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Schlüsselkompetenzen wie 'Wissenschaftliches Arbeiten' im Universitätsstudium: reine Zeitverschwendung?

Essay 2013 6 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zum Verständnis von „Schlüsselkompetenzen“
1.1 Die Geschichte von „Schlüsselkompetenzen“
1.2 Der Qualifikationsbegriff
1.3 Verschiedene Formen von „Schlüsselkompetenzen“
1.4 Wissenschaftliches Arbeiten – eine „Horizontqualifikation“ ?

2. Wissenschaftliches Arbeiten
2.1 Wissenschaftliches Arbeiten und Zeitmanagement

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Mit dieser Arbeit möchte ich der Frage nachgehen welche Rolle Schlüsselkompetenzen (wie „Wissenschaftliches Arbeiten“) an deutschen Hochschulen einnehmen. Zeit ist für Studenten, die einen Bachelor-Abschluss anstreben, ein kostbares Gut. Trotz der verkürzten Studienzeit und einem straffen Lehrplan sollen Studenten auch auf die veränderten Anforderungen von Arbeitgebern vorbereitet werden. Europäische Studenten sollen, in einer global vernetzten Welt, sowohl wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden. Das war Ziel der Staaten, die sich im Rahmen der europäischen Studienreform bereit erklärt haben, den Weg des Bologna-Prozess mitzugehen (vgl. Hochschulrektorenkonferenz 2012: o.S.). Ob und in welchem Ausmaß die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen hierbei Wirkung tragen kann, soll auf den folgenden Seiten Thema sein. Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst auf die Geschichte der Schlüsselkompetenzen eingegangen. Anschließend werden die Probleme bzgl. einer klaren Definition von „Schlüsselkompetenzen“ geklärt. Im Fazit wird auf mögliche Zeitersparnisse durch „Schlüsselkompetenzen“ wie wissenschaftliches Arbeiten eingegangen.

1. Zum Verständnis von „Schlüsselkompetenzen“

1.1 Die Geschichte von „Schlüsselkompetenzen“

Der Begriff der „Schlüsselqualifikationen“ wurde 1974 von dem gelernten Volkswirt und ehemaligen Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Dieter Mertens kreiert. Der anfangs lose Begriff der „Schlüsselqualifikationen“ diente Mertens zur anschaulichen Umschreibung des beabsichtigten Vermögens, auf unvorhersehbare neue Anforderungen des Arbeitsmarktes zu reagieren. Dies sollte geschehen ohne, dass bereits erworbene Berufsqualifikationen an Wert verlieren würden. Es handelte sich um ein arbeitsmarktpolitisch begründetes Konzept der Schlüsselqualifikationen (vgl. Beck 1997:12).

1.2 Der Qualifikationsbegriff

Ganz gleich, ob in Fachliteratur oder in Internetquellen, eine eindeutige Definition von Qualifikation ist nicht zu finden. Hegelmeier definiert Qualifikation im weiteren Sinne folgendermaßen (vgl. Beck 1997:12): „Gesamtheit der Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Einstellungen und Werthaltungen, über die eine Person als Voraussetzung für eine ausreichende Breite in der beruflichen Einsetzbarkeit verfügen muß“ (Hegelmeier, zitiert nach Körner 1970: 46, Hervorhebung im Orginal; der Verf.).

1.3 Verschiedene Formen von „Schlüsselkompetenzen“

Schlüsselqualifikationen sind nicht gleich Schlüsselqualifikationen. Vier Arten von Schlüsselqualifikationen werden unterschieden:

1) Basisqualifikationen, also Qualifikationen höherer Ordnung mit breitem Spektrum vertikalen Transfers
2) Horizontqualifikationen, die Informationen über Informationen vermitteln.
3) Breitenelemente, oder auch ubiquitäre Ausbildungselemente genannt.
4) Vintage-Faktoren, diese beschreiben generationsbedingte Lehrstoffe und Begriffsysteme (vgl. Mertens 1974: 36).

1.4 Wissenschaftliches Arbeiten – eine „Horizontqualifikation“ ?

Wissenschaftliches Arbeiten wird an deutschen Hochschulen als „Schlüsselkompetenz“ angeboten. Ziel ist es Studenten, ganz gleich welche Wissenschaft sie studieren, aufzuzeigen, welchem Anspruch eine wissenschaftliche Arbeit genügen muss, damit sie von der zuständigen Universität akzeptiert wird (vgl. Wolf/Wolf, 2009: 6).

Welche Inhalte den Studierenden innerhalb von „Schlüsselqualifikationen“ mit dem Namen „Wissenschaftliches Arbeiten“ vermittelt werden, variiert von Hochschule zu Hochschule. Es werden „Horizontqualifikationen“, wie zum Beispiel das richtige Zitieren gelehrt. „Vintage-Faktoren“, wie zum Beispiel der richtige Umgang mit Computer-Software und dem Internet, gehören ebenso zum Lerninhalt wie Arbeitsorganisation und Zeitmanagement.

2. Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliches Arbeiten beschreibt ein methodisch-systematisches Vorgehen. Die Ergebnisse einer Arbeit sind hier für jeden objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar. Dies setzt voraus, dass Informationsquellen offen gelegt und Experimente so beschrieben wurden, dass sie reproduziert werden können. So kann der Leser jederzeit nachvollziehen, welche Fakten und Beweise dem Autor als Grundlagen für seine Schlussfolgerungen dienen und auf welche Forschungsergebnisse anderer er sich bezieht (vgl. Thiesen, 2011: o.S).

2.1 Wissenschaftliches Arbeiten und Zeitmanagement

Der Arbeitsaufwand der Studenten steigt mit jedem abgeschlossenen Semester. Trotz diesem Wissen gibt es Studenten, die ihre zur Verfügung stehende Zeit nicht optimal einteilen. Die Angst, durch Zeitplanung an Lebensqualität zu verlieren und Spontaneität einzubüßen, führt häufig zu einer generellen Ablehnung einer systematischen Vorgehensweise beim Studieren (vgl. Lindblom, 1963: 41 ff.).

Wer die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens früh im Studium verinnerlicht, wird im gesamten weiteren Verlauf des Studiums profitieren. Der richtige Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen, zu wissen wie wissenschaftlich richtig zitiert wird und wie eine schriftliche Arbeit von Beginn an systematisch geplant wird, ist Lernstoff des wissenschaftlichen Arbeitens. Dies gilt fächerübergreifend und spart Zeit.

Fazit

Wer mit der Absicht im Studium Zeit zu sparen eine „Schlüsselqualifikation“ wie wissenschaftliches Arbeiten belegt, wird Zeit sparen. Die einzelnen Inhalte wissenschaftlichen Arbeitens können entweder aus Fachliteratur oder direkten Vorgaben der jeweiligen Universität gezogen werden. Ein höherer Arbeitsaufwand wird dabei vorausgesetzt. Das Angebot, grundlegende und fächerübergreifend einsetzbare Techniken in einem kurzen Zeitraum und mit persönlicher Betreuung zu erlernen, sollte daher von jedem Studenten angenommen werden. Ein weiterer und wichtiger Grund, warum wissenschaftliche Arbeiten stets methodisch-systematisch einwandfrei erstellt werden sollten, ist die Nachhaltigkeit einer solchen Arbeit. Wer beim Offenlegen von Informationsquellen im Studium schlampig und unzureichend arbeitet, dem kann im schlimmsten Fall sein akademischer Grad entzogen werden, siehe die jüngste Beispiele aus der Politik.

Literaturverzeichnis :

Printmedien:

- B eck, Herbert 1997: Schlüsselqualifikationen – Bildung im Wandel. Darmstadt: Winklers Verlag Gebrüder Grimm.

- H egelmeier, A. 1970: Bildungs- und Arbeitskräfteplanung. München. Zitiert nach Körner, Hans-Dieter 1987: Die Stille Eroberung. Darmstadt. S. 46.

- L indblom, C. E. 1969: The Science of „Muddling- Through“. In: Ansoff, H. I. (Hrsg.): Buisness Strategy. Harmondsworth. S. 41-60.

- M ertens, Dieter 1974: Schlüsselqualifikationen. Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Heft 7, S. 36-43.

- W olf, Joachim/ S tickel-Wolf, Christine 2009: Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! Wiesbaden: Gabler Verlag.

Internetquellen:

- H ochschulrektorenkonferenz 2012: Studienreform. In: http://www.hrk.de/themen/studium/arbeitsfelder/studienreform.de, zuletzt zugegriffen am 19.01.2013

- T hiesen, M. R. 2011: Wissenschaftliches Arbeiten. 15. Aufl. München. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliche_Arbeit#cite_note-3 , zuletzt zugegriffen am 20.01.2013

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Zur Vereinfachung der Lesbarkeit wird in dieser Arbeit nur männliche Schreibweise verwendet, das weibliche Geschlecht wird dementsprechend mit einbezogen.

Die Begriffe „Schlüsselqualifikationen“ und „Schlüsselkompetenzen“ werden zur Veranschaulichung abwechselnd verwendet, sind inhaltlich aber nicht voneinander zu unterscheiden.

Vertikaler Transfer bezeichnet die Anwendung des zuvor Gelernten auf einen Lernstoff höherer Komplexität

Ubiquitär stammt aus dem Lateinischen, woubiquesoviel wie überall bedeutet. Im deutschen Sprachgebrauch wird es als”allgegenwärtig” oder “überall verbreitet” verwendet.

Details

Seiten
6
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668462991
Dateigröße
749 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v367956
Note
Schlagworte
Wissenschaft wissenschaftliches Arbeiten Studium Universität Schlüsselkompetenz Schlüsselkompetenzen Zeitmanagement Horizontqualifikation

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