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Starke Rolle des schönen Geschlechts. Die Rolle von Frauen in der Antike

Seminararbeit 2015 36 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Hinter jedem starken Mann

Starke Rolle des Schönen Geschlechts
Akt I: Griechische Frauen mit beschränkten Möglichkeiten
Akt I, Szene 1: Abseits des Homer
Akt I, Szene 2: Griechinnen in Künsten, Philosophie und Wissenschaft
Akt I, Szene 3: Heirat und Familie
Akt I, Szene 4: Sonderfall Sparta?
Akt II: Die Kelten
Akt II, Szene 1: Mythischer Hintergrund
1. Auftritt: Cú Chulainn und die Frauen
Akt II, Szene 2: Kelten und Keltinnen
Akt III: Die 'ömer
Akt III, Szene 1: Götterhimmel aus Kopierfreude
Akt III, Szene 2: Frauenrollen in der Republik und Kaiserzeit
Akt III, Szene 3: Corpus Iuris Civilis
Akt IV: Frauen im Frühen Christentum
Akt V: Außerhalb Europas Grenzen
Akt V, Szene 1: Japan
Akt V, Szene 2: China
Akt V, Szene 3: Mesoamerika

Epilog: Frauen im Frühen Mittelalter in Europa

Verzeichnis der Verwendeten Literatur und Quellen

Abbildungsverzeichnis

Hinter jedem starken Mann...

...steht eine noch stärkere Frau – sagt man.

Frauen und ihre Rolle sind im Laufe der Geschichte ständigem und stetem Wandel unterworfen gewesen, sowohl in ihrer tatsächlichen Rolle, als auch in der Deutung dieser Rolle, doch erst vor relativ kurzer Zeit, seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts werden die Rollen von Geschlechtern in Korrelation zueinander und ihre Wirkung in der Geschichte stärker beachtet und über sie publiziert.

Diese Arbeit im Rahmen eines Seminars mit dem Namen „Frauenarbeit im Mittelalter“ soll sich aber nicht mit Frauen im Mittelalter beschäftigen. Um ermessen zu können, welch ein Rückschritt das mittelalterliche Recht für die Rolle der Frau darstellte, müssen wir zumindest überblicksartig die Rolle der Frau in den Gesellschaften der Antike betrachten, hauptsächlich ihre Rolle bei den Römern und Griechen.

Um ermessen zu können, wie sich die Rolle von Frauen im Mittelalter entwickelte, muss man ihre vorherige Position betrachten, in der Antike, in den 'Hochkulturen'[1] Europas. Behandelt wird deshalb die Rolle von Frauen in der Mythologie, in Politik, Militär, Wirtschaft, Gesellschaft und soweit vorhanden, in Literatur und Kunst.

Auch werden wir einen ganz kurzen Blick in Länder außerhalb Europas werfen, wie sich die Rolle der Frau in einigen anderen wichtigen Orten gestaltete. Hauptbetrachtungsobjekt wird aber Europa sein, diese Abschnitte dienen rein alleine dem Vergleich.

Dementsprechend wird die Antike auch europäisch definiert: Von den Homerischen Epen und der griechischen Kolonisation des Mittelmeer-Raumes im 8. Jahrhundert v.Chr. bis zum Tod Kaisers Justinian I. im Jahr 565, alles in allem fast anderthalb Jahrtausende.

Im Europa dieser Zeit geschahen viele Dinge, die für das Mittelalter und zukünftige Zeiten wichtig werden sollten, vor allem die Entwicklung der Griechischen Zivilisation, das Makedonische Reich Alexanders des Großen, sowie Aufstieg, Machtkonzentration und schließlich Fall des Römischen Reiches.

Doch am Anfang... stand ein 'Zickenkrieg'.

Starke Rolle des Schönen Geschlechts

Akt I: Griechische Frauen mit beschränkten Möglichkeiten

Europäische Kultur begann, wie sie vielleicht auch enden wird: Mit einem Krieg, namentlich dem Trojanischen Krieg. Homer schrieb in der Ilias die Gesänge der Aöden über dieses Ereignis nieder, sammelte ihre Geschichten und gestaltete eine Art Gesamtwerk, dessen Fokus auf dem Zorn des Achilles und den wichtigsten Gefechten des Krieges lag.

Später gab es eine Fortsetzung, die Odyssee, welche die Irrfahrten des Titelcharakters, Odysseus von Ithaka, der den Meeresgott Poseidon durch das Ausbleiben eines Opfers düpierte[2], den 'Roadtrip' seines Sohns Telemachos, seine Heimkehr und die damit verbundene, nicht gerade friedliche Wiedereroberung des Throns von Ithaka beschreibt.

Was setzte die ganze Misere in Gang? Homer beschrieb es nur nebenbei, erst die 'Fanfiction' der Kypria beschrieb den Casus Belli im Detail: Es begann mit einer Hochzeit, zu der bis auf Eris, Göttin der Zwietracht, das gesamte Pantheon der Griechen eingeladen war. Den Bund fürs Leben gingen Peleus und Thetis ein, die später Eltern des Achill werden sollten.

Eris, über das Ausbleiben der Einladung nicht gerade erfreut, störte die Feier, indem sie einen goldenen Apfel mit der Aufschrift 'Für die Schönste' in den Reigen der drei Göttinnen Aphrodite, Hera und Athene warf, die sich um diesen Apfel zankten. Zeus lehnte aus offensichtlichen Gründen[3] einen Richterspruch ab und schob diese Pflicht einem Sterblichen zu: Paris, Sohn des Königs von Troja, der von den Göttinnen bestochen wurde. Athene bot Weisheit, Hera bot Macht, Aphrodite bot ihm die schönste Frau der Welt, Helena, die bereits Menelaos von Sparta versprochen war. Aus dem Parisurteil resultierte der Raub der Helena, welcher wiederum als Kriegsgrund diente.

Es ist interessant zu sehen, dass die Achaier nicht in den Krieg zogen um die Verlobte des Menelaos zurück zu holen, das scheint eher ein sekundäres Ziel zu sein, sondern um die Ehre des Menelaos wiederherzustellen. Es ist die ' shame culture' in vollster Ausprägung[4].

Derweil und während Odysseus auf Irrfahrt war, bewies seine Frau Penelope nicht nur ihre Treue zu ihrem Gatten und ihre Fähigkeit als Erzieherin des Sohnes Telemachos, sondern auch ihre Klugheit, mit der sie Freier vertröstete.

Tatsächlich haben wir überall in der homerischen Welt eine recht hohe Stellung der Frau, oder interpretieren diese in Wandbildern, wie beispielsweise auf Kreta[5]. Dort wird sie als gleichberechtigt in allen Situationen des Lebens gezeigt, doch inwieweit dies tatsächlich so war, lässt sich nicht genau sagen.

Akt I, Szene 1: Abseits des Homer

Nehmen in der Ilias und der Odyssee Frauen noch eine recht hohe Stellung ein, ebenso wie in der Homerischen Welt, als auch im restlichen Mythos, immerhin waren beispielsweise sechs der ursprünglichen zwölf Götter des Olymps eigentlich Göttinnen[6], wobei Artemis als eine sehr interessante Persönlichkeit dargestellt wird, hatten in den 'großen' Mythen dagegen Frauen das Nachsehen, man denke an bis heute bekannte Begriffe wie der 'Büchse der Pandora' oder dem 'Becircen'[7]. Viele Frauen werden als Verführerinnen dargestellt[8].

Auch waren Frauen in ihrer Position als Priesterinnen von Bedeutung. Beispielsweise waren die Pythia, die hellsehenden Priesterinnen des Orakel von Delphi, Frauen, die auf einem Dreifuß über einer Erdspalte aus der Gase aufstiegen saßen, die sie in Trance versetzten. Jeder bedeutende Staatsmann der Griechen besuchte das Orakel, auch wenn einige Orakelsprüche zwischenzeitlich in Zweifel gezogen werden, so sind viele, wie auch jene, die sie erbaten, legendär.

Abseits der Religion und ihrer Ausübung als Priesterinnen spielten Frauen in der klassischen Welt nicht gerade eine große Bedeutung:

Die starke Beanspruchung durch das öffentliche Leben hielt den Mann dem Hause und seiner Familie, […]. Die Frau aber verlor im Gegensatz zur homerischen Zeit stark an Einfluss, durch ihre Abgeschlossenheit auch an Bildung und Lebenserfahrung. Ihr blieb nur die beschränkte Tätigkeit in der Verwaltung des Hauswesens, in der Erziehung der Kinder und der Aufsicht der Sklavinnen. Ihre Rolle in der Gesellschaft war bedeutungslos.

