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Effizienz-Suffizienz- und Substitutionsstrategien im Klimaschutz (Speziell CO2)

Forschungsarbeit 2002 49 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Problemaufriß
1.2 Untersuchungsziele
1.3 Untersuchungsgegenstand
1.4 Aufbau der Untersuchung
1.5 Abgrenzungen

2 Rahmenbedingungen
2.1 Geschichtliche Entwicklung der Umweltpolitik
2.2 Die vier Prinzipien der Umweltpolitik
2.3 Die globalen Umweltprobleme
2.4 Das Klima
2.5 Strategien der Umweltökonomie

3 Untersuchung
3.1 Effizienzstrategie
3.1.1 Darstellung der Effizienzstrategie
3.1.2 Energie
3.1.3 Verkehr
3.1.4 Abfall
3.2 Substitutionsstrategie
3.2.1 Darstellung der Substitutionsstrategie
3.2.2 Energie
3.2.3 Verkehr
3.2.4 Abfall
3.3 Suffizienzstrategie
3.3.1 Darstellung der Suffizienzstrategie
3.3.2 Energie
3.3.3 Verkehr
3.3.4 Abfall

4 Fazit
4.1 Vergleich der Strategien
4.2 Schlussbetrachtungen

5 Literaturverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verteilung der Gase

Quelle: Umweltbundesamt

Abbildung 2: Auswirkungen weltweiter Klimaänderungen

Quelle: Umweltbundesamt Klimaschutz 2001

Abbildung 3: Aufteilung der Verkehrsteilnehmer

Quelle: Umweltbundesamt

Abbildung 4: Formen der Biomassenutzung

Quelle: Zukunftsenergien, Lehmann, H., Berlin 1995

Abbildung 5: CO2 Emissionen nach Sektoren in Deutschland

Quelle: Bausteine einer zukunftsfähigen Umwelt- und Wirtschaftspolitik, Rogall, H, Berlin 2000

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemaufriß

Mit dem Beginn der Industrialisierung haben Menschen in einem vorher noch nie dagewesenen Maße die Natur ausgebeutet. Die verfügbaren Ressourcen wurden und werden mehr verbraucht als sie sich im gleichen Zeitraum regenerieren können. Die Biosphäre wird seit über einem Jahrhundert mit allen erdenklichen Schadstoffen vergiftet. Dieses Problem ist nicht national es ist global. Es ist auch kein Problem was sich irgendwann von selbst erledigt. Die große Mehrzahl der Länder und Menschen strebt danach, das Niveau des materiellen Wohlstands in den westlichen Industriestaaten zu erreichen und zwar durch Industrialisierung ihrer Wirtschaft nach westlichem Vorbild. Die Menschheit hat sich seit dem vorletzten Jahrhundert um den Faktor drei oder mehr vermehrt. Allen ist gemeinsam, daß sie ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Schlafen befriedigen müssen. Niemand möchte aber verunreinigte Lebensmittel zu sich nehmen und in einer Behausung ohne Wärme und Licht wohnen. In diesem Jahrhundert zu leben bedeutet auch in entfernte Länder zu reisen. Und das mit den unterschiedlichsten Transportmitteln. Es bedeutet auch diese oder ähnliche Transportmittel im privaten Konsumbereich zu verwenden. Egal was wir tun, wir bedienen uns immer häufiger technischer Hilfsmittel, die Energie benötigen um ihre Arbeit aufzunehmen. Mit reiner Muskelkraft könnte in Fabriken nicht mit unserer heutigen gewinnoptimierten Fertigung produziert werden. Nur die hoch technisierte Fertigung besteht auf dem Markt. Was hier produziert wird, wird nicht unbedingt hier konsumiert. Das Gegenteil ist oft der Fall. Wir exportieren und importieren aus und in jedes Land. Kein Stoff mit dem wir produzieren ist mehr so wie er von der Natur geschaffen wurde. Wirtschaftsgüter werden physikalisch und chemisch wird mit den unterschiedlichsten Mitteln behandelt. Die Biomasse der Menschheit beträgt 52 Millionen Tonnen, die seiner Nutztiere ca. 265 Millionen Tonnen und die Gesamtmasse der übrigen tierischen Biomasse 2000 Millionen Tonnen. Das Gesamtgewicht aller Menschen beträgt gegenwärtig nur etwa 0,03 Promille der Masse allen Lebens auf der Erde. Er verbraucht aber über zehn Prozent der Gesamtproduktion.[1]

Der ganze riesige Bedarf an Energie muß um nutzbar zu werden erst einmal produziert werden. Zum Beispiel durch mit Öl oder Kohle befeuerte Kraftwerke. Der ganze produzierte und konsumierte Abfall muß irgendwie entsorgt werden. Alle Kraftfahr-zeuge die bewegt werden benötigen zum transportieren Treibstoff. Der heutige und frühere Umgang mit den Ressourcen, um so zu leben wie wir leben, hinterläßt deutliche Spuren. Eine dieser Spuren ist der Treibhauseffekt, der unter anderem durch eine hohe Kohlendioxidbelastung entsteht. In der Presse und den Medien wird immer öfter über den Treibhauseffekt informiert. Ein verstärktes Interesse an dieser Thematik kam mit der Berichterstattung über das als El - Niño bekannte Wetterphänomen auf. Seit 1970 werden im Pazifischen Ozean länger andauernde und intensivere Temperaturanomalien mit den Unterschiedlichsten negativen Auswirkungen beobachtet.[2]

In den subtropischen Breiten nahm der Niederschlag ab, über den nördlichen und mittleren Breiten nahm er um 0,5 bis 1% pro Dekade zu. Der Meeresspiegel erhöhte sich im vergangenen Jahrhundert um 10 bis 20cm und die Schneebedeckung der Nordhemisphäre sank seit 1960 um 10%. In der Arktis verschwindet jährlich eine Eisfläche von der Größe Nordrhein - Westfahlens. Seit Beginn der systematischen meteorologischen Aufzeichnungen 1861,war das Jahr 1998 das wärmste Jahr seit 1861. Die 90er Jahre waren das wärmste Jahrzehnt des Jahrhunderts. Spätestens von diesem Zeitpunkt an waren Auswirkungen dieses Problem für jedermann greifbar. Es wurde permanent über Wetter und Klimaverschiebungen, gewaltige Stürme, Überschwem-mungen, Erntekatastrophen und Schäden in Millionenhöhe berichtet.[3]

Ich stellte mir in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit bestimmte Handlungs-strategien zur Reduzierung des Kohlendioxidaufkommens sinnvoll anwendbar sind und somit für den Klimaschutz nützlich und notwendig sind.

Die meisten Berechnungen zeigen das Temperaturschwankungen schneller erfolgen werden als in den letzten 10.000 Jahren. Trotz eines gigantischen Umsatzes von 100 Gigatonnen Kohlenstoffe pro Jahr emittiert die belebte Welt netto nämlich gar nichts, denn CO2 Ausstoß und Aufnahme heben sich auf. Der Mensch bringt zusätzlich 6 Gigatonnen zusätzlich durch Öl, Kohle und Gasförderung, und zusätzlich zwei Gigatonnen durch Feuer und Waldrodungen oder Grünflächenumwandlung in die Rechnung mit ein. Lediglich zwei Tonnen werden durch Ozeane aufgenommen. Die Biosphäre soll – so wird vermutet ca. zwei Gigatonnen aufnehmen und abbauen[4]

1.2 Untersuchungsziele

Um die gesamte Umwelt qualitativ und quantitativ zu entlasten sind neben der bestehenden Umweltgesetzgebung weitere Maßnahmen notwendig. Untersucht werden sollen die

a.) Effizienzstrategie
b.) Substitutionsstrategie
c.) Suffizienzstrategie

Ich möchte herausfinden welche Strategie in bestimmten Einsatzbereichen welche Vorteile, aber auch eventuelle Nachteile in sich birgt. Auch sollen eventuelle Hindernisse in der Durchführung der Strategie beschrieben werden. Das alles mit spezieller Sichtweise hinsichtlich des Klimaschutzes. Insbesondere sollen Möglich-keiten zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes dargestellt werden.

1.3 Untersuchungsgegenstand

Die Strategien sollen aufzeigen wieviel Potenzial sie beinhalten, um die Umwelt nachhaltig zu schützen. Es soll auch aufgezeigt werden, wie realistisch die Verfolgung einer bestimmten Strategie mit ausgewählten Mitteln ist.

Die Strategien sollten aufzeigen in wieweit sie Einfluß auf die Hauptquellen der Umweltgefahren haben. Es soll überprüft werden, ob die Freisetzung von klimarelevanten Gasen bei den Umwandlungsprozessen ( Verbrennung ) und dem Transport von Energie reduziert oder verhindert werden kann. Weiterhin sollte der Ausstoß von anderen Schadstoffen reduziert werden oder gänzlich unterbunden werden. Nicht regenerierbare Ressourcen wie z.B. ÖL sollen nicht vergeudet werden, oder deren Verbrauch erheblich reduziert werden. Abfall soll möglichst nicht entstehen oder recycelt werden. Es soll alles in Kreisläufen wiederverwertet werden und der Konsum wenn möglich heruntergefahren werden.

