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Kosten- und Leistungsrechnung. Verschiedene Verfahren zur Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung

Hausarbeit 2015 23 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis III

Abkürzungsverzeichnis IV

1 Einleitung

2 Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrechnung

3 Abgrenzung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung

4 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren ohne Hilfskostenstellen
4.1 Kostenartenverfahren
4.2 Kostenstellenausgleichsverfahren

5 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren mit Hilfskostenstellen
5.1 Anbauverfahren
5.2 Stufenleiterverfahren

6 Exakte Verfahren mit Hilfskostenstellen
6.1 Simultanes Gleichungsverfahren

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

9 Ehrenwörtliche/Eidesstattliche Erklärung Fehler! Textmarke nicht definiert

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Verrechnung der Kosten von der Kostenarten- über die Kostenstellen- in die Kostenträgerrechnung

Abbildung 2 Aufbau und Inhalt des BAB

Abbildung 3 Die Funktionen des BAB

Abbildung 4 Die Struktur des BAB beim Anbauverfahren

Abbildung 5 Die Struktur des BAB beim Treppenverfahren

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Rechnungswesen ist ein bedeutsamer Bestandteil einer jeden Unternehmung. Es gilt als Informationssystem des Unternehmens[1], welches unter anderem entscheidungsrelevante Informationen und Daten für Management und Unternehmensführung bereitstellt.[2] Zu den wesentlichen Funktionen des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens zählen daher Planungs-, Kontroll-, und Dokumentationsaufgaben.[3] Dabei wird generell zwischen externem und internem Rechnungswesen unterschieden.[4]

Ein Teilgebiet des internen Rechnungswesens bildet die Kosten-und Leistungsrechnung, welche hauptsächlich dazu dient, den Verzehr produzierter Güter und Leistungen mengen- und wertmäßig aufzunehmen.[5] Den Hauptadressaten der KLR bildet daher die Unternehmensführung.[6]

Da Güterentstehung und Güterverbrauch einem fortlaufenden Prozess zugrunde liegen, muss die Kosten- und Leistungsrechnung kontinuierlich erstellt werden, um zu effizienten Ergebnissen zu gelangen.[7] [8] In diesem Zusammenhang werden nicht nur für den Absatz bestimmte Leistungen betrachtet, sondern auch solche, die innerhalb des Betriebes für die Unternehmung geleistet werden. Bezüglich der Verrechnung solcher innerbetrieblichen Leistungen sind verschiedene Verfahren entwickelt worden. Innerhalb der Kosten- und Leistungsrechnung, insbesondere der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung (kurz ILV), gilt es demnach, die zur Unternehmung passenden Verfahren sorgfältig auszuwählen sowie durchzuführen. Die folgende Arbeit wird sich dementsprechend neben einer Darstellung der Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung zusätzlich auch mit den Charakteristiken sowie der Bewertung verschiedener Verfahren zur Durchführung der ILV beschäftigen.

2 Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrechnung

Bei der Kosten- und Leistungsrechnung handelt sich um eine „rechnerische Rechnung“ die im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung, welche ein Teilgebiet des externen Rechnungswesens bildet, auch fiktive Rechengrößen mit einbezieht.[9] Sie wird daher auch als kalkulatorische Rechnung bezeichnet.[10] Wobei sich die Finanzbuchhaltung auf Geschäftsvorfälle bezieht, welche zu irgendeinem Zeitpunkt angefallen sind, und nur jährlich ihren Abschluss findet, sollte die Kosten- und Leistungsrechnung in monatlichen Abständen abgerechnet werden.[11] Zusätzlich handelt es sich hierbei im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung um eine freiwillige Rechnung, welche demnach keinerlei gesetzlichen Bestimmungen unterliegt. Die Gestaltung der Kosten- und Leistungsrechnung steht somit jeder Unternehmung frei.[12]

Des Weiteren wird die Kostenrechnung systematisiert und in die drei folgenden Teilgebiete aufgegliedert:

1. Kostenartenrechnung
2. Kostenstellenrechnung
3. Kostenträgerrechnung[13]

Anhand der Kostenartenrechnung soll zu Beginn ermittelt werden, welche Kosten überhaupt entstanden sind. Die ermittelten Kosten werden dann gegliedert und geordnet.[14] Sie bilden somit die Grundlage einer verursachungsgerechten Weiterverrechnung.[15] Hierbei wird nach Art der Verrechnung grundsätzlich zwischen Einzelkosten bzw. Sondereinzelkosten und Gemeinkosten unterschieden.[16] Einzelkosten sowie Sondereinzelkosten stellen die Kosten dar, welche direkt einem Kostenträger (einzelne betriebliche Leistungen) zugerechnet werden können.[17] Dahingegen gelten Gemeinkosten, als diejenigen Kosten, welche nicht direkt zu einzelnen Kostenträgern zurechenbar sind.[18]

