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Virtualisierung einer Entwicklungsumgebung für den Dienst Fileservice

Entwicklungsumgebung aufbauen, konfigurieren und multiplizieren mit Hyper-V

Projektarbeit 2014 47 Seiten

Informatik - Angewandte Informatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Begründung der Problemstellung
1.2 Darstellung von Ziel und Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen
2.1 Arten der Virtualisierung
2.1.1 Server-Virtualisierung
2.1.2 Applikationsvirtualisierung
2.1.3 Speichervirtualisierung
2.1.4 Desktopvirtualisierung
2.1.5 Netzwerkvirtualisierung
2.2 Vor- und Nachteile der Virtualisierung
2.3 Vorstellung der Virtualisierungssoftware Hyper-V
2.4 Vorstellung des Dienstes Fileservice auf Windows (DFS)
2.5 Vorstellung des Active Directory
2.6 Kurze Beschreibung der eingesetzten Werkzeuge

3 Vorbereitung der Entwicklungsumgebung
3.1 Vorbereitungsarbeiten
3.1.1 Serverbeschaffung
3.1.2 Auswahl der Microsoft Windows Server und Client Version
3.1.3 Beschaffung der IP-Adressen und Computernamen
3.2 Installation und Konfiguration des Hostservers
3.3 Sicherheit
3.4 Hyper-V Installation und Konfiguration

4 Entwicklungsumgebung Aufbau und Test
4.1 Erstellen des Basisimages für schnellere Installation
4.2 AD Installation und Konfiguration
4.3 Windows Fileservice Installation und Konfiguration
4.3.1 Installation und Konfiguration von DFS-N
4.3.2 Installation und Konfiguration von DFS-R
4.3.3 Abschließende Fileservice Konfiguration
4.4 Installation und Konfiguration eines virtuellen Clients
4.5 Funktionstest der Entwicklungsumgebung
4.6 Abschließende Arbeiten
4.7 Lessons Learned

5 Fazit
5.1 Kritische Würdigung
5.2 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: So arbeitet Hyper-V

Abbildung 2: Überblick DFS Funktionalität

Abbildung 3: AD Überblick

Abbildung 4: Auswahl Server Betriebssystem

Abbildung 5: Auswahl Client Betriebssystem

Abbildung 6: NOAH - Netzwerkmanagement Werkzeug der Mustermann International GmbH

Abbildung 7: RAID Konfiguration im BIOS des RAID Controllers

Abbildung 8: Pingtest und nslookup

Abbildung 9: Architekturbild der Entwicklungsumgebung, Sollzustand

Abbildung 10: Erstellen eines Basisimages mit SysPrep

Abbildung 11: Einbindung des Basisimages als Differencing

Abbildung 12: Übersicht Namespaces

Abbildung 13: DFS Überblick nach Abschluss der Konfiguration

Abbildung 14: Automatisch gesetztes 1 GB hard Quota

Abbildung 15: ABE Funktionstest am Client

Abbildung 16: Administratorsicht auf dem Server

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Mustermann International GmbH ist ein international führendes Unter- nehmen in verschiedenen Bereichen der Informations- und Kommunikations- technologie. Die Zielgruppe der Mustermann International GmbH sind multi- nationale Konzerne. Die Großkundensparte bietet diesen großen Unterneh- men integrierte Lösungen, welche Wirtschaft und Gesellschaft in Zukunft vernetzen sollen. Über 52.000 Mitarbeiter, verteilt um den gesamten Globus, sichern dabei die Kompetenz der Firma. Das Portfolio der Mustermann Inter- national GmbH reicht dabei von mobilen Lösungen wie z. B. Smartphones, Tablets, Notebooks oder anderen mobilen Geräten, über virtuelle private Netzwerke (VPN) 1 und Bereitstellung der Infrastruktur im Rechenzentrum bis hin zu Sicherheitslösungen und modernen Cloud-Lösungen 2 . Die Muster- mann International GmbH bedient dabei Kunden aus dem öffentlichen Be- reich, Gesundheitswesen, Automotive, Transport sowie aus dem Banken- und Versicherungsumfeld.

