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Global Players. Wie wird eine Produktionsverlagerung ins Ausland erfolgreich?

von Marcus Bischoff (Autor) Kevin Berger (Autor) Thomas Burkhardt (Autor)

Seminararbeit 2016 13 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Beweggründe für eine Produktionsverlagerung ins Ausland

Infrastruktur und örtliche Gegebenheiten

Politische und soziale Situation

Steuern und Abgaben

Mitarbeiterverfügbarkeit und Lohnkosten

Umweltauflagen und Energieversorgung/-entsorgung

Wirtschaftsförderung und Kooperationsmöglichkeiten

Absatzmarkt

Image des Standortes

Kultur

Wohn-/ Freizeitwert und persönliche Präferenzen

Chancen und Risiken von Standortverlagerungen ins Ausland

Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Aufteilung

S.1, 2, 11 bis 14 bearbeitet von der gesamten Gruppe

S.3 bis 5,5 von Kevin Berger

S.5,5 bis 7 von Thomas Burkhardt

S. 8 bis 10 von Marcus Bischoff

Beweggründe für eine Produktionsverlagerung ins Ausland

Zunehmender Wettbewerbsdruck durch Weltweit agierende Konzerne macht das erfolgreiche wirtschaften für das produzierende Gewerbe immer schwieriger. Dazu gehört nicht nur das Produkt das man produziert oder produzieren möchte, sondern viel mehr an Bedeutung gewinnt der Ort der Produktion. Sei es für das bestehende produzierende Gewerbe und auch für zukünftige Neugründungen. Was einen Global Player ausmacht ist, dass er nicht nur Unternehmungen in einem Land besitzt sondern weltweit.

Gründe für eine Verlagerung der Produktion ins Ausland sind unter anderem eine Senkung der Produktionskosten, die Erschließung neuer Märkte, die Nähe zu Großkunden, steuerliche Beweggründe, Währungsausgleich, Subventionen im Zielland und Kapazitätsengpässe der bisherigen Produktion.

Würden Sie als Kühlschrankhersteller Ihre Produktion an den Nordpol verlegen?

Bei wirtschaftlichen Entscheidungen waren schon immer viele Faktoren von Bedeutung, so auch bei der Entscheidung über den neuen Standort bei einer gewünschten Produktionsverlagerung ins Ausland. Diese Faktoren werden in harte und weiche Standortfaktoren unterteilt und jeder für sich genommen ist sehr wichtig in Bezug auf das Motiv der Produktionsverlagerung ins Ausland, da sie darüber entscheiden wie erfolgreich die Verlagerung sein wird.

Diese Arbeit widmet sich der Frage wie wird eine Produktionsverlagerung ins Ausland erfolgreich? Es werden die einzelnen erfolgsabhängigen Faktoren dargestellt.

Abhängig vom Motiv der Produktionsverlagerung und von der Art der Unternehmungen ist die Gewichtung der einzelnen Faktoren unterschiedlich und gegebenenfalls um andere Standortfaktoren zu ergänzen.

Infrastruktur und örtliche Gegebenheiten

Der Begriff „Infrastruktur“ bezeichnet die Grundlage für eine private Wirtschaftstätigkeit. Zur effizienten Leistungserfüllung eines Unternehmens sind materielle Faktoren (z.B. Verkehrsnetze, Energieversorgung…), immaterielle Faktoren (z.B. Bildungswesen, Forschungseinrichtungen…) und institutionelle Faktoren (Rechtssystem, Sozialordnungen…) ausschlaggebend.[1]

Bevor eine Firma seine Produktion ins Ausland verlagert, müssen viele Aspekte der Infrastruktur priorisiert und beurteilt werden. Je nach Produktionskette muss der Unternehmer individuelle Präferenzen gebunden an den Herstellungs-prozess berücksichtigen. Ein Beispiel: Unternehmen 1 produziert nahezu vollautomatisch das Produkt A. Der Standort sollte so gewählt werden, dass der logistische Nachschub über ein gut ausgebautes Verkehrs- und Schienennetz, die Nähe zu Wasserstraßen und/oder Flughäfen gewährleistet ist. Weniger wichtig wäre aber, dass vor Ort eine hohe Anzahl an hochausgebildeten Mitarbeitern zur Verfügung stehen, da die Betreuung der Produktionsmaschinen durch wenige Fachkräfte abgedeckt werden kann.[2]

Darüber hinaus sollten genügend und kostengünstig zu erwerbende Flächen vorhanden sein, um z.B. Ware vor der Auslieferung zu lagern, die Produktionsstätte bei Bedarf zu vergrößern etc. Ein immer elementarer Punkt für ein herstellendes Unternehmen ist die produktionsnahe Ansiedelung von Zulieferern und Lieferanten. Hier können durch minimal gehaltene Transportwegen etliche Kosten eingespart werden. Auch die Komplexität des „Just-in-time-Konzeptes“[3] ist aufgrund von räumlicher Nähe deutlich zu vereinfachen.[4]

Sind grundsätzlich genug Lieferanten an einem möglichen Standort verfügbar, kann zusätzlich die Qualität jener berücksichtigt werden. Auch mögliche kulturelle Differenzen zwischen Produktionsland und dem Heimatland der Firma sind zu beachten. Je detaillierter und fundierter eine individuelle Standortprüfung unter infrastrukturellen Gesichtspunkten durchgeführt wird, desto erfolgreicher kann Outsourcing umgesetzt werden.

Politische und soziale Situation

Mittlerweile verlagert jedes zwanzigste Unternehmen seine Produktion ins Ausland. Aufgrund welcher politischen und sozialen Gegebenheiten wird diese unternehmerische Entscheidung interessant?[5]

Grundsätzliches Ziel des Managements ist es, den bürokratischen Aufwand kleinstmöglich zu halten. Die Produktionsstätte in einem für sein schlankes Verwaltungswesen bekannten Land erscheint also eher interessant als Länder mit viel Vorschriften und Gesetzten. Neben der enormen Kostenbelastung bei der Erfüllung von produktionsrelevanten Gesetzen, Vorschriften und Auflagen spielt zusätzlich der Genehmigungszeitraum eine entscheidende Rolle.[6]

Immer mit einbezogen wird auch das Risiko einer politischen Instabilität oder die Beständigkeit des sozialen Friedens durch nationale Einflüsse.

Nichtsdestotrotz kann eine ausreichende Regulatorik für den Arbeitgeber auch Sicherheit und Planbarkeit bedeuten. Sind im Produktionsland gesetzliche und tarifliche Rahmenbedingungen, z.B. über eine gewerkschaftliche Organisationsstruktur festgelegt (Streikrecht, Kündigungsrechte etc.) ist das Risiko nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für das Unternehmen begrenzt und kalkulierbar.[7]

Steuern und Abgaben

Einer der größten Kostenfaktoren für Unternehmen neben Personalaufwand sind Steuern und Abgaben. In diesem Bereich gibt es schon auf europäischer Ebene enorme Unterschiede. Eine nähere Betrachtung des steuerlichen Systems ist daher unumgänglich für eine erfolgreiche Produktionsverlagerung.

Zum Vergleich: Nach einer Studie des Bundesministeriums für Finanzen in Berlin lag die effektive Steuerbelastung in Deutschland Ende 2014 im internationalen Vergleich bei ca. 30 Prozent , in Polen bei 19 Prozent und in Litauen (ebenfalls EU-Mitgliedsstaat !) bei konkurrenzlosen 15 Prozent.[8]

Zusätzlich zur Steuerbelastung, die sich negativ auf die Gewinnrechnung eines Unternehmens auswirkt, gibt es in einigen Ländern aber auch Steuervergünstigungen oder regionale Maßnahmen, die speziell das Ansiedeln von produzierenden Unternehmen fördern sollen. Dies kann durch gesetzlich mitfinanzierte Umlagen von Gebühren oder aber durch individuelle Befreiung von nationalen Abgaben erfolgen. Hier sind Einzelentscheidungen auf politischer Ebene Gang und gebe. Schwierig ist aber, zwei sich deutlich unterscheidende Steuersysteme sowohl im Bereich der unternehmerischen Kapitalbeschaffung als auch beim Besteuerungsprozess auf einen Nenner zu bringen. Immer wieder werden Cross-Border-Verträge[9] mittels nationalen Rechtsprechungen für unrechtmäßig erklärt oder aber Unternehmen mit ausgelagerten Produktionen des Steuerbetruges bezichtigt.

[...]


[1] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, www.wirtschaftslexikon.gabler.de/Defintion/Infrastruktur

[2] Vgl. BMWI Existenzgründer: www.Existenzgruender.de/

[3] Zeitlich aufeinander abgestimmte Produktion à

http:// www.duden.de/rechtschreibung/just_in_time letzter Aufruf: 31.03.2016

[4] Vgl. BMWI Existenzgründer: www.Existenzgruender.de/

[5] Vgl. DIHK, Produktionsverlagerung als Element der Globalisierungsstrategie von Unternehmen, Berlin 2003, S.7

[6] Vgl. DIHK, Produktionsverlagerung als Element der Globalisierungsstrategie von Unternehmen, Berlin 2003, S.3,S.6

[7] Vgl. Hans-Lothar Merten: Standortverlagerung, Durch Brückenschlag ins Ausland Steuer und Kosten sparen, Gabler Verlag, Auflage 2004, S.109

[8] Vgl. Bundesfinanzministerium (2015): Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich 2014, Berlin 2015, S.20

[9] Grenzüberschreitende Verträge à http://www.duden.de/suchen/englisch/crossborder letzter Aufruf 31.02.2016

Details

Seiten
13
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668457355
ISBN (Buch)
9783668457362
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v367060
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
2,0
Schlagworte
Global Players Produktionsverlagerung Standortverlagerung Ausland Erfolg

Autoren

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Titel: Global Players. Wie wird eine Produktionsverlagerung ins Ausland erfolgreich?