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Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder. Wie können SozialarbeiterInnen betroffene Frauen unterstützen?

Hausarbeit 2016 21 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche und historische Annäherung

3 Verschiedene Gewaltarten
3.1 Physische Gewalt
3.2 Psychische Gewalt
3.3 Sexualisierte Gewalt

4 Folgen der häuslichen Gewalt für die Frauen

5 Ursachen und Risikofaktoren von Gewalt in Paarbeziehungen
5.1 Ebene Individuum
5.2 Ebene Beziehung
5.3 Ebene Gemeinschaft
5.4 Ebene Gesellschaft

6 Kinder als Zeugen von Gewalt im sozialen Nahraum

7 Präventionsmaßnahme für Frauen und Kinder

8 Schluss

9 Literaturverzeichnis

10 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Gewalt in der Familie ist ein Thema, das Sozialarbeiter/Innen in ihrer Praxis immer wieder und in vielfältigsten Facetten begegnet und auch in Zukunft begegnen wird. Häusliche Gewalt ist ein vielseitiges Problem, dass sich immer wieder in verschiedene Varianten zeigt. Gewalt ist nicht nur ein biologisches oder persönliches Problem, sondern auch ein gesellschaftliches. Es ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, die Ursachen und Entstehungsmuster von Gewalt in Partnerschaften zu analysieren und kontinuierlich in die Öffentlichkeit zu rücken.

Aus diesem Grund werden in dieser Hausarbeit einige Fakten dargelegt, was unter dieser Gewalt überhaupt verstanden wird und was Sozialarbeiter/Innen für Betroffene leisten können. Es wird zuerst durch eine historische und begriffliche Annäherung versucht in das Thema einzusteigen. Im Anschluss daran werden die verschiedensten Arten der Gewalt genauer verdeutlicht, um einen Überblick zu erhalten, dass Gewalt nicht nur körperlich ausgeübt werden kann. Danach werden die gesundheitlichen Folgen, anhand einer Abbildung verdeutlicht, um zu sehen das die Folgen lange anhalten können oder sogar in manchen Fällen tödlich Enden. Darüber hinaus gibt es auch noch verschiedene Ursachen und Risikofaktoren, wie Gewalt überhaupt entstehen kann. Da bei häuslicher Gewalt oftmals auch die Kinder betroffen sind, soll ein weiterer Punkt verdeutlichen wie die Kinder als Zeugen, Gewalt zwischen den Eltern mit erleben. Am Ende der Arbeit soll dann eine Präventionsmaßnahme dargestellt werden, wo das Frauenhaus genauer erläutert wird. Jedoch gibt es noch viele weitere Maßnahmen zur Hilfe von Betroffenen, die allerdings den Rahmen der Hausarbeit überschreiten würden. Diese Arbeit beschränkt sich auf die Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen und ihre Kinder. Jedoch gibt es noch viele weitere Variationen von Gewalt, wie beispielsweise die Gewalt gegen Männer oder die direkte Gewalt gegen die Kinder.

Im Folgenden stellt sich nun die Frage: Wie können Sozialarbeiter/innen betroffene Frauen und deren Kinder in einem Frauenhaus unterstützen ?

2 Begriffliche und historische Annäherung

In dem ersten Kapitel soll die historische Entstehung der häuslichen Gewalt erläutert werden und anschließend der Begriff genauer definiert werden. Denn nicht immer schon wird von „Häuslicher Gewalt“ gesprochen, früher lag der Fokus auf „Männergewalt gegen Frauen“ oder „geschlagene Frauen“. Erst ab Mitte der 90er Jahre hat sich der Sprachgebrauch verändert. Nun wird von „Häuslicher Gewalt“, „Gewalt in Ehe und Partnerschaft“ oder auch von „Gewalt im sozialen Nahraum“ gesprochen (vgl. Gloor,Meier 2007, S.15). Das es keine genaue Definition über die ganzen Jahre hinweg gibt, ist ein weit umfassendes Problem, das sich beispielsweise in der früheren BRD zeigt. Dort bestand ein Züchtigungsrecht, das als Erziehungsmittel für Lehrkräfte an Schulen galt. Erst seit dem Jahre 2000 haben auch die Kinder in Deutschland auch das Recht auf gewaltfreie Erziehung(Fais, Walkowiak 2015, S.13). Dies zeigt folgender Paragraph im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), der da lautet:

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ (§1631(2)BGB).

Bei der Recherche konnte man feststellen, dass es viele Erklärungen und Auslegungen von „Häuslicher Gewalt“ gibt. Wie auch Dlugosch (2010) nach (Heitmeyer & Hagan 2002) beschreibt, ist es keinesfalls einfach eine passende Zusammenfassung dieses Begriffes zu finden. In der Literatur und Forschung finden sich viele Begriffsbestimmungen. Jedoch beginnt die Festlegung dieser Begrifflichkeit schon bei dem, was als Gewalt eigentlich gelten soll (Dlugosch 2010, S.17). Wahren definiert den Begriff folgendermaßen:

„Der Begriff häusliche Gewalt bezeichnet Straftaten, die zwischen Personen stattfinden, die eine partnerschaftliche und /oder familiäre Beziehung haben oder hatten. Die häufigsten Fälle häuslicher Gewalt finden zwischen (ehemaligen) Partnern statt, können aber auch zwischen Geschwistern oder Kindern und Eltern auftreten.“ (Wahren 2015, S.12).

Fellenberg (2010) interpretiert (Gloor, Meier 2003)folgendermaßen: Häusliche Gewalt charakterisiert sich im Gegensatz zu spontanem Konfliktverhalten so, dass der Täter mit Hilfe von Androhungen oder Gewalt, die Frau in die schwächere Position versetzt.

Somit kann er seine eigene Machtposition stärken (vgl. Fellenberg 2010, S. 4).

In der vorliegenden Arbeit wird „häusliche Gewalt“ im Sinne der Partnergewalt verwendet und bezieht sich auf die Frauen, die Gewalt erleben.

3 Verschiedene Gewaltarten

In folgendem Kapitel werden die verschiedensten Arten von häuslicher Gewalt gegen Frauen dargestellt. Häusliche Gewalt geschieht fast niemals in einer einzigen Form. Gegen die unterlegenen Frauen wird auf verschiedenen Ebenen Macht ausgeübt. Zu diesen Formen zählen die physische (körperliche), psychische (seelische), sexuelle und soziale Gewalt. Als erstes wird die physische Gewalt genauer erläutert.

3.1 Physische Gewalt

Die physische Gewalt auch körperliche Gewalt genannt, kann gegen die Opfer, wie zum Beispiel Ehefrau, sowie Personen des nahen Umfelds oder auch an Sachen und Tiere ausgeübt werden. Die körperliche Gewalt beinhaltet alle Formen von Misshandlung, wie, treten, Ohrfeigen, stoßen, mit Fäusten prügeln, würgen, verbrennen, Essensentzug oder auch mit Gegenstände nach ihr zu werfen. Zur Gewalt gegen Sachen zählt das Zerstören von Dingen die der Frau besonders wichtig sind oder einen besonderen Stellenwert für sie haben (vgl. Dlugosch 2010, S. 44ff).

Diese Art von Gewalt wird in drei Schweregrad-Stufen eingeteilt. Die erste Stufe umfasst leichte bis mäßig schwere Handlungen. Dazu gehört wütendes Weg schubsen und eine leichte Ohrfeige. Als zweite Stufe wird die tendenziell schwere Gewalthandlung eingeordnet, zu der beißen, kratzen,hart anfassen, mit flacher Hand schlagen, sowie mit Gegenständen auf die Betroffenen zu werfen, die verletzen können. Zur dritte und letzte Stufe wird die sehr schwere Handlung eingeordnet. Hierzu zählen Schläge mit Fäusten, würgen, absichtliches verbrühen oder verbrennen und die Bedrohung oder Verletzung mit einer Waffe (vgl. BMFSFJ 2012, S.12). Frauen, die solche Angriffe erlebt haben, schämen sich häufig dafür und versuchen mit allen Mitteln ihre Verletzungen zu vertuschen. Es geht sogar soweit, dass sie ihre Schmerzen unterdrücken, um einen Arztbesuch zu vermeiden oder erzählen den Ärzten andere Ursachen für ihre Verletzungen (vgl. Wahren 2015, S.13f).

