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Die verlorene Kindheit. Kinder, Jugendliche und der Krieg in den Kurzgeschichten Heinrich Bölls

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 48 Seiten

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Böll und der Krieg

2 Eriksons Modell von 'Identität und Lebenszyklus'

3 Die Kurzgeschichten
3.1 Kinder und Jugendliche als Nebenfiguren der Geschichte
3.1.1 Auch Kinder sind Zivilisten
3.1.2 Ü ber die Brücke.
3.1.3 So ein Rummel.
3.2 Kinder und Jugendliche als Protagonisten der Geschichte
3.2.1 Wir Besendbinder.
3.2.2 Lohengrins Tod
3.2.3 Wanderer, kommst du nach Spa

4 Wanderer, kommst du nach Spa... und Lohengrins Tod: Initiationsgeschichten?

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung: Böll, der Krieg und die Jugend

Heinrich Böll wurde am 21.12.1917 in einer katholischen Familie1 in Köln geboren und arbeitete nach dem Abitur im Buchhandel. Bereits früh machte Böll seine ersten schriftstellerischen Versuche, doch bekannt wurde er erst später: „Schreiben wollte ich immer, versuchte es schon früh, fand aber die Worte erst später“2, sagte er 1959. Sechs Jahre lang diente er als Soldat bei der Infanterie. In einem Rückblick schildert er diese Zeit: „In diesen sechs Jahren vertiefte sich das, was eine blosse, im Elternhaus eingeimpfte Abneigung gewesen war, zu der Überzeugung: Es gibt nichts Sinnloseres als Krieg und Militär.“3 Er begann (wieder) zu schreiben4 und im Jahre 1950 wurde die Kurzgeschichtensammlung Wanderer, kommst du nach Spa... veröffentlicht. Ab 1951 wurde er zu einem Mitglied der Gruppe 47, eine Versammlung von Schriftstellern rund um Hans Werner Richter und erlangte in den nächsten Jahren eine große Bekanntheit. Ein häufiges Thema in seinen Werken ist die Auseinandersetzung mit dem Krieg. So schrieb Böll 1948 an seinen Freund Ernst-Adolf Kunz: „Mein eigentliches Gebiet ist ja offenbar der Krieg […]“.5 Er wird oft unter Schlagwörtern, wie 'Trümmerliteratur' und 'Kahlschlagliteratur' eingeordnet und schien sich ebenfalls so zu sehen: „Wir haben uns gegen diese Bezeichnung nicht gewehrt, weil sie zu Recht bestand... Wir schrieben also vom Krieg, von der Heimkehr und dem, was wir im Krieg gesehen hatten...! Kriegs-, Heimkehrer- und Trümmerliteratur.“6 Das Schreiben selbst betrachtete Böll als einen befreienden Vorgang7.

Böll fühlte eine (persönliche) Schuld für die Geschehnisse des Krieges. Hierfür sollen exemplarisch drei Beispiele genannt werden. So schrieb er 1945 an Kunz: „Wir wollen abschwören allem Irrsinn vergangener Jahre, wirklich mit Gottes Hilfe ein neues Leben beginnen...“8 und im Jahre 1962 verfasste er folgende Zeilen:

[…] ich will keine Rechtfertigung. Ich war Soldat der Armee, die Polen, Holland, Belgien und Ihr Land überfallen hat. Ich kam als deutscher Soldat nach Kiew, nach Odessa, auf die Krim. Und ich fühle mich verantwortlich für alle Verbrechen der Hitler-Wehrmacht. Aus dem Bewußtsein dieser Verantwortung schreibe ich.9

Das dritte Beispiel ist aus dem Jahre 1969: „Ja, ich bekenne mich schuldig, am Verbrechen des Zweiten Weltkriegs in jener Eigenschaft teilgenommen zu haben […]: als deutscher Soldat“.10 Die Abneigung gegen den Krieg tritt also stets in seinen Texten zutage.11 Neben seinen Romanen ist er vor allem auch für seine Kurzgeschichten bekannt. Oft hat er seine Vorliebe für diese literarische Form geäußert: „Die Kurzgeschichte ist immer noch meine Lieblingsform.“12 Es gibt auch hinreichend Aussagen über die Einflüsse anderer Schriftsteller hinsichtlich Bölls literarischer Werke. Oft, aber nicht nur, werden dabei z.B. Borchert und Hemingway genannt.13

Zum Buch Wanderer, kommst du nach Spa... sagt Finlay: „in spite of favourable reviews and an autumn launch, the six-monthly accounts sent to Böll revealed that barely 500 copies were sold in its first year, at a royalty to the author of 52 Pfennigs per copy.“14 Böll verstand das und erklärte es im Nachhinein so: “[...] zwischen 1945 und 1955 [war] der Nachholbedarf an versäumter und internationaler Literatur sehr groß“ und so war es „für einen deutschen Autor, der damals anfing, natürlich fast unmöglich, sich durchzusetzen gegen etwa Sartre, Camus, Hemingway, Faulkner.“15

Heute wird Böll breit rezipiert, die Auswahl an Sekudärliteratur ist groß, doch es fehlt ein bestimmter Gesichtspunkt: Die Frage danach, wie Kinder und Jugendliche in seinen Kurzgeschichten aus dem Band Wanderer, kommst du nach Spa... dargestellt werden. Im Vorwort zu dem von ihm herausgegebenen Buch Niemands Land. Kindheitserinnerungen an die Jahre 1945 bis 1949 16 stellt er die Behauptung auf: „Die Kinder und Jugendlichen waren tatsächlich im Niemandsland, und die Frage […] ist: Sind sie je aus dem Niemandsland in ein Land gekommen, das ihnen wohnlich erscheint?“17 Dieses Zitat soll hier als Metapher gelten. Im Folgenden wird zunächst ein sozialisationstheorerisches Modell aus der Entwicklungspsychologie vorgestellt, welches bei der Arbeit mit den Texten nützlich sein kann. Im Hauptteil werden dann sechs Kurzgeschichten untersucht18, in denen Kinder bzw. Jugendliche in Kriegs- bzw. Nachkriegssituationen vorkommen. Dabei stehen jeweils bestimmte Fragen im Hintergrund. Diese Fragen können lauten: 'Was ist oder was war die Rolle des Kindes bzw. des Jugendlichen im Krieg/ in der Nachkriegszeit?', 'Wie geht es ihm damit?', 'Wie ist/ war das Umfeld des Kindes bzw. des Jugendlichen?' und 'Wie ist die Auswirkung des Krieges/ ihres Lebens im Krieg oder nach dem Krieg auf ihr (zukünftiges) Leben?'.

2 Eriksons Modell von 'Identität und Lebenszyklus'

Erik H. Erikson entwickelte in den fünfziger Jahren das Modell von „Identität und Lebenszyklus“19. Es handelt sich um einen entwicklungspsychologischen, sozialisationstheorerischen Ansatz. Erikson, ein Schüler Freuds, stellte die Frage, wie sich die Persönlichkeit eines 'gesunden' bzw. 'normalen' Menschen herausbilde und entwickle. Sein Modell beschreibt acht Phasen, welche die gesamte Lebensspanne umfassen, sich dabei aber besonders ausführlich mit der Subjektentwicklung im Kindes- und Jugendalter, beschäftigen. Deshalb werden vor allem diese wichtig für die vorliegende Arbeit sein. Das menschliche Leben wird konstruiert, indem es in jeder Phase eine Entwicklungskrise gibt, welche gegen Ende der jeweiligen Phase gelöst wird: „[Die jeweilige Phase] kommt zu ihrem Höhepunkt, tritt in ihre kritische Phase und erfährt ihre bleibende Lösung.“.20 Erikson berücksichtigt bei den Phasen sowohl den biologischen Reifungsaspekt - so werden z.B. bis zur Pubertät psychosexuelle Aspekte Freudscher Art miteinbezogen - als auch den soziokulturellen Umweltaspekt. Die Frage, welche sich immer stellt, ist: 'Wer bin ich?' und je nachdem, in welcher Phase sich der Mensch befindet, gibt er unterschiedliche Antworten. Nun sollen die acht Phasen in Kürze skizziert werden.

Die erste Phase beantwortet die gestellte Frage mit 'Ich bin, was man mir gibt', der Säugling ist gänzlich abhängig von der Mutter und befindet sich stets in einer Ungewissheit, ob seine Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden. Der Konflikt hierbei heißt '(Ur-)Vertrauen vs. (Ur-)Misstrauen'.

Die zweite Phase ist 'Ich bin, was ich will', das Kleinkind greift nach Gegenständen, will etwas machen, sich bewegen, doch schafft es nicht immer und wird dazu auch mit Verboten konfrontiert. Die Krise ist 'Autonomie vs. Scham und Zweifel'.

Die dritte Phase nennt sich 'Ich bin, was ich mir vorstellen kann', in welcher das Kind sich sprachlich ausdrücken kann und beginnt Spiele zu spielen und dabei veschiedene Rollen einzunehmen. Das Kind spielt sexuelle Bedürfnisse in der Phantasie durch, hat aber gleichzeitig das unbewusste Gefühl, dass dies nicht erlaubt sei. Der Konflikt hier ist 'Initiative vs. Schuldgefühl'.

Bei der vierten Phase 'Ich bin, was ich lerne' pausiert die sexuelle Entwicklung. Das Kind kommt in die Schule und lernt, dass es Leistungen erbringen muss und beginnt sich mit anderen zu messen. Da es aber nicht allen Anforderungen gerecht werden kann, heißt die Krise hier 'Leistung vs. Minderwertigkeitsgefühl'.

Die fünfte Phase 'Wer bin ich, wer bin ich nicht?' ist die entscheidende Phase zur Ausbildung einer stabilen Ich-Identität. Hier werden die Weichen für das ganze Leben gestellt, hier sieht sich der Jugendliche mit vielen Veränderungen und Erwartungen konfrontiert. Erikson vergleicht dieses Bild mit einem Trapezkünstler, welcher in der Mitte „heftiger Bewegheit“ die Balance finden muss. Der Konflikt heißt dementsprechend 'Identität vs. Identitätsverwirrung'.

In der sechsten Phase 'Ich bin, was ich einem anderen gebe und was ich in ihm finde' geht es um den Aufbau einer Partnerschaft und die Krise trägt den Namen 'Intimität vs. Isolierung'. Die siebte Phase 'Ich bin, was ich mit einem anderen zusammen aufbaue und erhalte' beschäftigt sich mit der Frage, ob die Gründung einer Familie angestrebt ist. Die Krise hier ist 'Generativität vs. Selbstabsorption'.

Die achte und letzte Phase 'Ich akzeptiere, was ich geworden bin' ist ein Rückblick auf das bisherige Leben und die Akzeptanz der früheren Entscheidungen. Der Konflikt hierbei ist 'Integrität vs. Verzweiflung'.

Die erfolgreiche Überwindung der jeweiligen Krise führt zu einer Erweiterung der Identität, welche das Verständnis des Subjekts von sich selbst darstellt21. Während das Kind sich mit Erwachsenen identifiziert („Ich bin der Sohn von …“) stellt sich während des Jugendalters - v.a. in der fünften Phase - die Aufgabe, von dieser abgeleiteten Identität zur eigenständigen Ich-Identität zu gelangen.

Da dieser Prozess schwierig ist und Jugendliche Zeit benötigen, um während der fünften Phase bewusste und kompetente Entscheidungen treffen zu können und sich zu orientieren, prägt Erikson in diesem Zusammenhang den Begriff des psychosozialen Moratoriums. Das bedeutet, dass den Jugendlichen eine Aufschubzeit, eine Karenzzeit zum Erproben und Suchen gestattet wird bzw. werden soll.22

3 Die Kurzgeschichten

Nun sollen die Erzählungen untersucht werden. Es wird dabei unterschieden zwischen den Kurzgeschichten, in welchen die Kinder und Jugendlichen Protagonisten darstellen und solchen Kurzgeschichten, in welchen Kinder und Jugendliche als Protagonisten fungieren.

3.1 Kinder und Jugendliche als Nebenfiguren der Geschichte

3.1.1 Auch Kinder sind Zivilisten

Diese Kurzgeschichte beginnt in medias res 23 und beschreibt den Wunsch eines verletzten Soldaten, der sich in einem Lazarett an der russischen Front befindet, einem kleinen russischen Mädchen Kuchen abzukaufen. Trotz Mahnung des strengen Wachpostens, es sei verboten Zivilisten - auch Kinder - in das Lazarett reinzulassen und trotz des Verbotes hinauszugehen, gelingt es dem Soldaten durch ein kleines Loch in der Mauer neben dem Pissoir mit dem Mädchen in Kontakt zu treten. Er kauft ihr alle Kuchen ab und zahlt mehr als verlangt wäre, nämlich zweihundert Mark.

Das Wort 'Kind' kommt hier direkt in der Überschrift vor und lenkt so den Fokus gleich auf dieses Thema. Kinder werden den Regeln nach genau wie Erwachsene behandelt, auch sie sind Zivilisten und für sie gelten die selben Vorschriften. Das kleine Mädchen übernimmt hier auf zweifacher Ebene die Rolle einer erwachsenen Person. Einerseits wird es seitens der deutschen Regelungen wie eine Erwachsene behandelt und eingestuft. Andererseits verdient es Geld, indem es Kuchen verkauft und das tut es auch trotz der gefährlichen Dunkelheit und Kälte: „[...] die leere, dunkle Straße war von Schneestaub eingehüllt […]“ (HB, 55). Es wird keine Uhrzeit genannt, doch scheint es evident zu sein, dass die Erziehungsberechtigten des Mädchens dieses zu dieser Tageszeit und bei diesen Wetterverhältnissen nicht alleine losziehen lassen sollten, um etwas an fremde Menschen zu verkaufen. Es gibt weitere Aspekte, in welchen das Kind die Züge eines Erwachsenen aufweist. So wird es vom Soldaten als geduldig beschrieben und scheint schlau zu sein, denn es zeigt dem Soldaten, wo sie sich - vor den Augen des Wachpostens geschützt - unterhalten können:

Plötzlich sah ich, wie das hübsche kleine Mädchen mir mit den Augen zwinkerte und scheinbar gleichgültig die Straße hinunterging. Ich ging auf der Innenseite der Mauer nach. […] Und dann sah ich, daß da ein kleines Loch in der Mauer war neben dem Pissoir, und vor dem Loch stand das Mädchen mit dem Kuchen. Der Posten konnte uns hier nicht sehen. (HB, 56)

Das kleine russische Mädchen kann neben dem Ich-Erzähler als zweiter Protagonist gelten.24 Interessant ist, dass es als Russin eigentlich ein Feind ist und als Antagonist eingestuft werden sollte. Gleichwohl erzeugt gerade dieser kurze Kontakt zwischen dem deutschen Soldat und dem russischen Mädchen einen Moment angenehmer Stille, ein Gefühl von Wärme und einen Gewinn auf beiden Seiten in der sonst so düsteren Umgebung.

Die Ablehnung des Krieges, die Sinnlosigkeit der Kämpfe und der Feindschaften sowie die

Sehnsucht des Soldates nach Heimat und Ruhe werden klar: „Böll dienen beide Protagonisten dazu, Kritik am Krieg zu üben. Der deutsche Soldat, dessen Widerwillen gegen den Krieg den gesamten Text durchzieht […] kauft dem feindlichen Mädchen mit dem Kuchen auch die Illusion vom fernen warmen Zuhause und der verlorenen Heimat ab“.25 Im Moment des Kostens der Kuchenstücke scheint die restliche Welt in den Hintergrund zu treten:

Ich nahm einen Hefekringel und kostete ihn. Das Zeug schmeckte prachtvoll […] Das Mädchen lächelte […] mir machte die Kälte nichts […] ich probierte noch eine Buttercremeschnitte und ließ das prachtvolle Zeug langsam im Munde zerschmelzen […] Es war sehr still, und es schien mir fast, als wäre ein leises sanftes Weben in der Luft von den Schneeflocken. (HB, 56)

Dazu meint Kabić: „Für einen kurzen Moment kann der Ich-Erzähler die trostlose Kriegswirklichkeit vergessen […] und sich mit Hilfe des duftenden Kuchens, den er mit Genuss verspeist, in sein Zuhause, die friedliche Zeit der Kindheit und seine unbeschwerte Jugend zurückversetzen […]“.26

Was das Mädchen angeht, so ist auch hier nochmal anzudeuten, was oben schon festgestellt wurde: „Auch dieses kleine Mädchen […] beraubt der Krieg ihrer Kindheit und zwingt sie, mit dem Feind zu handeln, um zu überleben.“27

Zum Aussehen des Mädchens äußert Kabić des Weiteren eine interessante Bemerkung: Das Mädchen, das eigentlich in dieser Geschichte das Thema 'Das Kind im Krieg' repräsentiert, ist mit ihrem blonden Haar und den blauen Augen ironischerweise der Prototyp des Ariers, zählt jedoch als Russin/ Slawin in der NS-Ideologie zu den minderwertigen Völkern.28

Es sind in dieser Erzählung weitere Kontraste vorzufinden, auf welche eingegangen werden sollte. So gibt es zum Beispiel das Pissoir und den Gestank, welcher dort vorherrscht und diesem stehen die hübschen leckeren Kuchen des Kindes entgegen, die den Soldaten den unangenehmen Geruch für eine kurze Zeit vergessen lassen. Nachdem das Mädchen weggegangen ist, dringt es in sein Bewusstsein: „Und jetzt erst roch ich, daß es da in der Ecke abscheulich stank, nach Pissoir […]“ (HB, 57). Weiterhin werden mehrmals der Schmutz („die riesigen Pfützen“, „wie die weißen Flocken zu Dreck wurden“) und die Dunkelheit („auf dem schwarzen Schulhof“ „die stille russische Straße, düster und vollkommen leer“) erwähnt. Demgegenüber stehen die schönen Kuchen, welche nun alle mit dem weißen Zuckerguß von Schnee bedeckt sind, die weißen Schneeflocken, welche sanft vom Himmel fallen und das Mädchen mit ihrem Lächeln29, ihren hellen blonden Haaren und Augen, von welchen das Weiße dem Soldaten ein helles blau zu sein scheint.

Das Kind beschert dem Ich-Erzähler einen schönen und friedlichen Moment in der sonst so düsteren Welt. Überspitzt gesehen könnte das kleine, engelsgleiche Mädchen als eine Art Epiphanie betrachtet werden.30

3.1.2 Über die Brücke

Der Erzähler spricht den Leser direkt an und teilt mit, er wolle ihm etwas berichten. Vor zehn Jahren hätte er als Angestellter und Bote des Reichsjagdgebrauchshundverbandes dreimal wöchentlich denselben Zug genommen, um einige Akten zu holen. Nach Überquerung einer Brücke, die ihm instabil schien und Angst machte, erblickte er kurz vor dem Ort Kahlenkatten immer ein Haus mit einer kleinen Treppe: „Und jedesmal, wenn es nicht allzusehr regnete, saß auf dieser Freitreppe ein Kind, ein kleines Mädchen von neun oder zehn Jahren, ein spinnendürres Mädchen mit einer großen, sauberen Puppe im Arm, und blinzelte mißvergnügt zum Zuge herauf.“ (HB, 8). Auch sah er immer die Mutter des Kindes, die, wie er etwas später feststellte, jeden Tag stets nach einem genauen Plan mit festgelegter Reihenfolge putzte. Vor einigen Tagenfuhr er wieder über dieselbe Brücke von früher und die Konstruktion, die ihm bereits vor zehn Jahren Angst gemacht hatte, erwies sich als nicht stabil genug:

Ein Waggon vor uns verstummte nach dem anderen; es war ganz merkwürdig, so als sei der ganze Zug […] wie eine Reihe von Lichtern, von denen nun eins nach dem anderen erlosch […] wir verstummten und sahen es: nichts, nichts... nichts; links und rechts von uns war nichts […] es war fast sicher, daß wir abstürzen würden. […] Die Brücke war ebenso breit wie der Schienenstrang, ja, der Schienenstrang selbst war die Brücke, und der Rand des Waggons ragte noch über die Brücke hinaus ins Nichts […] (HB, 10-11).

Doch die Gleise tragen31 den Zug auf festen Boden und der erleichterte Erzähler erblickt unverhofft das Haus, welches er von früher kennt und er sieht wieder eine Frau beim Putzen, in der er nun das kleine Mädchen von damals erkennt.

Der Leser erfährt nicht viel über das Mädchen von damals, aber es reicht bereits um sich ein Bild von ihm zu machen. Die Kleine ist neun bis zehn Jahre alt, sitzt stets auf der kleinen Treppe vor dem Haus mit ihrer Puppe in der Hand und sieht dabei unzufrieden und verärgert aus. Die erste Auffälligkeit ergibt sich aus der Betrachtung dieses Bildes. Ein Kind in diesem Alter stellt man sich eher fröhlich, spielend und nicht kontinuierlich “mißvergnügt“ auf einer kleinen Treppe sitzend vor. Ihre Puppe, von welcher der sich im Zug befindende Erzähler aus der Entfernung berichten kann, dass sie sauber ist, liefert sowohl einen möglichen Verweis auf die dauernde Putztätigkeit der Mutter, als auch auf die Tatsache, dass mit der Puppe womöglich gar nicht gespielt wird. Als der Erzähler sich den ganzen Donnerstag frei nimmt und hin und her fährt32, um mehr über den Putzplan zu erfahren, sieht er um sechs Uhr abends, dass ein Mann im Garten arbeitet. Auch hier verhält sich das Mädchen untypisch: „Das Kind, die saubere Puppe im Arm, blickte ihm zu wie eine Wächterin.“ (HB, 10). Zehn Jahre später ist der Erzähler wieder auf dieser Strecke unterwegs und nach Momenten der Angst während der Zugüberquerung des Rheins wieder auf festem Boden angelangt, erkennt er die Gegend:

[…] mein Herz zitterte seltsam, je näher wir Kahlenkatten kamen. Für mich gab es nur eine Frage: würde jenes Haus noch dort stehen? Und dann sah ich es […] Eine namenlose Erregung ergriff mich; alles […] tobte wie ein wildes, reißendes Durcheinander in mir. […] und dann sah ich sie, die Frau: sie putzte die Freitreppe. Nein, sie war es nicht, die Beine waren jünger, etwas dicker, aber sie hatte die gleichen Bewegungen beim Hin- und Herbewegen des Scheuerlappens. […] Dann wandte die Frau nur einen Augenblick das Gesicht, und ich erkannte sofort das kleine Mädchen von damals; dieses spinnenartige, mürrische Gesicht, und im Ausdruck ihres Gesichtes etwas Säuerliches, etwas häßlich Säuerliches wie von abgestandenem Salat … Als mein Herz wieder zu klopfen anfing, fiel mir ein, daß an diesem Tage wirklich Donnerstag war … (HB, 11)

Der Zug, welcher jeden Augenblick ins Nichts abzustürzen scheint, schafft es auf festen Grund und fährt normal weiter. Das Bild der kollabierenden instabilen Brücke, welche den Zug am Ende doch noch knapp trägt, kann eine Metapher für das Leben in der Nachkriegszeit sein, welches trotz schlimmer Erlebnisse und gefährlicher Zusammenbrüche weiterging. Es steht symbolisch für die Überbrückung der schlimmen Zeit. Das kleine Mädchen, welches vor zehn Jahren bereits im jungen Alter so ernst und „mißvergnügt“ schien, ist heute das Abbild ihrer Mutter geworden, hat deren Funktion übernommen und geht genau derselben Tätigkeit nach, wie die Mutter früher. An ihrem Gesicht hat sich im Vergleich zu früher wenig verändert. Genauso wenig gab es wohl Änderungen in dem Putzplan. Schwarz interpretiert dies als eine ausdrücklich positive Begebenheit, er sieht die Erzählung als eine Kurzgeschichte, die Mut machen soll:

<Über die Brücke> will dem Leser das tröstliche Gefühl geben, daß trotz apokalyptischer

Umwälzungen die Welt sich doch wieder in die alten Fugen einrenken wird: mögen die deutschen Städte in Schutt und Asche versunken sein, in den heilgebliebenen Häusern werden doch wie eh und je an jedem Donnerstag die Fenster geputzt.33

Diese Sichtweise wird von Nägele kritisiert:

Wahr ist: es ist wieder alles beim alten. Aber wer in diesem alten eine heile Welt sehen will, muß sozusagen einen gesunden Magen haben, den 'abgestandenen Salat' zu verdauen. Worum es hier doch wohl geht, wie übrigens immer wieder bei Böll, ist die Tatsache, daß der alte säuerliche Mief weitergeht, daß Deutschland wieder eine Chance verpaßt hat, neu anzufangen, den Mief hinauszuräumen und eine neue Gesellschaft aufzubauen.34

Es scheint hier in dieser Kurzgeschichte so zu sein, als sei es für das Verhalten und für die Laune des Mädchens von früher und für ihr Auftreten und ihre Rolle zehn Jahre später weniger relevant, in welcher Zeit diese Lebensabschnitte sich ereignet haben bzw. ereignen, es ist fast so, als gäbe es keinen Unterschied zwischen der Vorkriegs- und der Nachkriegszeit: „[...] the German housewife carries out her window-cleaning schedule regardless of whether the bridges have been blown up or not“.35 Das Kind von früher, welches bereits damals kein typisches Verhalten für ein Mädchen ihres Alters an den Tag legte, hat ihren Gesichtsausdruck beibehalten und ist ihrer Mutter sehr ähnlich geworden. Die Umstände des Krieges scheinen keine exorbitante Rolle hierfür gespielt zu haben, der Kreis hat sich geschlossen. Nun würde nur noch ein kleines „mißvergnügtes“ Mädchen fehlen, welches mit einer alten, aber sauberen Puppe auf der Treppe sitzt.

3.1.3 So ein Rummel

Der Ich-Erzähler, ein ehemaliger Schwarzhändler, sucht Arbeit bei der 'Frau ohne Unterleib', der Chefin eines Rummelplatzes. Das Gespräch wird immer wieder unterbrochen durch die drei Kinder, die unter der Terasse spielen und denen die Frau ohne Unterleib, ihre Mutter, 'Ratschläge' zu ihren Spielen erteilt, wenn sie sich zu laut verhalten. Am Ende bekommt der ehemalige Schwarzhändler eine Chance und darf sogar die Kasse übernehmen. Der Erzähler und die Frau ohne Unterleib sitzen auf der sonnigen Terasse und der Leser erfährt:

Ihre drei Kinder spielten unter der Terasse ein sehr originelles Spiel, das nannten sie >Neandertaler<. Die beiden jüngeren, Junge und Mädchen, mußten das Neandartalpaar abgeben, und der größere, acht Jahre alt […] spielte den modernen Forscher, der die Neandartaler findet. Er wollte mit aller Gewalt seinen jüngeren Geschwistern die Kinnladen aushängen, um sie in sein Museum zu bringen. (HB, 58)

Der Kontrast zwischen 'Neandartaler' und 'modernem Forscher', welcher die Kinnläden der 'Neandertaler' mit Gewalt ausrenken und in sein Museum bringen will, erinnert latent an die Rassenlehre während des Nationalsozialismus, in welchem es ganze Ausstellungen mit z.B. Schaubildern zu 'minderwertigen' und 'unterlegenen' Völkern bzw. Rassen gab.36 Auch die Bezeichnung 'sehr originelles Spiel' hierfür ist seltsam und klingt ironisch an.37 Als es zu laut wird, klopft die Frau auf den Boden der Terrasse und der ältere Junge schaut hinauf: „>Laß die Quälerei<“, sagte seine Mutter, wobei sie in ihren sanften grauen Augen eine Belustigung unterdrückte, >spielt doch Bunker oder Totalgeschädigt.< Der Junge murmelte mißmutig etwas, das sich fast wie >Quatsch< anhörte, tauchte dann unter, schrie unten: >Es brennt, das ganze Haus brennt.<“ (HB, 58) Daraufhin wendet die Frau sich, als wäre nichts geschehen, wieder dem Ich-Erzähler zu. Hier ist eine Diskrepanz vorzufinden: Die Augen der Mutter, die eigentlich sanft sind, strahlen eine Belustigung aus. Die Aussage, die Kinder sollen die Quälerei lassen, ist eine vernünftige Reaktion einer Mutter, doch die Spiele, welche sie danach vorschlägt, sind genauso grausam.38 Die Frau ohne Unterleib findet die Spiele der Kinder amüsant, die Art der Spiele, die ihre Kinder spielen, erschreckt sie nicht. Im Gegenteil - sie liefert ihnen weitere Ideen. Die Reaktion des Jungen lässt sich so auffassen, dass er zwar versteht, was mit diesen Begriffen gemeint ist, aber vermutlich kein Interesse daran hat, das jetzt zu spielen, vielleicht hat er diese 'Ratschläge' seitens der Mutter auch nicht erwartet. Als er schreit, es würde brennen, erinnert dies wieder an ein Kriegsszenario. Oben auf der Terasse gehen die Gespräche und Verhandlungen normal weiter und unten unter der Terasse spielen die Kinder weiter inhumane Spiele, die alle den Krieg zum Thema haben. Einige Momente später, als der Lärm wieder zu laut wird, wiederholt sich das Szenario und diesmal hat die Mutter eine andere Idee: „>Spielt jetzt Flüchtling<, sagte die Frau ruhig, >ihr müßt jetzt abhauen aus der brennenden Stadt, verstehst du?<“ (HB, 59). Hierzu merkt Phlippen an: „Ihre Frage bleibt ohne Antwort; aber es wird deutlich, daß sie in dem Neunjährigen [ sic ! Eigentlich: Achtjährigen] Eindrücke und Erfahrungen voraussetzen kann, an die sie sich nun wendet.“39

Und wieder verliert sie als Geschäftsfrau nicht den Faden, sondern greift das Gespräch wieder beim selben Wort auf. Als die Kinder nach ein paar Sekunden wieder zu laut sind, ruft die Mutter ihnen zu: „>Jetzt müßt ihr fliehen, schnell, schnell... die Russen stehen schon vor dem Dorf...<“ (HB, 60) und greift das Gespräch wieder auf. Auch dieser kurze Satz zeigt, dass die Kinder mit den Tatsachen des Krieges und dem Leben im Krieg vertraut sind. Für die Mutter, die ihre Ruhe haben möchte, solche Spiele selber vorschlägt und die Angst der Kinder dadurch womöglich nährt, ergibt sich daraus kein Problem. Das letzte Mal kommt ein kleines Mädchen von sich aus zur Mutter gerannt:

[…] ein kleines dunkelhaariges Mädchen mit einer Narbe über der Stirn kam jetzt eifrig jene kleine Treppe herauf […] Sie stürzte sich in den Schoß der Mutter und schluchzte empört: >Ich soll sterben...< >Wie?< fragte die Frau ohne Unterleib entsetzt. >Ich soll das Flüchtlingskind sein, das erfriert und Fredi will meine Schuhe und alles verscheuern...< >Ja<, sagte die Mutter, >wenn ihr Flüchtling spielt.<

>Aber ich<, sagte das Kind, >ich soll immer sterben. Immer bin ich es, die sterben soll. Wenn wir Bomben spielen, Krieg oder Seiltänzer, immer muß ich sterben.< >Sag Fredi, er soll sterben, ich hätte gesagt, er sei jetzt an der Reihe mit Sterben.< Das Mädchen entlief. (HB, 60)

[...]


1 Die katholische Religion hatte ihn stark geprägt. Im Jahre 1976 trat Böll aus der Kirche aus, betonte allerdings auch danach, dass er Katholik sei, nur nicht mehr zur Körperschaft des deutschen Katholizismus angehörend. Böll zit. in: Stolz, Wolfgang (2009): Der Begriff der Schuld im Werk von Heinrich Böll. Frankfurt am Main: Peter Lang, S. 193.

2 Böll zit. in: Balzer, Bernd (1997): Das literarische Werk Heinrich Bölls. Einführung und Kommentare. München: dtv, S. 57.

3 Ziolkowski, Theodore (1960): “Heinrich Böll. Conscience and Craft.“Books Abroad 34: 213-222, S. 214.

4 Zum Beginn seiner literarischen Tätigkeit, zum Literaturbetrieb der damaligen Zeit und zu den Verkaufszahlen siehe Finlay, Frank (2003): “'Ein krampfhaftes Augenzumachen': Heinrich Böll and the Literaturbetrieb of the Early Post-war Years.“Monatshefte 95: 97-115. Nägele verfasste einen Abriss zur Rezeptionsgeschichte Bölls: Nägele, Rainer (1976): Heinrich Böll. Einführung in das Werk und in die Forschung. Frankfurt am Main: Athenäum Fischer Taschenbuch Verlag, S. 40-70.

5 Böll zit. in: Balzer, S. 61.

6 Böll zit. in: Baacke, Dieter (1966): “The Short Stories of Heinrich Böll.“Studies in Short Fiction 3: 89-103, S. 90.

7 Vgl. Böll zit. in: Stolz, S. 60.

8 Böll zit. in: Ebd., S. 56.

9 Ebd.

10 Ebd.

11 Vor seinem ersten Roman Wo warst du Adam? steht das bei Saint-Exupéry entliehene Motto: „Der Krieg ist eine Krankheit. Wie der Typhus.“ Darauf wird auch hier aufmerksam gemacht: Schwab-Felisch, Hans (1980): “Der Böll der frühen Jahre“ In: In Sachen Böll. Ansichten und Einsichten, Marcel Reich-Ranicki (Hrsg.). München: dtv, 163-171, S. 167.

12 Böll zit. in: Durzak, Manfred (³2002): Die deutsche Kurzgeschichte der Gegenwart. Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 124. Das zitierte Gespräch fand 1971 statt. Zu Kurzgeschichten allgemein siehe das Kapitel 'Gattungsgeschichtlicher Exkurs: Formelemente und Typologie der Kurzgeschichte' in: Ebd., S. 301-309.

13 Vgl. die Aufzählung in: Schwarz, Wilhelm Johannes (1967): Der Erzähler Heinrich Böll. Bern: Francke Verlag, S. 10. und Durzak (2002), S. 125.

14 Finlay, S. 109.

15 Böll zit. in: Finlay, 101.

16 Böll, Heinrich (²1988): Niemands Land. Kindheitserinnerungen an die Jahre 1945 bis 1949. München: dtv.

17 Ebd., S. 10.

18 Die benutzte Ausgabe ist: Böll, Heinrich (¹³1973): Wanderer, kommst du nach Spa... Erzählungen. München: dtv. Im Folgenden abgekürzt mit 'HB'.

19 Auf Deutsch erschienen 1966: Erikson, Erik. H (1966): Identität und Lebenszyklus. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Ihm war stets bewusst, dass dieses ein vorläufiges Modell und noch zu variieren sei. Vgl. Ebd., S. 149.

20 Ebd., S. 60.

21 Vgl. ebd., S. 124.

22 Ebd., S. 137f.

23 Dies ist typisch für die Kurzgeschichte allgemein und gilt auch für Böll. Auch der Schluss dieser Erzählung ist - wie bei Böll so oft - offen und elliptisch. Darüber hinaus beschreibt Ziolkowski kurz und knapp einige weitere sprachliche Elemente dieser Kurzgeschichte: „Here we have many of the elements of a typical Böll story: idiomatic dialogue, a style that is economical to the point of understatement, first person narrative, war experience - and the characteristic ironic twist showing the underdog in mild rebellion against 'the system.'“ In: Ziolkowski, S. 215.

24 Vgl. dazu auch Kabić, Slavija (2007): Ein Königreich für ein Kind: Kindheit und Jugend in der deutschsprachigen Kurzgeschichte zwischen 1945 und 1989. Köln: SAXA, S. 93.

25 Ebd., 93-94.

26 Ebd., 93. Durzak beschreibt dieses Ereignis noch eingehender und dramatischer: „Der Ich-Erzähler […] erkennt in dem kleinen russischen Mädchen, das vor dem Lazarett Kuchen verkauft, die Erinnerung an ein verlorengegangenes Zuhause, eine Verkörperung von Menschlichkeit und Heimat. Indem er sich dem Befehl des Postens widersetzt, […] und ihr alle Kuchen abkauft, versucht er, sich gleichsam die Illusion des Zuhause zurückzukaufen, einen Akt der Menschlichkeit wahrzumachen […]“. In: Durzak (2002), S. 127.

27 Ebd., 94.

28 Ebd., 94.

29 Schwarz hält fest: „Das Lächeln spielt eine Schlüsselrolle im Werke Heinrich Bölls: es schlägt eine Brücke zwischen den Menschen in einer meist feindlichen Umgebung.“ In : Schwarz, S. 19.

30 So merkt z.B. Balzer an, Böll bediene sich des Öfteren der Epiphanien und diese seien in der überwiegenden Zahl der Fälle „an eine Frauenfigur“ gebunden. In: Balzer, S. 65.

31 Der Einfachheit halber wird ab hier die Präsensform benutzt.

32 Hier hatte also seine Neugierde über den Putzplan der Frau die Angst vor der Brücke besiegt.

33 Schwarz, S. 15.

34 Nägele, S. 104.

35 Reid, James H. (1988): Heinrich Böll. A German for His Time. Oxford/ New York/ Hamburg: Berg, S. 67.

36 Vgl. dazu: Baensch, Tanja/ Wimmer, Dorothee/ Kratz-Kessemeier, Kristina (Hrsg.) (2016): Museen im Nationalsozialismus. Akteure - Orte - Politik. Köln/ Weimar/ Wien: Böhlau Verlag.

37 Dies stellt auch Phlippen fest: „[...] hier macht das Adjektiv stutzen, es klingt 'falsch' […].“ In: Phlippen, Annelise (1958): “Heinrich Böll: So ein Rummel.“Der Deutschunterricht. Beiträge zu seiner Praxis und wissenschaftlichen Grundlegung. Die Kurzgeschichte im Unterricht II 6: 69-75, S. 70. Phlippen meint, dass die Bezeichnung des grausamen Spiels als 'sehr originell' bereits zu Beginn deutlich macht, dass die Frau ohne Unterleib und der Schwarzhändler dubiös seien.

38 Für Baacke sind die Vorschläge der Mutter noch schlimmer: „[...] this ' Quälerei ' in the latter games is even greater […]“ In: Baacke, S. 100.

39 Phlippen, S. 71.

Details

Seiten
48
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668473737
ISBN (Buch)
9783668473744
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368900
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2.0
Schlagworte
Böll Wanderer kommst du nach Spa... Auch Kinder sind Zivilisten Über die Brücke So ein Rummel Wir Besenbinder Lohengrins Tod

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Titel: Die verlorene Kindheit. Kinder, Jugendliche und der Krieg in den Kurzgeschichten Heinrich Bölls