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Wirtschaftliche Globalisierung und Umwelt. Sozialtheoretische Überlegungen

Hausarbeit 2017 18 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gegenstand der wirtschaftlichen Globalisierung

3 Umweltsymptomatik und ihre Ursachen im Zuge der wirtschaftlichen Globalisierung
3.1 Der Klimawandel
3.2 Weitere Aspekte der Umweltzerstörung
3.3 Ursachenforschung

4 Soziologie und Umwelt
4.1 Der Umweltbegriff im sozialtheoretischen Verständnis
4.2 Soziologische Lösungsansätze zur Umweltproblematik
4.2.1 Der Homo oeconomicus Ansatz in der Ökologie
4.2.2 Der Cultural Theory-Ansatz

5 Kritische Würdigung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Globale Handelsströme: Warenhandel 2014 in Milliarden Dollar

Abbildung 2: Grundstruktur der Mensch-Natur-Interaktion

1 Einleitung

„Wir haben uns noch nie solch einer Herausforderung gegenüber gesehen. Die menschlichen, ökonomischen und ökologischen Kosten des Klimawandels werden bald untragbar sein. Der Klimawandel bedroht den so hart errungenen Frieden, unseren Wohlstand und die Chancen für Milliarden Menschen. Er ist die prägende Aufgabe unserer Zeit. Unsere Antwort wird die Zukunft entscheiden.‟1 Dieses Zitat vom ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon zeigt auf, welche herausragende Relevanz die derzeitige Umweltsituation für die gesamte Menschheit besitzt. Als eine der Hauptursachen für diese prekäre Umweltsituation gilt die globalisierte Weltwirtschaft, die insbesondere seit den 1980er Jahren enorm an Bedeutung in ökonomischer, politischer, ökologischer, aber auch soziologischer Hinsicht gewann.2

Der Fokus dieser Arbeit liegt, nach einer umfangreichen Darstellung der wirtschaftlichen Globalisierung und den dadurch verursachten Umweltfolgen, auf der Frage, wie und welche sozialtheoretischen Ansätze mit direktem Bezug zur Globalisierung dabei helfen können, der gegenwärtigen Umweltproblematik, einschließlich der des Klimawandels, entgegenzuwirken.

Um zunächst in den Begriff der Globalisierung einzuführen wird in Kapitel 2 der Gegenstand der wirtschaftlichen Globalisierung als Grundlage für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik dargestellt. Anschließend wird beschrieben, welche Umweltfolgen aus einer globalisierten Weltwirtschaft entstanden sind, beziehungsweise sich noch im Entstehungsprozess befinden, und welche langfristigen Konsequenzen diese nach sich ziehen. Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet das 4. Kapitel, in welchem zunächst der Umweltbegriff aus sozialtheoretischer Perspektive erklärt wird. Anschließend werden exemplarisch zwei soziologische Lösungsansätze zur Umweltproblematik vorgestellt und kritisch bewertet. Das finale Kapitel beinhaltet eine kritische Würdigung der evaluierten Inhalte sowie einen thematischen Ausblick.

2 Gegenstand der wirtschaftlichen Globalisierung

Um sich der eingangs formulierten Forschungsfrage anzunähern, und um diese im weiteren Verlauf dieser Arbeit vollumfassend beantworten zu können, bedarf es zunächst einer einheitlichen Definition des Begriffes der wirtschaftlichen Globalisierung.

Die Entstehung des Begriffes der Globalisierung als solcher wird erst auf Mitte der 1980er Jahre datiert.3 Eine Weltwirtschaft, die sich durch globale Vernetzung auszeichnet, und somit als eigentlicher Ursprung der Globalisierung in ihrer heutigen Form gilt, wird in der Literatur aber schon auf Mitte des 15. Jahrhunderts festgesetzt. Als federführend gelten hierbei die historischen Analysen des Soziologen Immanuel Wallerstein, der diesen Zeitraum aufgrund einer international auftretenden wirtschaftlichen Arbeitsteilung als Startphase für eine globalisierte Weltwirtschaft ausfindig machte.4

Doch was versteht die Fachliteratur unter dem Begriff der wirtschaftlichen Globalisierung? Da es in der Literatur keine einheitliche Definition des Begriffes der Globalisierung gibt, existieren lediglich sich diesem annähernde Umschreibungen, die in ihrer Bedeutung häufig sehr inkongruent zueinander sind. Gemeinsamkeiten in der Definition des Begriffes finden sich aber vor allem in den Worten der Verflechtung, der Vernetzung und des Prozesses wieder.5 So kann wirtschaftliche Globalisierung als ein Prozess interpretiert werden, der eine Vernetzung global auftretender ökonomischer Aktionen, wie den Warenaustausch oder Finanzinvestitionen zwischen mehreren staatlichen Akteuren, inkludiert. Zudem umfasst wirtschaftliche Globalisierung auch eine zunehmende Vernetzung internationaler Wirtschaftsbeziehungen, als auch global integrierte Wertschöpfungsketten, und hängt somit unmittelbar auch mit globalen politischen Entscheidungen zusammen.6

Von besonderer Relevanz ist, insbesondere unter Berücksichtigung der später zu evaluierenden Umweltfolgen und der daraus resultierenden Frage der zu tragenden Verantwortung, die Tatsache, dass die wirtschaftliche Globalisierung durch wenige, führende Industriestaaten Nordamerikas, Europas und Asiens dominiert wird.

Als Konsequenz entfallen 80 % der bedeutendsten Globalisierungsaktivitäten auf nur 25 Staaten. Diese werden im Folgenden daher auch den Fokus im Zusammenhang mit der entstandenen Umweltproblematik bilden.7

Die folgende Abbildung 1 zeigt die globalen Handelsströme und ihre weltweite Verteilung, und bekräftigt, dass die überwiegenden wirtschaftlichen Globalisierungsaktivitäten auf einige wenige führende Industriestaaten entfallen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Globale Handelsströme: Warenhandel 2014 in Milliarden Dollar8

Aus Abbildung 1 geht hervor, dass der internationale Warenhandel, wie bereits erwähnt, insbesondere durch die Regionen Nordamerikas, Europas und Ost-Asiens dominiert wird. Währenddessen ist ein Großteil des afrikanischen und südamerikanischen Kontinents kaum bzw. gar nicht in den internationalen Warenhandel, und somit auch nicht in die wirtschaftliche Globalisierung, integriert. Der in der Abbildung dargestellte internationale Warenhandel steht hierbei zwar lediglich als eins von vielen Synonymen für die wirtschaftliche Globalisierung, dennoch ist der globale Warenhandel ein Merkmal von entscheidender Relevanz eben dieser.9

Die Treiber der wirtschaftlichen Globalisierung, die in Abbildung 1 dargestellt sind, gelten gleichzeitig auch als Hauptverantwortliche für die aus der Wirtschaft resultierenden Umweltrisiken, da diese für den Großteil der Umweltverschmutzung verantwortlich sind, und auch bezüglich Präventivmaßnahmen für den Umweltschutz die Verantwortung tragen. Diese Darstellung der Ist-Situation ist nicht nur für die spätere Erarbeitung von Lösungskonzepten wichtig, sondern ist im Verlauf der gesamten Arbeit von besonderer Relevanz.10

3 Umweltsymptomatik und ihre Ursachen im Zuge der wirtschaftlichen Globalisierung

Nachdem die Begrifflichkeit der wirtschaftlichen Globalisierung dargestellt wurde, werden im Folgenden die unmittelbaren Umweltfolgen eben dieser aufgezeigt. Da die Fülle der gesamten Umweltproblematiken den Rahmen dieser Arbeit deutlich überschreiten würde, werden im Verlauf dieses Kapitels lediglich die ökologisch signifikantesten Umweltrisiken kurz dargestellt.

