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Geschichte und (Nach)Wirkung des Deutsch-Togo Bundes

"Die deutschen haben uns eigentlich das Arbeiten beigebracht..."

Hausarbeit 2017 18 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhalt

I - Einleitung … 2

II - Vorgeschichte und Entstehung des Deutsch-Togo Bundes … 4

III - Die Aktivitäten des Deutsch-Togo Bundes … 7

IV - (Nach)Wirkung des DTB … 10
1. Die Politisierung der Geschichte … 10
2. Die positive Wahrnehmung des deutschen Kolonialismus in Togo und eine Germanophilie. 12

V - Schluss … 14

Quellen- und Literaturverzeichnis … 15

I - Einleitung

Die Kolonialgeschichte ist ein wesentlicher Bestandteil der Erinnerungskultur in Afrika. Sie hat dort die Denkweisen und viele afrikanische Gesellschaftsstrukturen geprägt und die Einflüsse dieser Geschichte sind immer noch spürbar. Daher ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, wie Afrikaner über die gemeinsame Geschichte mit dem europäischen Kontinent denken. Freuen sie sich darüber, kolonisiert gewesen zu sein? Gab es für sie einen guten Kolonialismus, gab es einen schlechten? Kann der Kolonialismus gut oder schlecht sein, je nach dem wer die Kolonisatoren waren? Eben diese Fragen regen doch zum Nachdenken an, wenn man die Diskurse bezüglich der ,Kolonialgeschichte‘ in den ehemals kolonisierten Ländern mitdenkt. Ebenso wichtig wie die Stimmen aus den ehemals kolonisierten Ländern in diesem Zusammenhang zu hören, um keine Pauschalurteile über die Kolonialgeschichte an sich zu fällen, ist es, konkrete Beziehungen und Ereignisse aus dieser ,Epoche‘ in Augenschein zu nehmen.

Die deutsche Herrschaft in Togo dauerte von 1884-1914. Im Jahr 1907 wurde Togo im deutschen Kolonialdiskurs verbreitet als deutsche „Musterkolonie“.[1] Diese Benennung ist in der neusten Geschichtsschreibung sehr kritisiert worden.[2] Viele Togoer aber beziehen sich immer noch positiv auf diese Bezeichnung.[3]

Nach der deutschen Herrschaft wurde das Land zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Das heutige Togo erlebte noch 46 Jahre Kolonialismus nach dem deutschen. Nichtdestotrotz ist der deutsche Kolonialismus noch vielfach präsent in der Gesellschaft. Noch in den Anfängen der französischen Herrschaft in Togo entstand der Deutsch-Togo Bund (DTB), ein Verein, der die deutsche Kolonialherrschaft in Togo rühmte und für die Rückkehr der deutschen Kolonialherren kämpfte. Die vorliegende Arbeit thematisiert die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung und die Wirkung des DTB in Togo.

Etliche Wissenschaftlicher haben sich schon mit dem DTB beschäftigt. Einer davon ist der Politologe und Historiker Tété Godwin Tété-Adjalgo. In seinem Buch De la colonisation allemande au Deutsche Togobund bringt er verschiedene Aspekte des deutschen Kolonialismus in Togo hervor und beschreibt die Entstehung des DTB.[4] Die Aktivitäten des DTB und deren Folgen finden aber kein großes Interesse in Tété-Adjalgos Arbeit. In seinem Artikel Quelle contribution du Deutsch-Togo Bund à la fête du 27 avril 1960 au Togo ? analysiert der Historiker Komlan Kouzan die Geschichte des DTB und zeigt, dass der DTB zur Entstehung des Nationalismus in Togo beigetragen und damit die Unabhängigkeit von Togo ermöglicht hat.[5] Zum gleichen Schluss kommt auch der Historiker Florian Wagner in seiner Arbeit Regards croisés sur le Togo. Les enjeux du débat franco-allemand dans l’entre-deux guerres (1919-1939) [6] Die Untersuchung der Geschichte des DTB beruht in beiden Fällen aber hauptsächlich auf der Zwischenkriegszeit. Die Wirkung des DTB nach 1960 findet keine Beachtung in diesen Arbeiten. Die neuste Beschäftigung mit dem Thema findet in Dotsè Yigbés ArtikelTogo: Eine Dauer- Musterkolonie? statt.[7] Der Germanist zeigt, dass die Missionsarbeiten und die Propaganda des DTB zu den Gründen zählen, die zur positiven Wahrnehmung der deutschen Kolonialzeit in Togo beigetragen haben. Er versucht auch zu beweisen, dass die Politiker, diese Germanophilie in den 1970er und 1980er Jahren ausgenutzt haben, um ihre politischen Ziele zu erreichen. Dennoch widmet Yigbé der Entstehungssituation und der Entwicklung des DTB kaum Interesse.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Einflüsse des DTB sowohl auf den Dekolonisierungsprozess als auch auf die Wahrnehmung und den Umgang mit der Kolonialgeschichte in der Postkolonialzeit in Togo mittels der Forschungsliteratur und Quellen aus den Medien hervorzubringen. Dabei wird sowohl die Entstehungsgeschichte des DTB, seine Entwicklung und Wirkung in der Kolonialzeit sowie die Nachwirkung seiner Aktivitäten in der Postkolonialzeit eruiert.

