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Umweltökonomische Aspekte des Bevölkerungswachstums. Menschliche Bevölkerung und ökologische Folgen

Bachelorarbeit 2017 51 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorien des Bevölkerungswachstums
2.1 Johann Peter Süßmilch
2.2 Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Robert Malthus
2.3 Neo-Malthusianismus
2.4 Anti-Malthusianismus
2.5 Die Theorie des demographischen Übergangs
2.6 Die Debatte um die Tragfähigkeit der Erde

3. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Weltbevölkerung
3.1 Historische Entwicklung
3.2 Die Weltbevölkerung aktuell
3.3 Die Ursachen der Bevölkerungszunahme
3.4 Bevölkerungsprojektionen bis 2100

4. Menschliche Bevölkerung und ökologische Folgen
4.1 Die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt – Theoretische Ansätze
4.1.1 Die IPAT-Formel
4.1.2 Die Environmental-Kuznets-Kurve
4.1.3 Der Ökologische Fußabdruck
4.2 Verlust der Ökologischen Vielfalt
4.2.1 Der Artenrückgang in Zahlen
4.2.2 Die Ursachen des Artensterbens
4.2.3 Fallbeispiel Madagaskar
4.3 Gefährdung der Weltmeere
4.3.1 Versauerung der Weltmeere
4.3.2 Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll

5. Die Verbindung zwischen Bevölkerungspolitik und Umweltpolitik
5.1 Staatliche Bevölkerungspolitik
5.1.1 Antinatalistische Bevölkerungspolitik
5.1.2 Pronatalistische Bevölkerungspolitik
5.2 Bevölkerungspolitik auf internationaler Ebene
5.3 Umweltpolitik und die Verbindung zur Bevölkerungspolitik

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die fünf Phasen des demographischen Übergangs

Abbildung 2: Historische Entwicklung der Weltpopulation

Abbildung 3: Bevölkerungsprojektionen bis 2100

Abbildung 4: Regionale Verteilung der Weltbevölkerung

Abbildung 6: Der Ökologische Fußabdruck nach Ländern, 1961-2007

Abbildung 7: Die Rote Liste gefährdeter Arten, 1980-2010

Abbildung 8: Plastikproduktion in Millionen Tonnen von 1950-2011

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Pessimistische und optimistische Positionen

Tabelle 2: Waldbestände in Hektar pro Kopf : 1995 und 2050 im Vergleich

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die gegenwärtig herrschende Meinung zweifelt nicht am Rückgang der in der Natur vorhandenen Ressourcen, gebietsweise mag man sogar von rapidem Verlust sprechen. Exemplarisch dafür stehen die Süßwasserverknappung, sinkende Fischbestände, der kontinuierlich steigende Verbrauch von Mineralien und fossilen Rohstoffen sowie die stetige Abnahme der biologischen Vielfalt. Die Folgen dieser Übernutzung verschlechtern und zerstören gesamte Ökosysteme und vermindern dadurch letztendlich die Lebensqualität der Menschen und anderer Spezies auf diesem Planeten.[1] Als Hauptursache dieser ökologischen Degradation wird in diesem Zusammenhang die enorme Größe der aktuellen Weltbevölkerung gesehen. Denn aus dem ursprünglichen Gedanken, sich der Natur zu unterwerfen, um diese nutzen zu können, ergab sich die Möglichkeit, diese stattdessen zu unterwerfen und auszubeuten.[2] Eine große Gefahr geht dabei von dem Glauben und gleichzeitigen Wunsch der Mehrheit von Politikern und Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft aus, die von unbegrenztem wirtschaftlichen Wachstum zu träumen scheinen, welches im Zusammenspiel mit grenzenlosen technologischen Fortschritten die Lösung für alle gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen darstellen soll.[3] Nichtsdestotrotz warnt die Wissenschaft schon seit Jahrzehnten vor diesem Kollisionskurs mit der Natur. Dies veranlasste im Jahr 1993 mehr als 600 der renommiertesten Wissenschaftler, eine Warnung an die Menschheit zu veröffentlichen:

„Die Erde ist begrenzt. Ihre Fähigkeit, eine steigende Anzahl von Menschen zu erhalten, ist begrenzt. Und wir nähern uns mit großer Geschwindigkeit ihren Grenzen. Gegenwärtige Wirtschaftsstile, welche der Umwelt schaden, können weder in den entwickelten Ländern noch in den Entwicklungsländern aufrecht erhalten werden, ohne das Risiko einzugehen, dass lebenserhaltende globale Systeme irreversibel geschädigt werden. [...] Belastungen aus dem uneingeschränkten Wachstum der Bevölkerung stellen Anforderungen an die Natur, die sämtliche Anstrengungen für eine nachhaltige Zukunft zunichte machen können. Wenn wir die Zerstörung unserer Umwelt stoppen wollen, müssen wir die Grenzen für dieses Wachstum akzeptieren.“[4]

Der Fokus dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung soll deswegen auf den Zusammenhängen zwischen Bevölkerungswachstum und den daraus resultierenden Umweltzerstörungen liegen.

Zunächst einmal wird das zweite Kapitel einen Überblick über die für diese Arbeit relevantesten Bevölkerungstheorien geben. Unter anderem wird hierbei das bekannte Bevölkerungsgesetz von Thomas Malthus näher erläutert und darauf aufbauend weitere Theorien differenziert miteinander verglichen. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine kurze Zusammenfassung über die Debatte zur Tragfähigkeit der Erde.

