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Kinderschutz durch Kinderrechte. Wie wirken SchulsozialarbeiterInnen effektiv gegen Kindeswohlgewährleistung?

Ausarbeitung 2014 9 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kinderrechte als Grundlage des Kinderschutzes

3. Kindeswohlgefährdung in der Schule

4. Profil des Schulsozialarbeiters
4.1 Adressaten
4.2 Aufgaben

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Anerkennung der Kinder als Rechtssubjekte war keine Selbstverständlichkeit. Erst seit 1989 mit der der UN-Kinderrechtskonvention finden sie als solches Achtung. Durch festgelegte Standards wird sichergestellt, dass sie Schutz finden. Kinderschutz manifestiert sich demnach als ein Resultat der Kinderrechte.

In der folgenden Arbeit soll der Kinderschutz, der durch die Anerkennung der Kinderrechte hervorgeht, als Gegenstand genommen werden.

Neben dem Elternhaus gehört die Schule zu den Orten, an denen sich Kinder und Jugendliche maßgebend aufhalten. Daher ist es von hoher Relevanz zu betrachten, ob der Kinderschutz im Ort Schule gewährleistet ist. Hierbei wird zum einen untersucht, ob eine Kindeswohlgefährdung an der Schule vorliegt, und zum anderen dargelegt, in welcher Form sie vorkommt.

Der Fokus dieser Arbeit jedoch wird auf den Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern liegen, wobei untersucht werden soll, wie ihre Arbeit effektiv gegen Kindeswohlgefährdung wirken kann. Überlegungen zu dem Profil der SchulsozialarbeiterInnen wird hierfür voran gezogen. Ihre Adressaten, Angebote und Ziele, die den Kinderschutz fördern sollen, sind einzelne Elemente.

2. Kinderrechte als Grundlage des Kinderschutzes

Kinderschutz definiert sich als eine Abwesenheit der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen und die Verwirklichung der Kinderrechte (vgl. Braun 2011: 192). Indem beispielsweise dem Recht der Gleichbehandlung nachgegangen wird, verwirklicht sich der Schutz vor Diskriminierung. Näher ist zu sagen, dass mit der Gewährleitung einer gesunden körperlichen, seelisch-emotionalen und sozialen Entwicklung junger Menschen von Kinderschutz zu sprechen ist (vgl. Edelstein/Bendig/Enderlein 2011: 117).

Die Schlussfolgerung ist, dass der Kinderschutz erst durch die Beachtung der Kinderrechte gewährleistet werden kann. Der Verstoß gegen die Rechte bringt demnach eine Kindeswohlgefährdung mit sich.

3. Kindeswohlgefährdung in der Schule

Nach Art. 6 GG sind Eltern als "natürliche Sachwalter des Kindeswohls" zu skizzieren (vgl. Alt/DJI 2005, zit. n. Edelstein/Bendig/Enderlein 2011: 117). Neben dem Elternhaus trägt zusätzlich die Schule Mitverantwortung für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen. Denn das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler wird, "sobald [sie] in der Schule sind", von ihr bestimmt (Edelstein/Bendig/Enderlein 2011: 124). Sie ist der Ort, an dem das Recht auf Bildung zur Geltung kommt. Es zeigt sich jedoch, dass genau an diesem Ort wiederum gegen viele Rechte der SchülerInnen verstoßen wird, sodass der Kindesschutz nicht gesichert werden kann.

Erkennbar wird die Abwesenheit des Wohlbefindens durch Entwicklungsstörungen. Sie signalisieren nämlich Belastungen und Überforderungen, mit denen junge Menschen zu kämpfen haben. Gegen entstehende Krankheitszustände gehe man mit Medikamenten vor, wodurch das Kind in das "System Schule" angepasst werden solle (vgl. ebd.). Angstzustände, die durch Befangenheit vor schlechten Noten entstehen, würden bei vielen Kindern Kopfschmerzen aufrufen. Depressionen, Essstörungen und Aggressivität seien zudem typische Strategien, um mit dem Druck fertig werden zu können (vgl. ebd.: 126f.).

