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Evolutionstheorie versus Schöpfungsbericht

Seminararbeit 2003 21 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Werner Gitt: Das Fundament
2.1 Zum Schöpfungsbericht
2.2 Was ist der Schöpfungsbericht der Bibel
2.3 Naturwissenschaftliche Aussagen
2.4 Glaubensaussagen im Schöpfungsbericht
2.5 Muss man als Christ die Evolutionslehre ablehnen?
2.5.1 Liberale, bibelkritische Auffassung
2.5.2 Schrifttreue Auffassung
2.6 Was können wir tun?

3. Religiöser Fundamentalismus

4. Evolutionstheorie versus Schöpfungsbericht

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Bibel ist das meistgelesene Buch in der Geschichte der Menschheit. Die so genannte Urgeschichte am Anfang der Bibel hat ihre Faszination nicht verloren und auch an Aktualität nicht eingebüßt. Auch heute noch sind viele Millionen Menschen auf der ganzen Erde davon überzeugt, dass jedes Wort „ihrer Bibel“ das inspirierte Wort Gottes ist. Die Bibel sei in jedem Punkt buchstäblich wahr und es gibt in ihr keine Irrtümer und Widersprüche. Jedoch ist zweifellos vielen Bibellesern nicht klar, dass auch eine autorisierte Textfassung nur eine von vielen Übersetzungen ist, die sie in den Händen halten. Sie glauben vielmehr, dass jedes Wort „ihrer“ Bibel offenbart und daher unfehlbar ist.[1]

Auch Werner Gitt verdeutlicht eine solche Einstellung. Er verfasste zahlreiche Publikationen zu dem Thema: Wunder der Bibel versus Naturgesetze. Auf den Abschnitt: „Die Bibel: die einzige verbindliche Informationsquelle für Herkunftsfragen“ seines Buches „Das Fundament“ möchte ich im Folgenden Kapitel näher eingehen. Durch den Titel von Gitt´s Buch inspiriert, wird im dritten Kapitel das Thema Fundamentalismus im Hinblick auf die Kreationisten näher beleuchtet.

Dadurch wird aber auch immer deutlicher, dass der Streit um die Bibel, vor allem aber um dieses erste Buch der Bibel also noch lange nicht ausgestanden ist. Radikale Vertreter der Evolutionstheorie bezeichnen heute wieder den Glauben an Gott den Schöpfer als Wunschdenken. Die biologische Evolution zum Beispiel, die Lehre von der Entwicklung der Mannigfaltigkeit der Lebensformen auf der Erde, wird im Prinzip von allen Naturwissenschaftlern akzeptiert. Es wird zwar immer wieder Debatten über Details der Entwicklungsmechanismen geben, die Tatsache der Evolution als solche ist aber unbestritten.[2]

Die Gegenposition der Schöpfungsvertreter erhebt jedoch auch lautstark den Ruf nach einer biblisch bestimmten Alternative zur Evolutionstheorie. Bei vielen Menschen löst diese Theorie jedoch starken emotionellen Widerstand aus, obwohl sie wenig oder nichts über die Beweisführung oder das logische Grundprinzip wissen. Es genügen ihnen die Aussagen der Bibel, weiteres Hinterfragen wäre hier unnötig.

Was aber sagt die Bibel wirklich, und welches sind die Erkenntnisse der Wissenschaft? In welchen Punkten stimmen sie überein, in welchen widersprechen sie sich? Das soll das Thema dieser Seminararbeit sein.

2. Werner Gitt: Das Fundament

2.1 Zum Schöpfungsbericht

Der Schöpfungsbericht nach dem ersten Buch Mose1 und 2 ist nach Ansicht von Werner Gitt als Fundament aller nachstehenden biblischen Schriften anzusehen. Der Schöpfungsbericht diene als Verständnis zu den wichtigen Herkunftsfragen unserer Welt, sowie allen Lebens. Werner Gitt meint, wer dies verleugnet, oder in Frage stellt verliert den Anschluss an das bibeltreue Verständnis überhaupt.[3]

Im Folgenden geht er auf die Herkunft des Schöpfungsberichtes ein. Gitt nennt Jesus, als den Sohn Gottes, als verlässlichste Informationsquelle, denn Jesus´ Wort sei glaubwürdiger als alle anderen Lehrmeinungen der Welt.