Auf die Fragen, wie der DTB entstanden ist, welche die Ziele seiner Anführer waren, was sie konkret unternommen haben und welche Folgen das verursacht hat, wird eingegangen. Dabei wird besonders der Bezug auf die Wahrnehmung der deutschen Kolonialzeit in der postkolonialen und im Togo genommen.

Die Arbeit wird in zwei Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel werden die Entstehungsgeschichte und die Strukturen des DTBs dargestellt. Anschließend werden im zweiten Teil zuerst die Aktivitäten untersucht, die vom Deutsch-Togo Bund in der Kolonialzeit und in der Postkolonialzeit geführt wurden. Schließlich werden im letzten Teil des Kapitels die Folgen des DTB in Togo dargestellt.

II- Vorgeschichte und Entstehung des Deutsch-Togo Bundes

Die gemeinsame Geschichte Deutschlands und Togos begann im Jahr 1847 mit der Niederlassung der Norddeutschen Missionsgesellschaft aus Bremen an der westafrikanischen Küste, auf dem Gebiet des heutigen Süd-Togo und Süd-Ghana. Dort arbeitete die 1836 in Deutschland gegründete Missionsgesellschaft an der Evangelisierung der einheimischen Gesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, bekämpften die Missionare den Sklavenhandel, gründeten dort Schulen und führten ethnologische Forschungen über die einheimische Ewe-Sprache und -Kultur durch.[8] Sie bildeten auch unter den Einheimischen Personen zu Missionaren aus, wozu sie sie auch nach Deutschland brachten. Von den besten Schülern der Missionsschulen in Togo wurden 20 zwischen 1884 und 1900 nach Deutschland geschickt und ausgebildet.[9] Als die deutschen Kolonialisten das heutige Togo-Gebiet besetzten, arbeiteten die Missionare mit ihnen zusammen.[10] Mit der Unterzeichnung eines ,Schutzvertrags‘ zwischen dem deutschen Forschungsreisenden Gustav Nachtigal und den Vertretern des Chefs Mlapa III. in Baguida an der westafrikanischen Küste am 5. Juli 1884, wurde Togo offiziell zur ersten deutschen Kolonie.[11]

Während der deutschen Herrschaft führte die Kolonialadministration Infrastruktur- und wirtschaftliche Projekte durch.[12] Aufgrund des wirtschaftlichen Ausgleichs der Kolonie ohne weiteren Zuschuss vom Deutschen Reich und weil es angeblich kaum Widerstände in Togo gab, wurde Togo ab 1907 in der deutschen Kolonialpropaganda zur deutschen „Musterkolonie“. Ob diese Darstellung tatsächlich stimmte und wozu sie in Deutschland diente, beschäftigte bereits einige Historiker. Markus Seemann spricht vom Mythos der Musterkolonie[13] und Sebald verbindet diese Bezeichnung mit Begriffen wie „Ausbeutung“, „Zwangsarbeit“ und „Prügelstrafe“. Laut Sebald findet der „Erfolg“ der Kolonie seine Begründung nicht im Fleiß der Kolonialherren, sondern in ihren Strafmethoden[14]. Des Weiteren zeigt Sebald in seiner Studie, dass die Togoer den Kolonialherren Widerstand geleistet hatten, die Widerstände wurden aber immer gewaltsam unterdrückt. In den letzten Jahren der deutschen Kolonialzeit kritisierten viele in die benachbarte Gold Coast Kolonie – unter englischer Herrschaft – geflüchtete Togoer den deutschen Machtapparat in Togo durch Veröffentlichung von Artikeln in der damaligen ZeitungThe Gold Coast Leader.[15]

Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg musste das Deutsche Reich auf seine Kolonien verzichten[16]. Die Folge des Ersten Weltkriegs in Togo war die Teilung des Gebiets zwischen Frankreich und Großbritannien. Die Teilung wurde im Versailler Vertrag (1919) festgelegt. Am 20. Juli 1922 wurde beiden Siegermächten vom Völkerbund das Mandat für das jeweilige Territorium erteilt.[17] Danach stand das heutige Togo unter französischer Herrschaft bis 1960.

Nach dem ersten Weltkrieg freuten sich die Togoer über die Befreiung vom deutschen Kolonialismus. Auf den neuen Besatzer reagierten die meisten mit Jubel.[18] Enttäuscht waren sie aber, dass sich die Unterdrückung kaum verändert hatte. Auch die französische Kolonialadministration beging Gewalttaten an der togoischen Gesellschaft und ihre Meinung bei Entscheidungen, die sie betrafen, wurde auch nicht berücksichtigt. Wagner skizziert die Situation wie folgt:

„Die Togoer werden, wie die anderen Mandatsgebietsbevölkerungen, über die neue Herrschaftsform nicht befragt, obwohl dies vom Prinzip Nummer fünf von Wilsons Vorschlägen vorgesehen wurde […]. Die Möglichkeit sich zur Selbstbestimmung zu „entwickeln“ besteht in der Theorie, in der Praxis verändert sich kaum die Situation im Vergleich zur deutschen Herrschaft.“[19]

