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"Memoiren" von Leni Riefenstahl und "Im Schatten meiner Filme" von Veit Harlan. Die Strategien der Rechtfertigung und Entlastung zweier "Propaganda-Regisseure" des Dritten Reiches

Hausarbeit 2007 21 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung. Aufgabenstellung und Schwerpunkte der Seminararbeit

2. Rechtfertigungsstrategien in den Autobiographien Im Schatten meiner Filme von Veit Harlan und den Memoiren von Leni Riefenstahl
2.1 Leni Riefenstahl: Memoiren (1987)
a) Die Darstellung der Beziehung zum Nationalsozialismus/ der NS-Elite
b) Die Selbstdarstellung als Künstlerin und die Bewertung der eigenen Filme
2.2 Im Vergleich: Veit Harlan: Im Schatten meiner Filme (1966)
a) Die Darstellung der Beziehung zum Nationalsozialismus/ der NS-Elite
b) Die Selbstdarstellung als Künstler und die Bewertung der eigenen Filme

3. Zusammenfassung der Ergebnisse - Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Rechtfertigungsstrategien

Literaturverzeichnis

1. Einleitung. Aufgabenstellung und Schwerpunkte der Seminararbeit

„Der erkennbaren Abwehr einer Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit steht widerstreitend ein ebenfalls spürbares Bedürfnis nach einer Auseinandersetzung gegenüber.“1

Dies stellt Michael von Engelbach in einer Untersuchung über das mündliche autobiographische Erzählen im 20. Jahrhundert für die Generationen, deren Erwachsenenleben in die Zeit des Nationalsozialismus fällt, fest.

In der Tat scheint die Vielzahl der nach 1945 veröffentlichten Autobiographien zu belegen, dass sowohl im Falle der ‚Opfer’, als auch der ‚Täter’ des ‚Dritten Reiches’ der Wunsch besteht, die Öffentlichkeit von ihren Erlebnissen und Reflexionen über diese Zeit in Kenntnis zu setzen:

In meiner Seminararbeit werde ich die Autobiographien zweier Künstler, die in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft tätig waren miteinander vergleichen: Die Memoiren der Leni Riefenstahl und die Selbstbiographie Im Schatten meiner Filme von Veit Harlan. Für eine Gegenüberstellung sind diese Texte besonders gut geeignet, da sich signifikante Parallelen in den Lebensläufen der Autoren ausmachen lassen. Sowohl Veit Harlan, als auch Leni Riefenstahl waren so als Regisseure im NS-Regime tätig, in beiden Fällen fiel der Höhepunkt der jeweiligen künstlerischen Karriere in die Zeit des ‚Dritten Reiches’. Die zwei Autoren werden überdies in der Nachkriegszeit gleichermaßen mit dem Vorwurf konfrontiert, durch Filme wie Jud Süß oder Triumph des Willens Werbung für die nationalsozialistische Ideologie betrieben zu haben.

Aus arbeitsökonomischen Gründen werde ich mich bei meiner Untersuchung auf die Strategien konzentrieren, welche Veit Harlan und Leni Riefenstahl bei der Aufarbeitung der Vergangenheit in ihren Autobiographien anwenden, um ihre Tätigkeit als Regisseure im ‚Dritten Reich’ im Nachhinein zu erklären, bzw. zu rechtfertigen. Von besonderem Interesse erscheint mir hierbei die Frage, inwiefern es in den Texten zu einer Einsicht in eine mögliche Schuld oder Verantwortung kommt. Unter Berücksichtigung der Beeinflussung der Autobiographen durch ihren soziokulturellen, historischen Kontext soll auch dabei besonders herausgestellt werden, inwieweit die jeweiligen Darstellungen von bestimmten, tradierten Geschlechterstereotypen beeinflusst sind und inwiefern der Bezug auf diese geschlechtsspezifischen Rollenvorstellungen jeweils andere Argumentationsmuster erzeugt. Mit Blick auf die Zugehörigkeit von Veit Harlan und Leni Riefenstahl zur Berufsgruppe der Regisseure wird in der folgenden Seminararbeit zudem die Rolle, welche das Selbstverständnis als KünstlerIn bei dem Versuch der Exkulpation spielt, in die Überlegungen miteinbezogen werden.

2. Rechtfertigungsstrategien in den Autobiographien Im Schatten meiner Filme von Veit Harlan und den Memoiren von Leni Riefenstahl

2.1. Leni Riefenstahl: Memoiren (1987)

Durch ihren engen persönlichen Kontakt zu NS-Größen und ihren Ruf als nationalsozialistische Propagandafilmerin nach 1945 in die Kritik geraten,2 will Leni Riefenstahl mit den im August 1987 erschienen Memoiren3 nach eigener Aussage „vorgefassten Meinungen ... begegnen und Mißverständnisse ... klären.“4 Im Folgenden werde ich untersuchen, wie die Regisseurin ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus und der NS-Elite in ihrer Autobiographie erinnernd aufarbeitet, und anschließend gesondert auf ihre Ausführungen zu ihrer Tätigkeit als Regisseurin und ihrer Darstellung und eigenen Bewertung ihrer zur Zeit des Nationalsozialismus Filme eingehen.

a) Die Darstellung des Verhältnisses zum Nationalsozialismus und der NS-Elite

In der Darstellung ihrer Beziehung zum Nationalsozialismus versucht Leni Riefenstahl den engen, persönlichen Kontakt zu Hitler und der nationalsozialistischen Elite zu erklären, der seit 1932 bestand. Dabei wehrt sie sich in ihrer Autobiographie vehement gegen die Annahme, sie sei jemals überzeugte Nationalsozialistin gewesen. Ausführlich äußert sie sich über ihre Haltung zu der politischen Strömung und dem NS-Regime. Allein die „sozialistischen Pläne“5 der Nationalsozialisten hätten sie begeistert. Dem Antisemitismus habe sie jedoch stets ablehnend gegenübergestanden, meint sie, und betont eine schon in ihrer Jugend stark ausgeprägte Toleranz6 und ihre enge Freundschaft zu Juden, wie Joseph Sternberg oder Manfred George.7 Mutig will Leni Riefenstahl Hitler daher öfters aufgrund seiner rassistischen Einstellungen kritisiert haben.8 Auch die diversen Rettungsaktionen von verfolgten Mitbürgern, die in den Memoiren erwähnt werden, sind in diesem Zusammenhang als Entlastungsstrategie zu werten.9 Als Beleg für ihre eher ablehnende Haltung zum Nationalsozialismus zählt für die Regisseurin vor allem die Tatsache, dass sie nie Parteimitglied der NSDAP wurde.10 An Politik sei sie überdies sowieso nie interessiert gewesen.11

Obwohl Leni Riefenstahl bei einer Befragung des FAZ-Magazins 1994 Willensstärke als ihren Hauptcharakterzug angibt,12 kommt in den Memoiren insgesamt eine eher weiblich konnotierte Lebensauffassung zum Tragen, nach der sich das eigene Leben weitestgehend der Beeinflussung entzieht und sehr stark von Zufällen, bzw. dem Schicksal bestimmt ist und nicht in der eigenen Hand liegt.13 Wie sehr der Rückgriff auf diese Vorstellung, die stark mit dem Klischee der passiven, duldenden Frau verknüpft ist, in den Memoiren als Entlastung fungiert, wird in den Ausführungen zu dem seit 1932 bestehenden Kontakt zur nationalsozialistischen Elite deutlich: Indem die Treffen mit Goebbels, Hitler und anderen Parteigrößen selten von Leni auszugehen scheinen, sondern auf Initiative der Gegenseite oder häufig durch seltsame Zufälle zu entstehen, wird das Walten eines höheren Schicksals suggeriert, dem sich Leni nicht erwehren kann.14

Ihre Faszination für Adolf Hitler, die sie schließlich dazu brachte, in Eigeninitiative den persönlichen Kontakt zum Führer zu suchen, erklärt Leni Riefenstahl durch einer ihm zueignen Suggestivkraft, von der sie sich irrationalerweise angezogen fühlt.15 Indem sie von einer speziellen „Magie“16 des Hitlers ausgeht, die sie hypnotisiert und plötzlich gegen ihren Willen - „wie unter einem inneren Zwang“17 handeln lässt, kann die Regisseurin bestreiten, dass die Freundschaft für Hitler eventuell bewusst aus Karrieregründen geknüpft wurde und jeglichen Verdacht auf eine rational begründete Begeisterung für den Führer und sein politisches Programm zurückweisen:18 Die Verehrung überfällt Leni wie eine Krankheit, wobei die Behauptung „infiziert“19 worden zu sein die Ohnmacht und den Opferstatus des Patienten mit einschließt und somit eine exkulpierende Funktion besitzt.20 Auch in diesem Falle erweist sich die Bezugnahme auf eine der Frau zugeordnete Gefühlsbetontheit und Affektivität als Teil der Rechtfertigungsstrategie.21 Vor allem die stark erotische Konnotation Hitlers deutet dabei eine Verführung an.22

Den Verdacht, dass die sich entwickelnde, persönliche Freundschaft zum Führer auch eine Zustimmung zu nationalsozialistischen Zielen implizieren könnte, verwirft Riefenstahl, indem sie betont, stets „zwischen Hitlers politischen Vorstellungen und seiner Person“23 unterschieden zu haben.

Plausibel gemacht wird die Sympathie, die Leni Riefenstahl für den Führer empfindet durch die sehr positive Zeichnung dieser Figur in den Memoiren, wobei sich der Leser in eine Art „Parallel- Vergangenheit“24 versetzt glaubt: In den Erinnerungen der Regisseurin tritt der massenmordende Tyrann und Diktator als rücksichtsvoller, sympathischer Gönner und fürsorglicher Beschützer der Künstlerin auf, der in seiner selbstgewählten Einsamkeit als zurückgewiesener Liebhaber Riefenstahls bedauernswert wirkt.25 Ist Hitler mit Leni zusammen, steht er dem Zweiten Weltkrieg ablehnend gegenüber26 und sorgt sich um polnische Frauen und Kinder im belagerten Warschau.27 Vor allem durch die Vielzahl der beschriebenen, intimen Momente mit dem Führer, in welchem der Diktator und die Künstlerin nicht selten als Figuren einer „Film-Romanze“28 erscheinen, und der Aufzählung diverser „Niedlichkeiten ... und Harmlosigkeiten“29 über Hitler kommt es dabei eindeutig zu einer Verharmlosung dieses Kontaktes - was Riefenstahl zugutekommt und entlastend wirkt. Um die historisch verbürgten „Grausamkeiten in Einklang“30 mit dem von ihr beobachteten Menschen bringen zu können, unterstellt sie Hitler - als „historisches Häkeldeckchen“31 sozusagen - eine Schizophrenie, die sie über seinen wahren Charakter hinweggetäuscht hätte.32

Überhaupt stellt sich Leni Riefenstahl trotz ihres engen Kontakts zum Regime des ‚Dritten Reiches’ nach 1945 in die Reihe der Genasführten und von den Nationalsozialisten betrogenen Menschen - was auch in ihrer Autobiographie erkennbar wird:33 Wie zum Beweis dafür, dass sie die nationalsozialistischen Lügen über so wichtige Ereignisse wie den Zweiten Weltkrieg, den Reichstagsbrand und der ‚Reichskristallnacht’ geglaubt haben will, gibt sie diese in den Memoiren unreflektiert wieder - ohne auch nur anzudeuten, die Erklärungen in irgendeiner Art und Weise angezweifelt zu haben.34 Dass die Regisseurin von Konzentrationslagern und einem Massenmord an Juden und Sinti und Roma nichts gewusst haben soll, wird gewissermaßen durch die im Text herausgestellten, typisch weiblichen Gefühlsausbrüche in Reaktion auf die Enthüllung der Verbrechen durch die Alliierten belegt.35 Erklärt und entschuldigt wird die Unwissenheit von Leni Riefenstahl und ihre Unfähigkeit Hitler oder den Nationalsozialismus adäquat zu bewerten durch die in den Memoiren mehrfach erwähnte politische Naivität, die aus dem bereits erwähnten Desinteresse der Künstlerin an politischen Dingen resultiert.36 Dabei rekurriert Leni auf das Klischee der politisch unverständigen Frau, um sich zu entlasten. Ein immer wiederauftretendes Motiv, das in diesem Zusammenhang zusätzlich dazu dient, die Ahnungslosigkeit verständlich zu machen, bilden dabei die beruflichen oder privaten Auslandsreisen, die Leni Riefenstahl anführt, wenn etwas Schlimmes in Deutschland passiert.37

b) Die Selbstdarstellung als Künstlerin und die Bewertung der eigenen Filme

Nach 1945 wurden Leni Riefenstahl vor allem die Filme über die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg zum Vorwurf gemacht: Mit Sieg des Glaubens 38 und in besonderem Maße mit Triumph des Willens 39 habe sie Adolf Hitler und die nationalsozialistischen Mythen und Rituale idealisiert, mit Tag der Freiheit 40 indirekt für Wiederaufrüstung und Wehrbereitschaft geworben. Selbst die Filme über die Sommerolympiade 1936 Fest der Völker und Fest der Schönheit werden als politische Werke betrachtet, da diese dem Zuschauer ein friedliches, faires ‚Drittes Reich’ suggerieren und damit den ‚schönen Schein’ unterstützen, den die Nationalsozialisten der Welt in den dreißiger Jahren vorspiegeln wollten.41

Obwohl die Filmwissenschaft Leni Riefenstahl längst als Propagandafilmerin einordnet, weigerte die Diva sich bis an ihr Lebensende, einzugestehen, eine Nutznießerin des ‚Dritten Reiches’ gewesen zu sein und durch ihre Filme zu einer Stabilisierung der nationalsozialistischen Ideologie oder zur Festigung des politischen Systems beigetragen zu haben.42 In der Rechtfertigung ihres künstlerischen Schaffens im ‚Dritten Reich’ versucht sich die Filmemacherin in den Memoiren als unpolitische Künstlerin zu präsentieren. Entschieden weist die Regisseurin den Vorwurf zurück, gezielt Kontakte mit den Nationalsozialisten geknüpft zu haben, um ihre Karriere voranzutreiben.43 Zum einen betont sie so ihren künstlerischen Erfolg vor 1933 als Künstlerin, Regisseurin und Schauspielerin und suggeriert dem Leser dadurch, ihr wäre auch ohne die Unterstützung des NS- Regimes eine vergleichbare künstlerische Laufbahn beschieden gewesen.44 Das Stillschweigen über einige Privilegien, die Leni Riefenstahl als „Staatskünstlerin“45 des ‚Dritten Reiches’ genoss, dient ebenfalls dazu, die Förderung durch die Nationalsozialisten herunterzuspielen.46

[...]


1 Von Engelbach, Michael: Geschlechtsspezifische Muster des mündlichen, autobiographischen Erzählens im 20. Jahrhundert. In: Heuser, Magdalene (Hg.): Autobiographie von Frauen. Beiträge zu ihrer Geschichte. Tübingen 1996, S.385.

2 Vgl. Rother, Rainer: Leni Riefenstahl. Die Verführung eines Talents. Berlin 2000, S.132-148. Vgl. Trimborn, Jürgens: Riefenstahl. Eine deutsche Karriere. Berlin 2002, S.404-410. Vgl. Kinkel, Lutz: Die Scheinwerferin. Leni Riefenstahl und das „Dritte Reich“. Hamburg 2002, S.266-272.

3 Zur Entstehung der Memoiren: Vgl. Trimborn, Jürgen. Riefenstahl, S.466 f.. Vgl. Hovdar, Sylvia Margarethe: „Mein Schweigen half mir nicht, zu vergessen.“ Das Erinnern und Verdrängen der NS-Vergangenheit in den autobiographischen Texten von Leni Riefenstahl, Traudl Junge und Ilse Schmidt. Salzburg 2003, S.32. Vgl. Kinkel, Lutz: Die Scheinwerferin, S.290-296.

4 Riefenstahl, Leni: Memoiren. Mit 40 Bildtafeln. München; Hamburg 1987, S.914.

5 Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.153.

6 „Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß mir nationale Gefühle fremd waren. Krieg war für mich der Inbegriff des Schrecklichen, und übertriebene Nationalgefühle konnten schuld daran sein, daß es überhaupt Krieg gab. Für mich hatten Menschen, ob schwarz, weiß oder rot, den gleichen Wert und von Rassentheorien hatte ich noch nie etwas gehört.“ (Ebd., S.28.)