Die Verlässlichkeit des Schöpfungsberichtes sei nicht in Frage gestellt; Gitt geht fest davon aus, das Mose sie geschrieben hat, denn Jesus korrigiert ja auch nirgendwo diese Auffassung. Er bringt in diesem Zusammenhang ein Zitat aus der Bibel an: „…und der Herr sprach zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in einem Buch“ (2 Mos 17,14).[4]

Hier wird zum ersten Mal der Standpunkt von Werner Gitt sehr deutlich. Er geht fest davon aus, dass der Pentateuch, und damit auch der darin enthaltene Schöpfungsbericht ganz allein Mose zuzuschreiben ist, obwohl durch viele exegetische Nachforschungen belegt ist, dass gerade die Urgeschichte nur schwer von einem Autor stammen kann.

Der Autor nennt im Weiteren auch Schöpfungsideen anderer Völker, denn da die Menschen schon immer daran interessiert waren, woher sie eigentlich kommen, gibt es viele verschiedene Schöpfungsideen:

- altägyptische Vorstellung: wobei „Neb-er-Djer“ über seine Glieder weinte, und Menschen aus seinen Tränen entstanden
- babylonische Vorstellung: aus den Leichen Marduk und Tiamat, die vorher im gemeinsamen Kampf gefallen waren, formte Gott das Universum
- europäische Vorstellung (während der Wikingerzeit): Sammlung von Edda; dabei wachsen einem Riesen Ymir Reifnachkommen unter einem Arm. Aus einem Tropfen Reif entsteht eine Kuh, diese leckt Reif vom Stein, daraus entstand der Mensch[5]

Werner Gitt will mit der Darstellung dieser verschiedenen Schöpfungsideen deutlich machen, dass die heutige Evolutionstheorie noch weit schlechter da steht: es seien keine Ideengeber zu nennen, sogar die Naturwissenschaft kann die Evolution nicht eindeutig begründen und nennt sie einen “bedauerlichen Irrläufer des heutigen Zeitgeistes“[6].

Der Autor misst der Schöpfung bezugnehmend auf Abraham Meister eine hohe Bedeutung für den Menschen zu; würde die Schöpfungsgeschichte, also das erste Buch der Bibel fehlen, würden die Menschen in eine große Leere fallen. Er beschreibt das als eine große Lücke, und eine tiefe Finsternis. Der Mensch braucht also Halt um zu wissen, wohin er geht, wenn er einen Schritt rückwärts setzt. Ansonsten sucht er, findet aber sein Leben lang keine Sicherheit.

In diesem Abschnitt bezieht Gitt deutlich Stellung, und hält damit kompromisslos an seinen religiösen Grundsätzen fest. Als Alternative zur Schöpfung nennt er nur „gedankenlose Weltentstehungslehrern anderer Völker“[7], wie z.B. die bodenlosen Fabeln der heidnischen Völker. Für ihn scheint hier das biblische Schöpfungszeugnis in unversöhnlichen Gegensatz zu den faktischen Erkenntnissen der Naturwissenschaft zu stehen.[8]

2.2 Was ist der Schöpfungsbericht der Bibel

In diesem Abschnitt zeigt Werner Gitt auf, wie der Schöpfungsbericht der Bibel zu sehen ist, und welche Bedeutung ihm beizumessen ist.

Er lenkt ein, dass die Bedeutung des Schöpfungsberichtes in der heutigen Welt eher schwer zu bestimmen ist. Da ein neues evolutives Weltverständnis mit neuen Erkenntnissen in der Natur, Welt und Geschichte entstanden ist, wird der Schöpfungsbericht zunehmend kritischer betrachtet.