Die gleichen Ursachen führten zu den gleichen Auswirkungen: da die Bevölkerung sich wieder der Gewalt von europäischen Herrschern ausgesetzt fühlte, entwickelten sich wieder Widerstände in verschiedenen Formen.[20] Dieser Umstand ließ dazu in Togo eine Nostalgie nach der deutschen Kolonialzeit entstehen, die wohl zur Gründung des DTB, eines nach der Rückkehr der deutschen Kolonialisten rufenden Vereins, führte.[21]

Der DTB wurde von Johann Komlan Afenyowu Agboka, einem ehemaligen Angestellten der deutschen Kolonialadministration, in der Zwischenkriegszeit in Accra (Ghana) gegründet. Das genaue Jahr seiner Gründung bleibt bisher unbekannt.[22] Am wahrscheinlichsten scheint, dass der Bund im Jahre 1923 gegründet wurde.[23]

Andere wichtige Anführer des DTB waren Erhardt Koffi Paku, ein von der Norddeutschen Missionsgesellschaft in Togo ausgebildeter Pastor, der Chef Hubert Kposegbe III. aus Anyako (Togo), der Lehrer Alfred Nyassogbo, und der Chef Apetor II. aus Kpalimé[24]. Die genaue Zahl der Mitglieder kennt man nicht; da die französische Kolonialadministration repressive Maßnahmen gegen die prodeutsche Koloniallobby in Togo ergriffen hatte[25], blieben die Aktivitäten des Bundes für lange geheim; erst ab 1945 durfte der DTB öffentlich Aktivitäten unternehmen[26]. Die Mitglieder kamen aus dem ganzen Deutsch-Togo-Gebiet (auch dem Gebiet unter englischer Mandat) und aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Betrachtet man diese Situation, versteht man besser, warum der Bund wie eine nationale Bewegung aussah und einen so großen Klang und viel Einfluss in der Gesellschaft hatte. Laut Tete-Adjalgo, ist der berühmte Ashanti-König Prempe aus Koumassi (Ghana) auch wahrscheinlich Mitglied des DTB gewesen.[27] Der Bund hatte auch Mitglieder aus Deutschland und wurde von der Deutschen Kolonialgesellschaft (DTG) unterstützt[28]. Auf ihrem Logo stand die Inschrift „Deutsch-Togo Bund: Organ der deutschtreuen Togoleute“.[29]

Tete-Adjalgo beschränkt die Lebensgeschichte des Bunds auf 1974, aber bis heute lässt der Bund noch von sich hören.[30]

III - Die Aktivitäten des Deutsch-Togo Bundes

Die Hauptmotivation des DTB war es, das unter englischem und französischem Mandat zersplitterte „Togoland“ wiederzuvereinigen und es von dem Völkerbund unter deutsches Mandat stellen zu lassen. Ihre Begründung dafür lautete, dass die Togoer die Deutschen besser gekannt und sich an ihre Herrschaftsmethode gewöhnt hätten.[31] Sie schickten dem Völkerbund immer wieder Petitionen, worin sie die französische Herrschaft in Togo tadelten und Ausschreitungen anprangerten.[32] Zu ihren Forderungen zählte insbesondere die Rückgabe der Kolonie Togo an das Deutsche Reich. Ein Bericht des Völkerbundes verweist auf die Petitionen des DTB und seinen Forderungen nach der Rückgabe des französischen Mandatsgebietes an Deutschland:

„Das Komitee des „Bund[es] der Deutsch-Togoländer“ hat 1925 dem Völkerbund zwei Briefe aus Accra, Goldküste und zwar am 27 Juni und 26 September geschickt, worin sie die Rückgabe des von Togo unter französischem Mandat an Deutschland verlangten. Am 30. Oktober 1925 hat der Präsident der aktuellen Kommission für Mandate diesem [dem Komitee] vom Eingang dieser Briefe mitgeteilt […]“[33]

Die Anführer des DTB schienen sogar lieber die Rückkehr der Deutschen als die Selbständigkeit von Togo zu wollen. In einem „Sofortprogramm“ vom Jahr 1962 fassten sie ihr Vorhaben in 7 Punkten zusammen:

„1. der Deutsch-Togo-Bund hat beschlossen, dass die Republik Togo/Westafrika ein Freistaat der deutschen Bundesrepublik wird; 2. der Zusammenschluss der Republik Togo mit der deutschen Bundesrepublik ist kein Rückfall zum Kolonialismus, sondern ein Beweis mehr, dass das deutsche und togolesische Volk keine Rassenunterschiede kennt; 3. der Freistaat Togo wird 12. deutsches Bundesland und verwaltet sich grundsätzlich selbstständig. Nur in der Außenpolitik und in Verteidigungsfragen untersteht Togo der deutschen Bundesrepublik; 4. Der Freistaat Togo übernimmt den Ausfuhrhandel und den Einfuhrhandel im Land. Den französischen Händlern und französischen Großhändlern wird die Kaution entzogen, entschädigt und aus dem Togoland ausgewiesen. Die französischen Händler sind die Parasiten, die Schmarotzer am togolesischen Volk; 5. die deutsche Bundesrepublik übernimmt grundsätzlich den wirtschaftlichen Aufbau des Togolandes. Ausbau des Hafens von Lomé. Ausbau der Eisenbahnlinie von Blita nach Sansanne Mango. Umbau der Eisenbahn – 1-Meter-Spur in die europäische Normalspur; und 6. Der Ministerpräsident, die Minister, die Lehrer, die Großkaufleute, die Kaufleute, die Handwerker sind Togoleute. Französische Großkapitalisten und franzosenfreundliche Minister braucht Togo nicht. Die deutsche Sprache wird wieder eingeführt.“[34]

