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Langzeitfolgen frühkindlicher Bindungserfahrungen. Das Bindungsverhalten im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter

Hausarbeit 2017 20 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bindungstheorien
2.1 Der Bindungsbegriff in Eltern-Kind-Beziehungen
2.2 Bindungstypen und deren Erfassung

3. Bindungsverhalten im Kindes- und Jugendalter
3.1 Vorschulalter bis Pubertät
3.2 Adoleszenz

4. Bindungsverhalten im Erwachsenenalter
4.1 Bindungsrepräsentation bei Erwachsenen
4.2 Reaktive Bindungsstörungen
4.3 Stabilität von Bindungsmustern im Lebenslauf
4.4 Korrigierbarkeit von negativen Bindungserfahrungen

5. Fazit

1. Einleitung

Die Frage nach der Kontinuität von Bindung fand in der Forschung bereits große Beachtung. In der Literatur, die sich mit der Thematik der Bindungstheorien befasst, wird weitläufig die Aussage vertreten, dass ,,[d]ie Qualität früher Bindungserfahrungen […] nachhaltig die spätere Entwicklung und das Funktionieren der Persönlichkeit'' (Strauß et al. 2010, S. 45) beeinflusst. Es ist davon auszugehen, dass Erwartungen und Verhaltenspläne im Erwachsenenalter präzise Darstellungen der realen Erfahrungen sind. Somit können Kindheitserfahrungen schwerwiegende Folgen für die Belastungsresilienz und das allgemeine seelische Wohlbefinden, vor allem aber für die Bindungsqualität in späteren Beziehungen haben. (vgl. ebd. S. 45)

Es wird unterschieden zwischen Beiträgen zur intergenerationalen Stabilität sowie zur intraindividuellen Stabilität. Die intergenerationale Stabilität meint die Weitergabe von Bindungsmustern über Generationen, während die intraindividuelle Stabilität sich auf die Stabilität des Bindungstyps im Lebenslauf jedes Einzelnen bezieht. (vgl. Neumann 2002, S. 29ff) Wenn man also davon ausgeht, dass frühkindliche Bindungserfahrungen uns bis ins Erwachsenenalter und sogar noch im Umgang mit unseren eigenen Kindern beeinflussen, wird deutlich, wie wichtig die Untersuchung psychosozial relevanter Merkmale der Entstehung von Bindungstypen ist. Diese Arbeit geht daher der Frage nach, wie sich kindliches Bindungsverhalten äußert und was über die Kontinuität beziehungsweise Diskontinuität von Bindungsqualität über die Lebensspanne hinweg bekannt ist. Es wird untersucht, wie aussagekräftig Bindungsmuster im Kindesalter im Hinblick auf die spätere Beziehungsfähigkeit eines Menschen und inwieweit frühe Erfahrungen korrigierbar sind.

Dazu erfolgt zunächst eine Definition des Bindungsbegriffs sowie eine Darstellung der Bindungstheorie mit kurzem Überblick über Risiko- und Resilienzfaktoren. Weiterhin werden die verschiedenen Bindungstypen vorgestellt. Im darauffolgenden Abschnitt wird das Bindungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Altersstufen sowie dessen Repräsentation und Erfassung detailliert dargestellt. Im letzten Teil der Arbeit geht es schließlich um Bindungsmuster und deren Stabilität über die Lebensspanne hinweg. Dazu wird zunächst die Bindungsrepräsentation im Erwachsenenalter untersucht. Anschließend folgt ein Kapitel über die Stabilität von Bindung sowie deren Veränderungspotenzial anhand eines Abschnitts über die Korrigierbarkeit negativer Bindungserfahrungen. Es folgt ein abschließendes Fazit.

2. Bindungstheorien

In diesem Abschnitt der Arbeit erfolgt zunächst ein Überblick über die Grundlagen der Bindungstheorie, um später auf deren Relevanz über die Lebensspanne hinweg eingehen zu können. Anschließend werden verschiedene Bindungstypen im Kindesalter sowie deren Erfassung vorgestellt.

2.1 Der Bindungsbegriff in Eltern-Kind-Beziehungen

Helmut Johnson schreibt, dass ,,[u]nter Bindung […] eine in ihrer jeweiligen Art einmalige Beziehung zwischen zwei Menschen zu verstehen [ist], die nicht austauschbar ist und eine gewisse Dauerhaftigkeit besitzt'' (2006, S. 16). Eine gelungene Bindung bedeutet für das Kind somit eine sichere Basis, Nähe, die Befriedigung des Kontaktbedürfnisses sowie Zuflucht bei Schmerz und Angst. Von Klitzing definiert Bindung als ,,eine Disposition und Organisation von Kindern in den ersten Lebensjahren, die darauf ausgerichtet ist, körperliche Nähe zu Eltern oder spezifischen Eltern-Ersatzpersonen zu suchen, um von diesen in potenziellen Stresssituationen Trost, Unterstützung, Pflege und Schutz zu erhalten'' (2009, S. 14).

Des Weiteren schreibt Helmut Johnson, dass die Bindungstheorie davon ausgeht, ,,dass der Mensch von Geburt an ein grundlegendes Bedürfnis nach Bindung hat'' (ebd.) und definiert das Bindungssystem nach Bowlby ,,als ein primäres, genetisch verankertes motivationales System […], das zwischen der primären Bezugsperson und dem Säugling gleich nach der Geburt aktiviert wird und eine überlebenssichernde Funktion hat'' (ebd.). Der Säugling bringe also eine angeborene Motivation mit, sich an einen Menschen zu binden und sei abhängig davon, dass die Bindungsperson seine Bedürfnisse erkenne. Wann immer das Kind Angst erlebt, werden seine Bindungsbedürfnisse aktiviert und es sucht Schutz bei einer sicheren Bezugsperson, in der Regel der Mutter.

Die frühen Ziele eines Kindes sind zwar angeboren, jedoch verlaufen die individuellen Erfahrungen in den Bindungsbeziehungen in der Entwicklung keineswegs immer optimal. Voraussetzung für das Erlangen einer sicheren Bindung sind Wahrnehmung und Interpretation der Signale des Säuglings sowie prompte und angemessene Reaktion. Die Bindungsperson muss liebevoll, einfühlsam, verlässlich und verfügbar sein. Förderlich ist ebenfalls die dialogische Sprache mit dem Kind, da Säuglinge verschiedene erlebte Emotionen noch nicht differenzieren können, sondern diese mit einer ,,unspezifischen Stressreaktion'' (Brisch 2013, S. 16) verbunden sind. Die wahrgenomme Verfügbarkeit der Mutter beziehungsweise der Bezugsperson beeinflusst die Bindungsqualität maßgeblich, Erwartungen über die Verfügbarkeit bleiben ein Leben lang relativ stabil. (vgl. Strauß et al. 2010, S. 44)

Das Bindungsverhaltenssystem setzt sich zusammen aus kognitiven Vergleichsprozessen im Hinblick auf Bedürfnisse, Handlungsoptionen und potenzielle Reaktionen des Gegenübers. Es beeinflusst dadurch maßgeblich unsere Interaktionen mit anderen Menschen. (vgl. Strauß et al. 2010, S. 64) Dem Bindungsverhaltenssystem steht ein Explorationsverhaltenssystem gegenüber, was ,,dann stärker aktiv ist, wenn Nähe [zur Bindungsperson] hergestellt [ist] bzw. die Situation ungefährlich erscheint'' (ebd. S. 33). Das Erkundungssystem steht somit in Wechselwirkung zum Bindungssystem. In dem Moment, wo das Kind ängstlich ist und seine Bindungsbedürfnisse aktiviert sind, ist die Möglichkeit zur Exploration nicht sehr ausgeprägt. Erst mit einem Gefühl von Bindungssicherheit kann es sich von dem ebenso angeborenen Neugierverhalten leiten lassen und seine Umgebung erkunden. Bindung entsteht unter Einbeziehung aller Sinneswahrnehmungen. In Familien, in denen neben der körperlichen Grundversorgung keine Kommunikaton mit dem Säugling stattfindet, wird das Kind in seiner Entwicklung deutlich eingeschränkt. (vgl. Johnson 2006, S. 8ff)

