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Probleme und Schwierigkeiten der Menschen mit Behinderung beim Zugang zu Arbeitsverhältnissen

Hausarbeit 2015 12 Seiten

Gesundheit - Public Health

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Behindertengerechte Beschäftigung

3 Individuelle Ansprüche nach § 81 IV SGB IX
3.1 Entfaltung und Entwicklung der Fähigkeiten und Kenntnisse (Nr.1)
3.2 Förderung der beruflichen Bildung (Nr. 2 & 3)
3.3 Behindertengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen und deren Gestaltung (Nr. 4 &
3.4 Teilzeit

4 Ausgleichsabgabe

5 Kündigungsschutz
5.1 Ausnahmeregelung

6 Behindertenwerkstatt
6.1 Funktion der Behindertenwerkstatt
6.2 Aufgaben
6.3 Zugang zur Behindertenwerkstatt
6.4 Zukunft der Behindertenwerkstatt

7 Ziele der unterstützten Beschäftigungen
7.1 Zielgruppen
7.2 Leistungen

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Förderung behinderter Menschen ist ein Thema, mit dem man sich in der heutigen Zeit immer intensiver beschäftigt. Voraussetzungen dafür, dass sich behinderte Menschen angemessen am Leben der Gemeinschaft beteiligen können, sind neben guter gesundheitlicher Versorgung im Alltag auch passende Angebote an gesundheitserhaltenden und gesundheitsfördernden Maßnahmen im Arbeitsleben. Nur so können Lebensqualität sowie Selbstbewusstsein und eine möglichst weitgehende Selbstständigkeit gefördert werden (ICF). Doch wann gelten Menschen überhaupt als behindert und wie ist die Behinderung definiert? Diesen Fragen gehe ich als Erstes in der folgenden Einleitung auf den Grund.

Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (§ 2 I 1 SGB IX). Laut dem SGB IX ist eine Behinderung eine soziale Situation auf Grund individueller und gesellschaftlicher Faktoren, aber keine persönliche Eigenschaft (ICF, 2004). In Deutschland sind 10% der Menschen schwerbehindert, diese Gewichtung der Bevölkerung ist ein bedeutsamer Teil für die gesamte Bundesrepublik Deutschland (Statistisches Bundesamt). Abgesehen von den anfallenden Problemen im Alltag, spielt der existenzsichernde Charakter von einem Arbeitsplatz bei den betroffenen Menschen eine wichtige Rolle (Junker). Schließlich führt Arbeit zur materiellen Unabhängigkeit bis hin zur Führung eines selbständigen Lebens (Deinert & Welti). Daher ist eine Teilnahme am Arbeitsleben, für Jung und Alt, von hoher Bedeutung. Die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben ist der primäre Schritt zur gesellschaftlichen Teilhabe und der eigenen Existenz. Da Menschen mit Behinderung vor Nachteilen geschützt werden müssen, gibt es nationale und internationale Regelungen, die es Behinderten ermöglichen soll, ein weitgehend normales Leben wie nichtbehinderte Menschen zu führen (WHO). Insbesondere auf den Zugang zu Arbeitsverhältnissen stehen Behinderte vor einigen Problemen.

Im Folgenden gebe ich Aufschluss über behindertengerechte Beschäftigungsverhältnisse. Anschließend erläutere ich die individuellen Ansprüche an Hand der in § 81 IV SGB IX niedergeschrieben 5 Nummern. Des Weiteren gehe ich auf Funktion, Aufgabe und Zugang einer Behindertenwerkstatt ein. Zum Schluss stelle ich Ziele der unterstützten Beschäftigung vor und darauf folgt mein Fazit.

2 Behindertengerechte Beschäftigung

Äußert ein Arbeitgeber den Wunsch in seinem Betrieb einen Menschen mit Behinderung einzustellen, so muss er bestimmte Bedingungen erfüllen. Nach § 81 III SGB IX muss sich der Arbeitgeber verpflichten seinen Betrieb so behindertengerecht zu organisieren, dass die behinderten Menschen eine möglichst dauerhafte behinderungsgerechte Beschäftigung ausführen können. Einen möglichen einklagbaren, individuellen Anspruch des behinderten Beschäftigten ergibt sich hieraus allerdings nicht. Solche Ansprüche sind in § 81 SGB IX geregelt. Dort heißt es, dass im Rahmen der Pflichtquote beschäftigten (schwer-)behinderten Menschen eine möglichst dauerhafte und ihrer Behinderung angemessene Beschäftigung zu sichern ist (Kossens, Heide & Maaß).