Obwohl sie im Punkt 2 klar machen, dass es keinen Rückfall zum Kolonialismus geben sollte, klingt das Gesamte nach einem Schrei nach wirtschaftlicher Ausbeutung. Sie drückten einen tiefen Hass für die Franzosen aus und wollten quasi die ganze Herrschaft von Togo in die Hände der Deutschen geben.

Ihre Germanophilie ging so weit, dass sich die Gründer in den 1930er Jahren zum Nationalsozialismus bekannten: sie zeigten den Hitlergruß, ließen sich die Haare schneiden wie die Nazis und gaben sich Spitznamen wie „Bundesführer“, „Gruppenführer“, oder „Sturmbahnführer“.[35] Eben dieses vorbehaltlos positive Verhältnis wollte der DTB langzeitig in der togoischen Gesellschaft verbreiten. Dieses Vorhaben sollte durch die Gründung einer deutschen Schule in Lomé unterstützt werden. Die Schule wurde in den 1950ern zu Ehren vom Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, dem letzten deutschen Gouverneur von der Kolonie Togo, mit dem Namen „Herzog-Adolf-Friedrich-Schule“ eröffnet.[36]

Eine Reise nach Deutschland im Jahr 1955 trug zur definitiven Popularisierung des DTB in Togo bei, und auch in Deutschland fand der Bund Anklang. Eine Delegation des DTB wurde in der Bundesrepublik Deutschland vom Kanzler Konrad Adenauer empfangen. Dort verbrachten die Mitglieder des DTB drei Monate; sie besuchten unter anderem eine von den Missionsgesellschaften veranstaltete Konferenz und besichtigten die benachbarten europäischen Länder.[37] Nicht zuletzt dieser direkte Austausch in Deutschland führte wohl dazu, dass in den 1960er Jahren auch in Deutschland eine Sektion des DTB gegründet wurde. Der Leiter dieser deutschen Sektion war ein Historiker namens Günter Hermann. Ein Briefwechsel des DTB erklärt, dass die Aufgabe der deutschen Sektion darin bestand, Mitglieder für die DTB in den elf westdeutschen Bundesländern zu werben, Lehrstellen in Deutschland für Schülerinnen und Schüler der Herzog-Adolf-Friedrich-Schule zu vermitteln und eine Zeitschrift in Stuttgart namens Die deutschen Togoleute herauszugeben.[38]

IV - (Nach)Wirkung des DTB

1. Die Politisierung der Geschichte

Eine Wirkung des DTB in Togo ist eine Art Politisierung der Geschichte, eine Bestimmung durch die Politik der Art und Weise, wie mit der Geschichte umgegangen wird. Yigbé spricht in seinem Artikel von einer Ausnutzung der Germanophilie durch Politiker, um ihre politischen Ziele zu erreichen.[39] Dass die Propaganda des DTB wirkte, hatte seinerseits die Aneignung der germanophilen Haltung durch die Politik zur Folge. Umgekehrt waren es die deutschlandfreundlichen Narrative in der Geschichtsschreibung, – durch die Politik gesetzt – die die Vorstellung der Bevölkerung über die Kolonialgeschichte formten.

Wie Kouzan es in seinem Artikel zum Ausdruck bringt, könnte man davon ausgehen, dass die Propaganda des DTB zur Entstehung des Nationalismus[40] in Togo beigetragen hat. Die kulturelle und soziale Diversität der Mitglieder des DTB erleichterte die Propaganda in der togoischen Gesellschaft und erweckte ein nationales Gefühl; prominente Akteure der togoischen Politik haben deshalb sehr früh – schon in den 1940er Jahren – angefangen, für die Unabhängigkeit von Togo zu kämpfen. Kouzan hält den DTB sogar für ersten nationalistischen Verein in Togo. Die deutschtreuen Togoer konnten von ihrer politischen Position profitieren, um die Anhängerschaft zu vergrößern, denn die propagierte Germanophilie hatte gewirkt. Sylvanus Olympio, der erste Präsident von Togo und Vorsitzender der politischen Partei CUT ( Commité de l’Unité Togolaise) ist ein gutes Beispiel dafür. Er war Mitglied des DTB und kämpfte für die Unabhängigkeit Togos. Zu den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit von Togo im Jahr 1960 lud er den letzten Gouverneur des deutschen Kolonialgouvernements in Togo als Ehrengast ein. Während seines Aufenthalts reiste der Gouverneur Adolf Friedrich zu Mecklenburg durch Süd-Togo, wobei er durch den Präsidenten zum Gemeinschaftschef in Kpalimé inthronisiert worden war – als Zeichen der Treue gegenüber den deutschen Kolonialherren.[41] Diese zeremonielle Ehrung des ehemaligen Gouverneurs erweckte bei der togoischen Bevölkerung nicht zuletzt den Eindruck, dass die Deutschen gute Kolonisatoren waren. In dem Sinne war die Botschaft des DTB angekommen bzw. weitreichend übermittelt.