1.4 Aufbau der Untersuchung

Zur Erstellung dieser Untersuchung wurde Sekundärliteratur bestehend aus Fachbüchern und Fachzeitschriften verwendet. Außerdem wurden Berichte von Unternehmen und deren Broschüren sowie Studien von Instituten verwendet.

Zuerst werden die Rahmenbedingungen des Umweltschutzes dargestellt und ein kurzer historischer Überblick über die Problematik erstellt.

1.5 Abgrenzungen

Bei der Untersuchung soll nicht auf die Problematik der Atomenergie eingegangen werden, da dieses Thema den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Es soll keine Analyse des politischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland erfolgen. Auch die Gesetzgebungsverfahren und der Einfluß der Europäischen Union und ihrer Akteure soll nicht untersucht werden.

2 Rahmenbedingungen

2.1 Geschichtliche Entwicklung der Umweltpolitik

Die Geschichte der Umweltpolitik ist grob in zwei Phasen einzuteilen.

a.) Die Zeit bis zur industriellen Revolution: Hier gab es je nach historischer Zeitrechnung einzelne Gebote und Gesetze. Im ersten Zeitalter der Menschheit gelangten von den Jägern und Sammlern gebrauchte Gegenstände immer wieder in die natürlichen Kreisläufe zurück. Waren Ressourcen erschöpft zogen sie weiter und die Natur hatte genügen Zeit sich zu regenerieren. Mit dem Beginn des Seßhaft werdens und der Anhäufung von Gütern über den alltäglichen Bedarf hinaus (z.B. um Handel zu betreiben und Wohlstand zu repräsentieren ) und mit dem Beginn der Viehzucht und der Felderwirtschaft geriet das biologische Gleichgewicht langsam in ein Ungleichgewicht. Die ersten Gesetze galten jedoch meist nicht zum Schutz der Natur sondern um Untergebene zu leiten. Erste Gesetze für die Natur kamen erst in der Neuzeit. Gewisse Umwelttechnologien um die riesigen Abfallmengen von Lebensmitteln, Abwässern und Baustoffen bei den Bauvorhaben der Verstädterung der Römer zu delegieren, waren nicht zum Schutz der Natur sondern zur Bereicherung der Lebensqualität der Bewohner gedacht.[5]

b.) Die Zeit nach der industriellen Revolution: Die Verschlechterung der Umweltbedingungen und auch der Lebensbedingungen für Mensch und Tier steigerte sich ab dem Beginn des Industriezeitalters nicht konstant, sondern Überproportional zu allen bisher aufgetretenen Belastungen. Es traten zusätzlich zu den wahrnehmbaren Belastungen wie Rauch, Ruß, Gerüche, verschmutztes Wasser, verschmutzter Boden und Krankheiten viele unsichtbare Belastungen auf. Sie konnten von der Bevölkerung nicht mit bloßem Auge wahrgenommen werden sondern äußerten sich meist über schwere Krankheiten. Hier handelte es sich um Schwermetalle, Gase, Radioaktivität und giftige organische Verbindungen.

Erste Umfassende Auseinandersetzungen mit der Vergiftung der Umwelt traten erst in den 60er Jahren auf. Dem Smog von London wurde 1952 auch noch mit der lokalen Maßnahme des Verbots von schwefelhaltiger Kohle entgegen getreten.[6]

Die UN- Umweltkonferenz von Stockholm 1972 ist quasi das Geburtsjahr des Umweltschutzes. Den gesetzlichen Rahmen fanden die umweltpolitischen Maßnahmen der Sozial-Liberalen Koalition von 1969 im Sofortprogramm zum Umweltschutz von 1970 und dem Umweltprogramm der Bundesregierung von 1971.