3.2 Psychische Gewalt

Des weiteren wird die psychische Gewalt genauer dargestellt. Unter psychischer Gewalt auch emotionale oder seelische Gewalt genannt, werden alle Bedrohungen, Zwang, Beleidigung, Machtausübung, Beschimpfungen, Einschüchterung und das Benutzen der Kinder als Druckmittel verstanden (vgl. Dlugosch 2010, S. 44). Es handelt sich um ein Verhalten, welches das Ziel hat, die Frauen von der Außenwelt zu isolieren. Beispielsweise wird ihnen der Kontakt zu Freunden und Familie untersagt, das soweit gehen kann, dass die Frau zu Hause eingesperrt wird oder der Mann das Telefon sperrt, um den Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden (Lamnek, Luebtke et. al. 2012, S.182). Deshalb wird diese Art von Gewalt, oftmals mit der sozialen Gewalt verbunden. Merkmale dieser Art ist deren Ausrichtung auf das soziale Umfeld der Frau (vgl. Wahren 2015, S.18). Folgendes Zitat zeigt die Drohungen dar, unter denen Frauen leiden müssen:

„Wiederholte Drohungen bzw. Nötigungen sind: ‚Ich bringe dich um,

wenn du mich verlässt‘, ‚Ich bringe die ganze Familie um‘,

‚Ich zerschneide dir das Gesicht‘, ‚Ich nehme dir die

Kinder weg‘,[…] “( Lamnek, Luebtke et. al. 2012, S.182).

Viele befragte Frauen, bezeichnen diese Gewalt, als die zerstörerischste Gewalt. Denn wenn eine Frau über viele Jahre hinweg, so behandelt wird, als wäre sie wertlos, glaubt sie irgendwann selbst, dass sie nichts wert ist (vgl. Wahren 2015, S.14). Als letzte Art aber auch häufige und zurzeit sehr aktuelle Art, wird auf die sexuelle Gewalt eingegangen.

3.3 Sexualisierte Gewalt

Unabhängig vom Tat- und Beziehungskontext, umfasst der Begriff „sexuelle Gewalt“, jede sexuelle Handlung oder versuchte Handlung, die sich unter Zwang gegen die Sexualität einer Person richtet (vgl. Wieners, Winterholler 2016, S.73). Zur sexuellen Gewalt zählt laut dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familien und Integration: Die Vergewaltigung, Nötigung zu sexuellen Handlungen gegen ihren Willen, Demütigung und Erniedrigung sowie sexuelle Belästigung (vgl. Schröttle 2014, S.8).

Die Täter, welche sexuelle Gewalt ausführen, verfügen in den wenigsten Fällen über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Demonstration von Macht ist der Hintergrund dieser Ausübung, sowie die Erhöhung und Aufwertung der eigenen Person gegenüber dem Opfer. Indem der Täter Gewalt auf einem Gebiet ausübt, auf dem die Frau besonders verletzlich ist, der Sexualität, gelingt es ihm Angst zu erzeugen und dadurch die Bedeutsamkeit seiner eigenen Person zu spüren. Auf die betroffenen Frauen kann diese Gewalt traumatisierend wirken, bis hin zur Ausprägung einer Posttraumatischen Belastungsstörung gehen. Da besonders in diesem Bereich der Gewalt die Grenzen der Frau ignoriert oder überschritten werden, kann ein Gefühl der Ohnmacht entstehen (vgl. Gabriel 2004, S. 38). Wie häufig diese drei Arten auftreten und in welchen Alter sie am häufigsten vorkommen, zeigt die folgende Statistik eines Frauennotrufs in Wien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Frauennotruf, Beratung 2014

Quelle: ("Die Presse", Print-Ausgabe 2015, o.S)

Diese Statistik zeigt wie viele Menschen, den Frauennotruf in Wien nutzen. Der größte Teil wendet sich telefonisch an den Notruf, doch auch persönlich oder online kann diese Hilfe genutzt werden. Die verschiedenen Auswertungen zeigen zum einen das Alter und die Bildung der Klientinnen auf. Zum anderen kann man hier auch die Kontaktgründe ablesen. Die Kontaktgründe werden in die drei verschiedenen Arten der Gewalt eingeteilt, die im vorhergehenden Abschnitt genauer beschrieben worden sind, wie physische, psychische und sexuelle Gewalt. Mit 40% ist die physische Gewalt die am häufigst vorkommende Gewalt. Folgend ist die sexuelle Gewalt mit 32% und am Schluss die psychische Gewalt mit 28%. Zusammenfassend ist zu sagen, das Frauen im Alter von 20- 39 Jahren die meist betroffene Gruppe ist, die von Gewalt betroffen sind. Welche Art der Gewalt sich als häufigste herausstellt ist nicht deutlich zu sagen, da die Prozentzahl sehr nahe beisammen liegt, jedoch tritt nicht immer eine Art alleine auf, sondern oftmals in gemischter Form.

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Details

Seiten
21
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668466715
ISBN (Buch)
9783668466722
Dateigröße
811 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368298
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Note
2,00
Schlagworte
Häusliche Gewalt Gewalt gegen Frauen Prävention

Autor

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