Diese Politisierung des deutschen Kolonialismus in Togo beeinflusste sehr die Wahrnehmung dieser Geschichte durch die Togoer. Sie erreichte ihren Höhepunkt 1984 beim hundertjährigen Jubiläum der deutschen Kolonialherrschaft in Togo. Das Jubiläum wurde aber nicht als Kolonialismus gefeiert, sondern als „100 Jahre deutsch-togoische Freundschaft“. Dabei hielt der damalige Präsident Eyadema Gnassingbé eine Rede, wobei er den Deutschen für die Kolonisierung Togos dankte, ihre Leistungen beim Kolonisieren würdigte, da sie aus Togo eine „Musterkolonie“ gemacht habe und die Tatsache bedauerte, dass die deutsche Kolonisation in Togo so schnell vorbei war. Vor seinem Ehrengast und großen Freund Franz Josef Strauß,[42] dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten, behauptete Gnassingbé, die mit gutem Willen kolonisierenden Deutschen hätten bei den Togoern die Ordnung, die Disziplin und die Strenge bei der Arbeit entwickelt.[43] Seine permanente Würdigung der Leistungen der deutschen Kolonialherren wird oft mit folgendem Zitat assoziiert: „Die Deutschen haben uns eigentlich das Arbeiten beigebracht, und viel davon ist hängengeblieben.“[44] Die Einstellung Gnassingbés war zugleich eine politische Ausnutzung der schon vorhandenen Germanophilie und eine Politisierung der Geschichte. Denn über dieses Rühmen der deutschen Kolonialgeschichte hinaus, wurde im Schulunterricht und in der Geschichtsschreibung darauf geachtet, dass die deutsche Kolonialzeit nicht kritisch dargestellt wird.[45] Diese Situation bringt Birgit Schmitz zum Ausdruck wie folgt:

„Zum anderen werden in Togo von dem seit dreißig Jahren autoritär gebietenden Staatspräsidenten Gnassingbé Eyadema alle kritischen Beiträge zur deutschen Kolonialzeit ganz einfach zensiert, denn die Regierung möchte ihre hervorragenden partnerschaftlichen Beziehungen zur Bundesrepublik nicht gefährden, die sich nicht zuletzt auch finanziell auszahlen. In diesem Sinne lässt sich die Sympathie als eine Art staatlich geförderte historische Amnesie verstehen.“[46]

Ametowoyona Akakpo spricht in seiner Arbeit von einer kollektiven Irreführung über Kolonialgeschichte durch die politische Stellungnahme.[47] Es in der Tat ein Gegenseitiger Einfluss: die Politiker politisiert die Geschichte und erzeugt eine positive Wahrnehmung der Vergangenheit bei der Bevölkerung und die Politiker nutzen diesen Umstand zum Erreichen ihrer Ziele. Der vom togoischen Präsident zur Überzeugung deutscher Investoren in Berlin 2016, in Togo zu invertieren, illustriert genau diesen Punkt. Den deutschen Geschäftsleute sagte er beim Business Diner: „Die Togoer mögen die Deutschen, wir brauchen Euch!“[48]

Die positive Wahrnehmung des deutschen Kolonialismus durch hochrangige Politiker spricht zum einen für die nach wie vor vorhandene Wirkung der vom DTB verbreiteten Ideale. Denn sie konnten durch öffentliche Äußerungen wie die oben aufgezeigten die Sympathien der Bevölkerung erzielen. Zum anderen waren diese Politiker selbst während der Unabhängigkeitsbewegung mit dem Nationalismus und der (vielleicht strategischen) Germanophilie, also unter dem Einfluss des DTB politisiert worden und setzten diese Ideale nun fort. All das kann man der Arbeit des DTB zuschreiben und somit als eine Nachwirkung seiner Arbeit betrachten.

2. Die positive Wahrnehmung des deutschen Kolonialismus in Togo und eine Germanophilie

Nicht nur die politische Stoßrichtung der Akteure im unabhängigen Togo und die Geschichtsschreibung sind als das Produkt der Propaganda des DTB anzusehen, das verselbstständigt weiterhin seine Wirkung entfaltet. Sondern auch die Narrativen innerhalb der Bevölkerung in Togo existieren fort und entfalten heute große Wirkung.

Die Propaganda des DTB erzeugte eine kollektive Bewunderung für die deutschen Kolonialisten in Togo. Eine empirische Forschung zur Einstellung der Togoer zur deutschen Kolonialzeit in den 1980er Jahren zeigte, dass die Togoer diese Zeit allgemein positiv in Erinnerung haben.[49] Diese positive Einstellung ist noch bis heute in Togo festzustellen.[50] Dieser Umstand ist deshalb auf die Propaganda des DTB zurückzuführen, weil sie er war, der die deutsche Kolonisation zu beschönigen versuchte, und eine Nostalgie an Deutschland etablierte.

Eine andere Wirkung des DTB ist, wie Yigbé es hervorbringt, die große Anzahl an Vereinen in Togo, die mehr oder weniger auf der Benennung des DTB beruhen: Deutsch-Togolesische Gesellschaft[51], Verein Deutsche Freunde, Verein Deutsche Sprache etc. Die meisten dieser Vereine, die sich hauptsächlich als gemeinnützig ausgeben, haben zum Ziel, die deutsche Sprache und Kultur in Togo zu verbreiten und zu fördern. Nach den Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes sprechen etwa 100 000 Menschen in Togo die deutsche Sprache.[52] Auch durch die gemeinnützige Arbeit, die mit Deutschland in Verbindung steht, werden die Sympathien für Deutschland weitergepflegt und die Kolonialzeit bleibt weiterhin in positiver Erinnerung. Wegen dieser positiven Wahrnehmung der kolonialen Vergangenheit und diese seltsame Nostalgie zu dieser Zeit ist Germanistik ein beliebiges Studienfach in Togo.[53]

Man könnte sogar sagen, dass die Spuren des DTB auch in Deutschland noch sichtbar sind. Die deutsche Sektion, die in den 1960er Jahren gegründet wurde, publizierte zwar nicht die geplante Zeitschrift Die deutschen Togoleute. Aber dafür gab der Leiter dieser deutschen Sektion Günter Hermann seit dem 27. April 1981 in Stuttgart eine Zeitschrift mit dem Namen Togo-Rundschau heraus. Die neueste Ausgabe erschien im Februar 2017.[54]

V - Schluss

Der Versailler Vertrag, der die Bestimmungen gegen Deutschland als „Kriegsschuldige“ traf und ihm seine Kolonien wegnahm, wurde in Deutschland allgemein als ungerecht betrachtet. So wurden die Klauseln des Versailler Vertrags allgemein angeprangert und es entstand ein intensiver Kampf zur Rehabilitierung Deutschlands in seinen kolonialen Rechten. Dieser Kampf wurde paradoxerweise nicht nur in Deutschland geführt, sondern auch in Deutschlands „Musterkolonie“ Togo. Die Anführer des DTB machten Propaganda für Deutschland und forderten die Rückkehr der deutschen Kolonialherren nach Togo. Es stellte sich eine allgemeine Sympathie für die deutschen Kolonialisten ein und eine seltsame Nostalgie an die deutsche Kolonialzeit. Eine der Wirkungen dieser Propaganda war die Entstehung des Nationalismus, die Togo zur Unabhängigkeit führte. Die Taten des DTB hatten aber auch Nachwirkungen in der togoischen Politik nach der Unabhängigkeit. Die Geschichtsschreibung in Togo wurde für lange Zeit politisiert, sodass die Gesellschaft kaum von der negativen Seite der deutschen Kolonialgeschichte in Togo erfahren konnte und deshalb diese Geschichte positiv wahrnehmen musste. Noch heute sehen togoische Politiker diese gemeinsame Geschichte als Grundlage der bilateralen Beziehungen an. Es herrscht eine Art geschichtliche Amnesie in der togoischen Gesellschaft, wenn es um die deutsche Kolonialzeit geht. Die Ausschreitungen der deutschen Kolonialadministration, die Zwangsarbeit, die Peitsche, die Kettenhaft sind in Vergessenheit geraten.

Die Germanophilie und die Nostalgie an die deutsche Kolonialzeit in Togo sind allerdings nicht nur auf die Propaganda des DTB zurückzuführen, sondern auch auf die verschiedenen Arbeiten der Missionare vor und während der Kolonialzeit, die die Kolonisation einigermaßen zu kaschieren vermochten. Des Weiteren könnte es sich lohnen, die Frage unter dem Aspekt verschiedener Erinnerungstheorien zu untersuchen. Die Arbeiten von Maurice Halbwachs, Jan und Aleida Assmann sowie Astrid Erll könnten dabei hilfreich sein.

Quellen- und Literaturverzeichnis

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[1] Der Begriff ist zuerst in am 10. November 1894 in der Kölnische(n) Zeitung entstanden, fand seinen besten Klang aber ab 1907; vgl. Markus Seemann: Julius Graf Zech, ein Kolonialbeamter in Togo, Hamburg 2012, S. 121.

[2] Einige kritische Arbeiten darüber sind: Peter Sebald: Togo 1884-1914. Die Geschichte der deutschen Musterkolonie auf der Grundlage amtlicher Quellen, Berlin 1988; Kuassi A. Akakpo: Discours et contre discours sur le Togo sous l’empire allemand , Paris 2014; Adjaï P. Oloukpona-Yinnon: „Devoir d’indignation“ - „devoir de mémoire“: prolégomènes à l’étude des résistances des Togolais sous l’administration coloniale allemande, in : Essohanam A. Kpatcha & Koffi N. Tsigbé (Hrsg.) : Le refus de l’ordre colonial au Togo et en Afrique (1884-1960), Lomé 2013, S. 161-184.

[3] Vgl. Komlan Kouzan: Quelle contribution du Deutsch-Togo Bund à la fête du 27 avril 1960 au Togo? , in: Odile Goerg, Jean Luv Martineau & Didier Nativel (Hrsg.): Les indépendances en Afrique. L’événement et ses mémoires 1957/1960-2010, Rennes 2013, S. 97.

[4] Tété G. Tété-Adjalgo: De la colonisation allemande au Deutsche Togobund, Paris 1998.

[5] Kouzan: Quelle contribution

[6] Florian Wagner: Regards croisés sur le Togo. Les enjeux du débat franco-allemand dans l’entre-deux guerres (1919-1939), Aix-en-Province 2008 (Online verfügbar, Url : http://www.cemaf.cnrs.fr/IMG/pdf/25-Clio.pdf , abgerufen am 01.03.2017).

[7] Dotsè Yigbé: Togo: eine Dauer- Musterkolonie?, in: Revue du CAMES, Littérature, langues et linguistiques, Numéro 4, 1er Semestre 2016, S. 167-178 (Online verfügbar, Url : http://publication.lecames.org/index.php/lit/article/download/826/591, abgerufen am 01.03.2017).

[8] Zum Beitrag der Norddreutschen Missionsgesellschaft zur Ewe Sprache und -Kultur, siehe Amétépé Y. Ahadji: Identité culturelle et environnement colonial: le cas des communautés Ewé (Togo) face aux sociétés des missions chrétiennes 1847-1914, in: Revue du CAMES Série B – Vol. 02, 2000, S. 67-75 (Online verfügbar, URL: http://greenstone.lecames.org/collect/revu/index/assoc/HASH217e.dir/B-002-00-067-075.pdf , abgerufen am 01.03.2017).

[9] Vgl. Kokou Azamédé: Transkulturationen ? Ewe-Christen zwischen Deutschland und Westafrika, 1884-1939, Franz Steiner 2010, S. 39-224.

[10] Vgl. Ders.: Protestantisme et nationalisme Ewé : convergences historiques ?, in : Adjaï P. Oloukpona-Yinnon (Hrsg.): Le Togo 1884-2004 : 120 ans après Gustav Nachtigal. Connaitre le passé pour mieux comprendre le présent. Actes du colloque International de Lomé des 27, 28 et 29 septembre 2004, Lomé 2007, S.241-250, hier S. 246.

[11] Vgl.Yves Marguerat: La naissance du Togo selon les documents de l’époque, Lomé 1993, S. 424-426.

[12] Zu der wirtschaftlichen Erschließung Togos durch die deutsche Kolonialadministration, siehe: Ralph Erbar: „Ein Platz an der Sonne“?. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonie Togo 1884-1914, Stuttgart 1991:

[13] Vgl. Seemann: Julius Graf Zech,, S. 121.

[14] Vgl.Sebald: Togo, S. 301.

[15] Vgl. Essohanam Batchana: Acteurs et victimes de la contestation au Togo à travers les colonnes de la presse (1911-1958), in: Essohanam A. Kpatcha & Koffi N. Tsigbé (Hrsg.): Le refus de l’ordre colonial au Togo et en Afrique (1884-1960), Lomé 2013, S. 295-312, hier S. 297 und Peter Sebald : Togo 1884-1914, S. 676f.

[16] Vgl. Windfried Speitkamp: Deutsche Kolonialgeschichte, Stuttgart 2008.

[17] Vgl. Renate Helm: Politische Herrschaft in Togo. Das Problem der Demokratisierung, Münster 2004, S. 50.

[18] Vgl. Seemann: Julius Graf Zech, S. 33.

[19] Wagner: Regards croisés, S. 30f., eigene Übersetzung.

[20] Vgl. Nicoué L. Gayibor (Hrsg.): Histoire des Togolais. Des origines aux années 1960, Band 4, Paris: 2011, S. 510-535.

[21] Der Deutsch-Togo Bund wird von seinen Anführern auch „ Bund der Deutschen Togoländer“ oder „Deutscher-Togo Bund“ oder einfach „der Bund“ genannt; vgl. Kouzan: Quelle contribution, S. 97-115, hier S. 97.

[22] Wagner: Regards croisé, S.70.

[23] In den meisten Arbeiten wird von 1924 gesprochen. 1923 ist aber sehr wahrscheinlich, weil die Anführer des Bundes schrieben an die Dorfchefs von Togo einen Brief am 19. Dezember 1925, worin sie erklärten, dass sie „seit zwei Jahren einen Verband der deutschen Togoer in Accra gegründet haben“ (Wagner: Regards croisés, S. 70). Hält man sich daran, so dann wäre der Bund eher unbedingt vor 1924 also im Jahre 1923 gegründet.

[24] Vgl. Kouzan: Quelle contribution, S. 98.

[25] Zu den repressiven Maßnahmen der französischen Kolonialadministration gegen die Germanophilen, siehe Essohanam A. Kpatcha: Les griefs français et francophiles contre les Allemands et leurs méthodes de colonisation: le cas du Togo dans l'entre-deux-guerres (1914-1939), in: Adjaï P. Oloukpona-Yinnon (Hrsg.): Le Togo 1884-2004: 120 ans après Gustav Nachtigal. Connaitre le passé pour mieux comprendre le présent. Actes du colloque International de Lomé des 27, 28 et 29 septembre 2004, Lomé: Presses de l’UL, S. 97-110.

[26] Vgl. Tété-Adjalgo: De la colonisation, S. 191.

[27] Vgl. ebd., S. 181.

[28] Vgl. Samuel Decalo: Historical Dictionary of Togo, London 1996, S.76.

[29] Vgl. Yigbé: Togo, S. 173.

[30] 1975 feierte der DTB den fünfzigster Jahrestag seiner Gründung durch eine große Feier, wobei 44 Persönlichkeiten aus Deutschland eingeladen wurden (Vgl. Kouzan: Quelle contribution, S. 112.) Den jüngsten Meldungen zufolge haben sich die Mitglieder des DTB noch im Jahre 2014 gemeldet. Frau Eyram Wodetor, die Kulturattachée der deutschen Botschaft in Lomé, erzählte beim jährlichen Seminar der Forschungsgruppe ARTELI am 30. April 2016 am Goethe Institut Lomé, eine Gruppe von Männern hätte sich ein Jahr zuvor zur deutschen Botschaft in Lomé begeben und sich als Vertreter des DTB vorgestellt; Ziel des Besuchs, sei die Forderung der Rückkehr der Deutschen gewesen.

[31] Vgl. Tété-Adjalgo : De la Colonisation, S. 178.

[32] Vgl. Wagner: Regards croisés, S. 94.

[33] Zit. nach ebd., eigene Übersetzung.

[34] Yigbé: Togo: S. 173f.

[35] Vgl. Nicoué L. Gayibor (Hrsg.): Histoire des Togolais, S. 540f. und Kouzan: Quelle contribution, S. 98.

[36] Vgl. Kouzan: Quelle contribution, S. 101.

[37] Tété-Adjalgo: De la colonisation, S. 191.

[38] Vgl. Yigbé: Togo, S. 173.

[39] Vgl. ebd, S.174-176.

[40] Nationalismus steht hier im Sinne des Patriotismus und ist positiv betrachtet

[41] Vgl. Kouzan: Quelle contribution, S. 109.

[42] Das Jubiläum „100 Jahre deutsch-togoische Freundschaft“ wurde auch in München unter der Initiative von Franz Josef Strauß gefeiert; vgl. Altpreussenblatt N°17, 28.04.1984.

[43] Vgl. Yigbé: Togo, S. 175.

[44] Zitiert nach Seemann: Julius Graf Zech, S. 132.

[45] Oloukpona-Yinon, ein Professor für Literatur- und Kulturwissenschaften und Spezialist für deutsche Kolonialexpansion an der Université de Lomé (Togo), erzählte zum Beispiel beim jährlichen Seminar der Forschungsgruppe ARTELI am 30. April 2016, dass ihnen an der Deutschabteilung der Universität Lomé von den Politikern verboten wurde, die grundlegende und kritische Arbeit von Peter Sebald (Togo 1884-1914) ins Französisch zu übersetzen und sie der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

[46] Birgit Schmitz: Deutschland postkolonial? - Über die ‘Bewältigung’ des deutschen Kolonialismus , in: IZ3W, Nr. 232 (1998) (Online Version ohne Seitenangabe, URL : www.freiburg-postkolonial.de/seiten/schmitz-depo.htm, abgerufen am 01.03.2016)

[47] Akakpo: Discours et contr-discours.

[48] Vgl. Le message de Faure Gnassingbé aux milieux d’affaires allemands, in : http://www.republicoftogo.com/Toutes-les-rubriques/Economie/Le-message-de-Faure-Gnassingbe-aux-milieux-d-affaires-allemands , (abgerufen am 01.03.2017)

[49] Halla-Kawa D. Simtaro: Le Togo "Musterkolonie": souvenir de l'Allemagne dans la société́ togolaise, Diss. Université de Province 1982.

[50] Gayibor : Histoire des Togolais, S. 541.

[51] Der oben erwähnte Günter Herrmann war der Gründer und erste Präsident dieses Vereins; vgl. „En Mémoire de Hermann Togo“,in: http://togo-gesellschaft.de.tl/EN-M%C9MOIRE-DE-HERRMANN_TOGO.htm# [abgerufen am 1. März 2017].

[52] Vgl. Togo, in: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Togo/Bilateral_node.html (abgerufen am 1.03.2017).

[53] Vgl. Seltsame Deutschland-Nostalgie, in: http://www.taz.de/!5146769/ , (abgerufen am 1.03.2017).

[54] Vgl. „Togo-Rundschau“, in: http://togo-gesellschaft.de.tl/TOGO_RUNDSCHAU.htm [abgerufen am 10. März 2017].

Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (Buch)
9783668465299
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368056
Institution / Hochschule
Universität Siegen – Internationale Kulturhistorische Studien
Note
gut
Schlagworte
Deutsch-Togo Bund Togo Deutschland Postkolonalismus Dekolonisierung Musterkolonie Expansion Kolonialismus Wahrnehmung Deutsch-Togo Geschichte Geschichte - Afrika Geschichte - Togo Deuschland und Togo

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Titel: Geschichte und (Nach)Wirkung des Deutsch-Togo Bundes