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Entstehungs- und Darstellungsmodi von Wissen in der Synthetischen Biologie

Neue Perspektiven und epistemische Impulse am Beispiel der BioArt

Masterarbeit 2017 87 Seiten

Biologie - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Synthetische Biologie: Dimensionen einer Wissensform
2.1 Definition(en), Merkmale, Anwendungen, Verfahren
2.2 Der ingenieurwissenschaftliche Blick auf Lebensprozesse
2.3 Forschungsökonomie und Do-it-yourself-Bewegung
2.4 Kritische Positionen aus naturwissenschaftlichem Blickwinkel

3. Die gesellschaftliche Rahmung: Öffentlichkeit, Ethik, Leben
3.1 Öffentlichkeit, Akzeptanz und das Erbe der Gentechnik
3.2 Kontroverse Aspekte und Spannungsfelder in ethischer Hinsicht
3.3 Der Lebensbegriff und die Bedeutung der Machbarkeit von Leben

4. Kommunikation von Wissen und Wissenschaft im Rahmen der Synthetischen Biologie
4.1 Darstellungsstrategien zwischen Verheißung und Menetekel
4.2 Jugendlicher DIY-Geist und die Entwicklung neuer Formate der Wissenskommunikation
4.3 Metaphern als Kommunikationsmedien und produktive Vorstellungswelten

5. Neue Impulse: Entstehung und Darstellung von Wissen am Beispiel der BioArt
5.1 Neue kulturtheoretische Perspektiven als künstlerischer Schaffensraum
5.2 Bio-Kunst zwischen Ästhetik und Epistemologie
5.3 Analyse exemplarischer BioArt-Projekte
5.4 Rezeptionsmodi und Haltungen zur Bio-Kunst
5.5 Mikroperformativität und der Einsatz von Körperspuren

6. Fazit

1. Einleitung

Es wird! die Masse regt sich klarer!

Die Überzeugung wahrer, wahrer:

Was man an der Natur Geheimnisvolles pries,

Das wagen wir verständig zu probieren,

Und was sie sonst organisieren ließ,

Das lassen wir kristallisieren.[1]

Die einleitend angeführten Worte werden Goethes Dramenfigur Wagner im zweiten der Teil der Faust-Tragödie zugeschrieben. In jenem Moment weiht der dienliche Famulus Fausts Mephisto in sein alchemistisches Experiment zur Herstellung eines menschenähnlichen Wesens, dem Homunkulus, ein. Die Euphorie, von der diese Worte dem Anschein nach getragen sind, wird durch die Regieanweisung einer immer leiser werdenden Stimme Wagners konterkariert. Offenbar handelt es sich um einen »lebendigen« Schöpfungsakt, der zwar vorstellbar, aber zugleich unsagbar zu sein scheint.

Zwei Jahrhunderte später formuliert eine junge biowissenschaftliche Disziplin den Anspruch, neuartiges Leben im Labor herstellen und dabei den manipulativ-verändernden Charakter der Gentechnik hinter sich lassen zu wollen. Die künstliche Herstellung von organischen Formen und Prozessen gerät zum Leitmotiv einer synthetisch orientierten Lebenswissenschaft. Obgleich der menschliche Körper kein unmittelbarer Gegenstand dieser Forschung ist, geistert fortan die Rede von den Homunkuli, Golems und Frankenstein-Monster durch die wissenschaftsbegleitende Medienlandschaft. Die Vorstellung künstlich geschaffenen Lebens scheint bisweilen ein Unbehagen hervorzurufen, das sich in Wagners leisem Tonfall spiegelt. Die Wissenschaftskommunikation der Synthetischen Biologie ist demnach darum bemüht, diesen mithin diffusen Ängsten ein verheißungsvolles Korrektiv gegenüber zu stellen, indem die Forscherinnen und Forscher Anwendungsszenarien mit konkretem gesellschaftlichen Nutzen projizieren. Die Wissensform evoziert ein buchstäblich lebendiges Spannungsfeld, in dem sich diskursive Aushandlungsprozesse vollziehen samt ihrer moralethischen Aspekte, ihrer Ängste und Hoffnungen, ihrer wissenschaftspolitischen Interessen und kulturtheoretischen »Grenzgänge«.

Vor diesem Hintergrund soll der Fokus der vorliegenden Arbeit auf der Kommunikation und Zirkulation von Wissen im Rahmen der Synthetischen Biologie liegen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Darstellungsstrategien, Redeweisen und Visualisierungstechniken, die im Zuge dieser Wissensform zur Anwendung gebracht werden. Ausgehend von der Beobachtung, dass sich in Form einer » Do-it-yourself-Biologie « und einer kunstforschenden BioArt -Szene zwei gestaltungsfreudige Wissensformationen gebildet haben, die sich dem Selbstverständnis nach jenseits des institutionalisierten Wissenschaftsbetriebes positionieren, lässt sich die dieser Arbeit zugrunde liegende Fragestellung entwickeln. Das vorrangige Ziel soll darin bestehen, den Einfluss jener Formationen auf die Entstehungs- und Darstellungsmodi von Wissen (und Wissenschaft) hinsichtlich der Synthetischen Biologie zu untersuchen und diese Impulse und neuen Perspektiven aus einem medien- und kulturwissenschaftlichen Blickwinkel heraus einzuordnen. Die damit einhergehende Analyse bedarf einer Auseinandersetzung mit weiteren zentralen Aspekten: Inwiefern unterscheiden sich die Darstellungs- und Popularisierungsstrategien der DIY-Bewegung sowie der BioArt von einer »konventionellen« Wissenschaftskommunikation? Worauf beruht das Innovationsmoment dieser Ansätze? Was tragen diese Formen auf welchen Ebenen konkret bei? Brechen sie mit den Strukturen des etablierten Wissenschaftsbetriebes und verändern sie dessen Gesicht oder ordnen sich die Amateurbiologen und Biokünstler vielmehr den forschungspolitischen Zielen und Zwecken unter? Und wie bezieht eine Öffentlichkeit zu diesen Entwicklungen Stellung?

Die Bedeutung dieser Arbeit liegt darin, die argumentativen und kommunikativen Entwicklungslinien der hier zu betrachtenden Wissensform so zusammenzuführen, dass am Ende ein aussagekräftiges Gesamtbild entsteht, das der zugrunde liegenden Fragestellung gerecht wird. Angesichts einer jungen Wissenschaftsdisziplin, deren Wirken sich bislang fast ausschließlich über den Zukunftsbezug, über den antizipierten Nutzen legitimiert, kann ein solches Gesamtbild jedoch nur tentativ sein und es bedarf somit einer weiterführenden Beobachtung. Zudem soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sich die Analyse überwiegend auf den deutschsprachigen Raum bezieht, sodass eine dezidiert transnationale Untersuchung künftig von Interesse sein kann (wenngleich transnationale Unterschiede an entsprechenden Stellen dieser Arbeit Erwähnung finden). Darüber hinaus stellt die vorliegende Arbeit keine Analyse der Presseberichterstattung dar. Die leitende Fragestellung wird vielmehr aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet.