Diese theoretischen Grundlagen dienen der detaillierten Betrachtung der Weltbevölkerung im dritten Kapitel. Zum einen werden hier die historische Entwicklung der Population und die Ursachen der rasanten Bevölkerungszunahme behandelt, zum anderen aktuelle Statistiken und zukünftige Projektionen zur Weltbevölkerung präsentiert.

Das anschließende vierte Kapitel erörtert die ökologischen Folgen des Bevölkerungswachstums. Zu Beginn dieses Abschnitts werden drei theoretische Methoden vorgestellt, welche das Maß menschlicher Auswirkungen auf die Natur aus unterschiedlicher Sichtweise bemessen. Im Anschluss werden konkrete umweltökologische Folgen menschlichen Handelns untersucht. Der Schwerpunkt dieser Ausarbeitung wird auf dem Verlust der Biodiversität anhand eines Fallbeispiels sowie der globalen Gefährdung der Weltmeere liegen.

Den Abschluss dieser Arbeit bildet das fünfte Kapitel, welches der Frage nachgehen wird, ob Bevölkerungspolitik und Umweltpolitik verbunden werden sollten. Dazu werden vor allem im ersten Abschnitt dieses Kapitels die grundlegenden Formen von Bevölkerungspolitik herausgearbeitet, um im Kontext dieser Fragestellung die Verbindungen zur Umweltpolitik darzulegen.

Zu guter Letzt werden im Fazit kapitelübergreifende Schlussfolgerungen gezogen, mit dem Ziel, die Ergebnisse dieser Arbeit zusammenhängend darzustellen und bestimmte Lösungsansätze zu präsentieren.

2. Die Theorien des Bevölkerungswachstums

Bereits im 18. Jahrhundert wurde über das Wachstum der Bevölkerung als ein wesentliches gesellschaftliches und soziales Problem debattiert. Im Deutschen trat der Begriff „Bevölkerung“ zum ersten Mal im Jahr 1691 beim Sprachforscher Caspar Stieler auf.[5] Mit Bevölkerung wurde damals jedoch das Ergebnis einer staatlich geplanten Ansiedlung von Menschen bezeichnet.[6] Mit der Problematik der Überbevölkerung musste sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auseinandergesetzt werden, denn Boden gab es genug. Dies änderte sich allerdings im Zuge der Industriellen Revolution, als Engpässe der Nahrungsmittelversorgung sowie des Ressourcenvorkommens den Alltag bestimmten. Dies veranlasste den Begründer des modernen bevölkerungswissenschaftlichen Denkens, Thomas Robert Malthus, Ende des 18. Jahrhunderts seine Bevölkerungslehre zu formulieren, welche im Folgenden noch näher vorgestellt wird. Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch verstehen wir unter Bevölkerung die Einwohner eines Staates, eines Bundeslandes oder einer Region,[7] also die Population innerhalb geografischer Grenzen.

2.1 Johann Peter Süßmilch

Im Jahr 1741 veröffentlichte Johann Süßmilch, der berühmteste Demograf vor Malthus, sein Hauptwerk „Die Göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, Tod und Fortpflanzung desselben erwiesen“.[8] Darin untersuchte er die Entwicklung der Bevölkerung anhand der Faktoren Fertilität, Mortalität, Morbidität, Nuptialität, Migration und der Geschlechterproportion bei der Geburt.[9] Auf Grundlage seiner empirischen Basis führte er eine der ersten Bevölkerungsprognosen durch und errechnete eine agrare Tragfähigkeit der Erde von 7 Milliarden Menschen, die mit aktuellen Berechnungen nahezu übereinstimmt.[10] Zu diesem Zeitpunkt lebten etwa 700 Millionen Menschen auf der Erde. In der zweiten Ausgabe seines Hauptwerks aus dem Jahr 1765 verdoppelte er nach Überprüfung seiner Berechnungen die Anzahl auf 14 Milliarden Menschen.[11] Darüber hinaus schätzte er, dass die Zeitspanne in dem sich eine Bevölkerung verdoppeln könne, 42 bis 96 Jahre betrüge.[12]

2.2 Das Bevölkerungsgesetz von Thomas Robert Malthus

Eine der bekanntesten Theorien zur Überbevölkerung stammt von dem englischen Pfarrer Thomas Robert Malthus, welcher die Debatte eröffnete, dass sich die Bevölkerung stärker vermehren werde als die Nahrungsmittelproduktion.[13] So erschienen Malthus’ Thesen 1798 anonym unter dem Titel „An Essay on the Principle of Population“, worin er gegen die britische Armengesetzgebung aufstand und in ihr die Hauptursachen des Bevölkerungswachstums sah.[14] Denn jede Verbesserung der Lebensbedingung der Unterschicht bedeutete einen Anstieg der Geburtenrate und begünstigte folglich die Überschreitung des Nahrungsmittelspielraums. Im Detail beruhen seine Thesen auf drei grundlegenden Annahmen.[15] Die erste geht davon aus, dass Nahrung essentiell für die Existenz des Menschen sei und diese den alleinigen limitierenden Faktor des Bevölkerungswachstums darstellt. Zweitens postulierte er, dass die Bevölkerung in geometrischer Progression (1, 2, 4, 8, 16, 32...) wachse, drittens die Nahrungsmittelproduktion jedoch nur linear (1, 2, 3, 4, 5...) ansteigen kann und dies zwangsläufig zu Nahrungsengpässen führen muss.[16] Auf Grundlage dieser Annahmen vertiefte er seine Gedanken und unterschied daraufhin in vorbeugende Hemmnisse (preventive checks) und nachwirkende Hemmnisse (positive checks), die dafür verantwortlich seien, dass die Bevölkerung langfristig nicht stärker wachse als das Nahrungsmittelangebot.[17] Das vorbeugende Hemmnis basiert auf der Ansicht, dass wenn man nicht in der Lage ist, eine Familie zu ernähren, die Heirat vermieden wird und dadurch auch nicht zum Bevölkerungswachstum beiträgt, wohingegen das nachwirkende Hemmnis einsetzt, sobald eine Familie aufgrund mangelnder Versorgung mit Nahrung, Hunger und Krankheiten ausgesetzt ist.[18] Das infolgedessen entstehende Elend führt zum häufigeren Tod der Kinder und gleicht somit das Ungleichgewicht zwischen Bevölkerungszunahme und Nahrungsmittelversorgung aus. Die Popularität seiner Thesen ist in der Tat erstaunlich, da sich seine groben und teilweise unrealistischen Annahmen auf keine empirischen Beweisen stützen, sondern stattdessen auf normativen Behauptungen und auf einer mechanistischen Konzeption von Natur und Gesellschaft basieren.[19] Ferner betrachtet Malthus die Nahrung als einzigen begrenzenden Faktor, wobei in diesem Zusammenhang noch weitere Einschränkungen, wie z.B. Gesundheit oder Wohnverhältnisse, existieren.[20] Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bis heute viele seiner Vorhersagen dank verbesserter Technologie und der damit verbundenen effizienteren Nutzung von Ressourcen nicht eingetreten sind.

2.3 Neo-Malthusianismus

Trotz der Tatsache, dass Malthus’ Aussagen nur auf ungenauen Fakten beruhen, erlebte der Malthusianismus insbesondere im 20. Jahrhundert im Zuge von weiterer Bevölkerungsexpansion und Umweltzerstörung eine Renaissance und hat bis heute an Aktualität nichts verloren. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählte der amerikanische Professor Paul Ehrlich zu den einflussreichsten Warnern eines weiteren Bevölkerungsanstiegs.[21] In diesem Zusammenhang thematisiert Ehrlich ebenfalls die negativen Folgen von Bevölkerungsdichte auf die Umwelt, wobei sich seine Argumentation letztendlich - wie bei Malthus - auf die Ernährungssicherheit bezieht.[22] Nichtsdestoweniger berücksichtigt er im Gegensatz zu Malthus die Auswirkungen von Umweltzerstörung auf die Ernährungssicherheit. Er hält diese genannten Probleme für lösbar, lässt jedoch offen, ob diese tatsächlich jemals gelöst werden können.[23] Im etwa selben Zeitraum wie Ehrlich warnte der Ökonom Dennis L. Meadow in seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“[24] an den Club of Rome 1972 vor dem Erreichen der Grenzen der Tragfähigkeit der Erde durch den schnellen Anstieg der Bevölkerung, welches die nicht-erneuerbaren Ressourcen erschöpfe. Meadows und seine Mitarbeiter versuchten mit Hilfe eines Computermodells, Trends und Vorhersagen über die Bevölkerungsentwicklung, industrielle Produktion, Nahrungsmittelproduktion, Ausbeutung der Rohstoffreserven und der Zerstörung des Lebensraums herauszuarbeiten.[25] Sie schlussfolgerten, dass ohne eine Änderung der Lebensweise ein dramatischer Zusammenbruch der Menschheit im Jahr 2025 bevorstehen würde, verursacht durch eine rapide Abnahme der Ressourcen, vor allem Mineralien und Land.[26] Die einzigen Möglichkeiten zur Verhinderung dieses Zusammenbruchs seien eine drastische Verringerung der Ressourcennutzung und der Umweltverschmutzung, die Nutzung regenerativer Energien, die Reduzierung der industriellen Produktion zugunsten des tertiären Sektors, Recycling und primär die Stabilisierung der Bevölkerungszahl auf dem Niveau von 1970.[27] Einer der Koautoren von Meadows Werk, Jorgen Randers, publizierte im Jahr 2012 einen weiteren Bericht an den Club of Rome mit dem Titel „2052“. Darin prognostiziert er einen weiteren Anstieg der armen Bevölkerung und stellt eine zu langsame Antwort der Menschheit auf die Folgen des Bevölkerungsanstiegs fest.[28] Jedoch ist seine Prognose im Allgemeinen nicht so pessimistisch wie die aus dem Jahr 1972, sondern sieht deutliche Fortschritte im Gemeinwohl der Menschen, der zukünftigen Ressourceneffizienz und klimafreundlichen Lösungen.[29] In der einschlägigen Literatur findet man noch weitere Persönlichkeiten, die mit dem Neo-Malthusianismus in Verbindung gebracht werden, u.a. A.J. Coale und E.M. Hoover (1958), G. Hardin oder M. King sowie A. Turner (2009).[30]