- Emil Nack, Wilhelm Wägner, Hellas. Land und Volk der alten Griechen., Wien 1975, Seite 92.

Besonders diesen letzten Satz findet man auch in der moderneren Forschung so bestätigt, gar formuliert man[9] es so, als wäre die Frau als Hüterin von Heim und Herd aufgetreten. Innerhalb des Hauses gab es eine klare Hierarchie, das von der Frau dominiert wurde, getrennt von der männlichen Lebenswelt der Politik, Wirtschaft, Philosophie und welches ihm als eine Art 'sicherer Hafen' diente. Außerhalb des Hauses spielte sie nur eine untergeordnete Rolle.

Entscheidend für die griechische politische Ordnung war die Polis, die Stadt, der Stadtstaat[10], der von einer Bürgerschaft gelenkt wurde: Grundbesitzende Männer und Handwerker. Frauen, Sklaven und Tagelöhner hatten keinen Anteil am politischen Leben.

Meier formuliert sogar, dass diese Abgrenzung sich „aus dem männerbündischen Charakter“[11] ergab, während er den Bürgerverband als eine Art exklusiven Gentleman's Club beschreibt.

Die Art, wie Frauen aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, war wahrscheinlich in ihrer wirtschaftlichen Funktion in dieser Weise nicht gegeben, zumindest nicht in Städten wie Athen. Man kann vermuten, dass auf dem Land, wo jede helfende Hand gebraucht wurde um dem Boden karge Erträge abzuringen, Frauen sehr wohl eine Rolle spielten.

Im Allgemeinen war die Lebenserwartung des klassischen Griechen, ob Mann oder Frau, jedoch recht niedrig, gerade die Kindersterblichkeit war sehr hoch. Etwa die Hälfte der Kinder starb vor dem fünften Lebensjahr (und das drückt den Durchschnitt). Wie hoch die Müttersterblichkeit war ist unbekannt, doch lag die Geburtenrate bei etwa fünfeinhalb Kindern pro Frau[12].

Im Allgemeinen ist festzuhalten, dass die Stellung der Frau auch von der Stellung ihrer Familie abhing.

Akt I, Szene 2: Griechinnen in Künsten, Philosophie und Wissenschaft

Im antiken Griechenland gab es Schriftstellerinnen. Die bekannteste dürfte wohl Sappho von der Insel Lesbos sein, welche den Begriff der 'sapphischen Liebe' prägte. Auch gibt es literarische Werke, die von Frauen handeln, beispielsweise ' Die Troerinnen', eine Tragödie von Euripides, welche über das endgültige Schicksal der Frauen Trojas, insbesondere derer von Adel nach dem Fall ihrer Stadt berichtet.

Bedeutend für die Künste waren die neun Musen, allesamt Göttinnen[13], so dass eine recht hohe Wertstellung der Frauen in den Künsten nicht abwegig erscheint.

In der Bildhauerei waren Frauen durchaus vertreten, Statuen und Statuetten dienten zuerst eher als leicht erkennbare Götterbilder und Tempelschmuck, in Erinnerung kommt dabei der Fries des Parthenons, später kamen aber auch Bilder von sterblichen, besonders verdienter Herrschern hinzu. Namentlich bekannte Bildhauer waren männlich, allerdings ist davon auszugehen, dass Frauen Modell gestanden sind. Mit fortschreitender Zeit blieb der klassische Stil der Bildhauerei von Bedeutung, doch wurden die Figuren immer feiner, sexualisierter[14], auch wenn zum Ende der hellenistischen Periode immer mehr alt bekanntes nachgebildet wurde.

Es sind unter anderem diese und römische Kopien, die uns mehr oder weniger in einem Stück erhalten blieben.

Auch auf Vasenbildern finden sich Frauen, jedoch nicht nur im mythischen Kontext, sondern auch in Alltagsszenen oder, wie nebenstehend, als einfache Abbildungen.

Großteils sind andere Bilder nicht erhalten geblieben, einige wenige Pinaken, Metopen und bemalte Stelen, sowie Bilder in Gräbern aus dem Hellenismus haben die Zeiten überdauert. Römische Kopien an Wänden und als Mosaike vor allem in den Städten am Fuße des Vesuv geben allerdings ein ungefähres Bild der künstlerischen Fähigkeiten der Griechen, die sehr hoch angesehen waren[15].

Auch in der Philosophie waren Frauen etwas unterrepräsentiert, einerseits gab es sehr wenige Philosophinnen, wobei es bei einigen Damen, wie bei der Pythagoreerin Theano strittig ist, ob sie existierten. Hinzu kommt, dass durch die Gesetzte des Solon in Athen der Zugang zu Bildung für Frauen sehr stark limitiert war[16]. Das Bild, welches die 'Freunde der Weisheit' von Frauen hatten, war je nach ihrer Strömung sehr unterschiedlich: Plato sagte, dass Frauenrechte die Form des Staates und des Haushalts verändern würden, war aber grundsätzlich für umfassende Rechte, sein Schüler Aristoteles war dagegen der Meinung, dass Frauen zwar über den Sklaven standen, vertrat aber die Auffassung, dass es mentale Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe, unter anderem bezeichnete er Frauen als impulsiver und heimtückischer[17]. Frauen könnten zwar auch mutig sein, so sagte er, aber ihr Mut zeige sich anders, eher in der Befehlsbefolgung als in der Befehlsgebung – jedoch gab es auch für ihn Ausnahmen von der Regel[18].

Zyniker und Stoiker dagegen waren der Meinung, dass Männer und Frauen gleich waren, gleiche Möglichkeiten im Zugang zu Bildung haben sollten und gleiche Kleidung tragen sollten[19].

Von den Freunden der Weisheit zu den Schaffenden der Weisheit, den Wissenschaftlern, gab es in der Antike durchaus auch weibliche Schaffende, doch Ogilvie gibt an, dass „Fabel, Fantasie und Fakt hoffnungslos verflochten sind.“[20]

Sie sagt, dass Informationen existieren, welche die Behauptung zuließen, dass Frauen am Beginn der Wissenschaften eine Rolle spielten, wenn auch eher in den praktischen, denn in den theoretischen Feldern, allerdings sehr selten[21].

Selbst in der Gynäkologie, bereits bei den Ägyptern[22] ein eigenes Studienfeld, fanden eher Männer die großen Fortschritte, wenn auch nur im Rahmen der Verschriftlichung bereits bekannter Ergebnisse, so wie Soranos von Ephesos im Jahre 117 nach Christus.

Es gab aber auch in Griechenland einzelne Ärztinnen, beispielsweise Agnodike in Athen des 3. vorchristlichen Jahrhunderts. Angeblich wurde sie, nachdem man ihre Arbeit entdeckt hatte, mit Hilfe ihrer Patientinnen gerettet, sodass man durchaus selbst in Athen von einem gewissen verdeckten Einfluss sprechen kann[23].

Agnodike kann auch als Beispiel für ein anderes Problem herangezogen werden: Sie verkleidete sich als Mann um ihre Tätigkeit auszuüben. Wie viele Ärztinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, vielleicht auch Soldatinnen, Politikerinnen und Wirtschaftlerinnen sich ebenfalls verkleideten ist unbekannt. Die Möglichkeit gab es immer und Agnodike beweist, dass sie auch stellenweise genutzt wurde.

Es liegt allerdings in der Natur der Verkleidung, dass man ihre Trägerinnen nicht erkennt, wenn man sich geschickt genug anstellt. Sollte es sie gegeben haben, waren sie wohl geschickter als Agnodike oder waren nicht so erfolgreich wie sie.

Akt I, Szene 3: Heirat und Familie

Mit der Heirat wurde aus der jungen Frau, dem Mädchen, eine Ehefrau, wesentlich freier wurde sie allerdings dadurch nicht.

Hauptaufgabe der Frau im Antiken Griechenland ist das Kinderkriegen. Erst die Geburt eines legitimen Kindes machte das Mädchen zur Frau, ausbleibende Schwangerschaften konnten zur 'Rückgabe' der Ehefrau an das Elternhaus führen. Aristophanes deutet in seinen Komödien in nicht ganz so komischen Segmenten an, wie sich kinderlose Ehefrauen fremde Kinder beschafften um sie als eigene auszugeben – ob nun so geschehen oder nicht, es sagt einiges über die Wahrnehmung von kinderlosen und Kinder besitzenden Ehefrauen aus.[24]