3.1 Der Klimawandel

Der eingangs erwähnte Prozess des Klimawandels ist nur eines von zahlreichen anderen Symptomen, welches durch die wirtschaftliche Globalisierung als Mit-Verursacher hervorgerufen wurde. Ursächlich für den Klimawandel sind unter anderem der übermäßige Verbrauch, beziehungsweise die Verbrennung von fossilen Energieträgern und das dadurch emittierte Kohlenstoffdioxid, sowie das durch die Massentierhaltung massenhaft produzierte Methangas. Auch hier sind es die bereits wenigen genannten dominierenden Industriestaaten, die den Großteil an Emissionen produzieren, und somit die gesamte Umwelt belasten. Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen, welche mit 60 % den Hauptanteil am Klimawandel ausmachen, werden primär durch China und den USA (28 % bzw. 16 % des weltweiten Kohlenstoffdioxid Ausstoßes) produziert. Die anderen genannten führenden Kräfte der wirtschaftlichen Globalisierung folgen dahinter mit jeweils einstelligen Prozentwerten. Dies bestätigt folglicherweise die These, dass die Dominatoren der wirtschaftlichen Globalisierung gleichzeitig auch die Hauptverantwortlichen der Umweltverschmutzung sind.11

Infolge des Klimawandels ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine stetige Erderwärmung um fast ein Grad zu verzeichnen. Klimaprognosen des Max-Planck- Instituts gehen zukünftig, bis Ende des 21. Jahrhunderts sogar von einer Temperaturerhöhung von bis zu vier Grad aus, falls die Emissionswerte weiter ansteigen sollten. Hieraus ergeben sich dramatische Folgen für Mensch und Natur. Neben einer Versauerung der Weltmeere kann, und kommt es teilweise bereits, zu einer Anhäufung von Naturkatastrophen und flächendeckenden Dürren. Das Aussterben zahlreicher Tierarten und die unmittelbare Gefährdung von Millionen Menschenleben sind die Folge.12

3.2 Weitere Aspekte der Umweltzerstörung

Neben dem Klimawandel folgen aus der wirtschaftlichen Globalisierung noch weitere Umweltsymptome. Da diese die Umwelt als eine Art kostenloses Ressourcenlager betrachtet, wird nahezu überall Raubbau an der Umwelt betrieben. Dies zeigt sich exemplarisch an der Abholzung des Regenwaldes im Amazonas Gebiet. Alleine in Brasilien werden jährlich über 2,6 Mio. Hektar Regenwald abgeholzt. Auch hierfür ist größtenteils die wirtschaftliche Globalisierung als Ursache heranzuziehen. Neben der Generierung von Ackerflächen für Soja- und Palmölplantagen sind als Gründe auch die Gewinnung von Tropenholz, der Rohstoffabbau, sowie Landspekulationen zu nennen. Als Folge der massiven Abholzung fallen zum einen die Baumbestände weg, die für die Kohlenstoff-Akkumulation von entscheidender Bedeutung sind, zum anderen wird das gespeicherte Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freigesetzt, sodass der Klimawandel in seiner Intensität weiter verstärkt wird.13

Die Überfischung gilt als eine weitere Symptomatik für die Umweltzerstörung im Zuge einer globalisierten Weltwirtschaft. Allein im Jahr 2014 wurden über 93 Mio. Tonnen wildlebender Fisch gefangen. Die enge Verknüpfung zur wirtschaftlichen Globalisierung zeigt sich dadurch, dass im selben Jahr insgesamt 60 Mio. Tonnen wildlebender und gezüchteter Fisch mit einem Gesamtwert von über 148 Mrd. US- Dollar exportiert wurde.14

[...]


1 Ban Ki-moon (2014), o. S.

2 Vgl. Koch (2017), S. 15 ff.

3 Vgl. Koch (2017), S. 7 f.

4 Vgl. Brock (2009), S. 23 ff.

5 Vgl. Joas (2007), S. 476; Vgl. Brock (2009), S. 7.

6 Vgl. Koch (2017), S. 10 f.; Vgl. Joas (2007), S. 476. 2

7 Vgl. Koch (2017), S. 10.

8 Koch (2017), S. 9.

9 Vgl. Koch (2017), S. 10 f.

10 Vgl. Koch (2017), S. 10 ff.

11 Vgl. Statista (2017), o. S.; Vgl. BPB (2010 a), o. S. 4

12 Vgl. BPB (2010 a), o. S.

13 Vgl. Deutschle (2016), o. S.; Vgl. BPB (2010 b), o. S.

14 Vgl. FAO (2016), S. 4 ff.

Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668446212
ISBN (Buch)
9783668446229
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v365234
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
wirtschaftliche globalisierung umwelt sozialtheoretische überlegungen

Autor

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Titel: Wirtschaftliche Globalisierung und Umwelt. Sozialtheoretische Überlegungen