3 Individuelle Ansprüche nach § 81 IV SGB IX

Werden behinderte Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen unzumutbar behandelt, so können sie ihre Ansprüche kundtun. Bei den unmittelbaren einklagbaren Ansprüchen, ist zwischen den einzelnen Nummern (1-5) des Absatzes in § 81 IV SGB IX zu unterscheiden. § 81 IV SGB IX ist ein Schutzgesetz, daher besteht ein einklagbarer Anspruch sowie Schadenersatzansprüche gegen den Arbeitgeber, insofern dieser gegen die Verpflichtung aus § 81 IV SGB IX verstoßen hat. Jedoch dürfen von den Arbeitnehmern keine Leistungen verlangt werden, die für den Arbeitgeber unzumutbare, unverhältnismäßig hohe Aufwendungen erfordern oder den Arbeitsschutzbestimmungen entgegenstehen (§ 81 IV, 3 SGB IX).

3.1 Entfaltung und Entwicklung der Fähigkeiten und Kenntnisse (Nr.1)

Die Mitarbeiter mit Behinderung haben gegenüber ihrem Arbeitgeber Anspruch auf Beschäftigung bei der sie ihre vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnisse möglichst voll einbringen und weiterentwickeln können. Nach § 81 IV, 1, Nr. 1, SGB IX haben (schwer-)behinderte Menschen einen Anspruch auf angepasste Beschäftigung. Dies bedeutet allerdings nicht, dass dem Behinderten ein bestimmter Arbeitsplatz eingeräumt werden muss. Des Weiteren besteht kein Anspruch auf Kündigung bereits bestehender Arbeitsverhältnisse im Betrieb (BAG, 2002). Die behinderten Menschen haben jedoch Anspruch auf (tatsächliche) Beschäftigung und können dadurch Bevorzugung bei beruflicher Bildung verlangen. Der Anspruch wird dahingehend durch § 106, 3 GewO flankiert, dass der Arbeitgeber bei Ausübung seines Weisungsrechts nach billigem Ermessen auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen hat und ihm damit solche Aufgaben zuzuweisen hat, die nach den Fähigkeiten und Kenntnissen des Behinderten angemessen erscheinen (Neumann, Pahlen & Majerski).

3.2 Förderung der beruflichen Bildung (Nr. 2 & 3)

Der Behinderte hat ebenso einen klagbaren Anspruch auf Berufsförderung durch Bevorzugung bei der Teilnahme an innerbetrieblichen Weiterbildungen. Außerdem kann er verlangen dadurch gefördert zu werden, dass er auf verschiedenen Arbeitsplätzen tätig wird. Dort Kenntnisse erwirbt und dadurch die Fähigkeit erlangt eine höhere oder Vorgesetzten-Stelle zu besetzten. Bei außerbetrieblichen Maßnahmen ist kein konkreter Anspruch niedergelegt (Neumann, Pahlen & Majerski). Der Arbeitgeber muss den Zugang nur in zumutbarer Weise erleichtern (Kossens, Heide & Maaß).

3.3 Behindertengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen und deren Gestaltung (Nr. 4 & 5)

Nr.4 regelt die praktischen Folgen, die die Beschäftigung eines behinderten Menschen für den Betrieb mit sich bringt. Die erforderlichen Maßnahmen oder Änderungen ergeben sich dann aus dem jeweiligen Einzelfall. Diese können in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Integrationsamt besprochen und geregelt werden (Kossens, Heide & Maaß). In diesem Zusammenhang fordern die Behinderten beispielsweise behindertengerechte sanitäre Anlangen sowie Aufzüge und Parkplätze. Grundlegend sollte der allgemeine Zugang zum Arbeitsplatz barrierefrei gestaltet sein. Des Weiteren ist ebenso die Anpassung der Arbeitszeiten erforderlich. Laut Nr. 5 soll den behinderten Menschen technische Arbeitshilfen zur Verfügung gestellt werden, um die Minderung des Arbeits- und Kraftaufwandes, gegenüber nichtbehinderten Mitarbeitern, auszugleichen.

3.4 Teilzeit

Können die Arbeitnehmer wegen ihrer Behinderung nicht lange arbeiten, so haben diese Anspruch auf Teilzeitarbeit. Jedoch muss genau aus der Art und Schwere der jeweiligen Behinderung hervorgehen, dass eine Teilzeitarbeit unabwendbar ist.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668452060
ISBN (Buch)
9783668452077
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v366434
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1,3
Schlagworte
Gesundheitsrecht Recht Behinderung Arbeitsverhältnisse Arbeit mit Behinderten Public Health Gesundheitswissenschaften Menschenrecht Inklusion Menschen mit Behinderung Integration
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Titel: Probleme und Schwierigkeiten der Menschen mit Behinderung beim Zugang zu Arbeitsverhältnissen