Spätestens durch die Kinder ans Haus gebunden, in der Regel durften Frauen das Haus nicht verlassen, lediglich zu Festen und Feiertagen hatte sie sozusagen Ausgang, Besorgungen erledigte im Regelfall der Mann oder Sklaven. Der griechische Mann der Antike, wie jeder andere Mann davor und danach, hatte stets Angst, dass seine Frau ihn betrog, konnte doch dank Perikles nur derjenige Ämter wählen und bekleiden, ein Athener Bürger sein, der ohne Zweifel von Athener Bürgern abstammte.[25]

Erst ab einem bestimmten Alter erhielt sie eine gewisse Freiheit, durfte zumindest auf die Straße und andere, meist jüngere Frauen besuchen – eine zu große Kommunikation erregte wieder den Verdacht der Männer, fürchteten sie Betrug und List, angestiftet von den älteren Ehefrauen[26].

Eine weitere Besonderheit des Frauenbildes im Antiken Griechenland ist das 'Horizontale Gewerbe': Es gab zweierlei Gewerbetreibende, die einfachen Dirnen und die Hetären. Demosthenes, ein Redner, beschrieb die kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen diesen und den Ehefrauen so:

Hetären hält man sich nur zum Vergnügen, Dirnen aber zur täglichen Pflege und Bedienung der Person. Ehrbare Frauen heiratet man dagegen, um ebenbürtige eheliche Kinder zu zeugen und um im Hause eine treue Wächterin zu besitzen.

- Demosthenes, nach Susanne Beyer, Warnung vor dem Weibe., in: Johannes Saltzwedel (Hrsg.), Götter Helden Denker. Die Ursprünge der europäischen Kultur im antiken Griechenland., München 2008, Seite 99.

Hetären, Gefährtinnen[27] waren weitaus höher angesehen als einfache Dirnen, sie galten als intelligenter und schöner, dienten dem gleichen Zweck, jedoch konnte sich der ehrbare Grieche mit ihr als eine Art 'Schmuckstück' sehen lassen. Und die Männer des Antiken Griechenlands taten das auch, so verließ Perikles beispielsweise seine eigentliche Ehefrau für die Hetäre Aspasia von welcher die Schönheitsideale im Athen zur Mitte des 5. Jahrhunderts überliefert sind: Nicht zu schlank, nicht zu dick, Haare nur an Stellen, wo es der Göttin Aphrodite gefiel[28].

[...]


[1] Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass ich kein sonderlich großer Freund dieses Begriffs bin.

[2] Und während dieser Irrfahrt einen seiner Söhne, Polyphem, blendet.

[3] Athene und Aphrodite waren seine Töchter, Hera seine Ehefrau, der er nicht unbedingt treu war, die das wusste und nicht sehr erfreut darüber war.

Egal, was er tun würde, er wäre 'im Eimer' gewesen.

[4] Homers Ilias und Odyssee scheint auch den Übergang von der shame culture zur guilt culture zu sein:

Der Zorn des Achilles entsteht dadurch, dass ebendieser seine Trophäe von Menelaos abgenommen bekommt, schmollen geht, sein Freund bzw. hetero- bzw. homosexueller Lebenspartner (je nach Deutung) Patroklos als Folge davon getötet wird, Achill in Rage gerät, Hektor tötet und seine Leiche schändet.

Odysseus 'verbockt' es schlicht und ergreifend mit Poseidon. Zwei mal.

[5] Vgl. Emil Nack, Wilhelm Wägner, Hellas. Land und Volk der alten Griechen., Wien 1975, Seite 18.

[6] Namentlich die Damen in Funktion: Aphrodite für die Liebe und die Schönheit, Artemis für Jagd, Mond, Wald und Schutzherrin der Frauen und Kinder, Athene für Weisheit und Strategie (ein interessanter Gegenpol zu Ares, Gott des schrecklichen Krieges), Demeter für Ackerbau, Hera für die Ehe, sowie Hestia für den Herd.

Zusammen mit Zeus und Apollon verband man auch mit Artemis Vorstellungen von Gerechtigkeit (Vgl. Christian Meier, Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte., Berlin 2012, Seite 138).

[7] Der eigentlich aus der Odyssee stammt.

[8] Vgl. Christopher Dell, Mythologie. Götter, Helden, Schöpfungsmythen., Augsburg 2012, Seite 132.

[9] Spezifischer: Vgl. Meier, Athen., Berlin 2012, Seite 133.

[10] Und damit in gewisser Weise die Abwesenheit einer politischen Ordnung, die über das Kommunale hinaus ging.

[11] Meier, Athen., Berlin 2012, Seite 138, folgende.

[12] Vgl. Wikipedia (Hrsg.), Antikes Griechenland, http://de.wikipedia.org/wiki/Antikes_Griechenland, abgerufen am 17. Februar 2015.

[13] Auch wenn die Darstellung von fünf von ihnen (namentlich Calliope, Clio, Talia, Terpsichore und Melpomene) im Disney-Film Hercules (USA, 1997) recht weit vom eigentlichen Mythos entfernt ist, so muss man doch sagen, dass es sehr lustig ist.

[14] Vgl. David Bellingham, Die Griechen. Kultur und Mythen., Köln 2008, Seite 20.

[15] Vgl. Bellingham, Die Griechen., Köln 2008, Seite 44.

[16] Vgl. Marilyn Bailey Ogilvie, Women in Science: Antiquity through the Nineteenth Century. A bibliographical Dictionary with Annotated Bibliography., http://books.google.de/books?id=6k5zd07FCCsC, abgerufen am 18. Februar 2015, Seite 3.

[17] Vgl. Wikipedia (Hrsg.), Aristotle's views on women., http://en.wikipedia.org/wiki/Aristotle%27s_views_on_women, abgerufen am 17. Februar 2015.

[18] Marilyn Bailey Ogilvie, Women in Science., http://books.google.de/books?id=6k5zd07FCCsC, abgerufen am 19. Februar 2015, Seite 4.

Alice Schwarzer hätte ihre helle Freude mit dem Kerl...

[19] Vgl. Wikipedia (Hrsg.), Women in Greece, http://en.wikipedia.org/wiki/Women_in_Greece, abgerufen am 17. Februar 2015.

[20] „Fable, fantasy and fact have become hopelessly intertwined.“

Marilyn Bailey Ogilvie, Women in Science: Antiquity through the Nineteenth Century. A bibliographical Dictionary with Annotated Bibliography., http://books.google.de/books?id=6k5zd07FCCsC, abgerufen am 18. Februar 2015, Seite 1.

[21] Vgl. Ogilvie, Women in Science., http://books.google.de/books?id=6k5zd07FCCsC, abgerufen am 19. Februar 2015, Seite 4.

[22] Die nichts gegen weibliche Gelehrsamkeit hatten, ganz besonders in der Medizin, es gab gar eine eigene Schule in Sais. Auch war weibliche Gelehrsamkeit recht verbreitet. Zu den geschicktesten Ärztinnen der Antiken Welt zählten Ägypterinnen, doch ihr Beitrag blieb eher praktischer Natur, nicht theoretischer.

Vgl. Ogilvie, Women in Science., http://books.google.de/books?id=6k5zd07FCCsC, abgerufen am 19. Februar 2015, Seite 3.

[23] Vgl. Wikipedia (Hrsg.), Agnodike., http://de.wikipedia.org/wiki/Agnodike, abgerufen am 19. Februar 2015.

[24] Vgl. Susanne Beyer, Warnung vor dem Weibe., in: Johannes Saltzwedel (Hrsg.), Götter Helden Denker. Die Ursprünge der europäischen Kultur im antiken Griechenland., München 2008, Seite 97.

[25] Vgl. Beyer, Warnung vor dem Weibe., in: Saltzwedel (Hrsg.), Götter Helden Denker., München 2008, Seite 98.

[26] Vgl. Beyer, Warnung vor dem Weibe., in: Saltzwedel (Hrsg.), Götter Helden Denker., München 2008, Seite 98.

[27] Wenn auch nicht in gleicher Funktion, aber doch sehr lustig zu betrachten: Alexander der Große und andere makedonische Könige vor ihm führten unter ihren Truppen auch die Hetairoi. Sie waren die elitärste Kavallerie, unter anderem die Kampfgefährten, Jagdgenossen und Berater des Königs.

Eingedeutscht nennt man sie die Hetairenreiterei.

[28] Vgl. Beyer, Warnung vor dem Weibe., in: Saltzwedel (Hrsg.), Götter Helden Denker., München 2008, Seiten 99 und 100.

Details

Seiten
36
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668457263
ISBN (Buch)
9783668457270
Dateigröße
759 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v367112
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Schlagworte
Frauen Geschlechtergeschichte Frauengeschichte Antike

Autor

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Titel: Starke Rolle des schönen Geschlechts. Die Rolle von Frauen in der Antike