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Zufriedenheit in der Ausbildung zur zusätzlichen Betreuungskraft für Menschen mit Demenz. Empirische Ergebnisse aus einer Fragebogenumfrage

Studienarbeit 2012 24 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Demenz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Definition von Zufriedenheit
2.2 Bedeutung der Demenz in der Gesellschaft
2.3. Bedeutende Konzepte zur Betreuung von Menschen mit Demenz
2.3.1 Naomie Feil
2.3.2 Nicole Richard
2.3.3 Tom Kitwood
2.3.4 Entwicklung zur zusätzlichen Betreuungskraft und deren Anforderungen

3. Methodik
3.1. Dimensionen der Zufriedenheit

4. Ergebnisse
4.1 Quantitative Forschung
4.1.1 Demografische Daten
4.1.2 Ausstattung der Schule und Räumlichkeiten
4.1.3 Schulorganisation
4.1.4 Unterricht
4.2 Qualitative Forschung

5. Diskussion
5.1 Quantitative Forschung
5.2 Qualitative Forschung

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhang: Fragebogen

1. Einleitung

Kundenzufriedenheit bezeichnet als abstraktes Konstrukt der Sozialforschung die Differenz aus Erwartung an ein Produkt, eine Dienstleistung und die tatsächliche Bedürfnisbefriedigung. Messung von Kundenzufriedenheit ist ein Element des Qualitätsmanagement und dient in erster Linie der Analyse von Schwachstellen, der Evaluation von Geleistetem und einer zukünftigen Verbesserung eines Angebots, nach dem Motto: Nur Stillstand ist Rückschritt!

In dieser Studienarbeit wird die Kundenzufriedenheit in der Weiterbildung von Schülern aus Betreuungskursen SGB XI 87b untersucht. Als Forschungsfrage:

Welche Faktoren bestimmen die Zufriedenheit bei der Ausbildung zur zusätzlichen Betreuungskraft nach SGB XI 87b?

Nach der Definition und Bedeutung von Betreuungsasisstenten in der Arbeit und im Umgang mit demenziell veränderten Bewohnern in der Altenpflege wird anhand von objektiv ermitteltem Verfahren ein Blick auf die Ausbildung geworfen.

2. Grundlagen

2.1 Definition von Zufriedenheit

Zufriedenheit wird definiert als das Ergebnis eines Vergleichs zwischen einer erwarteten und einer eingetretenen Bedürfnisbefriedigung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Zufriedenheit

Es heißt auch innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat; mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen o. ä. einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben.

2.2 Bedeutung der Demenz in der Gesellschaft

Die Demenzen zählen zu den häufigsten psychiatrisch-neurologischen Erkrankungen des höheren Alters. Ihre Symptome wurden bereits bei Literaten und Philosophen Antike und des Mittelalters beschrieben.

Übersetzt wird der Begriff mit „Verlust des Verstandes“ oder „Unvernunft“. Kaum eine andere Erkrankung betrifft uns derart in unserem rationalen Menschenbild wie die Demenz. Die Erkrankung von Personen des öffentlichen Lebens, z. B. Rita Hayworth, Herbert Wehner, Helmut Zacharias, Ronald Reagan und Toni Assauer, hat in den letzten Jahren viel zur Beschäftigung vor allem mit der Alzheimer Demenz beigetragen.

2.3. Bedeutende Konzepte zur Betreuung von Menschen mit Demenz

Es wurde schon früh erkannt, dass es zur Betreuung dementer Menschen anderer Konzepte bedarf, als zur Betreuung gesunder Personen. Nach § 87b werden gezielt Schüler für den Umgang mit Menschen mit Demenz ausgebildet. Dabei spielt Empathie eine große Rolle. Neben Kommunikationsregeln (z.B.: kurze, knappe Sätze, W-Fragen, keine Warum-Fragen), Validation und gezielte Fördermöglichkeiten der fünf Sinne, vermittelt die Ausbildung den Schülern ein gezieltes Verhalten für diesen Personenkreis.

Im Gegensatz dazu steht die allgemeine soziale Betreuung, die es in ihrer bisherigen Form schon länger gibt. Diese Betreuer dienen nur als Akteure für Spieleabende, Ausflüge u. ä. Diese können angelernt werden, es bedarf keiner gesonderten Ausbildung.

Im Folgenden werden einige Konzepte vorgestellt, von Personen, die dahingehend schon viele Beobachtungen durchgeführt haben, sich Gedanken gemacht, um daraus Schlüsse und nachfolgenden Handlungsbedarf zu erzielen.

2.3.1 Naomi Feil

Naomi Feil ist die Begründerin der Validations-Methode. 1932 in München geboren, wuchs sie, in dem von ihrem Vater geführten Montefiore-Altersheim in Cleveland, Ohio, auf; die Mutter leitete dort die Abteilung für Sozialarbeit. Nach dem Erwerb des Masters Degree für Sozialarbeit an der Columbia University in New York begann Frau Feil ihre Arbeit mit alten Menschen. Sie empfand die traditionellen Arbeitsmethoden mit desorientierten alten Menschen als unbefriedigend und entwickelte aus diesem Grund zwischen 1963 und 1980 die Validations-Methode.

Von ihr stammt auch der Satz: „In den Schuhen des anderen gehen!“ , was so viel bedeutet wie: sich in die Rolle des anderen hinein versetzen, sowohl gefühlsmäßig als auch situationsbedingt, den anderen dort abholen wo er sich (gedankliche) gerade befindet, oder aus dem lat. übersetzt Wertschätzen.

Sie teilt die die Validation in vier Phasen ein: Phase I Mangelnde Orientierung: Die Person kann sich noch zeitlich und räumlich orientieren

Phase II

Zeitverwirrtheit: Die Person vermischt Vergangenheit und Gegenwart. Phase III Sich wiederholende Bewegungen: Rhythmus und Bewegung ersetzen die Sprache.

Phase IV

Totaler Rückzug nach innen

Zu diesen Stufen entwickelte die Wissenschaftlerin folgende drei Kommunikationstechniken: zentrieren, (nicht in die Verteidigung gehen), Schlüsselwörter heraushören (was ist das eigentliche Thema), W-Fragen wie was wo (keine Warum-Fragen)

2.3.2 Nicole Richard

Nicole Richard, geboren 1957, ist Diplom Pädagogin und Diplom Psychogerontologin. Seit 1989 beschäftigt sich Frau Richard mit der Entwicklung und dem Aufbau der Integrativen Validation. Seit 1993 ist sie selbstständig tätig im Sektor der Fort-/ Weiterbildung und Beratung für stationäre und ambulante Einrichtungen des Gesundheitswesens. Frau Richard ist für die Ausbildung von Autorisierten Trainerinnen zur Integrativen Validation im gesamten deutschsprachigen Raum sowie der Schweiz und Kroatien zuständig.

Als Vorannahme geht die Validation davon aus, dass diese Menschen danach streben, die unerledigten Aufgaben ihres Lebens noch aufzuarbeiten. Die Anwender der Validation machen es sich zur Aufgabe, die Menschen dabei zu unterstützen. Die Methode der Validation selbst wurde von Naomi Feil entwickelt. Nicole Richard änderte die Methode der Validation ab und nennt ihre Methode Integrative Validation. Sie achtet weniger auf die „unerledigten Aufgaben“, die noch aufzuarbeiten wären, und akzeptiert die Veränderungen aufgrund hirnorganischer Krankheiten und die Bedingungen der Gegenwart. Heute findet sie in Feldern der Altenpflege, in der Gerontologie, Geriatrie, Palliativmedizin und der Gerontopsychiatrie ihren Platz.

2.3.3 Tom Kitwood

Der englische Sozialpsychologe und Psychogerontologe lebte von 1937 bis 1998 und entwickelte die Theorie des personenzentrierten Ansatzes. Dies stellte er dar in der sogenannten Bedürfnisblume:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Kitwood

Kitwood verweist dabei auf die grundlegenden Bedürfnisse des dementen Menschen.

Die Erkenntnisse von Tom Kitwood finden auch bei der Dementia Care Mapping Methode Anwendung, einer Einstufung von Menschen mit Demenz . Der Fingerabdruck von Beziehungs- und Milieuangebot der Pflegeumgebung.

Die Konzepte unterscheiden sich in folgenden Punkten:

Bei Naomie Feil wird auf das bisherige Leben zurückgeblickt, aus dem oft einschneidende Erlebnisse und unaufgearbeitete Konflikte in die momentane Situation transportiert werden. Der Kranke kann Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr trennen. Dadurch entstehen Krisensituationen.

Nicole Richard dagegen nimmt die momentane Gefühlslage (Gegenwart) mit allen Emotionen des Bewohners auf. Sie bestätigt seine Gefühle und gibt dem Betroffenen dadurch ein Empfinden des Ernstgenommenwerdens und der Selbstbestätigung. Sie verzichtet auf die Fragetechnik.

Tom Kitwood sucht nach den wichtigsten Merkmalen, die es zu beachten gilt. Diese erhalten auch in den anderen beiden Theorien ihre Geltung.

Alle drei Modelle haben eines gemeinsam: Die Gefühle des Kranken ernst nehmen, auf ihn eingehen, sein Selbstwertgefühl steigern, Stimulation und geistige Anregung bieten und zwar in einer wertschätzenden Form. Würden Gefühle ignoriert werden, ziehen sich desorientierte Menschen immer mehr zurück und es kommt zur schnelleren Fortschreitung der Erkrankung.

2.3.4 Entwicklung zur zusätzlichen Betreuungskraft und deren Anforderungen

Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung für Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen ausgeweitet. Eingeführt wurde u. a., dass Pflegeheime für Personen, die einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf im Sinne des § 45a SGB XI aufweisen, zur Betreuung und Aktivierung zusätzliche Betreuungskräfte einstellen können und dies durch leistungsgerechte Zuschläge nach § 87b SGB XI honoriert wird. Aufgabe der Betreuungskräfte ist es u.a., Betroffene in enger Kooperation mit den Pflegekräften bei alltäglichen Aktivitäten wie Spaziergängen, Gesellschaftsspielen, Lesen, Basteln usw. zu begleiten und zu unterstützen.

Die zusätzliche Betreuung und Aktivierung ist durch sozialversicherungspflichtig beschäftigtes Betreuungspersonal zu organisieren. Für jeweils rund 25 demenziell erkrankte Pflegeheim-Bewohner kann eine zusätzliche Betreuungskraft finanziert

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Details

Seiten
24
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668459335
ISBN (Buch)
9783668459342
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v367907
Institution / Hochschule
Hochschule Deggendorf
Note
1,0
Schlagworte
zufriedenheit ausbildung betreuungskraft menschen demenz empirische ergebnisse fragebogenumfrage

Autor

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