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Anpassungsmöglichkeiten von Informationssystemen am Beispiel von ERP-Systemen

Hausarbeit 2004 15 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Motivation der Arbeit

2 Definition von Informationssystemen

3 Flexibilität von Informationssystemen

4 Hardwareanpassungen im Rahmen des Sizing

5 Anpassung durch Customizing und Schaltung von Modulen

6 Erweiterung der Funktionalität durch Programmierung

7 Fazit

A Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Komponenten eines Informationssystems

2 Typisches Muster der Benutzeraktivität

3 Modifikation des Standardquellcodes und User-Exit

Abkürzungsverzeichnis

API :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Motivation der Arbeit

Meine Motivation zu einer Arbeit in der die Anpassungsmöglichkeiten von Informations- systemen erörtert werden entstand aus meinem beruflichen Umfeld. Als Anbieter von En- terprise Resource Planning Systemen (ERP-Systemen) sind wir darauf angewiesen unsere Software möglichst flexibel zu gestalten, um sie in unterschiedlichen Unternehmen einsetzen zu können.

Es ist für mich deshalb von hoher Bedeutung die einzelnen Anpassungsmöglichkeiten eines solchen Systems zu kennen. Wichtig dabei ist auch die jeweiligen Vor- und Nachteile der Möglichkeiten einzuschätzen, um somit für unterschiedliche Anpassungsbedarfe die richtigen Lösungen auswählen zu können.

2 Definition von Informationssystemen

Um sich dem Begriff Informationssystem zu nähern werden im Folgenden zunächst die Begriffe Daten und Informationen definiert:

Unter Informationen wird zweckorientiertes Wissen verstanden, d. h. Informationen lösen beim Empfänger bestimmte Handlungen aus.1 Daten dienen dazu solche Informationen ”aufgrund bekannter oder unterstellter Abmachungen in einer maschinell verarbeitbaren Form“2

darzustellen.

Informationssysteme (IS) werden in der allgemeinen Literatur als Systeme, welche zur Verarbeitung von Informationen dienen, definiert. Unter der Verarbeitung von Informationen wird dabei die Erfassung, Übertragung, Transformation, Speicherung und Bereitstellung von Informationen verstanden.3

IS werden in vielen Bereichen der Wirtschaft und Verwaltung eingesetzt. Sie dienen hier dazu die Geschäftsprozesse eines Unternehmens mit seinen inner- und überbetrieblichen Austauschbeziehungen darzustellen. Man spricht bei solchen IS auch von betrieblichen IS.4 Eine spezielle Form eines betrieblichen IS sind ERP-Systeme.5 Diese werden in den folgenden Abschnitten mehrmals als Beispiel hernagezogen werden.

Abbildung 1 zeigt die einzelnen Komponenten eines IS. Die schon beschriebenen Daten werden mit Hilfe von technischen Geräten (Hardware) nach einem durch Software definierten Ablauf verarbeitet. Sie bilden die zentralen Komponenten eines IS.6

Ein Unternehmen besitzt organisatorische Regelungen (Aufbau- und Ablauforganisation), welche ihren Geschäftsprozessen zugrundeliegen.7 Damit ein Informationssystem in einem Unternehmen Anwendung finden kann müssen diese Regelungen ebenfalls Bestandteil eines IS sein. Die ein IS betreffenden organisatorischen Konzepte werden auch als Orgware be- zeichnet.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Komponenten eines Informationssystems

Eigene Darstellung in Anlehnung an Schwarze, J. (2000), S. 49

Eine weitere Komponente eines IS sind Menschen. Sie entwicklen, betreuen und arbeiten mit IS und tragen somit einen wesentlichen Beitrag zur Leistungsfähigkeit eines IS bei. Menschen im Rahmen eines IS werden auch als Manware bezeichnet.9

Für die Entwicklung, Beschaffung, Einführung und Betreuung eines IS ist ein spezielles Management erforderlich, welches das Unternehmen auf das IS ausrichtet. Den entsprechenden Managementansatz nennt man Informationsmanagement.

3 Flexibilität von Informationssystemen

In Abschnitt 2 wurde bereits erläutert, dass Software eine der zentralen Komponenten eines IS ist. Ein großer Teil der heute in Unternehmen eingesetzten Software ist Standardsoftware.

D. h. die selbe Software wird in mehreren Unternehmen eingesetzt.10 Allerdings sind nicht alle Unternehmen gleich. Ein Unternehmen muss sich deshalb bei der Einführung einer neuen Software die Frage stellen, in wie weit es sich an die die neue Software anpassen kann. Damit verbunden sind Änderungen der organisatorischen Abläufe (Anpas- sung der Orgware) und Schulungen der Mitarbeiter (Anpassung der Menware). Eine solche Anpassung von Org- und Menware bringt jedoch Probleme mit sich. So kann es z. B. bei starken Veränderungen der Unternehmensabläufe und den damit verbundenen Veränderungen der Aufgabenbereiche zu Akzeptanzproblemen bei den Mitarbeitern kom- men. Außerdem kann die Veränderung von Geschäftsprozessen zu Profitverlusten führen. Diese Gefahr besteht insbesondere dann, wenn von den organisatorischen Änderungen die Kernkompetenzen des Unternehmens betroffen sind.11

Softwarehersteller bieten deshalb unterschiedliche Möglichkeiten, um ihre Software an ein Unternehmen anzupassen. Als Beispiel seien hier Customizing und Erweiterungsprogram- mierung genannt, auf die in den folgenden Abschnitten noch näher eingegangen wird. Die Einführung neuer Software in ein IS ist nicht der einzige Grund, warum die einzelnen Komponenten eines IS flexibel gegenüber Änderungen sein müssen. So muss ein IS z. B. auf Veränderungen innerhalb des Unternehmens und seiner Umwelt reagieren können. Denn nur Unternehmen, welche Ihr Informationssystem schnell an sich verändernde Umweltsituatio- nen anpassen können sind in der Lage sich dauerhaft im Wettbewerb zu behaupten.12 Grundsätzlich läßt sich die Anpassung von IS in zwei Bereiche unterteilen. Die Konzeption von Anpassungsmöglichkeiten und die Realisierung des Anpassungsprozesses. Die Konzeption von Anpassungsmöglichkeiten bedeutet, dass zum Zeitpunkt der Entwick- lung einzelner Komponenten eines IS (z. B. Entwicklung der Software oder Zusammen- stellung der Hardware) vorausgedacht werden muss. Nur so kann ein späteres Anpassungs- vermögen gewährleistet werden. Ggf. können hier auch schon geeignete Werkzeuge zur späte- ren Anpassung bereitgestellt werden.13

Mit der Realisierung des Anpassungsprozesses ist gemeint, dass die bereitgestellten Anpassungmöglichkeiten genutzt werden um die einzelnen Komponenten ans Unternehmen und im Laufe des Betriebes an auftretende Veränderungen anzupassen.14 Die folgenden Abschnitte zeigen Möglichkeiten der Anpassung von Hard- und Software eines IS am Beispiel von ERP-Systemen.

4 Hardwareanpassungen im Rahmen des Sizing

Mit dem Begriff Sizing wird die Dimensionierung der Hardware entsprechend der Bedürfnisse eines Unternehmens bezeichnet. Sie hat vorallem Einfluß auf die Performance eines IS und die Menge der Daten welche verarbeitet werden können.15

Die anpassungsrelevante Hardware ist vor allem die Zahl und Leistung der CPU (Central Processing Unit), die Größe des Hauptspeichers, sowie die Größe des physikalischen Speichers der Rechnersysteme. Aber auch die Auswahl einer geeigneten Netzwerkarchitektur spielt in diesem Rahmen eine Rolle.16

Es gibt zahlreiche Benchmarks von ERP-Herstellern, die über Punkte-Systeme versuchen die Leistungsfähigkeit einer Hardwarekonfiguration auszudrücken. Solche Benchmarks über- prüfen meist nur die Zahl der Transaktionen, welche ein System in einem bestimmten Zeit- raum bewältigen kann. Für einen Anwender, der mit dem ERP-Systemen arbeitet, ist das wichtigste Performance-Kriterium jedoch die Antwortzeit des Systems im laufenden Be- trieb. Dabei werden Antwortzeiten von einer Sekunde noch als gut empfunden. Nähert die durchschnittliche Antwortzeit jedoch 2 Sekunden, so wird dies vom Anwender subjektiv als störend empfunden.17

Zur Dimensionierung der Hardware gibt es unterschiedliche Modelle. Hier sind die benutzerbasierende Dimensionierung, die durchsatzbasierende Dimensionierung und der CustomerPerformance-Test zu nennen.18

[...]


1 Vgl. Schwarze, J. (2000), S. 39

2 Hansen, H. R. (1998), S. 6

3 Vgl. Ferstl, O. K., Sinz, E. J. (2001), S. 1; Schwarze, J. (2000), S. 46

4 Vgl. Hansen, H. R. (1998), S. 67; Ferstl, O. K., Sinz, E. J. (2001), S. 1

5 Vgl. Mauterer, H. (2002), S. 7-9

6 Vgl. Schwarze, J. (2000), S. 48f.

7 Vgl. Schierenbeck, H. (2000), S. 95f.

8 Vgl. Schwarze, J. (2000), S. 48

9 Vgl. Hansen, H. R. (1998), S. 67; Schwarze, J. (2000), S. 48

10 Vgl. Hansen, H. R. (1998), S. 172-174; Mauterer, H. (2002), S. 9f.

11 Vgl. Enzler, S. (2003), S. 6

12 Vgl. Wolf, I. u. Wolf, R. (2003); Hufgard, A. (1994), S. 2

13 Vgl. Hufgard, A. (1994), S. 3

14 Vgl. Hufgard, A. (1994), S. 3

15 Vgl. Missbach, M. (2002); Fujitsu Siemens (2002)

16 Vgl. SAP (2002) S. 16; Cisco Systems (o. A.)

17 Vgl. Missbach, M. (2002)

18 Vgl. SAP (2002) S. 16

Details

Seiten
15
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638361354
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v36539
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta
Note
2.0
Schlagworte
Anpassungsmöglichkeiten Informationssystemen Beispiel ERP-Systemen Informationssysteme

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