Die ersten beiden Hauptkapitel dieser Arbeit dienen der Erörterung fachspezifischer Gegebenheiten sowie grundlegender Zusammenhänge und Perspektiven in der Synthetischen Biologie – ohne dabei aber eine biowissenschaftliche Einführung anzustreben. Derlei Zusammenhänge bilden das Fundament, um den Untersuchungsgegenstand in der Folge angemessen verhandeln zu können. Zu Beginn sollen die Merkmale, Verfahren und Anwendungsbereiche dieser Wissensform näher betrachtet und die Bedeutung einer ingenieurwissenschaftlichen Zugriffsweise auf Lebensprozesse aufgezeigt werden. Darüber hinaus wird die forschungspolitische und ökonomische Rahmung (auch im Verhältnis zur DIY-Biologie) in den Blick genommen und zudem die Frage nach dem Status quo der Forschung zwischen Anspruch und Wirklichkeit gestellt.

Ausgehend von diesen grundlegenden Schauplätzen eines naturwissenschaftlichen Feldes steht die Synthetische Biologie im dritten Kapitel in gewisser Hinsicht auf dem Prüfstand. Hierbei soll insbesondere das diskursive Feld skizziert werden, auf das sich auch die Darstellungsstrategien und Wissensformationen hin ausrichten – einschließlich der ethischen Implikationen, der Bedeutung von Öffentlichkeit (Akzeptanz und Ablehnung) und der Rolle alltagsweltlicher Vorstellungen von Leben und Lebendigem.

Die Art und Weise, wie Wissen und Wissenschaft inszeniert und popularisiert wird, soll Gegenstand des vierten Hauptkapitels sein. Im Zuge der Betrachtung sollen nicht nur die eher konventionell erscheinenden Kommunikationsstrategien und Deutungsrahmen herausgestellt werden, sondern ebenso gezeigt werden, dass eine junge Amateurbiologie maßgeblich daran beteiligt ist, neue Popularisierungsmaßnahmen und Formate der Wissensvermittlung zu entwickeln. Ferner soll die Bedeutung von Metaphern, Analogien und Vorstellungen im Kontext dieser Thematik nachgezeichnet werden.

Den größten Teil dieser Arbeit bildet schließlich das fünfte Kapitel, das sich mit der Rolle der BioArt vor dem Hintergrund der bis dahin skizzierten Dimensionen befassen soll. Zunächst soll dabei der kulturtheoretische Rahmen betont werden, der das biokünstlerische Wirken nachhaltig beeinflusst. Darauf folgend wird jedoch die Frage im Mittelpunkt stehen, inwieweit die BioArt einen (eigenständigen) Beitrag zur Wissenskommunikation oder gar zur Epistemologie selbst leisten kann. Ferner wird zu fragen sein, welche neuen Perspektiven die Bio-Kunst eröffnet und wie sich diese hybridartig anmutende Kunstforschung zur wissenschaftlichen Sphäre verhält. In diesem abschließenden Teilstück sollen zudem konkrete Beispiele analysiert werden.

2. Synthetische Biologie: Dimensionen einer Wissensform

2.1 Definition(en), Merkmale, Anwendungen, Verfahren

In etymologischer Hinsicht hat sich der Begriff der Synthetischen Biologie als durchaus wandelbar erwiesen. Der oftmals zitierte begriffliche Ursprung in der »Biologie Synthétique«[2] des französischen Biologen Stéphane Leduc Anfang des 20. Jahrhunderts hat demzufolge nur noch wenig mit dem heutigen Selbstverständnis einer unter diesem Terminus verhandelten Wissenschaftsdisziplin gemein.[3] Während vor allem in der Gentechnik das Modifizieren und Manipulieren seit den 1960er-Jahren die wesentliche Triebfeder in den Biowissenschaften darstellte, so rückte in den vergangenen zwei Dekaden das Herstellen als eine neue »Biokulturtechnik« in den Blickpunkt. Nicht zuletzt kraft der Öffentlichkeitsarbeit von Vordenkern wie Drew Endy oder dem omnipräsenten Wissenschaftsunternehmer Craig Venter hat sich die Rede von der Synthese fortan auch begrifflich in die Life Sciences eingeschrieben, einschließlich einer Reihe von internationalen Konferenzen, die sich den Terminus der Synthetischen Biologie schon vergleichsweise früh (seit 2004) auf die Fahnen schrieben.[4]

So wandelbar sich der Begriffsgehalt wissenschaftshistorisch verhält, so vielgestaltig sind auch die Versuche, den Forschungsbereich heute klar zu umreißen und einzugrenzen. Erschwert wird ein solches Unterfangen obendrein durch den Umstand, dass unter der Bezeichnung „ein ganzer Kanon unterschiedlicher Aktivitäten und Forschungsrichtungen subsumiert“[5] werde. Nicht selten wird daher in kritischer Absicht von einer bloßen Worthülse gesprochen, die von einem zweifelhaften »Hype« getragen wird. Die US-amerikanische Synthetic Biology Community, ursprünglich initiiert von jungen Forscherinnen und Forschern aus dem Wirkungskreis des Massachusetts Institute of Technology sowie der Harvard University, beschreibt die Synthetische Biologie als „design and construction of new biological parts, devices, and systems, and (...) the re-design of existing, natural biological systems for useful purposes.“[6] Besonders konsequent wird die modular verstandene Schaltkreis-Metaphorik am Synthetic Biology Center des MIT bemüht (und beworben): „The key is the development of an engineering methodology based on standardized and well-characterized interchangeable parts.“[7] Auch die deutsche Fachgesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA) schlägt eine ähnliche Perspektive vor, wenn sie in einem Thesenpapier die „Anwendung von Ingenieursprinzipien für die gezielte Konstruktion biologischer Systeme“[8] als Kernelement herausstellt. An dieser Stelle ließen sich viele weitere Wendungen schlaglichtartig abbilden[9] ; es bietet sich jedoch an, die hiesigen Eingrenzungen auf ihre kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen. Demnach geht es im Rahmen der Synthetischen Biologie insbesondere um drei Aspekte: 1. Die Modifikation von biologischen Systemen und deren Ausstattung mit neuen Funktionen. 2. Ein konstruktivistischer Zugriff auf molekularer Ebene – einschließlich der Synthese von Organismen, die so in der Natur nicht vorkommen. 3. Der fortschreitende Übergang von einer analytisch-systemischen Wissenschaft hin zu einer experimentell-produktionsorientierten Ausrichtung.[10]

Ein solch dezidiert anwendungsbezogener Forschungsansatz geht mit einer Vielzahl von Hoffnungen und Versprechungen einher, die einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen widerspiegeln und indes die Forschungen legitimieren sollen. In der Materialforschung verschreiben sich manche etwa der „Suche nach energieeffizienten, nachhaltigen und nicht zuletzt kostengünstigen Produktionsverfahren“[11], auch und im Besonderen hinsichtlich der Fabrikation gänzlich neuer Materialien oder der Synthese sachdienlicher Mikroorganismen. Die Forschungsbemühungen folgen dabei mithin dem Ruf nach umweltverträglichen Lösungen in der Energiegewinnung sowie nach Verbesserungen im Bereich von Arzneimitteln und Diagnosemöglichkeiten.[12] Mediale Resonanz erfuhr beispielsweise das Vorhaben des Wissenschaftsunternehmens Synthetic Genomics, das darin bestand, Algen mittels biotechnologischer Verfahren zu synthetisieren, die in der Lage seien, umweltschonend Biokraftstoff zu produzieren und obendrein Kohlendioxid in großer Menge zu binden.[13] Derlei Zukunftsversprechen sind nicht nur aus forschungsökonomischer Sicht von existenzieller Bedeutung, sondern sie nehmen auch eine Schlüsselrolle in der Frage ein, ob und inwieweit sich eine Wissenschaftsdisziplin etablieren und gesellschaftliche Akzeptanz erfahren kann.

Vor dem Hintergrund eines potenziell sehr breiten Nutzenhorizonts hat sich die Synthetische Biologie hinsichtlich ihrer Verfahren und Ansätze weiter ausdifferenziert. Über die Grundlagenforschung hinaus wurden insbesondere bei der chemischen Herstellung von DNA große Fortschritte erzielt und der Syntheseprozess kann heute technisch effizienter gestaltet werden (überwiegend automatisiert). Die auf diese Weise, zumindest in Teilen synthetisch erzeugten genetischen »Erbinformationen« – die Herstellung erstreckt sich mittlerweile auf ganze Genome mikroorganischer Lebensformen ­– werden schließlich in entkernte Zellen eingespeist oder als Versuchsballone neuartiger Funktionen in sogenannte »biologische Schaltkreise« integriert.[14] Um der Komplexität biologischer Systeme Herr zu werden und um ungewünschte Interaktionen zu minimieren, besteht ein weiterer Ansatz heute darin, Organismen und insbesondere deren kleinste, lebensfähige Einheit, die Zelle, auf ein Minimalsetting zu reduzieren. Die so auf ihre reine Überlebensfähigkeit beschränkten Zellen stellen dabei »Chassis« dar, in denen Lebensprozesse (dem Bestreben nach) kontrolliert erforscht und neuartige Funktionen möglichst ohne Störgeräusche getestet werden können. Darüber hinaus befassen sich »Bioingenieure« mit sogenannten Protozellen, Vorstufen zellulären Lebens, die aus leblosen chemischen Elementen geschaffen werden.[15] Ein kontrovers diskutierter Spezialfall ist schließlich mit der Xenobiologie verbunden; einer Forschungsrichtung mit dem Ziel, Organismen herzustellen, „die in der Natur nicht vorkommen und mit dieser auch gar nicht interagieren sollen.“[16] Die Besonderheit, in gewisser Hinsicht auch ein Stück weit Radikalität, resultiert aus der expliziten Abgrenzung von beispielsweise natürlich vorkommenden Aminosäuren. Die Xenobiologie verkörpert damit einen klaren Gegensatz zur bisweilen angewandten Biomimetik und sie wirft die Frage auf, inwiefern hierbei noch von Bio-Logie, also der Lehre des Lebens, gesprochen werden kann. Das Kalkül beruht dabei jedoch weniger auf dem Wunsch nach Entgrenzung, sondern die Xenobiologen streben ganz im Gegenteil durch ein minimiertes »natürliches« Interaktionspotenzials mehr biotechnologische Sicherheit an (im Sinne einer „genetischen Firewall“[17] ).

Angesichts dieser methodischen und perspektivischen Vielfalt wird deutlich, dass die Synthetische Biologie wie kaum ein anderer naturwissenschaftlicher Forschungszweig durch das Merkmal der »Interdisziplinarität« geprägt ist. Als eine der emerging technologies vereint sie biowissenschaftliche Traditionslinien (Molekularbiologie, Zellbiologie etc.) mit Informatik, Kommunikationstechnik, Nanotechnologie sowie ingenieurwissenschaftlichen Konzepten. Die in der Systembiologie forschenden Autoren Sonja Billerbeck und Sven Panke sprechen gar von einer Disziplin, die „nicht als isolierte Entwicklung auftreten kann.“[18]

Doch trotz der Überwindung disziplinärer Grenzen, trotz einer zunehmenden Verschmelzung von Wissenschaft und Technik, sind die Vertreter der Synthetischen Biologie darum bemüht, sich im Rahmen wissenschaftspolitischer Überlegungen fachlich abzugrenzen und als eigenständig zu positionieren. Neben einer Abgrenzung von der Nanowissenschaft (Moleküle sind letztlich Elemente im Nanobereich)[19] sowie von den Informationswissenschaften (Einsatz computergestützter Simulationsverfahren)[20] gerät hierbei vor allem die molekulare Genetik und ihr anwendungsorientiertes Feld der Gentechnik ins Visier – nicht zuletzt ob der bösen Geister, welche die vorangegangene Diskussion rund um die sogenannte Grüne Gentechnik rief (vgl. Kapitel 3.1). In vielerlei Hinsicht sind die Unterschiede zum »Genetic Engineering« tatsächlich eher gradueller Natur. Denn in der Regel kommen auch in der als synthetisch deklarierten Biologie gentechnische Verfahren sowie ähnliche methodologische Annäherungen an den Gegenstand zum Einsatz. Die These einer solchen graduellen Abstufung, gewissermaßen einer bloßen Intensivierung der genmanipulativen Eingriffe seit den 1960er-Jahren, haben vor allem der Genetiker Antoine Danchin und der Mikrobiologe Víctor de Lorenzo in die Diskussion eingebracht.[21] Letztlich bewegen sich die Positionen hier auf einer Ebene gleichberechtigter Auslegungen, denn auf der anderen Seite ließe sich mit Joachim Boldt auch eine „Eingriffstiefe in die molekularen Grundlagen von Lebensprozessen [konstatieren, die] weit über den aus der Gentechnik bekannten Transfer einzelner Gene von einem Organismus zum anderen hinaus geht.“[22]

2.2 Der ingenieurwissenschaftliche Blick auf Lebensprozesse

Wenn, wie Benjamin Bühler schreibt, die Biologie „endgültig in das Zeitalter des Konstruktivismus eingetreten“[23] ist, dann geht damit die Frage nach dem zugrunde liegenden Verständnis von Leben und Organismus einher. Die Forscherinnen und Forscher verstehen sich zumeist als Bioingenieure und betrachten Leben demnach als ein auf „technisch-invasive Weise zu kontrollierendes und aus den Gesetzmäßigkeiten seiner technisch zu verändernden Bestandteile heraus vollständig zu erklärendes Objekt.“[24] Michael Reth, seines Zeichens Molekularbiologe, identifiziert überdies ein Changieren zwischen »Systemingenieur« und »Moleküldesigner«: „Als ersterer geht er von der [...] ad hoc-Annahme aus, dass sich biologische Moleküle wie Teile einer Maschine verhalten und entsprechend auch funktionell beschrieben werden können. Als letzterer pflegt er einen spielerischen, kreativen Umgang mit biologischen Materialien.“[25] Nicht nur die Natur, sondern auch das Leben selbst wird auf diese Weise zum Gestaltungsobjekt und unterliegt der Argumentation folgend einer Zweckorientierung, die letztlich auf Produktionsprozesse ausgerichtet ist. Ein derartiges Verständnis stellt einen wissenschaftshistorischen Paradigmenwechsel in der Biologie dar: „Aufklärung, Sammlung und Ordnung von Wissen, wie es die Lebenswissenschaften des 18. Jahrhunderts noch charakterisierte, wurden durch das Primat der Neuformung, Umgestaltung und Verbesserung der Biologie im Dienste der Nation, der Ökonomie und der Selbstfindung des Individuums abgelöst.“[26] Doch wie konkretisiert sich dieser Paradigmenwechsel? Wo reicht die ingenieurwissenschaftliche Selbstbeschreibung über die viel zitierten Sprachbilder der Schaltkreise, Legosteine und Baukästen hinaus? Sonja Billerbeck und Sven Panke veranschaulichen dies am Beispiel der Einführung kostengünstiger Verfahren zur chemischen Synthese von Desoxyribonukleinsäure (DNS).[27] Die hierbei optimierten und mitunter automatisierten Verfahren ermöglichen es, genetisches Material (bis hin zu ganzen Bakterien-Genomen) in großem Maßstab de novo herzustellen. Dieser produktionstechnische Fortschritt trägt dabei nicht bloß zu einer positiven Entwicklung der Forschungsbemühungen in der Synthetischen Biologie bei; er stellt vielmehr ihre Voraussetzung dar. Billerbeck und Panke berücksichtigen diesen Aspekt bereits in ihrer Definition der Synthetischen Biologie, welche sie als das Bestreben umschreiben, „komplexe biologische Systeme mit neuen Eigenschaften und neuen Funktionen in effizienter und planbarer Weise zu konstruieren.“[28] Effizienz und Planbarkeit sind zwei Prinzipien, die in den Ingenieurwissenschaften schon länger eine übergeordnete Rolle spielen und die nun vermehrt Einzug in die Laboratorien der »Life Sciences« halten. Während sich das Streben nach Effizienz insbesondere in der Automation repetitiver Lebensprozesse sowie in der Verfahrensstandardisierung niederschlägt, erhoffen sich die Bioingenieure eine bessere Planbarkeit durch die Verminderung unerwarteter Interaktionen in Bezug auf die zellulären und biochemischen Vorgänge.[29]

