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Flucht und Trauma. Bedeutung von Trauma für die Flüchtlinge, die Gesellschaft, Lehrkräfte und den Unterricht

Hausarbeit 2017 18 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aktualität

3 Trauma
3.1 Definitionen
3.2 Klassifikation von Trauma
3.3 Posttraumatische Störungen

4 Bedeutsamkeit der Flucht für die unterschiedlichen Personengruppen
4.1 Bedeutung für die Gesellschaft
4.2 Bedeutung für die Flüchtlinge
4.3 Bedeutung für die Schule
4.4 Bedeutung für die Lehrkraft und den Unterricht
4.5 Bedeutung für die Kommunikation

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2: Klassifikation traumatischer Ereignisse

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Traumadefinitionen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Krieg, Verfolgung und Vertreibung von Menschen sind heutzutage noch stark auf der Welt verbreitet. Diese und andere Konflikte haben zur Folge, dass viele Menschen ihr Heimatland verlassen müssen. Im Jahr 2014 waren fast 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, während es 2015 bereits mehr als 65 Millionen Geflüchtete waren. Von den über eine Mil- lion registrierten Flüchtigen in Deutschland konnten nur wenige in ihr Heimatland zurück- kehren.1 Mit dieser Flüchtlingssituation werden die Bundesländer im Bereich der Bildung konfrontiert. Ohne deutsche Sprachkenntnisse (und meist traumatisiert) besuchen sie deut- sche Schulen und Förderkurse, um sich für den Arbeitsmarkt qualifizieren zu können.2 Dadurch kommt es in den institutionellen Einrichtungen zu interkulturellen Begegnungen und zwischenmenschlicher Interaktion, sodass sich veränderte Kommunikations- und Un- terrichtsstrukturen ergeben.3

Neben der erschwerten Kommunikation zwischen den verschiedenen Kulturen, besteht die Gefahr der Traumatisierung der Flüchtlinge durch die Flucht aus dem Heimatland. Aus trau- matisierenden Lebenssituationen können sich posttraumatische Belastungsstörungen entwi- ckeln, die durch verschiedene Symptome zum Ausdruck gebracht werden, wie Schlafstörun- gen, erhöhte Anspannung, Antriebslosigkeit u. a.4 Mit diesen Symptomen treffen die Flüch- tigen auf unterschiedliche Personengruppen. Die Politik betont die Integration von Flücht- lingen in Deutschland durch Bildung. Daher treten neben der Gesellschaft, auch die Schule und Lehrkräfte mit geflohenen Menschen in Kontakt. Die traumatisierenden Erlebnisse ha- ben Einfluss auf die Persönlichkeit und das Verhalten der Betroffenen und erschweren somit das eigene (Lern-) Verhalten.5

Daher beschäftigt sich diese Arbeit mit der Herausarbeitung der Bedeutung, den Auswirkun- gen und Herausforderungen von unterschiedlichen Personengruppen im genannten Kontext. Konkret wird die Bedeutung des Traumas für die Gesellschaft, für die Betroffenen, für die Schule sowie für die Lehrkräfte und die allgemeine Kommunikation analysiert. Zuvor erfol- gen jedoch ein aktueller Bezug des Themas und ein kurzer Einblick in die Thematik des Traumas und der Traumafolgestörungen.

2 Aktualität

In den letzten Jahren kam es zu einer verstärkten Zuwanderung von Flüchtigen in Deutschland. Die Zahl der Zuwanderer stieg von über 200.000 (2014) im Jahr 2015 auf über eine Million Menschen an. Auch wenn die Anzahl der registrierten Flüchtlinge seit dem Jahr 2016 wieder gefallen ist, sind bereits im Jahr 2017 (Januar bis März) fast 50.000 Flüchtlinge in Deutschland registriert, die Zuwanderung dauert somit weiter an.6

Mit der weiterhin aktuellen Zuwanderung wurde im Jahr 2016 das neue Integrationsgesetz eingeführt, um den Einwanderern eine Zukunft in Deutschland zu bieten. Dieses Integrationsgesetz verfolgt den Leitgedanken des »Fördern und Fordern« der jugendlichen Flüchtigen. Die meisten Politiker sehen eine bessere und erfolgreiche Integration durch einen Beruf bzw. durch eine Berufsausbildung.7

Auch wenn keine Untersuchungen darüber vorliegen, wie viele Flüchtige in Deutschland an einem Trauma leiden, können mit der Flucht aus dem Heimatland Ängste oder auch Folge- störungen entstehen. Denn eine Studie von Keilson 1979 belegt, dass mit einer Flucht eine Traumatisierung einhergehen kann.8 Viele der Flüchtigen, die an Bildungsangeboten teil- nehmen, haben viele prägende Ereignisse erlebt, die zu posttraumatischen Störungen führen können. Das nicht verarbeitete Erlebnis wird verdrängt und äußert sich in psychischen oder körperlichen Symptomen. Die Heimatflüchtlinge werden somit schnell zu Patienten mit chronischen Störungen, beispielsweise mit veränderten Verhaltensweisen oder gestörten Persönlichkeitsentwicklungen. Demnach ist der Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen insbesondere für Erzieher und Lehrkräfte eine große Herausforderung. Aufgrund der starken Belastung der Jugendlichen, können sie sich nur sehr schwer neues Wissen aneignen. Dies hat unter anderem auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und somit auf die Gesellschaft, da sie nur schwer eine qualifizierte (Berufs-) Ausbildung erwerben können.9

3 Trauma

Im folgenden Abschnitt wird der Bereich der Traumatologie näher beschrieben. Neben der Definition werden die Arten von Trauma erläutert und die auftretenden Symptome und Folgestörungen eines Traumas dargestellt.

3.1 Definitionen

Der Begriff »Trauma« stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet »Wunde« oder auch »Verletzung«. Die damalige Bedeutung liegt der Medizin zugrunde und bezog sich auf schwere körperliche Verletzungen mit schockartigen Folgen. In der Psychologie etablierte sich später die Bedeutung des Begriffs auf schwere seelische Verwundungen.10

Es existieren unzählige Beschreibungen und Definitionen von einem (psychologischen) Trauma. Die verschiedenen Definitionen lassen sich zunächst zwischen »phänomenologischen« und »klassifikationssystembasierten« Beschreibungen differenzieren.11

Aus einer phänomenologischen Perspektive lassen sich von Tyson und Tyson folgende Merkmale herausarbeiten, die ein psychisches Trauma definieren:

- Es handelt sich um eine existenziell bedrohliche, überwältigende Lebenssituation.
- Die Situation überfordert die Fähigkeit des Ichs zu Organisation und Regulation.
- Die Situation geht mit einem Zustand von Ohnmacht einher.12

Tabelle 1: Traumadefinitionen 13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die in der Tabelle aufgeführten klassifikationssystembasierten Definitionen haben sich be- sonders in der Psychotraumatologie etabliert. Diese werden jedoch mittlerweile stark kriti- siert, da sie nicht alle traumatisierten Erfahrungen mit einbeziehen.14 Dies ist jedoch für den weiteren Verlauf dieser Arbeit nicht von Relevanz und wird daher nicht näher beschrieben.

3.2 Klassifikation von Trauma

Die Spannbreite von potentiellen traumatisierenden Ereignissen ist sehr groß. Vorfälle wie Naturkatastrophen, Unfälle, sexuelle Gewalt etc. lassen sich nach ihrer Häufigkeit des Auftretens und der Ursache klassifizieren. Abbildung 1 zeigt die Einteilung der Vorfälle sowie die daraus ableitende Unterscheidung zwischen Typ-I und Typ-II Traumata.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Klassifikation traumatischer Ereignisse 15

Das Typ-I Traumata zeichnet sich durch einmalige bzw. kurzfristige Vorfälle aus. Darunter fallen beispielsweise ein Verkehrsunfall, eine Geiselnahme oder ein Überfall, wobei die Betroffenen akute Lebensgefahr empfinden. Diese Ereignisse treten plötzlich auf und können sowohl zufällig (Unfälle) oder menschlich verursacht werden (Überfall).16

Das Typ-II Traumata tritt dagegen wiederholt auf und ist (teilweise) vorhersehbar. Die ver- schiedenen traumatischen Ereignisse (sexuelle Misshandlung, häusliche Gewalt oder auch der Aufenthalt in Kriegsgebieten) können miteinander verknüpft, chronisch und/oder lang- andauernd sein.17

[...]


1 Vgl. UNO-Flüchtlingshilfe 2016, o. S.

2 Vgl. Efing, C. 2015, S. 9.

3 Vgl. Yousefi, H. 2014, S. 9.

4 Vgl. Fobian, C. & Ulfers, R. 2015, S. 14.

5 Vgl. Ding, U. 2009, S. 57.

6 Vgl. Statista 2017, o. S.

7 Vgl. Die Bundesregierung -a- 2016, o. S.

8 Vgl. Teckentrup, G. 2010, S. 97-99.

9 Vgl. Sautter, C. 2005, S. 127-128.

10 Vgl. Bear, U. & Frick-Bear, G. 2010, S. 24.

11 Vgl. Landolt, M. 2012, S. 15.

12 Vgl. ebd., S. 15.

13 Vgl. ebd., S. 15.

14 Vgl. Landolt, M. 2012, S. 16.

15 Vgl. ebd., S. 17.

16 Vgl. Maercker, A. 2009, S. 15.

17 Vgl. ebd., S. 15.

Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668478121
ISBN (Buch)
9783668478138
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370551
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Schlagworte
Flucht Trauma Herausforderung für alle Posttraumatische Störungen

Autor

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Titel: Flucht und Trauma. Bedeutung von Trauma für die Flüchtlinge, die Gesellschaft, Lehrkräfte und den Unterricht