Es wird erklärt, wie Menschen den Schöpfungsbericht sehen. Nach solchen Auffassungen ist der Schöpfungsbericht kaum mehr ernst zu nehmen: z.B. ein antiquierter Text, eine mythologische Erzählung, eine Zusammenfassung von Texten aus verschiedenen Zeiten; oder eher eine altertümliche Vorstellung über die Entstehung der Welt, und ein wissenschaftlicher Entwurf einer Urgeschichte der aus dem damaligen Weltverständnis entwuchs.

Dagegen stellt der Autor die Göttliche Antwort: demnach gilt der Schöpfungsbericht als Gottes Wort und nicht auf Menschen basierende Lehre, er enthält zentrale Glaubensaussagen, sogar grundlegende naturwissenschaftliche Fakten. Somit ist der Schöpfungsbericht eine Absage an alle anderen bestehenden Vorstellungen zur Weltentstehungslehre. Ist der biblische Schöpfungsbericht also von Gott voll autorisiert und verbindlich, so hat man es mit dem Wort des lebendigen Gottes zu tun, das nach Gitt „unser Gehorsam für Denken und Glauben fordert“[9].

Viele Lehren des neuen Testaments haben ihren Ursprung und ihre Begründung im Schöpfungsbericht, würde man ihn also anzweifeln, so wäre auch dem Neuen Testament die Basis entzogen, was in der folgenden Abbildung verdeutlicht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verwurzelung des Neuen Testaments im Schöpfungsbericht

(Quelle: Gitt, Werner: Das Fundament, S. 156)

2.3 Naturwissenschaftliche Aussagen

Im Nachstehenden stellt Werner Gitt die naturwissenschaftlichen Aussagen des Schöpfungsberichtes den Glaubensaussagen des Schöpfungsberichtes gegenüber. Interessant ist hierbei, dass der Autor die eigentlichen Vorstellungen, die die Menschen von der evolutiven Weltentstehung haben durch göttliche Offenbarung als Irrtum ansieht.[10] Ich werde nicht auf alle 12 Punkte eingehen, sondern nur die wesentlichen nennen, diese aber dann mit Bibeltextstellen belegen:

- Anfangspunkt : dabei seien Raum, Zeit und Materie nicht ewig, sondern es gibt einen definierten Anfang: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde (1 Mo 1,1)
- Urknall: es gibt keinen gemeinsamen Urknall, sondern Gestirne wurden getrennt an unterschiedlichen Tagen geschaffen. (1. bzw. 4. Schöpfungstag)
- Erstes Leben: entstand nicht im Wasser, sondern wurde auf dem Land erschaffen: „Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es.

Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, dass es gut war.“ (1 Mo 1,11- 12)

- Zeitdauer: Die Entstehung der Welt geschah nicht über mehrere Millionen Jahre, sondern in sechs 24- Stunden- Tagen: „Sechs Tage darfst Du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst Du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.“ (2Mo 20,9-11)[11]

[...]


[1] vgl. Asimov, Isaac: Genesis. Schöpfungsbericht und Urzeit im Widerstreit von Wissenschaft und Offenbarung, S. 6

[2] vgl. Schwarz, Hans: Die biblische Urgeschichte, S. 9

[3] vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 149

[4] vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 149

[5] vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 150

[6] Gitt, Werner: Das Fundament, S. 151

[7] Gitt, Werner: Das Fundament, S. 151

[8] vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 152

[9] Gitt, Werner: Das Fundament, S. 154

[10] vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 155

[11] vgl. Gitt, Werner: Das Fundament, S. 155

Details

Seiten
21
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638361965
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v36625
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Fakultät für Kulturwissenschaften/ kath. Theologie
Note
1,7
Schlagworte
Evolutionstheorie Schöpfungsbericht Grundkurs Systematische Theologie

Autor

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Titel: Evolutionstheorie versus Schöpfungsbericht