Die Gesundheit des einzelnen wird zusätzlich durch die, unter den SchülerInnen entstehende, Atmosphäre bestimmt. Ebenso wir das Selbstwertgefühl vom Klassenklima geprägt. SchülerInnen sagen, dass sie oft von körperlicher Gewalt und verbalen Angriffen betroffen sind. "In einer Onlinebefragung der Universität Landau 2009 gaben 40,5 der Schülerinnen und Schüler an, direkt von Mobbing betroffen zu sein" (ebd.: 128).

Neben den oben aufgeführten Faktoren, die das gesunde Aufwachsen von Kindern- und Jugendlichen beeinträchtigen, widerfahre SchülerInnen darüber hinaus Diskriminierungen seitens der Lehrerinnen und Lehrer. Durch die Chancenungleichheit, die besonders bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund zu beobachten seien, wird gegen das Recht der Gleichbehandlung verstoßen (vgl. ebd.: 129).

Indem SchülerInnen kein Einfluss auf die Gestaltung der Klassenräume, des Schulhofes und des Unterrichts gestattet wird, finde außerdem das Recht auf Beteiligung und Partizipation keine Anerkennung (vgl. ebd.: 131).

Ganztagsschulen - Maßnahme gegen Kindeswohlgefährdung

Die Schule als Ort der Bildung bekomme mit der Ganztagsschule eine ganz andere Dimension. Sie sei vielmehr ein Lebensort, als nur ein Lernort. Interessen und Probleme, die außerhalb der Schule lagen, werden nun mit dem Nachmittagsunterricht Gegenstand der Schule. Auf Grund dessen würde der Schule die Bedeutung eines Ortes der Erziehung und Betreuung zugemessen (vgl. Wichmann 2011: 362ff.).

Als Ziel würde hierbei die gesunde Weiterentwicklung der Persönlichkeit des einzelnen genommen. Erfolge würden Ganztagsschulen erzielen, indem mitmenschliche und demokratische Werte sowohl vermittelt als auch verwirklicht werden würden. Die positiven Resonanzen lägen darin, dass die Motivation der SchülerInnen steige und das Sozialverhalten und die schulischen Leistungen sich verbessern würden (vgl. ebd.: 365).

4. Profil des Schulsozialarbeiters

Speck (2006) definiert die Sozialarbeit folgendermaßen:

"Unter Schulsozialarbeit wird im Folgenden ein Angebot der Jugendhilfe verstanden, bei dem sozialpädagogische Fachkräfte kontinuierlich am Ort der Schule tätig sind und mit Lehrkräften auf einer verbindliche vereinbarten und gleichberechtigten Basis zusammenarbeiten, um junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern, dazu beizutragen, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden und abzubauen, Erziehungsberechtigte und LehrerInnen bei der Erziehung und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz zu beraten und zu unterstützen sowie zu einer schülerfreundlichen Umwelt beizutragen. Zu den sozialpädagogischen Angeboten und Hilfen der Schulsozialarbeit gehören insbesondere die Beratung und Begleitung von einzelnen SchülerInnen, die sozialpädagogische Gruppenarbeit, die Zusammenarbeit mit und Beratung der LehrerInnen und Erziehungsberechtigten, offene Gesprächs-, Kontakt- und Freizeitangebote, die Mitwirkung in Unterrichtsprojekten und schulischen Gremien sowie die Kooperation und Vernetzung mit dem Gemeinwesen" (ebd.: 23).

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Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668465381
ISBN (Buch)
9783668465398
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368001
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Erziehungswissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Kinderrechte Kinderschutz Schulsozialarbeit Schulsozialarbeiter Kindeswohl

Autor

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Titel: Kinderschutz durch Kinderrechte. Wie wirken SchulsozialarbeiterInnen effektiv gegen Kindeswohlgewährleistung?