Es folgten das Abfallbeseitigungsgesetz ( AbfG ) von 1972, das Bundes-Immissionsschutzgesetz ( BImSchG ) von 1974, Wasserhaushaltsgesetz ( WHG ) sowie das Abwasserabgabengesetz ( AbwAG ) von 1976 und das Bundesnaturschutzgesetz

( BnatSchG ) von 1976.[7]

1988 fordert in Toronto eine internationale Allianz aus Wissenschaftlern, Umweltpolitikern und Organisationen die Reduzierung des CO2 Ausstoßes um 20 Prozent bis 2005. 1992 unterzeichnen 155 Staaten in Rio den Beschluß den CO2 Ausstoß im Jahr 2000 auf den von 1990 zurückzufahren. 1995 wird in Berlin für Deutschland beschlossen den CO2 Ausstoß bis 2005 um 25% gegenüber von 1990 zu senken. Das kommt auch in Kyoto ins Gespräch und bis 2012 sollen nun die CO2 Emissionen gegenüber 1990 global um 5,2 Prozent gesenkt werden. Der Streit um die sogenannten Kohlenstoffsenken führten zum Scheitern der Konferenz in Den Haag.[8]

Offen bleibt, welche Ergebnisse die Klimakonferenz am 16.07.2001 in Bonn hervor

bringt.

2.2 Die vier Prinzipien der Umweltpolitik

Im ersten Umweltprogramm der Bundesrepublik Deutschland wurden 1971 die vier Säulen der grundlegenden Prinzipien für das Erreichen und Erhalten eines bestimmten Umweltniveaus definiert und festgeschrieben. Somit entwickelte sich die Umweltpolitik Anfang der 70er Jahre zu einem eigenständigen Politikbereich. Die Umweltpolitik war seitdem nicht mehr ein vernachlässigbarer Nebenbereich der öffentlichen Aufgaben.

a.) Das Verursacherprinzip: Hier soll der Verursacher direkt die Folgekosten der Beseitigung, Vermeidung und Verursachung von eventuellen Umweltschäden tragen. Umweltschäden sollen durch bestimmte umweltpolitische Instrumente verhindert werden ( z.B. bei Abwasserabgaben, Schadstoffobergrenzen oder Verboten wie Asbest ) oder reguliert werden ( z.B. Steuerstaffelung für bestimmte Autos mit hohem Schadstoffausstoß ) Somit haben alle umweltpolitischen Maßnahmen, die sich an diesem Prinzip orientieren, die Aufgabe die Umweltschäden der Nutzung der natürlichen Ressourcen in die Wirtschaftsrechnung der Umweltakteure einzubeziehen.[9]

ab.) Das Gemeinlastprinzip: Da basierend auf dem Verursacherprinzip die Kosten oftmals nicht genau oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht dem Verursacher in Rechnung zu stellen sind, führt jegliche Störung des Verursacherprinzip unweigerlich zur Abwälzung der Kosten auf die Allgemeinheit. Es entsteht das Gemeinlastprinzip. Somit muß die öffentliche Hand für den Verursacher regulieren. Es ist kein anerkanntes Prinzip der Umweltpolitik, da die öffentliche Hand nur anstelle des Verursachers agieren muß.[10]

b.) Das Vorsorgeprinzip: Umweltpolitische Maßnahmen sollen so getroffen werden, daß Umweltgefahren von vornherein vermieden werden. So sollen Umweltschutz-maßnahmen an der Quelle der Schädigung angesetzt werden.[11]

c.) Das Kooperationsprinzip: Das Kooperationsprinzip zielt auf das Zusammenwirken aller staatlichen und gesellschaftlichen Kräfte beim Schutz der Umwelt mit dem Ziel ab, eine hohe Akzeptanz für umweltpolitische Maßnahmen zu erreichen. Verbände werden so bei allen neuen Gesetzesvorlagen angehört um Kritik und Verbesserungsvorschläge in den Gesetzesentwurf mit einfließen zu lassen. Ob hier immer für das Gemeinwohl aller agiert wird bleibt zu bezweifeln, da doch im starken Maße nur die individuellen verbandstypischen Interessen vertreten werden.[12]

d.) Das Nutznießer- oder Geschädigtenprinzip: Hier zahlt nicht der Verursacher sonder ein Nutznießer. Es stellt national eine Unterform des Gemeinlastprinzips dar. Im internationalen Bereich könnte es gerade im Hinblick auf die Problematik des Erhalts der tropischen Regenwälder zu großer Bedeutung kommen.

Allen ist gemeinsam, daß sie zum Schutz und zur qualitativen Verbesserung der Umwelt und zur effektiven Lösung unserer zukünftigen Lebensqualität nicht allein ausreichen.

2.3 Die globalen Umweltprobleme

Die im folgenden genannten Umweltprobleme sind nicht von nationaler sondern von internationaler Art und Bedeutung. Zu Ihnen gehören die Übernutzung der natürlichen Ressourcen, die Vergiftung und Verlärmung der Biosphäre, der Verlust von biologischer und landschaftlicher Vielfalt, der Ozonabbau in der Stratosphäre und die Klimaveränderung.

a.) Der Verlust von biologischer und landschaftlicher Vielfalt: In Deutschland leben ca. 45.000 Tierarten, darunter ca. 5.000 Protozoen ( Einzeller ) welche zum Teil als Übergangsformen zwischen Tier- und Pflanzenwelt zu betrachten sind. Es gibt somit 40000 Metazoen ( Mehrzeller ). Zum globalen Vergleich: Von den 44.000 wildlebenden Wirbeltierarten kommen lediglich 680 in Deutschland vor. So ist ein allein in Deutschland schon festgestellter Artenverlust oder die Bedrohung der Arten nur ein kleiner Bruchteil des Weltbestandes. Insgesamt sind ca. 1.4 Millionen Arten klassifiziert, wobei die Schätzung des tatsächlichen Vorhandenseins an Arten von ca. 5 bis 30 Millionen verschiedener Arten schwankt. Auch die Vernichtung von biologischer Vielfalt hat neben den Störungen in der biologischen Nahrungskette zusätzlich erheblichen Einfluß auf die Klimaproblematik. Beispielsweise die riesigen Rodungen von tropischen Regenwäldern welche einerseits Herberge verschiedenster Tier- und Pflanzenarten sind, andererseits riesige Luftreinwaschanlagen, ja biologische Lungen sind. Naturschutzgroßprojekte des Bundes, Naturparks, Naturwaldreservate, Landschaftsschutzgebiete, Bio-sphärenreservate, Schutzgebiete und Nationalparks sind noch nicht großflächig genug dimensioniert. Die Wirtschaft hat genug Gewerbeflächen und wir in Europa genügend Wohnraum um nicht weiter Grünflächen zu zerstören und Boden zu versiegeln.[13]

b.) Die Übernutzung der natürlichen Ressourcen: Seit Beginn der industriellen Revolution verbrauchen die Menschen mehr natürliche Ressourcen als sich im gleichen Zeitabschnitt regenerieren können. So werden tropische Regenwälder einfach abgeholzt um preiswert Ackerland zu erhalten, da der Nährstoffgehalt der Erdschicht dort äußerst hoch ist. Das diese schnell abgeerntet ist und somit auch das Grundwasser wegen des fehlenden Wurzelwerks kaum gehalten werden kann, wird als Argument ebenso wenig akzeptiert wie die Tatsache, daß Heute nur noch 6% der Erdoberfläche Regenwälder sind ( 1900 waren es noch 12% ). Es würde Jahrzehnte dauern diese Wälder wieder aufzuforsten. Dem Bewässerungsbedarf für die ersten Jahre könnte man wohl auch kaum realisieren. So entstehen Dürregebiete riesigen Aussmaßes, ohne Chancen für die Bewohner und es bleibt nur die Stadtflucht. Aber auch die Überweidung von landwirtschaftlichen Flächen, das Überfischen der Seen und Meere, die Luftverschmutzung und die immer unterschätzte Übernutzung der Süßwasserreserven werfen gravierende Probleme auf. Die Wasservorräte der Erde bestehen zu 96% aus Salzwasser, Eis ( 3% ) und lediglich 1% davon ist Süßwasser. Bei der bestehenden Bevölkerungszunahme speziell im Asiatischen Raum, bei dem stetig steigenden Bedarf von Wasser für Industrie und Anhebung des Lebensstandarts von privaten Haushalten, wird das eines der dringendsten Probleme der Zukunft werden.[14]

c.) Klimaveränderung: Die wesentlichen klimarelevanten Spurengase in der vom Menschen unbeeinflußten Atmosphäre sind Wasserdampf ( H2O ), Kohlendioxid (CO2 ), Methan ( CH4 ), Ozon ( O3 ) und Dickstoffoxid ( N2O ). Sie lassen kurzwellige Sonneneinstrahlung ungehindert in Richtung Erdoberfläche passieren, absorbieren aber die von der Erdoberfläche abgegebene Wärmestrahlung und führen damit zu einer Erwärmung der bodennahen Luftmassen. Ohne den erwünschten natürliche Treibhauseffekt wäre ein Leben auf dieser Erde nicht möglich, da die Temperatur bei Minus 18 Grad C liegen würde.[15]

Problematisch ist der wahrscheinliche Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur um 1,4 – 5,8 oC. Die Durchschnittstemperatur seit 1861 hat sich bereits um 0,6 auf 15,5 oC erhöht. Es würden sich Klimazonen verschieben und die Polkappen würden abschmelzen. Es hört sich nicht so dramatisch an wie es aber sein wird. Die bestehenden Dürreregionen würden sich ausbreiten und es würden neue entstehen. Das Abschmelzen der Polkappen würde einen Anstieg des Meeresspiegels um 30 bis 100 cm bedeuten. Riesige Landstriche und küstennahe Städte würden überflutet werden. Es würde durch Änderungen der Klimazonen und auch in Bezug auch Änderungen von Winden, Entstehung von Stürmen, Regenphasen, insgesamt schnellerer oder langsamerer Regen zur Trockenzeitdauer zu erheblichen Ernte-ausfällen kommen.[16]

d.) Ozonabbau: Das Ozon in der Stratosphäre wirkt in 15 bis 50 Kilometer Höhe wie ein Filter, der uns vor kurzwelliger UV Strahlung schützt. Durch Chlor- und Bromverbindungen, als bekanntester Vertreter das FCKW, wird dem Ozon ein Sauerstoffatom entzogen und es kann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen. Hautkrebserkrankungen, eine verlangsamte Photosynthese und Eiweißstrukturen sowie Zellkernmoleküle natürlicher Organismen werden zerstört. Zudem führt eine erhöhte UV-B Strahlung zu nachlassender Kohlenstoffspeicherungsfähigkeit in der terristischen Biomasse und den Meeren. Der so schon gewaltige Treibhauseffekt wird dadurch noch verstärkt. Die Lage ist so dramatisch, weil auch bei einem sofortigen Stopp jeglicher FCKW Produktion sich ein Großteil noch in der erdnahen Troposhäre befindet ( 0 bis 10 Km Höhe ) und erst langsam aufsteigt.[17]

[...]


[1] Vgl. Reichholf, Josef H., Der blaue Planet, München 1998, S. 47 f.

[2] Vgl. Begon, M.E., Townsend, C.R., Harper, J.L., Ökologie, Heidelberg 1998, S. 458

[3] Vgl. GEO, Weltklima, Ausgabe Nr.7, Gruner und Jahr Verlag, Hamburg 2001, S. 120

[4] Vgl. GEO, Weltklima, Ausgabe Nr.7, Gruner und Jahr Verlag, Hamburg 2001, S. 122

[5] Vgl. Goudie, Andrew, Mensch und Umwelt, Heidelberg 1994, S.12 f.

[6] Vgl. Rogall, Holger, Bausteine einer zukunftsfähigen Umwelt- und Wirtschaftspolitik, Berlin 2000, S. 35 f.

[7] Vgl. Rogall, Holger, Bausteine einer zukunftsfähigen Umwelt- und Wirtschaftspolitik, Berlin 2000, S. 36

[8] Vgl. GEO, Weltklima, Ausgabe Nr.7, Gruner und Jahr Verlag, Hamburg 2001, S. 122 f.

[9] Vgl. Wicke, Lutz, Umweltökonomie, München 1989, S. 129

[10] Vgl. Wicke, Lutz, Umweltökonomie, München 1989, S. 135

[11] Vgl. Wicke, Lutz, Umweltökonomie, München 1989, S. 139 f.

[12] Vgl. Wicke, Lutz, Umweltökonomie, München 1989, S. 144

[13] Vgl. Umweltbundesamt, Daten zur Umwelt, Berlin 1997, S. 360 f.

[14] Vgl. Begon, M.E., Townsend, C.R., Harper, J.L., Ökologie, Heidelberg 1998, S. 68 f.

[15] Vgl. Lehmann, Harry, Reetz, Tosten, Zukunftsenergien, Berlin 1995, S. 36

[16] Vgl. GEO, Weltklima, Ausgabe Nr.7, Gruner und Jahr Verlag, Hamburg 2001, S. 122 f.

[17] Vgl. Rogall, Holger, Bausteine einer zukunftsfähigen Umwelt- und Wirtschaftspolitik, Berlin 2000, S. 40

Details

Seiten
49
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638357302
Dateigröße
657 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35973
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
2
Schlagworte
Effizienz-Suffizienz- Substitutionsstrategien Klimaschutz CO2)

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Titel: Effizienz-Suffizienz- und Substitutionsstrategien im Klimaschutz (Speziell CO2)