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Arbeitslosigkeit und psychische Gesundheit. Macht Arbeitslosigkeit krank?

Hausarbeit 2017 15 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Definition relevanter Begriffe
2.1 Definitionsversuch Arbeitslosigkeit
2.2 Definition Psychische Gesundheit
2.3 Definition Psychische Störung

3. Auswirkungen der Arbeitslosigkeit
3.1 Allgemeine Auswirkungen der Arbeitslosigkeit
3.2 Psychische Auswirkungen der Arbeitslosigkeit

4. Die Depression
4.1 Definition Depression
4.2 Symptome der Depression
4.3 Statistik Depression
4.4 Behandlungsmöglichkeiten der Depression

5. Präventionsmaßnahmen für Arbeitslosigkeit und psychische Gesundheit

6. Ausblick/Fazit

7. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

„Ich suche nach Arbeit. Ich bücke mich dienstfertig, frage, bettle; ich demütige mich selbst und verliere mein Ich. Ich werde zum Tier, zu einem erniedrigten Tier, ausgeschlossen aus der Gesellschaft.“ (vgl. Ottomeyer, 2014, zit. nach Wacker ,1976, S. 46)

Das Thema Arbeitslosigkeit ist ein komplexes Thema, in dem es nicht nur um den Bereich der geschaffenen Freizeit geht, sondern wo viele Facetten beleuchtet werden müssen. Die Arbeitslosigkeit bringt Probleme mit sich. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Gesundheit, das wohl höchste Gut des Menschen. Wenn der Mensch nicht gesund ist, kann er nicht arbeiten und schon gar nicht den Alltag meistern. In der nachfolgenden Arbeit geht es um das Thema „Welche psychischen Folgen hat die Arbeitslosigkeit für den Menschen?“ Dazu wird am Anfang geklärt, was Arbeitslosigkeit und psychische Gesundheit bedeutet. Nachfolgend werden psychische Störungen näher dargestellt und erläutert, wie sie im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit stehen. Des Weiteren werden Konzepte der Prävention vorgestellt, die für den Menschen wichtig sind, um aus diesem „Teufelskreis“ zu gelangen. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Aufklärung zu dem oben genannten Thema zu formulieren, welches transparent und aussagekräftig ist. Es soll verstanden werden, um welches Dilemma es geht, und wie man diesem entkommt.

2. Definition relevanter Begriffe

2.1 Definitionsversuch Arbeitslosigkeit

Das Wort „Arbeitslosigkeit“ ist schwer zu definieren. Es wird oftmals anders beschrieben und bestimmte Bestandteile werden verschieden dargestellt. Im Wandel der Zeit sind mehrere Definitionsversuche aufgetaucht, die man aber nicht vereinheitlichen kann. Es gibt allerdings drei Merkmale, die bei jedem Definitionsversuch auftauchen. Diese drei Merkmale sind: Das Nichtvorhandensein einer Erwerbsarbeit, die Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt und die Suche nach Erwerbsarbeit.
Das bedeutet, dass ein Arbeitsloser keiner bezahlten Arbeit nachgehen darf. Weiterhin muss er einem potentiellen Arbeitgeber zur Verfügung stehen, d.h. der Arbeitslose darf nicht krank sein, oder aus juristischen Gründen nicht arbeiten dürfen. Der Arbeitslose muss wie oben erwähnt, auf der Suche nach Erwerbsarbeit sein. Diesen Status erreicht der Mensch, wenn er sich z.B. bei der Agentur für Arbeit meldet.

Es kann insgesamt festgestellt werden, dass es sich bei dem Thema „Arbeitslosigkeit“, um ein komplexes Phänomen handelt, dass auch medizinische, juristische und motivationale Aspekte umfasst. (vgl. Moser, 2015, S.265)

2.2 Definition Psychische Gesundheit

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird psychische Gesundheit als „Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und etwas zu ihrer Gemeinschaft beitragen kann“ definiert. (vgl. WHO Regionalkomitee für Europa, 2013)
Sie steht im Zusammenhang mit den sozioökonomischen Umständen im Lebensverlauf eines Menschen. Weiterhin nimmt die psychische Gesundheit Bezug auf der gesellschaftlichen Ebene ein: die soziale Gerechtigkeit, die Solidarität, den Wohlstand und den Frieden. Die wichtigste Ebene ist die individuelle Ebene. Diese Ebene beeinflusst das Gesundheitsbefinden und ist unabhängiger Bestimmungsfaktor des Heilungserfolges bei Erkrankung. (vgl. El, Fereidooni, 2016)

