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Country Musik. Der Einfluss der Grand Ole Opry auf die Country Musik Amerikas

Hausarbeit 2016 15 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Country?
2.1 HonkyTonk
2.2 Bluegrass
2.3 Nashville Sound

3 Die Entwicklung des Country in Amerika
3.1 Die Anfänge - „ein neues Genre“
3.2 Die Hochphase - „die goldene Ära“
3.3 Die Krise - „der Weg zur Massenkultur“

4 Die Grand Oie Opry

5 Fazit

Quellen- und Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

„Im Krieg, da fing es an, anders zu werden. Jeden Samstagabend fuhr ich rüber nach Fort Jackson in South Carolina, um eine Country-Show zu machen, und wenn ich dann nach der Vorstellung durchs Kasernengelände ging, konnte ich hinkommen, wo ich wollte - überall stieß ich auf die Opry. Sie schallte aus jedem Radio in jeder Baracke, und die Jungs aus New York oder New Jersey konnten ihr nirgends entfliehen. Sie mußte einfach an ihnen hängenbleiben. “1

So ein Ausspruch von Jack Stapp in der Nashviller Zeitschrift Tree Publishing. Noch heute sendet die mittlerweile älteste Country Radioshow Amerikas und lädt das Publikum ein, die Shows live mitzuerleben.

Die Country Musik gehört zu den populärsten und ursprünglichsten Musikgenres in Amerika. Heute ist die Musikszene Amerikas geprägt von Vielfältigkeit und Komplexität. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich die Country Musik des jeweiligen Zeitgeistes anpassen musste und was für Veränderungen sich in den Jahrzehnten innerhalb dieses Genres vollzogen. Wie konnte sich also die Country Szene über Jahrzehnte hinweg bis heute halten? Und welche Faktoren trugen sowohl erst zur Berühmtheit dieses Genres und jetzt noch immer zum Erhalt dessen bei? Daraus ergibt sich die für die Hausarbeit zentrale Frage, inwieweit die Institution der Grand Oie Opry die Popularität der Country Musik beeinflusste und es noch immer tut.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand der Geschichte der Country Musik und des Verlaufes derer bis in die heutige Zeit eine Verbindung zur Grand Oie Opry herzustellen. Daraus hervorgehend möchte ich die Bedeutung der Opry für die Popularität und die Entwicklung der Country Musik herausarbeiten. Um die eingangs gestellten Fragen beantworten zu können, habe ich mich mit den verschiedenen Stilrichtungen der Country Musik beschäftigt, wobei die Erläuterung der verschiedenen Strömungen den Rahmen der Arbeit sprengen würden, sodass nur die für diese Arbeit am relevantesten Hauptstilrichtungen erläutert werden können. Die Entwicklung des Country soll im Folgenden von ihren Anfängen in den ländlichen Regionen der Appalachen bis zur Bedeutung in der heutigen Zeit in Amerika unter Berücksichtigung der populärsten Vertreterinnen kurz dargestellt werden. Um eine mögliche Abhängigkeit der Country Musik von der Grand Oie Opry ausmachen zu können, soll auf diese ebenfalls eingegangen werden.

2 Was ist Country?

Die Country Musik hat ihren Ursprung Anfang des 20. Jahrhunderts in dem Süden der USA in den Appalachen, in einem Gebirgszug, welcher sich durch Tennessee und Kentucky erstreckt. Die Musik der in dieser rauen Gegend lebenden weißen Siedler spiegelte ihren schlichten, harten, jedoch ebenfalls fröhlichen Charakter und Lebensstil wieder. Ihre Musik spielten und sangen sie in ihren Hütten, auf Festen und Märkten. Die ursprüngliche Oldtime Musik oder auch Hillbilly der Siedler beinhaltete viele Elemente der englischen und irischen Volksmusik und wurde im Laufe der Zeit insbesondere durch Einflüsse des Blues geprägt.2Der Name Country & Western ist ein von der Musikindustrie erschaffener Name, unter dem sowohl die Oldtime-Musik des Südens, als auch die Cowboysongs der Westens und Südwestens zählen.3

Die Country-Musik zeichnet sich durch Instrumente wie die Fiddel, Mandoline, Gitarre und Banjo, Mundharmonika, und später auch das Akkordeon und das Klavier aus.

Im Vordergrund steht jedoch der Gesang. Besungen werden die harten Lebensverhältnisse, Kriege oder auch persönliche Erfahrungen. Ebenfalls waren in den ländlichen Gebieten zu jenen Zeiten viele Bewohner Analphabeten, sodass die Musik und der Gesang der Weitergabe von Geschichten, Wissen und humorvollem Klatsch dienten.

Country-Musik wird ebenfalls als Musik des einfachen Mannes bezeichnet. Frauen war das Songwriting nicht erlaubt, sie spielten höchstens ein Instrument oder tanzten zur Musik.4

Im Laufe der Zeit und durch die Ausbreitung der Musik in urbane Gebiete, die Industrialisierung, die Religiosität, den Bürgerkrieg und den damit verbundene Zwang die Heimat auf der Suche nach Arbeit zu verlassen, also die Veränderung der Umweltbedingungen entwickelte sich die ursprüngliche Musik weiter und es bildeten sich verschiedene Stilrichtungen heraus.5Einige hielten sich nur über einige Jahre oder Jahrzehnte, andere wiederum etablierten sich bis in die heutige Zeit in die amerikanische Musikszene. Im Folgenden werden drei, für diese Hausarbeit essentiellen, Hauptstilrichtungen dargestellt.

2.1 Honky Tonk

Ab der Mitte der 1930er Jahre bildete sich in den Kneipen in Texas eine neue Form des Countrys heraus, der sogenannte Honky Tonk. Dieser bezeichnet eine Mischmusik aus ländlichem, rauen Hillbilly mit dem bereits in Lokalitäten beliebten Western Swing und dem Einfluss des schwarzen Blues.6Die ,Honky Tonks“ waren in Kleinstädten rund um die Ölfelder für die ärmere Bevölkerung betriebene Bars, in denen zur Live-Musik getrunken und getanzt wurde. Aufgrund der dort vorherrschenden Lautstärke mussten die Instrumente elektronisch verstärkt werden und ein Schlagzeug war unverzichtbar. Besungen wurden im Honky Tonk Alkohol- und Arbeitsprobleme, Sex und das alltägliche Leben. In den 1940er und ‘50er Jahren wurde der Honky Tonk mit Interpreten wie Ernest Tubb und Hank Williams zum Klangbild der Country & Western Musik.78Insbesondere die Berühmtheit des

„[...] vielfach als größten Starfs] aller jemals auf Platten festgehaltenen Country-Sängerjs] Hank Williams [.. .]‘e trug stark zur Popularisierung bei. Ebenfalls ist der Honky Tonk der Country- und Western Stil, der die meisten weiblichen Sängerinnen hervorbrachte.

Die Bluegrass Musik zeichnet sich durch ein ähnliches Instrumentarium wie die ursprüngliche Hillbilly Musik der südlichen Bergregionen aus. Charakteristisch sind ebenfalls die Virtuosität der Künstler und der mehrstimmige Gesang. Das Bestreben die unsaubere und archaische Musik der Siedler zu glätten und der Zeit anzupassen, entwickelte sich ab dem Ende der 1930er Jahre. Es entstanden bekannte Duos, wie die .Monroe Brothers“ oder ,the blue sky Boys“. Prägend war der hohe, zweistimmige Gesang dieser Gruppen.

1938 trennten sich die Monroe Brüder und Bill Monroe gründete eine eigene Band, ,the Bluegrass boys“ mit welcher er seine Bestrebungen zur Modernisierung der Oldtime Musik fortsetzte. Einen besonderen Platz in der Band erhielt ab 1945 das von Earl Scruggs bespielte 5-string-Banjo, welches bis zu diesem Zeitpunkt in der Country Musik ein wenig angesehenes Instrument war. Somit brachte das 5-String- Banjo den charakteristischen Sound des Bluegrass. Viele Bands nahmen die Bluegrass Boys als Vorbild und trieben den neu entstandenen Sound voran. Der Bluegrass ist nach wie vor in Amerika populär.9

2.3 Nashville Sound

„Ich bin schon tausendmal gefragt worden, was der Nashville Sound sei, und habe darauf schon tausend verschiedene Antworten gegeben. Und ich glaube, jede davon war richtig. Nashville Sound heißt einfach: ein Song, der unsere Art von Song ist, und eine Gruppe Musiker, die daraus was zu machen versteht.“10

So beschreibt der Produzent Owen Bradley 1966 in der Newsweek seine Musik. Beginnend in den 1950er Jahren wurde die Country Musik immer weiter durch das aufkommende Interesse an dem Rock’n‘Roll verdrängt. Der Nashville Sound ist nicht nur der übergeordnete Begriff für in Nashville entstandene Songs, sondern prägte sich dort als Folge des großen Erfolges des Rock’n’Roll als ein neuer Country Stil. Der Nashville Sound wird häufig als „weichgespült“11und „soft shell"12betitelt, da er Popelemente neben dem bisher bekannten harten Country einbringt und somit die Musik glättet und für die Allgemeinheit zugänglicher gestaltet. Häufig wurde dieser weichere Sound durch Hintergrundchöre, die sogenannten Sidemen gebildet. Die typischen Country-Instrumente wichen aus dem Instrumentarium. Mitte der 1970er Jahre erlangte der Nashville Sound bzw. der Country-Pop den Durchbruch und viele Künstler, wie beispielsweise Loretta Lynn passten sich dem neuen Sound an, andere wiederum wechselten in eine andere Stilrichtung des Country. Ebenfalls Jack Stapp des Verlages Tree Publishing in Nashville sagte, dass es „[...] ein gutes Geschäft [ist], aus beiden Welten das Beste zu nehmen“.13Dieses führt zwar zur Vermischung von Musikstilen und ebenfalls zum Verlust kulturellen Gutes, jedoch bringt es einen kommerziell weitaus größeren Erfolg mit sich.14

3 Die Entwicklung des Country in Amerika

3.1 Die Anfänge - „ein neues Genre"

Bereits in den 1920er Jahren existieren verschiedene regional begrenzte Stilrichtungen des späteren Country. Aufgrund des Aufkommens der Schallplatte sollte die bis dahin im Süden von Amerika gespielte Musik schnell an Bekanntheit gewinnen. Die erste Hillbilly Schallplatte wurde 1923 veröffentlicht.15Schon im November 1925 ging die Grand Oie Opry das erste Mal auf Sendung.

Die Entdeckung eines, für die Country Musik prägendsten Musiker, Jimmie Rodgers, lässt sich auf 1927 datieren. Nach endlosen Versuchen mit seiner Musik Geld zu verdienen, machte Rodgers im November 1927 Bekanntschaft mit dem

[...]


1Hemphill, Paul; Nashville Sound - aus der Welt der Country & Western Music, Tübingen und Stuttgart 1971, S. 153

2Vgl. Jeier, Thomas; Lexikon der Country-Music, München 1981, S. 11

3Vgl. Waldherr, Thomas; „l’m in a Cowboy Band“ - Bob Dylan, die Country-Musik und das Vermächtnis des Americana, Münster 2011, S.23

4Vgl Kemper, Wolff-Reinhard, Seminarbeitrag - Country Musik, 10.11.2015

5Vgl. Hemphill, Paul; Nashville Sound - aus der Welt der Country & Western Music, Tübingen und Stuttgart 1971, S. 63

6Vgl. Waldherr, Thomas; „l’m in a Cowboy Band“ - Bob Dylan, die Country-Musik und das Vermächtnis des Americana, Münster 2011, S. 24

7Vgl. Kemper, Wolff-Reinhard, Seminarbeitrag - Country Musik, 10.11.2015

8Aismann, Götz; Nichts als Krach - die unabhängigen Schallplattenfirmen und die Entwicklung der amerikanischen populären Musik 1943-1963, S.65

9Vgl. Aismann, Götz; Nichts als Krach - die unabhängigen Schallplattenfirmen und die Entwicklung der amerikanischen populären Musik 1943-1963, S.69-70

10Hemphill, Paul; Nashville Sound - aus der Welt der Country & Western Music, Tübingen und Stuttgart 1971, S. 78

11Waldherr, Thomas; „l’m in a Cowboy Band“ - Bob Dylan, die Country-Muslk und das Vermächtnis des Americana, Münster 2011, S. 24

12Pfleiderer, Martin; Blues und Country Music; in: von Appen, Ralf u.a. (Hrsg); populäre Musik - Geschichte, Kontexte, Forschungsperspektiven, Laaber 2014, S. 51

13Waldherr, Thomas; „l’m in a Cowboy Band“ - Bob Dylan, die Country-Musik und das Vermächtnis des Americana, Münster 2011, S. 66

14Vgl. Hemphill, Paul; Nashville Sound - aus der Welt der Country & Western Music, Tübingen und Stuttgart 1971, S 60-66

15Vgl. Pfleiderer, Martin; Blues und Country Music; in: von Appen, Ralf u.a. (Hrsg); populäre Musik -Geschichte, Kontexte, Forschungsperspektiven, Laaber2014, S. 49

Details

Seiten
15
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668462397
ISBN (Buch)
9783668462403
Dateigröße
4.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v367902
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Schlagworte
Country Musik Musik Amerika Grand Ole Opry Honky Tonk Bluegrass Nashville Sound

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