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Doping im körperbildenden Sport

Warum kann körperbildender Sport Männer in eine Medikamentenabhängigkeit treiben?

Hausarbeit 2014 16 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportsoziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Medikamentenabhängigkeit und Medikamentenmissbrauch
2.2 Definition Nahrungsergänzungsmittel
2.2.1 Kritische Anmerkung zum Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln
2.3 Definition Doping und seine Wirkstoffgruppen
2.4 Definition Bodybuilding

3. Motive für einen Einstieg ins Bodybuilding

4. Verhaltensauffälligkeiten in Richtung Sucht

5. Beweggründe zum Doping

6. Etappen des stoffgebundenen Dopings

7. Eskalation beim Doping

8. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nach einer Studie der Universität Tübingen aus dem Jahr 2010,benutztjeder siebte Freizeitsportler verbotene Substanzen zur Steigerung der eigenen Leistung“ (Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH, 2010).

Für diese Studie wurden 1800 Nutzer aus 113 Fitness Studios befragt, von denen 621 der Befragten an der Studie teilnahmen (Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH, 2010).

Das Ergebnis macht deutlich, dass Doping nicht nur im Hochleistungssport durchgeführt wird, sondern auch für Sportler aus dem nicht Wettkampforientierten Sport seine Reize hat.

Im Freizeit- und Breitensport geht es meist nicht um eine Leistungssteigerung, sondern auch um die reine Verschönerung des eigenen Körpers. Das Dunkelfeld der dopenden Freizeitsportler ist groß, denn außerhalb des organisierten Sports gibt es keine Dopingkontrollen. Demnach liegen auch keine Ergebnisse von Dopingkontrollen aus der Bodybuilder und Fitnessszene vor (Clasing & Grupe, 2004).

Es ist allgemein bekannt, dass ein sportlicher Körper für Gesundheit und Vitalität steht. Viele Fitness Studios werben mittels dieser Eigenschaften. Doch wie kann diese Suggestion in eine stoffgebundene Abhängigkeit führen?

Die Hauptfragestellung in Verbindung mit dieser Thematik lautet: Warum kann körperbildender Sport (Bodybuilding) Männer in eine Medikamentenabhängigkeit treiben?

Im Folgenden werden zentrale Begriffe zur Thematik genauer beleuchtet. Anschließend werden die Motive beschrieben, welche oft Grund für den Einstieg in den Körper bildenden Sport sind. Danach wird der mögliche Verlauf in eine stoffgebundene Abhängigkeit dargestellt. Es werden die ersten Verhaltensauffälligkeiten, die Beweggründen bis hin zur stoffgebundenen Sucht und der Eskalation beschrieben.

Eine Einnahme von Medikamenten für gewinnbringende Zwecke wird in dieser Hausarbeit auch als Doping bezeichnet. Doping wird vor allem im Zusammenhang mit wettkampforientierten Hochleistungssport in Verbindung gebracht (Kläber, 2010).

Der Fokus der Hausarbeit soll auf dem körperbildenden Kraftsport sprich, dem Bodybuilding ohne Wettkampforientierung gelegt werden.

In der Gesellschaft hat Sport eine positive Bedeutung. Gesundheit ist meist eines der Hauptmotive für eine Trainingsaufnahme (Kläber, 2010).

Ziel ist es aufzuzeigen, wie und aus welchen Gründen etwas gesellschaftlich positiv Angesehenes wie Sport, in etwas negativ Angesehenes wie Sucht ausarten kann.

Für einen muskulösen Körper sind einige Männer bereit auch Medikamente einzunehmen. Die Einnahme von Medikamenten mit dem Ziel dadurch sein Körper zu verschönern, kann in einen Abhängigkeitsprozess führen, der sich bis hin zur Drogenabhängigkeit entwickeln kann.

Abhängigkeit meint, ein zwanghaftes Bedürfnis, sowie ein angewiesen sein auf eine oder mehrere Substanzen. Der Begriff der Abhängigkeit wird oft synonym mit dem Begriff der Sucht verwendet (Klinik Südhang, 2009).

Ein Unterschied bestehtjedoch zwischen Sucht und Missbrauch. Dies soll im Folgenden näher beleuchtet werden.

2. Theoretische Grundlagen

2. 1 Definition Medikamentenabhängigkeit und Medikamentenmissbrauch

Die beiden Begriffe beschreiben zwei Konsumstadien der Sucht, so ist die Medikamentenabhängigkeit eine Vorstufe zum Medikamentenmissbrauch.

Eine Abhängigkeit liegt vor, wenn der Konsumierende folgende Kriterien erfüllt (GesundheitNordhessen Holding AG, 2010): „Konsumzwang, verminderte Kontrollfähigkeit, körperliche Abhängigkeit, Toleranzerhöhung, Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Substanzkonsums sowie anhaltender Substanzkonsum trotz schädlicher Folgen“(Gesundheit Nordhessen Holding AG, 2010).

Ein Medikamentenmissbrauch liegt erst nach einer Schädigung der psychischen oder physischen Gesundheit vor. Unabhängig davon, in welchem Stadium sich der Konsumierende befindet, die Gemeinsamkeit besteht darin, dass Arzneimittel konsumiert werden ohne eine medizinische Notwendigkeit dafür zu haben (Gesundheit Nordhessen Holding AG, 2010).