Nach dem obersten Grundsatz der Kosten- und Leistungsrechnung, dem Verursachungsprinzip, sollen die entstandenen Kosten möglichst genau den jeweiligen Kostenträgern zugeordnet werden. Jedem Kostenträger sollen nur die Kosten zugerechnet werden, welche er auch verursacht hat.[19]

Im zweiten Schritt der Kosten- und Leistungsrechnung werden die Gemeinkosten zunächst auf Kostenstellen (Betriebsbereiche) übertragen, um sie später im Verlauf der Kostenträgerrechnung ihren eigentlichen Kostenträgern zuordnen zu können. Somit ist die Kostenstellenrechnung als Bindeglied zwischen Kostenarten- und Kostenträgerrechnung zu verstehen.[20] Kostenstellen können als Abteilungen oder Orte verstanden werden, an denen die Kosten anfallen. Dementsprechend beschäftigt sich die Kostenstellenrechnung hauptsächlich damit, wo und an welcher Stelle im Unternehmen Kosten entstanden sind.[21] Dabei unterscheidet man generell zwischen den folgenden vier Hauptkostenstellen:

- Materialstelle
- Fertigungsstelle
- Vertriebsstelle
- Verwaltungsstelle[22]

In der letzten Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung gilt es mit Hilfe der Kostenträgerrechnung, die Kosten abschließend auf die dazugehörigen Kostenträger zu verteilen. Kostenträger können zum einen Absatzleistungen (Produkte / Dienstleistungen), aber auch innerbetriebliche Leistungen sein.[23] Im Folgenden werden dann Herstell- und Selbstkosten der einzelnen Kostenträger ermittelt, um anhand dieser die Bestände bewerten zu können, kurzfristige Erfolgsrechnungen und Kostenkontrollen durchzuführen und Unterlagen zu preispolitischen Entscheidungen bereitzustellen.[24] Mittels der Kostenträgerrechnung erhält die Führungsebene letztendlich zweckdienliche Informationen bezüglich Programm-, Beschaffungs- und Preispolitik.[25]

Die folgende Abbildung soll die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Stufen der Kosten- und Leistungsrechnung noch einmal grafisch darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Verrechnung der Kosten von der Kostenarten- über die Kostenstellen- in die Kostenträgerrechnung

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Haberstock, L., 2008, S. 54.

3 Abgrenzung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung

Unternehmungen sind in der Regel hauptsächlich darauf ausgerichtet marktorientierte Leistungen zu erstellen, also Güter und Dienstleistungen, welche letztendlich am Markt abgesetzt werden sollen. Im Verlauf dieses Prozesses werden häufig Produkte oder Leistungen benötigt und erstellt, welche innerhalb des Betriebs wieder verbraucht beziehungsweise aufgezehrt werden. Solche Erzeugnisse werden als „innerbetriebliche Leistungen“ bezeichnet.[26] Dies können Innenaufträge, Eigenleistungen oder auch Wiedereinsatzgüter sein.[27] Somit kann es sich sowohl um materielle, als auch immaterielle Leistungen handeln. Mit dem Erbringen der innerbetrieblichen Leistungen gehen ebenso Kosten einher. Ziel der ILV ist es, die leistenden Kostenstellen zu entlasten.[28] Ihre Aufgabe ist es dementsprechend, die Kosten der im Betrieb erbrachten Leistungen auf die jeweiligen Kostenstellen umzulegen, welche eben diese Leistungen empfangen haben.[29] Demzufolge ist die innerbetriebliche Leistungsverrechnung als Teilgebiet der Kostenstellenrechnung zu verstehen.

Die Kostenstellenrechnung unterscheidet zwischen Haupt- und Hilfskostenstellen sowie allgemeinen Kostenstellen.[30] Hauptkostenstellen erbringen Leistungen, welche unmittelbar ins Endprodukt einfließen.[31] Ihre Kosten können direkt auf die Kostenträger verrechnet werden.[32] Dahingegen stellen Hilfskostenstellen Abteilungen dar, deren Kosten nicht direkt den Kostenträgern zugeordnet werden können, sondern erst auf Hauptkostenstellen umgelegt werden müssen.[33] Hilfskostenstellen erbringen ausschließlich innerbetriebliche Leistungen, welche nur bestimmten Hauptkostenstellen zuzuordnen sind (beispielsweise „Reparaturwerkstatt als Fertigungshilfskostenstelle“[34] ).[35] Allgemeine Kostenstellen sind abrechnungstechnisch wie Hilfskostenstellen zu handhaben, allerdings erstellen sie innerbetriebliche Leistungen, welche von allen Kostenstellen genutzt werden (beispielsweise Kantine, Heizung, Hausmeister, Wasserversorgung).[36] [37]

Um die Kostenstellenrechnung zu vereinfachen, wird in der Regel ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB) zur Hilfe genommen. Dieser basiert auf den verschiedenen Kostenstellen und bietet somit eine Übersicht, welche die Verrechnung der Kosten vereinfacht.[38]

Die folgende Abbildung soll einen groben Eindruck zum formalen Aufbau eines Betriebsabrechnungsbogens liefern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Aufbau und Inhalt des BAB

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Heinhold, M., 2010, S. 172.

Vor Beginn der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung über den BAB, werden zunächst die primären Gemeinkosten, welche bereits in der Kostenartenrechnung ermittelt wurden, übernommen und verursachungsgerecht auf die jeweiligen Kostenstellen verteilt.[39] Primäre Gemeinkosten sind solche Kosten, welche aus externen Leistungen anfallen. Dahingegen stammen sekundäre Gemeinkosten aus innerbetrieblichen Leistungen und werden letztendlich im Zuge der ILV auf die Kostenstellen umgelegt.[40]

Diesen Prozess soll die nachstehende Abbildung nochmals anschaulich darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Die Funktionen des BAB

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Heinhold, M., 2010, S.170.

Schlussendlich muss bei innerbetrieblichen Leistungen zusätzlich zwischen aktivierbaren und nicht aktivierbaren Leistungen unterschieden werden. Aktivierbare Leistungen sind über mehrere Perioden nutzbar (beispielsweise: Gebäude, Werkzeuge etc.).[41] Die Verrechnung ist hier eher unproblematisch, da diese Leistungen für gewöhnlich wie „absatzbestimmte Produkte als selbstständiger Kostenträger kalkuliert (...)“[42] werden. Nicht aktivierbare innerbetriebliche Leistungen werden hingegen in der Periode der Leistungserstellung direkt wieder verbraucht (selbstgetätigte Reparaturen, Kantine, selbst erstellter Strom etc.). Eben solche Leistungen müssen über die ILV von den leistenden zu den nutzenden Kostenstellen umgerechnet werden.[43]

In der Praxis können verschiedene sukzessive Verfahren sowie unterschiedliche simultane Lösungsansätze zur innerbetrieblichen Leistungsverrechnung herangezogen werden. Die nachfolgenden Punkte werden sich mit den verschiedenen Möglichkeiten die ILV durchzuführen beschäftigen.

4 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren ohne Hilfskostenstellen

Zu den sukzessiven Verfahren ohne Hilfskostenstellen, welche im Folgenden genauer beschrieben werden, zählen Kostenartenverfahren, Kostenstellenausgleichsverfahren und Kostenträgerverfahren[44], wobei letzteres im Folgenden nicht weiter ausgeführt wird. Diese Verfahren sind besonders für heterogene, klar abgrenzbare und messbare Leistungen, welche einzeln verrechnet werden, geeignet.[45] Es handelt sich dabei häufig um eine Hauptkostenstelle, die Leistungen für eine andere Hauptkostenstelle, beziehungsweise für mehrere andere Hauptkostenstellen, erbringt.[46] Hierbei muss es sich um eine einseitig erbrachte Leistung und keinen Leistungsaustausch der Kostenstellen handeln. Diese Verfahren lassen die allgemeinen und Hilfskostenstellen allerdings außer Acht.[47]

[...]


[1] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.1.

[2] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 2.

[3] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 3.

[4] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 16.

[5] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 17.

[6] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 13.

[7] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 29 f.

[8] Vgl. Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 19.

[9] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 29.

[10] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 17.

[11] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 13.

[12] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 30 f.

[13] Vgl. Heinhold, M., 2010, S. 26.

[14] Vgl. Posluschny, P., 2009, S. 20.

[15] Vgl. Jost, H., 1992, S. 19.

[16] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 57.

[17] Vgl. Posluschny, P., 2009, S. 21.

[18] Vgl. Haberstock, L., 2008,. 57.

[19] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 17.

[20] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 103.

[21] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 120.

[22] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 109.

[23] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 142.

[24] Vgl. Haberstock, L., 2008, S. 142 f.

[25] Vgl. Prof, Dr. Wötje, J., 2009, S. 60.

[26] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.123.

[27] Vgl. Heinhold, M., 2010, S. 194.

[28] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.112.

[29] Vgl. Prof. Dr. Fischer, J., 1998 S. 79.

[30] Vgl. Heinhold, M., 2010, S. 158.

[31] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 123.

[32] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.112.

[33] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.112.

[34] Vgl. Heinhold, M., 2010, S. 158.

[35] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 124.

[36] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 124.

[37] Vgl. Heinhold, M., 2010, S. 158.

[38] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 118.

[39] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 118.

[40] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 125.

[41] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.123.

[42] Heinhold, M., 2010, S. 195.

[43] Vgl. Haberstock, L., 2008, S.124.

[44] Vgl. Heinhold, M., 2010, S. 250.

[45] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 128.

[46] Vgl. Jórasz, W., 2009, S. 148.

[47] Vgl. Ostermann, R., 2010, S. 128.

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668472280
ISBN (Buch)
9783668472297
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v369445
Institution / Hochschule
EBC Hochschule Düsseldorf
Note
1.0
Schlagworte
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung Kosten- und Leistungsrechnung Kostenartenverfahren Kostenstellenausgleichverfahren Anbauverfahren Stufenleiterverfahren

Autor

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Titel: Kosten- und Leistungsrechnung. Verschiedene Verfahren zur Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung