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Vom Umgang mit Sterbenden und Trauernden. Hilfen zur Selbsthilfe

Hausarbeit 2004 18 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Was ist Tod? – Die Entwicklung der Definition vom Herztod zum Hirntod- Konzept
2.1 Vom Herztod zum Hirntod-Konzept
2.2 Die Feststellung des Todes

3. Was ist Sterben?
3.1 Definition – Sterben
3.2. Die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross
3.2.1 Phase 1: Nichtwahrhabenwollen und Isolierung
3.2.2 Phase 2: Zorn
3.2.3 Phase 3: Verhandeln
3.2.4 Phase 4: Depression
3.2.5 Phase 5: Zustimmung

4. Was ist Trauer?
4.1 Definition – Trauer
4.2 Trauerphasen
4.2.1 Phase 1: Trauerschock
4.2.2 Phase 2: Desorientierungsstufe
4.2.3 Phase 3: Lösungsphase
4.3 Selbsthilfe aus dem „Trauer-Desaster“
4.4 Situationsbilanz des Trauernden

5. Zusammenfassung

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Jeder von uns wird mehr oder weniger täglich mit dem Thema Tod konfrontiert. Trotzdem sind Tod und Sterben Themen, die in unserer heutigen Gesellschaft eher verdrängt als verarbeitet werden. Der Tod wird aus dem Alltag verbannt, hinein in Krankenhäuser und Pflegeheime. Doch auch dort sind Ärzte, Pflegepersonal und Angehörige im Umgang mit Sterbenden oft völlig überfordert. Wir fürchten den Tod und überlassen deshalb die Sterbenden unter uns, sich selbst. Dabei brauchen doch Todkranke und Sterbende unsere Begleitung und Unterstützung umso mehr.

Was ist der Tod und was ist Sterben? Wie kann ein Mensch sein eigenes Sterben akzeptieren lernen? Wie kann man einem Sterbenden seinen Weg erleichtern und welche Hilfe kann den Angehörigen von Sterbenden gegeben werden?

Mit dieser Hausarbeit möchte ich einen kurzen Überblick über die wichtigsten Themen in Bezug auf den Umgang mit Tod und Sterben in der heutigen Zeit geben. Weiterhin enthält diese Arbeit Denkanstöße und Hilfestellungen, die die Angst vor dem Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen mindern.

Zu Tod und Sterben gehört unweigerlich auch Trauer. Wir alle verlieren irgendwann einen geliebten Menschen. Was ist Trauer? Wie geht man mit Trauer um? Welche Hilfen zur Selbsthilfe aus dem „Trauer-Desaster" gibt es? Diese wichtigen Fragen zum Thema Trauer werden im vierten Teil dieser Hausarbeit erörtert.

Ratschläge eines Sterbenden für seinen Begleiter

Lass mich in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein. Bleibe bei mir, wenn mich Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung heimsuchen und hilf mir, zum Frieden hindurchzugelangen. Denke nicht, wenn Du ratlos an meinem Bette sitzt, dass ich tot sei. Ich höre alles, was Du sagst, auch wenn meine Augen gebrochen scheinen. Das richtige wäre, mir etwas zu sagen, was es mir nicht schwerer sondern leichter macht, mich zu trennen.

So vieles, fast alles, ist mir jetzt nicht mehr wichtig. Ich höre, obwohl ich schweigen muss und nun auch schweigen will. Halte meine Hand. Ich will es mit der Hand sagen. Wisch mir den Schweiß von der Stirn. Streiche mir die Decke glatt. Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so lass sie sprechen. Dann wird auch das Wort zum Zeichen.

Und ich wünsche mir, dass Du beten kannst. Klage nicht an, es gibt keinen Grund. Sage Dank. Du sollst von mir wissen, dass ich der Auferstehung näher bin als Du selbst. Lass mein Sterben, Dein Gewinn sein. Lebe Dein Leben fortan etwas bewusster. Es wird schöner, reifer und tiefer, inniger und freundlicher sein als es zuvor war, vor meiner letzten Stunde, die meine Erste ist.

Aus: Förderverein "Hospiz Krefeld e. V.", Frankenring 65, 47798 Krefeld

2. Was ist Tod? – Die Entwicklung der Definition vom Herztod zum Hirntod - Konzept

Es ist sehr schwer, den Begriff ,,Tod“ allgemeingültig zu definieren. Von den verschiedenen Wissenschaften wurden deshalb Definitionen eines jeweils ganz bestimmten Todes geprägt, z.B. sozialer Tod, juristischer Tod, psychischer Tod, biologischer Tod. Die genaueste und umfassendste Definition von Tod findet man in der Medizin. Die Weiterentwicklung der Intensivmedizin und die Möglichkeit von Organtransplantationen machten eine genaueste Definition des Todes zwingend erforderlich.

2.1 Vom Herztod zum Hirntod-Konzept

Die Neue Zürcher Zeitung vom 21.11.2003 führt hierzu aus:

In der Medizin galt bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts, dass das Leben des Menschen durch den Funktionsausfall des Herzens endet, da damit ein Atmungs- und Kreislaufstillstand einhergeht. Dieses Konzept wurde mit den Entwicklungen der Intensivmedizin hinfällig, da damit die Herzfunktionen künstlich aufrechterhalten und verlängert werden konnten. 1959 wurde das «coma depasse» beschrieben: Hierbei gelang es, nach anfänglich geglückter Reanimation, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen und die fehlende Atmung wurde durch Beatmungsmaschinen künstlich aufrechterhalten. Während der Zeit des Herzstillstandes, bis das Herz wieder zum Schlagen gebracht werden konnte, erlitt das Hirn dieser Patienten einen derart gravierenden Sauerstoffmangel, dass die Hirnfunktionen irreversibel ausgefallen waren. Dies führte 1968 zur Einführung des Begriffs «Hirntod» als neues Todeskriterium. Der Herzstillstand führt demnach – wenn Intensivmaßnahmen unmöglich oder erfolglos sind – sekundär zum Hirntod und damit zum Tod des Menschen. Der Hirntod kann auch durch andere Schädigungen des Gehirns eintreten, wie Hirntumoren, Schädel- Hirn-Verletzungen, Hirnblutungen oder entzündliche Hirnkrankheiten.

2.2 Die Feststellung des Todes

Das Hirntod-Konzept gilt heute in praktisch allen Ländern. Die Definition des Todes und das Vorgehen zu dessen Feststellung, die es umfasst, werden in der Intensivmedizin immer angewandt, wenn es darum geht, zur Lebenserhaltung eingesetzte Maßnahmen zu beenden.

Es definiert also den Tod als unumkehrbaren Ausfall aller Gehirnfunktionen, einschließlich des Hirnstamms. Als Folge dieses Ausfalls stellen alle Organe, Gewebe und Zellen des Körpers ihre Funktion ein und sterben ab. Die Symptome dieses Ausfalls der Gehirnfunktion sind Bewusstlosigkeit, der Ausfall der Spontanatmung und das Fehlen der fünf direkt messbaren Hirnstammreflexe, also die autonome Kontrolle der Augenstellung, die Pupillenreaktion auf Licht, der Augenhornhaut-Reflex, der Würge- und Husten-Reflex und die Reaktion auf Schmerzreize im Gesicht. Die Diagnose des Todes stützt sich auf die oben genannten Symptome und Zeichen, die bei Kenntnis der Vorgeschichte einer Hirnerkrankung oder Hirnverletzung darauf schließen lassen, dass der Ausfall des Gehirns bereits eingetreten ist und es kein zurück ins Leben mehr gibt, auch wenn das Herz noch spontan schlägt und die Atmung künstlich aufrechterhalten wird.

( http://www.nfp46.ch/DOWNLOADS/BRAIN/brainnzz31121.pdf.)

3. Was ist Sterben?

3.1 Definition - Sterben

Sterben ist kein Ereignis und kein rationaler Prozess, sondern ein Vorgang, der fortschreitend und mit Höhen und Tiefen den ganzen Menschen ergreift. Es umfasst die letzte Zeitspanne vor dem Einsetzen des Todes.

„Sterben ist der Prozess des Zerfalls der Integrität, der Ganzheit und der Einheit des Menschen. Als der einzige Maßstab dieses Zerfalls gilt unbestritten das Bewusstsein. Der Prozess des Sterbens führt zum unwiederbringlichen Verlust des Bewusstseins.“ (Hampe, J.C.,1983,S.33)

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Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638358170
ISBN (Buch)
9783640829347
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v36088
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Sterben Umgang Sterbenden Trauernden Hilfen Selbsthilfe

Autor

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Titel: Vom Umgang mit Sterbenden und Trauernden. Hilfen zur Selbsthilfe