Wenn in den ersten drei Lebensjahren keine sichere Bindung zu anderen Menschen aufgebaut werden kann, können langfristig Bindungsstörungen entstehen. Die Ursachen für fehlendes Bindungsverhalten können vielfältig sein. Genannt seien hier neben offensichtlichen Faktoren wie Gewaltanwendung und Vernachlässigung die fehlende emotionale Stabilität und Kontinuität, beispielsweise durch häufig wechselnde Bezugspersonen, Unruhe in der äußeren Umgebung des Kindes sowie fehlendes Einfühlungsvermögen (vgl. Johnson 2006, S. 3ff). Von Klitzing arbeitet zudem heraus, dass auch genetische Faktoren wie das individuelle Temperament oder die Intelligenz die Vulnerabilität eines Kindes beeinflussen (vgl. 2009, S. 35ff).

Menschen entwickeln im Laufe ihrer Entwicklung sogenannte Innere Arbeitsmodelle. Die Bindungstheorie postituliert, dass frühe Interaktionserfahrungen die Gestaltung von Bindungen sowie die Persönlichkeit und das Verhalten in anderen Lebenssituationen im weiteren Lebensverlauf beeinflussen. Es bedarf eines Mechanismus, der Erfahrungen ,,speichert, organisiert, zu typischen Mustern abstrahiert und das Verhalten i[n] verschiedenen bindungsrelevanten Situationen im Sinne verinnerlichter Erwartungen ausrichtet'' (Strasser 2007, S. 13). Bei Inneren Arbeitsmodellen handelt es sich somit um generalisierte Erfahrungen und eine Anpassung an individuelle Eigenschaften der Bezugspersonen mit dem Zweck, Ereignisse zu simulieren und vorausschauend zu planen. Sie beinhalten weiterhin ,,Annahmen und Erwartungen darüber […], ob bzw. inwiefern man selbst die Fürsorge und Liebe anderer wert ist, inwieweit andere Menschen vertrauenswürdig sind und wie nahe Beziehungen generell ablaufen.'' (Strauß et al. 2010, S. 33) Kinder konstruieren diese Modelle aktiv aus Erlebnissen, Handlungen und darauffolgenden Ergebnissen mit der Funktion, möglichst gut in ihrer Umwelt zurechtzukommen. (vgl. Strasser 2007, S. 13f)

2.2 Bindungstypen und deren Erfassung

Zu der Identifikation verschiedener Bindungstypen führte das Paradigma der sogenannten ,,Fremden Situation'', einer standardisierten Beobachtungssituation, in der Kinder im Alter von elf bis zwanzig Monaten zwei verschiedenen Trennungssituationen ausgesetzt werden. Entwickelt wurde dieses Verfahren von Ainsworth und Wittig, erstmals umgesetzt im Jahre 1969. In dem Test hielten sich die Kinder, zunächst mit ihrer Mutter, in einem ihnen unbekannten Zimmer auf und konnten dort spielen. Untersucht wurde daraufhin die Handlungsweise des Kindes bei kurzzeitiger räumlicher Trennung von der Mutter, jeweils in An- und Abwesenheit einer dem Kind fremden Person. Auf Basis der kindlichen Reaktionen bei Trennung und Wiedervereinigung sowie auf die unbekannte Person wurden schließlich verschiedene Verhaltensmuster definiert und die Determinanten der Bindungstypen herausgearbeitet. Dazu wurde geprüft, inwieweit das Kind Beruhigung bei der Mutter sucht mit einem anschließenden Vergleich mit dem Verhalten des Kindes gegenüber der ihm unbekannten Person. (vgl. Strasser 2007, S. 14f)

Sicher gebundene Kinder zeigen offen Bindungsverhalten wie Weinen und Rufen, wenn die Mutter den Raum verlässt und suchen aktiv ihre Nähe, wenn sie zurückkehrt. Sie lassen sich schnell durch Körperkontakt beruhigen, die Mutter reagiert liebevoll und feinfühlig. Sie erhalten von ihrer primären Bindungsperson Rückhalt und Beistand in Stress- und Angstsituationen, explorieren konzentriert und vergewissern sich bei Unsicherheit der Unterstützung ihrer Bezugsperson. (vgl. Bowlby 2010, S. 101)

Bei unsicher-vermeidend gebundenen Kindern dagegen erzeugt eine Trennung äußerlich deutlich weniger emotionale Regung. Bei Rückkehr der Mutter richtet das Kind seine Aufmerksamkeit weiterhin auf das Spielzeug, was Strauß et al. als ,,organisierte Aufmerksamkeitsverschiebung, weg von der angstauslösenden Situation hin zu einem neutralen Reiz'' (2010, S. 48) bezeichnen. Es hat bereits eine ,,Anpassung an die Verhaltensbereitschaft'' (Brisch 2013, S. 17) der Bindungsperson stattgefunden, was die emotionale Grundlage für eine unsichere Bindungshaltung bildet. Bowlby beschreibt, dass diese Kinder aufgrund wiederholter Ablehnungserfahrungen ,,auf Zuneigung und fremde Hilfe zu verzichten suchen'' (2010, S. 101) und früh nach psychischer Autarkie streben. Er sieht hier die Gefahr der Entstehung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Physiologische Untersuchungen wiesen erhöhte Werte des Stresshormons Kortisol bei den Kindern nach, was zeigt, dass sie in der Trennungssituation unter enormem Stress stehen, auch wenn man es ihnen nicht direkt ansieht. (vgl. Brisch 2013, S. 17 nach Brisch et al. 1999) Sie meiden Nähe aus Angst vor Zurückweisung, beispielsweise wenn das Verhalten der Bezugsperson zwischen Versöhnung und Ablehnung schwankt und somit nicht für das Kind vorhersehbar ist. (vgl. Strauß et al. 2010, S. 18f) Unsicher-ambivalent gebundene Kinder weisen nur ein eingeschränktes Explorationsinteresse auf. Auf die Trennung von der Mutter reagieren sie mit einer intensiven Aktivierung ihres Bindungssystems in Form von schreien, Angst oder anklammern, lassen sich jedoch auch bei Rückkehr der Mutter nur bedingt trösten und reagieren teilweise sogar aggressiv. Sie haben große Schwierigkeiten, zu emotionaler Ausgeglichenheit zurückzufinden. Das offensichtliche Desinteresse am Spielzeug deutet auf eine Aufmerksamkeitsfixierung in Richtung der Mutter und große Trennungs- und Verlustängste hin. Die Kinder deuten nach einer Trennung eine Wiedervereinigung lediglich an, halten jedoch in einem Trance-artigen Zustand inne, erstarren und vergrößern teilweise sogar den Abstand zur Bezugsperson. Sie weisen als Folge ihrer Bindungsambivalenz keine eindeutig identifizierbaren Verhaltensstrategien auf. (vgl. Strauß et al. 2010, S.18f, 48ff)

In nicht-klinischen Stichproben zeigten etwa 60% der zwölf Monate alten Kinder eine sichere Bindung an die Mutter sowie 50% an den Vater. Circa 25% der Säuglinge wurden dem unsicher-vermeidenden Typ zugeordnet und auf 10% traf eine unsicher-ambivalente Bindungsqualität zu. (vgl. Brisch 2013, S. 17)

In der Forschung wird zudem nach Mary Main (1995) unterschieden, ob das Kind ein organisiertes oder ein desorganisiertes Bindungsmuster aufweist. Sogenannte organisierte Muster, zutreffend bei sicherer oder unsicherer Bindung, bedeuten, dass die Bindungsperson zuverlässig einschätzen kann, wie der Säugling reagieren wird. Es hat sich somit ein vorhersagbares Bindungsverhalten ausgebildet, das Innere Arbeitsmodell. Später wurde dieses Modell um ein desorganisiertes und desorientiertes Muster erweitert. Charakteristisch dafür sind stereotype Verhaltensweisen sowie ,,ungerichtete, fehlgerichtete, unvollendete und unterbrochene Ausdrucksbewegungen, die ihr Ziel zu verlieren scheinen'' (Grossmann & Grossmann). Diese Merkmale deuten darauf hin, dass den Kindern in dem Moment ,,keine aktuelle Bindungsverhaltensstrategie zur Verfügung'' (Brisch 2013, S. 18) steht, weshalb ihr Verhalten nicht vorhersehbar ist. Ungefähr 15 bis 20% werden diesem Bindungstyp zugeordnet. Nicht jedes Kind lässt sich eindeutig einem Muster zuordnen, jedoch wurde die Zahl der nicht klassifizierbaren Fälle durch die Erweiterung um den desorganisierten Bindungstyp deutlich reduziert (vgl. Neumann 2002, S. 14f).

Symptome von Bindungsstörungen aufgrund traumatischer Erfahrungen mit potenziellen Bindungspersonen sind schon im frühen Alter beobachtbar. Die erhöhte Produktion von Stresshormonen wie Kortisol verursacht bei Dauererregung Veränderungen im Gehirn, die zu ,,organisierte[n] Verhaltensstörungen in bindungsrelevanten Situationen'' (Brisch 2013, S. 19) führen können. So kann das Kind erste Stereotypien wie Kopfschaukeln ausbilden, Verzögerungen in der Sprachentwicklung aufweisen oder übermäßig nervös und ängstlich wirken. Ein weiteres Zeichen für gestörtes Bindungsverhalten kann sein, dass das betreffende Kleinkind ausdruckslos wirkt und nicht oder kaum auf äußere Reize reagiert. (vgl. Johnson 2006, S. 4)

3. Bindungsverhalten im Kindes- und Jugendalter

Nachdem im vorherigen Kapitel die verschiedenen Bindungstypen am Beispiel von Säuglingen und Kleinkindern dargestellt wurde, folgt nun eine Erläuterung zu den Mustern im Schulalter und der späten Jugend. Neumann arbeitet in ihrer Dissertation heraus, dass das Bindungsverhalten im Kindesalter weitestgehend stabil bleibt. Sie erklärt dies dadurch, dass die Hauptbezugsperson in der Regel nicht wechselt und diese sich gleichbleibend dem Kind gegenüber verhält, weshalb sie die soziale Umwelt als für das Kind stabil einstuft. Weiterhin seien Bindungsstile ,,selbsterhaltend'' (Neumann 2002, S. 39). Das ließe sich dadurch erklären, dass sichere Kinder aufgeschlossen und kooperativ in ihrem Verhalten sind und somit liebevoll und aufmerksam behandelt werden, während unsichere Kinder häufiger durch negatives Verhalten aufzufallen versuchen, was übermäßige Strenge und einen Rückzug der Bindungsperson zur Folge haben kann. (vgl. ebd. 2002, S. 38ff)

3.1 Vorschulalter bis Pubertät

Im höheren Kindesalter ist das Bindungsverhalten nicht mehr so einfach stimulierbar und weniger offen zu beobachten. Die Kompetenzen auf der Ebene des Denkens wachsen. In den Stufen des Entwicklungspsychologen Piaget bilden sich im Alter von zehn Jahren konkrete und formale Operationen im Denken des Kindes aus. Zudem haben die Kinder bereits erste Erfahrungen in außerfamiliären Einrichtungen wie Kindertagesstätten sammeln können. Im Separation Anxiety Test (Hansburg 1972; Klagsbrun & Bowlby 1976) wurden Kindern altersgerechte Bilder von Trennungen vorgelegt. Anhand der verbalen Reaktionen

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Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668451582
ISBN (Buch)
9783668451599
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v366323
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,7
Schlagworte
langzeitfolgen bindungserfahrungen bindungsverhalten kindes- jugend- erwachsenenalter

Autor

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Titel: Langzeitfolgen frühkindlicher Bindungserfahrungen. Das Bindungsverhalten im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter