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Deduktive und induktive Argumente

Hausarbeit 2005 13 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Deduktive Argumente
2.1. Syllogismus
2.2 Aussagenlogik
2.3. Prädikatenlogik

3. Induktive Argumente

4. Weitere Klassifikationen
4.1 Case by Case Reasoning
4.2 Conduct Argument
4.3 Kritik

5. Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

Wie kommen wir im Alltag zu Entscheidungen, die uns auch überzeugen? Was sorgt dafür, dass wir bestimmte Thesen oder Behauptungen glauben, bzw. uns danach richten, sie also für richtig halten? Durch Argumente stärken und begründen wir unsere Ansichten und Behauptungen, wir widerlegen mit ihnen falsche Aussagen und überzeugen andere mit unseren Ansichten. Aber man kann auch überzeugen ohne gültig zu argumentieren. Was macht also ein gutes bzw. starkes Argument aus?

Ein gutes Argument sollte rational überzeugen, es sollte gültig und schlüssig sein. Die Logik hilft uns, dies zu erkennen, sie gibt Prinzipien, wie geprüft werden kann, ob ein gutes Argument vorgetragen wurde. Sie hilft uns, Mehrdeutigkeiten zu beseitigen sowie einer Argumentation zu beweisen, dass sie Widerspruchsfrei ist. Aufgrund der Logik kann auf ein gutes Argument geschlossen werden, sie gibt die Prinzipien für ein gutes Schließen. Es kann rechnerisch ermittelt werden, ob ein Argument gut bzw. stark ist. Solche Argumente nennt man auch deduktive Argumente.

Da es in Alltagsdiskussionen aber nicht um rechnerische Vorteile geht, sondern oft um

Meinen und Wahrscheinlichkeiten, steht neben den deduktiven eine andere große Gruppe von Argumenten, die induktiven Argumenten. Solche Argumente überzeugen mit Wahrscheinlichkeiten, mit ihrer induktiven Stärke.

In dieser Hausarbeit sollen diese beiden Argumentationstypen näher erläutert werden, und die Frage beantwortet werden, ob es neben dieser klassischen Einteilung noch weitere Formen gibt, die unsere Argumentation beeinflussen, bzw. nach welchen unsere Argumentation abläuft.

2. Deduktive Argumente

Was machen gute deduktive Argumente aus, wie können sie von schlechten deduktiven Argumenten unterschieden werden? Mit diesen Überlegungen befasst sich die formale Logik. Mit Hilfe von verschiedenen Verfahren und Regeln kann geprüft werden, ob es logisch bzw. rational ist, einem Argument oder einer Behauptung zuzustimmen. Es wird sozusagen auf rechnerischem Wege analysiert, ob gewisse Schlussfolgerungen korrekt sind. Ein Hauptmotiv dieser formalen Logik ist die Formulierung von Prinzipien, die ein korrektes bzw. gutes Schließen ermöglichen.

Zwei Prinzipien, die die Grundlage für gutes Schließen sind, sollen hier erwähnt werden:

1. Zweiwertigkeit: Eine Aussage ist entweder wahr oder falsch!
2. Wahrheitserhaltung: Aus wahren Aussagen können niemals falsche Aussagen abgeleitet werden! Das heißt, wenn man die Prämissen akzeptiert, muss man auch die Konklusion akzeptieren→ feiwilliger Zwang!

Logik, die an die Form des guten Schließens die Forderung der Wahrheitserhaltung stellt, wird deduktiv genannt. Formal wird sie genannt, wenn sie nur die Struktur, nicht aber den Inhalt der Argumente oder der Argumentation berücksichtigt. Somit ist die formale deduktive Logik die Grundlage für deduktive Argumentation.

Ein wahres, oder besser gesagt, ein formal deduktive korrektes Argument muss zwei Voraussetzungen erfüllen, es muss gültig und schlüssig sein.[1]

Gültigkeit: Ein Argument heißt genau dann gültig, wenn es tatsächlich rational ist, die Konklusion für wahr zu halten, falls die Prämissen wahr sind.

Schlüssigkeit: Ein Argument heißt genau dann schlüssig, wenn es gültig ist, und alle Prämissen wahr sind.

Anders ausgedrückt kann man sagen, ein Argument ist genau dann deduktiv gültig, wenn in ihm die Konklusion logisch aus den Prämissen folgt, bzw. in den Prämissen die Konklusion schon implizit enthalten ist. Die deduktiven Argumente bestehen mindestens aus drei Teilen, nämlich einer Konklusion und zwei Prämissen, auch PPC-Struktur genannt.

Diese dreiteilige Struktur ist also eine grundlegende Voraussetzung für deduktives Argumentieren, ohne sie wäre die Argumentation nicht gültig. Eine weitere Voraussetzung sind allgemeine Prämissen, von denen logisch auf die Konklusion geschlossen wird.

Um eine Argumentation formal darstellen zu können, gibt es verschiedene Formen der formalen Logik, die nun im Folgenden dargestellt werden.

2.1 Syllogismus:

Dies kann als erstes formales System der Logik bezeichnet werden. Aristoteles (384-322 v. Chr.) ist Begründer dieses dreigliedrigen Schemas, in dem aus zwei Prämissen P eine Konklusion C/K logisch gefolgert werden kann, sofern die Prämissen wahr sind. Ein einfaches Beispiel dieses Models mit der PPC-Struktur ist:

P Jeder Mensch hat einen Vater

P Ich bin ein Mensch

C/K Ich habe einen Vater

Die Konklusion ist schon implizit in den Prämissen enthalten. Diese Form der Logik ist wahrheitserhaltend, da mit ihr keine neuen Erkenntnisse erworben werden, sondern Wissen bzw. Informationen erläutert bzw. neu geordnet werden. Mit Hilfe von Wahrheitstabellen kann man die Gültigkeit solcher Argumentationen nachweisen.

Probleme des Syllogismus in der Alltagssituation sind:

1. Er kann nur in der PPC-Struktur dargestellt werden.
2. Die Satzformen müssen eine der folgenden Formen aufweisen:

Alle As sind Bs

Kein As ist ein B

Einige As sind Bs

Einige As sind keine Bs

Daraus folgt, dass man Konnektoren (und, oder, wenn … dann…) und Relationsprädikate (größer als, kleiner als) nicht darstellen kann, Eigennamen umständlich transformieren muss und nur Argumente, die diese PPC- Struktur aufweisen, analysieren kann. Somit ist die Form des Syllogismus nicht ausreichend, um im Alltag Argumentationen zu analysieren oder hinreichend darzustellen.

2.2 Aussagenlogik:

In diesem Zweig der formalen Logik werden einzelne Sätze als Grundeinheiten der logischen Analyse betrachtet. Er ist eine Weiterentwicklung des Syllogismus, da nun auch Konnektoren und Relationsprädikate zur Analyse herangezogen werden können. Einzelne Sätze werden durch Großbuchstaben symbolisiert, das heißt Subjekt und Prädikat eines Satzes werden nicht explizit dargestellt.

Beispiel: der Satz „Ich fahre Auto“ kann in der Symbolik der Aussagenlogik als S dargestellt werden oder der Satz „Ich esse gerne Eis“ kann als E dargestellt werden. Durch das Verbinden der Sätze durch zum Beispiel den Konnektor und (∩) kann man einen neues Satz erzeugen, nämlich „Ich fahre Auto und esse gerne Eis“ (S ∩ E). Durch diese zusätzlichen Optionen sind die Möglichkeiten verbessert worden, die Sprache in einer brauchbareren formalen Form darzustellen. Jedoch ist es immer noch schwierig, die Alltagssprache in diese Form zu transformieren. Denn die grammatische Struktur eines Satzes zeigt nicht zwangsläufig die logische Struktur. Die Aussagenlogik ist nicht ausdrucksstark genug, um komplexe Sätze und deren Zusammenhänge darzustellen, da sie als kleinste Analyseeinheit ganze Sätze verwendet. Die Gültigkeit von Argumenten wird, wie beim Syllogismus, mittels Wahrheitstabellen ermittelt.

[...]


[1] Beckermann, A.(Hrsg): Einführung in die Logik. Berlin, 1997

Details

Seiten
13
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638364874
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v37017
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,5
Schlagworte
Deduktive Argumente Argumentationstheorien

Autor

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Titel: Deduktive und induktive Argumente