Der Bereich Product Design & Orchestration Services / Mobility & Infrastruc- ture Services, speziell Fileservice Engineering, beschäftigt sich mit der Ent- wicklung von verschiedenen Kundenlösungen für den Dienst Fileservice. Der Dienst Fileservice stellt den Benutzern auf Basis des CIFS-Protokolls, auch als SMB bekannt3, eine entsprechende Kapazität an Speicherplatz im Netz- werk in Form von Heimat- und Profilverzeichnissen sowie Gruppen- und Ap- plikationslaufwerken zur Verfügung. Dabei werden die unterschiedlichen Netzwerkspeicherressourcen hochverfügbar und damit möglichst ausfallsi- cher, bis zu einer SLA4 von 99,99% aufgebaut. Des Weiteren wird dem Trend von Cloudbasierten Lösungen gefolgt und somit Fileservice-Produkte kreiert, die es ermöglichen, von überall aus und von jedem System, jederzeit auf seine Daten im Unternehmen zuzugreifen.

1.1 Begründung der Problemstellung

Die Problemstellung dieser Arbeit ist, dass derzeit keine Entwicklungsumge- bung auf Basis einer aktuellen Windows Server Version in der Abteilung von Fileservice Engineering bei dem Unternehmen Mustermann International GmbH existiert. Eine Entwicklungsumgebung für Engineering Tätigkeiten ist essentiell um neue Software mit Ihren mitgelieferten Funktionen zu testen, die möglichen Schwachstellen zu identifizieren und mögliche Wege zur Be- seitigung dieser zu finden. Ebenfalls ist eine Entwicklungsumgebung für den Aufbau und Test der geplanten technischen Kundenlösung notwendig, um das Zusammenspiel der unterschiedlichen Anwendungen, Dienste und Sys- teme zu untersuchen. Erst nachdem die geplante Kundenlösung erfolgreich aufgebaut werden konnte und die ersten Tests positiv verlaufen sind, kann diese in die Produktionsumgebung überführt und dem Kunden bereitgestellt werden.

1.2 Darstellung von Ziel und Aufbau der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Aufbau einer Entwicklungsumgebung samt den notwendigen Vorarbeiten und auf Basis von Windows mittels der bereits ab Windows Server 2008 integrierten Virtualisierungssoftware Hyper-V, für den Bereich Fileservice Engineering zu erstellen und zu beschreiben. Neben der Auswahl der Windows Versionen und Beschaffung der Hardware, werden verschiedene Tests durchgeführt, um die Funktionalität zu gewährleisten und die gefundenen Ergebnisse zu dokumentieren.

Zunächst werden zu Beginn in Kapitel 2 wichtige Grundlagen behandelt, die für das leichtere Verständnis der weiteren Arbeit notwendig sind. In Kapitel 3 wird auf die Vorbereitung der Entwicklungsumgebung und die damit verbundenen Arbeiten eingegangen. Schließlich wird die Entwicklungsumgebung bzw. der Aufbau dieser in Kapitel 4 näher beschrieben sowie die gemachten Ergebnisse reflektiert. Im letzten Kapitel wird ein Fazit, eine kritische Würdigung sowie ein Ausblick gegeben.

2 Grundlagen

Virtualisierung ermöglicht die Abstraktion von Hardware, Software und Netzen. Imübergreifenden Sinn werden mit Virtualisierung Software- oder Hardware-Techniken bezeichnet, welche eine Abstraktionsschicht zwischen dem Benutzer (oder Applikationen oder Schnittstellen) einerseits und physi- schen Ressourcen wie z. B. Hardwarekomponenten eines Rechners ande- rerseits, implementieren5.

Eines der Hauptziele der Virtualisierung ist es, Ressourcen zu schonen und diese sinnvoll zu verteilen bzw. die Ressourcen zu bündeln und zu komprimieren. Selbstverständlich ist dabei Kosteneinsparung eines der wichtigsten Gründe, weshalb immer mehr auf Virtualisierung gesetzt wird.

2.1 Arten der Virtualisierung

Virtualisierung ist in verschiedenen Bereichen anzutreffen. Neben der Server-Virtualisierung gibt es die Virtualisierung in den Bereichen Applikationen bzw. Software, Speicher, Desktop und Netzwerk. Die unterschiedlichen Varianten werden in den nachfolgenden Unterkapiteln näher erläutert.

2.1.1 Server-Virtualisierung

Mittels der Server-Virtualisierung wird es ermöglicht, die Ressourcen eines Hostservers6 für virtuelle Maschinen zu verteilen. Damit wird es möglich ge- macht, mehrere virtuelle Instanzen logisch voneinander zu betreiben und somit gesamte Entwicklungsumgebungen virtuell aufzubauen. Dabei ist es möglich, dass auf dem Hostserver mehrere unterschiedliche virtuelle Ma- schinen mit verschiedenen zur Verfügung gestellten Diensten und Anwen- dungen betrieben werden7. Jeder virtuellen Maschine wird ein gewisser Anteil an Arbeitsspeicher, Prozessorleistung, Netzwerkkarte sowie Festplattenspeicherplatz zugewiesen. Damit wirkt die virtuelle Maschine nach außen wie ein eigenständiges, physisch vorhandenes System. Damit virtuelle Maschinen mit einer Virtualisierungssoftware erstellt werden können, muss die Virtualisierungstechnologie8 vom Hostserver bzw. der CPU unterstützt werden. Meist ist dies bei Intel mit dem Kürzel „VT-“9 und bei AMD mit „V-“10 im BIOS11 vermerkt und muss daher aktiviert sein.

2.1.2 Applikationsvirtualisierung

Die Applikationsvirtualisierung ermöglicht es, unterschiedliche Software ein- facher zu verwalten, speziell in Bezug auf Lizenzen, Versionen und Aktuali- sierungen. Die Installation und Deinstallation der Software wird von einem zentralen Softwareverteilungssystem durchgeführt. Dabei werden alle not- wendigen Registry-Einträge12, Dateien und Komponenten in einer zentralen Umgebung aufbewahrt, sodass bei der Installation und Deinstallation darauf zugegriffen werden kann. Mithilfe der Applikationsvirtualisierung ist somit si- chergestellt, dass die für das Unternehmen angepassten Applikationen dem jeweiligen Client zugewiesen werden. Durch dieses zentral organisierte Softwaremanagement wird dafür gesorgt, dass die Applikationen geprüft, freigegeben, standardisiert und frei von Schadsoftware13 sind, was zur Si- cherheit im Unternehmen beiträgt14.

2.1.3 Speichervirtualisierung

Bei der Speichervirtualisierung werden Speicherkapazitäten des Speicher- systems15 den verschiedenen Servern über das Netzwerk zur Verfügung ge- stellt, unabhängig vom Hardwarehersteller. Damit werden die vorhandenen Speicherkapazitäten besser genutzt, die Wartung und Administration des Speichersystems erleichtert und eine höhere Flexibilität wird erreicht. Außer- dem werden Sicherungen vereinfacht, da weniger Systeme gesichert werden müssen. Speichererweiterung ist bis zur maximalen Verwaltungsgrenze der Speichersystem-Steuereinheit sowie Betriebssystemgrenze ohne Weiteres möglich. Sollen Daten verschoben bzw. migriert werden, ist dies innerhalb des Speichersystems ebenfalls einfacher und vor allem schneller realisierbar, als über mehrere Server und damit über das Netzwerk zu kopieren16.

2.1.4 Desktopvirtualisierung

Die Desktopvirtualisierung stellt Client-Betriebssysteme und Anwendungen auf virtuellen Servern zur Verfügung, welche sich auf Hostservern im Re- chenzentrum des Anbieters befinden. Dabei geschieht der Zugriff auf die vir- tuellen Clients durch die Benutzer über das LAN, WAN oder über eine mobile Datenverbindung. Dank der Desktopvirtualisierung wird der Wartungsauf- wand für die Clients reduziert, da im Fehlerfall die IT-Administratoren über eine Remote-Verbindung auf diese Clients zugreifen können. Die Fernwar- tung ist bei den stationären Desktop-PCs zwar ebenfalls möglich, allerdings muss bei einem Hardwaredefekt entweder der Desktop-PC oder die defekte Hardwarekomponente ausgetauscht werden, was bei einem virtuellen Client nicht notwendig ist. Aktualisierungen oder Installationen können ebenfalls aus der Ferne durchgeführt und müssen nicht mehr vor Ort ausgeführt wer- den. Des Weiteren wird die Flexibilität der Benutzer erhöht, da sie von jedem anderen im Unternehmen befindlichen Gerät auf ihren virtuellen Client zugreifen können17.

2.1.5 Netzwerkvirtualisierung

Mit der Netzwerkvirtualisierung ist es möglich, das Netzwerk in unterschiedli- che virtuelle und logische Einheiten zu unterteilen. Die Netzwerke werden dabei mittels einer Switch-Technik in einzelne Segmente unterteilt, die wie- derum von Switchen in logische Gruppen zusammengefasst werden, was die Bildung von logischen Abteilungen über mehrere Standorte ermöglicht. Au- ßerdem wird damit sichergestellt, dass nur die Geräte Daten miteinander austauschen können, die sich ebenfalls im selben virtuellen Netzwerk befin- den. Durch Bildung von VLANs18 wird die Sicherheit bei der Datenverbindung vor unbefugten Zugriffen erhöht sowie das Netzmanagement vereinfacht, da bestimmte Dienste oder Abteilungen zusammengefasst und zentral über das gesamte Unternehmensnetzwerk verwaltet werden können19. Sollen Unter- nehmensdaten oder andere private Daten über ein öffentliches Netzwerk transportiert werden, eignet sich das VPN dazu, welches die Übertragung verschlüsselt20.

2.2 Vor- und Nachteile der Virtualisierung

Mit dem Einsatz der Virtualisierung wird dem Unternehmen die Möglichkeit geschaffen, eine Hardware für verschiedene Dienste und gesamte Umge- bungen zu verwenden, was zur Kosteneinsparung beiträgt. Des Weiteren können die Ressourcen für die virtuellen Maschinen dynamisch zugewiesen werden. Die Ressourcen können damit effektiver genutzt werden, je nach- dem wo diese benötigt werden. Außerdem besteht mithilfe der Virtualisierung die Möglichkeit, sogenannte Snapshots21 von den installierten virtuellen Ma- schinen zu machen. Damit ist es jederzeit möglich, wieder an den im Snap- shot eingefrorenen Zustand zurückzukehren. Mit dieser Möglichkeit ist eine Neuinstallation einer virtuellen Maschine aufgrund eines Fehlers oder miss- lungenen Konfiguration nicht notwendig. Ein weiterer Vorteil der Virtualisie- rung ist, dass nach der ersten Installation einer virtuellen Maschine die Mög- lichkeit besteht, weitere virtuelle Maschinen mittels des Basisimages in weni- gen Minuten zu erstellen, was sehr viel Zeit spart. Das Vorgehen mithilfe des Basisimages wird im Kapitel 4.1 näher beschrieben. Außerdem ist aufgrund der Virtualisierung die Verwaltung der Hostserver einfacher sowie eine höhe- re Flexibilität und Skalierbarkeit gegeben.

Allerdings bringt eine Virtualisierung auch Nachteile mit sich. Der wohl größte Nachteil bei der Virtualisierung ist, dass wenn der Hostserver ausfällt, alle sich auf dem Hostserver befindlichen virtuellen Maschinen ebenfalls ausfal- len. Dies kann je nach Anzahl und Wichtigkeit der virtuellen Maschinen zu einer enormen Beeinträchtigung des Produktionsbetriebes führen. Um dem entgegenzuwirken, muss der Hostserver ausfallsicher in einem Cluster22 auf- gebaut werden, was allerdings die Kosten in die Höhe treibt. Außerdem be- nötigt jeder zusätzliche Dienst auf dem Hostserver mehr physikalische Res- sourcen, wie Arbeitsspeicher, CPU und Festplattenspeicher. Darüber hinaus werden durch Nutzung zusätzlicher Dienste und Funktionen des Betriebssys- tems weitere Sicherheitslücken eröffnet, was wiederum mehr Aufwand für die Pflege des Betriebssystems in Form von Updates bedeutet.

2.3 Vorstellung der Virtualisierungssoftware Hyper-V

Hyper-V ist eine Virtualisierungssoftware, die im Betriebssystem Windows ab der Version Server 2008 bereits integriert ist und über die Rolle „Hyper-V“ installiert wird. Da Hyper-V bereits mit dem Server Betriebssystem ausgelie- fert wird, entstehen keine weitere Lizenzkosten, wie bei anderen Anbietern. Nach erfolgreicher Installation, können mit Hyper-V virtuelle Server und Cli- ents erstellt und diesen entsprechende Systemressourcen dem Hostserver zugeordnet werden. Dabei können mehrere unterschiedliche Systeme auf einem Hostserver virtualisiert und somit komplexe, voneinander unabhängige Test- und Entwicklungsumgebungen geschaffen werden. Außerdem ist es mit Hyper-V möglich, Snapshots zu erstellen, die bei einer Entwicklungsum- gebung nicht fehlen dürfen, um schnell wieder zum Ursprungszustand zu- rückkehren zu können. Bei der Virtualisierung mit Hyper-V ist es möglich, den virtuellen Servern oder Clients zu untersagen, dass diese außerhalb von Hyper-V kommunizieren dürfen. Mit dieser Restriktion können die virtuellen Maschinen nicht mit anderen Ressourcen außerhalb des Hostservers kom- munizieren. Andernfalls besteht die Möglichkeit große Test-, Entwicklungs- oder produktive Arbeitsumgebungen zu erstellen, bei denen die virtuellen Maschinen miteinander kommunizieren können. Damit diese Arbeitsumge- bungen im Falle eines Hostserverausfalls weiterhin verfügbar sind, können mittels Hyper-V-Replikation, die virtuellen Maschinen auf einen anderen Hostserver repliziert werden, sodass eine höhere Verfügbarkeit entsteht23.

Abbildung 1 zeigt wie Microsofts Hyper-V als Virtualisierungssoftware arbei- tet. Hyper-V wird in Benutzer- und System-Modus unterteilt. Im Benutzermo- dus kann der Benutzer unterschiedliche Microsoft Windows und Linux Be- triebssysteme installieren24. Für diese werden - sofern vorhanden und unter- stützt - die passenden Treiber - in Hyper-V auch als Integrationsdienste25 bekannt - im System-Modus geladen, sodass das Betriebssystem verwendet werden kann. VMBus ist ein Protokoll, welches von Hyper-V für die Kommu- nikation zwischen Hostserver und virtueller Maschine verwendet wird26.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: So arbeitet Hyper-V27

2.4 Vorstellung des Dienstes Fileservice auf Windows (DFS)

Fileservice ist ein Dienst, mit dem ein Speicherplatz im Netzwerk bereitge- stellt werden kann. Mit diesem Speicherplatz ist es möglich, dass die Benut- zer darin ihre Daten abspeichern können. Dabei wird zwischen Homeshare28, Groupshare29, Profileshare30 und Applicationshare31 unterschieden. Das Homeshare ist dabei nur einem Benutzer zugeordnet und nur dieser Benut- zer kann darin seine Daten ablegen. Beim Groupshare hingegen können mehrere Benutzer, meist ganze Abteilungen oder Projektteams, Daten able- gen und gemeinsam nutzen. Dabei gibt es einen Besitzer dieses Gruppen- laufwerks. Das Profileshare hat den Zweck, Profildaten des Benutzers zu speichern, damit die Benutzereinstellungen auf allen Clients des Benutzers synchron vorhanden sind. Das Applicationshare dient dazu, Daten für An- wendungen bereitzustellen, die anschließend auf dieses Applicationshare lesend oder schreibend zugreifen. Das DFS von Microsoft dient dazu, die unterschiedlichen Freigaben zu synchronisieren. Dabei wird zwischen DFS-N und DFS-R unterschieden. DFS-N hat die Aufgabe einen einheitlichen Na- men für die Freigaben über mehrere Server hinweg bereitzustellen. DFS-R hingegen ist für die Synchronisation der verschiedenen Freigaben über meh- rere Server zuständig und sorgt somit, dass bei Änderungen an Dateien, die- se Änderungen auf die anderen Server übertragen werden. Die Synchronisa- tion kann dabei bei jeder neuen Änderung durchgeführt werden oder zu be- stimmten Zeiten, welche bei der Konfiguration der Replikationsgruppe defi- niert wird. Abbildung 2 stellt die Funktionalität des DFS als Überblick dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Überblick DFS Funktionalität

Zunächst wird eine Anfrage des Clients an den Namespace Server gestellt, dieser antwortet, wo sich der freigegebene Ordner auf dem aktiven DFS-R Server befindet. Anschließend kann der Benutzer auf die Freigabe, welche sich auf dem aktiven DFS-R Server befindet, zugreifen.

2.5 Vorstellung des Active Directory

Das Active Directory ist ein Verzeichnisdienst, welches im Jahre 2000 von dem Unternehmen Microsoft entwickelt und bereitgestellt wurde. Das Active Directory ist für die Verwaltung von unternehmensweiten Informationen be- züglich Computernamen, Benutzern, Gruppen, E-Mail Adressen, Druckern und weiteren Ressourcen im Unternehmensnetzwerk notwendig. Außerdem ist das AD für die Authentifizierung und Benutzeranmeldung an Clients, die dem Unternehmen bzw. der Domäne32 zugehörig sind, verantwortlich. Damit ermöglicht das Active Directory gemeinsam mit Microsoft Exchange den Mit- arbeitern über Outlook Adressbuch33 nach anderen Kollegen im Unterneh- men zu suchen34. Außerdem ermöglicht es den Administratoren des Unter- nehmens neue Computernamen sowie Benutzer oder Benutzergruppen zu erstellen und mit entsprechenden Rechten innerhalb der Domäne zu verse- hen. Zusätzlich können für die unterschiedlichen Server und Clients be- stimmte Richtlinien erstellt werden, die auf diesen die jeweiligen Einstellun- gen und Beschränkungen verwenden. Dabei besteht das Active Directory aus den vier Hauptkomponenten LDAP35, Kerberos-Protokoll36, DNS37 sowie für den Fileservice das wichtige CIFS-Protokoll, womit die Freigabe der Laufwerke bzw. Verzeichnisse und somit der Zugriff auf diese ermöglicht wird. Abbildung 3 zeigt die oben beschriebenen und weitere Dienste an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: AD Überblick38

Das Active Directory ist die zentrale Verwaltung von Ressourcen in einer Domäne und erleichtert die Verwaltung der unterschiedlichen Ressourcen im Netzwerk eines Unternehmens erheblich. Das AD ist in mittleren und großen Netzwerken unabdingbar.

[...]


1 Zisler, 2013, S. 329 - 335

2 Timm, 2013, S. 20 - 21

3 Kersken, 2013, S. 286 - 287

4 Siepermann, 2014

5 ITWissen, Virtualisierung, 2014

6 ITWissen, Host, 2014

7 Deutsche Telekom AG, 2014, S. 4

8 Torres, 2012

9 Intel, 2014

10 AMD, 2014

11 Dembowski, 2004, S. 81 - 89

12 computerbild, 2014

13 Kersken, 2013, S. 1106 - 1119

14 Deutsche Telekom AG, 2014, S. 5

15 ITWissen, Speichersystem, 2014

16 Troppens, Erkens, Müller, 2008, S. 165 - 171

17 Vogel, Kocoglu, Berger, 2010, S. 19 - 23

18 Zisler, 2013, S. 170 - 173

19 Deutsche Telekom AG, 2014, S. 6

20 Becker, 2011, S. 18 - 21

21 Kaczenski, Grote, Dille, Kappen, 2013, S. 537 - 548

22 it-administrator, 2011

23 Boddenberg, 2014, S. 1274 - 1287

24 Microsoft, Hyper-V Übersicht, 2013

25 Microsoft, Installieren eines Gastbetriebssystems, 2014

26 Microsoft, Hyper-V Architecture, 2014

27 PC-Magazin, 2013

28 engl. Heimatverzeichnis

29 engl. Gruppenlaufwerk

30 engl. Profilverzeichnis

31 engl. Applikationslaufwerk

32 ITWissen, Domäne, 2014

33 outlook-stuff, 2014

34 Stanek, 2010, S. 39 - 41

35 Elektronik Kompendium, LDAP - Lightweight Directory Access Protocol, 2014

36 Kuppinger, 2007

37 Liu, Albitz, 2006, S. 4 - 9

38 Nickles, 2014

Details

Seiten
47
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668473799
ISBN (Buch)
9783668473805
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v369022
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
file service entwicklungsumgebung hypver-v hypervisor microsoft dfs-n dfs-r fileservice virtualisierung Applikationsvirtualisierung Speichervirtualisierung Server-Virtualisierung Desktopvirtualisierung Netzwerkvirtualisierung distributed file system golden image basisimage basis image

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