2.4 Anti-Malthusianismus

Die dänische Ökonomin Esther Boserup stellte im Jahr 1965 eine Bevölkerungstheorie auf, welche noch bis heute ein hohes Ansehen in dem Diskurs um das Bevölkerungsoptimum genießt.[31] Sie behauptete, dass Veränderungen in der Landwirtschaft auf den Anstieg der Bevölkerung zurück zu führen seien.[32] Folglich bedeutet dies, dass sobald die Grenzen der agrarischen Tragfähigkeit erreicht seien, neue kulturelle und technologische Innovationen eingeführt würden, die das Ziel verfolgten, eine immer größer werdende Anzahl an Menschen ausreichend zu ernähren. Demnach würde der technologische Fortschritt durch das Bevölkerungswachstum sozusagen erzwungen werden.[33] Doch Boserups These bestätigte sich nicht in allen Fällen, insbesondere in Teilen Afrikas, so dass die unkontrolliert wachsende Population durch Hungersnöte bedroht wurde.[34] Eine weitere intellektuelle Gegenposition zu Ehrlichs und Meadows Thesen besetzte der Ökonom Julian Simon. Ähnlich wie Boserup benutzte Simon die Innovationskraft der Gesellschaft, die mit wachsender Bevölkerung steige, als wichtigstes Argument in seinem Modell.[35] Laut Simon stimuliere das Bevölkerungswachstum Innovationen, technologische Fortschritte und demnach Produktivität als auch demzufolge die Wirtschaftsleistung.[36] Simon versuchte mit Hilfe von Statistiken zu beweisen, dass zusätzliche Menschen in Industrieländern keinen erwähnenswerten Einfluss auf den Verbrauch natürlicher Ressourcen und Umweltverschmutzung ausübten, da das Angebot an Ressourcen unendlich wachsen werde und der Ausblick für längere Zeit demnach optimistisch sei.[37] Auch in diesem Zusammenhang gab es noch weitere Vertreter, wie Simon Kuznets, dessen Modell in Kapitel 4 vorgestellt werden soll. Diese behaupteten, dass technologische Fortschritte und institutionelle Entwicklungen sich den negativen Folgen von rapidem Bevölkerungswachstum entgegensetzen könnten.[38] Mit der Richtigkeit dieser Prämissen wird sich der Autor im vierten Kapitel dieser Ausarbeitung kritisch auseinandersetzen. Die folgende Tabelle soll dazu dienen, die bisherigen Erkenntnisse dieses Kapitels nochmals treffend festzuhalten und die wichtigsten Haltungen gegenüber den Folgen von Bevölkerungswachstum zu präsentieren. Die Jahresangaben beziehen sich dabei auf die Veröffentlichung der jeweiligen Hauptwerke.

Tabelle 1: Pessimistische und optimistische Positionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

2.5 Die Theorie des demographischen Übergangs

Als theoretischer Ansatz zur Erklärung der Bevölkerungsentwicklung ist das Konzept des demographischen Übergangs von erheblicher Bedeutung. Es behandelt die Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffern während der Phase des Übergangs eines Landes von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft. Das Konzept wurde 1945 von Kingsley Davis und Frank Notestein an der Universität Princeton vorgestellt und sollte Gemeinsamkeiten in der Abfolge demographischer Veränderungen, die sich im Europa des 18. und 19. Jahrhundert, wie auch in Kolonialgebieten und Entwicklungsländern des 20. Jahrhunderts beobachten ließen, beschreiben.[39] Die demographische Transition wird seit den siebziger Jahren in fünf Phasen unterteilt. Die erste, auch prätransformative Phase genannt, kennzeichnet sich durch hohe Geburten- und Sterberaten, die in vorindustriellen Agrargesellschaften von der Jungsteinzeit bis ins 18. Jahrhundert üblich waren.[40] Die Bevölkerung wächst in dieser Phase kaum bis nur sehr langsam. Die zweite Phase läutet die Transformationsphase ein. Bedingt durch gesellschaftliche Modernisierungsprozesse sinkt zunächst die Sterberate, wodurch bei gleichbleibender Fertilitätsrate die Bevölkerung beträchtlich zu wachsen beginnt.[41] Aufgrund neuer Methoden der Familienplanung und sozioökonomischer Veränderungen reagieren die Familien in der dritten Phase mit einer stärkeren Beschränkung ihrer Kinderzahl, was zu einem Sinken der Geburtenraten führt. Das Bevölkerungswachstum geht wieder zurück. In der vierten Phase pendeln sich die Fertilitäts- und Mortalitätsrate allmählich auf niedrigem Niveau ein, so dass sich abermals ein demographisches Gleichgewicht einstellt.[42] Die fünfte Phase dieses Modells ließ sich in den letzten 40 Jahren sowohl in europäischen Ländern als auch anderen Industriegesellschaften beobachten. Sie beschreibt ein Absinken der Geburtenrate unter die Sterberate, infolgedessen die Bevölkerung schrumpft.[43] Die folgende Abbildung soll diesen Vorgang nochmals visualisieren.

Abbildung 1: Die fünf Phasen des demographischen Übergangs

Quelle: Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft (Hrsg.) o.J.

Nichtsdestotrotz darf dieses theoretische Modell nicht als allgemein gültiger Erklärungsansatz des Bevölkerungswachstums verstanden werden, da berücksichtigt werden muss, dass es in Anlehnung an die demographische Entwicklung der westlichen Industriegesellschaften erstellt wurde.

2.6 Die Debatte um die Tragfähigkeit der Erde

Malthus’ Annahmen über das exponentielle Bevölkerungswachstum und bestehende Wachstumsgrenzen waren ein wichtiger erster Schritt in der Entwicklung des heute als Tragfähigkeit bekannten Paradigmas. Seit den späten sechziger Jahren dient das Konzept der Tragfähigkeit dazu, die Umweltgrenzen menschlichen Einflusses auszudrücken, zu erfassen und zu berechnen.[44] Ursprünglich bezeichnet der Begriff ‚Tragfähigkeit’ in der Biologie einen Zustand, in dem eine maximale Quantität einer bestimmten Spezies in einem begrenzten Territorium auf längere Sicht lebt und ernährt werden kann.[45] Paul Ehrlich definiert die ‚Carrying capacity’ wie folgt: „the maximum population size of any organism that an area can support, without reducing its ability to support the same species in the future.”[46] Anders ausgedrückt, eine Spezies vernichtet ihren eigenen Lebensraum, sobald die maximale Bevölkerungsgrenze überschritten wird. In Abhängigkeit der limitierenden Faktoren lässt sich eine Unterscheidung in eine agrare, ökologische oder ökonomische Tragfähigkeit durchführen. Wird diese überschritten, spricht man von einer Überbevölkerung. Andere Autoren wiederum unterscheiden in eine potentielle Tragfähigkeit, die annimmt, dass eine Bevölkerung zur Produktion von Gütern über die bestmöglichen Werkzeuge und Methoden verfügt, wohingegen sich die maximale Tragfähigkeit mit der ausschließlichen Befriedigung des Existenzminimums der Bevölkerung begnügt.[47] Joel E. Cohen analysierte über 60 Schätzungen zur Tragfähigkeit der Erde, die seit 1679 veröffentlicht wurden und fand dabei heraus, dass sich die Werte zwischen weniger als einer Milliarde bis zu einer Billion bewegen.[48] Die unterschiedlichen Ergebnisse begründen sich u.a. darin, dass differierende Bezugsflächen verwendet, das Potential der Tropen überschätzt, verschiedene Lebensstandards zu Grunde gelegt und verschiedenartige Ansichten über Ernährungsquellen in Betracht gezogen wurden.[49] Solche Schätzungen verdienen dieselbe tiefgründige Skepsis wie Bevölkerungsprojektionen, da sie empfindlich von zukünftigen menschlichen Entscheidungen und natürlichen Beschränkungen abhängen.[50] Aus diesem Grund ist weder Bevölkerungsoptimisten wie Simon, noch Pessimisten wie Ehrlich eine überzeugende Beweisführung gelungen, welche Bevölkerungsgröße - global gesehen - als optimal zu bewerten ist.[51] Denn die Tragfähigkeit hängt letztendlich nicht nur von der idealen Populationsgröße ab, sondern auch vom Lebensstil, technologischen Fortschritten, dem Konsumverhalten und der Ressourcenverwendung.

3. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Weltbevölkerung

3.1 Historische Entwicklung

Zahlenmäßig entwickelte sich die Weltbevölkerung in den Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung nur sehr langsam. Es bedurfte bei einer Wachstumsrate von annähernd null mehrere Jahrtausende, bis sich die Weltbevölkerung verdoppelt hatte.[52] In Ostafrika lebten vor circa 160000 Jahren höchstens 10000 Vorfahren der modernen Menschen, von denen wir alle vermutlich abstammen.[53] Vor etwa 12000 Jahren lag diese Zahl bei etwa 4 Millionen. Zu Beginn dieser Periode, welche auch als neolithische Revolution bekannt ist, lag die Bevölkerungsdichte bei weniger als 0,1 Menschen/km2, im Vergleich zu heutigen 231 Menschen pro Quadratkilometer in Deutschland.[54] Zu Beginn unserer Zeitrechnung waren es bereits rund 250 Millionen Menschen, also ungefähr 60-mal mehr als zu Beginn der Jungsteinzeit.[55] Die Grundlage für die erste Epoche bedeutenden Bevölkerungswachstums in der Geschichte der Menschheit war die im Vergleich zu den nomadischen Vorfahren deutlich gestiegene Nahrungsmittelproduktion. Aus Jägern und Sammlern wurden sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter.[56] In den folgenden Jahrhunderten expandierte die Bevölkerungszahl weiter. Allerdings kam es regional in Folge von Epidemien, Hungerkatastrophen, Klimaveränderungen und Kriegen zu drastischen Bevölkerungsverlusten. Erst ab dem späten 18. Jahrhundert, als die erste Milliarde erreicht wurde, beschleunigte sich das Wachstum wieder sichtlich, was zu diesem Zeitpunkt auf die beginnende Industrielle Revolution sowie erhebliche Zuwächse der Agrarproduktion, vor allem in Westeuropa und Nordamerika, zurückzuführen war.[57] Im 20. Jahrhundert stieg die Anzahl der Menschen auf der Erde von 1,6 Milliarden auf über 6 Milliarden, sie vervierfachte sich also innerhalb eines Jahrhunderts, wovon 80 Prozent dieses Wachstums in der zweiten Jahrhunderthälfte erfolgte.[58] Demzufolge war das 20. Jahrhundert geschichtlich betrachtet das Jahrhundert mit dem stärksten Bevölkerungswachstum der Weltbevölkerung. Die durchschnittliche jährliche weltweite Wachstumsrate betrug seit dem Beginn unserer Zeitrechnung und dem Jahr 1650 circa 0,04 Prozent. Zwischen 1963 und 1964 belief sie sich auf 2,2 Prozent, ein nie wieder erreichter Spitzenwert.[59] Dies entspricht einer Verfünfzigfachung der Wachstumsrate. Ebenfalls gab es nie zuvor so viele zusätzliche Menschen in einem Jahr wie Mitte der 1980er Jahre, nämlich 87 Millionen, und nie zuvor wurde eine zusätzliche Milliarde in nur 12 Jahren, und zwar zwischen 1987 und 1999, erreicht.[60] Abbildung 2 soll diesen Sachverhalt verdeutlichen.

Abbildung 2: Historische Entwicklung der Weltpopulation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) o.J.a

Diese Zahlen sprechen dafür, dass solch eine rasante Fortsetzung des Wachstums allein aus ökologischen Gründen nicht möglich sein kann. Im Jahr 1998 wurde in Europa ein historischer Wendepunkt erreicht. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten hörte bei 728 Millionen Menschen die Bevölkerung auf zu wachsen.[61] Darüber hinaus besaßen bereits im Jahr 2000 rund 60 Länder und Territorien, welche 44 Prozent der Weltbevölkerung ausmachten, eine Fertilitätsrate unter dem Bestandhaltungsniveau von 2,1 Kindern pro Frau.[62] Global war die Geburtenrate zwischen 1950 und 2000 von 6 auf 2,8 gesunken. Des Weiteren kam es zu einer erheblichen Alterung der Weltbevölkerung durch die Senkung von Geburtenzahlen und einer Steigerung der Lebenserwartung insbesondere im 20 Jahrhundert. Bis ins 18. Jahrhundert lag diese relativ konstant zwischen 30 und 35 Jahren und wuchs zu Anfang des 21. Jahrhunderts auf 65 Jahre an.[63] Exemplarisch für diesen Sachverhalt steht die Entwicklung der Lebenserwartung in den Entwicklungsländern. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs die Lebenserwartung dort um durchschnittlich 5,3 Monate pro Jahr, in China im Zeitraum von 1950 bis 1970 um erstaunliche 20 Jahre nach oben.[64]

3.2 Die Weltbevölkerung aktuell

Zum Zeitpunkt dieser Ausarbeitung betrug die Anzahl der Bevölkerung rund 7,485 Mrd. Menschen.[65] Wäre die Welt im Jahr 2016 ein Dorf mit nur 100 Einwohnern gewesen, so kämen 60 Menschen aus Asien, 16 aus Afrika, 5 Personen wären Nordamerikaner, 10 Europäer, 8 Lateinamerikaner, und es gäbe lediglich einen Ozeanier.[66] Von diesen 100 Personen wären 8 Menschen älter als 64 Jahre, und die Frauen bekämen im Durchschnitt 2,5 Kinder.[67] Heute vermehrt sich die Erdbevölkerung von knapp 7,5 Milliarden mit einer Wachstumsrate von rund 1,1 Prozent, demnach wächst die Bevölkerung trotz einer im Vergleich zu 1962 halbierten Wachstumsrate mit weiterhin etwa 83,7 Millionen Menschen jährlich.[68] Nichtsdestotrotz ist in den letzten Jahren die Fertilität in praktisch allen bedeutenden Regionen dieser Welt zurückgegangen.[69] Heute sind es nicht mehr die gesamten Entwicklungsländer, deren Bevölkerungswachstum außer Kontrolle geraten ist, sondern vielmehr wachsen nur noch bestimmte Gebiete wie der indische Subkontinent, Subsahara-Afrika oder einige islamische Länder exponentiell. In Afrika, wo die Geburtenraten weltweit am höchsten sind, betrug die Fertilität zwischen 2005 und 2010 4,9 Kinder pro Frau und fiel in den darauffolgenden fünf Jahren auf 4,7 Kinder.[70] Europa ist die einzige größere Region, die eine Ausnahme von diesem Trend darstellte. Hier stieg im selben Zeitraum die Fertilität von 1,55 auf 1,6 Kinder pro Frau.[71] Aus demographischer Sicht wird die aktuelle Debatte um das Bevölkerungswachstum von drei Herausforderungen bestimmt.[72] Die Erste betrifft den weiterhin starken Anstieg der Bevölkerung in den Entwicklungsländern und wie die Bewohner und Bewohnerinnen der ärmsten Regionen dieser Welt auch zukünftig ein angemessenes Leben führen können. Die zweite Herausforderung steht in Verbindung mit dem mangelnden Nachwuchs in hoch entwickelten Ländern und dessen Auswirkungen auf die Altersstruktur und die Absicherung im Rentenalter. Zu guter Letzt ist die steigende Mobilität aus ärmeren Ländern des ‚Südens’ in den reicheren ‚Norden’ von erheblicher Bedeutung und ob dieses Phänomen den Geburtenrückgang der Industrieländer ausgleichen könne sowie welche Konflikte daraus potenziell entstünden.[73]

3.3 Die Ursachen der Bevölkerungszunahme

Im vorherigen Abschnitt standen die Bevölkerungszahlen im Fokus. Viel wichtiger ist allerdings die Frage, weshalb die Weltbevölkerung in heutigen Zeiten kontinuierlich weiter wächst. Aus demographischer Perspektive fließen die Faktoren steigende Lebenserwartung, verringerte Säuglings- und Kindersterblichkeit sowie regional hohe Fertilitätsraten in die Begründung mit ein. Zusätzlich dazu unterscheidet die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in diesem Zusammenhang zwischen ‚guten’ und ‚schlechten’ Gründen.[74] Einer der beiden ‚guten’ Gründe ist, dass die Menschen aufgrund verbesserter Lebensumstände und medizinischer Fortschritte älter werden.[75] Diese Tatsache, welche bereits im vorherigen Abschnitt vorgestellt wurde, gilt sowohl für Industriestaaten als auch für Entwicklungsländer. Ein weiterer genannter Grund ist die gesunkene Kindermortalität.[76] Durch Innovationen im Gesundheitswesen und einer optimierten Ernährungssituation sank die Kindersterblichkeit zunächst in den Industriegesellschaften und später auch in den unterentwickelten Ländern. Zu den ‚schlechten’ Gründen für das Wachsen der Bevölkerung zählt die Stiftung zum einen die mangelnde sexuelle Aufklärung vieler Menschen.[77] Da Sexualität in vielen Gesellschaften als Tabuthema gilt, fehlt diesen Menschen jegliche Kenntnis über die Verwendung von Verhütungsmitteln, die vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten schützen. Zum anderen fehlt den Menschen der Zugang zur Familienplanung. Vor allem in ländlichen Gebieten mangelt es an Möglichkeiten, moderne Verhütungsmethoden anzuwenden, da Apotheken oder Krankenstationen nur spärlich mit Verhütungsmitteln ausgestattet sind oder schlichtweg zu weit entfernt liegen.[78] Ebenso müssen sich zu viele Mütter um die eigene Gesundheit und die ihrer Kinder fürchten.[79] Denn erst wenn sich die Überlebenschance für jedes einzelne Kind erhöht bzw. die Kindersterblichkeit sinkt, werden Paare dazu bereit sein, weniger Nachwuchs zu bekommen. Hinzu kommt die fehlende Gleichberechtigung der Frau. Somit können sie in Partnerschaften häufig nur schwer die Verwendung von Verhütungsmitteln, eine Familienplanung durchsetzen, daher kommt es jedes Jahr zu 74 Millionen ungewollten Schwangerschaften.[80] Überdies wird der Fortschritt durch Armut und Perspektivlosigkeit gehemmt. Es überwiegt die Meinung, durch viele Kinder sei die Versorgung im Alter und bei Krankheit sichergestellt. Kleinere Familien hingegen böten den Kindern insgesamt eine bessere Gesundheitsversorgung, Ausbildungschancen und Möglichkeiten am Erwerbsleben teilzunehmen.[81] Der letzte Punkt betrifft die schlechten Bildungschancen, besonders für Mädchen.[82] Auf der einen Seite darf die Lehrqualität problematisch gesehen werden, auf der anderen Seite besuchen nur wenige Kinder weiterführende Schulen. Anstatt dessen werden Mädchen oftmals früh verheiratet oder müssen im Haushalt mithelfen, so dass sie jeglicher Zukunftschancen beraubt werden.[83]

3.4 Bevölkerungsprojektionen bis 2100

Die UN geht in ihrer mittleren Variante davon aus, dass die globale Fertilität von heute mit 2,5 Kindern pro Frau weltweit bis zum Jahr 2100 auf zwei Kinder pro Frau fallen wird.[84] Demzufolge würde die Weltbevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 11,2 Milliarden Menschen ansteigen. Läge die durchschnittliche Kinderzahl um ein halbes Kind höher pro Frau, würde die Weltbevölkerung auf 16,6 Milliarden ansteigen und würde auf 7,3 Milliarden sinken, wenn die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau nur 1,5 betragen würde.[85] Die folgende Abbildung fasst diesen Sachverhalt nochmals zusammen.

Abbildung 3: Bevölkerungsprojektionen bis 2100

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015b

Abbildung 4: Regionale Verteilung der Weltbevölkerung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Veränderte Darstellung nach: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) o.J.a

Abbildung 4 zeigt, dass Asien zukünftig auch weiterhin die bevölkerungsreichste Region der Erde sein wird, jedoch mit einem deutlich geringen Anteil als im Jahr 2015. Heute lebt noch deutlich mehr als die Hälfte der Menschen in Asien, im Jahr 2100 werden es voraussichtlich nur noch 43 Prozent sein. Die höchsten Wachstumsraten kann Afrika vorweisen, dessen Bevölkerung sich auf 4,2 Milliarden wohl fast vervierfachen und nach 2050 die einzige große Region sein wird, die nach wie vor ein erhebliches Bevölkerungswachstum aufweist.[86] Für zehn afrikanische Länder nimmt man an, dass sich deren Bevölkerungszahlen bis zum Jahr 2100 mindestens verfünffachen werden, darunter u.a. Angola, Uganda und Sambia.[87] Das Medianalter, d.h. das Alter, welches die Bevölkerung statistisch in zwei Hälften gleicher Größe teilt, ist ein Indikator für die Bevölkerungsalterung. Global gesehen stieg es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um gerade mal dreieinhalb Jahre, von 23,6 auf 27 Jahre.[88] Der Grund dafür war das Übergewicht der jungen Bevölkerung der Entwicklungsländer. Weltweit wird sich das Medianalter von 30 Jahren im Jahr 2015, voraussichtlich auf 42 Jahre in 2100 erhöhen.[89] Bereits jetzt beträgt das Medianalter in Europa 42 Jahre und wird sich bis Ende des Jahrhunderts um lediglich weitere 5 Jahre erhöhen. In den Entwicklungsländern hingegen wird es von heutigen 20 Jahren auf 36 Jahre bis 2100 ansteigen.[90] Ebenso soll sich weltweit die Lebenserwartung der Menschen um 13 Jahre auf 83 Jahre in 2100 vergrößern.[91]

[...]


[1] Vgl. Seidl/Tisdell 1999, S.396

[2] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 11

[3] Vgl. ebd.

[4] Vgl. Ehrlich/Ehrlich/Daily 1995, S.2

[5] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 26

[6] Vgl. ebd

[7] Vgl. ebd

[8] Vgl. Birg 1989, S. 72

[9] Vgl. Birg 1989, S. 69

[10] Vgl. Birg 1989, S. 69

[11] Vgl. Karasek/Merbold 2006, S. 243

[12] Vgl. Tremmel 2005, S. 58

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. Ehlers 1983, S.17

[15] Vgl. Seidl/Tisdell 1999, S.396

[16] Vgl ebd.

[17] Vgl. Tremmel 2005, S. 60

[18] Vgl. Tremmel 2005, S. 60

[19] Vgl. Seidl/Tisdell 1999, S.398

[20] Vgl. ebd.

[21] Vgl. Tremmel 2005, S. 64

[22] Vgl. ebd.

[23] Vgl. Ehrlich/Ehrlich 1972, S.427

[24] Vgl. Tremmel 2005, S. 103

[25] Vgl. Tremmel 2005, S. 102

[26] Vgl. ebd.

[27] Vgl. ebd.

[28] Vgl. Randers 2012, S. 354

[29] Vgl. ebd.

[30] Vgl. The Royal Society (Hrsg.) 2012, S.35

[31] Vgl. Tremmel 2005, S. 63

[32] Vgl. ebd

[33] Vgl. ebd

[34] Vgl. Tremmel 2005, S. 93

[35] Vgl. Simon 1977, S. 476

[36] Vgl. Tremmel 2005, S. 63

[37] Vgl. Simon 1977, S. 107

[38] Vgl. The Royal Society (Hrsg.) 2012, S.35

[39] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 100

[40] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 101

[41] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 101

[42] Vgl. ebd.

[43] Vgl. ebd.

[44] Vgl. Seidl/Tisdell 1999, S. 401

[45] Vgl. Tremmel 2005, S. 97

[46] Vgl. Ehrlich/Ehrlich/Daily 1995, S.3

[47] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 51f.

[48] Vgl. The Royal Society (Hrsg.) 2012, S. 69

[49] Vgl. Bähr 1997, S. 260f.

[50] Vgl. Cohen 1995, S. 59

[51] Vgl. Tremmel 2005, S. 71

[52] Vgl. Tremmel 2005, S. 72

[53] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 30

[54] Vgl. Tremmel 2005, S. 72

[55] Vgl. ebd.

[56] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 30

[57] Vgl. ebd.

[58] Vgl. Tremmel 2005, S. 73

[59] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 114

[60] Vgl. ebd.

[61] Vgl. Tremmel 2005, S. 79

[62] Vgl. Tremmel 2005, S. 76

[63] Vgl. Tremmel 2005, S. 78f.

[64] Vgl. Tremmel 2005, S. 78f.

[65] Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) o.J.b

[66] Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) 2016, S.3

[67] Vgl. ebd.

[68] Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) o.J.a

[69] Vgl. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015a, S.8

[70] Vgl. ebd.

[71] Vgl. ebd.

[72] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 34

[73] Vgl. Münz/Reiterer 2007, S. 34

[74] Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) o.J.a

[75] Vgl. ebd.

[76] Vgl. ebd.

[77] Vgl. ebd.

[78] Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hrsg.) o.J.a

[79] Vgl. ebd.

[80] Vgl. ebd.

[81] Vgl. ebd.

[82] Vgl. ebd.

[83] Vgl. ebd.

[84] Vgl. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015a, S.8

[85] Vgl. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015a

[86] Vgl. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015a, S.3f.

[87] Vgl. ebd.

[88] Vgl. Tremmel 2005, S. 78

[89] Vgl. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015a, S.9

[90] Vgl. ebd.

[91] Vgl. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hrsg.) 2015a, S.10

Details

Seiten
51
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668476066
ISBN (Buch)
9783668476073
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370206
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Umweltökonomie und Wirtschaftspolitik
Note
2,0
Schlagworte
umweltökonomische aspekte bevölkerungswachstums menschliche bevölkerung folgen biodiversität malthus umweltpolitik bevölkerungspolitik bevölkerungstheorie weltbevölkerung

Autor

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Titel: Umweltökonomische Aspekte des Bevölkerungswachstums. Menschliche Bevölkerung und ökologische Folgen