Gerade letzteres korreliert darüber hinaus mit dem aus den Computerwissenschaften entlehnten Konzept der Orthogonalität, das zunehmend als Leitmotiv einer synthetisch orientierten Lebensforschung dient. »Orthogonal« beschreibt dabei „eine Systemeigenschaft, die es erlaubt, einem bestehenden System Komponenten hinzuzufügen, ohne dass die Funktion der anderen Bauteile dadurch beeinflusst wird.“[30] Eine praktische Auslegung dieses Konzeptes verkörpert beispielsweise der oben erwähnte Ansatz, einen Minimalorganismus zu schaffen, der die Kontextabhängigkeit der zu implementierenden genetischen »Bauteile« auf ein Minimum reduzieren soll. Aus methodischer Sicht werden dabei einzelne Gene systematisch eliminiert, bis am Ende ein gerade noch überlebensfähiges Grundgenom übrig bleibt. Allerdings stoßen die Biologinnen und Biologen hierbei bislang buchstäblich an natürliche Grenzen, die durch die Komplexität und Interaktionsdichte der intra- und interzellulären Verbindungen bedingt sind. Das Prinzip der Orthogonalität ist demzufolge auch „das Gegenteil von dem, wie eine Zelle operiert.“[31]

Dieser Widerspruch deutet an, dass die (Selbst-)Imagination der Synthetischen Biologie als Ingenieurskunst auf einem wackeligen Fundament steht. Dennoch steht die Metaphorik des Bauens, des Konstruierens und regelrechten Errichtens für ein weiteres zentrales Konzept der Synthetischen Biologie Pate. Das mit Effizienz und Planbarkeit einhergehende Streben nach Standardisierung drückt sich in einem »modularen« Verständnis von Leben aus. Der ingenieurwissenschaftliche Blick fragmentiert den Organismus von Anfang an und erklärt diesen aus seinen Teilen heraus; bis hin zu den kleinsten Einheiten auf molekularer Ebene. Ein solches Pars-pro-toto-Prinzip machen sich die Biodesigner in einem zweiten Schritt zunutze, indem sie gezielt biologische »Bauteile anfertigen«, die sich in einem als Schaltkreis vorgestellten organischen System »verschalten« lassen. Zusätzlich dient das Konzept der Modularität dazu, „das Wiederverwenden solcher Bauteile und ihre (automatisierte) Integration in komplexere Bauteile zu vereinfachen.“[32] Wie sich ein derartiges Konzept materialisiert, zeigt insbesondere das BioBrick -Bauteilregister der iGEM-Foundation[33], einer online zugänglichen Datenbank funktionaler Gensequenzen (präziser: Anleitungen für solche Sequenzen), die gleichermaßen von etablierten Forscherinnen und Forschern, jungen Amateurbiologen sowie von Biokünstlern für verschiedenste Projekte abgerufen und genutzt wird. Das BioBrick -Register wird zudem häufig als eine Art wissenschaftspädagogisches und interdisziplinäres Musterbeispiel herangezogen (vgl. dazu Kapitel 2.3). Es stelle einen „interessanten Übungsparcours für junge synthetische Biologen dar, der sie an das Konzept der Abstraktion biologischer Phänomene heranzuführen versteht [und der Studierende unterschiedlicher Disziplinen] auf eine Verständnisebene bringt.“[34]

Wenngleich das BioBrick -Register (einschließlich der bemerkenswerten Ziegelmetapher) wie eine inkarnierte Baukasten-Vorstellung anmutet, sind die Verwenderinnen und Verwender noch weit davon entfernt, diese »bio-parts« orthogonal und uneingeschränkt planvoll einzusetzen. Vieles basiert nach wie vor auf „Versuch und Irrtum“[35], was zwar den Kern einer Experimentalwissenschaft ausmacht, zugleich aber dem selbstauferlegten Anspruch einer Standardisierung und produktionsorientierten Effizienz zuwiderläuft. Kritiker dieser ingenieurwissenschaftlichen Zugangsweise rekurrieren vor allem auf die Bedeutung evolutionärer Prozesse, die sich nicht bis ins Letzte kontrollieren lassen[36], oder verweisen schlichtweg auf die Komplexität zellulärer Vorgänge, die bei weitem noch nicht als erforscht gelten können. Die Vertreter der Synthetischen Biologie beschäftigt daher weniger die technische Machbarkeit von Leben, die im naturwissenschaftlichen Sinne außer Frage steht, sondern eher die Kontrollierbarkeit dessen, was dort mit einem womöglich breiten gesellschaftlichen Nutzen geschaffen werden könnte. Während hier im Zuge der erwähnten Minimalchassis ein möglicher Ansatz diskutiert und erforscht wird, wählte das Team um den in Wissenschafts-PR geschulten Forschungsunternehmer Craig Venter quasi den umgekehrten Weg und synthetisierte 2010 ein artifizielles Genom, das in einem zweiten Schritt funktionstüchtig in eine (nicht synthetisierte) Bakterienzelle »transplantiert« wurde.[37] Die seinerzeit medial vielfach aufgegriffene Meldung rief nicht nur die Synthetische Biologie selbst in ein breiteres öffentliches Bewusstsein, sondern mit ihr zusammen auch den Gedanken an eine dezidiert technisch geprägte und betont ingenieursmäßige Konstruktion von Leben.

2.3 Forschungsökonomie und Do-it-yourself-Bewegung

Um im weiteren Verlauf besser nachvollziehen zu können, weshalb bestimmte Akteure ihr (teils prognostiziertes) Wissen in dieser oder jenen Weise darstellen oder inszenieren, lohnt sich ein kurzer Blick auf die wissenschaftsökonomische Rahmung und auf die Art und Weise, wie sich verschiedene Gruppen dieses jungen Wissenschaftsfeldes organisieren. Joachim Boldt sieht die Synthetische Biologie in der für eine emergierende Technowissenschaft nicht untypischen »labilen Situation«, in der noch nicht entschieden sei, „in wieweit sie institutionalisiert wird, ob es auf sie hin maßgeschneiderte Förderprogramme geben wird und ob ihre Produkte (...) einen Markt finden werden.“[38] Vor dem Hintergrund dieser Ungewissheiten besteht ein zentrales Anliegen darin, sich als attraktive und vor allem eigenständige Wissenschaftsdisziplin zu positionieren und im Zuge dessen Forschungsgelder zu akquirieren. Aus dieser Gemengelage heraus hat sich die Besonderheit entwickelt, dass der Diskurs über die Synthetische Biologie seither nicht unbedingt durch den Status quo der Forschung selbst bestimmt wird, sondern vielmehr durch projizierte Zukunftsszenarien. „Wissensformen wie die Transgenetik oder die Synthetische Biologie legitimieren sich vor allem durch ihren Zukunftsbezug“[39], schreibt Benjamin Bühler, und er spielt damit nicht zuletzt auf die florierende Verheißungsrhetorik an, die einen zu erwartenden, immensen gesellschaftlichen oder individuellen Nutzen verspricht – sei es in der Energiegewinnung, der kurativen Medizin, in Fragen des Umweltschutzes oder (im Falle der Transgenetik) bei der Verhinderung von Hungerkatastrophen. Markus Schmidt, der im europäischen Raum hinsichtlich der Begleitungsforschung und Kommunikationsanalyse zur Synthetischen Biologie sehr umtriebig ist, beschreibt eine „prekäre Situation, dass Geldmittel für die Forschung bewilligt werden sollen, ohne dass handfeste Beweise für die Nützlichkeit im Hier und Jetzt vorliegen.“[40] Erzählungen wie die der Überwindung von Krebsleiden oder die in Kapitel 2.1 angerissenen Kraftstoff produzierenden Algen, „spiegeln damit die narrativen Muster der Wissenschaftler und Geldgeber wider.“[41] Letztlich ist dieser Aspekt jedoch nicht ungewöhnlich für eine junge, technophile Wissensform (ähnliche Narrative finden sich z. B. in der Nanowissenschaft) und genauso wenig disqualifizieren solche ökonomischen Motive die an sich erstrebenswerten Forschungsziele. Trotzdem muss eine kritische Begleitung dieser Versprechen möglich sein, gerade vor dem Hintergrund machtpolitischer Formationen, Monopolisierungsgebaren oder der Pseudo-Etikettierung als Synthetische Biologie durch andere, benachbarte Disziplinen (Forschungsbranding, vgl. Kapitel 4.1). Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die möglichen sozioökonomischen Folgen, welche die Freisetzungen transgener oder synthetischer Organismen nach sich ziehen könnten – ein Thema, das in der Regel nur im Kontext agrarwirtschaftlicher Probleme zur Sprache kommt[42], letztlich aber mit dem Eintritt in die Biosphäre vielfältige Formen annehmen kann.

Dem etablierten Wissenschaftsbetrieb steht in zunehmendem Maße eine Do-it-yourself-Bewegung gegenüber, die sich – durchaus in Analogien zu den Amateurbastlern der Computerentwicklung – durch mehr Freigeist, Offenheit, Demokratisierungsethos, Neugier und unkonventionelle Zugangsweisen auszeichnet.[43] Auch das proklamierte Open-Source-Prinzip und die immer wieder zu lesenden (Fremd-)Zuschreibungen als Biohacker oder Garagenbiologen lassen einen Vergleich zu den wissenschaftshistorisch jungen Formationen aus dem IT-Umfeld zunächst plausibel erscheinen. Doch das »Basteln« mit und an organischem Material hat eine ungleich höhere Risikobehaftung, weshalb sich diese Bewegung nicht nur als innovativ erweist, sondern als ebenso kontrovers gilt. Der wohl wichtigste Ausgangspunkt ist zweifellos mit der »International Genetically Engineered Machine Competition« (iGEM)[44] verbunden; einem jährlich stattfindenden Wettbewerb, bei dem studentische Teams mit individuellen Forschungsprojekten unter Verwendung standardisierter genetischer Komponenten gegeneinander antreten. Die Idee besteht unter anderem darin, die »Bauteile« aus dem BioBrick -Register innovativ zu »verschalten« oder aber selbst neue Komponenten zu entwickeln, die sich in das Register einspeisen lassen.[45] Diese in den Biowissenschaften eher untypische Form der Ausbildung ist darauf angelegt, interdisziplinäre Brücken zu schlagen und die Aufmerksamkeit junger Forscherinnen und Forscher aus den Life Sciences, den Ingenieurwissenschaften sowie der Informatik auf das dynamische Feld der Synthetischen Biologie zu lenken. Neben dem Erwirken einer jugendlichen Begeisterung geht es dabei auch „um die Verbindung zwischen Wissenschaft, Technik, „social media“ und Multimedia. Diese Form von Kommunikation spricht vor allem ein junges, techno-affines, liberales, urban-gebildetes und elitäres Publikum in einer positiv-kritischen Art und Weise an.“[46]

Viele der teilnehmenden Studierenden organisieren sich auch jenseits des iGEM-Wettbewerbes in sogenannten DIYBio-Gruppen[47], deren Aktivitäten, neben dem Networking selbst, vor allem der Schaffung von Lehrangeboten zur Vermittlung grundlegenden Fachwissens dienen – sei es in Form von Workshops, Online-Seminaren oder anderen Lehrformen.[48] Vorrangige Kennzeichen jener DIY-Communities sind ihre Interdisziplinarität, ihr Selbstbild als Non-Profit-Bewegung (wenngleich sich nicht selten auch Amateurbiologen mit einem erfolgsversprechenden Projekt ausgründen), ihr Streben nach kostengünstigen und effizienten Werkzeugen, ihre Forderung nach einem offeneren Wissenschaftsklima unter dem Schlagwort »Open Source«, und schließlich damit einhergehend auch der Wunsch nach mehr Demokratisierung auf der Ebene von Entscheidungsprozessen.[49] Da sich die DIY-Bewegung ihrem Wesen nach außerhalb des institutionalisierten Wissenschaftsbetriebes organisiert (sich allerdings häufig innerhalb dessen rekrutiert), fehlt es oftmals an den finanziellen Mitteln sowie einer entsprechenden Ausstattung, um die eigenen Projekte umzusetzen respektive voranzutreiben. Bei allem Innovationsgeist, der den DIY-Communities zweifellos innewohnt, hält sich ihre Popularität jenseits der eigenen Reihen in Grenzen. Während einige der etablierten Biologinnen und Biologen die DIY-Szene nicht sonderlich ernst nehmen und eher einen spielerischen Selbstzweck attestieren, äußern sich kritische Stimmen aus der Öffentlichkeit besorgt ob der potenziellen Risiken einer nur schwer zu kontrollierenden »Laienforschung«. In einer vergleichenden Analyse der US-amerikanischen DIYBio-Gemeinschaft mit ihrem europäischen Pendant (heute firmierend unter der Bezeichnung »BioHackLabs«) heißt es etwa: „The DIYBio movement has been reported in the mainstream media, mostly in an exaggerative manner, highlighting its hope, hype, and horror.“[50] Das bedeutet letztlich auch, dass die durchaus vorhandene ethische Selbstreflexion jener vermeintlichen Laienforscher zugunsten einer medienwirksamen Projektionsfläche für Ängste und Szenarien aller Art bewusst unterschlagen wird. Mit anderen Worten: ein Korrektiv fehlt. Über die Webseite »DIYBio.org« können Amateurbiologen beispielsweise Fragen an ausgewiesene Expertinnen und Experten im Bereich der Biosafety (Schutz vor unbeabsichtigten Umweltauswirkungen) richten – nur ein Beispiel für die mithin konkrete Ausgestaltung ethischer Standards. Dennoch sind gewisse Risiken der Do-it-yourself-Forschung am lebenden Objekt nicht von der Hand zu weisen, zumal nicht jeder Amateurbiologe einem Netzwerk zugehörig ist oder die dort gesetzten Standards intrinsisch befolgt.

Eine besondere Konstellation entsteht auch dann, wenn sich Künstler im Rahmen der transgenen Kunst bzw. der BioArt an der Forschung beteiligen respektive eigene Projekte unter dezidiert ästhetischen Gesichtspunkten initiieren. Bei der Kultur- und Medientheoretikerin Nicole Karafyllis (ebenso studierte Biologin) stoßen diese Kunstpraxis und das damit korrespondierende Beharren auf die Kunstfreiheit (auch in juristischem Sinne) auf Kritik:

Vor diesem juristischen Hintergrund ist es ebenso verstehbar wie bedrohlich, dass einige BioArtisten vergleichsweise unbekümmert transgene Organismen zuhause in der Werkstatt, in Küche oder Keller herstellen („Garagenbiologie“), in den Ausstellungsverkehr bringen und von Kuratoren ggf. als „Kunst“ deklarieren lassen. Die Kunst darf das! Oder: Jeder darf das? Denn in der BioArt mischen sich die politischen Konzepte der Do-it-yourself-Bewegung mit denen der Kunstfreiheit und Wissenschaftsfreiheit. Hinzu kommt diskursiv das wissenschaftspolitische Konzept des „informierten Bürgers“ (scientific citizenship), der offenbar nicht nur ein Recht auf Teilhabe am Wissen des wissenschaftlichen Fortschritts hat, sondern nun auch ein Recht auf das „Schaffen“ haben soll und zuhause mitmachen darf. [...] Die Grenze zwischen der BioArt- und der Biohackerszene [...] ist fließend geworden. [...] Die Computerhacker der 1970er sind im Rahmen eines Technologietransfers in die Biohacker der 2010er-Jahre überführt worden: Sie nutzen Programmierungstechniken zur Synthese von Erbinformationen für eigene Zwecke und folgen dabei ihrer Hackerethik. Die einstige Metapher des genetischen Codes hat sich im virtuellen Raum des Open Source materialisiert: Das Leben der anderen ist verfügbar.[51]

Karafyllis hat insofern Recht, als dass sich dieser »DIY-Spirit« in einer risikobehafteten und bislang nur rudimentär erforschten, anwendungsorientierten Disziplin nicht grenzenlos und von Jedermann beanspruchen lässt. Sie beschreibt damit auch ein zentrales Spannungsfeld ethischer Reflexion: den normativen oder gar rechtlichen Handlungsrahmen zwischen Forschungsfreiheit und den Begrenzungsbemühungen derselben aus einer Vielzahl von Gründen, die im dritten Kapitel dieser Arbeit genauer betrachtet werden. Trotz der berechtigten Kritik vom Grundsatz her, schießt die Autorin aus meiner Sicht über das Ziel hinaus, indem sie etwas unreflektiert die DIY-Szene der Biologie mit den Computerhackern der 1970er-Jahre vergleicht, ja, vielmehr noch eine nahtlose Kontinuität unterstellt, samt der Überführung einer Hackerethik, welcher die Akteure folgen. Abgesehen davon, dass die Situation in der Synthetischen Biologie allein angesichts der frühen intensiven Begleitforschung eine andere zu sein scheint, stimmt Karafyllis hier obendrein noch in die eben beschriebene Rede von »hope, hype und horror« mit ein. Anders ausgedrückt: Sie gibt kein differenziertes Bild ab.

Schlussendlich ist davon auszugehen, dass die DIY-Bewegung der Synthetischen Biologie fortbestehen wird und womöglich noch an Bedeutung dazugewinnt, da sie in der Lage ist, attraktive Wissenschafts formate zu entwickeln (vgl. Kapitel 4.2) und als Bindeglied zwischen dem Expertentum und einer Öffentlichkeit »informierter Bürger« zu fungieren. Es ist jedoch auch wichtig zu betonen, dass die DIY-Bio-Community trotz programmatischer Unterschiede kein expliziter Gegenspieler des etablierten Wissenschaftsbetriebes ist. Viele Bioingenieure bewegen sich auf beiden Terrains, Bio-Künstler kooperieren mit universitären Laboreinrichtungen. Und selbst die als Symbol dieser jungen Bewegung (miss)verstandenen iGEM-Projekte finden überwiegend in den Räumlichkeiten der Universitäten und Institute statt, an denen sich die Teams auch letzten Endes rekrutieren.[52]

2.4 Kritische Positionen aus naturwissenschaftlichem Blickwinkel

Bevor im hierauf folgenden Kapitel die gesellschaftliche Dimension der Synthetischen Biologie und die damit verbundene ethische Debatte im Mittelpunkt stehen wird, soll zunächst auf jene Kritikpunkte eingegangen werden, die aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive heraus formuliert sind. Denn es sind nicht allein die großen Fragen nach Verantwortung und Moral, die eine kritische Auseinandersetzung mit dieser potenziell kontroversen Disziplin evozieren. Wie in Kapitel 2.2 bereits angemerkt wurde, beginnt die Ernüchterung häufig schon dort, wo es um die bloße Beschreibung intra- und interzellulärer Prozesse geht. Darüber hinaus geschieht jede Manipulation oder Synthese von Organismen „im Rahmen eines großen Unwissens über das Gesamtsystem. [...] Biosynthetische Projekte sind wie Gleichungen mit vielen Unbekannten und wir sind vor Überraschungen nicht gefeit.“[53] Mit »Wir« sind in diesem Fall die Molekularbiologen gemeint, zu denen sich der hier zitierte Michael Reth selbst zählt. Die anwendungsorientierten Vertreter seines Fachgebietes müssen sich mitunter an den Visionen und Versprechungen messen lassen, die eingangs umrissen wurden. Das führt indes dazu, dass Kritiker eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit diagnostizieren und diese bemängeln. Im Kern geht es dabei auch um die Frage, ob bis dato überhaupt jemals auf »genuin« synthetischem Wege Leben geschaffen wurde. Ungeachtet dessen, dass sich gleichermaßen fragen ließe, wie ein solch »künstlicher Weg« aussähe und inwiefern er von einem vorausgesetzten »natürlichen Weg« zu unterscheiden wäre, lässt sich heute auch bei wohlwollenden Kriterien noch von keinem gänzlich synthetisch hergestellten Organismus ausgehen.

Ein hierfür geeignetes Beispiel ist paradoxerweise die Erfolgsmeldung aus dem J. Craig Venter Institute, wonach es im Jahr 2010 gelungen sei, die erste sich selbstreplizierende Bakterienzelle synthetisch herzustellen. In der dazugehörigen Pressemitteilung heißt es unter anderem: „The synthetic cell is called Mycoplasma mycoides JCVI-syn1.0 and is the proof of principle that genomes can be designed in the computer, chemically made in the laboratory and transplanted into a recipient cell to produce a new self-replicating cell controlled only by the synthetic genome.“[54] Interessant ist hier vor allem der letzte Teil, da schon die biomorphe Nuance des Wortes »transplanted« die Beteiligung eines wie auch immer beschaffenen »natürlichen Restes« suggeriert. Denn die Empfänger-Zelle, die sich unter Anleitung des synthetischen Bakteriengenoms teilen und selbstreplizieren kann, ist ihrerseits nicht rein künstlich geschaffen worden, sondern sie ist ganz im Gegenteil »natürlichen« Ursprungs. Das Vorhandensein eines »natürlichen« organischen Materials wird demnach zur Voraussetzung jener vermeintlich gänzlichen Synthese, deren Gelingen sogleich medial die Runde machte. Darüber hinaus ließen sich auch auf der Ebene des Verfahrens Zweifel an der Darstellung als Synthese hegen, da etwa der Prozess der Sequenzverknüpfung zur schrittweisen Herstellung des bakteriellen Genoms von bewusst eingesetzten lebenden Hefezellen durchgeführt wurde.[55] Es ließe sich argumentieren, dass das organische Material hierbei nur als Werkzeug instrumentalisiert wird und es demzufolge nicht den synthetischen Charakter des Gesamtvorgangs schmälert. Bisweilen scheint die Kongruenz von deklarierten Erfolgen und ihrer tatsächlichen Entsprechungen dennoch nicht immer so eindeutig, wie es hier und da suggeriert wird. Eine teil -synthetisierte Bakterienzelle zieht schließlich auch nur halb so viel Aufmerksamkeit auf den eigenen Forschungsbereich, einschließlich der damit verbundenen ökonomischen Implikationen.

Gerade die Experimente des Teams um Craig Venter werden zudem häufig als Beispiele für einen zweiten Kritikpunkt herangezogen; dem Vorwurf des reinen Selbstzweckes, der sich von einem ursprünglichen Anwendungsbezug und konkreten Nutzen zunehmend entferne. Billerbeck und Panke benennen diesbezüglich auch ein bestehendes Missverhältnis zwischen den technologischen Möglichkeiten und den eigenen Fähigkeiten, diese sinnvoll zu nutzen. Daraus leiten die Autoren die Motivation ab, den „Gegensatz zwischen technischen Möglichkeiten und konzeptionellem Defizit aufzulösen und Verfahren zu entwickeln, die es uns erlauben, neue biologische Information in großem Maßstab für sinnvolle Anwendungen zu kodieren.“[56] Letztlich spiegelt sich darin eine empfundene Bringschuld, die den Vorwurf des Selbstzweckes so lange evoziert und aufrechterhält, bis eine derartige Schuld in Form konkreter Anwendungen und handfester Erfolge »beglichen« ist. Womöglich liegt darin auch eine besondere Tragik, denn Erfolge erfahren in diesem höchstkomplexen Wissenschaftsfeld erst ab einem gewissen Grade Anerkennung – aus wahrnehmungspsychologischen Gründen. So schreibt der Biologe Michael Reth mit leicht melancholischem Unterton, dass sich der Moleküldesigner zufrieden geben müsse, „wenn seinen Kreationen funktionieren und wie gewünscht das Verhalten einer Zelle beeinflussen [und dass jene Kreationen] weitgehend unsichtbar bleiben. Sie können nirgends bewundert werden.“[57] Wie im fünften Kapitel dieser Arbeit noch gezeigt werden soll, kehren die Künstlerinnen und Künstler der BioArt dieses Dilemma in gewisser Hinsicht um.

Ein letzter Kritikpunkt, mit der sich die Synthetische Biologie innerhalb des naturwissenschaftlichen Reflexionsraumes konfrontiert sieht, bezieht sich auf das epistemologische Feld. Schon der eingangs erwähnte Namenspate Stéphane Leduc verstand die Synthese in der Biologie nur „als eine weitere epistemische Kategorie neben dem Deskriptiven und dem Analytischen.“[58] Auch die Biologie selbst begreift sich in ihrer traditionellen Form als eine auf Erkenntnisgewinn hin angelegte, analytisch-beobachtende Wissenschaft. Die auf Herstellung und technische Produktionsleistung ausgerichtete Synthetische Biologie scheint dem Erkenntnisinteresse hingegen zuwider zu laufen oder ein solches Interesse allenfalls als dienliches Nebenprodukt zu begreifen. Bioingenieure zitieren in ihrer Gegenrede gelegentlich den berühmten Satz des Quantenphysikers Richard Feynman »What I cannot create, I do not understand«[59] und sie übertragen ihn damit auf ihre modular-maschinelle Vorstellung von Lebensvorgängen: „Erst wenn dieses System wie eine Maschine läuft, kann jeder Komponente eine Funktion zugeordnet und damit die Funktionsweise der beteiligten Moleküle viel besser verstanden werden.“[60] Dieser Logik nach folgt die Erkenntnis auf die Synthese, nicht umgekehrt; und es ist genau dieser Aspekt einer der Konstruktion und Herstellung innewohnenden Erkenntnis, bei dem Fürsprecher und Kritiker weit auseinander liegen.

Aus meiner Sicht ist eine solche epistemische Qualität auch und vielleicht gerade im Moment des technisch-invasiven Eingriffes gegeben, wenngleich in der Regel nur in vermittelter, repräsentierter Form, was jedoch ein Disziplinen überschreitendes Problem der Naturwissenschaften ist. Als sehr plastisch empfinde ich diesbezüglich das Beispiel der Minimalgenome, denn im Prozess der Herstellung eines solchen genetischen Mindestsettings erfahren die Forscher etwas über die überlebensnotwendigen Gensequenzen und können diese identifizieren. Andererseits ist es ebenso evident, dass etwa die chemische Synthese ganzer Genome, selbst in industriellem Maßstab, keineswegs bedeutet, dass ein so komplexes und kontextabhängiges DNA-Gebilde vollständig verstanden wäre. Ob die Biodesigner verstehen, was sie herstellen, ist damit eine Frage, die einer fallbezogenen Beantwortung bedarf. Die vorhandene Möglichkeit einer epistemischen Qualität steht jedoch außer Frage.

[...]


[1] Goethe, Johann Wolfgang/Trunz Erich (Ed.) (1986): Goethes Werke. Band 3. München: C. H. Beck, S. 210.

[2] Vgl. Leduc, Stéphane (1912): La Biologie synthétique. Paris: A. Poinat.

[3] Vgl. Schummer, Joachim (2011): Das Gotteshandwerk. Die künstliche Herstellung von Leben im Labor. Berlin: Suhrkamp, S. 96 f.

[4] Vgl. Selbstbild der SBx.0-Reihe, http://sb5.biobricks.org/about/ (3.3.2017).

[5] Torgersen, Helge/Schmidt, Markus (2012): Perspektiven der Kommunikation für die Synthetische Biologie. In: Pühler, Alfred et al. (Hrsg.). Biotechnologie-Kommunikation. Kontroversen, Analysen, Aktivitäten. München: acatech, S. 114.

[6] Vgl. Synthetic Biology Community (o. J.): Webauftritt der »Synthetic Biology Community«, http://syntheticbiology.org/ (2.3.2017).

[7] Selbstbeschreibung des Synthetic Biology Center am MIT, http://synbio.mit.edu/ (3.3.2017).

[8] DECHEMA (2011): Thesenpapier zum Status der Synthetischen Biologie in Deutschland, http://dechema.de/2011+Thesenpapier+zum+Status+der+Synthetischen+Biologie+in+Deutschland.html (3.3.2017).

[9] Vgl. auch Überblick der Max-Planck-Gesellschaft, https://www.synthetische-biologie.mpg.de/7138/definition (3.3.2017).

[10] Vgl. Reth, Michael (2012): Magie und Tragik der Synthetischen Biologie. In: Boldt, Joachim/Müller, Oliver, Maio, Giovanni (Hrsg.). Leben schaffen? Philosophische und ethische Reflexionen zur Synthetischen Biologie. Paderborn: mentis, S. 43 f.

[11] Reichle, Ingeborg (2014): Biodesign. Formfindungsprozesse in Natur, Architektur und Design. In: Parzinger, Hermann/Aue, Stefan/Stock, Günter (Hrsg.). ArteFakte: Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen. Bielefeld: transcript, S. 208.

[12] Vgl. u. a. Boldt, Joachim (2012): Synthetische Biologie und das alte Gespenst der Gentechnik. In: Boldt, Joachim/Müller, Oliver, Maio, Giovanni (Hrsg.). Leben schaffen? Philosophische und ethische Reflexionen zur Synthetischen Biologie. Paderborn: mentis, S. 10.

[13] Vgl. Kaebnick, Gregory E. (2012): Ethische Fragen zur Synthetischen Biologie. In: Boldt, Joachim/Müller, Oliver, Maio, Giovanni (Hrsg.). Leben schaffen? Philosophische und ethische Reflexionen zur Synthetischen Biologie. Paderborn: mentis, S. 62 f.

[14] Vgl. u. a. Torgersen, Helge/Schmidt, Markus (2012), S. 116.

[15] Vgl. ebd.

[16] Hauser, Jens (2014b): Schaltkreislogik kurzgeschlossen. Lebenskunst, die Wissen schafft? In: Parzinger, Hermann/Aue, Stefan/Stock, Günter (Hrsg.). ArteFakte: Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen. Bielefeld: transcript, S. 188.

[17] Vgl. Kerbe, Wolfgang/Schmidt, Markus (2012): Engineering Life? Synthetische Biologie und die Technisierung des Lebendigen. In: Soziale Technik, 02/2012, S. 9 f.

[18] Billerbeck, Sonja/Panke, Sven (2012): Ethische Fragen zur Synthetischen Biologie. In: Boldt, Joachim/Müller, Oliver, Maio, Giovanni (Hrsg.). Leben schaffen? Philosophische und ethische Reflexionen zur Synthetischen Biologie. Paderborn: mentis, S. 22.

[19] Vgl. hinsichtlich der Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten zur Nanowissenschaft auch Torgersen, Helge/Schmidt, Markus (2012).

[20] Vgl. hinsichtlich der Bedeutung der Informationstechnik auch Reichle, Ingeborg (2014), S. 209.

[21] Vgl. Danchin, Antoine/de Lorenzo, Víctor (2008): Synthetic biology: discovering new worlds and new words. The new and not so new aspects of this emerging research field. In: Embo Reports, 9. Online unter: http://embor.embopress.org/content/9/9/822 (3.3.2017).

[22] Boldt, Joachim (2012), S. 11.

[23] Bühler, Benjamin/Rieger, Stefan (2014): Kultur: Ein Machinarium des Wissens. Berlin: Suhrkamp, S. 43.

[24] Boldt, Joachim (2012), S. 12.

[25] Reth, Michael (2012), S. 44 f.

[26] Orland, Barbara (2005): Wo hören Körper auf und fängt Technik an? Historische Anmerkungen zu posthumanistischen Problemen. In: Orland, Barbara (Hrsg.). Artifizielle Körper – Lebendige Technik. Technische Modellierungen des Körpers in historischer Perspektive. Zürich: Chronos, S. 19.

[27] Vgl. Billerbeck, Sonja/Panke, Sven (2012), S. 20 und 33 f.

[28] Ebd., S. 20.

[29] Vgl. ebd., S. 24 f und S. 32 - 35.

[30] Ebd., S. 21.

[31] Ebd.

[32] Billerbeck, Sonja/Panke, Sven (2012), S. 36.

[33] Vgl. iGEM: Registry of Standard Biological Parts (ursprünglich am Massachusetts Institute of Technology initiiert und entwickelt), http://parts.igem.org/Catalog (5.3.2017).

[34] Billerbeck, Sonja/Panke, Sven (2012), S. 37.

[35] Ebd., S. 25.

[36] Vgl. u. a. Reth, Michael (2012), S. 47.

[37] Vgl. Schummer, Joachim (2011), S. 113 - 124 sowie Billerbeck, Sonja/Panke, Sven (2012), S. 32.

[38] Boldt, Joachim (2012), S. 9.

[39] Bühler, Benjamin/Rieger, Stefan (2014), S. 38.

[40] Schmidt, Markus (2013): Inszenierung der Synthetischen Biologie in Wissenschaft, Medien, Film und Kunst. In: Deutscher Ethikrat (Hrsg.). Tagungsdokumentation: Werkstatt Leben. Bedeutung der Synthetischen Biologie für Wissenschaft und Gesellschaft. Berlin, S. 44.

[41] Ebd., S. 47 f.

[42] Vgl. Bühler, Benjamin/Rieger, Stefan (2014), S. 33 f sowie Kaebnick, Gregory E. (2012), S. 55 f.

[43] Vgl. Seyfried, Günter/Pei, Lei/Schmidt, Markus (2014): European do-it-yourself (DIY) biology: Beyond the hope, hype and horror. BioEssays, 36/6, S. 1 - 4.

[44] Vgl. iGEM-Webauftritt, http://igem.org/Main_Page (6.3.2017).

[45] Vgl. u. a. Kerbe, Wolfgang/Schmidt, Markus (2012).

[46] Torgersen, Helge/Schmidt, Markus (2012), S. 132.

[47] DIYBio.org stellt die größte Vereinigung von Amateurbiologen dar, vgl. https://diybio.org/ (6.3.2017).

[48] Vgl. Seyfried, Günter/Pei, Lei/Schmidt, Markus (2014).

[49] Vgl. ebd.

[50] Seyfried, Günter/Pei, Lei/Schmidt, Markus (2014), S. 2.

[51] Karafyllis, Nicole C. (2014): BioArt? Artefakte und Biofakte zwischen Künstlichkeit, Kunst und Technologie. In: Parzinger, Hermann/Aue, Stefan/Stock, Günter (Hrsg.). ArteFakte: Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen. Bielefeld: transcript, S. 205 f.

[52] Ein anschauliches Beispiel für die wissenschaftspolitische Rahmung der iGEM-Teams zeigt der Webauftritt des Bonner iGEM-Teams aus dem Jahr 2016, http://2016.igembonn.com/ (6.3.2017).

[53] Reth, Michael (2012), S. 47.

[54] J. Craig Venter Institute (2010): Pressemitteilung „First Self-Replicating Synthetic Bacterial Cell“, http://www.jcvi.org/cms/press/press-releases/full-text/article/first-self-replicating-synthetic-bacterial-cell-constructed-by-j-craig-venter-institute-researcher/ (6.3.2017).

[55] Vgl. Schummer, Joachim (2011), S. 115 f.

[56] Billerbeck, Sonja/Panke, Sven (2012), S. 20.

[57] Reth, Michael (2012), S. 47.

[58] Hauser, Jens (2014b), S. 189.

[59] Zitiert nach Kerbe, Wolfgang/Schmidt, Markus (2012), S. 9.

[60] Reth, Michael (2012), S. 45.

Details

Seiten
87
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668513266
ISBN (Buch)
9783668513273
Dateigröße
941 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370497
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Institut für Medienwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Synthetische Biologie Wissenschaftskommunikation BioArt Bioingenieure Medienwissenschaft Amateurbiologie synthetic biology science communication Biokunst Künstliches Leben Genmanipulation Gentechnologie Wissenskommunikation iGem BioBricks Wissenschafts-PR

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Titel: Entstehungs- und Darstellungsmodi von Wissen in der Synthetischen Biologie