7 Vgl. ebd., S.153, S.118 f..

8 Vgl. ebd., S.158, S.197, S.290 f..

9 Vgl. ebd., S.297, S.406.

10 Vgl. ebd., S.158.

11 Vgl. ebd., S.28, S.158, S.183.

12 FAZ-Magazin vom 25. März 1994. Zitiert nach: Rother, Rainer: Leni Riefenstahl, S.9. Auch in den Memoiren wird diese Einstellung angedeutet, wenn Riefenstahl sich mit 16 Jahren vornimmt, nie von einem Mann abhängig zu werden, weil „nur mein eigener Wille ... entscheiden“ sollte. (Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.30.)

13 Vgl. Von Engelbach, Michael: Geschlechtsspezifische Muster des mündlichen, autobiographischen Erzählens im 20. Jahrhundert, S.382 f..

14 Vgl. ebd., S.157 (Hitler), S.183, S.185. Dabei verrät nach Kinkel allein die „Einschlagsdichte der Zufälle ..., dass sie keine waren.“ (Kinkel, Lutz: Die Scheinwerferin, S.304.)

15 Bei der Rede im Berliner Sportpalast, die Leni so fasziniert, dass sie um ein persönliches Treffen bittet, (Vgl. ebd., S.154-160.) betont sie beispielsweise, dass sie von dem eigentlichen Vortrag zu wenig verstanden habe, um diesen adäquat bewerten zu können. Vielmehr führt sie die große Wirkung, die Hitler auf sie machte, auf seine ungeheure Anziehungskraft zurück. (Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.152.)

16 Ebd., S.417.

17 Ebd., S.157.

18 Die in den Memoiren angedeutete Tatsache, dass Riefenstahl Hitlers Mein Kampf gelesen hat, scheint dabei der Behauptung, Leni hätte sich nicht für Politik interessiert und sei nur von der Person Hitlers angezogen worden, zu widersprechen. (Vgl. ebd., S.182 f.. Vgl. Trimborn, Jürgen: Riefenstahl, S.130.)

19 Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.152.

20 Vgl. Kühnl, Reinhard: Das Dritte Reich in der Presse der Bundesrepublik. Franfurt am Main 1966, S.63. Vgl. Mitscherlich, Alexander und Margarethe: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. München 1967, S.28.

21 Vgl. Kilian, Elena: Weiblichkeit. In: Kroll, Renate (Hg.): Gender Studies. Geschlechterforschung. Stuttgart 2002, S.399.

22 Auch wenn Leni Riefenstahl eine Beziehung zu Hitler bestreitet (Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.159 f..) wird die Figur in den Memoiren stark mit sexueller Bedeutung aufgeladen: Während der ersten Rede, die Leni in Berlin hört, deutet sie die erotische Wirkung des Führers in einer „phallisch-narzisstischen“ Vision an. (Mitscherlich, Margarethe: Über die Mühsal der Emanzipation. Frankfurt am Main 1990, S.157. Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.152.) Hitler wird mit der Wirkung des Verführers ausgestattet und hat den gleichen hypnotischen, lähmenden Effekt auf Leni Riefenstahl, wie ihr erster Geliebter Otto Froitzheimer und ihr späterer Ehemann Peter Jacobs. (Vgl. ebd., S.360 f. (Peter Jacobs) und S.58 f., S.68. (Otto Froitzheimer))

23 Vgl. ebd., S.153.

24 Hovdar, Sylvia Margarethe: „Mein Schweigen half mir nicht, zu vergessen.“, S.76.

25 Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.157 f., S.186 , S.214, S.250 f., S.288-291,S.309-312.

26 Vgl. ebd., S.343.

27 Vgl. ebd., S.353.

28 Lenssen, Claudia: Leben und Werk. In: Filmmuseum Potsdam (Hg.): Leni Riefenstahl. Berlin 1999, S.53.

29 Raddatz, Fritz: Hitler lobt Helenes Apfelstrudel. In: Die Zeit. Nr.42. 9. Oktober 1987, S.29.

30 Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.418.

31 Raddatz, Fritz: Hitler lobt Helenes Apfelstrudel., S.29. 32 Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.353, S.418.

33 Dabei wird Unwissenheit mit Unschuld gleichgesetzt. (Vgl. ebd., S.479.)

34 Vgl. ebd., S.212 (Reichtagsbrand), S.324 (Reichskristallnacht), S.349 und S.353 (Zweiter Weltkrieg). Georg Seeßlen bezeichnet die Memoiren wegen dieser unreflektierten Wiedergabe nationalsozialistischer Verfälschungen der Ereignisse als „Prachtstück faschistischer Literatur“. (Zitiert nach Kinkel, Lutz: Die Scheinwerferin, S.304.)

35 Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.416 ff..

36 Vgl. ebd., S.28, S.151, S.157 f., S.183, S.185, S.205, S.227.

37 Vgl. Moeller, Felix: „Die einzige von all den Stars, die uns versteht“ In: Filmmuseum Potsdam (Hg.): Leni Riefenstahl. Berlin 1999, S. 145 und S.148. Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.194 (Bücherverbrennungen und erste Judenverfolgungen), S.323. (Reichspogromnacht)

38 Für weitere Informationen und eine genauere Analyse von Sieg des Glaubens: Vgl. Zimmermann, Peter: Die Parteitagsfilme der NSDAP und Leni Riefenstahl. In: Zimmermann, Peter; Hoffmann, Kay (Hg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 3. Drittes Reich 1933- 1945. Stuttgart 2005, S.513-516. Vgl. Culbert, David; Loiperdinger, Martin: Leni Riefenstahl, the SA and the Nazi Party Rally Films, Nuremberg 1933-1934: „Sieg des Glaubens“ and „Triumph des Willens“. In: Historical Journal of Film, Radio and Television. Band 8. Heft 1. Oxford 1988, S.3-

35.

39 Für weitere Informationen und eine genauere Analyse von Triumph des Willens: Vgl. Zimmermann, Peter: Die Parteitagsfilme der NSDAP und Leni Riefenstahl, S.517-521. Vgl. Loiperdinger, Martin: Rituale der Mobilmachung. Der Parteitagsfilm „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl. Opladen 1987. Vgl. Nowotny, Peter: Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ Zur Kritik dokumentarischer Filmarbeit im NS-Faschismus. Arbeitshefte zur Medientheorie und Medienpraxis Band 3: Dortmund 1981.

40 Für weitere Informationen und eine genauere Analyse von Tag der Freiheit: Vgl. Culbert, David and Loiperdinger, Martin: “Leni Riefenstahl’s Tag der Freiheit: The 1935 Party Rally film.”In: Historical Journal of Film, Radio and Television 12.1. (1992), S.3-40.

41 Vgl. Rother, Rainer: Riefenstahl, S.93 f.. Graham, Cooper C.: 1938- Leni Riefenstahl and Olympia. London 1986, S.253, S.259. Schnaub, Hannah B.: Riefenstahls Olympia. Körperideale- ethische Verantwortung oder Freiheit des Künstlers? München 2003, S.130.

42 Vgl. Trimborn, Jürgens: Riefenstahl, S.405.

43 Vgl. z.B. ebd., S.162.

44 Vgl. Riefenstahl, Leni: Memoiren, S.54 (Künstlerischer Erfolg aus eigener Kraft), S.61-68 (Erfolg als Tänzerin), S.73-137 (Erfolg als.Schauspielerin), S.150 f.. (Erfolg als Regisseurin vor Hitler). Trimborn und Kinkel meinen dagegen, Leni wäre ohne Unterstützung des nationalsozialistischen Regimes eine künstlerische „Außenseiterin“ geblieben. (Vgl. Trimborn, Jürgens: Riefenstahl, S.162. Vgl. Kinkel, Lutz: Die Scheinwerferin, S.302.)

45 Trimborn, Jürgens: Riefenstahl, S.274.

46 So verschweigt Leni Riefenstahl in ihren Memoiren die Pläne für ein vom NS-Regime finanziertes Filmgelände. (Vgl. Trimborn, Jürgens: Riefenstahl, S.280-285.)

Details

Seiten
21
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783668450080
ISBN (Buch)
9783668450097
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v365548
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Schlagworte
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Titel: "Memoiren" von Leni Riefenstahl und "Im Schatten meiner Filme" von Veit Harlan. Die Strategien der Rechtfertigung und Entlastung zweier "Propaganda-Regisseure" des Dritten Reiches