2.3 Definition Psychische Störung

Eine psychische Störung umfasst ein breites Spektrum von Problemen mit unterschiedlichsten Symptomen. Diese werden gekennzeichnet durch die Kombination gestörter Gedanken, Emotionen, Verhaltensweisen und Beziehungen zu anderen. Es gibt verschiedene Beispiele für eine psychische Störung. Die Depression, Angstzustände, Sozialverhaltungsstörungen, bipolare Störungen und Schizophrenie sind Beispiele für psychische Störungen. Diese können aber mittels Therapien gut behandelt werden. (vgl. WHO Regionalkomitee für Europa, 2013)

3. Auswirkungen der Arbeitslosigkeit

3.1 Allgemeine Auswirkungen der Arbeitslosigkeit

“Man kann die Arbeitslosigkeit durchaus erstmal dazu nutzen, um eine ganze Menge Dinge zu tun, die man schon immer mal machen wollte. Also da hab ich erstmal ausgeschlafen. Dann hab ich viel in meiner Wohnung getan. Ja, da hab ich wirklich mal so ein bisschen Hobby ausgelebt. Nur dann, so nach ´nem halben Jahr reicht das dann auch, ich musste dann irgendwo wieder was tun.“ ( vgl. Ackermann,1997 zit. nach Interviewpartner M.35 , S.76)

Dieses Zitat stammt aus der Dissertationsschrift von Claudia Ackermann.

Sie beschäftigte sich in ihrer Arbeit unter anderem mit den Allgemeinen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit. Es wurden Interviews zum Thema geführt, die dann später ausgewertet wurden sind.

Was passiert, wenn man arbeitslos wird?

Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich die Arbeitslosigkeit auf das Gemüt legt. Am Anfang wird die Arbeitslosigkeit als Gewinn gesehen. Arbeitslose Menschen haben plötzlich viel Zeit für Dinge, die sie aufgrund des Zeitmangels vorher nicht tun konnten. Vor allem Hobbys und Arbeiten im Haushalt werden beschrieben. Ein weiteres Beispiel ist das Ausschlafen. Durch geregelte Arbeit ist man mehr oder weniger gebunden aufzustehen, aber mit dem Status „arbeitslos“ fällt diese Verbindung häufig weg. In der Arbeit von Ackermann wird beschrieben, dass aber nach ungefähr sechs Monaten eine Unzufriedenheit herrscht. Die Befragungen haben ergeben, dass bei allen das gleiche Muster auftritt. Am Anfang ist die Arbeitslosigkeit, wie oben beschrieben noch angenehm und erholsam, aber was passiert, wenn Betroffene sechs Monate einen mehr oder weniger gleichen Tagesablauf hat?

Es wird immer schwerer, den Tag zu strukturieren, weil man träge wird. Dazu gesellen sich andere Faktoren, die zur Belastung führen. Zum einen sind es die Absagen der geschriebenen Bewerbungen, die sich als sehr belastend auswirken. Das Selbstwertgefühl sinkt dadurch enorm und man fühlt sich nutzlos. Der Druck wird immer höher, weil nun auch finanzielle Schwierigkeiten dazu kommen. Durch fehlende Arbeit sind auch die finanziellen Mittel eingeschränkt. Mit einem Arbeitsplatz konnte man einen Urlaub buchen bzw. zweimal im Jahr verreisen. Nun ist es immer schwieriger solche Fahrten zu planen. Auch für die Kinder ist dieses Dilemma ein negativer Punkt. Sie können sich beispielsweise nicht frei entfalten während der Freizeitaktivität. Auf Dauer bedeutet das vielleicht sogar ein Rückzug der so wichtigen Sozialen Kontakte. Abschließend können folgende Bereiche genannt werden, die sich auf die Arbeitslosigkeit auswirken: Soziale Kontakte, Strukturen, die den Tagesablauf betreffen, Sinnstiftende Tätigkeiten, Finanzielle Ressourcen und die Anerkennung jedes einzelnen. (vgl. Ackermann, 1997)

3.2 Psychische Auswirkungen der Arbeitslosigkeit

Die psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit können verheerend sein. Es sind allerdings nicht bei jeder Arbeitslosigkeit psychische Folgen zu erwarten. Die Dauer der Arbeitslosigkeit spielt hierbei eine zentrale Rolle. Man kann ab zwei Jahren ohne Arbeit von anhaltender Arbeitslosigkeit sprechen. Nach dieser Zeit treten bei den meisten Menschen auch die ersten psychische Symptome auf bzw. befinden sich mitten in einer psychischen Störung.

Diese äußern sich wie folgt.

Arbeitslose äußern häufig, dass sie ein verringertes Interesse am Leben haben. Niedergeschlagenheit ist ein weiteres Symptom. Sie sind träge und in ihrer Bewegung stark verlangsamt. Auch Rücken- oder Kopfschmerzen werden als Symptom beschrieben.

Durch fehlende Aktivität, ist die Wahrscheinlichkeit höher, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Das Immunsystem ist ebenfalls eingeschränkt, weil in der Zeit der Arbeitslosigkeit auch mehr Gebrauch von Tabletten zu beobachten ist. Weiterhin kann die Ehe dadurch beeinträchtig werden, wenn vor dem Verlust der Erwerbsarbeit Streitereien existierten. (vgl. APuz, 2008, S.22f)

Nachfolgend wird eine Abbildung zum Thema „Arbeitsunfähigkeit nach Versichertenstatus und Krankheitsarten „beleuchtet“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten(vgl. DGB, 2014)

Es wird deutlich, welche Auswirkungen die Arbeitslosigkeit mit sich bringt. In der Abbildung wird zwischen drei Gruppen verglichen.

Zum einen die Pflichtversicherten Beschäftigten, die Freiwillig versicherten Beschäftigten und die Arbeitslosen, welche Arbeitslosengeld I empfangen. Dazu werden verschiedene Arten der Krankheiten untergegliedert.

Ziel dieser Abbildung ist es, einen Überblick zu bekommen, wie viele Krankschreibungen zustande gekommen sind, und welche Gruppe den Höchstwert beisteuert.

Wie oben beschrieben, äußern Erwerbslose nach einiger Zeit u.a. Symptome wie Rücken- und Kopfschmerzen. Diese Symptome sind Anzeichen dafür, dass psychische Probleme auftreten. Dieses Dilemma wird auch in dieser Abbildung deutlich.

Beschwerden wie Muskel- und Skeletterkrankungen, sowie Psychische Störungen sind bei der Grafik am häufigsten der ausschlaggebende Punkt für Krankschreibungen von Erwerbslosen. Diese Grafik beinhaltet die Auswertung der Krankentage aus dem Jahre 2013. Bei 100 Mitgliedern wurden ca. 850 AU- Tage bei Muskel- und Skeletterkrankungen von Erwerbslosen vermeldet. Im Vergleich zu den Pflichtversicherten Beschäftigten lag die Zahl bei dieser Erkrankung bei 400 AU – Tage und bei den freiwillig Versicherten Beschäftigten sogar nur bei ca. 270 AU Tage. Bei den Psychischen Störungen lag die Zahl bei den Erwerbslosen bei ca. 650 AU- Tage. Bei den Pflichtversicherten Beschäftigten lag die Zahl dort bei 400 AU-Tage. Die geringste Zahl lag auch hier bei den freiwillig Versicherten Beschäftigten mit ca. 150 AU – Tage. Krankheit ist also nicht nur die Folge von Arbeitslosigkeit, sondern auch Ursache davon. Menschen, die bereits gesundheitlich belastet sind, verlieren ihre Arbeit eher, als Menschen, die gesund sind und vor allem erschwert es den Erwerbslosen den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. (vgl. ebd. 2014)

4. Die Depression

4.1 Definition Depression

Die Depression spielt in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Rolle. Sie ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden. In Deutschland sind ca. 5% der Bevölkerung davon betroffen. Diese Angabe erschließt sich aus Menschen zwischen 18 und 65 Jahren. Wenn man also die unter 18- jährigen und über 65- jährigen dazu nimmt, kommt man auf etwa 4 Millionen Menschen in Deutschland, die unter Behandlungsbedürftigen depressiven Episoden leiden. Davon sind u.a. Arbeitslose betroffen, die äußern, dass sie Symptome der Depression kennen. Hochrechnungen haben ergeben, dass die Depression in den nächsten Jahren weiter von großer Bedeutung bleiben wird (vgl. Stiftung Deutsche Depressionshilfe, 2016)

Aber was ist die Depression eigentlich? Wie wirkt sie sich auf den Menschen aus?

Depression oder auch affektive Störung genannt, ist eine weit verbreitete psychische Störung, die durch einer Zahl Hauptsymptome gekennzeichnet ist. (vgl. Bundesministerium für Gesundheit, 2016)

4.2 Symptome der Depression

Die Hauptsymptome werden selten von Hausärzten erkannt, da sie schwer zu deuten sind. Es ist wichtig, eine Depression zu erkennen, damit Betroffene behandelt werden können und schlimmere Folgen verhindert werden können.

Die Hauptsymptome werden in drei Kategorien unterteilt. Diese Kategorien sind die Affektiven und kognitiven Symptome, Antriebs-und psychomotorische Störungen und die vegetativen Symptome.

Zu den Affektiven und kognitiven Symptomen gehören: Depressive Herabgestimmtheit, depressive Verstimmung, Freudlosigkeit, Gefühlslosigkeit, Weinkrämpfe, Verzweiflung, Angstzustände, Angst vor dem Tag und seine Anforderungen, objekt- und situationsbezogene Ängste, Zukunftsangst, übersteigerte Befürchtungen, Grübeln, Gefühl von Hilflosigkeit, Gedankenkreisen, Selbstvorwürfe wegen Nichtkönnen, Zurückbleiben dem Ich- Ideals, Nicht- geschätzt- Werden, Schuldgefühle, Klage über materielle Probleme, Hypochondrie, negative Selbsteinschätzung, Gefühl von Hilflosigkeit, Ruhe- und Weglaufwünsche, Todeswunsch, Suizidideen und Konzentrationsstörungen.

Zu den Antriebs- und psychomotorischen Störungen zählen: Lust- und Antriebslosigkeit, leere Hektik, krankhafte Unruhe und ein Starrzustand. Und als letztes die vegetativen Symptome. Zu ihnen gehören: Müdigkeit, Kraftlosigkeit, unzureichende Belastbarkeit, Leibgefühlsstörungen, Erschöpfbarkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Obstipation, Schlafstörungen verschiedener Art, Tagesschwankungen, Soziale Abhängigkeit der Depressionsauslösung, Impotenz beim Mann und Dysmenorrhoe (Menstruationsbeschwerden) bei der Frau. (vgl. Wolfersdorf, 2011, S.17)

Anhand dieser vielen Symptome kann beurteilt werden, wie variabel diese Störung für den Menschen sein kann.

4.3 Statistik Depression

Es wird eine Grafik beleuchtet, die den Prozentualen Anteil der Depressiven „Episoden“ bei Arbeitslosen, Teilzeitbeschäftigten und Vollzeitbeschäftigten zeigt. Diese Grafik stammt aus dem Jahre 2013.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Hans Böckler Stiftung, 2016)

Die Altersspanne liegt zwischen 18 und 64 Jahren. Die Altersgruppen werden insgesamt dreimal untergliedert. Es gibt die 18 – 29- jährigen, die 30 – 44- jährigen und die 45 – 64-jährigen. Bei den jüngsten Jahrgängen kann gesehen werden, dass die Zahlen etwas geringer sind, als bei den anderen beiden Altersgruppen. Bei den Arbeitslosen im Alter von 18 – 29 Jahren sind 7,1 % der Frauen und 3,1 % der Männer mit einer depressiven Verstimmung versehen. Bei den 18 – 29- jährigen in Teilzeitbeschäftigung sind 5,7% der Frauen und 3,3% der Männer davon betroffen. Und bei den Vollzeitbeschäftigten in dieser Altersspanne sind 4,5% der Frauen und 2,4% der Männer davon betroffen.

