, weil er evolutionär betrachtet so eine höhere Überlebenschance aufweist als alleine, sondern auch weil er den Austausch und die Vertrautheit mit anderen Menschen für sein Wohlbefinden braucht. Erlernt der Mensch in seinen ersten Jahren nicht, soziale Beziehungen einzugehen, so ist er zeitlebens geschädigt (vgl. Weiß, B. 2012: Web. 12.12.2016).

Festzuhalten bleibt, dass jede bestehende soziale Beziehung einzigartig ist und sich bezüglich der eigenen Wahrnehmung und Qualität von allen anderen unterscheidet. Jeder Mensch hat eine Vielzahl von sozialen Beziehungen, welche alle von Nutzen sein können. In dieser Arbeit hat die soziale Beziehung in Form der Freundschaft bezogen auf Jugendliche einen besonderen Stellenwert.

2.2 Soziales Netzwerk

Der Begriff „soziales Netzwerk“ war zunächst ein Begriff aus der Sozialwissenschaft. Er beschreibt das Beziehungsgefüge zwischen Individuen beziehungsweise zwischen Individuen und Gruppen, die sich im Internet digital vernetzen. Die so entstandenen Beziehungsgeflechte werden von den Mitgliedern genutzt, um persönliche Daten und Informationen auszutauschen. Die Nutzer können miteinander kommunizieren und diskutieren und teilweise auch im virtuellen Raum interagieren. Ein besonderes Merkmal ist, dass die Benutzer selbst eine Art virtuellen Steckbrief mit persönlichen Informationen erstellen und diesen preisgeben. Die einzelnen sozialen Netzwerke zielen meist auf bestimmte Personengruppen ab. So gibt es Netzwerke für Schüler, Lehrer und Studenten und es gibt Plattformen, die besonders Arbeitskollegen oder andere Interessengemeinschaften ansprechen. Der große Vorteil dieser Netzwerke ist, dass ihre Mitglieder auf einfache Art neue Kontakte knüpfen können und gleichzeitig die bereits bestehenden Beziehungen erhalten können (vgl. Tarlig, I. 2010: Web. 12.12.2016).

Eines der bekanntesten Sozialen Netzwerke ist Facebook. Facebook ist eine weltweit bekannte Kommunikationsplattform, die 2004 von Mark Zuckerberg ins Leben gerufen wurde. Die US-Plattform gilt derzeit als eines der beliebtesten und erfolgreichsten Sozialen Netzwerke im Internet. Weltweit hat Facebook monatlich 1,79 Milliarden aktive Nutzer. Die Zahl der Nutzer in Deutschland lag im Januar 2016 bei 27 Millionen. Im Mittelpunkt für jeden Facebook Nutzer steht die eigene Profilseite, auf der die Person sich vorstellen und Informationen veröffentlich kann. Auf dieser sogenannten „Chronik“ können Videos, Bilder oder Kommentare hochgeladen werden. Im Gegensatz dazu können die Nutzer auch private Nachrichten verschicken oder mit anderen Nutzern weltweit chatten. Viele User nutzen die Plattform auch, um ihren Freunden und Bekannten mitzuteilen, was sie gerade tun oder wo sie sich gerade aufhalten. Unter anderem ermöglicht Facebook es einem, Veranstaltungen zu planen und Kontakte aus der Freundesliste dazu einzuladen oder aber auch um Spiele zu spielen und verschiedene Tests durchzuführen. Facebook kann für ganz verschiedene Bereiche genutzt werden und es ist anzunehmen, dass dies einen wichtigen Punkt für die Beliebtheit dieses Netzwerkes darstellt (Fuchs, M. o. J.: Web. 14.12.2016).

3 Empirische Forschung

Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: „Beeinflusst die digitale Kommunikation über Facebook das Sozialverhalten von Jugendlichen negativ?“. Um diese Frage zielorientiert zu beantworten wurde ein Fragebogen erstellt, der in diesem Kapitel zunächst beschrieben und erläutert wird und anschließend ausgewertet und interpretiert.