2.2 Definition Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind körpereigene Stoffe, die mittels bestimmterNahrung verstärkt zugeführt werden können. Zu ihnen gehören: Kreatin, Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine und Mengenelemente. All diese Stoffe sind legal erhältlich in Pulver oder Tabletten Form. (Breitenstein & Hamm, 1996).

Sie dienen unter anderem zum Muskelaufbau und zur Regenerierung dieser sowie als Energiespender. Demnach ermöglichen sie eine höhere Trainingsintensität (Breitenstein undHamm, 1996).

2.2.1 Kritische Anmerkung zum Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln

Die Versprechungen, die mittels derNahrungsergänzungsmittel erzeugt werden sollen, klingen verheißungsvoll. Ist esjedoch nicht fraglich, dass diese auch eingehalten werden? Immerhin stecken kapitalistische Vermarktungszwecke hinter den Verkauf von derartigen Substanzen. Möglicherweise können auch nur Placebo Effekte auftreten, die den Drang zu Wirkstoffen die gefährlich und illegal sind vergrößern.

2.3 Definition Doping und seine Wirkstoffgruppen

„Doping ist die Verabreichung von Substanzen der verbotenen Wirkstoffgruppen oder die Anwendung verbotener Methoden im Sport“(Müller, 2004, S.30). Doping ist kein Problem derNeuzeit. Die Einnahme von pharmakologischen Substanzen zum Zweck der Leistungssteigerung werden schon seit Beginn der Menschheit eingesetzt (Krauss, 2000).

Ein Verbot wurde wegen mehrfacher Doping-Toter, dessen Fälle zur öffentlichen Diskussion führten, gefordert und um 1952 durchgesetzt. Dieses Verbot bezog sich allerdings nur auf kurzfristig wirkende Stimulanzien und nicht auf langfristig wirkende anabole Präparate, die während des Trainings eingesetzt wurden. Ein Verbot für Anabolika Präparate wurde erst 1976 durchgesetzt (Krauss, 2000). Dies liegt daran, dass vor 1976 noch keine sichere Identifizierung der anabolen Wirkstoffe möglich war (Clasing & Grupe, 2004).

Bei den verbotenen Wirkstoffen die von der World Anti-Doping Agency‘ (WADA) verantwortet werden, handelt es sich um verschiedene Wirkstoffgruppen. Es wird demnach unterschieden zwischen Stimulanzien, Narkotika, Anabolika, Diuretika und Hormonen (Müller, 2004).

2.4 Definition Bodybuilding

Das Bodybuilding hat seine Anfänge um 1900 im Zirkus- und Varietébereich bis es sich nach und nach zu einer eigenen Sportart entwickelt hat ( Kläber, 2010).

Bis in die 60-Jahre des 19. Jahrhunderts war das Figur fixierte Bodybuilding neben dem Gewichtheben nahezu unbekannt. Bodybuilding bedeutet, seinen Körper in einen bizarr muskulösen Zustand zu versetzen. Dieser Körper wird dann in den meisten Fällen auf Wettkämpfen präsentiert und bewertet. Beim Bodybuilding geht es nicht um klar definierbare Werte wie es in anderen Sportarten der Fall ist. Es geht viel mehr um den optischen Charakter. Aus diesem Grund musste das Bodybuilding lange um Anerkennung als reguläre Sportart kämpfen (Kläber, 2010).

Das deutsche Bodybuilding hat nach seinen anfänglichen Erfolgen um 1980 an Bedeutung verloren und ist zunehmend ein Objekt von sozialer Stigmatisierung geworden (Kläber, 2010).

In Fitness Studios bilden Bodybuilder oft eine kleine Gruppe, die sich von den übrigen Mitgliedern abgrenzen. Diese Gruppen bestehen vor allem aus männlichen Mitgliedern, da Bodybuilding für Frauen in den meisten Fällen nicht erstrebenswert ist (Kläber, 2010). „Immerhin handelt es sich bei Muskeln um ein Hauptmerkmal des männlichen Geschlechts geltendes körperliches Attribut“ (Kläber, 2010, S.32). Durch das Bodybuilding soll der als defizitär wahrgenommene Durchschnittskörper von Männern (Kläber, 2010), „in einen kräftigen, harten, austrainierten sowie schlanken Muskelkörpertransformiertwerden“ (Kläber, 2010, S.35). Beim Bodybuilding geht es nicht um Kraftleistungen sondern einzig und allein um die Optik. Dieses wird anhand eines Zitates von einem von Kläber interviewten Bodybuilder der dopt deutlich:

»Gerade im Bodybuilding geht es nicht einfach darum, schwere Gewichte zu heben und extrem schwer zu sein, sondern darum einen Körper zu schaffen, an dem einfachjedes Detail- von der Hautbräune über die Waden bis hin zu den Bauchmuskeln- und alles von den Gesamtproportionen her zusammen passt» (UserNr. 15) (Kläber, 2010, S. 42)

Die Definition der Sportart zeigt, dass die Anerkennung nur durch optische Veränderungen möglich ist. Die inneren Werte oder mit welchen Mitteln positiv angesehene Veränderungen erzeugt werden, ist in der Szene unerheblich.

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Details

Seiten
16
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668480407
ISBN (Buch)
9783668480414
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v369719
Institution / Hochschule
Fachhochschule der Diakonie GmbH
Note
1,3
Schlagworte
doping sport warum männer medikamentenabhängigkeit

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Titel: Doping im körperbildenden Sport