In der Altersspanne der 30 – 44- jährigen sind die Zahlen in allen Bereichen höher. Bei den 30 – 44- jährigen Arbeitslosen liegen die Prozentualen Anteile bei 10,1% bei Frauen und 15,1% bei den Männern, die an einer depressiven Verstimmung leiden. Die Teilzeitbeschäftigten in dieser Altersspanne vermelden dort 7,6% bei den Frauen und 10,2% bei den Männern. Und bei den Vollzeitbeschäftigten leiden 6,9% der Frauen und 3% der Männer an einer depressiven Verstimmung.

Zum Ende werden die Werte der 45 – 64-jährigen erfasst. Dort leiden 15,8% der arbeitslosen Frauen und 15,4% der arbeitslosen Männer an einer depressiven Verstimmung. Bei den Teilzeitbeschäftigten sind es hier 8,6% der Frauen und 9,6% der Männer, die erkranken. Die Vollzeitbeschäftigten sind mit 8,6% der Frauen und mit 4,6% bei den Männern vertreten.

Da es um die Folgen von Arbeitslosigkeit geht, kann anhand dieser Grafik gesehen werden, wie sich Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt und diese enorm belastet.

Von allen Bereichen waren die Arbeitslosen am meisten von einer Depression betroffen. (vgl. Hans Böckler Stiftung, 2016)

4.4 Behandlungsmöglichkeiten der Depression

Eine Depression muss behandelt werden, da eine alleinige Heilung nicht möglich ist. Die erste Hürde ist allerdings erst einmal der Gang zum Arzt. Ohne diesen ist es nicht möglich Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Doch es ist schwer, den richtigen Arzt zu finden. Wer behandelt denn eine Depression? Das ist eine Frage, die häufig gestellt wird. Am ratsamsten ist es, einen Psychiater aufzusuchen. Allerdings ist dort das Problem, dass es erhebliche Wartezeiten gibt. Nichtsdestotrotz muss versucht werden, die Zeit bis zum Termin so angenehm wie möglich zu gestalten. Wurde die Diagnose erfasst, kann die Behandlung beginnen. Zum einen gibt es die medikamentöse Therapie mit Antidepressiva. Nach dem heutigen Wissensstand kann gesagt werden, dass es sich bei der Depression bei einer Fehlfunktion der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin handelt. (vgl. Müller -Röhrich, Hass, Margue, van den Broek, Wagner, 2007,S.71)

Diese Medikamente sind gut wirksam, bringen allerdings Nebenwirkungen mit sich. Insgesamt kann aber trotzdem gesagt werden, dass Antidepressiva gut zur Behandlung von Depressionen sind. (vgl. ebd. S. 72) Als weitere Behandlungsmöglichkeit gibt es die Psychotherapie. Hier ist es wichtig, dass sich der Betroffene vorher darüber informiert, und dem ganzen positiv gegenübersteht, da sonst ein Therapieerfolg schwer zu erreichen ist. Weiterhin gibt es verschiedene Arten der Psychotherapie. Zum einen kann sie stationär oder ambulant durchgeführt werden. Weiterhin wird zwischen Verhaltenstherapie, analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie unterschieden. (vgl. ebd. S. 102) Eine weitere Art der Behandlung ist eine Lichttherapie. Diese wird meistens bei einer saisonalen Depression eingesetzt, d.h. bei Depressionen in den grauen Wintermonaten. Zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten zählt die Elektrokrampfbehandlung. Diese kommt zum Einsatz, wenn gängige Behandlungen keine Wirkung zeigten. Die Transkraniale Magnetstimulation ist ebenfalls eine Möglichkeit, ob diese allerdings langfristig etabliert wird, ist noch nicht ganz geklärt. Andere gängige Behandlungsmöglichkeiten sind: Körpertherapie, Sport treiben, Hypnotherapie, Akupunktur, Entspannungstechniken, Autogenes Training oder einen Aufenthalt in einer Klinik, wo dauerhafte Betreuung vorhanden ist. (vgl. ebd. S. 126 – 132)

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Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668490390
ISBN (Buch)
9783668490406
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370618
Institution / Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Note
1,7
Schlagworte
arbeitslosigkeit gesundheit macht

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Titel: Arbeitslosigkeit und psychische Gesundheit. Macht Arbeitslosigkeit krank?