3.1 Aufbau des Fragebogens

Im Laufe der Zeit konnte eine Veränderung in der Entwicklung und Entstehung von Freundschaften festgestellt werden. Besonders Jugendliche kommunizieren vermehrt über soziale Netzwerke wie Facebook. Das Internet und das Online-kommunizieren hat sich in der Lebenswelt der Jugendlichen verankert und ist nicht mehr wegzudenken. Dies hat vor allem negative Auswirkungen auf Freundschaften und andere soziale Beziehungen (vgl. Driever, S. 2015: Web. 12.12.2016).

Mit diesem Hintergrundwissen war es für die Erstellung des Fragebogens zunächst wichtig, zu erkennen, ob Jugendliche zwischen „realen Freunden“ und „Online-Freunden“ unterscheiden. Differenzieren sich die Freundschaften in Intensität und im Austausch von persönlichen Informationen? Nehmen die Jugendlichen jede Freundschaftsanfrage an, obwohl noch nie ein persönlicher Kontakt zur jeweiligen Person bestand? Das sind Fragen, die mit Hilfe eines Fragebogens beantwortet wurden. Ebenso relevant für diese Forschung war die Anzahl der Freunde, die die Befragten in ihrer Freundesliste haben und die Erkenntnis darüber, wie viele sie davon als „richtige Freunde“ bezeichnen und wie viele nur „Facebook-Freunde“ sind.

Es wurde zur empirischen Forschung ein Fragebogen angefertigt, da so möglichst viele Personen in kurzer Zeit befragt werden konnten. Der Fragebogen beinhaltet sowohl offene Fragen, als auch Fragen die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden konnten. Bei einigen Fragen, hatten die Befragten die Möglichkeit zwischen mehreren Antwortmöglichkeiten zu wählen. Hier war jeweils die für die Person am meisten zutreffende Antwort anzukreuzen.

Für diese Forschung wurden 15 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren befragt. Per Facebook wurde der Fragebogen veröffentlicht und von Freiwilligen ausgefüllt. Für die Auswertung wurden nur die in der oben genannten Altersbegrenzung ausgefüllten Fragebögen berücksichtigt. Der Fragebogen beinhaltet 2 offene Fragen, 2 geschlossene Fragen und 5 Alternativfragen.

3.2 Auswertung und Interpretation des Fragebogens

Zunächst ist zu erwähnen, dass das jeweilige Geschlecht für diese Forschung nicht relevant war und somit nicht abgefragt wurde. Die erste Frage gab also zunächst Auskunft darüber, wie alt der Teilnehmer ist. Für diese Studienarbeit mussten die Befragten zwischen 12 und 16 Jahre alt sein und die folgende Auswertung beinhaltet dementsprechend nur Antworten von Jugendlichen in diesem Alter.

Die zweite Frage zeigte, wie lange der Befragte schon bei Facebook registriert ist. Wie Anhand der Abbildung 1 zu erkennen ist, sind nur 7%, 12 Monate oder kürzer angemeldet. 20% gaben an, dass sie bereits ein bis drei Jahre einen Facebook-Account besitzen. Der Großteil der Befragten sind schon drei Jahre und länger Mitglied bei Facebook. Diese Antwort wählten 73%. Nach Beantwortung dieser Frage ist deutlich zu erkennen, dass Facebook schon eine sehr lange Zeit eine wichtige Rolle im Leben der Jugendlichen spielt, wenn man bedenkt, dass die Befragten höchstens 16 Jahre alt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse zu Frage 2: „Wie lange bist du schon bei Facebook registriert?“ (Quelle: selbst erstellt, 13.01.2017)

In Abbildung 2 ist zu erkennen, dass Facebook für Jugendliche eine sehr große Rolle spielt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele Stunden am Tag die Befragten auf der Internetplattform aktiv sind. Ganze 60% gaben an, den ganzen Tag online zu sein. Das bedeutet sie sind dauerhaft über ihr Smartphone bei Facebook registriert und können so die neusten Nachrichten bequem und schnell abrufen. Nur 7% gaben an, nicht täglich bei Facebook aktiv zu sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse zu Frage 3: „Wie viele Stunden bist du täglich bei Facebook aktiv?“ (Quelle: selbst erstellt, 13.01.2017)

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Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668484740
ISBN (Buch)
9783668484757
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370633
Institution / Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
1,0
Schlagworte
einfluss netzwerken jugendliche beziehungen beispiel facebook

Autor

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Titel: Der negative Einfluss von sozialen Netzwerken auf Jugendliche und deren soziale Beziehungen am Beispiel von Facebook