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Sven Hedin und seine vier Asienexpeditionen

Skandinavische Forschungsexpeditionen im 19. und 20. Jahrhundert

Hausarbeit 2017 13 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie

3. Entdeckungsreisen
3.1.1. Asienexpedition 1893 - 1897
3.2 2. Asienexpedition 1899 - 1902
3.3 3. Asienexpedition 1905 - 1908

4. Forschungsreisen 1927 - 1935

5. Fazit

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem schwedischen Entdeckungsreisenden Sven Hédin und seiner letzten Expeditionen von 1926-35 in Innerasien. Mit Hilfe einer kurzen Retrospektive auf seine vorherigen Expeditionen soll gezeigt werden, wie Sven Hedins Forschungsreisen sich von Entdeckungsfahrten in die unbekannten Regionen Asiens hin zu wissenschaftlichen Expeditionen wandelten. Dabei sollen in einem ersten Teil die ersten drei Asienexpeditionen vorgestellt werden, im zweiten Teil Hedins letzte große Asienexpeditionen betrachtet werden, um abschließend in einem dritten Teil einen Vergleich zu ziehen. Bei der Betrachtung der Expeditionen soll vornehmlich das Augenmerk auf die organisatorischen Vorbereitungen und wissenschaftlichen Tätigkeiten der Teilnehmer gelegt werden. Für die Darstellung der Expeditionen half vor allem das Werk Sven Hédin. „Ein großes Leben“ von Dr. Rütger Essén [1]. Weiterhin half zur Darstellung der Person Sven Hédin selbst die Biografie „Sven Hedin“ Von Detlef Brennecke [2].

2. Biografie

Sven Hedin war ein schwedischer Forschungsreisender, der, inspiriert von Adolf Erik Nordenskjöld, in Zentralasien die zu seiner Zeit letzten unentdeckten Gebiete bereiste und kartierte.

Am 19. Februar 1865 kam Sven Anders Hedin als zweites Kind von Abraham Ludwig Hedin und Anna Sofia Carolina Hedin, geborene Berlin, in Stockholm auf die Welt. Er wuchs in gut situierten, konservativen und bürgerlichen Verhältnissen auf. Schon früh wurde seine Begeisterung für Entdeckungsfahrten in unbekannte Länder durch Reiseberichte von Henry M. Stanley und David Livingstone geweckt. Vor allem die Heimkehr des schwedischen Polarforschers Adolf Erik Nordenskjöld, welcher am 24. April 1880 auf dem Schiff Vega von seiner Forschungsreise von Spitzbergen nach Stockholm wiederkehrte, hat Sven Hedins nachhaltig beeindruckt [3]:

[...]Mit meinen Eltern und Geschwistern stand ich auf den Bergen von Söndermalm, von wo wir eine beherrschende Aussicht hatten. Größte Spannung hatte mich erfaßt. Mein ganzes Leben lang werde ich an diesen Tag zurückdenken; er wurde entscheidend für meinen künftigen Weg. Von Kais, Straßen, Fenstern und Dächern dröhnte donnernder Jubel. „So will auch ich einst heimkommen“, dachte ich. [4]

Zusätzlich zu seiner Begeisterung für Expeditionen half ihm sein zeichnerisches Talent seinen Lebenstraum umzusetzen. Schon mit 13 Jahren zeichnete er seine ersten Landkarten.[5]

Nach seinem Abitur 1885 trat Hédin eine stelle als Hauslehrer bei der Familie Sandgren an und begleitete die Familie nach Baku, wo er die erste Möglichkeit wahrnahm fremde Sprachen zu erlernen und die umliegende Gegend zu erkunden. So ritt er im Anschluss seines Dienstes in Baku fünf Monate durch Mesopotamien und Persien und schrieb über das Erlebte sein erstes Buch „Durch Persien, Mesopotamien Kaukasien“.[6]

Im Anschluss studierte Hédin in Uppsala Geologie, Mineralogie, Kristallographie und Zoologie. Schon 1889 zog er nach Berlin um sein Studium bei Ferdinand von Richthofen fortzusetzen. Im selben Jahr nahm Hédin ein Angebot von Oskar II. Königs von Schweden an, eine Delegation zum Schah von Persien als Dolmetscher zu begleiten. Dort konnte er mit finanzieller Unterstützung des Schahs die Gegend bereisen und bestieg unter anderem auch den Demavend. Das Erlebte verarbeitete Sven Hédin zum einen in Reisebericht und zum anderen in seine Dissertation „Der Demavend nach eigener Beobachtung“. Nach zusammengerechnet nur acht Monate des Studiums promovierte Sven Hédin 1892 bei dem Geographen Alfred Kirchhoff in Halle.[7]

Ein Jahr später, 1893, unternahm Hédin seine erste Expedition nach Zentralasien in das Hochgebirge des Pamir, durch die Wüste Takla-makan, zum wandernden See Lop-Nor und in das tibetische Hochland. Vier Jahre nach seiner Abreise aus Schweden wurde er in Stockholm vom schwedischen König Oskar II. und der schwedischen Geographischen Gesellschaft geehrt. Mit seinen Reiseberichten wurde Hédin weltweit bekannt und konnte durch den Verkauf der Bücher Geld für eine weitere Expedition ansammeln[8].

1899 unternahm er seine zweite Asien Expedition mit dem Ziel der Kartierung des Flusses Tarim, die weitere Erforschung des Sees Lop-Nor und einem Besuch der Tempelstadt Lhasa. Während Hédin bei den ersten beiden Zielen erfolgreich war, schaffte er es nicht, Zutritt zu der. Für Europäer verbotenen Tempelstadt Lhasa zu bekommen. Dennoch wurde er als erfolgreicher Forschungsreisender in seiner Fleimat empfangen und wurde von König Oskar II. Von Schweden in den Adelsstand berufen.[9]

1905 begab Sven Fledin sich auf seine dritte Reise nach Asien. Dieses Mal mit dem Ziel der noch unbekannten Gebirgszüge in Indien und Tibet. Trotz widriger Umstände erreichte er sein Ziel. Er durchquerte die unbekannte Gebirgskette acht Mal und gab ihr den Namen Transhimalaja. Dabei entdeckte er als erster Europäer die Quellen des Brahmaputra und des Indus. 1909 bereitete ihm die Stadt Stockholm den Empfang, den er sich immer erträumt hatte. Bei den Ehrungen lernte er Gustav V. , den neuen König von Schweden kennen und knüpfte enge freundschaftliche Bande zum damaligen schwedischen Kronprinzen Gustav Adolf.[10]

In den folgenden Jahren war Fledin auf Vortragsreise durch die Städte Europas, um zum einen über seine Entdeckungen zu berichten und zum anderen durch seine Gage Geld zu verdienen. Auch in England, dessen Vertretungen in Indien seine Expedition zu verhindern versuchten ehrten seinen Erfolg mit einer Ehrendoktorwürde von Oxford und Cambridge.[11]

Den Verlauf des ersten Weltkrieges erlebte Fledin als Gast der deutschen Regierung an der West und Ostfront. Er dokumentierte das Erlebte in zwei Büchern[12]. Sein Aufenthalt und offenkundige Sympathie dem Deutschen Reich gegenüber trug ihm viel Kritik ein. So wurde er aus der Royal Geographical Society ausgeschlossen und die Légion d'honneur in Frankreich verlangte die Rückgabe des Abzeichens als Kommandeur der Ehrenlegion.[13]

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges verbrachte Fledin die Zeit bis 1926 damit, verschiedene Romane und Biographien zu verfassen. So unter anderem über den schwedischen Forschungsreisenden aus dem 17.Jh. Bengt Oxenstierna[14] und eine Lebensgeschichte von Adolf Nordenskiöld.[15]

Mit 62 Jahren erfüllt Sven Hédin sich einen Wunsch, den er schon 1912 geplant hatte. Eine weitere Reise nach Asien. Mit der Entdeckung der letzten unbekannten Regionen auf der Erde hat er das Ende der Entdeckungsreisenden erkannt und bereitete eine Forschungsreise vor deren Form er selber als „wandernde Universität“''6 beschrieb. Mit einem Tross von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Forschungsbereichen trat er die Expedition selber nur als Leiter und Organisator an. Ziel der Expedition war das Studium der Gebiete im Tarim-Becken, der Lop-Nor und der Edsen-Gol in Siankiang. Des Weiteren sollten die meteorologischen Bedingungen in Innerasien untersucht werden. 1933 galt die Expedition als abgeschlossen, hatte Hédin jedoch noch offene Fragen in Bezug auf den Lop-Nor. Daher nahm er ein Angebot der chinesischen Regierung an, eine Fernstraßenführung zwischen Nanking und Sinkiang zu erkunden. Trotz der unsicheren politischen Lage in Sinkiang konnte Hédin den Auftrag erfolgreich abschließen und kehrte 1935 nach Stockholm zurück.[16] [17] Auf seiner anschließenden Vortragsreise traf Sven Hédin in Deutschland auch auf Adolf Hitler, für den er große Bewunderung hegte und obwohl ihm vom deutschen Staatssekretär im Propagandaministeriums eine Zensur eines Buches[18] auferlegt wurde, die er jedoch ablehnte und eine Herausgabe des Buches in Deutschland unmöglich wurde, legte er seine Bewunderung für das Nationalsozialistische Deutschland nie ab.[19] Durch diese Überzeugung wurde Sven Hédin zu einer geschmähten Person in seiner Heimat Schweden und verbrachte seinen Lebensabend abgeschieden wie ein Eremit „Mit meinen 86 Jahren lebe ich fast wie ein Eremit in meinen wissenschaftlichen Arbeiten vertieft und komme äußerst selten mit der gesellschaftlichen Welt in Verbindung.“[20]

[...]


[1] Essén, Rütger, Sven Hedin. Ein grosses Leben. Freising 1959.

[2] Brennecke, Detlef, Sven Hedin. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1986.

[3] Brennecke, Hedin. S. 10-13.

[4] Ebd. S.17.

[5] Ebd. S.18.

[6] Ebd. S. 18-21.

[7] Ebd. S. 23-27.

[8] Ebd. S.28-36.

[9] Ebd. S.47-51.

[10] Ebd. S.61-68.

[11] Ebd. S.77.

[12] Zur Westfront: Hedin, Sven:Ein Volk in Waffen. Leipzig 1912 und das Buch zur Ostfront:Hedin, Sven: Nach Osten! Leipzig 1916.

[13] Essén, Hedin: S.118.

[14] Hedin, Sven: Verwehte Spuren, Unbekannt 1923.

[15] Hedin, Sven: Adolf Erik Nordenskiöld. Stockholm 1926.

[16] Brennecke, Hédin: S. 93.

[17] Brennecke, Hédin: S. 92-101.

[18] Hédin, Sven: Tyskland och världsfreden. Stockholm 1937.

[19] Ebd. S. 102-107.

[20] Ebd. S. 116.

Details

Seiten
13
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668469020
ISBN (Buch)
9783668469037
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368422
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Historisches Seminar
Note
1,7
Schlagworte
Sven Hedin Forschungsexpedition Asien

Autor

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Titel: Sven Hedin und seine vier Asienexpeditionen